Mittwoch, 1. März 2017

Machtkampf Trump - Medien

Das Wichtigste in Kürze 

(Quelle: SRF)

  • Vom täglichen Pressebriefing im Weissen Haus wurden am Freitag renommierte Medienhäuser wie die «New York Times», «Politico» oder der Sender CNN ausgeschlossen.
  • Daraufhin boykottieren auch die Nachrichtenagentur AP und das «Time»-Magazin die Fragerunde aus Solidarität mit ihren Kollegen.
  • Der Präsident stellt nach neuen Enthüllungen über Kontakte zwischen seinem Stabschef und dem FBI und Gesprächen mit Vertretern Russlands einen Grundsatz der Pressefreiheit, den Quellenschutz, in Frage.
US-Präsident Donald Trump setzt seinen Machtkampf mit den Medien mit unverminderter Härte fort. letzte Wochewurde das tägliche Pressebriefing im Weissen Haus kurzerhand auf eine kleine Fragerunde mit ausgewählten Medienvertretern begrenzt. Renommierte Medienhäuser wie die «New York Times», «Politico» oder der Sender CNN blieben aussen vor.
Der Ausschluss mehrerer namhafter US-Medien von diesem Pressebriefing des US-Präsidialamts ist in der Branche auf scharfe Kritik gestossen.
« So etwas hat es im Weissen Haus in unserer langen Geschichte der Berichterstattung über viele Regierungen verschiedener Parteien noch nie gegeben »
Dean Baquet
Chefredaktor der New York Times


Dienstag, 28. Februar 2017

Nachwehen zum Eklat in der ARENA

Aussergewöhlich viele Beschwerden

Ich zitiere PERSOENLICH.com:

Bei der SRG sind wegen des Verhaltens des Moderators zahlreiche Beschwerden eingegangen. «Man kann von einer grossen Beanstandungswelle sprechen, sind doch bereits 30 Beanstandungen eingegangen», sagt Roger Blum, Ombudsmann der SRG Deutschschweiz, auf Anfrage von persoenlich.com. 

Gut die Hälfte davon würde aufgrund fehlender Postadresse allerdings unter Vorbehalt stehen. Daher sei davon auszugehen, dass sich diese Zahl auf 20 verkleinern werde.

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«Für diesen kurzen Zeitraum ist dieser Wert trotzdem aussergewöhnlich», erklärt Blum. Denn in der Regel würden pro Sendung eine bis vier Beanstandungen eingereicht. Absolute Spitzenwerte erreichten im Jahre 2014 die Sendungen «Schawinski» mit 185 und «Rundschau» mit 110 Einsendungen. Wie damals seien auch für die Arena vom Freitag mehrheitlich organisierte Beanstandungen eingereicht worden. «Solche führen in der Regel dazu, dass die Anzahl in die Höhe steigt».

Medienethische Bedenken

Dass die E-Mails des Gastes Ganser in der «Arena» veröffentlicht wurden, ist laut Peter Studer aus medienethischen Gründen abzulehnen. «Denn Mails richten sich nicht an die Öffentlichkeit, sondern an ein spezifisches Zielpublikum», erläutert der ehemalige Presserat-Präsident gegenüber persoenlich.com.

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Umso schlimmer sei es, dass sich die Mail an die Einstein-Redaktion gerichtet habe. Dass Teile der Mail herausgestrichen wurden, lehnt der ehemalige Chefredaktor des «Tages-Anzeiger» und Schweizer Fernsehens ebenfalls ab. «Das geht weder medienrechtlich noch medienethisch, da es sich um eine Verfälschung des Inhalts handelt.»



Roger Blum rügt SRFSendung als "Propagandasendung"

Deville wird gerügt

Die SRF-Sendung «Deville Late Night» hat beim Thema Atomausstieg gegen das Vielfaltsgebot verstossen. Zu diesem Schluss kommt SRG-Ombudsmann Roger Blum in seiner Antwort auf eine Beanstandung vom vergangenen November.

In der Satiresendung am 25. November 2016 widmete sich Moderator Dominic Deville den Themen Energie und Atomstrom - just zwei Tage vor der Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative. Ein Zuschauer beanstandet umgehend bei der Ombudsstelle der SRG, der Inhalt der Sendung trage gezielt für die politische Aussage zur Abstimmung bei und mache Stimmung für ein Ja zur Initiative.

Zuwenig deutlich als Satire erkennbar

In seinem am Sonntag veröffentlichten Schlussbericht hat Ombudsmann Blum der Beanstandung nun beigepflichtet. Vor Wahlen und Abstimmungen würden besondere journalistische Sorgfaltspflichten gelten, und das Vielfaltsgebot sei jede einzelne Sendung auf jede einzelne Sendung anwendbar, auch auf Satiresendungen.
Die SRF-Comedy-Redaktion hatte argumentiert, die Praxis erlaube der Satire auch tendenziöse Aussagen, welche nicht neutral und ausgewogen seien. «Deville Late Night» sei klar als Satire erkennbar. Dass sich dies allerdings nicht immer für alle Zuschauer einfach erschliesse, äussere sich nicht selten bei neueren Sendungen, deren Format noch nicht abschliessend etabliert sei.
(Quelle PERSOENLICH.com)

«Propagandasendung für die Initiative»

Blum hielt dagegen fest, die beanstandete Sendung «Deville Late Night» sei «mehrfach eine Propagandasendung für die Atomausstiegsinitiative» gewesen: In der bildlichen Anmoderation, im thematischen Schwerpunkt zwischen den Minuten 6:40 und 11:50 sowie am Schluss. «Niemand verbietet Dominic Deville, für die Atomausstiegsinitiative zu sein, aber er kann seine Sendung nicht zu einer Propagandasendung umfunktionieren, auch nicht in einer satirischen Variante», heisst es abschliessend.

Montag, 27. Februar 2017

Eklat in der ARENA

Vor laufender Kamera kommt es in der ARENA zum Schlagabtausch 

Die Arena widmete sich dem Thema 
"Trumps Krieg" 
und kündigte die Sendung wie folgt an:
 Nachrichtenbild für "Trumps Krieg gegen die Medien" von Basler Zeitung
Der amerikanische Präsident hat den Medien den Krieg erklärt, er bezeichnet sie als «Feinde des amerikanischen Volks». Gibt es gute Gründe, den Medien zu misstrauen? Oder sind die Medien wichtiger denn je, um Trumps Lügen aufzudecken? Und: Wird den Schweizer Medien noch vertraut?
Die Sendung führte dann zu einem Eklat. 


Persönlich.com: Ich zitiere René Hildbrand:

In der Ausgabe vom Freitag gingen sich Gäste dermassen an den Kragen, dass Moderator Jonas Projer zweimal mit Sendungsabbruch drohte.
Thema war: Die Kriegserklärung von US-Präsident Donald Trump an die Medien und die Rolle der klassischen Medien als vierte Gewalt in der Schweiz. Es kam sehr rasch zum hitzigen Streit. Anlass dazu gab der  Publizist und Historiker Daniele Ganser, für sehr viele Medienkonsumenten nachvollziehbar ein Verschwörungstheoretiker (Stichwort: Nine Eleven).
Gesprächsgast Roger Schawinski und «Arena»-Chef Projer gaben Ganser viel Saures. Erst in der zweiten Hälfte der Diskussion gelang es ihnen, den wenig sympathischen und streckenweise unerträglichen Basler ruhig zu stellen. Jonas Projer hat nichts zu beklagen: er als «Arena»-Chef lud Daniele Ganser - warum auch immer - in die TV-Runde ein.
«Ich habe kaum je eine so belebte Sendung erlebt», erklärte der verdutzte Moderator. Schawinski leistete als Teilnehmer mit den besten Argumenten den Hauptbeitrag dafür, dass die «Arena» endlich wieder einmal daran zu erinnern vermochte, was sie einst war: eine Diskussionssendung zu einem aktuellen Thema, spannend wie ein Kraftwerk.
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Im Tele Züri wird der Vorfall ebenfalls thematisiert,

Jonas Projer wollte Historiker Daniele Ganser als Verschwörungstheoretiker etnlarven. Dieser wehrt sich gegen die Manipultation mit Aussagen, die aus dem Zusammenhang herausgeschnitten worden sind.
Es kommt soweit, dass Projer die Sendung beinahe abbricht.
Anton Schaller vertritt die Meinung, es sei vom Moderator falsch gewesen, auf den Mann zu spielen.
Dies führe nie zur Klärung eines Gespräches.
Auch Journalisten müssten selbstkritisch sein.

Diese Bemerkung wird wohl Jonas Projer am meisten zu schaffen machen.

Das Echo bei einigen Zuhörern war geteilt.

Die einen finden es schlecht, wenn sich der Moderator an einer These festbeisst und dies damit rechtfertigt, bei Fakten gebe es keine Neutralität.
Andere hingegen verteten die Meinung, der Moderator dürfe auch mit diskutieren.
Ich persönlich hätte gewünscht, das Trump Thema hätte auch diese Dominanz erhalten, wie es bei der Thematik "Ganser und die angebliche Verschwörungstheorie" der Fall war.
Ein Moderator wäre eigentlich verpflichtet,  immer wieder zum Kernthema zurückzuführen und dürfte sich nie auf einen Zweikampf einlassen.
In den sozialen Medien musste sich denn auch Jonas Projer harte Kritik gefallen lassen.


Bei der Auseinandersetzung TRUMP-MEDIEN zeigt sich leider immer mehr folgende Parallele:
Trump verteufelt die Medien einseitig und geht immer mehr auf Kriegsfuss mit gewissen Journalisten.
Er kratzt die Pressefreiheit an und geht sogar so weit, dass er missliebiges Journalisten an öffentlichen Medienkonferenzen ausklammert.
Anderseits stellen wir in den europäischen Medien ebenfalls fest, dass sie alle Pannen Trumps, alles Negative aus dem weissen Haus genüsslich ausschlachten, aufblähen, wiederholen und damit ebenfalls das machen, was Trump den Medien gegenüber derzeit macht. Es geht nur noch um ein Bashing des Gegners.
Beide Seiten kommunizieren mit  gefärbter Brille. 
Diesen Aspekt der Voreingenommenheit habe ich bislang noch in keiner Diskussion gehört.

Beide Seiten prügeln derzeit undifferenziert  aufeinander ein. Der Dialog stirbt dadurch.

Was beim  Duell Medien-Trump festgestellt werden kann: Trotz Kritik, Verulkung, trotz Bashing aus allen Schreibstuben, trotz Empörung, Wut, hält Trump die Welt mit seinen dosierten Kurzfutter NEWS in Atem. ER setzt die Traktanden. Trump mischt die Medien auf. Das permanente Sperrfeuer aus dem weissen Haus stumpft allmächlich die Opposition ab.
Die ständigen Diskussionsendungen gegen Trump wirken kaum noch. Bislang scheinen ihm alle  Enthüllungen und Richtigstellungen in den Medien kaum zu schaden. Sie perlen nicht nur am Präsidenten ab. Auch für das Publikum wirkt die Flut an Medienschelte inflationär. Das hat sich auch bei der Arenasendung gezeigt. 


Fazit: Der Eklat hat von der Kern-Thematik "Trumps Krieg" abgelenkt. Schade.  Der Moderator müsste stets moderat bleiben, auch dann, wenn ihn das Gegenüber nervt oder Fakenews verbreitet. Ich bin mir bewusst:
Diese Souveränität ist nicht einfach.
Trump gelingt es, die Medien zum Tanzen zu bringen.
Die Gegner Trumps regen sich auf  und gleichzeitig fesselt er die Journalisten. Sie schreiben ständig über und gegen ihn.
Er ist seit Wochen das dominierende Medienthema
Ich zitiere Blick online:
Er befeuert weltweit Komiker, ihn zu verulken. Das Schweizer Fernsehen widmet ihm den «Club», die «Arena», reichlich Sendezeit in «10 vor 10», «Rundschau» und «Tagesschau». Die Quoten und Klicks bei Portalen belegen: Offenbar kriegt keiner genug vom Präsidenten mit oranger Haut und gelbem Haar.
(Ende Zitat)
Wie wäre es mit einer Fortsetzung der debattierten Thematik mit dem Titel:
Der Krieg der Medien gegen Trump?
Ich gehe mit "Arena"Moderator einig: Er findet, dies sei eine der intensivsten Sendungen überhaupt gewesen. Nur brachte sie keine vertiefende Erkenntnisse hinsichtlich der eigentlichen Thematik.
Schade!

Wo sind die Grenzen?

Bislang drückte Bern bei illegalen Demonstrationen meist ein Auge zu.


Immer wieder werden Grenzen von linksextremen Chaoten deutlich überschritten und wir fragen uns:
Was gedenkt Bern zu tun?

Die Chaoten demostrieren illegal
Die Chaoten zünden Autos und Lastwagen an
Die Chaoten können sich vermummen, obschon es verboten ist
Die Chaoten können sich gleichsam in einen rechtsfreien Raum zurückziehen (Reitschule) und werden nicht belangt
Die Chaoten verletzen 10 Polizisten
Die Chaoten setzen die gefährliche, verbotene Waffe Laserstrahl ein
Die Chaoten weigern sich, fremdes Eigentum frei zu geben 


Ist Bern gewillt, die Sicherheit und Ordnung zu garantieren? Oder gilt wieder einmal:



Bildergebnis für Drei Aeffchen

Was ist los mit unserer Diskussionskultur?

 Wieder wertschätzend diskutieren lernen- aber wie?

Weshalb gibt es so viele Hassmails? Weshalb fehlt die Wertschätzung des Gegenübers?

Was müsste beachtet werden, um die Diskussionskultur zu verbessern?

Bildergebnis für diskussion
Nach der letztem Rundschau, welche die Hasskommentare  in den sozialen Medien thematisierte, widmete sich Radio Zürisee der Frage: Hapert es bei unserer Diskussionskultur?

in einem Interview mit mir, beleuchtete ich folgende Punkte:

Was ist wichtig beim DISKUTIEREN?



Vorbemerkung:

Diskussionen widmen sich einem Thema und führt darüber dine Auseinandersetzung.

Das Ziel bestimmt die Form, die Teilnehmenden und die Diskussionstechniken.

Während bei der ARENA die Streitdiskussion dominiert, will der CLUB mit einer Klärungsdiskussion ein Thema einkreisen.

Es gilt zu differenzieren zwischen Diskussionen nach einer Präsentation oder den unterschiedliche Formen, wie  die Podiums- , die Forumsdiskussion oder einer Verhandlung.


"Discutere" heisst eigentlich zerlegen, zerschlagen. Ein Thema wird gleichsam  aus verschiedenen Sichten wie bei einem Mosaik zu einem neuen Bild  zusammengesetzt.


Die Formate, Smaltalk oder das Palaver sind  nicht strukturiert. Sie  werden auch nicht moderiert.

Solche Formen sind aber wichtige Schmiermittel bei Kommunikationsprozessen und es gibt hier keine thematische Eingrenzung.



Eine gute Diskussionskultur basiert auf folgenen Bausteinen:



- Die Diskussion wird vorbereitet

- Sie hat ein Ziel

- Es gibt Spielregeln und die Diskussion wird moderiert


Folgende Werkzeuge haben sich bei Diskussionen bewährt:

 
- Fragen statt sagen

- Zuhören

- Anteilnehmen

- Gegensätzliche Ansichten dürfen ausgesprochen werden

- Akteure haben eine Kernbotschaft

- Redner beschränken sich auf das Wesentliche (kurze Voten)

- Es wird frei gesprochen

- Die Diskutanten können sich in die Augen blicken



Diskussions NO-GOs:



- Dozieren

- Ins Wort fallen

- Gegner nicht wertschätzen





Folgende Techniken können in einem Caoching trainiert werden:



- Lenken

- Stoppen

- Sich durchsetzen

- Argumentieren

- Frei und verständlich sprechen

Bildergebnis für diskussion


LINK:

Diskutieren heisst auch erörtern. Das Wort kommt vom lateinischen discutere, das auch die Bedeutungen zerschlagen, auseinandersetzen, zerlegen hat. Rudolf ...
www.rhetorik.ch/Diskussion/Diskussion.html


Bei der Diskussion kommen verschiedene Standpunkte zu einem Thema zum Tragen. Diskutieren heisst, ein Thema zerlegen. Verschiedene Sichten werden ...
www.rhetorik.ch/Auftreten/Diskussion.html












Sonntag, 26. Februar 2017

Viele haben es immer noch nicht verdaut, dass Trump tatsächlich regieren kann

Was für die Gegner Trumps nicht erwünscht ist, darf einfach nicht sein.

Trumps Gegner erhoffen sich ein Amtsenthebungsverfahren.

Seit der Wahl Trumps schiessen viele Medien und journalisten aus allen Rohren gegen den missliebigen Präsidenten der USA.
Selbst Journalisten, die bei Trump auch positive Seiten sehen, werden gemassregelt.

Die Trump Gegner glauben, ihr permanentes Trump Bashing genüge,  um Trump zu entmachten. Sie hoffen auf die langfristig Wirkung der veröffentlichten Kritik.
Den Präsidentien zu stürzen, ist aber nicht so einfach.

Ich zitiere 20 Min:



Auch nach einem Monat ist Trump im Amt. Viele Gegner können i sich nicht mit Donald Trumps Präsidentschaft abfinden. Immer wieder erschallt der Ruf nach einer Amtsenthebung des ungewöhnlichen und für viele unheimlichen Staatschefs.

Am vergangenen Dienstag verabschiedete der Stadtrat von Richmond in Kalifornien einstimmig eine Resolution, worin er den US-Kongress auffordert, ein Impeachment-Verfahren aufzunehmen. «Dies ist unser Land, wir haben das Recht, uns zu äussern», sagte die Stadträtin Gayle McLaughlin zu ABC 7. Die progressive Stadt hofft, dass andere Gemeinden dem Pionier-Akt nachfolgen.

Demokraten hoffen darauf

Im Kongress gibt es unter den Demokraten genug Abgeordnete, die Trump am liebsten absetzen würden. Maxine Waters, eine Repräsentantin aus Los Angeles, sagte bereits Anfang Februar, es sei ihr «grösstes Bedürfnis», Trump einem Impeachment zuzuführen. Zu jenem Zeitpunkt liebäugelten in einer Umfrage 40 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner mit einer Absetzung des umstrittenen Präsidenten.

Trump kann kaum abgesetzt werden.


Es ist nicht einfach, einen Präsidenten aus dem Amt zu hieven. Die amerikanische Verfassung sieht bei ihm oder dem Vizepräsidenten eine Entmachtung vor, falls sie sich «Verrat, Bestechung oder andere hohe Verbrechen und Vergehen» zuschulden kommen lassen.

Zweite Stufe ist schwieriger

Das Absetzungsverfahren hat zwei Stufen: Zuerst muss das Repräsentantenhaus mit einfacher Mehrheit sogenannte «Impeachment-Artikel» gutheissen. Die grosse Kongresskammer fungiert wie eine staatsanwaltliche Instanz und verfertigt die Anklageschrift. Die zweite Stufe ist schwieriger: Jetzt muss der Senat über die Anklage zu Gericht sitzen. Für eine Verurteilung und Absetzung des Amtsträgers braucht es eine Zweidrittelmehrheit der hundert Senatsmitglieder.
In der US-Geschichte ist es noch nie gelungen, diese Hürde zu überspringen. Der Demokrat Andrew Johnson wurde 1868 zwar «impeached» – angeklagt –, doch im Senat fehlte für eine Verurteilung eine Stimme. Auch gegen den demokratischen Präsidenten Bill Clinton kam 1998 die Anklage zustande, er habe unter Eid gelogen und die Justiz behindert. Der Senat weigerte sich dann aber, Clinton zu verurteilen.

Nixon kam dem Impeachment zuvor

Historiker sind sich einig, dass einzig bei Richard Nixon im Zusammenhang mit dem Watergate-Skandal ein Impeachment wohl erfolgreich gewesen wäre. Doch der Republikaner kam dem Absetzungsverfahren zuvor, indem er 1974 als bisher einziger Präsident zurücktrat.
Bei Donald Trump würde das Repräsentantenhaus am ehesten Anklagepunkte im Bereich der Kontakte zu Russland und der Interessenkonflikte finden, glaubt Allan Lichtman. Der an der American University in Washington lehrende Historiker hat letzten Herbst den Sieg Trumps vorausgesagt. Wie er in einem für April vorgesehenen Buch begründen will, glaubt er fest an ein Impeachment. Offen sei nur die Frage, wann.

Es kommt auf die Republikaner an

Ins gleiche Horn bläst auch die britische Historikerin Angelia Wilson von der Universität Manchester. Gegen Trump werde «mit hoher Wahrscheinlichkeit» innert 18 Monaten ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet, sagte sie dem «Independent». Andere Forscher, so Darrell West von der Brookings-Institution, halten solche Voraussagen jedoch für verfrüht.
Damit ein Impeachment überhaupt denkbar wird, müssen sich erst die über beide Kongresskammern herrschenden Republikaner von Trump lossagen. Bislang ist von einer breiten Distanznahme nichts zu spüren. Manche Gegner Trumps hoffen, dass sich dies ändert. «Bis in drei oder vier Monaten werden viele Republikaner mit ihm brechen», glaubt zum Beispiel der Minderheitsführer im Senat, der Demokrat Chuck Schumer. «Und das ist die Rettung der USA.»

KOMMENTAR: Wer die Medienlandschaft genauer verfolgt, stellt tatsächlich fest. In Europa versuchen zahlreiche Medien, Trump tagtäglich zu demontieren. es geht nicht um die tatsächlichen Fehltritte des neuen Präsidenten. Es geht um ein konstantes Sperrfeuer gegen alles was Trump sagt oder anordnet. So wie an der Fasnacht üblich ist, missliebige Politker unter der Gürtellinie zu kritisieren, ist in Medienkommentaren eine geballte Ladung von Hasskommentaren gegenüber dem neuen  Präsidenten der Vereinigten Staaten zu verspüren. Wenn Journalisten einseitig und mit Scheuklappen zur Feder greifen, ist dies nicht der richtige Weg. Trump kann über das Gericht und das Parlament
korrigiert werden. Aber ohne gravierende Fehltritte bleibt er bis zur nächsen Wahl im Amt.
Die berechtigte Kritik an Trump, er sei egozentrisch, könnte man heute auch vielen Schreiberlingen vorwerfen, die nur noch ihr Wunschdenken ins Zentrum rücken und die Sicht der Dinge rund um Trump nur noch mit ihrem Röhrenblick betrachten.