Dienstag, 27. Dezember 2016

George Michael sang auch Last Christmas

Im Alter von 53 Jahren ist George Michael 

am Weihnachtstag verstorben.

Auf den letzten Fotos wirkt der Sänger ausgelaugt.

Er war schon länger gesundheitlich angeschlagen. 

Einmal ist er an einer Lungenentzündung beinahe gestorben.

Dann  hatte er einmal einen schweren Autounfall.

Ferner litt er jahrelang an seinen Drogenproblemen

Bildstrecke im Grossformat »
 
Er war einer der bekanntesten Pop Stars:

Bildergebnis für George Michael 

Wer kennt nicht sein Gesicht aus dem
Weihnachtshit: LAST CHRISTMAS:  

George Michael †: „Last Christmas“ – Nervtötend, aber ein ... - Die Welt

https://www.welt.de › Kultur
vor 5 Stunden - Mit „Last Christmas“ wird George Michael († 53) ewig in Erinnerung bleiben. Bei dem Lied hat die Musiklegende viel richtig gemacht.
Die Single Last Christmas von Wham! zu diesem Musikvideo erschien 1984 bei Sony Music - und hier ...

 Last Christmas: Der Ausnahme-Weihnachtssong

Seinen Evergreen-Status hat dieser Hit nicht zuletzt auch wegen der einfachen Genialität des Textes: Die Erinnerung an die letzten Weihnachten und die Antizipation der kommenden Weihnachten, die Hoffnung, dass diese besser werden - dieser emotionale Kreislauf funktioniert jedes Jahr und potentiell für Jeden, egal in welcher Weise einem das Herz gebrochen wurde im Vorjahr.



Wham! in Saas Fee
Die Wahrheit über den Dreh von «Last Christmas»

Videovon Christian Thumshirn und Ruth Spitzenpfeil
Mit «Last Christmas» ist Wham! zu Weihnachten Dauergast in den Charts. Kaum einer weiss, dass der Schmachtstreifen im Wallis gedreht wurde. Eine Spurensuche im Video.
An die Spitze der Charts haben sie es nie geschafft. Da stand dem britischen Pop-Duo Wham! im Dezember 1984 die Band Aid mit «Do they know it's Christmas?» im Weg. Doch während Bob Geldofs Afrikahilfe-Song zeitweise in Vergessenheit geriet, stürmt «Last Christmas» seither zuverlässig immer im Dezember in die obersten Ränge der britischen und vor allem der deutschen Hitlisten.
Die Adlerhorst-Suite im Hotel Ferienart in Saas Fee. Hier wohnte George Michael während des Videodrehs. (Bild: NZZ Videostill)

Die Adlerhorst-Suite im Hotel Ferienart in Saas Fee. Hier wohnte George Michael während des Videodrehs. (Bild: NZZ Videostill)

Auch 32 Jahre nach der Videoproduktion kann man sich im Walliser Bergdorf noch gut an die Pop-Truppe erinnern, die damals aus London in Saas Fee hereinschneite. Wir haben nicht nur die Drehorte ge- und besucht, sondern wollten vor allem auch wissen, welchen Eindruck die Pop-Gruppe damals im Dorf hinterlassen hat.

Wer kauft diese Raumkatze?

Ein Traum-JAGUAR wird versteigert


Jaguar XK 120 C von 1953 - versteigert von Bonhams 
am 13. Mai 2016 für 7'986'888 Franken.

Montag, 26. Dezember 2016

Nichts trifft Provokateure mehr, als wenn niemand über die Provokation spricht


Der "Meccano" der Provokateure  ist einfach:

Provozieren schafft Medienpräsenz!

Und bekanntlich ist Medienpräsenz Gold wert.
Bildergebnis für provozieren 

Nichts ist für Provokateure frustrierender, als nicht beachtet zu werden.

Der Regisseur eines Bühnenstückes, der auf der Bühne die Grenze des guten Geschmacks überschreitet, wäre enttäuscht, wenn kein Schrei der Empörung zu vernehmen wäre. Autoren, Künstler, Politiker, die provozieren, sind froh , wenn man von Ihnen spricht, auch im negativen Sinn.

Für jeden Filmemacher sind  Demonstrationen gegen sein Werk willkommen. Denn: Proteste und Kritik werden zur Gratiswerbung. Man spricht in der Oeffentlichkeit vom missliebigen Film,  vom umstrittenen Bühnenstück.

Der Mechanismus ist einfach: Die Provokation wird in den Medien wiederholt, wenngleich unter negativem Vorzeichen. Wie heisst es denn so schön:  Bist du nicht in den Medien, existierst du nicht.

Weil bei Kommunikationsprozessen das Negative ausgeklammert wird, bekommt  der Provokateur - dank des Protestes - eine willkommene Gratiswerbung.

Beim Schäfchenplakat der SVP hatte ich damals der Tagesschau vorgerechnet, mit welch enormen Summen   die SVP von den Gegnern unterstützt worden ist, weil das Plakat in Leserbriefen und kritischen Artikeln zusätzlich gratis abgebildet wurde. Weil Bilder nachhaltiger wirken als Worte, verhalfen  die Gegner mit der Abbildung des umstrittenen Plakates der SVP  zu einer zusätzlichen Gratispublikation.

Wer die Preise kennt, die eine Zeitung nur schon für ein kleines Inserat verlangt, weiss, wie wertvoll die zusätzliche Verbreitung eines provozierenden Bildes ist.

Jede Art der Wiederholung einer provokativen Aussage hilft dem Provokateur.

Provokationen werden von den Medien in der Regel gerne aufgenommen. Ausserwöhnliche Geschichten sind medientauglich. Sie sind interessant für die Oeffentlichkeit. Die Medien sehen sich zudem verpflichtet, die Provokation und die Kritik zu erwähnen, zu kommentieren. Sie können Protestschreiben nicht einfach ignorieren.

Um höchstes Aufsehen zu erregen,  sind deshalb  Provokationen eine bevorzugte Strategie. Die AfD versteht diese Strategie ebenfalls sehr gut. Ich zitiere aus ihrem Strategiepapier «Um sich medial Gehör zu verschaffen, sind pointierte, teilweise provokante Aussagen unerlässlich. Sie erst räumen uns die notwendige Aufmerksamkeit und das mediale Zeitfenster ein, um uns in Folge sachkundig und ausführlicher darzustellen. Oder um es mit Konrad Adenauer zu sagen: ‹Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen.›» wir erfahren ferner : «Sorgfältig geplante Provokationen» sollen auch dazu dienen, andere Parteien zu nervösen und unfairen Reaktionen zu verleiten.

Donald Trump verstand es übrigens auch sehr gut, das Spiel der Provokationen zu spielen. Mit seinen Tabubrüchen erreichte er grosse Aufmerksamkeit. Es gelang ihm ebenfalls, die Empörung der politischen Gegner für die eigene Zwecke zu nutzen. Je mehr eine Partei stigmatisiert wird, desto positiver entwickelte sich dies das für das Profil dieser Partei». Provokateure locken den Gegner auf ein Terrain, auf dem sie sich rhetorische Vorteile verschaffen können.  Provokationen sind schon deswegen raffiniert, weil der Gegner gezwungen wird, sich im Rahmen des Provokateurs zu bewegen. (Ich erinnere an das "Framing" beim Neurolingistischen programmieren).  Wer eine Behauptung wiederholt, auch nur, um sie zu negieren,  bestätigt damit im Grunde genommen diese Aussage.

Provokationen sollten deshalb auf keinen Fall weiterverbreitet oder  wiederholt werden.

Ich weiss, den Medien sind  die Hände gebunden, weil sie Provokationen nicht einfach zensurieren dürfen.

Dennoch wäre es besser, Provokationen zu ignorieren. Auf keinen Fall sollten wir aus spontaner Empörung reagieren.  Es besteht die Gefahr der Uerberreaktion.  Ich zitiere aus einem guten Kommentar des Tagesanzeigers zur Provokation der AfD, weil Anhänger der Partei nach dem Anschlag in Berlin geschrieben hatten: "Das sind Merkels Tote".  Jemand darauf konterte mit dem Satz: "Das sind nicht Merkels Tote!" Der Kritiker war sich wohl nicht bewusst, dass er mit der Wiederholung *Merkels Tote" den öffentlichen Eindruck festigte, die Toten wären der Politik Merkels  zuzuschreiben. Ich zitiere aus einem Tagikommentar:

«Im deutschen Presserecht gibt es keinen Absatz, der vorschreibt, über jedes Stöckchen zu springen, das die AfD hinhält.»

Dieser Satz gilt nicht nur für die AfD. Er gilt für jeden Provokateur, der  dazu verleitet, über sein Stöckchen zu springen.

Fazit:  Parteien jeglichen Couleurs haben erkannt, dass sich Provokationen bewähren. Es ist möglich, sich mit wenig Aufwand Gehör zu verschaffen,  weil man  damit rechnen kann, dass der Gegner auf den Leim kriecht und die Provokation wiederholt.

Die Medien sind deshalb gefordert, bei solchen Aktionen ruhig Blut zu bewahren und selbst nicht das Spiel der Wiederholung mit zu spielen.

 LINK:

Provokationen – was tun? von Marcus Knill Thema Provokation ...

documentslide.com › Documents
05.04.2015 - Gerne, aber lassen Sie mich vorher noch kurz den Gedanken fertig machen. Nein. Thema Provokation Strategien Zusammenfassung Fragen ...


Sonntag, 25. Dezember 2016

Alle Jahre wieder

Die obligaten Filme:
Dieser Link öffnet das Video in einem neuen Fenster.: Video «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» abspielen Video «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» abspielen

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

87 min, aus Film vom 24.12.2016


Video «Sissi» abspielen

Sissi

105 min, aus Film vom 22.12.2016

Samstag, 24. Dezember 2016

Heiligabend

Krippe aus Süd - Tirol

Bildergebnis für böhmische weihnachtskrippe


 
 
Bildergebnis für böhmische weihnachtskrippe
 

WEIHNACHTEN

Eines der schönsten Gedichte lässt Weihnachtsstimmung aufkommen:

Weihnachten - von Joseph von Eichendorff - YouTube




https://www.youtube.com/watch?v=bjjPwQStWfc
22.12.2013 - Hochgeladen von Wolfs Schlucht
Weihnachten - von Joseph von Eichendorff Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes ...
Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh' ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins weite Feld,
Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt's wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!



Bildergebnis für markt und strassen stehn verlassen still erleuchtet jedes haus sinnend

(1788 - 1857), deutscher Dichter, Novellist und Dramatiker


Markt und Straßen stehn verlassen - YouTube




https://www.youtube.com/watch?v=AlWTo6hJN1Y
01.12.2014 - Hochgeladen von Werner Hörle
Essener Domsingknaben Markt und Straßen steh'n verlassen … Leitung: Domkapellmeister Georg ...

Markt und Straßen, Weihnachtsgedicht - YouTube




https://www.youtube.com/watch?v=X0uzzXlNvGc
22.12.2008 - Hochgeladen von Franz Obendorfer
Weihnachten von Joseph von Eichendorf Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes ...

Merkels Beschönigungen sind kontraproduktiv

Nach der Tötung des mutmasslichen Täters in Berlin mit 12 Toten und 50 Verletzten lobt Merkel die gute internationale Zusammenarbeit.

Dabei zeigt sich heute:

- die Koordination im Schengen Raum funktioniert nicht. Kriminelle Taten von Asylanten wurden nicht weitergeleitet.

 - Die Ausschaffung krimineller Migranten funktioniert nicht.


-  Die Verantworltichen weisen darauf hin, dass die registrierten zahlreichen Gefährder nicht überwacht werden könnten. Pro Person bräuchte es zehn Ueberwacher.
Da sei heute der Staat überfordert.
Dass die Willkommkultur mit beigetragen hat, dass die Anzahl so hoch ist, kann aber niemand bestreiten.

- Merkel geht mit keinem Wort auf die Unzulänglichkeiten ein, die beim jüngsten Fall nachgewiesen werden können.
Sie sagt nur, der jüngste Vorfall werfe Fragen auf.
Wo Veränderungen notwenig sind, würde dies  zügig vorangetrieben.
Weshalb die Anpassungen (beispielsweise bei den Ausschaffungspannen) nicht schon vorher angepackt worden sind, wird recht plump übertüncht.

Meine Prognose: Merkel muss mit einem eisigen Gegenwind rechnen, der ihr vor den nächsten Wahlen heftig ins Gesicht blasen wird.

Zu den Pannen:

Bei der Suche nach dem Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gab es eine Panne. Nach rbb-Informationen konnten die Berliner Ermittler am Mittwoch geplante Hausdurchsuchungen nicht durchführen, weil die nötigen Gerichts-Beschlüsse fehlten.

Aus NZZ:

NUN BEGINNT DIE DEBATTE DER UNTERLASSUNGSSUENDEN DER DEUTSCHEN
TERRORBEKAEMPFUNG

Nun ist eingetreten, was die Regierung in Berlin insgeheim befürchtete, worüber zu sprechen sie sich aber lange weigerte: dass sich die latente Gefahr eines Attentats mit vielen Opfern in blutige Wirklichkeit verwandelt; dass Terroristen dort zuschlagen, wo offene Gesellschaften am verletzlichsten sind, im Herzen ihrer Städte. Keine Panikmache, keine unnötige Verunsicherung lautete bisher die Devise einer Politik, die den Anspruch auf Besonnenheit erhob, aber stets auch den Keim der Realitätsverleugnung in sich trug. So fiel es Innenminister Thomas de Maizière noch am Montagabend sichtlich schwer, das Wort Anschlag überhaupt in den Mund zu nehmen, so, als könne nicht sein, was nicht sein dürfe.

Angela Merkel während des Trauergottesdienstes in der Gedächtniskirche in Berlin. (Bild: Hannibal Hanschke / Keystone )


Aber alle Besonnenheit wird nicht helfen. Die Schreckensszenen auf dem Breitscheidplatz mit ihrem mutmasslich islamistischen Hintergrund werden unweigerlich durch das Prisma der deutschen Flüchtlingspolitik gesehen. Die Regierung muss die Frage beantworten, ob sie mit ihrer unbedachten Grenzöffnung im Herbst 2015 die Sicherheit des Landes gefährdet hat.

Immer jünger und radikaler

Natürlich ist der Vorwurf in mancher Hinsicht ungerecht und polemisch, weil sich Deutschland bereits seit der Jahrtausendwende im Fadenkreuz des islamistischen Terrorismus befindet. Die Attentate des 11. September 2001 wurden in Hamburg vorbereitet, wenig später richteten sich die ersten Anschlagspläne auch gegen Deutschland selbst. Sie konnten durch unermüdliche Fahndungsarbeit und viel Glück meist vereitelt werden.
Als dann die Zahl der jungen Männer und Frauen, die in den Jihad zogen, immer grösser wurde, war jedoch alsbald klar, dass sich die anschwellende Gruppe fanatisierter und ausgebildeter Gewalttäter nicht immer beherrschen lassen würde. Die Bundeswehr beteiligt sich ferner am Abwehrkampf gegen den Terrorismus in Afghanistan und in geringem Umfang auch im Nahen Osten und in Afrika. Deutschland steht als europäische Führungsmacht und wichtiges Nato-Mitglied weit oben auf der Liste potenzieller Ziele. Diese Bedrohung existiert seit Jahren, unabhängig von der forcierten «Willkommenskultur».
Genauso offenkundig ist aber, dass der Zustrom an kaum überprüften Migranten aus dem Nahen Osten und Südasien, von Syrien bis Afghanistan, grosse Risiken birgt. In diesen Tagen machte noch einmal ein gewöhnliches Gewaltverbrechen deutlich, in welch dramatischer Weise die Behörden in allen EU-Ländern den Überblick über die Wanderungsbewegungen verloren haben. Der Vergewaltiger und Mörder einer Studentin in Freiburg im Breisgau, ein angeblich minderjähriger Afghane, war bereits in Griechenland inhaftiert, kam dann aber vorzeitig gegen Auflagen frei und verschwand wie Tausende andere vom Radar der Strafverfolger. Doch nichts zersetzt das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit ihres Gemeinwesens nachhaltiger als staatlicher Kontrollverlust.

Mit Messer, Axt und Bombe

Polizeibehörden und Nachrichtendienste beunruhigten zum einen die Einzeltäter, die in diesem Jahr mit Axt, Messer oder selbstgebasteltem Sprengsatz auf ihre Mitmenschen losgingen. Dem «Islamischen Staat» gelingt es, entwurzelte Migranten, in der Bundesrepublik aufgewachsene junge Muslime und Konvertiten über die sozialen Netzwerke anzusprechen, aufzuhetzen und bei der Vorbereitung ihrer Taten anzuleiten. Die Täter werden immer jünger und immer radikaler. Vor kurzem versuchte ein Zwölfjähriger, eine mit Nägeln gespickte Bombe auf dem Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen zu zünden. Eine ganze Generation junger Muslime droht Opfer einer menschenverachtenden Ideologie zu werden.
Genauso zu denken gab den Diensten aber auch eine in Norddeutschland ausgehobene Schläfer-Zelle junger Islamisten, die der IS in Syrien angeworben und nach Deutschland geschickt hatte. Die Terrororganisation machte sich wie bei den Attentaten in Paris vor Jahresfrist zunutze, dass sie im Strom der Flüchtlinge unerkannt eigene Rekruten in die Zielländer schleusen kann. Man vertraut also nicht nur auf zufällige Kontakte zu radikalisierten Jugendlichen, sondern versucht, wie in Belgien militante Netzwerke aufzubauen.
Seine Doppelnatur – die Fähigkeit, wirre Einzeltäter an sich zu binden, und gleichzeitig die professionelle Struktur – macht den «Islamischen Staat» besonders gefährlich. 
In seiner Propaganda gibt er regelrecht Tipps für Attacken, etwa mit Lastwagen wie in Nizza, und er nutzt die Massenmigration für politische Zwecke. In Europa soll Verunsicherung geschürt und der Kulturkampf zwischen Orient und Okzident provoziert werden.

Politische Abwehrreflexe

Die Bundesregierung und mit ihr anfangs die Mehrheit der Medien spielten die Sicherheitsrisiken so lange als möglich herunter, um den Gegnern der Flüchtlingspolitik keine Munition zu liefern. Die Chefs der Bundespolizei und des Bundesverfassungsschutzes, die zu den hartnäckigsten Kritikern der Grenzöffnung zählten, standen kurz vor der Entlassung. Monatelang erklärte es besonders der staatliche Rundfunk geradezu zur Bürgerpflicht, für ein «weltoffenes» Deutschland einzutreten. Wer Zweifel äusserte, sah sich schnell in die rechte Ecke gestellt.
In diese Abwehrhaltung mischt sich aber auch das in Deutschland traditionell grassierende Misstrauen gegen die Geheimdienste, in denen man zuallererst die potenziellen Gefährder der Freiheit, nicht aber die Garanten der Sicherheit sieht. Merkels Kanzleramt hält seit je ostentativ Distanz zu den Nachrichtendiensten, obwohl es für die Aufsicht über diese zuständig ist.
Das Thema innere Sicherheit wird die Zeit bis zur Wahl 2017 bestimmen. Grösser war der Druck auf Merkel nie.
Der Bundestag wiederum vergeudete nach Snowdens Enthüllungen viel Zeit mit einem Untersuchungsausschuss zu den Abhörpraktiken der NSA, in dem mangels amerikanischer Kooperation nur Interna der deutschen Dienste breitgetreten wurden. Dabei verdanken diese ihre Erkenntnisse gerade der Zusammenarbeit mit den Amerikanern, von denen auch die Hinweise auf die Schläfer-Zelle in Norddeutschland stammten. Ohne die Überwachung der globalen Kommunikation durch die NSA wären die Europäer ziemlich blind. Zudem wurden den deutschen Diensten die Anwerbung von Informanten, die Befragung von Flüchtlingen und die Abhörtätigkeit im Ausland erschwert – mit einem Wort: Sicherheitsverhinderungspolitik.




Nach dem Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt im Herzen von Berlin zeigt sich die Bevölkerung fassungslos und geschockt. Das Bundesinnenministerium hat für Dienstag eine bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet. 

Grenzen der Belastbarkeit


Nur zögerlich, vor allem wegen der insistierenden Schwesterpartei CSU und des bedrohlich wachsenden Zuspruchs für die Rechtspopulisten von der AfD, erkannte Angela Merkel an, dass Deutschland seine Asylgesetze verschärfen muss. Einerseits, um die verloren gegangene Kontrolle zurückzugewinnen, anderseits aber auch, um der ratlosen Bevölkerung zu signalisieren, dass es Grenzen der Belastbarkeit gibt. Hier ist in den letzten Monaten einiges geschehen. Merkel mühte sich sichtlich um Kurskorrekturen.
Aber genügt dies, zumal nach dem Blutbad von Berlin? Das Thema innere Sicherheit in allen seinen Facetten wird die Debatte bis zur Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres bestimmen. Grösser war der Druck auf die Kanzlerin nie, selbst in der Hochphase der Euro-Krise nicht.
Seit Jahren heisst es in deutschen Sicherheitskreisen, erst ein grosser Anschlag werde der Öffentlichkeit die Augen öffnen, dann aber gebe es angesichts des deutschen Hangs zur Gründlichkeit kein Halten mehr. Man kann nur hoffen, dass in der Mitte der Gesellschaft Augenmass die Oberhand behält. Die AfD allerdings spricht bereits von «Merkels Toten», und dies ist wohl nur der Anfang. Dass extreme Kräfte den Anschlag für sich auszuschlachten versuchen, kann jedoch kein Grund dafür sein, keine Konsequenzen aus den politischen Fehlern der jüngsten Vergangenheit zu ziehen.