Freitag, 23. September 2016
Das Dilemma
Das Volk hat die Bilateralen und die Masseneinwanderungsinitiative gutgeheissen.
Wenn nun das Parlament den Verfassungsauftrag mit der MEI nicht erfüllen will, mit der Begründung, die Bilateralen dürften nicht gefährdet werden, verharrt die Schweiz in einem Dilemma.
Bilaterale oder MEI: Was ist nun wichtiger?
Beides wurde von souverän gutgeheissen.
Die hitzige Debatte im Nationalrat hat gezeigt, dass beide Seiten mit Voraussetzungen argumentieren:
Die SVP findet, der Verfassungsauftrag sei nach dem Volkswillen durchzusetzen. Juncker habe geantwortet, wenn die Schweiz die MEI in Kraft setze, sei es nicht gesagt, dass die Bilateralen gekündigt würden. Der Kernauftrag mit Kontingenten und einem klaren Inländervorrang dürfe nicht einfach ausgeklammert werden.
Die Anhänger des jüngsten Vorschlages, dem der MEI die Zähne gezogen wurden, argumentieren: Mit dem neuen Vorschlag (Flury) wäre die MEI eurokompatibel und die Bilateralen würden damit nicht gefährdet.
KOMMENTAR: Nach meinem Dafürhalten dürfte der Volkswille nicht in zentralen Punkten völlig ignoriert werden - auch bei einem Kompromiss nicht.
Das letzte Wort ist sicherlich noch nicht gesprochen. Die MEI wird Politik und Souverän noch lange beschäftigen. Nach meinem Dafürhalten dürfte die Schweiz vor den Druckversuchen der EU nicht kuschen. Ich gehe davon aus, dass die EU kein Interesse hat, die Bilateralen zu kündigen.
Denn alle Staaten profitieren ebenfalls von den Abkommen mit der Schweiz.
Wie zu erwarten war, wurde im Nationalrat die Version Light
der MEI gutgeheissen. Der Schulterschluss gegen die SVP hatte Erfolg. Nun ist der Ständerat am Zug.
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marcus knill
um
17:39
Mittwoch, 21. September 2016
Angela Merkel gesteht erstmals Fehler ein
Die Ueberraschung
Erstmals zeigt die deutsche Bundeskanzlerin Demut, nutzt Mea culpa und entschuldigt sich elf Minuten lang für ihre Versäumnisse bei der Flüchtllingsolitik nach den verschiedenen Wahldebakel.
Bislang zeigte sich Angela Merkel nach jeder Kritik im Nachgang zur Aussage "Wir schaffen das!"
stets starrköpfig.
Kein Wort eines Eingeständnisses. Anstatt ihre Fehler der Willkommkultur zuzugestehen, korrigierte sie nur klammheimlich und in kleinen Schritten ihren Kurs, so dass man es kaum merkte, dass gewisse Verschärfungen eingeführt worden sind.
Wenn Staatsmänner etwas Falsches angeordnet haben, ist es nie üblich, dass sie nachträglich Einsicht zeigen.
Bush hat sich nie für den Irakkrieg entschuldigt und Putin gab den Fehler nach den Zerrüttungen in der Ukraine nie zu, die er verschuldet hatte.
So gesehen ist das Mea culpa Merkels etwas ganz Besonderes.
Machtfreu Merkel wäre aber nicht Machtfrau Merkel, wenn sie ihr Verhalten nur dann ändert, wenn ihre Machtposition gefährdet ist.
Für die Erhaltung der Macht ist ihr nichts zu teuer.
Sie hatte erkannt, dass ihre Wahl gefährdet ist, wenn sie die Aengste der Bevölkerung nicht ernst nimmt und stur den Satz "Wir schaffen das!" noch weiterhin wiederholen würde. Der Satz lautet derzeit bekanntlich: "Wir schafften das nicht!"
Die jüngste offentliche Einsicht ist für Merkel jedoch clevere Berechnung. Die überraschende Entschuldigung kommt einem Ablasshandel gleich. Sie handelt sich die Chance ein, nochmals als Kanzlerin gewählt zu werden. Ohne diesen Befreiungsschlag hätte sie nicht mehr mit einer Nichtwahl rechnen können.
Das Verhalten bestätigt meine Analyse der Körpersprache Merkels. Vor Jahren kam ich zum Schluss:
Diese Frau macht alles für die Erhaltung ihrer Macht.
LINK:
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Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich: Kopf an Kopf - Politikerporträts,
31.10.2008 - 22.02.2009 "Kopf an Kopf - Politikerporträts" zeigt auf, welcher ...
www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html
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marcus knill
um
15:52
Dienstag, 20. September 2016
Montag, 19. September 2016
Sonntag, 18. September 2016
Die rote Linie der FDP bei der Durchsetzung der MEI
Petras Gössi antwortete auf die Frage:
Wäre die Schweiz ein harter Verhandlungspartner, der Europa stets eindeutig klar macht, welche zahlreichen Nachteile eine allfällige Kündigung der bilateralen Verträge für die europäischen Staaten nach sich ziehen würden, hätte Brüssel längst erkannt, dass es der Schweiz ernst ist mit der Durchsetzung von Volksentscheiden,
Notiert von
marcus knill
um
18:32
Leser machen sich Sorge um den Bundespräsidenten
Am Dienstag wirkte Bundespräsident
Schneider-Ammann im Ständerat müde, unkonzentriert, amtsmüde.
Er sprach im Ständerat häppchenweise mit Aussetzern und ellenlangen Pausen.
Er wirkte abwesend, als führe er einen Dialog mit seinem Notizblock.
Der wirre Auftritt irritierte.
Angenommen - er war übermüdet. So hätte so nicht vors Publikum treten dürfen.
Wenn ein Politiker nicht einige Minuten voll konzentriert und präsent sprechen kann, soll er sich krank melden, den Auftritt delegieren oder verschieben.
Diese Präsentation ist aus meiner Sicht ein No-Go.
Aus BLICK-online:
Sorge um Johann Schneider-Ammann nach zerstreutem Auftritt. Von Müdigkeit gezeichnet: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann am Dienstagmorgen im Ständerat.
KOMMENTAR:
Die billige Beschönigung des FDP-Fraktionspräsidenten verschlimmert aus meiner Sicht die Situation nur noch.
Jede Führungspersönlickeit arbeitet viel und ist ab und zu müde.
Doch darf er sich von dieser Müdigkeit nicht übermannen lassen.
Sorry: Einen derartigen wirren Auftritt haben wir noch nie gesehen.
So etwas dürfte es einfach nicht geben!
«Er ist einfach müde wie jeder Mensch müde ist, wenn man zu viel macht»: FDP-Fraktionspräsident Ignazio Cassis über Johann Schneider-Ammann.
NACHTRAG:
Erst in der Sonntagspresse erscheint nun ein Beitrag, der den wirren Auftritt von Schneider - Ammann rechtfertigt, mit dem Hinweis auf eine angeblich gebrochene Rippe, die den Bundespräsidenten beim Reden beeinträchtigt haben soll.
Da kann man nur sagen: Wie bei Hillary Clinten dürfen Rechtfertigungen oder wichtige Begrüundungen nicht erst im Nachhinein publiziert werden. Der Politiker muss allfällige krankheitsbedingte Beeinträchtigungen sofort transparent machen. Wichtige Fakten zu verheimlichen oder zu verschweigen sind immer ein gravierender Kommunikationsfehler.
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marcus knill
um
00:27