Samstag, 23. April 2016

Der "Mozart" des Pop ist tot

Bild für das Nachrichtenergebnis
Jetzt ist Prince tot. ... Leider ist das Original auf Youtube nicht zu finden, deshalb hier ein ...

Ich zitiere TAGI:

Rätseln und Gerüchte: Warum starb Prince?

Die Polizei schliesst Fremdeinwirkung 
nicht aus. 
 Eine Promi-Website will von einer 
 Überdosis-Behandlung
 von letzter Woche wissen. Mehr...

Freitag, 22. April 2016

VERSCHWENDEN vs. SPAREN

Geiz ist nicht immer geil  
Die Sparwut kann auch kontraproduktiv sein.

Sparen ist eine Kunstform: Sie verlangt Einfallsreichtum, Durchsetzungskraft und Grausamkeit. Nur wenige Menschen erreichen darin höchste Meisterschaft, wie etwa der verstorbene Aldi-Gründer Karl Albrecht (18 Milliarden Euro Vermögen), der immer als Erstes das Licht löschte, wenn er einen Raum betrat.
So weit ist der Kanton Zürich (noch) nicht. Auch wenn die gerade beschlossenen Sparmassnahmen viele schmerzen; es könnte noch viel härter kommen. Das zeigt folgende Übersicht über Spitzenleistungen im Sparen.
Ich zitiere Tagi-online:

Quetschen über den Wolken
 
Unter den Fluggesellschaften gilt die irische Ryanair (auch der «Walmart der Lüfte» genannt) als Königin des Sparens, nur mit dem absoluten Geizgehör drückt man die Preise auf 15 Franken pro Flug. Ryanair-Chef Michael O’Leary verkündet seine Sparvisionen gerne öffentlich. Da in der Luft jedes Gramm zählt, verringert Ryanair Gewicht, wo es nur geht. 
 Bildergebnis für Jedes Gramm zählt
Das Bord-Magazin besteht aus dünnem Papier, in die Getränke kommt kaum Eis, Flight-Attendants werden belohnt, wenn sie abnehmen. Dicke Passagiere sollen im Gegensatz einen Aufpreis bezahlen müssen («fat tax»). Ryanair prüft zudem, zwei von drei Toiletten pro Flugzeug zu entfernen, für die Benutzung der letzten muss man bezahlen. Co-Piloten bezeichnete O’Leary als überflüssig, und die Passagiere sollen alle ihre Koffer selber verladen. Der grösste Traum des CEO wäre aber, alle Sitze herauszureissen und die Passagiere aufrecht ins Flugzeug zu reihen – was die Kapazität locker verdoppeln würde. Um nicht umzukippen, könnten sich die Stehflieger an Stangen halten und mit Riemen anschnallen. (bat)
 
Es hätte sich gelohnt
 
Die Quaibrücke ist das engste Nadelöhr des Zürcher Trambetriebs. Fünf Linien zwängen sich dort durch und stauen sich hintereinander. Das ist schon sehr, sehr lange so, und ein Ende ist nicht abzusehen. Denn die Brücke hat nur zwei Tramgleise, als ob es sich um eine x-beliebige Strecke handelte. Vor etwa 30 Jahren wollte die Stadt die Not mit einem dritten Tramgleis lindern. Doch der Gemeinderat wollte sparen und lehnte das Projekt ab. Es war ein Akt der Kurzsichtigkeit, der den Akteuren das Gefühl vermittelte, sie seien kluge Finanzpolitiker. Doch haben sie letztlich nur 30 Jahre Verzweiflung bei unzähligen Trampassagieren erzeugt und ein Vielfaches von Ausgaben, denn eines Tages muss das dritte oder vierte Gleis auf der Quaibrücke kommen. Und dieses wird dann sehr, sehr viel teurer werden als das damals abgelehnte. (jr)
 
Verdünnung des WC-Papiers

Bildergebnis für Sparwut
 
Viele Firmen setzen beim Sparen auf die Räppler-Methode in der Hoffnung, viele Minikürzungen zu einem Gewinn anzuhäufen. Zum gängigen Repertoire gehören das Streichen von Mitarbeiteranlässen und Firmenfesten, das Erhöhen der Kaffeepreise, das Schliessen der Kantine, Einschränkungen beim Kopieren und Drucken sowie die Verknappung von Büromaterial. Fortgeschrittenere Firmen befehlen ihren Angestellten, Skype zu nutzen statt der normalen Telefone. In die düsteren Toiletten hängen sie «Dunkel ist sexy»-Schilder, was dazu passt, dass die Räume nur noch zweimal pro Woche geputzt werden und das dünnste, billigste WC-Papier aufliegt. In manchen amerikanischen Firmen müssen Angestellte gar ihren Abfall eigenhändig zum Container tragen.
Das alles bewirkt laut Studien oft das Gegenteil. Denn das Personal fühlt sich schikaniert. Als Trotzreaktion stehlen Angestellte mehr Büromaterial, arbeiten weniger lange und lassen sich öfters krankschreiben. Das kostet Firmen deutlich mehr, als sie herausholen. (bat)
 
Schwarmsparen
 
Effizienter scheint es, auf den Geiz der Angestellten zu setzen. So fordert ein amerikanisches Spital seine Angestellten dazu auf, selber Kürzungen vorzuschlagen. Wird eine Empfehlung erfolgreich umgesetzt, werden die Angestellten am herausgesparten Gewinn beteiligt. Das Modell gilt als Grosserfolg. Man lerne: Menschen sparen gern, solange für sie etwas abfällt. (bat)


Rauchen gefährdet Ihr Budget
 Bildergebnis für rauchen gefährdet die gesundheit
Einige amerikanische Firmen stellen keine Raucher mehr an. Denn ein rauchender Mitarbeiter soll pro Jahr 3391 Dollar mehr kosten als ein abstinenter. Raucher machen mehr Pausen und müssen öfter zum Arzt. Wie sich Schokoladenkonsum auf die Produktivität auswirkt, ist noch nicht erforscht. (bat)
 
Lernen von den Grosseltern
 
Im Internet wimmelt es von Tricks, wie sich das Leben noch ein paar Rappen günstiger bewältigen lässt. Viele davon kannten schon unsere Grosseltern, was die Wirksamkeit solcher Klassiker aber überhaupt nicht beeinträchtigt:

Nur einmal duschen pro Woche, an den restlichen Tagen reicht die Katzenwäsche mit dem Waschlappen. Und statt Duschgel tuts auch Kernseife.

Die Zahl der WC-Besuche verringern (spart Wasser und Toilettenpapier).

• Bis das Wasser warm aus der Dusche kommt, dieses in einem Eimer auffangen und zum Blumengiessen oder Toilettenspülen brauchen. 

Wände rot oder orange streichen, das erhöht die gefühlte Zimmertemperatur. Dazu Vorhänge ziehen, die Läden hinunterdrehen und sich warm ankleiden – schon muss man kaum mehr heizen. 

Teebeutel mehrmals brauchen. 

Alte Handtücher oder Bettlaken zerschneiden, das gibt beste Putzlappen.

Zerrissene Damenstrümpfe als Kaffeefilter einsetzen.

Kaputte Filzstifte lassen sich mit einem kurzen Essigbad reparieren
.
Regenschirme mit Haarspray fixieren, so halten sie länger. (bat)
 
Übers Ziel hinaus
 
Gegen harte Sparforderungen wehrt man sich am besten, indem man ihre radikale Umsetzung androht. Diese Taktik wandte der Zürcher Regierungsrat 2003 an, als er skizzierte, was alles nötig sein werde, um die Wünsche der SVP zu erfüllen: das Opernhaus schliessen, Wirtschafts-, Drogen- und Gewaltdelikte nicht mehr verfolgen, die Gefängnisse leeren oder stark überbelegen, die Uni halbieren, die S-Bahn ab 20 Uhr einstellen, auf die Glatttalbahn verzichten, keine Strassen mehr bauen. Der Aufschrei war riesig, die folgenden Sparmassnahmen blieben bescheiden. (bat)
 
Zahlen fürs Bestraftwerden
 
Die Schwester des Sparens ist das Einkassieren. Weil dessen einfachste Variante, die Steuererhöhung, bei Sparparteien wenig Beliebtheit geniesst, hat der Kanton Zug einen anderen Weg gefunden: die Ausweitung des Verursacherprinzips im Polizeiwesen. Sprich: Wer einen Unfall baut, muss die Kosten für Sicherung und Verkehrsregelung selber übernehmen (falls beides länger als zwei Stunden dauert); auch das Ausstellen eines Strafzettels kann teuer werden. Den Betroffenen werden diese Gebühren ein besonderes Vergnügen bereiten: Man kriegt eine Busse und muss auch noch dafür bezahlen. (bat)
 
Eine Freude für Einbrecher
 
Auch in England kämpft die Polizei mit Geldproblemen. Wegen der Sparprogramme der Tory-Regierung hat sie in vier Jahren über ein Viertel ihres Budgets und 70 000 Beamte verloren. Das schlägt langsam aufs Angebot durch. So kündigte die oberste britische Polizistin letzten Sommer an, dass die Polizei bei Einbrüchen nicht mehr zwingend am Tatort vorbeikommen werde. Dafür habe man zu wenig Personal, und die Beweise könne man auch «auf andere Weise» sichern. Der Kanton Zug würde das Problem auf seine Art lösen: Dort besuchte die Polizei nur noch jene Diebstahlopfer, die dafür bezahlen. (bat)
 
Ein Vergnügen für Diebe
 
Immer mehr Supermärkte rationalisieren mit Selfscanning ihre Kassiererinnen weg. Ihren Kunden wollen sie dabei weismachen, dass sie durch das Übernehmen dieser Arbeit Zeit gewinnen. Mit Bargeld an der Kasse geht es aber deutlich schneller, zeigt eine Studie des Handelsinstituts EHI in Köln. Eine andere Studie der Universität Cambridge ergab überdies, dass im Schnitt jeder unehrliche Kunde mit Selfscanning 18 Euro im Monat einspart. Solche Ladendiebstähle erleichterten die britischen Einzelhändler um 2 Milliarden Euro im Jahr. So wird weder Zeit (Kunde) noch Geld (Händler) gespart, einzig die Arbeitsplätze der Kassiererinnen verschwinden. (roc)
 
Auch Schreiben kostet
 
Als Protest gegen Budgetkürzungen haben Kritiker im Internet einen «Austeritätsgenerator» gebaut, der neue Sparmassnahmen entwickelt. Zum Beispiel: Griechenland darf auf allen amtlichen Dokumenten keine Grossbuchstaben mehr verwenden. Das senkt den Tintenverbrauch. (bat)
(Tages-Anzeiger)

KOMMENTAR: Alles Extreme ist schlecht.
Schalten wir den gesunden Menschenverstand nicht aus!
Das gilt beim "Sich VORAUSGABEN (Verschwenden)" und beim SPAREN.  

Donnerstag, 21. April 2016

Business-Sprache kritisch hinterfragen!

Business-Sprache: Erst denken, dann reden

Ein Plädoyer wider die Sprache der Verantwortungslosigkeit im Unternehmensalltag





Eine Geschäftsfrau telefoniert: Viele Begriffe aus der Wirtschaftssprache sind leere Phrasen. Was steckt dahinter?
Eine Geschäftsfrau telefoniert: 
Viele Begriffe aus der Wirtschaftssprache sind leere Phrasen. 
Was steckt dahinter? 
"Vertrauen ist der Anfang von allem", so lautete einst der Slogan der Deutschen Bank. Heute verbinden wir mit dem Geldhaus den Missbrauch von Vertrauen: Mehr als 6.000 Prozesse weltweit in Sachen Geldwäsche, Steuerkriminalität, Zinsmanipulation. Strafzahlungen von 2,5 Milliarden Dollar an amerikanische und britische Behörden. Die Skandale erwuchsen aus einer Melange aus Fehleinschätzungen, Selbstoptimierung und Mitläufertum in den Führungsetagen. Ähnliche Mechanismen dürften beim Fälschen von Abgaswerten bei Volkswagen gegriffen haben. Bei den vielen Skandalen, die Siemens in den vergangenen Jahren erschütterten, war ebenfalls eine Kultur der Verantwortungslosigkeit am Werk, die Entscheidungen beeinflusste.
Auf welchem Boden die Kultur des Misstrauens und der Unverbindlichkeit gedeiht, zeigt sich an der Sprache, die wir in der Wirtschaft verwenden. Wir sind umgeben vom Bullshit inhaltsleerer Floskeln, geistlose Denglizismen beherrschen deutsche Unternehmensflure. Es wird "geleveraged", "Value geadded", "gestreamlined" und "gebrainstormed", was das Zeug hält. Der "Innovationsapproach", zu dem sich alle "zeitnah committen" mögen, soll wohl Professionalität suggerieren, ist im Kern aber nichts als heiße Luft.
Entlarvend für die Kultur der Verantwortungsdelegation ins Nirgendwo ist der gedankenlose Gebrauch des Passivs und Konjunktivs: "Man müsste einmal das Marktumfeld untersuchen …", "Die Preisstrategie im Drittgeschäft sollte angepasst werden." Wer jetzt? Was? Wie? "Man" und der Infinitiv als Synonym für: "Keiner ist verantwortlich." Die Bezeichnung von Veränderungsvorhaben mit dem Begriff "Change Management" spricht für sich: Substantive, kein Verb, kein Subjekt. Verantwortung für Veränderung wird an einen "Prozess" delegiert, der quasi von allein läuft. Kein Wunder, dass der Großteil der Veränderungen nicht zum Ziel führt.
Bei der Unternehmensleitung ist die Verzweiflung über die "Belegschaft" groß: "Wir brauchen mehr Flexibilität, mehr Eigenverantwortung", so das Mantra. Mit der Eigenverantwortung wollen wir es aber nicht übertreiben. Wir wollen nämlich keine "unkalkulierten Risiken" eingehen. Lassen Sie sich diese Worte auf der Zunge zergehen: Unternehmertum ohne Gefahren bitte schön! Die Führungskräfte verwenden viel Zeit darauf, wie sie die "Mannschaft ins Boot holen", "mitnehmen" oder "abholen". Bei genauerer Betrachtung heißt das nichts anderes als: "Kommt her, ihr Ahnungslosen. Wir sind die Kapitäne, die kommandieren. Wir wissen, wo es langgeht. Nur ein paar Idioten an den Rudern fehlen uns noch. Also rein ins Boot!" "Abholen": Jemand steht irgendwo dumm rum, der Volksmund sagt: "wie bestellt und nicht abgeholt". Eigenständiges Denken ist nicht erwünscht. Solche Floskeln sind Ausdruck größter Geringschätzung gegenüber der Kraft der Ideen der vielen Mitarbeiter und Ausdruck des Anspruchs eigener Allwissenheit. Zu tief sitzt in Wahrheit das Misstrauen gegenüber der angeblich "wichtigsten Ressource", dem "wichtigsten Asset", "dem Faktor Mensch". Deutlicher könnte die Einstellung zu Mitarbeitern nicht sein: Assets werden nämlich in der Bilanz aktiviert und über die Jahre abgeschrieben.
Bei allem Verlangen nach Unternehmertum stehen Harmonie und "Ruhe im Unternehmen" auf der Wunschliste der Führungskräfte ganz oben. Soll heißen: "Unruhe" oder "Sand im Getriebe" – wichtige Antreiber für notwendige Veränderungen – sind tunlichst zu vermeiden. Doch die "Abteilungen", die Führungskräfte schaffen, teilen eben auch ab, wie der Name sagt. Und Prozesse zementieren Abläufe, die morgen schon von der Realität eingeholt werden. Der viel artikulierte Drang nach dem "Aufbrechen der Silos" wird so jedenfalls nicht befriedigt.
Dann das von Halbwissen geprägte Nachplappern von Schlagwörtern, hinter denen alle herlaufen: "Innovation", "disruptive Veränderung", "digitale Transformation". Wer weiß eigentlich, was Clayton Christensen meinte, als er das Wort der Disruption in die betriebswirtschaftliche Diskussion einführte?

Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 14 vom 23.3.2016. 
"Wir leben Innovation", "Wir liefern innovative Kundenlösungen", so heißt es auch oft. Dabei ist schon der Begriff nicht klar definiert. Die inflationäre Verwendung des Zauberwortes ist Ausdruck unerfüllter Sehnsucht. Denn alle Innovationsbemühungen ersticken im Gestrüpp von Hierarchien und Prozessen, in endlosen Meetings, quälenden Abstimmungsorgien und Kämpfen an "Schnittstellen". Wir müssen "schneller werden", unsere "Prozesse verschlanken", kurzum: "Wir brauchen einen Start-up-Spirit!" So halten Führungskräfte verzweifelt dagegen. Was für ein Bullshit! Als ob sich bestehende Organisationen in Start-ups verwandeln ließen. Und "Unternehmer im Unternehmen" haben zu wollen ist schlichtweg eine Illusion. Angestellte sind keine Unternehmer, sonst hätten sie ein Unternehmen gegründet. Eher müsste man Schnittstellen zu Nahtstellen machen und neue Formen der Zusammenarbeit ausprobieren.
Um den Kunden geht es bei alledem als Letztes. Dass es aber auch anders geht, beweist mancher in Familienbesitz befindliche Mittelständler, der von "langfristigem Erfolg" und dem Wert "stabiler Kundenbeziehungen" spricht statt vom "short-term profit".
Sprache ist der Spiegel der Seele. Wenn im Innern eine Sprache der Verantwortungs- und Gedankenlosigkeit und des Misstrauens vorherrscht, ist die Grenze zu betriebswirtschaftlich, ethisch und rechtlich schädlichem Handeln gefährlich nah.

KOMMENTAR: Im Nebel des Bullshits der Business Rhetorik flehen verständliche klare Worte. Mir fällt in Seminaren auf, dass junge Manager sehr schnell die Worthülsen und Dengliszismen der älteren Manager übernehmen. Wer einfach und verständlich spricht, fühlt sich rasch als Aussenseiter und muss das Gefühl haben, er sei weniger kompetent.
Wohlverstanden: Ich habe nichts gegen eine Fachsprache als Insidersprache unter Spezialisten.
Bei gemischtem Publikum hingegen müssen Fachbegriffe übersetzt werden. Es ist ein Irrglaube, Fachsprache  signalisiere Kompetenz, Businessbegriffe würden Aussagen versachlichen und sie sei in Meetings erwünscht.
Im Gegenteil: Geistlose Denglizismen müssten hinterfragt werden, zumal sich das alberne Vokabular immer mehr in den Unternehmensfluren einnistet und konkrete Antworten verunmöglichen. Ich empfehle als Lekture: Walter Nash "Jargon- Its uses and abuses"(Blackwell, Publishers, 1992)
Wir sollten Business - Sprech und Gender - Sprech viel kritischer und genauer unter die Lupe nehmen.
 

Mittwoch, 20. April 2016

Grenzen der Innovation und Kreativistät

Die Funktion sollte nicht ausgeklammert werden
- es sei denn: Dies gelte als Kunstwerk

Design-Katastrophen

Sprayer gegen Sprayer

Verkehrte Welt

Bislang protestierten Hausbesitzer, wenn sie für viel Geld die versprayten Hauswände auf eigene Kosten sanieren mussten, da die Täter jeweils nicht auffindbar sind.

Nun protestieren Sprayer, weil ihre Werke von anonymen Tätern übersprayt wurden. Beklagt wird nun lautstark der Schaden.

Ich zitiere Blick-online:



Dienstag, 19. April 2016

Lieber Christof Moser: Auch Kontextkommunikation rechtfertig nicht alles

Treffende "Replik":

Bei BLOG - Einträgen sollte man auf unqualifizierte Kommentare nie reagieren.
Ausnahmesweise gehe ich auf den Rundumschlag des Journalisten Christof Moser nun doch ein.
Denn aus meiner Sicht schreibt er sonst gute Kolumnen, die ich schätze. Deshalb halte ich mich
trotz seines vernichtenden Kommentars nicht an meinen Grundsatz. Anstelle einer Replik oder Rechtfertigung zitiere ich die Zeilen zur Kontextkommunikation von Jakob Augstein (Spiegel-online) 

Zur Situation: Ich habe dem Publikum den umstrittenen Text Böhmermanns im PERSONELICH-BLOG  zitiert.

Denn: In zahlreichen Medien wurde über den beanstandeten Auszug des fragwürdigen Gedichtes geschrieben und diskutiert, ohne dass viele den Text kannten. Der beanstandete Auszug wurde umgehend  im Archiv des ZDF gelöscht  und war kaum mehr auffindbar. Mir ging es nun vor allem um die Grenzen der Fäkalsprache in diesem Auszug. Ich überliess dem Publikum das Urteil über das VERWENDEN von primitiven Zoten, um auf Missstände hinzuweisen.

Christof Moser  kommentierte meinen Beitrag mit folgenden Worten:

Christof Moser, 15.04.2016 14:15 Uhr
Herr Knill, Sie haben nicht das Geringste verstanden: Das Gedicht ohne Kontext zu publizieren ist nicht nur sinnlos, sondern auch dumm und gefährlich, weil es Böhmermanns satirische Aktion bis zur Unkenntlichkeit verzerrt.

Die Gedanken von Jakob Augstein erübrigen mir nun  eine Replik zum  Angriff auf meine Person. Augstein bringt das Problem Kontextkommunikation bei Grenzüberschreitungen auf den Punkt.
Ich zitiere:

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Vielfach wurde argumentiert, Böhmermanns Erdogan-Nummer sei schon deshalb vertretbar, weil sie in eine distanzierende Anmoderation verpackt war. Der Moderator denkt laut über die Grenzen des in Deutschland Erlaubten nach und bringt sein eigenes Gedicht als Beispiel für einen Rechtsbruch. Doch auch der Rechtsbruch zum Zweck der Illustration ist ein Rechtsbruch. Wenn man zu Anschauungszwecken an der Straßenecke eine Oma niederschlägt, um das Gewaltverbot zu erläutern, war das dennoch Körperverletzung.

Aber Böhmermanns Verleger Helge Malchow spricht in der "Süddeutschen Zeitung" von "Kontext-Kommunikation", die sei "das Wesen moderner Kunst. In unserer hochkomplexen Gesellschaft gibt es oft kein eigentliches Sprechen mehr. Man muss immer den Kontext mitdenken".

Satire - kein Rechtsschutz für verbale Gewalt

Aha. Wenn also alles im richtigen Kontext steht, dann sind die Grenzen nach oben und unten hin offen. Oder doch nicht? Vielleicht stört Böhmermanns Erdogan-Gedicht die Deutschen nur deshalb so wenig, weil er sich einen muslimischen Staatschef zum Ziel nimmt. Mit dem kann man es ja machen. Wie wäre es denn gewesen, wenn Böhmermann lauter antisemitische Klischees benutzt hätte und nicht anti-muslimische?

In einem der wenigen nachdenklichen Texte, die über die Causa Böhmermann erschienen sind, hat die Journalistin Caroline Fetscher geschrieben: "Jeder Antisemit und Neonazi dürfte seine hate speech, derart gerahmt, öffentlich zur Satire nobilitieren. "Was jetzt kommt, liebe Juden, das zu sagen, ist strafrechtlich relevant!", oder:


"Asylantenheime anzünden, nein, das ist verboten, man darf also nicht ..." Zynisch zwinkernd würde der Neo-Satiriker beteuern: "Ich wollte doch nur auf lustige Weise Gesetze erläutern."
Artikel 1 des Grundgesetzes handelt von der Würde des Menschen. Sie wiegt schwerer, als das Recht auf dumme Witze. Erdogan kann noch so brutal und gefährlich sein. Der Satire-Begriff ist kein Rechtsschutz für verbale Gewalt.

"Kunst kommt nun einmal nicht von Kotzen." Der Satz stand in der "Süddeutschen Zeitung". Allerdings ist er schon älter, genau zwanzig Jahre. Damals hatte Christoph Schlingensief zur Tötung von Helmut Kohl aufgerufen.
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Guten Abend Christof Hofer

Ob Jakob Augstein auch nicht das Geringste von Kommunikation versteht und im Spiegel ebenfalls einen dummen Beitrag publiziert hat, weil er die Kontextkommunikation in gewissen Fällen  in Frage stellt?

Mit kollegialen Grüssen

Marcus Knill 

Hat Christoph Blocher nichts gelernt?

Christoph Blocher müsste eigentlich wissen, dass jeder Politiker, der die Nazikeule schwingt oder Vergleiche mit den Judenververfolgungen macht, das Zwei am Rücken hat.

Es ist für mich unbegreiflich, dass ein erfahrenen Rhetoriker unbedacht in die Falle eines TABU-Vergleichs tappt:

Ich zitiere BLICK-online:

Gestern sagte Christoph Blocher im Interview mit der «Zürichsee Zeitung», dass die SVP keine Oppositionspartei sei. Man könnte also meinen, die Partei habe sich beruhigt und müsse nicht mehr um jeden Preis provozieren. Weit gefehlt. Denn etwas weiter unten im Interview folgt ein völlig deplatzierter Judenvergleich.
Eigentlich ging die Frage darum, warum Blocher als neuer Partei-Chefstratege für weniger Initiativen von Seiten der SVP plädiert.
Darauf sagte der alt Bundesrat: «Wenn alle Medien und die übrigen Parteien nur noch das Ziel haben, die SVP zu verleumden, zu diskriminieren und nieder zu machen – in erster Linie aus Neid und Missgunst –, stimmt man nicht mehr über Sachfragen ab.»
Und dann setzt er noch einen drauf: «Hierin hat der Abstimmungskampf über die Durchsetzungsinitiative einen nie gekannten Höhepunkt erreicht. Der Kampf gegen die SVP vonseiten der Staatsmedien und von ‹Blick› bis zur ‹NZZ› hat mich in ihrer ­Radikalität an die Methoden der Nationalsozialisten den Juden gegenüber erinnert.»

«Kein grosses Geschichtsverständnis»: Kreutner über Blocher.
«Kein grosses Geschichtsverständnis»: Kreutner über Blocher.
Starker Tobak.
Beim Israelitischen Gemeindebund ist man empört: «Leider werden solcherlei Vergleiche, die die nationalsozialistische Judenverfolgung banalisieren, immer wieder geäussert», sagt Generalsekretär Jonathan Kreutner zu BLICK. «Das zeugt von keinem grossen Geschichtsverständnis.»
Zur Erinnerung: Auf der einen Seite gehts um eine politische Initiative, gegen deren Auswirkungen die Medien vor allem inhaltlich argumentiert haben. Auf der anderen Seite um Hitlers Holocaust, bei dem sechs Millionen Juden getötet wurden.

KOMMENTAR:

Erstaunlich, dass Politiker immer wieder in die Nazi- oder Hitlerfalle tappen. Auch wenn Blocher nur sagt, hat mich an..... erinnert, so wird dies als Vergleich interpretiert. So ein peinlicher Fehler dürfte einem Profi Politiker nicht unterlaufen. Christoph Blocher zeigt sich uneinsichtig. Er habe bewusst gesagt, die Methoden hätten ihn nur an jene der Nazionalsozialisten erinnert und nicht, dies wären  jene Methoden gewesen.
LINKS:
15. Febr. 2016 ... Was hat dieser Politiker für Probleme, dass er zur NAZI Keule greifen muss? ... Die Nazikeule ist bei Kommunikationsprozessen so tabu, wie ...
knill.blogspot.com


2. Jan. 2011 ... Dieser schlug mit der Nazikeule zurück und kommt nun dadurch selbst in die Schlagzeilen. Aus dem Blick: Als Jean-Claude Juncker der ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_02a/