Freitag, 19. Februar 2016

Die Eigendynamik der enormen NEIN-Kampagne trägt Früchte

 «Einen so intensiven Abstimmungskampf hat es in der jüngeren Geschichte - mit Ausnahme der Zuwanderungsinitiative - nicht gegeben», sagt Politgeograf Michael Hermann. 
 (Quelle: Tagi-online)

SVP-Initiative ein Muster für künftige Abstimmungskampagnen. Die SVP spricht von «absurden Ausmassen».

Nicht eine, sondern viele Gegenkampagnen: Für eine Kundgebung in Zürich werden Ballone vorbereitet (6. Februar 2016). Foto: Ennio Leanza (Keystone)
Nicht eine, sondern viele Gegenkampagnen: 
Für eine Kundgebung in Zürich werden Ballone vorbereitet (6. Februar 2016). 


Interessant sei, dass die Nein-Kampagne relativ unkoordiniert und spontan erscheine. «Als immer mehr Leute realisierten, was auf dem Spiel steht und erste Umfragen zeigten, dass die Gegner nicht chancenlos sind, hat sich eine enorme Eigendynamik entwickelt.» Auf einmal sei in den sozialen Medien nicht mehr die SVP tonangebend gewesen. Sondern eine vielfältige Gegnerschaft, die bewusst auch auf Emotionen setzte.

Longchamp erkennt im aktuellen Abstimmungskampf ein Beispiel dafür, wie erfolgreiche Kampagnen künftig geführt werden: «Es gibt keine zentrale Steuerung mehr. Vielmehr wenden sich Multiplikatoren wie Künstler oder Professoren direkt an die Stimmbürger.» Für den Politologen war die Abstimmung über die Zuwanderungsinitiative ein Wendepunkt. Economiesuisse hatte damals nach gängigem Muster den Lead bei der Nein-Kampagne – und drang mit seinen Argumenten nicht mehr durch.

«Wir werden überrannt»

Sucht man nach Urhebern, landet man unter anderem bei Claudine Esseiva, Generalsekretärin der FDP-Frauen und Beraterin bei der PR-Agentur Furrerhugi. In dieser Funktion arbeitet sie für das Unternehmernetzwerk Succèsuisse, das die Nein-Kampagne der Wirtschaft bündelt. Zudem gehört sie den Organisationen Schutzfaktor M und Operation Libero an, die in den sozialen Medien tonangebend sind. «Das Ja zur Zuwanderungsinitiative hat viele Leute politisiert, die nun gegen die SVP-Initiative kämpfen», sagt Esseiva. Dem stimmt Flavia Kleiner von Operation Libero zu. Sie leitet ein gegnerisches NGO-Komitee, das mit Videos, Mailings und Flyern wirbt. Kleiner ist ob der Mobilisierung nicht überrascht, da die Initiative «zentrale Errungenschaften der Schweiz» bedrohe. Erstaunt ist dagegen Ex-«Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Peter Studer. Er hat das Nein-Komitee «Dringender Aufruf» mitinitiiert, das in der Bevölkerung bereits eine Million Franken gesammelt hat: «Wir werden richtiggehend überrannt.» Das Geld werde für Plakate und Inserate eingesetzt.

 Für Amstutz (SVP) hat die Nein-Kampagne «absurde Ausmasse» angenommen: «Die Gegner behaupten Dinge, von denen sie genau wissen, dass sie nicht stimmen – etwa, dass Personen in Länder ausgewiesen würden, in denen ihnen die Todesstrafe drohe, oder dass das Stehlen eines Apfels für eine Ausschaffung reiche.» Amstutz hofft, dass sich die Mehrheit von den «Untergangsszenarien» nicht beeindrucken lasse. «Schon bei der EWR-Abstimmung 1992 hiess es, das Schicksal der Schweiz stehe auf dem Spiel »

KOMMENTAR: Die einmalige breite Kampagne trägt nun Früchte und die zahlreichen Aktionen und Appelle von Prominenten werden sicherlich durchschlagen, es sei denn, es gebe plötzlich eine neue unverhoffte Mediengeschichte, wie jene  Gewaltattacken von Nordafrikaner auf Frauen in Köln, deren Täter nicht gefasst werden konnten. Bei dieser Abstimmung sind  auf der Ja- wie auf der NEIN Seite Emotionen im Spiel.
Angenommen, die geschlossene Front gegen die SVP würde der
erfolgreichen NEIN Kampagne folgen, müsste es eigentlich zu einem wuchtiges NEIN von 70% kommen, da die SVP  als einzige Partei für ein JA eintritt (Die SVP hat bekanntlich nur 30%). Es steht aber schon heute fest, dass die einmalige Kampagne wohl die SVP Initiative stoppen kann, aber  es wird trotz allem doch noch viele Stimmberechtigte der anderen Parteien geben, die ein Ja "für die strikte Ausschaffung von kriminellen Ausländern" einlegen werden.  Spannend wird es in jedem Fall. Es ist auch mit einer sehr hohen Stimmberechtigung zu rechnen.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Erfolg ist der beste Erfolgsfaktor

Wirtschaftsminister Schneider- Ammann wurde monatelang lächerlich gemacht, mit den lästigen "Aehs" und weil er holprig redete.

Wer beim Reden unter  der Angst leidet, etwas falsch zu machen, denkt während des Sprechens an allfällige Fehler und die zahlreichen Tipps der Berater. Dadurch belastet er sich unnötigerweise mit Nebengedanken.
So erging es Schneider Ammann. Er drehte ständig in einer Abwärtsspirale und wurde dadurch ein dankbares Opfer für Satiriker.

Nun gelang es ihm, diese Abwärtsspirale zu stoppen. Ich habe das Gefühl, dass er sich erstmals fachkundig beraten liess und gelernt hat, "strassengängig" zu reden. Das heisst: Er spricht einfach wie im Alltag und wird dadurch verständlicher. Der Magistrat merkt, dass er gut ankommt und wird eindeutig lockerer. Wer lockerer ist, spricht natürlicher und die Emotionen schimmern durch. Das hat zur Folge: Die Spirale dreht nach oben. So wie Reiche immer noch reicher werden,  so wird bei Kommunikationsprozessen der Erfolgreiche ständig noch erfolgreicher.

Ich zitiere 20 Min online:

Johann Schneider-Ammann



«Gemeinheiten musste ich mir gefallen lassen»

Wegen des Kahlschlags bei den Jobs bekommt Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann regelmässig Prügel. In einem Interview redet er sich den Frust von der Seele.

storybild «Solange ich eine Arbeitslosigkeit von drei Prozent mitverantworten muss, die weit tiefer ist als überall ringsherum, kann man titeln, was man will.» Bundesrat Schneider-Ammann kontert seine Kritiker. (Bild: Screenshot SRF)


Kaum ein Bundesrat muss mehr einstecken als Johann Schneider-Ammann: Bei «Giacobbo/Müller» wird er regelmässig vorgeführt. Und der «Tages-Anzeiger» überschrieb eine Bilanz seiner bisherige Amtszeit mit dem vernichtenden Satz: «Das Ende naht, und niemand weint.»
Auch nach dem Job-Kahlschlag bei der Alstom ist Bundesrat Johann Schneider-Ammann einmal mehr der Prügelknabe: Der «Blick» schrieb von «Leider-Ammann», nachdem der 65-Jährige ein «gewisses Verständnis» für den Abbau von 1300 Stellen beim Industriekonzern gezeigt hatte. Die neue Ausgabe der «Weltwoche» zeigt Schneider-Ammann als gebrochenen Mann in gebückter Haltung unter den Lettern: «Absturz. Wohin treibt die Weltwirtschaft?»

«Man kann titeln, was man will» 

In einem Interview mit der SRF-«Rundschau» antwortet der Bundesrat seinen Kritikern nun mit ungewohnt deutlichen Worten: «Gemeinheiten musste ich mir ab und zu gefallen lassen. Das gehört offenbar dazu.» Seit Jahr und Tag kämpfe er aus tiefster Überzeugung eines Industriellen für Jobs in diesem Land. «Solange ich eine Arbeitslosigkeit von drei Prozent mitverantworten muss, die weit tiefer ist als überall ringsherum, kann man titeln, was man will.»
Auch mit der Frage, ob er den Rollenwechsel vom Patron zum Bundesrat nie vollzogen habe, trifft Moderatorin Susanne Wille offenbar einen wunden Punkt: «Das wollen Sie ja hören. Ihr wollt mir diese Rolle seit mittlerweile fünf Jahren zudenken.» Er lasse sich davon nicht mehr irritieren. «Ich bin ein Unternehmer, ich bleibe ein Unternehmer und es tut der Politik bisweilen gut, wenn ein Unternehmer seine Stimme erhebt.» Auch wenn es bisweilen mühsam sei, Rahmenbedingungen einzufordern, die es möglich machten, dass man in der Schweiz industriell tätig bleiben könne.


Auch im Interview mit 20 Minuten hat sich Schneider-Ammann bereits zur Dauerkritik an seiner Person geäussert. «Ich halte mich da ans Ergebnis des Parlaments, das mich sehr gut wiedergewählt hat und damit meine Leistung anerkennt.» Er glaube, dass er seinen Beitrag erfolgreich leiste, damit fast alle in unserem Land einen Job und damit eine Perspektive hätten. Das zähle letztlich. Und «Giacobbo/Müller» sehe er sich schon gar nicht an.
Das ganze Interview können Sie hier anschauen.
(daw)

Landolt hat sich , der BDP und der überwältigenden NEIN Kampagne geschadet

Wie prognostiziert: Die Nazikeule wurde zum Bumerang.

Aus Blick:

Wegen Landolts Hakenkreuz-Tweet

Bussat tritt aus BDP aus!

Einen Tag nach dem umstrittenen Tweet des BDP-Präsidenten Martin Landolt vom Montag folgt die Quittung aus der Westschweiz: Die Gründerin der Organisation Marche Blanche, Christine Bussat, tritt aus der Partei aus.
«Ein Fehler!»: Christine Bussat.
«Ein Fehler!»: Christine Bussat.

Land
olt hatte am Montag auf Twitter mit dem Bild eines Posters für ein Nein zur Durchsetzungsinitiative geworben und dabei auf Nazi-Deutschland und die Apartheid in Südafrika verwiesen. Die Reaktionen fielen heftig aus.
Auch Christine Bussat goutierte diese Botschaft nicht. «Das war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat», sagte Bussat am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte damit einen Bericht des Westschweizer Radios- und Fernsehens (RTS).
Bussat tritt per sofort aus der BDP aus. «Dieses Plakat zeugt von schlechtem Geschmack und ist einfach dumm», hielt sie fest. Landolt habe einen abgrundtiefen Hass gegen die SVP, es handle sich um einen Kampf gegen eine Partei und nicht für eine Sache.

KOMMENTAR: Es muss damit gerechnet werden, dass Landolt mit seiner Ueberreaktion der NEIN Kampagne enorm geschadet hat. Es würde mich nicht wundern, wenn sein NAZIvergleich JA Stimmen generiert hat.

NACHTRAG:


BDP-Landolt muss zur Aussprache antraben

 Auch parteiintern kommt der Ausrutscher Landolts nicht gut an. Er muss nun bei der Partei antraben.
Landolt steht aber weiter zu seiner Aussage.
Ich zitiere BLICK am Abend:

Der Landolt-Tweet sorgte auch auf dem Parteisekretariat für Reaktionen, wie Generalsekretärin Nina Zosso bestätigt: «Es gab ein paar E-Mails und Telefonate mit negativen Reaktionen.» Sie betont jedoch: «Ausser Bussat ist aber niemand aus der Partei ausgetreten.»
Am Freitag trifft sich die Fraktion, dann wird der umstrittene Landolt-Tweet aufs Tapet kommen. Der Parteichef wurde von seinen Kollegen nämlich schon früher einmal ins Gebet genommen, als er gegen die SVP die Nazi-Keule schwang – und um mehr Zurückhaltung gebeten.

Landolt: «Ich mache keinen Rückzieher»

Landolt selbst fürchtet die Aussprache nicht. «Es wäre sicher besser gewesen, hätte ich nicht nur das Bild, sondern auch das Interview des Gestalters getwittert», sagt Landolt. Doch er macht klar: «Ich mache keinen Rückzieher! Die inhaltliche Botschaft des Plakats ist zwar provokativ und prägnant, aber ich stehe weiterhin dazu.»

KOMMENTAR: Die aussergewöhlich gewaltige Werbelawine der Gegner ist sehr gut angelaufen und konnte die Stimmung im Land bereits erfolgreich kippen. Gemessen am enormen Aufwand der zahleichen NEIN Komitees, aller Parteien (ausser der SVP), Interessegruppen, Witschaftverbände, Künstler, Medien usw, hätte es nun zu einem vernichtenden NEIN kommen können. Martin Landolts Ueberreaktion und Einsichtlosigkeit wird nun möglicherweise mit  beitragen, dass der Neinanteil weniger wuchtig ausfällt, als erwartet.
 20 Min:
Laut dem Politologen und Abstimmungsforscher Thomas Milic ist ein solch starker Meinungsumschwung für eine SVP-Initiative ungewöhnlich. Er sei wohl der starken Mobilisierung der Gegner geschuldet: «Noch nie haben so viele Komitees so eindringlich vor einer Initiative gewarnt.»

Von Parteipräsidenten über Prominente bis hin zu Rechtsprofessoren, von Alt-Bundesräten über verschiedene Berufsverbände bis hin zur Staatsanwälte-Konferenz: In den letzten Wochen verging tatsächlich kaum ein Tag, an dem sich nicht eine weitere Gruppierung gegen das SVP-Begehren ausgesprochen hätte. In kürzester Zeit unterzeichneten im Internet 51'000 Personen den «dringenden Aufruf» gegen die Initiative, Spenden in der Höhe von einer Million Franken kamen zusammen. 


«Wir werden massiv bekämpft», stellt SVP-Präsident Toni Brunner im Interview mit 20 Minuten fest. Die Gegner wollten einen weiteren SVP-Triumph um jeden Preis verhindern.

UEBRIGENS: Der Ausrutscher Landolts ist ein weiteres Signal, dass es bei dieser Durchsetzunginitiative vor allem auch um einen wichtigen Kampf gegen die SVP geht. Landolt war von SVP und den Angriffen gegen "seine" Bundesrätin enorm gekränkt. In solchen Situationen ist es enorm schwer, sich nicht nur von den Emotionen leiten zu lassen.  



 

Einmal mehr: Schwachstelle MENSCH

Nicht nur in Gefängnissen




Nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Fahrdienstleiter wegen fahrlässiger Tötung. Wenn sich der Mann pflichtgemäss verhalten hätte, wäre es nicht zum Zusammenstoss der Züge gekommen, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese in Bad Aibling. Es gehe um menschliches Versagen; für technisches Versagen gebe es keine Anhaltspunkte.

(Quelle BILD)



  • Pressekonferenz in Bad Aibling

Bild des Tages

DER SONNE ENTGEGEN




Lucknow, Indien|

Mittwoch, 17. Februar 2016

Die Aufhebung aller Gegensätze

Jeder Mensch sucht die BALANCE
Anderseits besteht die Welt der GEGENSAETZE

Die Aufhebung der Gegensätze wurde 
im Mittelalter so dargestellt:

(Quelle Watson)

Der Hermaphrodit in der Alchemie war das 
 Symbol der Aufhebung aller Gegensätze.
 Das Bild stammt aus der mittelalterlichen 
Handschrift «Codex Palatinus Germanicus».

KOMMENTAR: 
Ich finde den Umgang mit Gegensätzen sehr wichtig.




LINKS:
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
29. Juni 2011 ... versteht, Gegensätze unter einen Hut zu bringen. Das Prinzip ist einfach: Er zeigt für beide Seiten Verständnis und sucht Gemeinsamkeiten, so ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/06_29/07_11.pdf
6. Nov. 2011 ... Bei Kommunikationsprozessen gibt es zahlreiche Gegensätze, die unter einen Hut gebracht werden müssen: In der modernen Arbeitswelt ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/11_06/index.html

balance artikel. Ausführlicher Artikel · Kurzgefasster Artikel · Rhetorik.ch, 1998- 2009 © K-K , Weblinks sind erwünscht. Bei Weiterverwendung ist Autoren- und ...
www.rhetorik.ch/Balance/Balance.html

Gegensätze, die es täglich auszubalancieren gilt sind zum Beispiel: Individuum und Kollektiv, Distanz und Nähe, Druck und Zurückhaltung, Offenheit und ...
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... der Deutschübersetzung von Erich Heller Als Vergleich, die Rede in Englisch , und Lincolns handschriftlichen Entwürfe der Rede. Zurück zum Balance Artikel ...
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Beitrag, der im Netz aufgefallen ist:

ERFOLGREICH WIRKEN:

Smalltalk – Der Rede kurzer Sinn


Smalltalk Auf dem Blog von Marcus Knill ist mir dieser interessante Artikel über Small Talk ins Auge gefallen. Small Talk als die beiläufige Konversation ohne Tiefgang. Wie wichtig ist Small Talk und vor allem: Was sagen?
Ihr Michael Moesslang
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