Dienstag, 19. Mai 2015

Regeln erleichtern das Leben

Nicht nur in der Famlie machen sich Regeln bezahlt

Regeln führen zur Beständigkeit im Umgang untereinander.
Wir können auf jede Lebenssituation passende Regeln entwickeln:
Es gilt Regeln auszuhandlen und die Kinder müssen wissen, welche Regeln gelten.
Alle Eltern und Kinder sollten wissen, wer für was zuständig ist.

Regeln rufen bei Kindern immer Widerstand hervor. Das wissen auch Lehrer.
Wenn man es aber fertig bringt, Regeln zur Gewohnheit machen zu lassen, werden sie rasch etabliert und erleichtern das Leben.
Das Zauberwort heisst: KONSEQUENZ.
Leider trauen sich vielen Eltern nicht zu, Regeln durchzusetzen.
Konkret geht es meist um Fragen:
-  TV Nutzung
-  Taschengeld

Es ist ein Fehler, wenn Lehrkräfte oder Eltern versuchen, Partner der Kinder zu sein, im Glauben ein Kind bedürfe keiner Regeln. Dann zeigt sich bald, dass es bei der Beziehung Erzieherin und Kind  nicht um Freundschaft, sondern um eine liebevolle kritische Distanz geht. Kinder sind zwar gleichwürdig aber nicht gleichwertig. Wir müssten uns bewusst sein:
Kinder sind keine Partner.
Alles 100 prozentig richtig zu machen, geht übrigens nie. Das Leben ist widersprüchlich. Wir dürfen auch bei der Einführung von Regeln Fehler machen. Doch müssen wir uns stets bewusst sein, dass wir als Eltern oder Erzieher die Anvertrauten zur Einhaltung von Spielregeln begleiten müssen und wir dafür verantwortlich sind, dass die Regeln eingehalten werden.
Das setzt jedoch voraus, dass wir vermehrt präsent sind und Einfluss nehmen.
Ich habe es bei den eigenen Kindern erlebt: Wenn beispielsweise  gewisse Fixpunkte als Ritual zur Gewohnheit werden, wie Musik üben, Essen, ins Bett gehen, so erleichtern wir uns das Leben enorm.
Regeln erübrigen endlose, mühsame Diskussionen.  Regeln werden bald zur Gewohnheit - so wie das Zähneputzen.
Eltern, die auf Regeln verzichten, benötigen viel zu viel unnötigen zusätzlichen Aufwand. Langfristig stesst dies zusätzlich.
Ich habe bei einer Lehrerin gesehen, welche die Regel "Nur eine Person spricht im Unterricht" (ob Schüler oder Lehrer) konsequent umgesetzt hatte, ersparte sich unzähligen  Aerger. Die  durchgesetzte Regel erleichterte das Unterrichten enorm.
Ich würde keine Liste von Regeln anordnen, die wir nicht konsequent umsetzen können.
Lieber nur EINE Regel vereinbaren. Aber diese so lange durchsetzen, bis sie  zur Gewohnheit geworden ist.
Nutzen wir "die gute Macht der Gewohnheit":


Montag, 18. Mai 2015

Im Netz hängen geblieben







Marcus Knill: Johari-Fenster und Feedback

Klicken Sie auf 'http://www.rhetorik.ch/Johari/Johari.html', um die Ressource zu öffnen


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AUS "DIE WELT"



Pointen setzen

Schlagfertigkeit ist mehr als eine passende Retourkutsche. Gefragt sind Kreativität und Improvisationstalent, um in jeder Situation handlungsfähig zu bleiben

Von Deike Uhtenwoldt

Wie ein Schulkind hatte der Unternehmensberater mit seinem Stuhl gekippelt und war mit lautem Karacho umgefallen. Mitten auf einer internationalen Konferenz und vor Führungskräften aus aller Welt. Eine peinliche Stille folgte, in der sich der Gefallene aufrichtete, den besorgten Blicken in der Runde freundlich begegnete und mit fester Stimme verkündete: "Ich kann's zweimal, ohne mir dabei weh zu tun!"
Die Pointe traf ins Ziel, die Konferenzteilnehmer brachen in schallendes Gelächter aus. "Ein anderer Unternehmensberater wäre vermutlich rot geworden oder hätte nur eine Entschuldigung gestammelt", sagt Gitte Härter. Gerne nennt die Münchner Trainerin dieses Beispiel, um Richtung und Reichweite des Begriffs Schlagfertigkeit zu verdeutlichen. Es gehe nicht darum, immer gleich eine Retourkutsche parat zu haben und anderen an den Karren zu fahren. Sondern um Improvisationstalent, Kreativität und kommunikative Kompetenz. "Schlagfertigkeit bedeutet, der Situation gewachsen zu sein und handlungsfähig zu bleiben."
Andere Trainer nehmen den Begriff wortwörtlich: Für sie ist Schlagfertigkeit die Kunst des Zurückschlagens mit dem Ziel, das Gegenüber "fertig" zu machen. "Sie brauchen eine Identität als schlagfertiger Mensch", sagt Rhetoriktrainer Matthias Pöhm. Und dazu gehöre eben, auch Dinge in einer großen Runde zu sagen, die nicht allen gefallen werden. "Schlagfertigkeit ist Frechheit", so das Credo des selbst ernannten Schlagfertigkeitspapstes aus München: "Ja, ich frotzele auch manchmal und lasse die anderen schlecht aussehen."
Auch Gitte Härter kann wahnsinnig gut Witze über andere machen, wie sie betont. Aber inzwischen hat die Autorin gelernt, auf den Applaus auf Kosten anderer zu verzichten. "Solche kurzen Siege schaden immer." Als die Rechtsanwaltsgehilfin merkte, daß die Kollegen Angst vor ihrer scharfen Zunge hatten und sich zurückzogen, übte sie sich in Zurückhaltung. Eine Art Anti-Schlagfertigkeitstraining, aber vom Prinzip her identisch: Denn am Anfang stehe immer die Beschäftigung mit sich selber. "Es ist vielmehr Persönlichkeitstraining als Technik".
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Der zweite Schritt ist die Zielfindung: Wie möchte ich Schlagfertigkeit genau nutzen? Der dritte Schritt ist das Training: "Das geht nicht von heute auf morgen." Aber mit selektiver Wahrnehmung und praktischem Lernen. Für Gitte Härter hieß die Devise "Ich will jetzt etwas sagen, aber ich sag' nur die Hälfte." Für schüchterne Menschen heißt sie: Ich bringe mich hier jetzt mal ein, und sei es mit der Aussage: Da bin ich sprachlos. "Diese Art der Schlagfertigkeit kann man lernen. Aber nicht durchs Auswendiglernen von witzigen Pointen."
Schlagfertigkeit lernt man durch Mitdenken, so der Schweizer Kommunikationsberater Marcus Knill. Ob in den Medien oder im Alltag, es lohne sich, sich situationsgerechte, schlagfertige Antworten auszumalen. "Dann wird aus der verpatzten Reaktion bald eine zeitgerechte Situation." Brainstorming und Blödeln lernt man am besten spielerisch und zum Spaß. "Aber wenn es ernst wird, muß ich schon etwas denken dabei."
Beispielsweise, wenn der Vorgesetzte einen vor Kollegen niedermacht: "Mein Tip, beim nächsten Mal vorher Gehirn einschalten." In solchen Fällen fühlen wir uns bloßgestellt und blockieren, die Stimme wird trocken und schrill. "Diese Reaktionskette muß durchbrochen werden", sagt Knill. Durch bewußte Tiefenatmung und Entspannung der Muskeln von Armen und Gesicht. Durch Trennung von Form und Inhalt und die Beschreibung der Situation: "Sie verletzen mich gerade."
Ganz schön viel Programm für eine Situation, die unter Zeitdruck steht. Um die Geschwindigkeit zu trainieren, helfen am Anfang Standardformeln, simple Fragestellungen, wie "Haben Sie das so gemeint?", rät der Experte: "Stellen Sie in Frage, das ist besser als der innere Rückzug." Auf jeden Fall sollte man nicht auf die Schlagfertigkeitstrainer hören und dem Chef entgegnen: "Ich passe mich doch nur Ihren Arbeitsgepflogenheiten an." Dann verläßt man nicht nur den Grundsatz der Wertschätzung, dann verliert man womöglich auch seinen Arbeitsplatz, warnt Marcus Knill: "Schlagfertigkeit war nie ein Erfolgsrezept."

Sonntag, 17. Mai 2015

Bild des Tages

Die Schwänchen in Aarau sind geschlüpft.
Quelle: Leserfoto von Prisca Lüthi

Christa Markwalder ist noch nicht über dem Berg

In der Lobbyisten-Affäre um Christa Markwalder hat sich Parteipräsident Philipp Müller geäussert.

Kommentar: Der FDP Präsident möchte vermeiden, dass der
Imageverlust der FDP Frau auf die Partei überschwappt.
Deshalb seine unmissverständliche Aeusserung. Damit will er sagen, die FDP ist transparent und keine Filzpartei. 
Ich zitiere Tagi:


Christa Markwalder muss mit einer Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung oder gar wegen verbotenem Nachrichtendienst für einen anderen Staat rechnen. In der Aussenpolitischen Kommission, aus der sie vertrauliche Dokumente an eine Lobbyistin weitergeleitet hatte, werden entsprechende Schritte vorbereitet. Das schreibt die «SonntagsZeitung».

Hat Markwalder noch Chancen auf das Nationalratspräsidium?
Ob Markwalder im Dezember zur höchsten Schweizerin gewählt wird, ist ungewiss. Denn sie verliert in ihrer eigenen Partei an Rückhalt. FDP-Präsident Philipp Müller sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Mein Job ist es, die Interessen der Partei zu vertreten – und Schaden von ihr abzuwenden. Ich werde, um dieses Ziel zu erreichen, keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten von einzelnen Personen nehmen.»
Für Müller steht fest: Die Partei, die zuletzt im Aufwind war, habe durch die Lobbying-Affäre um Christa Markwalder bereits «klar Schaden genommen». Pikantes Detail: Explizit nimmt Philipp Müller die Medien in Schutz, die über die Affäre kritisch berichten. Während Markwalder von einer «Kampagne» spricht, sagt Müller, es sei die Aufgabe der Medien, solche Vorgänge aufzudecken. Müller rechtfertigt gegenüber der «Schweiz am Sonntag» seine kritische Äusserungen gestern im Schweizer Radio SRF. Dort sagte er: «Der Fall ist eigentlich klar. Das Kommissionsgeheimnis wurde verletzt, da gibt es nichts zu beschönigen. Das ist nicht in Ordnung.»
Einflussreiche Freisinnige hoffen laut «Schweiz am Sonntag», dass Markwalder ihre Kandidatur fürs höchste Amt freiwillig zurückzieht. Gemäss Insidern wird ein «Märtyrerinnen-Effekt» befürchtet, würde die Partei die Politikerin offen zum Verzicht drängen. In der Tat: Claudine Esseiva, Generalsekretärin der FDP-Frauen und Ständeratskandidatin im Kanton Bern, sagt zur «Schweiz am Sonntag»: «Wir FDP-Frauen stehen zu 100 Prozent hinter Christa.» Offene Angriffe gegen Markwalder aus der Partei haben das Potenzial, den Krach zwischen den FDP-Frauen und Parteipräsident Müller wieder aufbrechen zu lassen – was im Wahljahr niemand will.
Allerdings gibt es auch unter Politikerinnen Kritik: Die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi, Nationalratspräsidentin 2007, sagt in der «Schweiz am Sonntag», die Kandidatur für das Nationalratspräsidium sei problematisch, wenn Markwalder das Kommissionsgeheimnis wirklich verletzt habe.
KOMMENTAR: Hoffentlich ist für Claudine Esseiva das Geschlecht nicht wichtiger als der Sachverhalt.

Zur Botschaft zum Mediensonntag 2015 vom 17. Mai

Lernen wir mit den Medien kritisch umzugehen!

Papst Franziskus zum Mediensonntag:

"Die Herausforderung, vor der wir heute stehen, ist also wieder erzählen zu lernen, nicht bloss Informationen zu produzieren und zu konsumieren. Das ist die Richtung, in die uns die mächtigen und hochwertigen Mittel der zeitgenössischen Kommunikation drängen".

Kommentar: Seit Jahren mache ich in der Lehrerfortbildung bewusst, dass bei Lernprozessen das narrative Element  die Kinder mehr anspricht als pfannenfertige Medienprodukte.

LINK:


12. März 2005 ... Seit der Zeit des Kalifen Harun-al-Raschid weiss man um die Macht des Geschichtenerzählens. Auch die Gleichnisse in der Bibel machen der ...
www.rhetorik.ch/Narrativ/Narrativ.html

Schon Papst Bendikt hat sich ausführlich mit den 
Medien beschäftigt. Ich zitiere die lesenswerten Gedanken:
GRUEN färbe ich jene Aussagen ein, die ich zeitlos finde:

Medien




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Zusammenarbeit mit den Medienschaffenden
Eine besondere Rolle spielen heute in der Welt der Kultur die Massenmedien. Wie man weiss, informieren sie nicht nur, sondern bilden den Geist ihrer Empfänger. Sie können daher ein wertvolles Instrument der Evangelisierung darstellen. Die Menschen, die der Kirche angehören, insbesondere die Laienchristen., sind aufgerufen, durch Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet die evangeliumsgemässen Werte in einem noch grösseren Umkreis zu fördern. Eine wichtige Aufgabe der Bischöfe der Kirche besteht allerdings darin, sich nicht nur um eine fachliche Schulung der Medienschaffenden zu kümmern, sondern auch für ihre geistliche, menschliche und ethischen Ausbildung Sorge zu tragen. Ich ermutige euch, liebe Brüder im Bischofsamt, einen wohlwollenden Kontakt zu den Kreisen der Journalisten und anderer Medienschaffenden herzustellen. Man könnte sich vielleicht überlegen, für sie eine eigene Abteilung der Pastoral einzurichten.
"Ad-limina"-Besuch der polnischen Bischöfe, 26. November 2005



Rolle der Medien
Alles hängt davon ab, auf welche Art und Weise die Medien gebraucht werden. Die so wichtigen Kommunikationsmittel können die gegenseitige Kenntnis und der Dialog fördern oder aber Vorurteile und Verachtung zwischen Einzelpersonen und Völkern schüren: sie können zur Verbreitung des Friedens beitragen oder zur Anstiftung von Gewalt. Deshalb muss man immer an den Verantwortungssinn des Einzelnen appellieren; alle müssen ihren Teil dazu beitragen, dass in allen Formen der Kommunikation die Objektivität, der Respekt der Menschenwürde und die Achtung des Gemeinwohls gewahrt bleiben. So trägt man dazu bei, die Mauern der Feindschaft niederzureissen, die noch immer die Menschheit entzweien, auch die Bande der Freundschaft und der Liebe, die Zeichen des Reiches Gottes in der Geschichte sind, können gestärkt werden.
Angelus, 8. Mai 2005



Einsatz von Rundfunk- und Fernsehsender
Eurer besonderen Sorge, liebe Brüder, möchte ich in Zusammenhang mit der Evangelisierung der Kultur auch das Problem der Einsetzung und des Gebrauchs der lokalen, regionalen oder nationalen katholischen Rundfunk- und Fernsehsender anvertrauen. Die Sender können eine wertvolle Arbeit für die Neuevangelisierung und die Verbreitung der Soziallehre der Kirche leisten. Sie sollen die Wahrheit Gottes dadurch verkünden, dass sie die moderne Welt für das Erbe der christlichen Werte sensibilisieren; ihr Hauptzweck soll die Hinführung zu Christus sein und der Aufbau der Gemeinschaft der Kirche im Geist der Suche nach Wahrheit, Liebe, Gerechtigkeit und Frieden, unter Respektierung der Autonomie des politischen Bereichs. Auf jeden Fall werden die katholischen Sender, da sie eine pastorale Aktivität ausüben, dazu verpflichtet sein, zu den Bischöfen wegen ihrer Verantwortung auf diesem Gebiet offene und vertrauensvolle Beziehungen herzustellen.
"Ad-limina"-Besuch der polnischen Bischöfe, 26. November 2005



Entschiedenheit
Die Gewissen der Menschen zu bilden und ihr Denken formen zu helfen ist niemals eine leichte Aufgabe. Echte Kommunikation verlangt auf Prinzipien gestützten Mut und Einsatz. Sie erfordert die Entschiedenheit der Medienschaffenden, nicht unter dem Gewicht der Informationsfülle müde zu werden und sich auch nicht mit partiellen oder provisorischen Wahrheiten zufrieden zu geben. Im Gegenteil ist es notwendig, sich um die letzte Begründung und Bedeutung menschlicher, persönlicher und sozialer Existenz zu bemühen und dies zu verbreiten (cf. Fides et Ratio. 5). Auf diese Weise können die Medien konstruktiv zur Verbreitung all dessen, was gut und wahr ist, beitragen.
Botschaft zum 40. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2006



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Der Versuchung zur Manipulation 
widerstehen
Erziehung zum verantwortungsvollen und kritischen Gebrauch der Medien hilft den Menschen, sie intelligent und angemessen zu nutzen. Die tiefe Wirkung auf den Sinn neuer Worte und Bilder, die besonders die elektronischen Medien so leicht in die Gesellschaft einführen, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Eben weil zeitgenössische Medien die Kultur der Menschen prägen, müssen sie ihrerseits jeder Versuchung zur Manipulation, vor allem der Jugend, widerstehen und stattdessen dem Anliegen folgen, zu erziehen und zu dienen. Auf diese Weise beschädigen sie nicht, sondern schützen das soziale Gewebe einer zivilen Gesellschaft, die des Menschen als einer Person würdig ist.
Botschaft zum 40. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2006





Förderung des Gemeinwohls
Der hl. Paulus erinnert uns daran, dass wir nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht sind, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes, die zu einem heiligen Tempel, zu einer Wohnstatt Gottes heranwachsen (vgl. Eph 2,19-22). Dieses grossartige Bild eines Gemeinschaftslebens erstreckt sich auf alle Aspekte unseres Lebens als Christen und ist in besonderer Weise für euch ein Hinweis auf die Herausforderung, die sozialen Kommunikationsmittel und die Unterhaltungsindustrie zu ermutigen, Vorkämpfer der Wahrheit und Förderer des Friedens zu sein, der aus einem Leben entspringt, das im Einklang mit jener befreienden Wahrheit gelebt wird. Wie ihr sehr wohl wisst, verlangt eine solche Verpflichtung von seiten derjenigen, die in der so einflussreichen Medienindustrie als Eigentümer oder Beschäftigte tätig sind, den grundsätzlichen Mut und die Entschlossenheit, sicherzustellen, dass die Förderung des Gemeinwohls niemals zugunsten eines egoistischen Strebens nach Profit oder eines ideologischen Programms von geringer öffentlicher Verantwortlichkeit geopfert wird.
Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, 17. März 2006


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Erbauende Vorbilder für die Kindererziehung
In meiner diesjährigen Botschaft [zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel] wollte ich auch besondere Aufmerksamkeit auf die dringende Notwendigkeit lenken, die Ehe und das Familienleben, Grundlage jeder Kultur und Gesellschaft, aufrechtzuerhalten und zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit den Eltern können die Medien und die Unterhaltungsindustrie in der schwierigen, aber zutiefst erfüllenden Berufung der Kindererziehung dadurch helfen, dass sie erbauende Vorbilder des Lebens und der menschlichen Liebe vorstellen. Wie entmutigend und destruktiv ist es doch für uns alle, wenn das Gegenteil geschieht! Trifft es uns nicht in ganz besonderer Weise ins Herz, wenn unsere jungen Menschen dem Einfluss von entwürdigenden oder falschen Formen von Liebe ausgesetzt sind, welche die gottgegebene Würde jedes Menschen lächerlich machen und die Anliegen der Familie unterminieren?
Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung des Päpstliche Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, 17. März 2006



Den Medien angemessen begegnen
Das Verhältnis von Kindern, Medien und Erziehung kann aus zwei Perspektiven betrachtet werden: Der Erziehung der Kinder durch die Medien und der Erziehung der Kinder dazu, den Medien angemessen zu begegnen. Es ergibt sich eine Art Reziprozität, die auf die Verantwortung der Medienindustrie und auf die Notwendigkeit aktiver, kritischer Beteiligung von Leser, Zuschauern und Zuhörern hinweist. In diesem Rahmen ist die Einübung des angemessenen Umgangs mit den Medien von wesentlicher Bedeutung für die kulturelle, moralischen und geistliche Entwicklung der Kinder.
Botschaft zum 41. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2007



Positive Medienerziehung
Medienerziehung sollte positiv sein. Wenn man Kindern das vermittelt, was ästhetisch und moralisch herausragend ist, hilft man ihnen, Wertschätzung, Klugheit und Urteilsvermögen zu entwickeln. Hier ist es wichtig, den fundamentalen Wert des Vorbilds der Eltern zu erkennen und den Nutzen, junge Menschen in die klassische Jugendliteratur für Kinder, die schönen Künste und erbauende Musik einzuführen. Während populäre Literatur stets ihren Platz im Kulturleben haben wird, sollte der Versuchung zur Sensationnalisierung an Lernorten nicht passiv nachgegeben werden. Schönheit, eine Art Spiegel des Göttlichen, inspiriert und belebt Herz und Geist junger Menschen, während Hässlichkeit und Vulgarität eine erniedrigende Wirkung auf Einstellungen und Verhalten haben.
Botschaft zum 41. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2007



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Medien sollen 
positive Werte fördern
Der von Herzen kommende Wunsch von Eltern und Lehrern, die Kinder nach den Werten des Schönen, Wahren und Guten zu erziehen, kann von der Medienindustrie nur in dem Mass unterstützt werden, in dem sie die Grundlegende Menschenwürde, den wahren Wert von Ehe und Familienleben sowie die positiven Errungenschaften und Ziele der Menschheit fördert. Daher wird die Notwendigkeit, dass die Medien effektiver Bildung und ethischen Standards verpflichtet sind, nicht nur von Eltern und Lehrern mit besonderem Interesse und sogar Dringlichkeit gesehen, sondern auch von allen, die einen Sinn für gesellschaftliche Verantwortung haben.
Botschaft zum 41. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2007



Verherrlichung von Gewalt und 
Banalisierung der Sexualität ist Perversion
Jeder Trend, Programme und Produkte – einschliesslich Zeichentrickfilme und Videospiele – zu produzieren, die im Namen der Unterhaltung Gewalt verherrlichen und antisoziales Verhalten oder die Banalisierung menschlicher Sexualität darstellen, ist eine Perversion – um so abstossender, wenn sich diese Programme an Kinder oder Jugendliche richten. Wie kann man diese "Unterhaltung" den zahllosen jungen Menschen erklären, die in der Wirklichkeit Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch erleiden? Diesbezüglich würde jeder gut daran tun, über den Gegensatz zwischen Christus – der "die Kinder in seine Arme nahm, ihnen die Hände auflegte und sie segnete" (Mk 10,16) – und demjenigen nachzudenken, der "einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt" und für den es besser wäre, "man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen" (Lk 17,2). Ich appelliere erneut an die Verantwortlichen der Medienindustrie, die Produzenten anzuleiten und zu ermutigen, das Gemeinwohl zu schützen, die Wahrheit zu bekräftigen, die Menschenwürde jedes einzelnen zu verteidigen und die Achtung vor den Bedürfnissen der Familie zu fördern.
Botschaft zum 41. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2007



Nein sagen
Es ist notwendig, nein zu sagen zu jenen sozialen Kommunikationsmitteln, die die Heiligkeit der Ehe und die Jungfräulichkeit vor der Ehe lächerlich machen. Jetzt ist uns in der Gottesmutter der beste Schutz gegen die Übel gegeben, die das modernen Leben bedrohen; die Marienverehrung ist die sichere Gewähr für den mütterlichen Schutz und die Verteidigung in der Stunde der Versuchung.
Predigt bei der Heiligsprechung von Frei Antônio de Sant‘Ana Galvão, 11. Mai 2007


Gewisse Programme sind unannehmbar
Die Herausforderungen, die sich an die Erziehung in der Welt von heute stellen, sind oft mit dem Einfluss der Massenmedien verbunden, die der Schule, der Kirche und sogar der Familie Konkurrenz machen. In diesem Zusammenhang ist eine angemessene Ausbildung zum korrekten Gebrauch der Medien wesentlich; die Eltern, die Lehrkräfte und die kirchliche Gemeinschaft sind zur Zusammenarbeit aufgerufen, damit sie die Kinder und die Jugendlichen dazu erziehen, wählerisch zu sein und eine kritische Einstellung reifen zu lassen, indem sie den Geschmack für das kultivieren, was ästhetisch und sittlich wertvoll ist.
bild Auch die Medien jedoch müssen ihren Beitrag zu dieser erzieherischen Anstrengung leisten, indem sie die würde des Menschen, die Ehe und die Familie, die Errungenschaften und Ziele der Zivilisation fördern. Programme, die Gewalt und anti-soziale Verhaltensweisen einschärfen oder die menschliche Sexualität auf ein vulgäres Niveau erniedrigen, sind unannehmbar dies um so mehr, wenn sie Minderjährigen angeboten werden. Ich erneuere deshalb den Aufruf an die Verantwortlichen der Medienindustrie und an all jene, die im Bereich der sozialen Kommunikation arbeiten, dass sie das Gemeinwohl schützen, die Wahrheit achten und die Würde des Menschen und der Familie verteidigen.
"Regina Caeli", 20. Mai 2007



Medien und junge Menschen
Meine Botschaft für den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel lenkt in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf die Beziehung zwischen den Medien und den jungen Menschen. Meine Besorgnisse unterscheiden sich nicht von denen jeder Mutter oder jeden Vaters oder Lehrers oder verantwortlichen Bürgers. Wir alle erkennen: "Schönheit, eine Art Spiegel des Göttlichen, inspiriert und belebt Herz und Geist junger Menschen, während Hässlichkeit und Vulgarität eine erniedrigende Wirkung auf Einstellung und Verhalten haben" (Nr 2).Die Verantwortung, Kinder und Jugendliche in die Wege der Schönheit, der Wahrheit und des Guten einzuführen und sie zu diesen zu erziehen, wiegt daher schwer. Sie kann nur in dem Masse von den Medienkonzernen unterstützt werden, indem diese die grundlegende Würde des Menschen, den wahren Wert der Ehe und des Familienlebens sowie die positiven Errungenschaften und Ziele der Menschheit fördern.
Ansprachen an die Vollversammlung des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel, 9. März 2007



Wert und Problematik der Medien
Dank einer rasanten technologischen Entwicklung haben diese Medien aussergewöhnliche Möglichkeiten erworben, was gleichzeitig neue und ungeahnte Fragen und Probleme aufwirft. Unbestreitbar ist der Beitrag, den sie für den Nachrichtenfluss, für die Kenntnis der Fakten und die Verbreitung des Wissens leisten können: sie haben z. B. entscheidend zur Alphabetisierung und zur Sozialisierung wie auch zur Entwicklung der Demokratie und des Dialogs unter den Völkern beigetragen. Ohne ihren Beitrag wäre es wirklich schwierig, das Verständnis unter den Nationen zu fördern und zu verbessern, den Friedensgesprächen universale Geltung zu verschaffen, den Menschen die Grundversorgung an Information zu garantieren und gleichzeitig den freien Meinungsaustausch vor allem in bezug auf die Ideale der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit sicherzustellen.
bild Ja, aufs ganze gesehen sind die Medien nicht nur Mittel zur Verbreitung der Ideen, sondern können und müssen auch Instrumente im Dienst einer gerechteren und solidarischeren Welt sein. Es besteht leider die Gefahr, dass sie sich in Systeme verwandelt, die darauf abzielen, den Menschen Auffassungen zu unterwerfen, die von den Herrschenden Interessen des Augenblicks diktiert werden. Das gilt für eine Kommunikation zu ideologischen Zwecken oder zur Plazierung von Konsumprodukten durch eine obsessive Werbung. Unter dem Vorwand, die Realität darzustellen, ist man in Wirklichkeit bestrebt, verzerrte Modelle persönlichen, familiären oder gesellschaftlichen Lebens zu legitimieren und aufzuzwingen. Um die Quote, die sogenannte "audience", zu erhöhen, zögert man gelegentlich nicht, sich der Regelverletzung, der Vulgarität und der Gewaltdarstellung zu bedienen. Schliesslich ist es möglich, dass durch die Medien Entwicklungsmodelle vorgestellt und unterstützt werden, die den technologischen Abstand zwischen den reichen und armen Ländern vergrössern, statt ihn zu verringern.
Botschaft zum 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2008



Die moralische Verantwortung der Medien
Die Menschheit steht heute an einem Scheideweg. Auch für die Medien gilt, was ich in der Enzyklika Spe salvi über die Doppelgesichtigkeit des Fortschritts geschrieben habe, der unzweifelhaft neue Möglichkeiten zum Guten bietet, aber auch abgründige Möglichkeiten des Bösen öffnet, die es ehedem nicht gab. (vgl. Nr. 22). Daher muss man sich fragen, ab es klug ist zuzulassen, dass die Kommunikationsmittel einer wahllosen Selbstdarstellung unterworfen sind, oder in die Hände von Leuten gelangen, die sich ihrer bedienen, um die Gewissen zu manipulieren: Sollte man nicht vielmehr sicherstellen, dass sie im Dienst der Menschen und des Gemeinwohls verbleiben und die "moralische Bildung des Menschen, das Wachstum des inneren Menschen " (ebd.), fördern? Ihre ausserordentliche Auswirkung im Leben der Menschen und der Gesellschaft ist eine weithin anerkannte Gegebenheit; aber heute muss die Wende herausgestellt werden, ja, ich würde sogar sagen, der wahre und eigentliche Rollenwandel, dem sie begegnen müssen.
In immer ausgeprägterer Weise scheint die Kommunikation heute gelegentlich den Anspruch zu erheben, die Wirklichkeit nicht nur abzubilden, sondern dank der ihr innewohnenden Macht und Suggestionskraft zu bestimmen. Es ist z.B. festzustellen, dass bei manchen Gelegenheiten die Medien nicht für eine korrekte Informationsfunktion benutzt werden, sondern die Ereignisse selbst "schaffen". Dieser gefährliche Wandel ihrer Funktion wird von vielen Seelsorgern mit Sorge wahrgenommen. Gerade weil es sich um Realitäten handelt, die tiefe Auswirkungen in allen Bereichen des menschlichen Lebens (moralisch, intellektuell, religiös, im Bereich der Beziehungen und Gefühle, kulturell) haben und das Wohl der Menschen aufs Spiel setzen, ist zu betonen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch ethisch durchführbar ist.
Botschaft zum 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2008



Die Wahrheit macht uns frei
Der Mensch dürstet nach Wahrheit, er ist auf der Suche nach der Wahrheit; das beweisen auch die Aufmerksamkeit und der Erfolg, die viele Verlagsprodukte, Programme und Fiction-Filme von Rang verzeichnen, in denen die Wahrheit, die Schönheit und Grösse des Menschen einschliesslich seiner religiösen Dimension anerkannt und gut dargestellt werden. Jesus hat gesagt: "Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien" (Joh 8,32). Die Wahrheit, die uns frei macht, ist Christus, weil nur er in umfassender Weise auf den Durst nach Leben und Liebe im Herzen des Menschen Antwort geben kann. Wer Christus begegnet und von seiner Botschaft begeistert ist, verspürt den unbändigen Wunsch, diese Wahrheit mit anderen zu teilen und mitzuteilen.
Botschaft zum 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2008



Die Frage einer "Info-Ethik"
Die Rolle, die die sozialen Kommunikationsmittel in der Gesellschaft eingenommen haben, muss heute als integrierender Bestandteil der anthropologischen Frage betrachtet werden, die als schwerwiegende Herausforderung des dritten Jahrtausends zutage tritt. Nicht unähnlich dem, was auf dem Gebiet des menschlichen Lebens, von Ehe und Familie sowie im Bereich der grossen Fragen der Gegenwart bezüglich Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung geschieht, stehen auch im Bereich der sozialen Kommunikationsmittel grundlegende Dimensionen des Menschen und seiner Wahrheit auf dem Spiel.
bild Wenn die Kommunikation die ethische Verankerung verliert und sich der sozialen Kotrolle entzieht, trägt sie am Ende nicht mehr der zentralen Stellung und der unverletzlichen Würde des Menschen Rechnung; dabei läuft sie Gefahr, negativen Einfluss auf sein Gewissen und seine Entscheidungen zu haben so wie letztlich die Freiheit und das Leben selbst der Menschen zu bestimmen. Das ist der Grund, warum es unerlässlich ist, dass die sozialen Kommunikationsmittel leidenschaftlich den Menschen als Person verteidigen und seine Würde vollkommen achten. Einige denken, dass heute in diesem Bereich eine "Info-Ethik" ebenso notwendig ist wie die Bio-Ethik im Bereich der Medizin und der wissenschaftlichen Forschung, die mit dem menschlichen Leben zu tun hat.
Botschaft zum 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2008



Die Wahrheit über den Menschen bekannt machen
Man muss vermeiden, dass die Medien das Sprachrohr des wirtschaftlichen Materialismus und des ethischen Relativismus werden, wahre Plagen unserer Zeit. Die Medien können und sollen hingegen dazu betragen, die Wahrheit über den Menschen bekannt zu machen und sie dabei vor denen zu verteidigen, die dazu neigen, diese zu bestreiten oder auszulöschen . Man kann sogar sagen, dass die Suche nach der Wahrheit über den Menschen und ihre Darstellung die höchste Berufung der sozialen Kommunikation bilden. Zu diesem Zweck alle - immer besseren und verfeinerten - Ausdrucksweisen zu nutzen, die den Medien zu Verfügung stehen, ist eine begeisternde Aufgabe, die in erster Linie den in diesem Bereich Verantwortlichen und Tätigen übertragen ist. Es ist jedoch eine Aufgabe, die in gewisser Weise uns alle Betrifft, weil im Zeitalter der Globalisierung wir alle Mediennutzer und Medienschaffende sind.
Botschaft zum 42. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, 24. Januar 2008






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Die Verantwortung der Medien
Ich möchte auch ein Wort der Ermutigung an alle richten, die in den Medien arbeiten. Sie können viel zur Überwindung hartnäckiger Misstrauenshaltungen beitragen, wenn sie gewährleisten, dass sie nicht Werkzeuge des Vorurteils sind, sondern vielmehr über Sonderinteressen hinausgehen, indem sie umfassende und alle einschliessende zivile Ziele fördern und auf diese Weise zu Instrumenten im Dienst grösserer Gerechtigkeit und Solidarität werden (vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 2008, 2).
Ansprache an die neue Botschafterin von Bosnien und Herzegowina, 18. September 2008

KOMMENTAR: Nach meinem Dafürhalten haben die Medien keinen Missionsauftrag.
Medien sollten stets unabhängig, sachgerecht, 
mitunter kritisch informieren, Sachverhalte 
vertiefen. Sie dürfen auch unterhalten.
Ich setze mich für die Meinungsfreiheit
und Meinungsvielfalt der Medien ein.
Der Papst weist auf einen wunden Punkt der 
Medienlandschaft hin:
Es gibt tatsächlich eine dominierende Tendenz, die Familie 
nur noch als abstraktes Modell hinzustellen. Der Blick auf die Familie als  Ort, "wo wir alles lernen, was es bedeutet, 
in der empfangenen und geschenkten Liebe 
zu kommunizieren wird ausgeklammert.
Auch beim Familienbild geht es nach meinem
Dafürhalten bei den Medien auch darum, 
dass Berichterstattungen kein verzerrtes Bild 
vermitteln dürften.
Medien müssen und dürfen die Realität zeigen,
doch ist es nicht ihrer Aufgabe, Anwalt einer These 
zu sein.





Samstag, 16. Mai 2015

Worthülsen



Philipp Loser schreibt im Tagi:

Worthülsen, Worthülsen

Sie senden gerne Signale. Sie warnen vor administrativem Leerlauf. Sie sehen Aufgeblähtes und orten Handlungsbedarf (gerne überall).

Sie beschreiben Probleme als Chancen oder, noch schlimmer, als Herausforderungen. 

 Sie verstehen den Unmut von wenigen und hoffen auf Akzeptanz der vielen. Sie halten fest, sie resümieren, sie
 ziehen ein Fazit.

 Und dann empfehlen sie den Antrag, den Vorstoss, das Postulat oder die Interpellation im Namen ihrer Fraktion herzlich zur Annahme. Oder zur Ablehnung.
Es ist den Machern der Satiresendung «Giacobbo/Müller» hoch anzurechnen, dass sie sich in mühevoller Kleinarbeit den politischen Worthülsen und Leerformeln unserer Tage widmen und dabei immer wieder auf Perlen der Rhetorik stossen. So auch am vergangenen Sonntag. Es geschah bei der Debatte über das Geschäft Nummer 14.059, im Protokoll prosaisch mit

 «Bundesgesetz über den zivilen Ersatzdienst. Änderung»

 betitelt. Die Akteure: Evi Allemann und Edith Graf-Litscher, zwei Nationalrätinnen der SP. Ihr Vergehen: Verdoppelung des Gedankens. Die beiden Nationalrätinnen sagten tatsächlich das exakt gleiche.

Jedes Wort wird abgewägt, jeder Satz als potenzieller Feind betrachtet.

Wer sagts denn? Allemann (l.) und Graf-Litscher teilen sich ganze Sätze. Fotos: Keystone
Wer sagts denn? Allemann (l.) und Graf-Litscher teilen sich ganze Sätze. Fotos: Keystone

«Wer aus Gewissensgründen konsequent darauf verzichten will, sich an der Armee zu beteiligen, muss die Möglichkeit eines zivilen Ersatzdiensts bei der Tauglichkeitsprüfung haben. Die heutige Tauglichkeitsprüfung im Rahmen der Rekrutierung wird nach militärischen Gesichtspunkten von Angehörigen der Armee durchgeführt und zählt auch als Militärdienst», sagte Allemann.
Wenig später trat Graf-Litscher ans Rednerpult. Sie sagte Folgendes: «Wer aus Gewissensgründen konsequent darauf verzichten will, sich an der Armee zu beteiligen, muss die Möglichkeit eines zivilen Ersatzdiensts bei der Tauglichkeitsprüfung haben. Die heutige Tauglichkeitsprüfung im Rahmen der Rekrutierung wird nach militärischen Gesichtspunkten von Angehörigen der Armee durchgeführt und zählt auch als Militärdienst.»

Die beiden Nationalrätinnen trafen sich noch zwei weitere Mal mit ihrer Formulierung. Es ging um den Artikel 17a (fragen Sie nicht) und um das konsequente Verhindern von «administrativen Leerläufen auf Gesetzesstufe» (dito). Hintereinander und gegeneinander zusammengeschnitten vom Team von «Giacobbo/Müller» ergab die Rede der beiden Rednerinnen ein Videodokument von seltener Güte: Das Problem mit der Politik-Sprache, kondensiert auf knapp eine Minute.
Duett ab Minute 24: Allemann und Graf-Litscher in der gleichen Debatte. Video: SRF

Die Lösung des Rätsels ist etwas weniger unterhaltend: Allemann und Graf-Litscher hatten sich bei der Vorbereitung ihres Votums auf die Vernehmlassung der Partei gestützt und einzelne Sätze als «Textbausteine» (als ob ein guter Text eine Mauer wäre) in ihre Rede «eingebaut» (eben). Was zwar blöd tönte, aber wohl verzeihlich ist. Aus dem eigenen Parteiprogramm abschreiben geht in Ordnung (man stelle sich vor, ein Lobbyist hätte beim Schreiben geholfen, das soll ja durchaus vorkommen).

Die Verdoppelung ist verzeihlich, ja, aber sie auch bezeichnend. Es hat schon einen Grund, dass die wütende Abschiedstirade von Martin Graf, dem abgewählten Zürcher Regierungsrat der Grünen, tausendfach geklickt wurde. Immer seltener hört man Politikerinnen und Politiker tatsächlich sprechen. So ganz echt. Unkontrolliert und unvorbereitet.

  Die Kommunikationsmenschen – in den Behörden, in den Parteien – haben ihren Beamten und Politikern jegliches Risiko ausgetrieben. Jedes Wort wird abgewägt, jeder Satz als potenzieller Feind der Konsensdemokratie betrachtet und entsprechend vorsichtig verfasst.

Die Folgen dieses Verrats an der Sprache lassen sich in jeder Medienmitteilung der Verwaltung nachlesen. Oder in der unendlichen Wortprotokollen des Parlaments. Wie oft reden da Politiker das gleiche. Und sagen doch nichts.

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Philipp Loser ist Inlandredaktor beim «Tages-Anzeiger».
Journaliste au «Tages-Anzeiger»

Kalte Sophie bringt Kälte

Vor wenigen Stunden noch Badi-Wetter

 Kalte Sophie bringt 30 Zentimeter Schnee

So schnell kanns gehen: Gestern noch war es schön und warm und heute fällt Schnee bis auf 560 Meter über Meer.
(aus Blick online) 

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