Donnerstag, 19. Februar 2015

Aus Werner Stangls Arbeitsblättern


Aktives Zuhören Literatur: Knill, Hildegard (1998). Hören - Hinhören - Zuhören. WWW: http://www.rhetorik.ch/Hoeren/Hoeren.html (02-11-28) 
Man wird trotz Kenntnis von Zuhörtechniken noch kein guter Zuhörer. Um sich an einer Kommunikation - sei es mit einem Partner oder in einer Gruppe - aktiv beteiligen zu können, ist auch Zuhören können notwendig. Das "aktive Zuhören" hat einen festen Platz in der Gesprächspsychotherapie und auch Kommunikationsexperten schulen in ihren Kursen die TeilnehmerInnen im aktiven Zuhören. Das geschieht aus der Erkenntnis heraus, daß für eine konstruktive Gesprächsführung das aufmerksame Zuhören genauso wichtig ist wie das klare und verständliche Reden. "Aktives Zuhören" bedeutet, sich in den Gesprächspartner einzufühlen, beim Gespräch mitzudenken, und dem Gesprächspartner Aufmerksamkeit und Interesse entgegenzubringen. Durch verbale und nonverbale Reaktionen wird dem Partner gezeigt, dass man aufmerksam ist und versucht, ihn zu verstehen, dass man Interesse und Anteilnahme hat. Aktives Zuhören ist erlernbar.
Die vier Phasen des aktiven Zuhörens sind:
 Wahrnehmung: 
Menschen nehmen selektiv wahr. Das ist auch sinnvoll, denn man wäre gar nicht fähig, auf alle Informationen, Reize, Eindrücke tatsächlich einzugehen.
 Verstehen: 
Beim Verstehen wird das Gehörte aufgefasst und begriffen. Missverständnisse können zum Beispiel entstehen, wenn Sender und Empfänger Begriffe verschieden interpretieren. Bewerten: Menschen tendieren dazu, zu bewerten was sie gehört und verstanden haben.
Feedback geben:
Feedback kann helfen, Missverständnissen vorzubeugen.
 Reaktion: 
Verbale und nonverbale Reaktionen, wie Kopfnicken oder Blickkontakt sind Techniken, die aktives Zuhören erleichtern.
 Die wichtigsten Techniken des aktiven Zuhörens sind:
 Paraphrasieren: Die Aussage wird mit eigenen Worten wiederholt. Verbalisieren: Die Gefühle, die Emotionen des Gegenübers werden gespiegelt z.B. "Sie hat das maßlos geärgert."
 Nachfragen: "Nachdem Sie dies gesagt hatten, reagierte Hans Meier nicht?"
 Zusammenfassen: So wie in einem Zeitungsartikel unter dem Titel der Inhalt in geraffter Form gedruckt wird, kann bei Gesprächen das Gehörte mit wenigen Worten zusammengefasst werden.
 Klären: "Sie haben gesagt, Sie hätten sofort reagiert. War das noch am gleichen Tag?"
 Weiterführen: "Dann hat der Vorgesetzte das Gespräch gesucht. Wie hat er sich dann verhalten?"
Abwägen: "War die Belästigung schlimmer als das Nicht-ernstgenommen-werden?"
 Zuhören heißt Anteilnehmen im wörtlichen Sinn: 
Ich nehme die Teile, die mitgeteilt worden sind, an. Das Anteilnehmen hat aber mit echtem Interesse zu tun - jedoch findet man als "Produkt" von Kommunikationsseminaren häufig TeilnehmerInnen, die nur so tun, als ob sie zuhörten bzw. die erlernten Techniken in einer Art und Weise demonstrieren, als würden sie tatsächlich zuhören und gleichzeitig in Duktus und Gestik das Gegenteil davon signalisieren, dass sie nämlich ihre eigenen Aussagen wichtiger nehmen als die Aussagen der Mitmenschen. 
Zuhörfehler vs Gutes Zuhören Quelle: Vacano, Kornelia von (2001). Professionelle Gesprächs- und Verhandlungsführung. WWW: http://www.hochschulkurs.de/vvacano.doc (03-08-31) Zuhörfehler Gutes Zuhören Das Zuhören wird als lästige und unumgängliche Pflicht absolviert. Der Gesprächspartnerin/dem Gesprächspartner entgeht die Uninteressiertheit bzw. Unruhe aber - zumindest auf Dauer - nicht. Die Form der „Darbietung" wird überbewertet. Spricht die Gesprächspartnerin/der Gesprächspartner langweilig, ohne Betonungen, oder im Dialekt, so kann dies das Zuhörverhalten negativ beeinflussen. Beiträge von redegewandten und wort-reichen Menschen werden häufig positiver beurteilt. Es wird zu schnell ein Urteil über den Gesprächsbeitrag gefällt, häufig gar, wenn die Gesprächspartnerin/der Gesprächspartner noch nicht ausgesprochen hat und es werden bereits eigene Gegenargumente vorbereitet. Wichtige Inhalte können durch dieses Überhören verloren gehen. Die Hörerin bzw. der Hörer psychologisiert zu viel. Hinter jedem Problem der Gesprächspartnerin/des Gesprächspartners wird ein persönliches Problem vermutet - andere mögliche Gründe werden ausgeblendet. Eigene Ansichten, Erfahrungen und Ratschläge werden vorschnell mitgeteilt, ohne auf die Bedürfnislage der Rednerin/des Redners zu achten. Die Hörerin bzw. der Hörer fühlt sich durch Aussagen der Gesprächspartnerin /des Gesprächspartners angegriffen und reagiert mit z.B. Zurechtweisung, Richtig-stellung, Unterbrechung, Streit. Eigene Ansichten werden mit diesen Reaktionen möglicherweise vorschnell der anderen Seite übergestülpt. Bei schwieriger Materie wird abgeschaltet. Vorinformationen haben bereits zu einer Meinungsbildung über die Gesprächs-partnerin/den Gesprächspartner geführt und beeinflussen die Bereitschaft zuzu-hören bzw. nicht mehr genau hinzuhören. Das Zuhören wird übertrieben. Die Gesprächspartnerin/der Gesprächspartner fühlt sich möglicherweise ausgehorcht, wenn keine eigenen Aussagen von der anderen Seite gemacht werden. Die Aussagen werden zu schnell als uninteressant abgewertet. Nicht sprechen! Die Gesprächspartnerin/den Gesprächspartner entspannen! Schaffen Sie eine positive und wertschätzende (Gesprächs-)Atmosphäre. Zeigen Sie, daß Sie zuhören wollen, z.B. durch Blickkontakt, Nicken, Brummen, ein kurzes „Ich höre Dir zu...". Halten Sie Ablenkungen fern! Ablenkungen sind z.B. Telefon, Unterlagen, die nebenher durchgeblättert werden, Kritzeleien während des Gesprächs auf einem Notizzettel. Stellen Sie sich auf Ihre Gesprächspartnerin/Ihren Gesprächspartner ein! Versuchen Sie, sich in ihre/seine Lage zu versetzen, um die jeweiligen Standpunkte besser verstehen zu können. Geduld! Unterbrechen Sie Ihre Gesprächspartnerin/Ihren Gesprächspartner nicht im Redefluß. Lassen Sie Gedankengänge zu Ende ausführen, ohne selbst schon auf dem Sprung zur „langersehnten" Antwort zu sein. Gönnen Sie Ihrer Gesprächspartnerin/Ihrem Gesprächspartner eine Pause. Beherrschen Sie sich! Wenn Sie sich ärgern, interpretieren Sie mögliche Aussagen verkehrt. Lassen Sie sich durch Vorwürfe und Kritik nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Fragen Sie! Sie signalisieren damit Interesse, können dadurch das Gespräch vertiefen und bei Bedarf gut lenken.

Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/KommUnterricht.shtml
© [werner stangl]s arbeitsblätter
LINK:

Eine der Gründe, warum man in der Konversation so selten verständige und angenehme Partner findet, ist, dass es kaum jemanden gibt, der nicht lieber an das ...
www.rhetorik.ch/Hoeren/Hoeren.html

Oliver Knill lässt aus BOSTON grüssen

Im Westen der USA 
herrscht Eiszeit
Winter extrem im Osten der USA (Artikel enthält Video)


Mittwoch, 18. Februar 2015

Wie hoch kann bei Verhandlungen gepokert werden?

Er weiss, wie man verhandelt. Hat er doch als Professor ein Buch über das SPIEL der VERHANDLUNGEN geschrieben.

Finanzminister Giannis Varoufakis hat auch den jüngsten Vorschlag der Europartner abgelehnt und den Gipfel in Brüssel platzen lassen. Noch ist Zeit für eine Einigung, doch der sogenannte Grexit - ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone - wird immer wahrscheinlicher. 


Griechenland lässt Verhandlungen platzen (Artikel enthält Video)

Griechenland lässt Verhandlungen platzen

Die Sparpolitik der EU sei «fiskalisches Waterboarding», schimpft der Ökonomie-Professor.  

Varoufakis vor der europäischen und griechischen Fahne. 
Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis. Keystone
Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis ist Professor für Wirtschaftswissenschaften. Sein Fachgebiet ist die Spieltheorie. In diesem Teilgebiet der Mathematik geht es darum, welche Entscheidungen in Konfliktsituationen am besten sind.
Eines dieser Spiele könnte man mit «Wer ist der grösste Angsthase?» beschreiben: Zwei Autos rasen aufeinander zu. Das eine Fahrzeug ist eine Luxuskarosse, das andere ein ausgebeulter Secondhand-Wagen. Der Fahrer des teuren Wagens wird wahrscheinlich als erster ausweichen. Sein finanzieller Verlust – bei einer Kollision – wäre massiv höher als beim Fahrer der Rostlaube.

KOMMENTAR:

Ich würde mich nicht wundern, wenn die EU am Schluss nicht das 2 am Rücken hat.

Bis jetzt scheint dem hartnäckigen Verhandlungspartner die Rechnung aufzugehen.

Das Verhandlungskonzept: Ruhe bewahren, Gelassenheit, irritieren, überraschen, die Schwächen des Gegners brutal ausnützen

(Die EU will offensichtlich keinen Ausstieg Griechenlands. Es hat sich bislang gezeigt, dass Abmachungen und Spielregeln nicht eingehalten werden müssen).

Durchstehvermögen und Geduld könnte sich somit lohnen.

Varoufakis rechnet damit, dass es sich die EU nicht leisten kann, Griechenland fallen zu lassen.
Die Schweiz könnte übrigens von der Verhandlungstaktik der Griechen Einiges lernen.

LINKS:
Jedes Kind übt sich ständig im Verhandeln. "Muss ich tatsächlich um zehn Uhr schon ins Bett?", fragt Anna beispielsweise die Eltern. Nach längerem Hin und ...
www.rhetorik.ch/Verhandeln/Verhandeln.html

2. Aug. 2003 ... Es erlaubt auch bei schwierigen Verhandlungen noch ein positives Verhandlungsergebnis zu erzielen. Ziel des ... Verhandeln - aber wie?
www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/Harvardkonzept.html

 

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
10. Apr. 2011 ... überZeuGen! Verhandeln ist ein fester bestandteil des Lebens, im Grossen wie im ... aber nur, wenn wir den Verhandlungspartner nicht als ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_10/artikel.pdf

Schawi auf dem hohen Seil

Ich hatte mir vorgenommen, die Sendung am Montagabend anzuschauen:

Ein DUELL der TITANEN wurde angekündigt:

Harald Schmidt bei Schawi



«Es wird keine zweite Thiel-Sendung geben»
Heute Abend empfängt Roger Schawinski den Entertainer Harald Schmidt zum Gespräch. Schawinski fiebert dem Treffen mit Respekt entgegen.

Bildergebnis für Es wird keine zweite Thiel Sendung geben
Bildergebnis für Es wird keine zweite Thiel Sendung geben

Heute Abend empfängt Roger Schawinski
einen hochkarätigen Gast.

Heute Abend empfängt Roger Schawinski (69) einen hochkarätigen Gast. Mit Harald Schmidt wird ein Schwergewicht zu Gast sein. «Eine Herausforderung», sagt Schawinksi. «Aber ich erwarte kein grosses Gehacke.» Die Beziehung der beiden hat eine Vorgeschichte: Schawinski war im Jahr 2003 als Sat.1-Boss für knapp einen Monat der Vorgesetzte von Harald Schmidt. Harald Schmidt hatte sich in seiner «Harald Schmidt Show» mehrfach über Schawinski lustig gemacht und dann seinen Job gekündigt. «Die Kündigung hatte nichts mit mir zu tun», sagt Schawinski. Schmidt sei schlicht ausgepowert gewesen. Heute Abend treffen die zwei also wieder aufeinander. «Es ist, als würde eine Schweizer Mannschaft gegen Real Madrid antreten», sagt Schawinsk bescheiden.


Um 22.55 Uhr geht heute Abend im Leutschenbach ein Treffen zweier Mediengiganten über die Bühne. Talker Roger Schawinski (69) empfängt den Kulturschaffenden Harald Schmidt (57) zum halbstündigen Gespräch. Die Ausgangslage ist delikat.

Schawinski war als Chef von Sat.1 einen Monat lang der Vorgesetzte von Schmidt. Dieser hat, kurz nachdem Schawinski Senderchef wurde, seinen Job an den Nagel gehängt, was immer wieder Schawinski angelastet wurde. «Das ist völliger Unsinn», sagt Roger Schawinski zu 20 Minuten. «Sein Abgang hatte nichts mit mir zu tun, sondern damit, dass er völlig ausgepowert war.»

Herausforderung für Schawinski



Schawinski fiebert der Begegnung von heute Abend mit Respekt entgegen. «Meine Befindlichkeit ist schon speziell. Harald Schmidt ist ein schneller, brillanter Rhetoriker.» Darum hat sich Schawinski auch länger und intensiver als sonst auf das Gespräch vorbereitet. «Das ist eine Herausforderung für mich, ein grösserer Test.»

Einen erneuten Eklat erwartet er aber nicht: «Alle hoffen auf eine neue Thiel-Sendung – das wird aber nicht passieren», sagt der Talker.  «Ich muss ja auch nicht gewinnen», antwortet er vieldeutig.

Frei von Spannungen ist die Beziehung der beiden nicht. 2008 machte sich Dirty Harry in der «Harald Schmidt Show» über Roger Schawinskis Buch lustig. Und auch kurz vor der Sendung schiesst Schmidt bereits schon Giftpfeile via Twitter ab. «Schawinski fehlt einfach Klasse», schreibt der Entertainer und gibt gleich noch seine Taktik für den Talk bekannt: «Gedenke mich heute bei Schawinski versöhnlich zu geben. Das wird ihn am meisten ärgern.»


Doch alles kam anders:

Blick bringt es auf den Punkt:




  play (Roger Schawinski (l.) und Talk-Gast Harald Schmidt.)

Schawinski gegen Schmidt 

Streithähne plötzlich zahm

Die Zuschauer von «Schawinski» wurden enttäuscht: Statt eines Showdowns der Extraklasse dominierten handzahme Dauer-Kontrahenten.

KOMMENTAR:
Ich wurde auch enttäuscht. Schawinski wirkte angespannt. Sein ständig aufgesetztes Lachen war ungewohnt. So kumpelhaft verhielt sich Schawinski noch nie. Es wirkte so, als müsste er die Situation künstlich entspannen.
Es war jedenfalls nichts mehr da vom prognostizierten Duell zweier Kommunikations Titanen.
Es war eine Auflistung gemeinsamer Geschichten, gleichsam eine doppelte Selbstdarstellung.
Die beiden ehemaligen  Streithähne gaben sich überraschend handzahm.
Die Zuschauer lobten erstaunlicherweise in den Kommentaren dieses zahme Gespräch.
Wie ein Groupie habe Schawinski im Schatten des grossen Talkmasters gewirkt – und sei dabei zum «Stichwortlieferanten» verkommen. 
Schawinski war sich wohl bewusst: Eine zweites Mal durfte er die Nerven nicht mehr vor laufender Kamera verlieren.
Das vernichtende Urteil des Ombudsmannes wird das Verhalten Schawis enorm beeinflusst haben. Er war jedenfalls einem grossen Druck unterworfen. Schawinski löste den Knopf mit folgender Strategie: Anstatt zu Duellieren und sich gegenseitig anzugreifen,  sprach er mit dem Kollegen auf Augenhöhe, fast kumpelhaft. Seine Zahmheit begründete der gefürchtete Interviewer mit dem Argument:
"Warum soll ich einen so intelligenten Menschen angreifen?
Ich wünsche mir jede Woche einen solchen Gast."
Ob das Publikum diese Argumentation "abkauft"?
Das würde nämlich heissen, dass die früheren Gäste zu wenig intelligent gewesen waren.
Ich vermute, dass Roger Schawinski in kommenden Sendungen versuchen wird, wieder etwas mehr Biss zu zeigen - auch bei intelligenten Gesprächspartnern. 

NACHTRAG: Ich zitiere aus TAGI-Kritik:

Schawinski  nahm sich zurück und entlockte seinem Gesprächspartner so Interessanteres, als Provokationen es ermöglicht hätten. Schmidts Verhältnis zu Intellektuellen etwa oder zu seinen miesen Quoten. Man scherzte, sah sich alte Ausschnitte aus der «Harald Schmidt Show» an. Schawinski lachte, dass ihm fast die Tränen kamen. 
 Schmidt gab sich versöhnlich und stellte klar, dass er Sat 1 damals nicht wegen Schawinski verliess, sondern weil er ermattet war und einen Lohnpoker mit dem neuen Eigentümer Haim Saban verloren hatte. Die Sendung wurde so fast zur Therapiestunde.

Und Spass hatten die beiden. Schawinski zeigte sich durchaus wendig und hielt Schmidts Tempo mit, stets darauf bedacht, sich nicht provozieren zu lassen. Sogar als der Deutsche fand, dass jeder Quote machen könne – «doch Quote ist für den Mob». Für den reichweitenbedachten Weltverbesserer Schawinski wäre das sonst die ultimative Kampfansage gewesen. Doch er lachte auch diese Provokation weg. Genauso wie Schmidts mit kratzigem Schweizer Akzent vorgetragene Anekdote über eine gemeinsame Berliner Taxifahrt, als Schawinski offenbar sagte: «Hey, fuck, ich leb nur einmal, ich kauf mir dieses Penthouse.»


Carlos lässt grüssen

Der Attentäter von Kopenhagen war auch Thai-Boxer

Omar Abdel Hamid (†22), der Killer von Kopenhagen, war erst seit Kurzem auf freiem Fuss. Bis vor zwei Wochen sass er im Knast, weil er Ende 2013 einen 19-Jährigen mit einem Messer schwer verletzte.
Vor seiner Haftstrafe machte er sich als Thai-Boxer einen Namen. 

 Als Omar «Captain» Hussein stand er unzählige Runden im Ring. Peder Jepsen (36), gegen den er im Video antritt, sagt gegenüber dem «Ekstra Bladet», er könne sich noch gut an den Kampf gegen den viel jüngeren Boxer erinnern.

«Ich dachte, das Boxen tue ihm gut»

«Er war körperlich stark, aber technisch und taktisch war ich ihm wohl überlegen», sagt Jepsen. Andere Quellen aus der Boxing-Szene beschreiben den Attentäter von Kopenhagen als einen, der hart im Nehmen war und nie aufgeben wollte. Er habe eine vielversprechende Karriere vor sich gehabt.
Jepsen sagt weiter, er sei schockiert gewesen, als er gemerkt habe, dass er gegen einen mutmasslichen Killer gekämpft hatte. «Als ich seinen Namen und die Fotos von ihm in den Medien sah, erkannte ich ihn und war verängstigt.» Es sei ein komisches Gefühl, gegen ihn geboxt zu haben.
Dass Hussein Mitglied einer Gang war, wusste Jepsen. «Ich dachte, das Boxen tue ihm gut und dass er mit dem Sport Positives erreichen wollte.» (lex aus Blick-online)


KOMMENTAR: Bei den Therapeuten gibt es unterschiedliche Meinungen hinsichtlich "Umgang mit Gewalt". Die Fragen können nicht eindeutig beantwortet werden:
Baut Boxen die Aggression ab?
Wird durch das Boxen das Aggressionspotential eher gefördert?
Sollte nicht eher die Einstellung des Klienten mit gezielter Gesprächstherapie geändert werden?
Oder bringst in solchen Fällen nur die Verhaltenstherapie einen besseren Erfolg?
Fragen über Fragen, die ohne genaue Kenntnis der Persönlichkeit und der Vorgeschichten kaum eindeutig beantwortet werden können.
Auch im Fall Carlos stritten sich die Experten.



Dienstag, 17. Februar 2015

Neue Anti-Raucherkampagne

Das Bundesamt für Gesundheit sucht neue Wege:

  1. az Solothurner Zeitung

    BAG-Kampagne: Nichtraucher-Kampagne – nur Schall und Rauch?

    20 Minuten Online (Pressemitteilung)-16.02.2015
    Marcus Knill erachtet den humoristischen Aspekt der Kampagne als sehr wichtig: «Jugendliche lassen sich davon eher beeinflussen als von ...


In der Schweiz rauchen 1,7 Millionen Menschen. Zu viel, meint das Bundesamt für Gesundheit – und investiert 9 Millionen Franken in die Tabak-Prävention. Die neue Kampagne mit dem Slogan «Ich bin stärker» soll aufhörwillige Raucher bestärken.
Über die Hälfte der Raucher in der Schweiz geben an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. An diese Gruppe richtet sich die neue Tabakpräventionskampagne des Bundes mit dem Slogan «Ich bin stärker».
Kampagnen-Plakat
Bildlegende: Die Plakate der aktuellen Anti-Tabak-Kampagne sollen Raucher zu einem Stopp animieren. bag 
Ich zitiere SRF: 

Jeder Vierte raucht

Derzeit liegt der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung bei 25 Prozent, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte. Das sind 1,7 Millionen Menschen, was gemäss BAG aus gesundheitspolitischer Sicht eine zu hohe Zahl ist.
Der Tabakkonsum sei immer noch die häufigste Ursache vorzeitiger Todesfälle in der Schweiz und verursache volkswirtschaftliche Kosten von fünf Milliarden Franken pro Jahr. Die bis 2017 dauernde Kampagne kostet ihrerseits neun Millionen Franken und wird aus dem Tabakpräventionsfonds finanziert.

Hilfe übers Telefon

Mit der neuen Kampagne soll die Motivation der aufhörwilligen Raucher gestärkt werden. Ausserdem macht sie auf bestehende Unterstützungsangebote wie die nationale Rauchstopp-Telefonlinie aufmerksam.


Die Präventionskampagne setzt auf das bereits bekannte Logo mit der geknickten Zigarette. Dies garantiert gemäss BAG einen «hohen Wiedererkennungswert». Neben dem Bundesamt beteiligen sich die Kantone und Nichtregierungsorganisationen an der Kampagne.

Mit neuen kurzen Spots versucht das BAG  mehr Wirkung zu erzielen als mit
den bisherigen Horror- und Abschreckungsbildern.
Ich zitiere 20 Min:

BAG-Kampagne
20 Minuten Online - vor 3 Stunden
Spornt Sie eine Rauchstopp-Kampagne an, einen neuen ... sind bereits altbekannt: Rauchen ist schlecht für Kondition und Aussehen. ... Raucherinnen und Raucher zu erreichen», meint Verena El Fehri, ...

BAG-Kampagne


Nichtraucher-Kampagne – nur Schall und Rauch?

Das Bundesamt für Gesundheit setzt in der Zigarettensucht-Bekämpfung auf Humor. Experten glauben jedoch: Die neuen Spots sind wirkungslos.


Ein neuer Ansatz bei der Tabakprävention: das BAG versucht es mit Humor.





Das Bundesamt für Gesundheit lanciert heute zwei neue Spots, die Raucher vom Glimmstängel entwöhnen sollen. Geht es um Tabakprävention, sind sich Experten mehrheitlich einig, dass Schockbilder und Abschreckung wenig bewirken. Frühere Kampagnen mit abschreckenden Bildern wurden daher als wenig erfolgversprechend kritisiert. Nun versucht es das BAG mit Humor.

Für Cyrill Argast von Easyway ist klar: «Wegen dieser Videos wird bestimmt niemand mit dem Rauchen aufhören.» Für den Rauchstopp-Coach ist die BAG-Kampagne einfach «weitere Angstmacherei» – und diese Methode bringe erfahrungsgemäss nichts. «Die Gruppe von Rauchern, die nicht aufhören will, macht das sowieso nicht. Der anderen Gruppe, die sich einen Rauchstopp überlegt, wird einfach ein weiteres Mal ein schlechtes Gefühl vermittelt», sagt Argast. Ausserdem bringe die Kampagne nichts Neues, die Argumente sind bereits altbekannt: Rauchen ist schlecht für Kondition und Aussehen.

Humor funktioniert bei diesem Thema nicht

«Die Kampagne mit Witz hat durchaus das Potenzial, Raucherinnen und Raucher zu erreichen», meint Verena El Fehri, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz. Wunder seien aber insbesondere bei einem relativ tiefen Kampagnen-Budget nicht zu erwarten. «Die Tabakindustrie wirbt täglich in den Medien fürs Rauchen», sagt sie. Zudem erwartet El Fehri nicht, dass sich Jugendliche von den Videos angesprochen fühlen, dazu müssten andere Themen gewählt werden.

Süchtige lassen sich durch Nichts vom Rauchen abhalten

Marcus Knill erachtet den humoristischen Aspekt der Kampagne als sehr wichtig: «Jugendliche lassen sich davon eher beeinflussen als von Abschreckung», sagt der Kommunikationsberater, der sich mit Beeinflussung und Motivation befasst. Die kurz gehaltenen Spots sprechen einen bei seiner Schönheit und Jugendlichkeit an statt den Drohfinger zu heben. Das könnte die Leute eher erreichen als bisherige Kampagnen, denn: «Jung und schön will doch jeder sein.» Dennoch betont Knill: «Es ist wissenschaftlich erwiesen: Jemand, der süchtig ist, lässt sich von kaum etwas abhalten.»



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LINKS:

16. Apr. 2010 ... Aktuell Werbung · Horrorbilder gegen das Rauchen · Cyberchondria ... zum Rauchen kriegen, wenn sie Bilder beim Start des Rauchens sehen, ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/04_16/

23. Okt. 2004 ... findet EU - Kommissar David Burne. Er glaubt an die positive Wirkung von brutalen Bildern. Es gibt jedoch Stimmen, die finden, dass sich ein ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Oct_23_2004.html

Montag, 16. Februar 2015

Schon wieder ein Anschlag gegen die Meinungsfreiheit - jetzt in Kopenhagen.

In Deutschland wurde eine Grossveranstaltung (Fasnachtsumzug) abgesagt, 
weil man erneut mit einem 
Anschlag rechnen musste.

Der jüngste Terrorakt mit Toten schreckt Europa erneut auf.
Müssen wir unseren Alltag durch Terroristen diktieren lassen?
Ich zitiere SRF:

  • Attentäter von Kopenhagen war dem Geheimdienst bekannt (Artikel enthält Bildergalerie)

    Attentäter von Kopenhagen war dem Geheimdienst bekannt

    Der Täter habe sich an den Anschlägen von Paris orientiert, so die Sicherheitsbehörden. Wer er war, sagen sie nicht.

    KOMMENTAR: Erneut zeigt sich, dass ein fundamentaler Attentäter mit islamistischem Hintergrund diese Bluttat durchführen konnte.  Es ist verständlich, dass die Bevölkerung nicht bereit ist, das Risiko von fanatischen Salafisten einfach als gottgegeben hinzunehmen. Wenn gesagt wird, diese Fanatiker wären ja nur eine Minderheit, gilt es zu berücksichtigen, dass auch WENIGE ZU VIEL sind. Ein Attentäter allein ist fähig, viele Menschen umzubringen.
    Das generelle Unbehagen  gegen alle Anhänger des heiligen Krieges ist nachvollziehbar und hat nichts mit Rassismus zu tun.
    Uebrigens: Der Attentäter hat laut Medienberichten eindeutig Verbindung zu Islamisten.