Montag, 15. Dezember 2014

Beschwerde gutgeheissen

Das jüngste Urteil der Beschwerdeinstanz zeigt, 
dass diese Instanz nicht auf einem Auge blind ist:

Sachgerechtigkeitsgebot

(Aus 20 Min)

SVP-Beschwerde gegen SRF gutgeheissen

Irreführung der Zuhörer: Ein Bericht auf dem Radiosender SRF 1 hat fälschlicherweise den Wegzug eines Konzerns mit der SVP-Zuwanderungsinitiative in Verbindung gebracht.

storybildAuch der Ombudsmann der SRG betrachtet den Beitrag als «unsachlich». 
Das Schweizer Radio SRF hat mit einem Beitrag über den Wegzug des Erdölkonzerns Weatherford aus der Schweiz das Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Zu diesem Schluss kommt die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) in einem Entscheid vom Freitag.
Der Beitrag war am 4. April dieses Jahres in der Sendung «HeuteMorgen» auf Radio SRF 1 ausgestrahlt worden. Darin wurde der Wegzug des Konzerns mehrmals mit der Annahme der SVP-Zuwanderungsinitiative rund zwei Monate zuvor in Verbindung gebracht.
Kein Beweis für Sitzverlegung wegen Initiative
Damit seien die Zuhörerinnen und Zuhörer irregeführt worden, teilte die UBI am Freitag mit. Sie hiess eine Beschwerde der SVP deutlich mit acht Stimmen zu einer Stimme gut. Es finde sich kein Beleg dafür, dass das Ja vom 9. Februar tatsächlich eine wesentliche Rolle für die Sitzverlegung von Weatherford von Zug nach Irland gespielt habe.
Vor der UBI hatte bereits der Ombudsmann der SRG den Beitrag als «unsachlich» kritisiert. Die SRG muss die UBI nun innerhalb von 30 Tagen darüber informieren, welche Massnahmen zur Behebung des Mangels getroffen wurden und wie ähnliche Verletzungen in Zukunft vermieden werden sollen.

KOMMENTAR:
Die Ombudstelle veranschaulicht mit diesem Urteil, dass
sachgerechtes Informieren keine Hohlformel sein darf.
  

Sonntag, 14. Dezember 2014

Wetten, dass...? Die grösste Fernsehkiste ist Geschichte

Früher guckten 20 Millionen ins "Lagerfeuer" der Unterhaltung - heute gibt es ein neues Fernsehverhalten

Kinder durften früher länger aufbleiben und am Montag war "Wetten, dass.." das Tagesgespräch.

Letztes Jahr konnte "Wetten, dass...?" nur noch 5 Millionen
vor den Bildschirm locken.
Das Fernsehverhalten hat sich gewaltig verändert.
Jeder kann Sendungen zeitversetzt anschauen.
Die Glotze ist nicht mehr das Lagerfeuer der Familie.
Es gibt übrigens kaum noch echt Familien, die am Samstag gemeinsam den Abend verbringen. 
Auch die Formate Unterhaltung haben sich im Laufe der 33 Jahre "Wetten, dass..?" enorm verändert.
Es musste der Stecker gezogen werden.
Weshalb "Wetten, dass...?" Hörer vergraulte, verschuldete sicherlich auch das hohle Geplapper gewisser Promis.
In der letzten Sendung war es Witt, die es nötig hätte, sich ständig ins Zentrum zu rücken. Dieses penetrante "Sich - Aufdrängen und Dreinreden" nervte. Ich zitiere Tagi online, der diese Qusselrhetorik wie folgt kommentierte:
Umso tragischer war das Gefasel über die alten Zeiten. Als man sich an Michael Jackson erinnerte, sagte Katharina Witt: «Er war ein riesiger Musiker.» Dafür gab es Applaus aus dem Publikum. Witt weiter: «Er hat an einer Plastikblume gerochen. Er war wahrscheinlich sehr einsam.» Darauf Moderator Markus Lanz: «Ein armer Mensch, eigentlich.»  






«Wetten, dass ..?»: ... und Schluss!

Kantate zum 3. Advent

Johann Sebastian Bach - Kantate BWV 61 ... - YouTube

www.youtube.com/watch?v=vFpg_i0j0ZQ
12.09.2011 - Hochgeladen von PaulusLXXX
Kantate BWV 61 Nun komm, der Heiden Heiland This, one of the best known of ... performed in the ...


Zelebrierte Gewalt - wie sie Zürich seit Jahren nie mehr erlebt hat

Linke Chaoten brandschatzen und können
alles kurz und klein schlagen


Brennende Autos und zertrümmerte Schaufenster: Gewalttätige Chaoten ziehen durch Zürich 

Ein regelrechter Saubannerzug bahnte sich Freitag Abend durch die Strassen Zürichs. Die Krawallanten zerstörten Schaufensterscheiben, zündeten Autos und Container an und lieferten sich eine Schlacht mit der Polizei. Sieben Beamte wurden dabei verletzt, sie mussten in Spitalpflege. Die Ausrüstung einer Polizistin fing Feuer.
Nach Aussagen der Polizei hat die aggressive Gewaltwelle eine neue Dimension erhalten:
- Polizisten wurden mit Raketen beschossen
- Mit Laserpointer wurden die Augen von Beamten verletzt. 
- In ein Polizeifahrzeug wurde eine brennende Fackel geworfen. 
Rund 200 Links-Autonome waren an der unbewilligten Demo beteiligt. Viele waren mit Stangen, Schlagstöcken und Wurfgegenstand bewaffnet, teilte die Stadtpolizei Zürich mit. Einige der Aktivisten trugen Kopfschütze, Gasmasken und Schutzanzüge.
Polizeichef Richard Wolff (Alternative Liste) tauchte nach der Kravallnacht ab. Er wolle sich zuerst ein Bild machen von den Geschehnissen, sagte er. Warum er diese Gewaltwelle zuliess, beantwortete er jedoch nicht. Was die Geschädigten ärgert:
Von Hunderten von Tätern wurden nur 4 verhaftet!
Sonntagsblick kommentiert: "Ein Wolf ohne Biss." (Nach seiner Eigenwerbung vor der Wahl schreib er noch: "...mit Biss") 

Die unbewilligte Demo lief unter dem Motto «Reclaim the Street» («Holt euch die Strasse zurück»). Aktivisten hatten per SMS zu einem «Spaziergang gegen eine Stadt der Kontrolle und Profite» aufgerufen.
Mit Steinen und Feuerwerkskörpern beschossen die Chaoten die Polizisten. Eine Patrouille wurde besonders massiv angegriffen. Als sich die Beamten im Polizeiauto in Sicherheit brachten, rissen die Aktivisten die Türen auf und warfen eine brennende Fackel in den Wagen.

Restaurantgäste flüchteten in den Keller

Die Demonstranten plünderten auch mehrere Geschäfte auf ihrem Saubannerzug und zündeten Bäume an. Mehrere Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. Bei einem vollbesetzten Restaurant schlugen die Randalierer alle Scheiben ein. Die Gäste flüchteten in das Untergeschoss.
Die Polizei konnte den Hauptzug um Mitternacht mit Gummischrot, Wasserwerfern und Tränengas auflösen. Im Gebiet Europaallee und Lagerstrasse kam es zu weiteren Scharmützeln. Ein Grossaufgebot von Stadtpolizei und Kantonspolizei war noch bis um 02.30 Uhr im Einsatz. Vier Personen wurden festgenommen.

Hunderttausende Franken Schaden

Betroffen war auch der öffentliche Verkehr. Laut einer Mitteilung der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) waren Tram- und Busbetrieb im Raum Militär-/Langstrasse zeitweise blockiert.
Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken.
 (kmv/mad/sda)

1|35


KOMMENTAR
Mich beschäftigten die folgenden Gedanken von Leserinnen und Lesern, wie:
- Müssen die Chaoten für die Schäden auch in diesem Fall nicht aufkommen?
- Wer entschädigt die Opfer?
- Es kann doch nicht sein, dass der Normalbürger für kleinste Uebertretungen belangt wird und es bei  Parksündern kein Pardon gibt - Chaoten hingegen, die Hunderttausende von Franken Schaden anrichten und Polizisten verletzen - jedoch dank Vermummung - straffrei ausgehen. 

FAZIT: Nach meinem Dafürhalten müsste die Polizei ermächtigt, aber auch beauftragt werden, Gewalt - ob von RECHTS oder LINKS im Keime zu ersticken. Ich gehe davon aus, dass die Politiker in Zürich nach dieser Gewaltorgie über die Bücher gehen muss, um Mittel und Wege zu suchen, damit weitere derartige Gewaltorgien nicht mehr stattfinden können.
Das Vermummungsverbot gilt es, unbedingt durchzusetzen. Die Aufforderung zur Gewalt könnte in den entsprechenden Foren vorzeitig erkannt werden , wie ein Dokument zeigt. 
Die Forderung von Menschen, die nie gelernt haben zu verzichten ist bekannt:

«Wir nehmen uns, was uns gehört. Wir sind die Stadt!»

Auch Carlos holte ich das, was er wollte und zwar subito.
Dank Gewalt   hatte in der Familie, in der Schule und während der Verwahrung Erfolg.
Wie sollen Jugendliche sich in der Gesellschaft einordnen, wenn sie so erzogen worden sind, dass alle Bedürfnisse sofort erfüllt werden müssen. "Ich will - aber subito!"
"Rücksicht nehmen", "auf gewisse Bedürfnisse verzichten können", sind leider bei vielen Erziehungsstätten und "Familien" (die es in klassischer Form selten gibt) keine  Programmpunkte mehr. 
Den Werteverlust und die Orientierungslosigkeit dürften wir im Grunde genommen in Zukunft nicht mehr - wie bisher- tatenlos zur Kenntnis nehmen.
Wir müssen leider nach der Gewaltorgie damit rechnen, dass die Schuld einmal mehr wieder der Polizei, der Gesellschaft oder dem kapitalistischen System zugeschoben wird und damit die vermummten Chaoten rehabilitiert werden. 
Opfer waren meist Leute aus dem kleinen Gewerbe.
Diese verstehen die Weltnicht mehr. Ihre Kernfragen: Wo war die Polizei? Weshalb rückt sie bei Falschparkierern sofort aus,  wenn jedoch Geschäftsleute um Hilfe rufen, nicht?
Das Weihnachtsgeschäft zahlreicher Geschäfte  ist jedenfalls im Eimer.
Die Chaoten hatten tatsächlich Zürich "belebt"(so wie sie es angekündigt hatten). Ein Zürcher mailte mir: Die linken Chaoten sind noch stolz  auf Ihre "Kristallnacht". Die meisten werden wohl nun die Bilder ihrer Taten  in den Medien mit grosser Genugtuung geniessen.
Tragisch: Die meisten Akteure werden wieder schadlos davon kommen und können sich schon heute auf die nächste Huldigung der Gewalt freuen. Der 1. Mai lässt grüssen.

  





























33|48
Auch in der Europaallee wurden etliche kleinere Gewerbe Opfer von den randalierenden Demonstranten.
 

Samstag, 13. Dezember 2014

Solche Gender Auswüchse sollten heute überwunden sein

Wenn ein Student nicht am Studieren ist, ist er kein Studierender mehr.

Gedanken  zum Partizip Präsens in der Sprache
 

Dass es hinsichtlich Bevorzugung der Männer in der Sprache eine Korrektur brauchte, ist unbestritten.

Nachdem es zu Auswüchsen kam, wie

Die Menschin
Die Gästin
Der Zebrastreifen statt der Fussgängerstreifen
Die LehrerInnen

hatten Journalisten und Sprachwissenschaftler längst taugliche Lösungen gefunden, damit die Sprache nicht durch Sprachpolizistinnen noch weiter  verstümmelt wird.
Dennoch wird heute an der HSG nochmals ein überholtes, fragwürdiges Ansinnen aufgewärmt:

Teure Umbenennung



HSG streitet über die Gender-Frage

Das Studentenparlament der Uni St. Gallen (HSG) muss heute eine emotional aufgeladene Debatte führen: Soll es sich in Studierendenparlament umbennen?

storybild 

?Studierende?: Student (l.) und Studentin (r.).
Das Studentenparlament der HSG soll geschlechtsneutral benannt werden.

 
Nun gibt es aber die Studentenschaft der HSG seit 1921 – und die soll nun umbenannt werden, wenn es nach einem Antrag geht, der heute Abend im Studentenparlament behandelt wird.
Der Punkt 9.1 auf der Traktandenliste birgt Zündstoff: Die «Studentenschaft» der HSG soll in «Studierendenschaft» umbenannt werden, das Studentenparlament in Studierendenparlament. Die Traktandenliste wurde auf Facebook gepostet – und sorgte für eine heftige Diskussion unter den Studierenden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

Fünfstelliger Betrag

Die Namensänderung – falls sie angenommen wird – würde finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Auf allen offiziellen Dokumenten, Werbeartikeln, Kommunikationsmedien und ähnlichem müsste der Name geändert werden. Dies nehme man billigend in Kauf, so die Antragssteller.
Doch gerade die Kosten, laut der Zeitung auf einen fünfstelligen Frankenbetrag veranschlagt, sorgten auf der Facebook-Seite der Studentenschaft für Unmut. «Verschleuderung der Gelder» und «wichtigere Geschlechterprobleme» hiess es aus den Reihen der Gegner.
Selbst Studentinnen sprechen sich gegenüber der «Aargauer Zeitung» gegen die Namensänderung aus: Die Marke «Studentenschaft» sei an der Universität omnipräsent und werde nie als reine Männerinstitution wahrgenommen. Heute Abend um 22.15 Uhr soll die Sitzung enden, in der der HSG-Geschlechterkampf entschieden wird.
(num)
KOMMENTAR: Die Studenten an der HSG müssten eigentlich  wissen, wie der Partizip Präsens eingesetzt wird.

Ich zitiereThomas Meyer : Im  Deutschen wird das Partizip Präsens zusehends falsch eingesetzt wird: Statt "Studenten" heisst es "Studierende", "Mitarbeiter" werden zu "Mitarbeitenden" und "Lehrlinge" werden zu "Lernende". Meyer meint, dass das Partizip Präsens eine momentane, abschliessende Tätigkeit ausdrückt wie im Beispiel: "Der Kommissar stellte den Flüchtenden" Eine Gebärende ist keine Gebärerin. Sie würde sonst pausenlos gebären. Ein Studierender ist einer, der einen Prospekt vor sich hat und diesen - einfach so vor sich hin - studiert. Dazu muss man aber nicht an einer Universität eingeschrieben sein. Genau so ist es bei einem Mitarbeitenden. Er wirkt jetzt gerade an einer Arbeit mit, ohne dass er Angestellter sein muss. Die Problematik ist auch in Wikipedia zu finden:


Studenten oder Studierende?

Es gab bereits in den 90er Jahren Versuche an Universitäten, den Begriff "Studenten" durch angeblich geschlechtsneutralere Formulierungen zu ersetzen, obwohl der Begriff aufgrund des generischen Maskulinums auch weibliche Studenten umfasst, weil Genus und Sexus nicht übereinstimmen müssen. Durch die feministische Linguistik wurde jedoch eine "gerechtere" Sprache gefordert, weshalb eine auch im Genus nicht ausschliesslich männliche Form gefunden werden sollte. Da "Studentinnen und Studenten" zu umständlich war, und die Schreibweise "StudentInnen" mit Binnen-I im Widerspruch zur Orthographie steht, setzte sich schliesslich bei Versuch der Verwendung einer neutraleren Form die Partizipialform "Studierende" durch. "Studierende" ist seit dem Inkrafttreten des Universitäts-Organisationsgesetzes 1993 (UOG 1993) der gesetzliche Terminus in Österreich.
Kritiker bringen vor, dass die Partizipialform bürokratisch und wenig anschaulich sei und dass das lateinische Partizip Präsens Aktiv studens im Maskulinum, Femininum und Neutrum gleich lautet und sich deshalb als geschlechtsneutrale Form geeignet hätte. Von Max Goldt stammt folgendes Zitat: "Wie lächerlich der Begriff Studierende ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren." (aus: "Wenn man einen weissen Anzug an hat", Kapitel "Was man nicht sagt").

Andererseits haben auch andere Partizipialformen ihren Eingang in den täglichen Sprachgebrauch gefunden, ohne jedoch oben genannte Befremdung hervorzurufen. So finden sich im Alltag Formulierungen wie "wartende Reisende" oder "arbeitende Vorstandsvorsitzende". Es liesse sich dem Vorwurf von Max Goldt also entgegnen, dass die von ihm kritisierte mangelnde "Anschaulichkeit" bzw. Bürokratie lediglich eine Gewöhnungsfrage sei.

In Deutschland ist die Bezeichnung "Studierende" vor allem im offiziellem Sprachgebrauch gebräuchlich, scheint sich aber umgangssprachlich bisher nicht durchzusetzen. Kritiker bezeichnen diesen Sprachgebrauch als durch "Politische Korrektheit" motiviert.


Es gibt keinen Grund für die Sprachveränderung, denn mit Studenten sind auch die Frauen mit eingeschlossen. Student bezeichnet eine Funktion, kein Geschlecht.

Im Italienischen, wenn acht ragazze und ein ragazzo zusammen sind, spricht man auch problemlos von neun ragazzi. Dort wird diese Ordnung und Einfachheit nicht beanstandet. Es gibt schon zu denken, wenn man einer klaren sprachlichen Regelung unbedachterweise Sexismus unterstellt. Der Tagesanzeiger übernahm leider auch einige sprachlich falschen Formen.

LINKS:
5. Juli 2011 ... Aktueller Beitrag rhetorik.ch. ... Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Feministische Rhetorik · Aktuell Jan 1, 2004 · 29.12. 2010 · 3.6. 2010 · 9.1, 2011 ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/07_05/
www.rhetorik.ch aktuell: (08. Sep, 2014). Professx, Mitarbeitx, Studentx. Rhetorik. ch Artikel zum Thema: Feministische Rhetorik · Aktuell Sprache ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/09_08/index.html
1. Jan. 2004 ... Feministische Rhetorik verbannen das Wort "Schneemänner" Statt "Snowman" muss es nun "Schneeperson" heissen. Das Kinderbuch (The ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jan_01_2004.html

27. Sept. 2013 ... Der Schriftsteller Bernhard Lassahn geht in einer Kritik an geschlechter-korrekter Anrede im Focus 38, 2013 noch weiter als üblich: er ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/09_27a/
Feministische Sprache, Linguistik. ... Zum Gebrauch von weiblichen Personenbezeichnungen. (Siehe auch Sexistische Feministische Rhetorik) ...
www.rhetorik.ch/Feministisch/Feministisch.html

Freitag, 12. Dezember 2014

INTERVIEW online


Aktualisiert am 11.12.14, um 10:19 von Thomas Wehrli
 

Kommunikations-Berater: «Etwas ist faul in der Gemeinde Eiken»

«Man muss den Laden röntgen, das faule Ei suchen und es entfernen.» Marcus Knill Kommunikationsberater
 
Quelle: zvg
 
Peter Balzer will sich bis zum 16.Dezember nicht zu seinem Rücktritt äussern – Kommunikationsexperte Marcus Knill spricht im Interview über die Krisenkommunikation und die Chance auf einen Neuanfang.  
Von Thomas Wehrli

Herr Knill, am Dienstag trat in Eiken mit Gemeindeammann Peter Balzer der vierte Gemeinderat innert dreier Monate zurück. Kann das Zufall sein?

Marcus Knill: Nein. Wenn einer oder zwei Gemeinderäte innert so kurzer Frist aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen zurücktreten, mag man das noch glauben. Dass aber gleich vier von fünf gehen, kann kein Zufall sein. Da steckt mehr dahinter. Es ist offensichtlich, dass da etwas faul ist.

Marcus Knill
Marcus Knill hat sich schweizweit einen Namen als Kommunikationsberater gemacht. Er berät Unternehmen, Behörden und Institutionen in schwierigen Situationen. Bis 2009 war Knill Lehrbeauftragter an der Universität Klagenfurt. An der Medienschule Nordwestschweiz in Stein gibt er regelmässig Seminare.
Kommuniziert hat den Rücktritt nicht Peter Balzer selber, sondern die Ankündigung stand in den amtlichen Publikationen. Was halten Sie davon?

Nichts. Eine solche Kommunikation signalisiert der Bevölkerung: Da wird beschönigt, verschwiegen und gehörig etwas unter dem Deckel gehalten. Das ist ein Antipode einer professionellen Kommunikation und ist der Boden für Spekulationen.

Spekulationen gibt es derzeit in Eiken zuhauf. Wäre es nicht deshalb richtig gewesen, dass der Gemeindeammann persönlich hinsteht und sagt: Das ist los und deshalb trete ich zurück?

Nicht unbedingt. Der Gemeindeammann ist sicher Teil des Problems. Doch wenn er nun alleine an die Öffentlichkeit gegangen wäre, hätte jeder auf ihn fokussiert. Er wäre zum Winkelried mutiert. Dass er das nicht will, dass er seine Haut retten will, verstehe ich. Er denkt an seine eigene Zukunft.

Gleichwohl: Der Gemeindeammann ist von der Bevölkerung gewählt. Diese hat doch ein Anrecht darauf, aus erster Hand informiert zu werden und nicht erst am 16. Dezember.

Die Klärung der Missstände hat erste Priorität und das muss auf den Tisch. Die Geschichte gärt vermutlich schon lange. Wenn Balzer das gespürt hat, und davon gehe ich aus, wäre es klug gewesen, sich beraten zu lassen. Eine Eskalation kann zwar nicht in jedem Fall verhindert werden, aber der Weg kann zumindest kommunikativ begleitet werden.

Eine Interviewanfrage beantwortete Peter Balzer gestern mit dem Hinweis: Er gebe keine Auskunft bis zur Infoveranstaltung am 16. Dezember. Ist es geschickt, so lange zu schweigen?

Prinzipiell ist es bei einer Krise taktisch klug, eine Infoveranstaltung zu organisieren und bis dahin zu schweigen. Aber: Das funktioniert nur, wenn die Info innert ein, zwei Tagen erfolgt. Eine Woche verstreichen zu lassen, ist zu lange. So riskiert man, dass bis dahin zumindest ein Teil der Vorgänge publik wird. Es kommen Gerüchte auf und Halbwahrheiten werden kolportiert. Wer so vorgeht, verliert die Kontrolle über die Kommunikation, und das ist tödlich. Es ist, wie wenn ein Wurm seinen Kopf aus der Erde streckt und vor ihm sitzt ein Vogel. Er ist verloren. Der Vogel wird so lange an ihm zerren, bis er ihn ganz aus der Erde hat.

Einen Hinweis machte Vizeammann Beat Schöni, als er vor einem Monat zur az sagte: «Die Konstellation mit den alten und den neuen Gemeinderäten hat einfach nicht funktioniert. Das grösste Manko waren die Kommunikation und die Kommunikationswege innerhalb des Gremiums.»

Dieser Hinweis ist bereits eine Teiloffenlegung. Er ist, um nochmals das Bild von eben zu nehmen, der Kopf des Wurms – und ich bin sicher, dass nun so lange an dem Rest gezerrt wird, bis man alles weiss. Das kann durchaus vor dem 16. Dezember der Fall sein.

Was kann man machen, um solchen Spekulationen vorzubeugen?

Die Fakten auf den Tisch legen, Transparenz herstellen, nichts beschönigen. Von Transparenz spüre ich bislang wenig. Tragisch! Manchmal braucht es auch ein «mea culpa». Wenn man bei solchen Vorgängen falsch reagiert, geht schnell das Vertrauen verloren. Und das ist das Schlimmste, was passieren kann, denn das Vertrauen kann man nur einmal verlieren. Es ist das höchste Gut.

Transparenz soll an der Infoveranstaltung am 16. Dezember hergestellt werden …

… wenn es denn so ist, ist es gut. Ich habe aber leider nur allzu häufig erlebt, dass solche Veranstaltungen mehr Show als Info waren. Die Bevölkerung muss Fragen stellen können – und diese müssen ehrlich und offen beantwortet werden. Und zwar sämtliche! Alles andere bringt nichts.

Die Rücktritte ermöglichen einen Neuanfang. Ist das eine Chance?

Jede Krise ist immer auch eine Chance. Wenn jemand krank ist, kann er sterben oder gesund werden. Die Chance, die Weichen zu stellen, hat Eiken nun. Damit es klappt, muss man die Schwachstellen eliminieren. Wenn es an der Kommunikation lag, wie es Beat Schöni andeutete, muss ein Kommunikationskonzept her. Zudem braucht es eine Fehlerkultur und klare Spielregeln. Ein Neuanfang ist dann eine Chance, wenn man ihn aktiv angeht.

Was braucht es dazu?

Man muss den Laden röntgen, das faule Ei suchen und es entfernen. Dieses kann überall liegen. In einem Fall hatte in einer Firma ein Generalsekretär alle Fäden in der Hand, sass wie eine Spinne mitten im Netz und dirigierte alle herum. Er hatte alle Macht, weil er gut vernetzt war und er das ganze Wissen hortete. Man musste ihn entfernen – und dann lief es wieder. Ähnliches habe ich auch schon bei Gemeinden erlebt. Dort hat insbesondere der Gemeindeschreiber eine gewisse Machtposition, weil der Gemeindeammann auf ihn angewiesen ist. Einmal sagte mir ein Schreiber aus dem Kanton Zürich: Jetzt habe ich bald den dritten Ammann so weit, wie ich ihn haben will. Bedenklich!

Was braucht es in Eiken kommunikationstechnisch, dass wieder Ruhe einkehrt?

Zuallererst eine Auslegeordnung. Dazu gehört eine Klärung der Ist-Situation. Dann braucht es Zeit, um den Neuanfang aufzugleisen. Ich glaube nicht, dass es in dieser Situation ohne Hilfe von aussen geht.

Kann diese Aussensicht die IG der ehemaligen Gemeinderäte einbringen?

Das ist durchaus möglich. Voraussetzung ist, dass die fünf Herren nicht selber in dem Teig stecken und keine Verbandelung besteht. Sie müssen genügend Distanz haben und dürfen nicht von früher her für einen Teil des Problems mitverantwortlich sein. Unter diesen Voraussetzungen kann die IG ein guter Ansatz sein.
Lesen Sie hier die Meinungen aus der Bevölkerung zum Rücktritt des Gemeindeammanns.

Interview Thomas Wehli mit Marcus Knill (Aargauer Zeitung)


Vierter Rücktritt in Eiken:
Von den fünf Gemeinderäten, die Anfang Jahr in die Amtsperiode starteten, verbleibt nur noch Renate Thürig.
Auch Gemeinderat Peter Balzer tritt zurück.

Quelle: archiv

Chronologie

1.1.2014: Der Gemeinderat tritt in neuer Zusammensetzung zur Amtsperiode 2014/17 an. Neuer Gemeindeammann ist der bisherige Gemeinderat Peter Balzer. Die beiden anderen bisherigen Gemeinderäte Guido Schmidli und Gerhard Zumsteg sind weiter im Amt. Neu im Gremium sind Renata Thunig und Beat Schöni, der sogleich das Amt des Vizeammanns übernimmt.
9.9.2014: Gerhard Zumsteg gibt nach fast 13 Jahren im Eiker Gemeinderat seinen Rücktritt bekannt. Er macht persönliche Gründe für den Rücktritt geltend.
16.9.2014: Nur eine Woche später tritt auch Guido Schmidli zurück. Er war fast acht Jahre im Rat und erklärt seinen Rücktritt mit beruflichen Gründen. Auf mögliche Gräben im Gemeinderat angesprochen sagt Peter Balzer damals der az: «Es ist wirklich Zufall, dass in so kurzer Zeit zwei von uns den Rücktritt bekannt gegeben haben.»
11.11.2014: Nun demissioniert auch Vizeammann Beat Schöni – nach nur
11 Monaten. Er macht berufliche Gründe geltend, sagt aber auch: «Die persönlichen Gründe sind durchaus auch innerhalb des Gremiums zu finden.» Mankos seien Kommunikation und Kommunikationswege im Gremium.
21.11.2014: An der Gemeindeversammlung gibt der langjährige Gemeindeammann Georges Collin bekannt, dass fünf ehemalige Gemeinderäte die IG «Neue Gemeinderäte für unser Dorf» gegründet haben und das Gespräch mit dem Gemeinderat suchen.
30.11.2014: Im 1. Wahlgang der Ersatzwahlen für die Vakanzen Zumsteg/Schmidli wird Renate Bitter gewählt. Der zweite Sitz kann nicht besetzt werden. Die Meldefrist für den 2. Wahlgang vom 25. Januar 2015 läuft noch bis zum 15. Dezember.
9.12.2014: Auch Gemeindeammann Peter Balzer tritt zurück – aus gesundheitlichen Gründen. Der erste Wahlgang für die Ersatzwahlen für die Vakanzen Balzer/Schöni wird auf den 8. März 2015 angesetzt. Die Meldefrist läuft bis zum 23. Januar. (mf)

Thomas Wehrli: Herr Knill, am Dienstag trat in Eiken mit Gemeindeammann Peter Balzer der vierte Gemeinderat innert drei Monaten zurück. Kann das Zufall sein?

Marcus Knill: Nein. Wenn einer oder zwei Gemeinderäte innert so kurzer Frist aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen zurücktreten, mag man das noch glauben. Dass aber gleich vier von fünf gehen, kann kein Zufall sein. Da steckt mehr dahinter. Es ist offensichtlich, dass da etwas faul ist.



Kommuniziert hat den Rücktritt nicht Peter Balzer selber, sondern die Ankündigung stand in den amtlichen Publikationen. Was halten Sie davon?

Nichts. Eine solche Kommunikation signalisiert der Bevölkerung: Da wird beschönigt, verschwiegen und gehörig etwas unter dem Deckel gehalten. Das ist ein Antipode einer professionellen Kommunikation und ist der Boden für Spekulationen.



Spekulationen gibt es derzeit in Eiken zuhauf. Wäre es nicht deshalb richtig gewesen, dass der Gemeindeammann hinsteht und sagt: Das ist los und deshalb trete ich zurück?

Nicht unbedingt. Der Gemeindeammann ist sicher Teil des Problems. Doch wenn er nun alleine an die Öffentlichkeit gegangen wäre, hätte jeder auf ihn fokussiert. Er wäre zum Winkelried mutiert. Dass er das nicht will, dass er seine Haut retten will, verstehe ich. Er denkt an seine eigene Zukunft.



Gleichwohl: Der Gemeindeammann ist von der Bevölkerung gewählt. Diese hat doch ein Anrecht darauf, aus erster Hand informiert zu werden und nicht erst am 16. Dezember.

Die Klärung der Missstände hat erste Priorität und das muss auf den Tisch. Die Geschichte gärt vermutlich schon lange. Wenn Balzer das gespürt hat, und davon gehe ich aus, wäre es klug gewesen, sich beraten zu lassen. Eine Eskalation kann zwar nicht in jedem Fall verhindert werden, aber der Weg kann zumindest kommunikativ begleitet werden.



Eine Interviewanfrage beantwortete Peter Balzer gestern mit dem Hinweis: Er gebe keine Auskunft bis zur Infoveranstaltung am 16. Dezember. Ist es geschickt, so lange zu schweigen?

Prinzipiell ist es bei einer Krise taktisch klug, eine Infoveranstaltung zu organisieren und bis dahin zu schweigen. Aber: Das funktioniert nur, wenn die Info innert ein, zwei Tagen erfolgt. Eine Woche verstreichen zu lassen, ist zu lange. So riskiert man, dass bis dahin zumindest ein Teil der Vorgänge publik werden. Es kommen Gerüchte auf und Halbwahrheiten werden kolportiert. Wer so vorgeht, verliert die Kontrolle über die Kommunikation, und das ist tödlich. Es ist, wie wenn ein Wurm seinen Kopf aus der Erde streckt und vor ihm sitzt ein Vogel. Er ist verloren. Der Vogel wird so lange an ihm zerren, bis er ihn ganz aus der Erde hat.



Einen Hinweis machte Vizeammann Beat Schöni, als er vor einem Monat zur az sagte: «Die Konstellation mit den alten und neuen Gemeinderäten hat einfach nicht funktioniert. Das grösste Manko waren die Kommunikation und die Kommunikationswege innerhalb des Gremiums.»

Dieser Hinweis ist bereits eine Teiloffenlegung. Er ist, um nochmals das Bild von eben zu nehmen, der Kopf des Wurms – und ich bin sicher, dass nun so lange an dem Rest gezerrt wird, bis man alles weiss. Das kann durchaus vor dem 16. Dezember der Fall sein.



Was kann man machen, um solchen Spekulationen vorzubeugen?

Die Fakten auf den Tisch legen, Transparenz herstellen, nichts beschönigen. Von Transparenz spüre ich bislang wenig. Tragisch! Manchmal braucht es auch ein «mea culpa». Wenn man bei solchen Vorgängen falsch reagiert, geht schnell das Vertrauen verloren. Und das ist das Schlimmste, was passieren kann, denn das Vertrauen kann man nur einmal verlieren. Es ist das höchste Gut.



Transparenz soll an der Infoveranstaltung am 16. Dezember hergestellt werden…

…Wenn es denn so ist, ist es gut. Ich habe aber leider nur allzu häufig erlebt, dass solche Veranstaltungen mehr Show als Info waren. Die Bevölkerung muss Fragen stellen können – und diese müssen ehrlich und offen beantwortet werden. Und zwar sämtliche! Alles andere bringt nichts.



Die Rücktritte ermöglichen einen Neuanfang. Ist das eine Chance?

Jede Krise ist immer auch eine Chance. Wenn jemand krank ist, kann er sterben oder gesund werden. Die Chance, die Weichen zu stellen, hat Eiken nun. Damit er klappt, muss man die Schwachstellen eliminieren. Wenn es an der Kommunikation lag, wie es Beat Schöni andeutete, muss ein Kommunikationskonzept her. Zudem braucht es eine Fehlerkultur und klare Spielregeln. Ein Neuanfang ist dann eine Chance, wenn man ihn aktiv angeht.



Was braucht es dazu?

Man muss den Laden röntgen, das faule Ei suchen und entfernen. Dieses kann überall liegen. In einem Fall hatte in einer Firma ein Generalsekretär alle Fäden in der Hand, sass wie eine Spinne mitten im Netz und dirigierte alle herum. Er hatte alle Macht, weil er gut vernetzt war und er das ganze Wissen hortete. Man musste ihn entfernen – und dann lief es wieder. Ähnnliches habe ich auch schon bei Gemeinden erlebt. Dort hat insbesondere der Gemeindeschreiber eine gewisse Machtposition, weil der Gemeindeammann auf ihn angewiesen ist. Einmal sagte mir ein Schreiber aus dem Kanton Zürich: «Jetzt habe ich bald den dritten Ammann so weit, wie ich ihn haben will.» Bedenklich!



Was braucht es in Eiken kommunikationstechnisch, dass wieder Ruhe einkehrt?

Zuallererst eine Auslegeordnung. Dazu gehört eine Klärung der Ist-Situation. Dann braucht es Zeit, um den Neuanfang aufzugleisen. Ich glaube nicht, dass es in dieser Situation ohne Hilfe von aussen geht.



Kann diese Aussensicht die IG der ehemaligen Gemeinderäte einbringen?

Das ist durchaus möglich. Voraussetzung ist, dass die fünf Herren nicht selber in dem Teig stecken und keine Verbandelung besteht. Sie müssen genügend Distanz haben und dürfen nicht von früher her für einen Teil des Problems mitverantwortlich sein. Unter diesen Voraussetzungen kann die IG ein guter Ansatz sein.