Montag, 24. November 2014

Ohrwürmer, die man kaum mehr los wird

EINE GUTE ZUSAMMENSTELLUNG AUF WATSON.CH

 

Der Schlager-Ohrwurm 

Dermaptera seier gilt auch als der klassische Ohrwurm. Er begann in den 50er Jahren,
sich in ganz Europa und einer ganzen Generation auszubreiten, die die Ohrwürmer
wiederum an ihre Kinder und Kindeskinder weitergegeben haben. Das sind die fünf
schlimmsten Exemplare, die auch mit viel Alkohol kaum abzutöten sind.

Fiesta Mexicana (Lat.: Rex Gildo)


1972 brach dieser Schlager-Ohrwurm aus. Er führte zu klatschartigen Zuckungen und unkontrollierten Ausrufen, wie dieser Clip aus dem deutschen Altenheim 
«ZDF Hitparade» in Mainz beweist. video: youtube/dieterthomashit

Anton aus Tirol (Lat.: DJ Ötzi)


Dieser Ohrwurm brach 1999 aus, nachdem er sich Jahrtausende im Eis befunden hatte. 
Als die österreichische Alpenleiche DJ Ötzi durch die Klimaerwärmung auftaute, 
gab sie den Schädling frei, der sich über betrunkene Skifahrer flugs verbreitete. 

Ein Stern … der deinen Namen trägt (Lat.: Nik P./DJ Ötzi)


Ein Stern (… der deinen Namen trägt) wurde 2007 zur Plage, obwohl dieser 
Ohrwurm eigentlich schon 1998 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Wieder 
war es DJ Ötzi, der zur massenhaften Verbreitung führte, und wieder wurden 
die Menschen via österreichische Skihütten infiziert. video: youtube/germanhits 
wo bist du mein sonnenlicht

Wo bist du mein Sonnenlicht (Lat.: Grup Tekkan)


Vor acht Jahren haben drei türkischstämmige Deutsche diesen Ohrwurm eingeschleppt, 
der besonders gefährlich und perfide ist. Die Kriechtiere erregen Mitleid, führen dann 
aber oft zu lähmender Fassungslosigkeit, wenn sie ihren Wirt erst einmal besiedelt haben.  

Atemlos durch die Nacht (Lat.: Helene Fischer)


Diese relative junge Ausgeburt des Ohrwurms hat einen raffinierten Mechanismus 
entwickelt, um sich vor einer etwaigen Ausrottung durch die Presse zu schützen. 
Er nennt sich «Anwalt» und führt dazu, dass wir hier keine weiteren Informationen 
über dieses possierliche Wesen bieten können. video: youtube/helenefischervevo

Der Balladen-Ohrwurm

Die Balladen-Ohrwürmer befallen oft erst Frauen, bevor sie sich dann durch
Akustik-Infektion auch auf Partner und Familienmitglieder übertragen. Vielen
Opfern ist das parasitäre Liedgut peinlich und sie verbergen schamhaft deren
Begleiterscheinungen. Gehen Sie sensibel mit den Betroffenen um!

Last Christmas (Lat.: Wham!)


Das Ausrufezeichen im lateinischen Namen dieses Ohrwurms zeigt es an: 
Ich bin hochgradig ansteckend! Jahr für Jahr sorgen diese erbarmungslosen 
Einzeller für blutende Gehörgänge, wenn sie zu ihrer fruchtbarsten Zeit im 
Winter in Massen die Leute terrorisieren. video: youtube/whamvevo

I Will Always Love You (Lat.: Whitney Houston)

Bereits 1972 forderte dieser Terror-Ohrwurm Zillionen von Opfern, als er 
in der Unterordnung Dolly Parton in den USA erstmals zutage trat. Weitaus 
heftiger war jedoch der Ausbruch der Whitney Houston, der zu Tränen und 
Schniefen führte. Als Überträger fungierte 1992 ein gewisser «Bodyguard» 
aus der Gattung des Kinofilms. video: youtube/whitneyhoustonvevo

Wind of Change (Lat.: The Scorpions)


Eine ausgesprochen pfiffige Variante des Ohrwurms, die nur derart gross werden konnte, 
weil sie sich 1989 auf Massenkundgebungen in Deutschland ungehindert verbreiten konnte.   

I Believe I Can Fly (Lat.: R. Kelly)


Heute wird oft vergessen, dass auch dieser Ohrwurm durch einen Film 
übertragen wurde: Durch «Space Jam» hat sich der Schädling für immer 
in unser Gehirn gefressen und reaktiviert sich oft dann, wenn man es am 
wenigsten erwartet. video: youtube/rkellyvevo

You're Beautiful (Lat.: James Blunt)


Sicherlich der gefährlichste Ohrwurm aus der Familie der Balladen-Familie. 
Symptome sind neben Hörsturz auch Kopfweh und starker Brechreiz. 
Trat 2005 erstmals in Erscheinung und hat seither für viel Leid unter 
den Menschen gesorgt. video: youtube/james blunt

Der Dance-Ohrwurm

Der Dance-Ohrwurm ist einfach zu diagnostizieren: Symptome sind Zappelei,
Unruhe, rhythmisches Kopf-gegen-die-Wand-schlagen und sinnloses Gehampel.
Wie seine Artgenossen ist auch dieser Parasit hochgradig ansteckend, oft reicht
schon einmaliger Kontakt für eine Infektion, die sich in der Regel auf das
ganze Leben auswirkt.

Dragostea Din Tei (Lat.: O-Zone)


Diese Spezies aus Moldawien ist etwas Besonderes: Es gibt ausschliesslich
 männliche Dragostea-Din-Tei-Ohrwürmer, von denen einige aber ihr 
Geschlecht ablegen können. Es sind eben jene «Ohrwurm-Eunuchen», 
die Feinde mit hohen Tönen abzuwehren versuchen. Sie können aber auch 
für den Menschen extrem schmerzhaft sein. video: youtube/ultra music

Macarena (Lat.: Los del Rio)


Dieses relativ alte Exemplar ist ein typischer Sommer-Ohrwurm: 
Wenn Urlauber und Touristen ihre Immunabwehr durch tumbe 
Mitmenschen und reichlich Alkohol geschwächt haben, schlägt 
die Stunde von «Macarena». Forscher beobachten seit 1993 häufig, 
dass der Ohrwurm mit gleichgeschalteten tanzartigen Verrenkungen 
einhergeht. Video: youtube/Music☆STSPb

Cotton Eye Joe (Lat.: Rednex)


Viele Menschen glauben, der Cotton-Eye-Joe-Ohwurm käme aus den 
Südstaaten der USA, doch tatsächlich konnte inzwischen durch DNA-Analysen 
zweifelsfrei bewiesen werden, dass dieser Erreger in Schweden entstanden ist. 
Unterscheidet sich zu seinen Artgenossen vor allem durch das «Aufstampf-Syndom».   

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The Ketchup Song (Lat.: Las Ketchup)


Wieder so ein Sommer-Ohrwurm, der in Spanien ausgebrütet worden ist. 
Er lässt sich sehr einfach feststellen: Die Opfer bekommen extreme Schnappatmung. 
2002 befiel der Schädling Menschen in ganz Europa, auch wenn die Plage heute 
– Gott sei Dank – deutlich seltener ausbricht. video: youtube/altra moda music

Mambo No. 5 (Lat.: Lou Bega)


Die Ur-Version des Parasiten konnte bereits 1949 auf Kuba nachgewiesen werden, 
damals noch unter dem lateinischen Namen Pérez Prado. Exakt 50 Jahre später 
jedoch wurde aus einem kleinen Problem eine grosse Plage. Das Schlimmste: 
Der Schädling von 1999 wurde in einem deutschen Tonstudio extra heran- und 
hochgezüchtet. video: youtube/cuz im batman

Der Schweizer Ohrwurm

Die Unterordnung des Schweizer Ohrwurms befällt zumeist weniger Opfer
als seine Artgenossen, doch das machen diese Erreger mit besonderer Hartnäckigkeit
wett. Weil sie noch relativ harmlos sind, werden sie oft missbraucht, um an
Arbeitsplätzen die Kollegen zu ärgern.

Sex (Lat.: Florian Ast)


Der Sex-Ohrwurm ist eine Ausnahme, denn dieser Schädling kann tödlich
sein. Er leiert die Gehirnwindungen seiner Opfer aus, die Betroffenen geben 
oft nur noch unreflektiertes Stöhnen von sich und auf dem Höhepunkt kann 
er explosionsartigen Auswurf verursachen, durch den sich die Krankheit 
weiter ausbreitet. video: youtube/♥ ☆ Mein Profil!!! ☆ ♥

Bring En Hei (Lat.: Baschi)


Bringen Sie sowas lieber nicht nach Hause: Der Ohrwurm konnte sich 2008 
in Schweizer Stadien ungehindert vermehren. Es gibt sogar ein prominentes 
Opfer: Der Deutsche Oliver Pocher infizierte sich noch im selben Jahr und g
ibt seither nur noch sinnloses Gestammel von sich. video:

Schwan (Lat.: Gölä)


Dieser Wurm ist ziemlich perfide: Er tarnt sich gerne als harmloser 
«Büezer»-Ohrwurm, doch in Tat und Wahrheit ist er ein haarloses 
Mainstream-Kriechtier, dass alles andere als ungefährlich ist. 
Wird auch durch schmutzige Boulevardzeitungen verbreitet und 
führt zu schwerem Durchfall. video: youtube/s. biftinger

Alperose (Lat.: Polo Hofer)


1985 wurde der Alperose-Ohrwurm erstmals urkundlich erwähnt: 
Der Parasit wurde vom Verband eidgenössischer Proktologen zum 
«Grössten Schweizer Shit aller Zeiten» gewählt.  

Ewigi Liäbi (Lat.: Mash)


Wer sich anfangs mit Ewigi Liäbi infiziert, den überkommt ein grosses 
Glücksgefühl. Doch das dicke Ende kommt nach dem ersten Rausch: 
Symptome sind Gereiztheit bis hin zur Aggression, sexuelle Unlust und 
Depressionen. Ein Plus: Oft verschwindet Ewgi Liäbi danach ganz von
 selbst. video: youtube/padi bernhard
Zum Schluss unseres Exkurses noch ein Fahndungsaufruf der
Geschmackspolizei. Wer kennt diesen Mann?

Bild: DPA
Er heisst mit bürgerlichem Namen Peter René Baumann und stammt aus
Kölliken AG. Er wird verdächtigt, einen Dance-Ohrwurm mit einem
Schweizer Ohrwurm gekreuzt zu haben. Nehmen Sie sich in Acht
vor dem hochgradig toxischen Schädling, sachdienliche Hinweise
auf den Verbleib des Herrn Baumann nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Chihuahua (Lat.: DJ Bobo)


Sonntag, 23. November 2014

Das war Teamwork

Wir schliessen uns den Gratulanten an:


Roger Federer und Stan Wawrinka 
machten  den Traum 
von einem Davis-Cup-Sieg wahr.
Die Schweiz ist Weltmeister! 
LINK:

Konfliktursachen im Team, Konfliktbewältigung, Kommunikation im Team.
www.rhetorik.ch/TeamKommunikation/Team.html

Fertiggerichte für Kinder?

Ein weiteres Problem bei der Fremdbetreuung?

Wenn die Eltern arbeiten, möchten sie, dass ihr Nachwuchs in den Betreuungsstätten gesund ernährt werden.



Blick online stellt fest:


Mittagstisch in der Kita: Das Essen kommt immer öfter vom Caterer. play Mittagstisch in der Kita:
Das Essen kommt immer öfter vom Caterer.
(Keystone)

Experten schlagen Alarm 

Das Krippenessen macht Kinder krank

 Fertigmahlzeiten verderben den Kleinsten den Appetit. 
In vielen Kinderkrippen gibts nämlich nur noch Catering-Food. 
Aber der schmeckt nicht einmal den Angestellten.
KOMMENTAR:
 
Es ist erwiesen, dass Fertigprodukte mit Zusatzstoffen versehen werden, mit Geschmacksverstärkern und chemischen Konservierungsmitteln.
Selbstverständlich gibt es auch Eltern, die Ihre Kinder zu Hause mit Fertigprodukten ernähren.
Aber jene Eltern, die Wert legen auf eine gesunde Ernährung
legen, dürfen von den Krippen erwarten, dass die Nahrung vor Ort gekocht wird.Das heisst: Dass ihr Kind gesund ernährt wird.

Geduld lohnt sich












Die Entdeckung der Geduld

oder:

Geduld macht sich bezahlt

Wer früh Geduld hat, kann im Erwachsenenalter mit besseren Chancen rechnen.
Wer früh Geduld hat, kann im Erwachsenenalter mit besseren Chancen rechnen. (Bild: Reuters)
Wer als Kind über Geduld verfügt, wird im Erwachsenenalter mehr Erfolg haben. Dies zeigen neue Erkenntnisse aus dem Bereich der experimentellen Ökonomie.
Ich habe es an mir persönlich erlebt, wie ich durch Ungeduld mir geschadet habe. Das gilt auch beim Coaching. Ein Coach muss geduldig warten können, bis der Coaché seine Gedanken ausformuliert hat. Das erleben wir beim Zuhören. Schweigen und warten können kostet Energie. Beim einem Psychiater zahle sich eigentlich auch seine Geduld, mir zuzuhören. 
 
(Quelle:

 M. Sutter (2014): Die Entdeckung der Geduld – Ausdauer schlägt Talent. Ecowin, Salzburg.M. Sutter, D. Glätzle-Rützler (2015): Gender differences in the willingness to compete emerge early in life and persist. Management Science, im Druck. M. Sutter, M. Kocher, D. Glätzle-Rützler, S. Trautmann (2013): Impatience and uncertainty: Experimental decisions predict adolescents' field behavior. American Economic Review 103: 510–531.E. Fehr, D. Glätzle-Rützler., M. Sutter (2013): The development of egalitarianism, altruism, spite and parochialism in childhood and adolescence. European Economic Review 64: 369–383.)



Der dreijährige Daniel muss nicht lange nachdenken, als er gefragt wird, ob er die 30 Meter Laufstrecke lieber allein oder im Wettbewerb gegen ein anderes dreijähriges Kind rennen will. Er entscheidet sich sofort für den Wettbewerb. Wenn er den gewinnt, bekommt er doppelt so viele Geschenke, etwa Smarties, Äpfel oder Abziehbildchen, als wenn er allein rennt. Daniel ist auch fest davon überzeugt, dass er gewinnen wird, noch bevor das Rennen losgeht. Für die dreijährige Sophie ist die Entscheidung schwieriger. Beim individuellen Rennen einen Tag zuvor war sie zwar die Schnellste, sie entscheidet sich heute aber dennoch dafür, lieber allein zu laufen. Wettbewerb – vor allem gegen Burschen – mag sie nicht so gern, und sie ist sich, trotz ihrer Leistungsfähigkeit, nicht ganz sicher, ob sie wirklich gewinnen würde.


Unrast und Alkoholkonsum

Ein anderes wichtiges Feld, in dem verstärkt auch Verhaltensökonomen Forschung mit Kindern und Jugendlichen machen, betrifft intertemporale Entscheidungen. Dabei geht es um die Frage, wie Kinder und Jugendliche zwischen einer Option wählen, die sofort verfügbar ist, und einer zumeist grösseren Alternative, die erst in der Zukunft erhältlich ist. Zum Beispiel wurden ungefähr 700 Tiroler Jugendliche vor die Wahl gestellt, 10 € sofort am Tag des Experiments oder einen höheren Betrag (von bis zu 14 €) drei Wochen später zu erhalten. Die Bandbreite der Entscheidungen in einem solchen Experiment ist bemerkenswert: Während etwa 20% der Jugendlichen bereits für 20 Cent mehr drei Wochen lang zuwarten, sind 10% selbst beim Höchstbetrag von 14 € nicht zu warten bereit, sondern wählen den kleineren Betrag von 10 € sofort. Zwischen beiden Extremen sind die Entscheidungen ungefähr gleich verteilt.

Das Interesse der Verhaltensökonomie endet aber nicht bei der Erkenntnis, dass manche Jugendliche geduldiger sind als andere, sondern kreist auch um die Frage, ob und wie die Entscheidungen im Experiment mit wichtigen Verhaltensdimensionen der Jugendlichen ausserhalb des Labors in Verbindung stehen. Dabei lassen sich statistisch signifikante Zusammenhänge finden. Wer weniger geduldig auf einen höheren Betrag in drei Wochen warten kann (also häufiger die 10 € sofort einkassiert, als einen grösseren Betrag in der Zukunft zu wählen), ist mit höherer Wahrscheinlichkeit Raucher und gibt zudem häufiger Geld für alkoholische Getränke aus. Ausserdem geben die ungeduldigeren Jugendlichen eher an, dass sie von ihrem Taschengeld nichts zur Seite legen und damit keine Ersparnisse haben. Die ungeduldigeren Jugendlichen haben auch schlechtere Schulnoten und häufiger disziplinäre Schwierigkeiten in der Schule. Der letztgenannte Aspekt ist jener, der die Direktoren der beteiligten Schulen erfahrungsgemäss am meisten interessiert, zumal sie der (naheliegenden) Ansicht sind, dass disziplinäre Schwierigkeiten in der Schule häufig auf ähnliche Schwierigkeiten später am Arbeitsplatz hindeuten, was für die Berufschancen dieser Jugendlichen wenig Gutes verheisst.

Die ökonomische Methode zur Messung von Geduld (also beim Abwägen zwischen einem kleineren, aber früheren Betrag und einem grösseren, indes in der Zukunft liegenden Betrag den späteren zu wählen) liefert ähnliche Erkenntnisse wie die berühmten Marshmallow-Experimente des Psychologen Walter Mischel. In diesen Experimenten – erstmals in den 1960er Jahren durchgeführt – konnten Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren entweder ein einziges Marshmallow sofort oder noch ein zweites bekommen, wenn sie zirka eine Viertelstunde der Versuchung widerstanden, das erste zu essen. Mischel war ursprünglich daran interessiert, welche Strategien den Kindern am besten helfen, der Versuchung zu widerstehen, das erste Marshmallow sofort zu essen. Die Hände vor das Gesicht schlagen oder bekannte Kinderlieder singen waren erfolgreiche Strategien. Hingegen führte das Anfassen und Riechen am Marshmallow meist zum unmittelbaren Verzehr.




    1. Marshmallow Test mit Kindern! - YouTube

      www.youtube.com/watch?v=Y7kjsb7iyms

Erst Jahre später entdeckte Mischel, dass die geduldigeren Kinder sich als Jugendliche durch höhere Sprachkompetenz, besser integriertes Sozialverhalten, höhere Frustrationstoleranz und mehr Erfolg in der Schule auszeichneten. In Langzeitstudien über mehrere Jahrzehnte wurde auch gezeigt, dass geduldige Kinder im Erwachsenenalter meist besser ausgebildet sind und ein höheres Einkommen haben und weniger oft in finanzielle Schwierigkeiten geraten, dass sie als Teenager seltener ungewollt schwanger werden und dass sie als Erwachsene mit höherer Wahrscheinlichkeit einen besseren Gesundheitszustand hatten.

Ökonomen interessieren sich für diese Zusammenhänge, weil Geduld positiv mit der Ausbildung und dem späteren Einkommen auf dem Arbeitsmarkt, aber auch mit dem Gesundheitszustand eines Menschen zusammenhängt. Die rasch steigenden Gesundheitskosten werfen auch aus volkswirtschaftlicher Sicht die Frage auf, wie man Geduld bzw. Selbstkontrolle beim Umgang mit Versuchungen (etwa der süssen Schokolade im Vergleich mit dem gesünderen Apfel oder dem Fernsehkonsum im Vergleich mit der sportlichen Betätigung an frischer Luft) allenfalls beeinflussen kann. Verhaltensökonomen untersuchen dabei namentlich, welchen Einfluss der Status quo bei Entscheidungen hat bzw. welche einfachen Interventionen menschliches Verhalten beeinflussen und damit zu einer besseren Gesundheitsvorsorge und Prävention führen können.


Bildungsökonomische Folgen

In einer noch nicht publizierten Untersuchung in Tiroler Kindergärten geht es um die Frage, wie drei- bis sechsjährige Kinder zu mehr zukunftsorientiertem Verhalten motiviert werden können. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss ein entsprechend gewählter Status quo haben kann. In diesem Fall haben die Kinder die Möglichkeit, zwischen einem sofortigen Geschenk (etwa einem Apfel, einer Süssigkeit, einem Gummiarmband oder Ähnlichem) und zwei Geschenken am nächsten Tag zu wählen. Die konkrete Wahl erfolgt, indem die Kinder zwei Spiele-Chips vor sich haben und dann wählen müssen, ob sie einen davon sofort mitnehmen wollen, den sie dann in ein Geschenk umtauschen können, oder ob sie die beiden für den nächsten Tag aufbewahren wollen, um dann die Chips in zwei Geschenke einzutauschen.
In einer Kontrollbedingung liegen die zwei Chips offen auf dem Tisch. Wenn ein Kind einen Chip sofort nehmen will, kann es den Chip sogleich nehmen. Wenn es beide für den nächsten Tag aufsparen möchte, dann muss es beide Chips in einen offenen Umschlag stecken, auf dem dann eine Identifikationsnummer notiert wird, so dass das Kind die beiden Chips am nächsten Tag bekommt. In der Versuchsbedingung werden die beiden Chips gleich zu Beginn in den offenen Umschlag gesteckt. Dann kann das Kind in den Umschlag schauen und entscheiden, ob es einen Chip aus dem Umschlag herausnehmen möchte, um ihn gleich in ein Geschenk umzutauschen, oder ob es beide Chips im Kuvert lassen will, um am nächsten Tag zwei Geschenke zu erhalten.
In der Kontrollbedingung sieht man, dass ältere Kinder eher bereit sind, auf die zwei Geschenke am nächsten Tag zu warten, anstatt das eine sofort zu nehmen. Bei den drei- bis vierjährigen Kindern beträgt der Anteil der geduldigen Kinder etwa 30%, und er steigt auf etwa 50% bei den Vier- bis Fünfjährigen und auf ungefähr 70% bei den Fünf- bis Sechsjährigen. Die Intervention in der Versuchsbedingung erhöht diese Anteile systematisch um zirka 20 Prozentpunkte in jeder Altersgruppe, was bedeutet, dass eine einfache Veränderung des Status quo statistisch bedeutsame Effekte auf die Bereitschaft von Kindern hat, beim Abwägen zwischen einer kleineren Belohnung am selben Tag und einer grösseren am nächsten Tag die grössere Auszahlung zu wählen.
Eine wichtige Frage für künftige Forschungen besteht angesichts dieses Ergebnisses – und angesichts der Bedeutung von Geduld für die eigene Ausbildung und Gesundheit – darin, ob und gegebenenfalls wie längerfristige Verhaltensänderungen hin zu mehr Zukunftsorientierung überhaupt möglich sind. In den kommenden Jahren werden aller Voraussicht nach Antworten auf diese Frage gefunden werden. Spätestens dann wird es Zeit, dass die Verhaltensökonomen noch mehr als derzeit mit den bildungsökonomischen Institutionen ihrer Länder in einen Diskurs treten, um zu beurteilen, wie die verhaltensökonomischen Einsichten aus gesellschaftlicher und demokratischer Sicht am besten genützt werden sollten.




KOMMENTAR:
Leider wissen viele Erziehungspersonen nicht, 
dass unsere Kinder die Geduld - das 
"Warten können", auch das "Verzichten können"
 im Laufe von Jahren erwerben müssen, 
wie das Lesen und Schreiben.

Jugendliche, die das nicht gelernt haben, 

sind später nicht mehr bereit, zu warten 
oder auf etwas zu verzichten.
Ich habe Jugendliche erlebt, deren Eltern 
davon ausgingen, sie müssten im Kind alle 
Bedürfnisse sofort erfüllen. Diese Eltern 
hatten später grosse Probleme.  Kinder, 
dies sich daran gewöhnt haben, dass die 
Bedürfnisse immer sofort erfüllt werden, 
holen sich dann später das, was sie wollten - 
mitunter  mit Gewalt. Sie waren nicht 
mehr bereit, auf etwas zu verzichten. 
Wir haben dies im Fall Carlos gesehen. 
Wenn Hänschen gelernt hat, alle Bedürfnisse 
sofort zu erzwingen, lernt Hans später 
nicht mehr Geduld zu üben. Auch Carlos 
war später nicht mehr bereit, Geduld zu üben. 
Die Mentalität "Ich will - aber subito!" 
machte sich bei ihm stets bezahlt.
Wehe, wenn jemand bei so einem 
Jugendlichen nachträglich versuchten 
will, Geduld einzufordern und verlangt,
 dass auf ein Bedürfnis verzichten 
werden muss.


LINK:

7. März 2014 ... Der Fall "Carlos" beansprucht die Medien. Carlos ist ein 18 jähriger Straftäter, der seit der Ausstrahlung einer Fernsehreportage im ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/03_07a/

Samstag, 22. November 2014

Dieser Artikel beeinflusst die Abstimmung

Nach meinem Dafürhalten bringt folgender BLICK Beitrag zusätzliche Stimmen für die Ecopop Initiative.
Ich gehe davon aus, dass zwar die Ecopop Initiative eindeutig abgelehnt wird.
Doch gibt es drei Argumente, die zu zusätzlichen Ja Stimmen führen:
1. Die übertriebene Werbekampagne der Gegener (als hätten sie panische Angst). 
2. Die tatsächliche Situation mit den unerwartet hohen Einwanderungszahlen
3. Die Machtlosigkeit vieler Gemeinden, denen Asylanten aufgezwungen  und  Kosten von oben aufgebürdet werden.