Mittwoch, 8. Oktober 2014
Marcus Knill, Rägi Knill, Mattias D. Knill (Dr. sc. nat. ETH, Partner - Hirzel. Neef. Schmid. Konsulenten)
31/67
Dienstag, 7. Oktober 2014
PRO-KONTRA PLAKAT-SCHLACHT
Abstimmungskampf
«Das Ecopop-Plakat schürt Ängste»
Aus 20 Minuten von Daniel Waldmeier:
Gegner und Befürworter der Ecopop-Initiative rüsten zur Plakatschlacht. Das linke Nein-Komitee warnt davor, die Vorlage wie bei der Zuwanderungsinitiative zu unterschätzen.
Die Plakat-Schlacht ist eröffnet: Mit diesen beiden Plakaten bekriegen sich Gegner und Befürworter der Ecopop-Initiative.
Dass
das Plakat des linken Komitees eine grosse Wirkung haben wird, glaubt
Kommunikationsexperte Marcus Knill allerdings nicht. «Das Plakat ist
nicht gelungen, da es keine Emotionen weckt und hinsichtlich seiner
Botschaften überladen ist.»
Ganz
anders das Plakat der Initianten, mit dem sich laut Knill schon eher
punkten lässt: «Das Plakat zeigt auf den ersten Blick eine enge,
bedrückende Schweiz, die nicht mehr lebenswert ist. Es schürt Ängste und
ist deshalb hochwirksam.»
«Ecopop
macht die Zahl der Menschen und nicht die ressourcenverschwendende
Lebensweise der Industrie- und Schwellenländer verantwortlich für die
globalen Umweltprobleme», argumentiert die Grünen-Nationalrätin Regula
Rytz und Co-Präsidentin des linken Gegner-Komitees an der
Pressekonferenz (Mitte).
Die
Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische
Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die
Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich
und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer von
Ecopop und Mitglied des Initiativkomitees.
Mit
diesem älteren Plakat machte Ecopop bereits bei der
Unterschriftensammlung Werbung. Auch für die neue Plakatkampagne gelte:
«Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht
auf das Niveau der Gegner herunter», so Andreas Thommen,
Geschäftsführer von Ecopop und Mitglied des Initiativkomitees.
Laut Politikberater Mark Balsiger ist das grosse Engagement links-grüner Kreise kein Zufall: «Bei der Masseneinwanderungsinitiative gab es auch viele Ja-Stimmen von wachstumskritischen Leuten aus dem linken Lager. Die Grünen wissen, dass die Ecopop-Initiative an der Basis gewisse Sympathien geniesst.» Sie würden das Thema deshalb schon seit einem halben Jahr sehr aktiv bewirtschaften.
«Man nimmt die Initiative ernst»
Laut Balsiger sind in den letzten zwölf Jahren netto 630'000 Personen eingewandert – dies habe in der Bevölkerung ein Unbehagen ausgelöst, das gerade die Wirtschaft ignoriert habe. Nun wolle man nicht noch einmal den gleichen Fehler machen: «Man nimmt die Ecopop-Initiative ernst. Das war in der Vergangenheit nicht mit allen Initiativen so.»
Dies beteuert auch Rita Schiavi, Co-Präsidentin des linken Komitees gegen Ecopop: «Wir haben die Situation damals bei der Masseneinwanderungsinitiative falsch eingeschätzt. Jetzt passiert Ähnliches, man wiegt sich in falscher Sicherheit, dass die Schweizer Stimmbürger die radikale Ecopop-Initiative sowieso ablehnen. Dem trauen wir nicht.»
Die zubetonierte Schweiz
Dass die Kampagne des linken Komitees eine grosse Wirkung haben wird, glaubt Kommunikationsexperte Marcus Knill allerdings nicht. Das Plakat zeigt eine Person mit einem Sackgasse-Symbol vor dem Kopf, unterstützt vom Begleittext «Ecopop-Sackgasse». «Das Plakat ist nicht gelungen, da es keine Emotionen weckt und hinsichtlich seiner Botschaften überladen ist», findet er. Zudem mache das Bild nicht deutlich genug, dass es bei dem Plakat um Ecopop gehe. Die Idee, den Schweizer mit einem Brett vor dem Kopf zu zeigen, sei zwar originell, aber zu setze zu viel voraus. Denn: «Ein Plakat wird im Schnitt nur drei Sekunden lang betrachtet.»
Ganz anders das Plakat der Initianten, mit dem sich laut Knill schon eher punkten lässt. Dieses zeigt eine mit Hochhäuser zubetonierte Schweiz und verspricht, dass sich die Bevölkerungszahl bei neun Millionen stabilisieren werde (siehe Bildstrecke). Auch wenn Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen betont, über noch angriffigere Sujets nachgedacht zu haben, sagt Knill: «Das Plakat zeigt auf den ersten Blick eine enge, bedrückende Schweiz, die nicht mehr lebenswert ist. Es schürt Ängste und ist deshalb hochwirksam.» Knill vergleicht das Motiv mit dem berühmten Schäfchen-Plakat der SVP, das die Stimmbürger wie kein anderes durch die eindeutige Aussage mobilisiert habe.
Initiant Thommen ist denn auch zuversichtlich, trotz schlechter Umfragewerte noch Boden gutzumachen. Man wolle weiterhin «wissenschaftlich sachlich» bleiben. Für die Plakatkampagne hat der Verein ebenfalls 250'000 Franken eingeplant.
Notiert von
marcus knill
um
08:29
Montag, 6. Oktober 2014
Aus Persönlich.com-Blog
Kommunikation der neuen Swiss-Strategie
Marcus Knill
06.10.2014
Swiss-CEO
Harry Hohmeister hat letzte Woche die neue Strategie der
Fluggesellschaft vorgestellt. Zu seiner Präsentation gehörte auch ein
Film, der offenbar vielen Mitarbeitern sauer aufstösst. Dies schreibt der "Blick" unter
Berufung auf eine anonyme Quelle. In der Einladung habe es
vielversprechend geheissen: "Die Swiss steht vor einer neuen Ära." Der
Film gebe dann aber in leicht herablassendem Ton einen Vorgeschmack
darauf, wohin die Reise - für Angestellte und Gäste - geht. "Das ist die
'Next Generation Airline of Switzerland', heisst es dazu im Clip.
Ich bin sicher, das Filmchen hat recht viel Geld gekostet. Die wirren Aussagen haben aber den Zweck nicht erfüllt. Weder für die Mitarbeitenden noch für die Kunden. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter wurden noch mehr demotiviert. Bei Schlecht-Nachrichten darf nichts beschönigt werden. Es geht um Transparenz und einleuchtende Begründungen. Die Betroffenen gilt es zu überzeugen. Sie müssen einsehen, dass Opfer gebracht werden müssen.
Bei Kommunikationsprozessen gilt das Prinzip: Wenn die Botschaft
falsch oder missverständlich angekommen ist, ist der Sender schuld. Die
Swiss wollte zwar die Mitarbeiter mit dem Film motivieren.
Die Motivation der Mitarbeiter ist übrigens eine Säule des
Strategiepapiers. Doch:
Weshalb wirkte wohl der Film kontraproduktiv?
- Die Botschaft stimmt mit dem Verhalten der Firma nicht überein: Passagierzahlen werden erhöht, Plätze enger und die Zahl der Crew bleibt gleich.
- Wort- und Bildaussage ist dilletantisch gemacht: Zu viel wird in den Film hineingepackt. Der Schnitt ist zu wirr, zu schnell. Die Kindergartenzeichnungen überzeugen nicht. Das ganze verwirrt und ist viel zu hektisch. Eine schlechte Nachricht darf nicht so vermittelt werden.
- Die Prinzipien der Verständlichkeit (Schulz von Thun) werden missachtet: Einfachheit, Struktur, Kürze und konkrete Beispiele. Die Verantwortlichen der Swiss hätten bei der neuen Strategie - die für viele eine Verschlechterung der Situation bedeutet - eine andere dialogische Form der Kommunikation wählen müssen.
Ich bin sicher, das Filmchen hat recht viel Geld gekostet. Die wirren Aussagen haben aber den Zweck nicht erfüllt. Weder für die Mitarbeitenden noch für die Kunden. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter wurden noch mehr demotiviert. Bei Schlecht-Nachrichten darf nichts beschönigt werden. Es geht um Transparenz und einleuchtende Begründungen. Die Betroffenen gilt es zu überzeugen. Sie müssen einsehen, dass Opfer gebracht werden müssen.
Notiert von
marcus knill
um
19:38
Die Gegner der Ecopop Initiative machen mobil
2o Min:
Heisser Herbst
So wollen Linke die Ecopop-Initiative bodigen
von Nicole Glaus - Der Abstimmungskampf zur Ecopop-Initiative ist lanciert. Das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» hat heute seine Plakatkampagne vorgestellt.
Zwei Monate vor der Abstimmung über die Volksinitiative
«Stopp der Überbevölkerung – Zur Sicherung der natürlichen
Lebensgrundlagen» rüsten sich die Gegner für den Abstimmungskampf.
Verschiedene Gegner-Komitees haben sich bereits formiert. Nun bringt
auch das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» seine Plakate
aufs Tapet. Dieses besteht aus Mitgliedern linker Parteien,
Migrantenorganisationen, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden an
einer Medienkonferenz.
Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer und Mitglied des Initiativkomitees.
Bereits am Dienstag werden die Initianten ihre Plakatkampagne lancieren. «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter.» Man habe jedoch festgestellt, dass der Originaltext der Initiative – verlangt wird, die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken – schwierig zu vermitteln sei. «Darum werden wir auf dem Plakat die Bevölkerungsstabilisierung bei neun Millionen Einwohner bis 2050 thematisieren.» Das Initiativkomitee hoffe, dass es die Stimmbevölkerung mit sachlichen Argumenten besser abholen könne als die Gegnerschaft.
KOMMENTAR: Ich habe heute die Plakate der Gegner und Befürworter begutachtet. Die Bildsprache ist unterschiedlich.
(Siehe Interview auf 20 Min morgen)
Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer und Mitglied des Initiativkomitees.
Bereits am Dienstag werden die Initianten ihre Plakatkampagne lancieren. «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter.» Man habe jedoch festgestellt, dass der Originaltext der Initiative – verlangt wird, die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken – schwierig zu vermitteln sei. «Darum werden wir auf dem Plakat die Bevölkerungsstabilisierung bei neun Millionen Einwohner bis 2050 thematisieren.» Das Initiativkomitee hoffe, dass es die Stimmbevölkerung mit sachlichen Argumenten besser abholen könne als die Gegnerschaft.
KOMMENTAR: Ich habe heute die Plakate der Gegner und Befürworter begutachtet. Die Bildsprache ist unterschiedlich.
(Siehe Interview auf 20 Min morgen)
Notiert von
marcus knill
um
17:38
Entstauen statt Druck unterdrücken
Agressivität durch ständiges NETT sein müssen.
Von wegen nur nett
(aus 20 min)Einfühlsamkeit kann aggressiv machen
Gemeinhin gilt: Menschen, die mit anderen mitfühlen, verhalten sich zuvorkommend und hilfsbereit. Doch plötzlich können sie jedoch unkontrolliert aus der Haut fahren – zu Lasten anderer.
Video Empathie auf einem anderen Level Was ist Empathie?
Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Dazu gehört auch die Reaktion auf die Gefühle Anderer wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten. Die Studienteilnehmer mussten sich an eine Situation erinnern, in der sie mitbekommen hatten, wie eine ihnen nahestehende Person durch Dritte verletzt wurde. Zudem mussten sie eine Reihe von Fragen beantworten. Beispielsweise, wie sehr sie dieser Moment bewegt hat oder wie besorgt sie waren. Auch ihr eigenes Verhalten war Gegenstand der Befragung.
Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die aufgrund ihrer Antworten als besonders mitfühlend eingestuft wurden, öfter angaben, aggressiv auf den Konflikt reagiert zu haben.
Zur Manipulation aufgerufen
In einem zweiten Versuch mussten sich die Probanden eine fiktive Situation vorstellen: In dieser hatte eine Person A finanzielle Probleme und machte sich entweder keine oder grosse Sorgen deswegen. Um wieder flüssig zu werden, konnte sie an einem Mathe-Wettstreit gegen einen Konkurrenten antreten.
Den Studienteilnehmern war erlaubt, diesen zugunsten von Person A zu manipulieren – indem sie dem Gegner eine Substanz verabreichten, die ihm Schmerzen zufügte. Dabei galt: Je mehr sie ihm davon geben würden, desto stärker würden die Leiden und desto wahrscheinlicher würde auch der Sieg von A.
Zudem wurden die Probanden in Gruppen eingeteilt. Die einen sollten sich in die beschriebene Person hineinversetzen, die anderen nur die Fakten beachten.
Impulsivität ist Nebensache
Die Ergebnisse zeigen: Teilnehmer, die schon im ersten Versuch Empathie gezeigt hatten, setzten sich auch im zweiten für die Person in Not ein – jedoch nur, wenn diese als besorgt und verzweifelt beschrieben worden war. Aggressivität zeigten diejenigen, die aufgefordert worden waren, sich in die beschriebene Person hineinzuversetzen. Sie verabreichten dem Gegner besonders viel der Substanz.
Die Forscher schliessen daraus, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Empathie und Aggression existiert. Denn den Einfluss anderer Variablen hätten sie weitgehend ausschliessen können. «Viele glauben, dass aggressives Verhalten vor allem durch Impulsivität oder einen aggressiven Charakter entsteht», schreibt das Team in einer Mitteilung. «Wir zeigen jedoch, dass jeder aus einem empathischen Impuls heraus aggressiv handeln kann – unabhängig von seiner Persönlichkeit.»
KOMMENTAR:
Ich habe in meiner Tätigkeit als Berater immer wieder erlebt, dass Leute (oft in sozialen Berufen, die ständig Empathie zeigen müssen), plötzlich einen Aggressionsschub bekamen und diesen unkontrolliert auslebten.
In einem Elternfortbildungsseminar lernte ich
Mütter oder Väter kennen, die sich vorgenommen hatten, mit den Kindern ständig nett zu sein und eigentlich nur das Beste für ihre Kinder wollten. Auch wenn die Kinder sich beschimpften, blieben sie ständig anständig und nett. Sie reagierten ruhig und sagen beispielsweise: So solltest Du nicht mit den Eltern reden.
Plötzlich folgte dann unverhofft ein Ausbruch. Eltern, die eine völlig antiautoritäre Haltung bekundeten, schlugen unkontrolliert das Kind, das weiter nervt.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn Vorgesetzte oder Erziehungsberechtigte den Druck rechtzeitig abbauen lernten.
Das heisst: Wenn Druck entsteht, dürfen wir Stopsignale setzen und deutlich Nein sagen können. In unseren Seminaren vermitteln wir Werkzeuge, wie wir freundlich und dennoch eindeutig kommunizieren können, ohne das Gesicht zu verlieren.
Notiert von
marcus knill
um
09:13
Wenn der Fotograf schneller ist
OBEN: SO WAR ES GEDACHT
UNTEN: DOCH DIE AUFNAHME
WAR SCHON IM KASTEN
Notiert von
marcus knill
um
09:09
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