Mittwoch, 8. Oktober 2014

Unter tillate.com gefunden

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Marcus Knill, Rägi Knill, Mattias D. Knill (Dr. sc. nat. ETH, Partner - Hirzel. Neef. Schmid. Konsulenten)
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Dienstag, 7. Oktober 2014

Welches Plakat wirkt mehr?



Das Plakat zeigt, wie es ENG wird in der Schweiz. ENGE hat mit ANGST zu tun.
Plakate, die Emotionen wecken, beeinflussen mehr - auch unbewusst.
Plakate müssen innert weniger Sekunden als GANZES erfasst werden.


Das Plakat der Gegner  mit der Sackgasse hat anderseits zu viele Aussagen:
- Initiative ist  unmenschlich (Weshalb?)
- ist gefährlich (Warum?)
- führt in eine Sackgasse (in welche?)
Die wichtigsten Argumente ISOLATION, ABSCHOTTUNG fehlen.

PRO-KONTRA PLAKAT-SCHLACHT

Abstimmungskampf

«Das Ecopop-Plakat schürt Ängste»

Aus 20 Minuten von Daniel Waldmeier:

Gegner und Befürworter der Ecopop-Initiative rüsten zur Plakatschlacht. Das linke Nein-Komitee warnt davor, die Vorlage wie bei der Zuwanderungsinitiative zu unterschätzen.



Die Plakat-Schlacht ist eröffnet: Mit diesen beiden Plakaten bekriegen sich Gegner und Befürworter der Ecopop-Initiative.


 
Die Plakat-Schlacht ist eröffnet: Mit diesen beiden Plakaten bekriegen sich Gegner und Befürworter der Ecopop-Initiative. Dass das Plakat des linken Komitees eine grosse Wirkung haben wird, glaubt Kommunikationsexperte Marcus Knill allerdings nicht. «Das Plakat ist nicht gelungen, da es keine Emotionen weckt und hinsichtlich seiner Botschaften überladen ist.» Ganz anders das Plakat der Initianten, mit dem sich laut Knill schon eher punkten lässt: «Das Plakat zeigt auf den ersten Blick eine enge, bedrückende Schweiz, die nicht mehr lebenswert ist. Es schürt Ängste und ist deshalb hochwirksam.» «Ecopop macht die Zahl der Menschen und nicht die ressourcenverschwendende Lebensweise der Industrie- und Schwellenländer verantwortlich für die globalen Umweltprobleme», argumentiert die Grünen-Nationalrätin Regula Rytz und Co-Präsidentin des linken Gegner-Komitees an der Pressekonferenz (Mitte). Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer von Ecopop und Mitglied des Initiativkomitees. Mit diesem älteren Plakat machte Ecopop bereits bei der Unterschriftensammlung Werbung. Auch für die neue Plakatkampagne gelte: «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter», so Andreas Thommen, Geschäftsführer von Ecopop und Mitglied des Initiativkomitees.

Den bestens orchestrierten Kampf gegen die Ecopop-Initiative eröffnete gestern das linke Nein-Komitee an einer Pressekonferenz: Mit einem Plakat wollen sie den Stimmbürgern klarmachen, dass Ecopop in eine Sackgasse führt. Die Plakate und die Flyer lassen sich die linken Kreise immerhin 350'000 Franken kosten. Auch das bürgerliche Nein-Komitee hat bereits Plakate aufhängen lassen. Die Initianten ihrerseits präsentieren heute ihr Plakat für den Abstimmungskampf.
Laut Politikberater Mark Balsiger ist das grosse Engagement links-grüner Kreise kein Zufall: «Bei der Masseneinwanderungsinitiative gab es auch viele Ja-Stimmen von wachstumskritischen Leuten aus dem linken Lager. Die Grünen wissen, dass die Ecopop-Initiative an der Basis gewisse Sympathien geniesst.» Sie würden das Thema deshalb schon seit einem halben Jahr sehr aktiv bewirtschaften.
«Man nimmt die Initiative ernst»
Laut Balsiger sind in den letzten zwölf Jahren netto 630'000 Personen eingewandert – dies habe in der Bevölkerung ein Unbehagen ausgelöst, das gerade die Wirtschaft ignoriert habe. Nun wolle man nicht noch einmal den gleichen Fehler machen: «Man nimmt die Ecopop-Initiative ernst. Das war in der Vergangenheit nicht mit allen Initiativen so.»
Dies beteuert auch Rita Schiavi, Co-Präsidentin des linken Komitees gegen Ecopop: «Wir haben die Situation damals bei der Masseneinwanderungsinitiative falsch eingeschätzt. Jetzt passiert Ähnliches, man wiegt sich in falscher Sicherheit, dass die Schweizer Stimmbürger die radikale Ecopop-Initiative sowieso ablehnen. Dem trauen wir nicht.»

Die zubetonierte Schweiz
Dass die Kampagne des linken Komitees eine grosse Wirkung haben wird, glaubt Kommunikationsexperte Marcus Knill allerdings nicht. Das Plakat zeigt eine Person mit einem Sackgasse-Symbol vor dem Kopf, unterstützt vom Begleittext «Ecopop-Sackgasse». «Das Plakat ist nicht gelungen, da es keine Emotionen weckt und hinsichtlich seiner Botschaften überladen ist», findet er. Zudem mache das Bild nicht deutlich genug, dass es bei dem Plakat um Ecopop gehe. Die Idee, den Schweizer mit einem Brett vor dem Kopf zu zeigen, sei zwar originell, aber zu setze zu viel voraus. Denn: «Ein Plakat wird im Schnitt nur drei Sekunden lang betrachtet.»
Ganz anders das Plakat der Initianten, mit dem sich laut Knill schon eher punkten lässt. Dieses zeigt eine mit Hochhäuser zubetonierte Schweiz und verspricht, dass sich die Bevölkerungszahl bei neun Millionen stabilisieren werde (siehe Bildstrecke). Auch wenn Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen betont, über noch angriffigere Sujets nachgedacht zu haben, sagt Knill: «Das Plakat zeigt auf den ersten Blick eine enge, bedrückende Schweiz, die nicht mehr lebenswert ist. Es schürt Ängste und ist deshalb hochwirksam.» Knill vergleicht das Motiv mit dem berühmten Schäfchen-Plakat der SVP, das die Stimmbürger wie kein anderes durch die eindeutige Aussage mobilisiert habe.
Initiant Thommen ist denn auch zuversichtlich, trotz schlechter Umfragewerte noch Boden gutzumachen. Man wolle weiterhin «wissenschaftlich sachlich» bleiben. Für die Plakatkampagne hat der Verein ebenfalls 250'000 Franken eingeplant.

Montag, 6. Oktober 2014

Aus Persönlich.com-Blog

Kommunikation der neuen Swiss-Strategie

Bild des Benutzers Marcus Knill
Marcus Knill
Swiss-CEO Harry Hohmeister hat letzte Woche die neue Strategie der Fluggesellschaft vorgestellt. Zu seiner Präsentation gehörte auch ein Film, der offenbar vielen Mitarbeitern sauer aufstösst. Dies schreibt der "Blick" unter Berufung auf eine anonyme Quelle. In der Einladung habe es vielversprechend geheissen: "Die Swiss steht vor einer neuen Ära." Der Film gebe dann aber in leicht herablassendem Ton einen Vorgeschmack darauf, wohin die Reise - für Angestellte und Gäste - geht. "Das ist die 'Next Generation Airline of Switzerland', heisst es dazu im Clip.
 
Bei Kommunikationsprozessen gilt das Prinzip: Wenn die Botschaft falsch oder missverständlich angekommen ist, ist der Sender schuld. Die Swiss wollte zwar die Mitarbeiter mit dem Film motivieren. Die Motivation der Mitarbeiter ist übrigens eine Säule des Strategiepapiers. Doch:
 Weshalb wirkte wohl der Film kontraproduktiv?
  • Die Botschaft stimmt mit dem Verhalten der Firma nicht überein: Passagierzahlen werden erhöht, Plätze enger und die Zahl der Crew bleibt gleich.
  • Wort- und Bildaussage ist dilletantisch gemacht: Zu viel wird in den Film hineingepackt. Der Schnitt ist zu wirr, zu schnell. Die Kindergartenzeichnungen überzeugen nicht. Das ganze verwirrt und ist viel zu hektisch. Eine schlechte Nachricht darf nicht so vermittelt werden.
  • Die Prinzipien der Verständlichkeit (Schulz von Thun) werden missachtet: Einfachheit, Struktur, Kürze und konkrete Beispiele. Die Verantwortlichen der Swiss hätten bei der neuen Strategie - die für viele eine Verschlechterung der Situation bedeutet - eine andere dialogische Form der Kommunikation wählen müssen. 
Die Botschaft an die Kunden oder Mitarbeiter muss dem Adressaten angepasst werden. Die Aussagen verprellten die Mitarbeiter. Auch für die Kunden taugt der Film nicht: Diese interessieren sich vor allem für die künftigen Preise oder die Veränderungen beim Komfort. Für die Fluggäste verdienen die Piloten genug.
Ich bin sicher, das Filmchen hat recht viel Geld gekostet. Die wirren Aussagen haben aber den Zweck nicht erfüllt. Weder für die Mitarbeitenden noch für die Kunden. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter wurden noch mehr demotiviert. Bei Schlecht-Nachrichten darf nichts beschönigt werden. Es geht um Transparenz und einleuchtende Begründungen. Die Betroffenen gilt es zu überzeugen. Sie müssen einsehen, dass Opfer gebracht werden müssen.

Die Gegner der Ecopop Initiative machen mobil

2o Min:

Heisser Herbst



So wollen Linke die Ecopop-Initiative bodigen

von Nicole Glaus - Der Abstimmungskampf zur Ecopop-Initiative ist lanciert. Das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» hat heute seine Plakatkampagne vorgestellt.





Zwei Monate vor der Abstimmung über die Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – Zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» rüsten sich die Gegner für den Abstimmungskampf. Verschiedene Gegner-Komitees haben sich bereits formiert. Nun bringt auch das Komitee «Solidarische Schweiz – Nein zu Ecopop» seine Plakate aufs Tapet. Dieses besteht aus Mitgliedern linker Parteien, Migrantenorganisationen, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbänden an einer Medienkonferenz.
Umfrage
Wie beurteilen Sie die Plakate der Gegner zur Ecopop-Initiative?

38 %

13 %

49 %
Insgesamt 1776 Teilnehmer
 

Die Initianten der Ecopop-Initiative reagieren auf die gegnerische Offensive betont gelassen: «Auf ihren Plakaten diffamieren uns die Gegner nur und argumentieren nicht, warum die Initiative unmenschlich und gefährlich sein soll», sagt Andreas Thommen, Geschäftsführer und Mitglied des Initiativkomitees.
Bereits am Dienstag werden die Initianten ihre Plakatkampagne lancieren. «Wir werden dabei wissenschaftlich sachlich bleiben und lassen uns nicht auf das Niveau der Gegner herunter.» Man habe jedoch festgestellt, dass der Originaltext der Initiative – verlangt wird, die jährliche Nettozuwanderung auf 0,2 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu beschränken – schwierig zu vermitteln sei. «Darum werden wir auf dem Plakat die Bevölkerungsstabilisierung bei neun Millionen Einwohner bis 2050 thematisieren.» Das Initiativkomitee hoffe, dass es die Stimmbevölkerung mit sachlichen Argumenten besser abholen könne als die Gegnerschaft.

KOMMENTAR: Ich habe heute die Plakate der Gegner und Befürworter begutachtet. Die Bildsprache ist unterschiedlich.
(Siehe Interview auf 20 Min morgen)

Entstauen statt Druck unterdrücken

 

Agressivität durch ständiges NETT sein müssen

Von wegen nur nett

(aus 20 min)

Einfühlsamkeit kann aggressiv machen

Gemeinhin gilt: Menschen, die mit anderen mitfühlen, verhalten sich zuvorkommend und hilfsbereit. Doch plötzlich können sie jedoch unkontrolliert aus der Haut fahren – zu Lasten anderer.

storybildManche Menschen werden aus Empathie aggressiv. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Wer Einfühlungsvermögen besitzt, verhält sich immer anständig. So meint man. Denn wer sich in andere hineinversetzen und empathisch sein kann, tendiert dazu, ihnen zu helfen (siehe Box). Doch mitunter kann diese positive Eigenschaft auch zu Aggressionen führen, wie Forscher der State University of New York im Fachjournal «Personality and Social Psychology Bulletin» berichten.
Die Studienteilnehmer mussten sich an eine Situation erinnern, in der sie mitbekommen hatten, wie eine ihnen nahestehende Person durch Dritte verletzt wurde. Zudem mussten sie eine Reihe von Fragen beantworten. Beispielsweise, wie sehr sie dieser Moment bewegt hat oder wie besorgt sie waren. Auch ihr eigenes Verhalten war Gegenstand der Befragung.
Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die aufgrund ihrer Antworten als besonders mitfühlend eingestuft wurden, öfter angaben, aggressiv auf den Konflikt reagiert zu haben.

Zur Manipulation aufgerufen
In einem zweiten Versuch mussten sich die Probanden eine fiktive Situation vorstellen: In dieser hatte eine Person A finanzielle Probleme und machte sich entweder keine oder grosse Sorgen deswegen. Um wieder flüssig zu werden, konnte sie an einem Mathe-Wettstreit gegen einen Konkurrenten antreten.

Den Studienteilnehmern war erlaubt, diesen zugunsten von Person A zu manipulieren – indem sie dem Gegner eine Substanz verabreichten, die ihm Schmerzen zufügte. Dabei galt: Je mehr sie ihm davon geben würden, desto stärker würden die Leiden und desto wahrscheinlicher würde auch der Sieg von A.
Zudem wurden die Probanden in Gruppen eingeteilt. Die einen sollten sich in die beschriebene Person hineinversetzen, die anderen nur die Fakten beachten.

Impulsivität ist Nebensache
Die Ergebnisse zeigen: Teilnehmer, die schon im ersten Versuch Empathie gezeigt hatten, setzten sich auch im zweiten für die Person in Not ein – jedoch nur, wenn diese als besorgt und verzweifelt beschrieben worden war. Aggressivität zeigten diejenigen, die aufgefordert worden waren, sich in die beschriebene Person hineinzuversetzen. Sie verabreichten dem Gegner besonders viel der Substanz.

Die Forscher schliessen daraus, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Empathie und Aggression existiert. Denn den Einfluss anderer Variablen hätten sie weitgehend ausschliessen können. «Viele glauben, dass aggressives Verhalten vor allem durch Impulsivität oder einen aggressiven Charakter entsteht», schreibt das Team in einer Mitteilung. «Wir zeigen jedoch, dass jeder aus einem empathischen Impuls heraus aggressiv handeln kann – unabhängig von seiner Persönlichkeit.»


KOMMENTAR:

Ich habe in meiner Tätigkeit als Berater immer wieder erlebt, dass Leute (oft  in sozialen Berufen, die ständig Empathie zeigen müssen), plötzlich einen Aggressionsschub bekamen und diesen unkontrolliert auslebten.
In einem Elternfortbildungsseminar lernte ich 
Mütter oder Väter kennen, die sich vorgenommen hatten, mit den Kindern ständig nett zu sein und eigentlich nur das Beste für ihre Kinder wollten. Auch wenn die Kinder sich beschimpften, blieben sie ständig anständig und nett. Sie reagierten ruhig und sagen beispielsweise: So solltest Du nicht mit den Eltern reden.
Plötzlich folgte dann unverhofft ein Ausbruch. Eltern, die eine völlig antiautoritäre Haltung bekundeten, schlugen unkontrolliert das  Kind, das weiter nervt.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn Vorgesetzte oder Erziehungsberechtigte den Druck rechtzeitig abbauen lernten.
Das heisst: Wenn Druck entsteht, dürfen wir  Stopsignale setzen und deutlich Nein sagen können. In unseren Seminaren vermitteln wir Werkzeuge, wie wir freundlich und dennoch eindeutig kommunizieren können, ohne das Gesicht zu verlieren.
 

Wenn der Fotograf schneller ist







OBEN: SO WAR ES GEDACHT
UNTEN: DOCH DIE AUFNAHME 
WAR SCHON IM KASTEN