Freitag, 13. September 2013

Was ist wichtiger: Die Sicherheit der Bürger oder die Freiheitsrechte der gefährlichen Gewalttäter?

So darf es nicht weitergehen!


Das Volk hat eindeutig verlangt, dass gefährliche Gewalttäter weggesperrt bleiben müssen. Dieser Auftrag des Volkes war eindeutig. Doch die Gesetzgeber tun sich schwer damit.
Die Politiker zörern, diese Initiative konkret umzusetzen.
Die fragwürdigen Fälle häufen sich:
Im Fall Carlos standen die Kosten der sogenannten Wiedereingliederung in keinem Verhältnis zu der Wiedergutmachungssumme für das Opfer.
Es kann bei uns etwas nicht stimmen, wenn die Freiheitsrechte der Opfer mehr gewichtet wird als die Sicherheit der Offentlichkeit. Ich weiss: Den Gerichten und Vollzugsbehörden sind heute die  Hände vielfach gebunden, indem sie den Tätern den  Freigang und kostspielige Therapien - laut Strafgesetz - erlauben MUESSEN. Sie dürfen Gewalttäter nicht lange wegsperren. Bei uns wird die Wiedereingliederung höher gewertet als die Sicherheit der Bürger. Die Frage ist berechtigt: Müssen wir somit  das Risiko - einfach so - auf uns nehmen, dass ein Straftäter im Ausgang erneut vergewaltigen oder vielleicht morden kann? Ein Therapeut sagte mir: Wenn wir Menschen wieder eingliedern wollen, müssen wir halt dieses Risiko in Kauf nehmen. Müssen wir das eigentlich?
Schon wieder erleben wir einen unverständlichen Fall:

Die Therapeutin ist tot- der Vergewaltiger ist noch  auf freiem Fuss
Sie war dabei
Ich zitiere 20 min:

Sie war sogar dabei


Adelines Killer hat vor der Tat ein Messer gekauft

Damit er Pferde-Hufe behandeln kann, hatte der verurteilte Vergewaltiger Fabrice Anthamatten die Erlaubnis, Messer zu kaufen. Und genau das hat er kurz vor seiner Tat getan.




1|10
Am 13. September 2013 fand die Polizei den Leichnam der Sozialtherapeutin Adeline Morel im Bois d'Avault bei Versoix.
Der mutmassliche Mörder der Therapeutin Adeline Morel hat kurz vor seiner Tat ein Messer gekauft. Wie «Le Matin» berichtet, soll es Fabrice Anthamatten sogar in Begleitung seines Opfers gekauft haben, bevor sie zur Reit-Therapie gingen. Er sei dazu befugt, weil er ein Messer braucht, um die Hufe von Pferden zu behandeln.
Ob er Morel damit getötet hat, ist noch nicht klar. Gemäss «Le Matin» soll Anthamatten seine Opfer bereits bei zwei früheren Vergewaltigungen, für die er verurteilt wurde, mit Messern bedroht haben.
Die Leiche der 34-jährigen Therapeutin wurde heute Freitag in der Nähe einer Reithalle wenige Kilometer ausserhalb Genfs gefunden. Der Täter ist offenbar nach Norden geflüchtet. Wie die «Badische Zeitung» berichtet, hat die Polizei am Freitagnachmittag im deutschen Weil am Rhein bei Basel mit einem Grossaufgebot ein Haus umstellt.
Unterwegs zur Reittherapie
Die Frau arbeitete seit 2007 im Zentrum für Sozialtherapie «La Pâquerette» in Genf und war als Kriminologin und Psychologin tätig, wie der Direktor der Genfer Universitätsspitäler HUG, Bertrand Levrat, am Freitag vor den Medien erklärte. «Sie war erfahren und hatte in ihrer Karriere bereits 200 Freigänge mit Häftlingen absolviert.»
Die Psychologin sollte den wegen zweifacher Vergewaltigung zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilten Insassen am Donnerstagmorgen zu einer Reittherapie begleiten. Das Zentrum für Sozialtherapie «La Pâquerette» innerhalb des Gefängnisses Champ-Dollon hatte dafür die Verantwortung, wie die Chefin des Genfer Strafvollzugs, Sandra Favre, erklärte.
Als der Häftling und seine Begleiterin um 11 Uhr nicht zum Rendez-vous erschienen und die Sozialtherapeutin auf Handyanrufe nicht reagierte, wurde Alarm geschlagen.
Erster Freigang ebenfalls mit Frau
Laut Favre hatte der Entführer und mutmassliche Mörder der Sozialtherapeutin sein erstes Delikt 1999 begangen. Er wurde 2001 in Frankreich erstmals wegen Vergewaltigung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Wegen einer weiteren Vergewaltigung wurde er in Frankreich zum zweiten Mal zu fünf Jahren verurteilt.
2008 wurde der verurteilte Vergewaltiger nach Genf ausgeliefert, um seine Haftstrafen abzusitzen, wie Favre weiter ausführte. Diese hätten sich unterdessen auf 20 Jahre kumuliert.
Nach Verbüssung von rund zwei Dritteln der Strafe seien ihm aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens begleitete Freigänge erlaubt worden. Der erste fand am 3. September statt, der zweite am 12. September - jeweils in Begleitung einer Frau.

Kommentar: Nach meinem Dafürhalten kann etwas nicht stimmen bei der Beurteilung der Gefährlichkeit von Gewalttätern. Es darf nicht sein, dass ein Vergewaltiger seiner Therapeutin über Monate etwas vorspielen kann, um dann im Freigang seine Bedürfnisse auszuleben.


Serien-Vergewaltiger täuschte alle! Adeline vertraute ihrem Mörder  
Serien-Vergewaltiger täuschte alle! Adeline vertraute ihrem Mörder
Im Zweifel müsste gelten: Freigänge werden bei gefährlichen Gewalttätern nicht erlaubt.  Höchstens in Begleitung von zwei Polizisten. Vielleicht bewirkt der jüngste tragische Fall von Versoix ein Umdenken bei den zuständigen Stellen. Mit der Missachtung des Volkswillens darf es  nicht mehr so weitergehen. Es besteht Handlungsbedarf!

Zum Nachdenken aus TAGI:

Der Satz, der in solchen «Fällen» immer bemüht wird, von Politikern, von Psychologen, von Juristen ist, dass es die absolute Sicherheit nicht gebe. Die Haltung, die dahintersteckt, ist so unerträglich wie der Satz selbst. Nicht nur, weil damit Opfer und ihre Angehörigen schulterzuckend als Kollateralschäden des Systems abgetan werden. Der Satz ist vor allem auch unerträglich dumm. Weil es nicht um Ersttäter geht, von denen niemand wissen konnte, dass und wie gefährlich sie sind.
Mit diesem Risiko muss man tatsächlich leben. Aber nicht mit demjenigen, das von Männern mit einer eindeutigen Vorgeschichte ausgeht, die schwerste Gewalttaten begangen, die getötet oder vergewaltigt haben, die Leben und Familien zerstörten, denen Therapeuten stundenlang zuhörten, über die es seitenlange Gutachten gibt, die also sozusagen vom System erfasst worden sind.
Dieses System funktioniert aber nicht. Sonst wären Pasquale, Lucie, Marie und Adeline noch genauso am Leben wie der vierjährige Florian, der von seinem einschlägig vorbestraften Vater vor drei Jahren in einem Winterthurer Hotel ermordet worden ist.
Ein Staat hat deutlich zu machen, dass er Gewalt nicht duldet, sondern ächtet. Und noch mehr hat er dafür zu sorgen, dass der Schutz potenzieller Opfer in jedem Fall vorgeht. Er kann, weil schwere Gewalttäter das höchste Rechtsgut überhaupt verletzen, bei ihnen nicht dieselben Regeln anwenden wie bei Hochstaplern oder Drogendealern. Er kann nicht einfach ein Experiment machen und mal schauen, wie sich solche Täter in freier Wildbahn verhalten: vielleicht gut, dann klopfen sich die Experten gegenseitig auf die Schultern; vielleicht nicht, dann wird halt wieder mit der nicht existierenden absoluten Sicherheit argumentiert.
Aber sie muss sich maximieren lassen, diese Sicherheit. Weil eine Gesellschaft ein Anrecht hat, vor bekanntermassen gefährlichen Tätern geschützt zu werden. Ein Staat, der das nicht tut, der vielmehr ein System toleriert, das Tote fordert, kann sich nicht zivilisiert nennen.

(Tages-Anzeiger)
PIKANT:

Pikant: Bereits 2003 floh gemäss «Le Matin» ein Häftling auf einem begleiteten Freigang. Er war mit seiner Therapeutin auf dem Weg zu einer Spitaluntersuchung. Nach diesem Vorfall entschied der damalige Staatsanwalt Daniel Zappelli, dass aus Sicherheitsgründen in La Pâquerette keine Häftlingsbegleitungen mehr ohne Polizeischutz durchgeführt werden dürfen. Daraufhin setzte die Anstaltsleitung dieses Programm vorübergehend aus. Wegen eines Rekurses eines Häftlings, der sich über die Einmischung Zappellis beklagte, entschied das Genfer Verwaltungsgericht, dass die Verfügung des Staatsanwalts illegal gewesen sei.
Das Zentrum La Pâquerette ist auf psychisch auffällige, gefährliche Verbrecher spezialisiert und dem Gefängnis Champ-Dollon sowie universitären Einrichtungen angeschlossen. Es ist seit 1986 in Betrieb und eine schweizweit einzigartige Einrichtung zur Betreuung von Gefangenen mit langen Haftstrafen. Die Insassen leiden an schweren Persönlichkeitsstörungen, gelten aber als resozialisierbar.

Der Stolpersteinbück


SCHON WIEDER STELLT ER SICH SELBST DAS BEIN!




Vergrößern SZ-Magazin: Warum zeigt Steinbrück hier den Stinkefinger?
SZ-Magazin vom 13. September 2013
Foto: Magazin Süddeutsche Zeitung
Wie kam es zu diesem Foto?
Auf dem Cover des aktuellen „Süddeutsche Zeitung Magazins“ (erscheint am Freitag) zeigt Peer Steinbrück (SPD, 66) den Stinkefinger!
Das Foto ist Teil der Serie „Interview ohne Worte“, für die sich der Kanzlerkandidat ablichten ließ.
Inhalte des Interviews: Peer Steinbrück über nicht so nette Spitznamen, Angela Merkels Krisenmanagement und das Geheimnis seiner glücklichen Ehe.

Den Stinkefinger zeigt Steinbrück auf diese Frage: „Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi – um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?“, bestätigte das SZ-Magazin BILD.de.

KOMMENTAR: Das ist keine fiese Anti-Steinbrück-Kampagne. Der Kanzlerkandidat hat grünes Licht gegeben zu dieser angeblich humorvollen Aufnahme. Damit ist er einmal mehr über eine weitere unbedachte Aktion gestolpert. Ob er damit die Pluspunkte nach dem Duell schon wieder verspielt hat? 


Spiegel fragt: Kann dieses Endspiel gut gehen?

Hochrisiko-Wahlkampf: Steinbrücks Endspiel
Volles Risiko: Mit ausgestrecktem Mittelfinger und einem Führungsanspruch für Gespräche mit der Union nimmt Peer Steinbrück die Schlusskurve des Wahlkampfs. Kann das  gut gehen?

Banker Ackermann mit dem unbedachten Victory Zeichen lässt grüssen!!!
Der Berater Steinbrücks signalisierte noch STOP. Doch der eigenwillige Peitschenrhetoriker hörte nicht auf ihn. Wer nicht hören will muss fühlen!

SPIEGEL:


Ein Mann fürs Grobe  
Peer Stein­brück reckt den Mit­tel­fin­ger, er ist un­be­herrscht, ag­gres­siv und nar­ziss­tisch. Manch­mal tritt er eher wie ein Proll und nicht wie ein Kanz­ler­kan­di­dat auf. Könn­te Deutsch­land ru­hig schla­fen, wenn er re­gie­ren wür­de?  mehr...

FAZIT: Wenn Stolper-Steinbrück an einer Wahlveranstaltung seine unbedachte Geste damit rechtfertigen wollte: Ein Wahlkampf darf doch auch LOCKERHEIT, HUMOR beinhalten. Seine Geste sei  mit Schauspielerei angemacht, so verkennt der  Kanzlerkandidat, dass bei allen Kommunikationsprozessen letztlich die WIRKUNG zählt. Und in diesem Fall wird der angeblich, lockere, humorvolle Politiker eindeutig missverstanden. Steinbrück ist somit einmal mehr über sich selbst gestolpert.
 

Donnerstag, 12. September 2013

Ausrutscher

Auch wenn man genervt wird, sollte man die Nerven nicht verlieren


Quelle 20 Min:


Es hätte eine nette Reportage über Ueli Maurer an seinem wichtigsten Sessionstag werden sollen. «10vor10» begleitete den Bundespräsidenten während der gestrigen Gripen-Abstimmung und verfolgte ihn auf Schritt und Tritt. Doch das war Maurer offensichtlich zu viel. Vor laufender Kamera betitelte der sichtlich genervte SVP-Mann den Kameramann als «Aff».

Gegenüber dem SRF nahm Maurers Verteidigungsdepartement VBS Stellung: Man habe «die Integrität und den Wunsch auf eine gewisse Distanz vor einer wichtigen Parlamentssitzung nicht respektiert».

«Ein Magistrat müsste gelernt haben, die Contenance zu wahren»

Doch darf einem Bundesrat eine solche verbale Entgleisung überhaupt passieren? Nein, findet Kommunikationsexperte Marcus Knill und spricht von einem Fauxpas: «Ein Magistrat müsste gelernt haben, die Contenance zu wahren, wenn er in eine unangenehme Situation kommt oder sich provoziert fühlt.» Statt jemanden zu beleidigen, müsste er die Person sachlich auf das Problem aufmerksam machen. Ein Training könnte ihm dabei helfen. Für Knill ist klar: «Für ein solch ungebührliches Verhalten müsste sich Maurer beim Kameramann entschuldigen.»
Es ist nicht das erste Mal, dass Ueli Maurer mit verbalen Entgleisungen auffällt. Am 1. August wurde er von einem Reporter von Tele Ostschweiz gefragt, was er sich für die Schweiz wünsche. «Dass wir uns nicht von allen auf die Kappe scheissen lassen», lautete seine Antwort. Noch vor seiner Zeit als Bundesrat schreckte Maurer nicht davor zurück, das Wort «Neger» in den Mund zu nehmen. Maurer spreche die strassengängige Stammtisch-Sprache, sagt Knill. «Er spricht für das Volk verständlich, was eigentlich sympathisch ist. Er sollte jedoch vorsichtig mit der Sprache umgehen, wenn seine Nerven blank liegen.»

Zusätzlicher KOMMENTAR:
Ich habe es bei Polizisten  in Zürich gesehen, die  an einer 1. Mai Demonstration angespuckt wurden, verbunden  mit der Beleidigung: "Du verdammtes Bullenschwein". Die Tätlichkeit, die Provokation perlten gleichsam an ihnen ab. Das ist nicht einfach. Wie bei der Belästigung des Bundespräsidenten durch einen aufsässigen Journalisten hat man Verständnis, wenn jemand belästigt wird. Doch staunte ich bei den Polizisten: In Trainings lernten sie, sich trotz harter Provokation, sich zu beherrschen. Das kann tatsächlich geübt werden. So wie Piloten im Simulator lernen. Bundespräsident Maurer hätte durchaus energisch  sagen können: "Stop - das geht jetzt zu weit. Bitte respektieren Sie die Distanz!!" Man darf den Unmut deutlich kundtun und das Fehlverhalten beschreiben - aber Ausrutscher sind ein Zeichen der Schwäche.
Schade - zumal es Ueli Maurer von den Bundesräten am besten versteht, einfach, verständlich, bildhaft d.h. mediengerecht zu reden.
Auch BLICK bringt die Geschichte:

Nach Mörgeli jetzt Maurer: Die SVP hats  mit  den Affen 

  Nach Mörgeli jetzt Maurer Die SVP hats mit den Aff 

Nachdem schon Christoph Mörgli in der Rundschau dem Journalisten gefragt hatte: "Sind Sie eigentlich vom Aff bisse?"
müsste die SVP den "Zottel"eigentlich mit einem Gorilla austauschen. 

Ich bin sicher, dass sogar viele Kommentatoren im Netz das Verhalten des Bundesrates gutheissen werden.  
Ueli Maurer wird auch keinen Reputationsschaden erleiden.
Dieser Ausrutscher darf auf keinen Fall überbewertet werden. 

NACHTRAG:
Nachdem ich erst am Freitag erfahren habe, dass Ueli Maurer schon vor dem Vorfall, eine TV Begleitung unmissverständlich abgelehnt hatte, habe ich mehr Verständnis für den Ausrutscher. So wie man einen Kameramann nicht mit "Aff" beschimpfen darf, so sehr haben sich auch Medien an die üblichen Spielregeln zu halten. Unter diesen Umständen würde ich mich als Bundespräsident - trotz eindeutigem Fauxpas - auch nicht entschuldigen.

Jedem seine psychische Störung

Immer neue Diagnosen machen ehemals normales Verhalten zur psychischen Störung, warnt der renommierte US-Psychiater und Buchautor Allen Frances.
Wutausbrüche bei Kindern können völlig normal sein, sagt Allen Frances.
Wutausbrüche bei Kindern können völlig normal sein, sagt Allen Frances.
Bild: Meyer/Tendence Floue)

Artikel zum Thema


Allen Frances
Normal.
Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen.
Dumont: ca. 36 Fr. (Bild: thehealthcareblog.com)

Es begann mit nächtlichen Kühlschrankplünderungen in den frühen Teenagerjahren. Später, als Student und Ringer, gelang es ihm wegen seiner Fressattacken nur mühsam, das Wettkampfgewicht von 80 Kilogramm einzuhalten. Nach den samstäglichen Einsätzen auf der Ringermatte folgte jeweils eine zweitägige Völlerei, die ihn 7 Kilogramm zulegen liessen. Den Rest der Woche galt es dann, sich wieder auf 80 Kilogramm herunterzuhungern. Bis heute, im Alter von 70 Jahren, vergeht keine Woche, ohne dass ihn Fressanfälle heimsuchen: «Ich bin bekannt als die Geissel aller Buffets und All-you-can-eat-Restaurants.»
Der Mann, der sich zu seinen «katastrophalen Essgewohnheiten» bekennt, heisst Allen Frances. Der emeritierte Professor an der Duke University ist einer der profiliertesten Psychiater weltweit. In den letzten Jahren machte er sich allerdings vor allem als engagierter Kritiker seines eigenen Fachs einen Namen. Mit viel Getöse kämpft er gegen die Tendenz in der Psychiatrie, laufend neue Diagnosen zu finden und bestehende so auszuweiten, dass ehemals normale Verhaltensweisen zu Krankheiten werden. «Inflation psychiatrischer Diagnosen» nennt dies Frances in seinem soeben erschienenen Buch «Normal».
Seine Einwände sind fundiert. Denn Frances ist ein Insider und ein ehemals einflussreicher Akteur, der die Mechanismen in der Psychiatrie aus langjähriger Erfahrung kennt. Und selbst wenn die ihm bekannten amerikanischen Verhältnisse teilweise extremer sind als in Europa, lassen sich viele der kritisierten Entwicklungen auch hier beobachten.
Ein psychisch kranker Vielfrass
Die eigenen Essgewohnheiten dienen Frances als Beispiel für eine verbreitete Verhaltensweise, die neu zu einer psychischen Störung definiert wird. Er selbst hält sich eigentlich bloss für einen durchschnittlichen Vielfrass. Schon bald wird aber sein Essverhalten den Namen Binge-Eating-Störung (BES) tragen. Schuld daran trägt die fünfte Ausgabe des Psychiatriehandbuchs DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders), welche im Mai in Kraft treten soll und künftig weltweit die Arbeit von Psychiatern beeinflussen wird. BES hat, wer während dreier Monate einmal pro Woche eine Fressattacke hat. Schätzungen gehen davon aus, dass 3 bis 5 Prozent von BES betroffen sind. «Warten wir ab, was passiert, wenn die Öffentlichkeit und die Ärzte ihre pharmafinanzierte ‹Aufklärung› erhalten haben», warnt Frances. Er prognostiziert, dass die Verbreitung dann auf 10 Prozent hochschnellen könnte.
Die Binge-Eating-Störung ist nur eine von vielen problematischen Änderungen im DSM-5. Führende Fachleute haben sie mit besten Absichten eingefügt, jedoch ohne die Folgen ihrer neuen und erweiterten Kriterien zu bedenken. Das Zeug zu einer Modediagnose hat etwa die Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD) für Kinder, die zu Wutausbrüchen neigen, daneben aber tieftraurig sein können. Damit werde Tür und Tor geöffnet «für Fehldiagnosen bei normalen Kindern, die eine Phase durchlaufen oder einfach temperamentvoll sind», glaubt Frances. Auch den Alten droht Ungemach: Mit der neuen Diagnose Mild Neurocognitive Disorder (MNCD) werde normale Altersvergesslichkeit zur Krankheit, so Frances. Eigentlich sollten damit Personen erfasst werden, die wegen Vergesslichkeitssymptomen ein Risiko für eine spätere Demenz haben. Doch der Voraussagewert sei so gering, dass die Mehrheit der Diagnostizierten nie ein Problem mit Demenz haben werde.
Frances ist mitschuldig
Sorge bereitet Frances auch, dass es nun möglich sein wird, bereits wenige Wochen nach dem Tod eines nahestehenden Menschen eine «schwere Depression» zu diagnostizieren. Für Frances ist klar: «Dass nach einem Todesfall für eine bestimmte Zeitspanne exakt die gleichen Symptome auftreten wie bei einer klinischen Depression, gehört zum normalen Trauerprozess.» Epidemien durch neue oder aufgeweichte Diagnosekriterien erwartet der Psychiater auch für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS bei Erwachsenen und bei den neu eingeführten Verhaltenssüchten. Dazu würde zwar erst die Glücksspielsucht gezählt, «aber Sie können jetzt schon Ausschau nach falschen Suchtepidemien halten», schreibt Frances und zählt auf: Internetsucht, Kaufsucht, Arbeitssucht, Sexsucht und so weiter. Problematisch ist auch die neu eingeführte Complex Somatic Symptom Disorder (CSSD), die so grosszügig definiert ist, dass sie in Tests bei fast jedem zehnten Gesunden gepasst hat.
Die erwarteten Modediagnosen sind für Frances die Fortführung von Fehlentwicklungen, die bereits bei der letzten DSM-Version von 1994 eingesetzt haben. Er selbst war damals Vorsitzender des Gremiums, das den Inhalt festlegte. Frances macht sich denn auch selbst Vorwürfe. Er hatte damals nicht vorhergesehen, dass die vorgenommenen Änderungen zu «unechten Epidemien» bei Kindern führen würden. So vervielfachten sich in den letzten beiden Jahrzehnten nicht nur in den USA die Diagnosen von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen, autistischen Störungen und bipolaren Störungen.
Frances geht es nicht um Fundamentalkritik an seinem Fach: «Psychiatrie ist ein vornehmer Berufsstand, im Kern gesund und, wenn sie richtig ausgeübt wird, ausserordentlich effizient.» Es geht ihm um falsche Entwicklungen, die dazu führten, dass Gesunde zu oft und zu ihrem Schaden therapiert werden, während die wirklich Kranken häufig keine Behandlung erhalten. Neben der Stigmatisierung Normaler hat dies einen vor allem in den USA verbreiteten massiven Überkonsum von Psychopharmaka zur Folge. Im Jahr 2011 schluckten dort 11 Prozent Antidepressiva, fast drei Viertel ohne eines der geltenden Symptome einer Depression. «Viele treue Kunden sind harmlose Placebo-Responder, die spontan wieder genesen sind», so Frances.
Hart kritisierte Pharmabranche
Schuld daran trägt nicht alleine das DSM-5. Gemäss Frances entwickelt das Psychiatriehandbuch seine ungute Wirkung vor allem dadurch, dass die Pharmaindustrie weit gefasste Diagnosekriterien brutal ausnützt, um den Umsatz ihrer Medikamente zu steigern. Der Psychiater geht in seinem Buch hart ins Gericht mit den Herstellern von Psychopharmaka. Er wirft ihnen vor, dass sie viel mehr Geld in Werbung und Marketing steckten statt in die Entwicklung besserer Psychopharmaka. Und wenn geforscht werde, dann erfolge dies mit falschen Methoden und aus falschen Beweggründen. Daten blieben unter Verschluss, negative Ergebnisse würden regelmässig in der Versenkung verschwinden und bedeutungslose Resultate aufgebauscht.
Zudem würden die Firmen laufend versuchen, für ihre alten Medikamente neue Märkte zu erschliessen, durch Patenterweiterungen für Kinder oder für neue Krankheiten. Dies häufig auf dürftiger Datenlage. «Der beste Weg, Psychopharmaka zu verkaufen, führt nun einmal über den Verkauf psychiatrischer Leiden», schreibt Frances. Und so verbreite die Industrie seit Jahren die falsche Behauptung, dass «viele der unausweichlichen Probleme im Leben in Wahrheit psychische Störungen seien, verursacht durch ein ‹chemisches Ungleichgewicht›, das sich durch das Schlucken diverser Pillen wieder in Ordnung bringen lasse.»
Ein offenes Geheimnis ist, dass sich die Firmen dabei oft jenseits der Grenze der Legalität bewegen. «Nahezu alle Pharmaunternehmen haben gewaltige Bussgelder und selbst strafrechtliche Sanktionen für ihre illegalen Verkaufspraktiken kassiert», sagt Frances. Hier ist auch der wahrscheinlich erfolgsversprechendste Ansatzpunkt, mit dem er der Inflation begegnen will: durch Verbote von Pharmawerbung, finanzieller Einflussnahme auf Ärzte, Behörden, Patienten, Wissenschaftler sowie durch höhere Strafen für gesetzeswidrige Handlungen, nicht nur gegen Unternehmen, sondern auch gegen deren Manager. «Hoffen wir, dass die Vernunft am Ende siegt», schreibt Frances. (Der Bund)

Aus Forum romanum

von Marcus Knill


Forum
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von Rehlein1

Nur wer wesentlich schweigen kann, kann wesentlich reden" (Sören Kierkegaard, 1813-1855)

Schweigen ist aktives Zuhören

Sie wundern sich vielleicht, dass das Schweigen ein wichtiges Element der Rhetorik ist.

Ich kannte eine Person, die verstand es, gekonnt zu schweigen:

Viele schätzten die Person als gute Zuhörerin, weil sie zugleich Signale der Zuhörens vermittlen konnte
Andere sahen in diesem "Verhalten des Schweigens" ein Zeichen der Überlegenheit
Die Wirkung war jedenfalls meist positiv.
Es schien, als hätte die beschriebene Person die Erkenntnis
verinnerlicht. Jedenfalls war sie kaum angreifbar und wirkte für viele immer sehr weise.
Bis zu jenem Zeitpunkt, als sie doch einmal länger redete.
Alle merkten nun, wie dumm und einfältig die Person im Grunde genommen war. Wir sagten nachher: Schade, dass sie geredet hatte!

Wenn die Leute wüssten, dass 70% von dem, das sie sagen, wieder gegen sie verwendet werden kann; so würden sie viel weniger reden."

Mittwoch, 11. September 2013

NACHTRAG: Duell - BILD Analyse

Viele Journalisten sahen Steinbrück als eindeutigen Sieger.
Ich attestierte ihm, Boden gut gemacht zu haben, doch gab
es aus meiner Sicht keinen klaren Sieger. Ich vertrat nach dem DUELL die Meinung, dass Merkel 
als Person die Nase immer noch vorn habe.

Nun lese ich im BILD eine spannende Nachlese:



Griechenland, NSA, Rente

 

 Wer wo punktete




Vergrößern Merkel mit „Schland-Kette“! Steinbrück will Sekt oder Selters!
Kanzlerin und Herausforderer im TV-Studio. Da war die Stimmung noch gelöst
Foto: dpa



Vergrößern Das Duell in Zahlen
Berlin - Bringen diese 90 Minuten die Wahlkampf-Wende?
Millionen Deutsche sahen das einzige direkte Rede-Duell von Kanzlerin Angela Merkel (CDU, 59) und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück (66).

Die beiden schenkten sie nichts, gingen von Anfang an spritziger, härter, direkter in die Debatte mit den vier Fragestellern als das Duell Merkel/Steinmeier 2009.

Steinbrück ist schon mit den Eröffnungsworten in der Offensive: „Lassen Sie sich nicht einlullen. In diesem Land wird zu viel ausgesessen.“
Und Merkel (mit Kette in den Nationalfarben) hält dagegen: „Wir brauchen unser Land nicht schlecht reden.“
Dann geht es in eine Vielzahl von Themen, von Jobs, Rente bis Griechenland.
Das BILD-Analyse des Schlag-Abtausch, auf den die SPD vorab so viel Hoffnungen gesetzt hatte.

JOBS und LÖHNE

Merkel betont: Es gibt heute 1,9 Millionen Jobs mehr als 2009. Das sei auch der Agenda 2010 und Ex-Kanzler Gerhard Schröder zu verdanken, der sich „um Deutschland verdient gemacht hat“. Und: „Wer arbeitet, muss mehr haben, als wer nicht arbeitet.“
Steinbrück hält dagegen: „Nicht jede Arbeit ist besser als keine Arbeit. Sozial ist, was gut entlohnte Arbeit schafft. Alles andere spaltet Gesellschaft.“
Die Stimmung wird von Minuten zu Minute gereizter. Steinbrück zu RTL-Frager Peter Klöppel: „So geht das nicht, Herr Klöppel!“
Auch Merkel will sich auch bei ausschweifenden Antworten nicht unterbrechen lassen, grantelt gegen die fragenden Journalisten: „Darf ich bitte mal ausreden...“

GRIECHENLAND

Die Kanzlerin räumt ein, dass es ein weiteres Hilfs-Paket geben werde. „Aber kein Mensch weiß, wie groß es sein muss. Meine Aufgabe ist es, den Reformdruck hoch zu halten, damit Griechenland wieder Wachstum und Jobs bekommt.“
Steinbrück kontert: „Es wird uns etwas kosten. Wie viel weiß keiner. Aber Deutschland ist nach dem Krieg auch geholfen worden. Wir brauchen einen Aufbauplan für Griechenland.“ Man dürfe dem Land nicht länger die „Konsolidierungskeule“ über den Kopf ziehen.

Das ist die „Schland-Kette“



RENTE, PENSIONEN

Überraschend kündigt Steinbrück an, das Wachstum der Beamten-Pensionen begrenzen zu wollen, damit die gesetzliche Rente nicht immer weiter zurückbleibt.
Die Frager haken nach, und auch Merkel macht einen Punkt, sagt: „Da müssen Polizisten und Justizvollzugsbeamte ganz genau hinhören, was die SPD plant.“ Ihre Pensionen seien keineswegs üppig.

NSA-ABHÖRAFFÄRE

Steinbrück wiederholt, abgeschwächt, seinen Vorwurf, Merkel habe ihren Amtseid gebrochen – weil in Deutschland millionenfach die Grundrechte verletzt würden. In der Sache bleibt er hart, wirft Merkel „Verharmlosung“ und „Untätigkeit“.
Merkel schluckt unter dem Trommelfeuer, muss einräumen, dass auch eine Mail von Berlin nach Düsseldorf abgeschöpft werden könne – wenn sie auf dem Umweg über einen ausländischen Knotenpunkt liefen. Merkel: „Jedes Land hat andere Datenschutzbestimmungen.“
Nach 90 Minuten die Schlussworte.
Steinbrück: „Ich will Sekt oder Selters. Ich will ein gerechteres Deutschland.“
Merkel: „Sie kennen mich. Sie wissen, was ich anpacken kann.“


Mehr zum TV-Duell


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TV-Duell: So twitterten Politiker & Promis

Das TV-Duell im Netz So twitterten Politiker & Promis

Schlagabtausch auf Twitter! SPD-Chef Sigmar Gabriel hätte zum Beispiel gern gewusst, welche Note Merkel in Mathe hatte.

Dienstag, 10. September 2013

Endlich wieder ein KRIMI mit einem roten Faden

Das war wieder einmal ein "ECHTER" Krimi,
aber nicht nur das...

Ich bin sicher: Beim Krimi von gestern werden nur wenige  Zuschauer weggezappt haben.
Für das Publikum war die Geschichte nachvollziehbar und wirkte so, als entspreche sie den Tatsachen. Seit Jahren versuchten nämlich die Drehbuchautoren all zu oft in den roten Faden des  Geschehens zu viele interne Geschichten hineinzuzwirnen und vor allem zu penetrant  interne persönlichen Probleme der Kriminalbeamten einzubauen. Bei den Kommissarinnen wurden vor allem ihre persönlichen Probleme fokussiert, beispielsweise mit den eigenen Kindern, die betreut werden mussten oder mit  Vorgesetzten, die immer weider als Trottel hingestellt worden sind. Zu viele Geschichten und Nebengeschichten verwirrten die Zuschauer.   Der Tatort von gestern hatte mich deshalb gepackt, weil sich sein Drehbuch wieder an den wirklichen Alltag anzulehnen schien und nicht mehr - wie bis anhin - durch zu viele Nebengeschichte  bis zur Unkenntlichkeit verzerrt worden war. Man lernte auch die Täter besser kennen, ohne dass sich die Macher einseitig für oder gegen die Kommissare oder die Täter anwaltschaftlich zu engagieren schienen. Ich zitiere aus der TAGI- Analyse:




TV-Kritik: Die Schläger von Berlin

Von Leonie Krähenbühl. Aktualisiert am 08.09.2013 36 Kommentare

1/6 Er sucht Stress und ein Opfer: Konstantin (Jannik Schümann) in der U-Bahn.
Bild: DasErste.de

   

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«Tatort»-Folge: «Gegen den Kopf»
Spannung
Glaubwürdigkeit
Reiz des Milieus
Gesamteindruck
1 Stern = schlecht, 5 Sterne = sehr gut

«Zu meiner Zeit hat man noch aufgehört, zu schlagen, wenn ein Mensch am Boden lag», stellt Kommissar Stark fest, nachdem Mark Haessler (Enno Kalisch) an einer U-Bahn-Haltestelle brutal zugerichtet aufgefunden wurde und wenig später im Krankenhaus verstarb. Aufnahmen diverser Überwachungskameras und Zeugenaussagen der U-Bahn-Fahrgäste belegen, was sich davor abspielte: Konstantin (Jannik Schümann) und Achim (Edin Hasanovic) zogen pöbelnd durch einen U-Bahn-Waggon. Sie suchten Stress und ein Opfer, das sie in einem gehbehinderten Rentner fanden. Die Mehrheit der Fahrgäste schaute stumm weg, als sie mit dessen Krückstock, obszöne Rammelbewegungen vollführend, durchs Abteil tanzten, Pornogestöhne inklusive. Nur der später Ermordete traute sich, die Jungen in die Schranken zu weisen.

Mit Wodka verdünnt

So stehen die Täter in «Gegen den Kopf» von Anfang an fest. Zwei Jugendliche «im Alter zwischen 16 und 20 Jahren.» Besondere Auffälligkeiten? «Nicht für Berlin», kommentiert die Polizistin. Achim Wozniaks Asideutsch sitzt denn auch perfekt, und der Schauspieler Hasanovic meint dazu im Interview: «Hiesse meine Rolle Mohammed oder Ali, hätte ich sie nicht spielen wollen, weil das eine Ansicht fördern würde, die verzerrt und falsch ist.» Es ist trotzdem Hasanovics Figur, «die früher viel Scheisse gebaut hat» und in einer betreuten Wohneinrichtung für jugendliche Straftäter auf Bewährung lebt. Jannik Schümann indes mimt das Rich Kid Konstantin Auerbach perfekt, das unter dem dominanten Selfmade-Millionärsvater leidet. Den Kummer ob der Ex-Freundin, die im Auto auf dem Nachtclubparkplatz vor seinen Augen bereits anderweitig kopuliert, verdünnt er mit Wodka-Shots. Es ist diese Mischung, die ihn am Ende zum Täter macht; schreiend wie ein Tier, als er sein Opfer traktiert. Zunächst belasten sich die beiden Jungen aber gegenseitig. Die Suche nach dem Täter weicht der Suche nach dem Haupttäter.
Das kollektive Feindbild des ausser Kontrolle geratenen, die Gesellschaft überfordernden Jugendlichen wird gekonnt ergänzt: Die Kommissare stossen auch bei der jungen Technik zur Täterüberführung in «Gegen den Kopf» an ihre Grenzen. Das Mosaik aus Überwachungskamera-Mitschnitten, Handyvideos und Providerlisten können Ritter und Stark nur mithilfe der jungen Kollegen zusammensetzen, die sich mit Cloud-fähigen Endgeräten auskennen. So trauert Stark der eigenen Jugend nach, in der er noch gegen den Überwachungsstaat demonstrierte, statt Zeugen mittels der zur Tatzeit am Tatort eingeloggten Handys zu ermitteln. Ritter kommentiert derweil trocken: «Und heute ist dein Sohn Fachmann für soziale Netzwerke.»

Kommentar: Der Krimi war ein idealer Vorspann für Jauchs Diskussionsrunde, die den Fragen nachging: Was müssen wir wir tun, wenn wir Beobachter einer Gewaltaktion werden? Wie sollen wie uns verhalten?
Jauchs Diskussionsrunde war gut ausgewählt und das erste Deutsche Fernsehen veranschaulichte, wie dank Zusammenarbeit unterschiedlicher Sendegefässe ein Zeitproblem beleuchtet werden kann. Für mich ein Musterbeispiel, wie das Fernsehen ein Thema nachhaltig vertiefen kann.



Tatort