Freitag, 29. März 2013

Christoph Mögelis Ausraster


Wer bei Provokationen oder in Krisensituationen die Nerven verliert, hat verloren. Christoph Mörgeli sollte eigentlich so medienerfahren sein, dass er nicht mehr solche Kapitalfehler macht wie auf dem heissen Stuhl in der Rundschau und in einer Stress-situation gegen die wichtigste Krisenkommunikationsregel verstösst:
RUHE bewahren, DENKEN, UEBERLEGEN und dann sprechen - nach der bewährten Regel, die im Funkverkehr gilt:
DRUECKEN - SCHLUECKEN - SPRECHEN.  Christoph Mörgeli verlor   in der «Rundschau» die Nerven.  «Sind Sie eigentlich vom Affen gebissen?», gab Mörgeli dem Moderator Sandro Brotz zur Antwort, als dieser es wagte, ihn zu fragen, ob er nun zurücktreten werde. Durch dieses unprofessionelle Verhalten hatte Nationalrat Mörgeli das "Zwei am Rücken" und lieferte allen Krisenkommunikationsberatern ein Musterbeispiel, wie man nicht reagieren darf!!
(Mörgeli beschönigte, zeigte mit der Körpersprache, der Stimme, dem Verhalten dass er an einer wunden Stelle getroffen worden ist).

Mörgeli unter Beschuss

20 Min:

Doktortitel im Dutzend «verschenkt»

Neue Vorwürfe gegen Christoph Mörgeli: Der im September entlassene Uni-Professor soll Doktortitel quasi verschenkt haben. Die Doktoranden hätten in ihren Arbeiten nur alte Texte abgeschrieben.

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Christoph Mörgeli unter Beschuss: Der Uni-Professor soll für praktisch reine Übersetzungen Doktortitel verschenkt haben. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Im September 2012 entliess die Universität Zürich ihren Professor Christoph Mörgeli. Vorausgegangen war eine öffentliche Schlammschlacht über eine interne Beurteilung, die dem SVP-Nationalrat eine «ungenügende» wissenschaftliche Leistung attestierte. Ungenügend waren offenbar auch mehrere Dissertationen, die Mörgeli und der langjährige Direktor des medizin-historischen Instituts der Uni, Beat Rüttimann, zwischen 1994 und 2012 duchgewunken haben.
«Professor Mörgeli gab mir in seinem Büro einen alten Text aus seinem Archiv mit der Aufforderung, den Text zu übersetzen», sagt ein ehemaliger Doktorand in der «Rundschau» anonym. «Ich musste nur noch einen Übersetzer suchen. Dafür gab es bei Christoph Mörgeli den Doktortitel. Wissenschaftlich musste ich rein gar nichts leisten.»
Über ein Dutzend der rund 60 Dissertationen unter Mörgelis Leitung bestehen laut der SRF-Sendung grösstenteils aus abgeschriebenen Texten. Bei einer der Arbeiten waren von vollen 100 der 120 Seiten unverändert von altem Deutsch in eine moderne Sprache übersetzt worden. Anderen sei nicht einmal ein Literaturverzeichnis beigelegen.
Plagiats-Expertin fordert eine Untersuchung
Plagiats-Expertin Michelle Bergadaa von der Universität Genf hat die Dissertationen begutachtet - sie reagiert ungläublig: «Ich bin schockiert.» Sie fordert, dass die Uni Zürich jetzt alle von Mörgeli und Rüttimann betreuten Doktorarbeiten untersucht und die Titel allenfalls entzieht.
Wissenschafter Mörgeli betreute fast 20 Jahre lang solch wissenschaftlich zweifelhafte Dissertationen: Mörgeli empfahl von 1994 bis 2012 jeweils in den betreffenden Dissertations-Gutachten, Doktoranden den begehrten Doktortitel auszustellen.

«Sind Sie eigentlich vom Affen gebissen?»

An den Universitäten Bern und Basel wäre ein solcher Vorgang undenkbar, wie die Verantwortlichen dieser Institutionen gegenüber der «Rundschau» erklärten. Auch wenn der Weg zum begehrten Doktortitel bei Medizinern in der Regel deutlich kürzer sei als bei Geistes-Wissenschaftlern - die mitunter Jahre brauchen - stellten die Enthüllungen der «Rundschau» eine neue Dimension dar. Dass eine blosse Übersetzung von alten Texten ausreichen, um den Doktortitel zu erlangen, sei ein Hohn.
Christoph Mörgeli selber nahm in der «Rundschau» Stellung zu den Vorwürfen. «Sind Sie eigentlich vom Affen gebissen?», gab Mörgeli dem verdutzten Moderator Sandro Brotz zur Antwort, als dieser ihn gefragt hatte, ob er nun zurücktreten werde. Zuvor hatte er den SRF-Mitarbeiter, der den Beitrag über die verschenkten Doktortitel recherchiert hatte, als ehemaligen Autoren der «linksextremen Wochenzeitung» zu verunglimpfen versucht. Auf die konkreten Vorwürfe ging Mörgeli kaum ein und stellte immer wieder Gegenfragen. Weiter witterte er eine politische Kampagne: Linke und seine Ex-Kollegen wollten ihn durch eine neue Amtsgeheimnisverletzung diskreditieren.
Mörgelis langjähriger Wegbegleiter und Direktor des medizin-historischen Instituts, Beat Rüttimann, nahm gegenüber der «Rundschau» keine Stellung.

Den «Rundschau»-Beitrag finden Sie unter diesem Link, zum Gespräch mit Christoph Mörgeli auf dem heissen Stuhl geht es hier.

Kommentar: Unglaublich dieses krasse negative Beispiel. Christoph Mörgeli  kann nach diesem Auftritt den angerichteten Schaden wohl kaum gut machen. Dieser Auftritt veranschaulicht, wie man es nicht  machen darf, wenn man unter Druck steht. Wir erlebten einen Politiker, der im Stress sogar sein aufgesetztes Lächeln vergisst. Das Publikum merkt beim Betrachten des Beitrages sofort, dass Sandro Brotz eine Stelle berührt haben muss, bei der etwas faul ist. Für mich war Nationalrat Mörgeli in diesem Interview unglaubwürdig
Fazit: Wer unter Druck die Nerven verliert, hat verloren! 

Nachtrag (20 Min):



Donnerstag, 28. März 2013

Tele-blocher in der Süddeutschen Zeitung analysiert


26.03.2013

Grosse Analyse von Teleblocher

Umstrittenes Internetprojekt im medialen Schaufenster.
Auf der Medienseite der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) von heute Dienstag wird das wohl umstrittenste Schweizer Internetprojekt analysiert: die wöchentliche TV-Sendung "Teleblocher". Im Artikel von Schweiz-Korrespondent Wolfgang Koydl kommen neben Volkstribun Christoph Blocher ("der auch im Ausland bekannteste politisch tätige Eidgenosse seit Wilhelm Tell")  auch die Macher der Sendung - deren "Erfinder", der Schaffhauser Verleger Norbert Neininger und Moderator Matthias Ackeret, Chefredaktor von "persönlich" - zu Wort. Die Süddeutsche beschreibt ausführlich die "kleine Medienrevolution", welche der Internetsender bei seinem Start vor fünf Jahren auslöste. Beeindruckt zeigt sich Koydl, dass an den rund 20-minütigen Interviews nichts geschnitten oder anschliessend manipuliert wird, bemängelt aber gleichzeitig, dass es keine "allzu kritischen Nachfragen" gäbe und die Welt aus Blochers Perspektive erklärt werde.
"Teleblocher" wird heute wöchentlich von rund 30'000 Leuten angeschaut und dürfte eines der meistzitiertesten Programme der Schweiz sein. Die Sendung erscheint seit dem September 2007 und wurde vom "Blick" als einer der Gründe für Blochers Abwahl bezeichnet. Laut Neininger habe man mit "Teleblocher" "ein Medium ausserhalb der etablierten Medien geschaffen." Dazu habe man aber "Mut zur Radikalität" benötigt, zitiert die SZ den Verleger der Schaffhauser Nachrichten , doch die Resonanz habe "Teleblocher" schlussendlich recht gegeben.
"Matthias Ackeret ist vielfach vernetzt, erstaunlich vielseitig und ziemlich fleissig", eröffnet Koydl seinen Artikel. "Im Hauptberuf bringt er die Monatszeitschrift persönlich und das dazu gehörende Online-Portal persoenlich.com heraus – beides Pflichtlektüre in der Schweizer Medien-, Verlags- und Werbewelt. Nebenbei verfasst er spritzige Romane. Bei seinem letzten Werk gelang ihm das Kunststück, Elvis Presley und einen Marmorkamin von Hitlers Alpenrefugium Obersalzberg zu verquicken – einschliesslich einer unerwarteten Drehung."

Werden Blochers beschlagnahmte Unterlagen entsiegelt?

Das Zürcher Obergericht gab grünes Licht zur Entsiegelung der beschlagnahmten Akten. Blochers Anwalt interveniert.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft erhält Einblick in Unterlagen, die bei SVP-Nationalrat Christoph Blocher vor gut einem Jahr im Zusammenhang mit der Hildebrand-Affäre beschlagnahmt worden sind. Das Zürcher Obergericht hat deren Entsiegelung angeordnet. Blocher akzeptiert den Entscheid jedoch nicht.
Wie Blochers Anwalt, Walter Hagger, heute auf Anfrage sagte, gibt es verschiedene Punkte, «die wir anders sehen als das Zürcher Obergericht».
Es sei deshalb sinnvoll, dass sich das Bundesgericht mit dem Fall beschäftige. Dieses soll beispielsweise die Frage des Quellenschutzes für Journalisten klären.
Über die Auswirkungen dieses angekündigten Weiterzugs gibt das Obergericht keine Auskunft. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass die Unterlagen vorerst unter Verschluss bleiben. Blochers Anwalt hat einen Monat Zeit, um eine Beschwerdeschrift zu verfassen.

Treffen zwischen Blocher und Lei im Fokus

Am 27. Dezember 2011 soll Blocher versucht haben, den Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei dazu anzustiften, zusammen mit einem Sarasin-Informatiker Bankunterlagen des Ehepaars Hildebrand an die «Weltwoche» weiterzuleiten. Am 5. Januar 2012 veröffentlichte die Zeitschrift ein zusammengeschnipseltes Faksimile von Hildebrands Kontoauszügen.
Die Zürcher Staatsanwaltschaft will insbesondere wegen einer möglichen Verletzung des Bankgeheimnisses dieses Treffen zwischen Christoph Blocher, dem Informatiker sowie Hermann Lei näher untersuchen.
Die von der Staatsanwaltschaft bei den Hausdurchsuchungen am 20. März 2012 an Blochers Wohn- und Firmensitz in Herrliberg und Männedorf sichergestellten Unterlagen zum Fall Hildebrand - wie ein Computer und Handy - waren auf Antrag des SVP-Politikers versiegelt worden. (sda)

Videos

Quelle blick-online.

Kommentar: Ich habe immer wieder gesehen, dass das Sichten von Unterlagen oft unerfreuliche Details gefunden werden, die nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun haben. Wenn bei einem Lehrer die Beurteilung der Arbeiten genauer unter die Lupe genommen werden, findet man zwangsläufig auch kleine Fehlleistungen, die ohne Detailüberprüfung nie gesichtet worden wären.

Nachtrag:

Blocher gelangt ans Bundesgericht


Christoph Blocher: in der Affäre Hildebrand am Zürcher Obergericht weitgehend unterlegen.
Christoph Blocher: in der Affäre Hildebrand am Zürcher Obergericht weitgehend unterlegen. (Bild: Reuters)

Nach dem Entscheid des Zürcher Obergerichts, die zwei Hausdurchsuchungen bei Christoph Blocher nachträglich zu bewilligen, gelangt der SVP-Nationalrat ans Bundesgericht. In seiner Beschwerde will Blocher insbesondere den Quellenschutz für Journalisten geltend machen.

Mittwoch, 27. März 2013

Freysingers Flagge und die Medien

Wie glaubwürdig ist Freysingers Antwort?

 

In der Sendung «Reporter» über SVP-Nationalrat Oskar Freysinger sah man eine Reichskriegsflagge in seinem Büro hängen. Rechtsextremismus-Experten und Oskar Freysinger klären auf.

Seit der erfolgreichen Wahl Freysingers in den Walliser Regierungsrat steht der erfolgreiche Politiker im Fokus der Medien. Im Hause der SVP Politiker wurde das Fernsehteam fündig. Sie entdeckten eine Reichskriegsflagge, die von rechtsextemen Gruppierungen getragen wird, weil sie nicht verboten werden konnte. Freysinger will diese Flagge,  die aus dem wilhelminischen Deutschland stammt, aus historischen Interessen erworben. die Flagge habe ihm gefallen. Er habe nicht gewusst, dass Rechtsextreme diese Flagge  verwenden, weil sie ohne Hakenkreuz toleriert wird. Für die Medien wurde verständlicherweise  die Entdeckung dieser Flagge zu einer dankbaren Mediengeschichte. Ob sie Freysinger ernsthaft schaden wird?


Aus 20 min:


Die SRF-Sendung «Reporter» hat sich am Sonntagabend dem SVP-Nationalrat und neu gewählten Walliser Regierungsrat Oskar Freysinger gewidmet. Irgendwann schwenkt die Kamera in Oskar Freysingers Büro an die Decke, an der eine grosse Reichskriegflagge hängt. Oskar Freysinger erklärt: Diese Fahne symbolisiere das wilhelminische Deutschland. Er habe sie aus einer Ausstellung. «Da war ein U-Boot ausgestellt und dann hatten sie auch die Flagge auf diesen Schiffen. Mir hat die Flagge gefallen». Mehr hat er zu der vor sich hin staubenden Flagge nicht zu sagen. Der Reporter fragt aber auch nicht nach.


Doch in den sozialen Medien gibt diese Szene zu reden. Einer der meist verbreiteten Tweets: «Neonazis schwenken sie auf Demos, bei Freysinger hängt sie im Keller: die kaiserliche Kriegsflagge.» Oder: «Wäre der O. Freysinger in der SVP-Hierarchie etwas weiter unten, wäre er nicht mehr lange SVP-Mitglied.»
Die Nachrichtensendung 10vor10 hat nachgehakt. Laut Hans Stutz, Rechtsextremismus-Experte, ist die Flagge 1871 bei der Neugründung des Deutschen Reiches geschaffen worden. Sie hat die deutsche Grösse symbolisiert, erklärt der Experte. «Sie wurde nachher leicht verändert von den Nazis gebraucht. Anstelle des Adlers hat Adolf Hitler ein Hakenkreuz reingesetzt», sagte er in 10vor10.

Aus historischem Interesse

Neonazis halten die Flagge ohne Hakenkreuz hoch, denn sonst wäre die Fahne verboten. Stutz kritisiert Freysinger: «Man kann diese Flagge nicht brauchen, ohne zu wissen, was sie für Nazi-Deutschland bedeutet.» Anderer Meinung ist Rechtsextremismus-Experte Samuel Althof, der in 10vor10 erklärt, dass die Fahne von den Rechtsextremen kaum mehr verwendet werde. Doch er habe sich gewundert, dass diese Fahne in Freysingers Büro hängt. «Ich kann mir nur vorstellen, dass ihm die Fahne tatsächlich gefällt. Er hat sie wohl aufgehängt, ohne zu wissen, welche Symbolik dahinter steckt», so Althof.
Es ist bekannt, dass Oskar Freysinger Kontakte zu rechtsextremen Szenen in Europa hat. So kam er 2011 einer Einladung einer Gruppe nach, die von den französischen Behörden als rechtsextrem eingestuft wird. Die umstrittene Organisation Riposte Laïque bat ihn, in Paris zur Islamisierung zu reden.

Freysinger selber hat sich in 10vor10 zum Thema nicht geäussert. Er liess aber wissen, dass er die Fahne aus historischem Interesse aufgehängt habe. Dass sie von Rechtsextremen benutzt wird, habe er nicht gewusst.
(kub)

Kommentar: Wenngleich die Antworten ehrlich sein können. Ich gehe davon aus, dass er die Flagge vor den Medien entfernt hätte, wenn ihm bewusst gewesen wäre, dass sie von Rechtsextremen genutzt wird. Dennoch wird diese gross aufgemachte Geschichte Freysingers Reputation schaden.


Nachtrag 20 min und BLICK:




Freysingers Skandalfahne spaltet die SVP: «Am besten schenkt er die Flagge einem Museum»
 «Am besten schenkt er die Flagge einem Museum»
· Video



Lehrerberuf: Traumjob oder Verschleissjob?


Seit Jahren beschäftige ich mich dem dem Lehrerberuf. Ich gab auf verschiedenen Stufen selbst Unterricht. Ich bilde seit vielen Jahren Lehrerinnen und Lehrer aus. Wirkte bei den Pilotkursen "Schulleiterausbildung " mit, bildete Schulbehörden hinsichtlich "Lehrerbeurteilungen" aus, erteilte jahrelang Hochschuldidaktikseminare und hospitiere ständig Dozenten an Hochschulen.
Nach meinem Dafürhalten leidet die Reputation der Lehrberufe im zunehmendem Masse. An was könnte dies liegen?

Ich zitiere SPieGEL:


Klischee des Lehrerjobs: Helle Zimmer, brave Kinder und richtig viel FreizeitZur Großansicht
Corbis
Klischee des Lehrerjobs:

 Helle Zimmer,

 brave Kinder 

und richtig viel Freizeit:

Nachmittags schon Feierabend und drei Monate frei im Jahr: Viele Menschen glauben, dass Lehrer einen entspannten Job haben. Die Pädagogen sehen das anders. Wenn die Glocke beim Schulschluss schellt, fängt für viele der Stress erst an. Der Faktencheck zum Lehrerberuf.
Lehrer haben's gut: Sechs Wochen Sommerferien und nachmittags schon Feierabend. Wenn sie mal einen Fehler machen, stirbt ihnen kein Patient unter den Händen weg und niemand verliert astronomische Summen Geld. Und Kinder sind zwar manchmal anstrengend, aber eigentlich auch ganz süß.
So stellen sich das zumindest viele Bundesbürger vor, die selbst noch nicht unterrichtet haben. Das Bild des relaxten Lehrers existiert weiter in den Köpfen. So waren in einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach fast drei von vier Menschen der Meinung, dass Lehrer viel Urlaub haben. Und etwa die Hälfte fand, dass Deutschlands Pädagogen von geregelten Arbeitszeiten profitieren und nur selten Überstunden schieben. Und immerhin jeder dritte Erstsemester, der sich im Wintersemester 2009/2010 für ein Lehramtsstudium einschrieb, tat das, weil er später in seinem Beruf "viel Freizeit" haben wollte. Das fand die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) heraus.
Lehrer sehen das meist etwas anders. Rund jeder zweite Lehrer findet, dass das Schulleben in den vergangenen fünf bis zehn Jahren anstrengender geworden sei. Etwa vier von zehn Lehrern wollen in ihrem Berufsleben schon unerträgliche Belastungen erlebt haben. Laut der Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung gilt das besonders für Haupt- und Realschulpädagogen.

Überschaubare Arbeitszeiten - das zeigen die Zahlen
Wenn man die aktuellen Pflichtstunden, die Gymnasiallehrer pro Woche höchstens unterrichten müssen, mit denen von vor zehn Jahren vergleicht, ist der Anstieg auf den ersten Blick nicht dramatisch. Nur in Schleswig-Holstein sind drei Stunden hinzugekommen, in allen anderen Ländern sind es weniger oder gar keine, in Sachsen wurde den Lehrern sogar eine Stunde erlassen.
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SPIEGEL ONLINE
Außerdem müssen längst nicht alle Pädagogen den maximalen Stundensoll erfüllen. Hier sind einige Beispiele für Ermäßigungen: Im Saarland und in Hessen bekommt eine Stunde geschenkt, wer mindestens acht Stunden in der Oberstufe unterrichtet. In Bayern müssen Lehrer weniger arbeiten, die 50 Jahre oder älter sind. Bremer Gymnasiallehrer müssen nur 25 Stunden ran, wenn sie Vollzeit in der Oberstufe unterrichten. Hamburg hat die Pflichtstunden offiziell ganz abgeschafft und listet lieber durchschnittliche Unterrichtsstunden auf.

Viel Arbeit außerhalb der Schule - das sagen Experten
Bildungsforscher und Gewerkschaften sind sich einig, dass die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrer oft weit über die Pflichtstunden hinausgeht. Bundesweite Statistiken dazu gibt es nicht. Die Frankfurter Bildungsforscherin Mareike Kunter schätzt, dass Aufgaben wie das Vorbereiten von Schulstunden, das Korrigieren von Klassenarbeiten, Elterngespräche, AGs und Verwaltung mehr als 40 Prozent der Arbeitszeit ausmachen. "Studien zeigen, dass Vollzeitlehrer zwischen 30 und 70 Stunden pro Woche arbeiten", sagt Kunter. Das hänge unter anderem von der Schulform, vom Fach und der Erfahrung des Lehrers ab.
Seit der ersten Pisa-Studie 2000 seien außerdem neue Pflichten hinzugekommen, sagt Erziehungswissenschaftler Norbert Grewe von der Uni Hildesheim. Schulen seien seither oft damit beschäftigt, die Leistungen ihrer Schüler zu dokumentieren, Leitlinien zu entwerfen und Schulberichte zu schreiben. "Mit Pädagogik hat das nur noch wenig zu tun."
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Viele Lehrer plage außerdem das Unvermögen, von ihrem Job mal abzuschalten, sagt Gesa Bruno-Latocha von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Lehrer dürfen sich selbst einteilen, wann und wo sie Diktate korrigieren und Zeugnisse schreiben. Die einen schätzen diese Freiheit. Aber für die, die nicht damit umgehen können, sei das belastend, sagt Bruno-Latocha. "Sie schleppen ständig Arbeit mit sich herum, auch am Wochenende und im Urlaub." Lehrer haben zwar etwa ein Viertel des Jahres keinen Unterricht, aber nicht immer haben sie durchgehend frei. Manchmal fallen Konferenzen oder Fortbildungen in die Ferien. Außerdem gibt es sogenannte Präsenztage, an denen Lehrer in der Schule anwesend sein müssen. Sie liegen meist am Ende der Sommerferien, um das neue Schuljahr vorzubereiten. Trotzdem sind die freien Tage von Lehrern immer noch üppig bemessen - solange man davon nicht die Überstunden abzieht, die während der Schulzeit anfallen.
  Lohnt es sich wirklich Lehrer zu werden? Werden die Klassen immer größer? Fehlen überall Lehrer? Fallen dauernd Stunden aus?

Alles Fragen, die sachlich beleuchtet werden müssten! 

KOMMENTAR:
Wie in vielen anderen Berufen - beispielsweise in Spitalberufen - nimmt der "Papierkrieg" in Schulen laufend zu.
Schulmodelle wechseln ständig. Es fehlt an der KONSTANZ der RUHE. Bei  den Bezugspersonen und den wechselndenSchulmodellen. Da  viele Lehrkräfte Teilzeit arbeiten, sind  zu viele Teamsitzungen notwendig (welche viel zu viel Arbeitzeit beanspruchen), um Informationen auszutauschen
Der eigentliche Auftrag, in Ruhe zu unterrichten, wird beeinträchtigt. Aus meiner Sicht ist müsste gefordert werden:
Reduktion der Teilzeitarbeit.  Geben wir wir den Lehrerinnen mehr Kompetenzen, Freiräume. Entlasten wir sie vom Papierkram. Geben wir den Lehrkräften Zeit, sich auf die Kernaufgabe zu fokussieren: Aufs Unterrichten. In Deutschland werden den Lehrern die Kompetenzen entzogen: Verbot von Rückversetzungen, Verbot von Hausaufgaben, Verbot auf Benotungen. Durch solche politisch motivierten Massnahmen werden den Lehrerinnen und Lehrer immer mehr Kompetenzen entzogen. Anderseits wird von Ihnen verlangt, verhaltensgestörte Jugendliche und Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, mitzuschleppen. Die Eltern delegieren den Lehrkräften ihre Erziehungs- und Betreuungsaufgabe. Immer mehr Ehepaare nehmen sich keine Zeit mehr für Ihre Kinder. Beide Elternteile wollen sich slebstverwirklichen.

Dienstag, 26. März 2013

Für Sonnenanbeter reserviert:

Für die Sonnenanbeter wäre eigentlich alles bereit, wenn wir
nicht FRINTER hätten. 


Weder SCHOENREDEN noch UEBERTREIBEN



Es ist eine Tatsache, dass die Straftaten in der Schweiz zugenommen haben. Wenn man in Mexiko die Bevölkerung bittet, nachts nicht mehr auf die Strasse zu gehen, nehmen wir dies gelassen zur Kenntnis. Wenn man nun aber im angeblich schönen Paradies Schaffhausen innert weniger Tage 8 Ueberfälle mitten in der Stadt registriert und die Leute hernach bittet, die gefährlichen Zonen möglichst zu meiden, gerät dies vielen   in den falschen Hals.
Die Schaffhauser fragen sich: Müssen wir hier nun einfach auch damit leben, dass wir am helllichten Tag niedergeschlagen und ausgeraubt werden können? Das wollen wir nicht einfach so hinnehmen.

Ohne die Situation zu dramatisieren, dürfen wir uns nicht an die Zunahme an Ueberfällen auf offener Strasse gewöhnen. Es muss gehandelt werden. Wird diese unerfreuliche Situation einfach hingenommen, werden jene Parteien Aufwind haben, die sich für härtere Strafen, für Ausweisungen krimineller Einwanderer einsetzen.

Deutlich mehr Fälle von schwerer Körperverletzung in der Schweiz

Im letzten Jahr sind in der Schweiz mehr als 750'000 Straftaten registriert worden – neun Prozent mehr als 2011. Stark zugenommen haben Delikte mit schwerer Körperverletzung. Mehr...
Aktualisiert Tagi online



Ich zitiere die Fakten:

Die Zahl der in der Schweiz verübten Straftaten ist im vergangenen Jahr um 9 Prozent angestiegen. Ingesamt 750'371 Straftaten wurden 2012 in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst - oder rund 2055 pro Tag.
Besonders ausgeprägt ist Zunahme bei den Diebstählen (plus 11 Prozent, plus 24'276 Fälle) und bei den Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz (plus 15 Prozent, 4687).

Mehr Gewalt

Ebenfalls um 4 Prozent gestiegen ist die Zahl der Gewaltstraftaten. Das entspricht einem Plus von 1776 Fällen.
Die deutlichsten Zunahmen waren dabei bei schwerer Körperverletzung (plus 23 Prozent, plus 110 Fälle), Gewalt und Drohung gegen Beamte (plus 17 Prozent , plus 438 Straftaten), Raub (plus 16 Prozent, plus 490 Straftaten) und Nötigung (plus 12 Prozent, plus 238 Straftaten) zu beobachten.

Tötungsdelikte stabil

Die Zahl der Tötungsdelikte  - auch versuchte - blieb mit 229 Straftaten stabil.
Zudem wurden für das Jahr 2012 in der Schweiz 15’810 Straftaten häuslicher Gewalt – meistens Gewalt in der Partnerschaft – registriert (2011: 14'881). Dies entspricht einem Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Leichter Anstieg bei Drogen

Bei den unter dem Betäubungsmittelgesetz geahndeten Vergehen kam es dagegen nur zu einem kleinen Anstieg von 2 Prozent oder 1651 zusätzlichen Deliktsfällen.
Während beim Betäubungsmittelkonsum eine Zunahme zu beobachten ist (plus 2 Prozent,  plus 1078 Straftaten), ist bei der Sicherstellung von Betäubungsmitteln ein Rückgang festzustellen ( plus 2 Prozent, plus 685 Straftaten).
Cannabisprodukte wurden mit einem Anteil von 68 Prozent weiterhin am häufigsten konsumiert.

Mehr Beschuldigte aus dem Asylbereich

Bei den Straftaten hat sich die Zahl der Beschuldigten aus der ständigen Wohnbevölkerung bei Schweizer Staatsangehörigen kaum verändert (minus 0,1%, minus 37 Beschuldigte). Bei ausländischen Staatsangehörigen (plus 3,0%, plus 668 Beschuldigte) hat sie nur leicht zugenommen.
Gestiegen ist die Zahl der Beschuldigten aus dem Asylbereich (plus 38,7%, plus 1638 Beschuldigte) und aus der nichtständigen Wohnbevölkerung (plus 13,9%, plus 1776 Beschuldigte).

Diese Zunahmen betreffen laut dem Bundesamt für Statistik vor allem Diebstähle. (bau)

Kommentar:
Besonders schlimm: Rund ein Viertel mehr schwere Körperverletzungen!

Der Mensch will in erster Linie Sicherheit. Das ist ein Urbedürfnis und hatte schon seit je 1. Priorität.
Die jüngsten Erkenntnisse müssten unsere Politiker wachrütteln und zum Umdenken bringen. Grosszügigkeit, Nachsichtigkeit bei Gewaltverbrechen darf es nicht geben.
An der Installation von Videokameras dürfte nicht gespart werden. Weshalb werden nur unsere Strassen mit fahrbaren Radarfallen aufgerüstet? Es leuchtet den Bürgern nicht ein, dass Automobilisten unerbittlich bestraft werden, Gewalttäter und Drogendealer mit Samthandschuhen angepackt  werden.
Müssen wir einfach damit leben, dass bei uns die Kriminaltouristen ungeschoren davon kommen?

Die gefährlichste Stadt der Schweiz

Mit 218 Straftaten pro 1000 Einwohner führt die waadtländer Hauptstadt Lausanne die Kriminalstatistik an. Jetzt reicht es den politischen Verantwortlichen. Mehr...
Von Georges-Marie Bécherraz, «24 Heures». Aktualisiert um 11:37 24 Kommentare

Oberster Polizeidirektor zur steigenden Kriminalität in der Schweiz: Angst um die öffentliche Sicherheit


Rund 170 Einbrüche werden in der Schweiz verübt. Jeden Tag! Und die meisten Räuber kommen ungeschoren davon, weil es sich um Kriminaltouristen handelt. Dies die traurige Bilanz des Präsidents der Kantonalen Polizei- und Justizdirektoren, Hans-Jürg Käser  (FDP/BE) gegenüber Radio SRF.

Es fehlen 2000 Polizisten

 «Unsere Mitarbeitenden müssen sich wahnsinnige Pöbeleien und Beschimpfungen gefallen lassen. Das geht von Anspucken bis körperlicher Gewalt.»
Viele Leute haben keinen Respekt mehr vor Autoritätspersonen. Diese Entwicklung wirkt sich auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung aus, und die Tatsache, dass aktuell rund 2000 Polizisten in der Schweiz fehlen.
Vor allem Delikte gegen Leib und Leben gehen den Leuten nahe. Die Zahl der Vergewaltigungen ist gestiegen. Käser: «Die Opfer leiden unter Umständen ein Leben lang darunter. (kmu)

Wollen wir solche Attacken  einfach hinnehmen?

Quelle Blick:

Hans-Peter Blättler (65) wollte Vögel beobachten «Jugendliche warfen mich in den See»

RAPPERSWIL - ST. GALLEN - Das Wasser war kalt, die Steine glitschig. Hans-Peter Blättler schlug hart mit dem Kopf auf. Er weiss, er hatte noch Glück.