Warum Männer bei der Teilzeitarbeit zögern.
Wunsch und Wirklichkeit
Obschon seit Jahren versucht wird, auch die Männer für ein neues Rollenbild zu erwärmen und sie - wie die Frauen - für vermehrte Teilzeitarbeit zu gewinnen, haben sie ihre Berührungsängste mit der Teilzeitarbeit noch nicht verloren.
Man ging davon aus, dass die Teilzeit begrüsst werde, weil man sich mehr Flexibilität erhoffte, vor allem im Hinblick auf die Rollenteilung in der Familie.
Mit dem Modell "Teilzeit für Männer" harzt es aber an allen Fronten. Weshalb?
Der 100% Job wird in Firmen geschätzt. Die Teilzeitjobs sind nach Berechnungen in der Umsetzung weniger effizient und kosten mehr (Benötigt mehr Mitarbeiter --> Ferien, Sozialleistungen usw.)
Es hat sich auch in Schulen gezeigt, wo mehrere Frauen eine Stelle teilen, da wird sehr viel zusätzliche Zeit für Absprachen, Koordinationgespräche benötigt. Statt mit den Schülern, müssen sie sich mit sich selbst beschäftigen.
Auf höherer Ebene in Firmen wird von Vorgesetzten erwartet, dass sie ständig verfügbar sind. Auslandreisen und Verhandlungen verlangen eine kurzfristige Verfügbarkeit - auch an Wochenenden. Viele Managementaufgaben lassen sich auf oberster Führungsebene nicht aufteilen.
Auf oberster Ebene ist Teilzeitarbeit überhaupt nicht denkbar.
In Spitzenpositionen sind längere Abwesenheiten nicht mehr möglich. Mit Teilzeit kann man keine grosse Firma führen oder ein wichtiges politisches Mandat ausüben. Da gilt noch das ENTWEDER- ODER. Die Mentalität "Ich will alles" ist hier nicht möglich.
Ferner zeigt sich zudem, dass jemand, der nicht mehr bereit ist, sich 100%ig für den Job einzusetzen, einen Karriereknick riskiert. Es kann noch so energisch ein Umdenken gefordert werden (als Wunsch), wenn es um die Karriere geht, dann hat der Teilzeitangestellte in der Regel das Nachsehen.
Mittwoch, 6. März 2013
Dienstag, 5. März 2013
Weshalb Thomas Minder der NZZ und dem Radio SRF nach dem Sieg kein Interview gab.
Claudio Kuster, die rechte Hand Minders, begründet dies im Persönlich-Blog:
Am Abstimmungssonntag durfte Radio SRF Thomas Minder nicht interviewen.
Dieser
Entschied hat eine längere Vorgeschichte. Radio SRF gab während des
gesamten Abstimmungskampfes weder Thomas Minder noch mir oder einem
anderen Vertreter unseres Initiativkomitee die Gelegenheit für ein
Einzelinterview. Das geht natürlich nicht! Während die glaubwürdigsten
und wichtigsten Gegner wie Dominique Biedermann von Ethos oder
Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli zur Primetime im "Tagesgespräch"
oder "Samstagsgespräch" Platz gegeben wurde, um über unsere Initiative
zu wettern, liess man uns aussen vor. Hierbei verhielt sich Radio SRF
extrem einseitig. Das geht einfach nicht - gerade für ein
öffentlich-rechtliches Medium.
Da auch viele klärende Gespräche mit SRF
nichts brachten, mussten wir zu diesem drastischen Mittel greifen und
ein Interview mit Thomas Minder verbieten.
Auch der "Neuen Zürcher Zeitung" gewährte Minder am Sonntag kein Interview. Warum?
Alle
Tageszeitungen – angefangen beim "St.Galler Tagblatt" über den
"Tages-Anzeiger" bis zur "Tessiner Zeitung" – publizierten im Vorfeld
einmal ein grösseres Interview mit ihm. Nicht so die NZZ: An der
Falkenstrasse hielt man dies nicht nötig. Daher verweigerte sich Minder
auch am Sonntag.
Dieser Umgang mit Radio SRF und der NZZ hilft Minder, sein
Image des "Kämpfers gegen das Establishment" weiter zu zementieren. Sie
konnten ja nicht genug erwähnen, gegen das Wirtschafts- und
offensichtlich auch gegen das Medienestablishment anzutreten.
Das
stimmt. Wir traten nicht nur gegen das Wirtschaftsestablishment an,
sondern auch gegen das Medienestablishment. Viele Tageszeitungen wie
z.B. das "St.Galler Tagblatt" über unsere Hauszeitung "Schaffhauser
Nachrichten" bis hin zu "Le Temps" zählten aufgrund ihrer offiziellen
Parole zu unseren Gegnern.
Klar muss man differenzieren: Bei der NZZ z.
B. waren Chefredaktor Markus Spillmann und Hansueli Schöchli sogar
teilweise tendenziös – Simon Gemperle hingegen schrieb sehr ausgewogene
Texte. Viele Journalisten berichteten fair und eben, nicht alle waren
gegen uns: Die meisten Fernsehsender und Radios, die Gratis-, Boulevard-
und Pendlerzeitungen sowie die Sonntagspresse stellten sich eher auf
unsere Seite. Das half sehr.
Sie arbeiten nicht nur als persönlicher Berater von Ständerat
Minder, sondern als Informatiklehrer. Nach den Erfahrungen in den
letzten Jahren: Inwiefern kommt für Sie ein Wechsel in die
Kommunikationsbranche in Frage?
Ich bin nun seit fünf Jahren
Informatiklehrer, daher mache ich mir schon Gedanken, was ich weiterhin
machen will. Hierbei kommen ein Beruf im Bereich Kommunikation,
Kampagnen oder auch ein politisches Amt in Frage.
Interview: Edith Hollenstein
Kommentar: Falls es tatsächlich zutrifft, dass die NZZ und Radio SRF tendenziös informiert hat, wäre dies nach meinem Dafürhalten ein Verstoss gegen die bestehenden Leitsätze.
Notiert von
marcus knill
um
05:29
Montag, 4. März 2013
Schäden von mehreren 100 000 Franken -
kein Täter verhaftet
Ich begreife alle Bürger, die sich ärgern, weil sie für wenige Kilometer Geschwindigkeitsüberschreitung zur Rechenschaft gezogen werden und bestraft werden.
Randalierer hingegen nach willkürlichen Sachbeschädigungen straflos wegkommen.
Notiert von
marcus knill
um
18:39
Sonntag, 3. März 2013
Wahlresultate sind für mich keine Ueberraschung
(Publizierte Blick online um 1500 Uhr am Wahlsonntag)
Minder kann sein Glanzresultat zu einem grossen Teil Vasellas Gier verdanken.
Ich gehe davon aus, dass Ständerat Minder dem Abzocker der Nation ein würdiges Geschenk zukommen lässt.
Vasella hat mit seinem Verhalten das Resultat sicherlich stark beeinflusst.
Ich zitiere Claude Longchamp den bekanntesten Schweizer Politikwissenschaftler:
Es waren nicht die "Wutbürger" die den Ausschlag gegeben haben, sondern die "Mutbürger". Erstaunlich: Das Resultat stand international in den Medien auf der Frontseite.
Zum Familien-Artikel:
Der SVP gelang es - mit Emotionen und Bildern - die unumstrittene Vorlage zu bodigen
Notiert von
marcus knill
um
19:11
Samstag, 2. März 2013
Weshalb so kompliziert?
Ich war heute an einer Tagung und hörte mir an einer Hochschule 5 Fachreferate von Akademikern an.
Bei einigen Referaten und Präsentationen stelle ich einmal mehr fest, dass viele Dozenten Mühe haben, überzeugend zu referieren.
Heute wurde mir zudem bewusst, wie man mit wenig Fehlern in einem grossen Hörsaal das Publikum langweilen kann. Das Prinzip ist einfach:
- Sprich abstrakt!
- Verzichte auf alles was, anschaulich, bildhaft ist
und die Zuhörer stimulieren würde!
- Verzichte vor allem auf Beispiele!
- Klammere Humor völlig aus!
- Wähle Substantive statt Verben!
- Zeige immer ähnlich aufgebaute Charts ohne Illustrationen
(8-10 Linien zu 8-10 Worten): Möglichst trocken und mit analoger Schrift!
Mir schien, als hätten jene zwei Referenten, die nach den erwähnten Prinzipien ihren Beitrag präsentiert hatten, folgende Philosophie verinnerlich : Du bist Dozent an einer Hochschule. Wenn man Dich gut versteht, so wäre dies suspekt.
Ein Mathematiker an einer Universität in Amerika, erzählte mir einmal: "Wenn die Zuhörer meine Ausführungen verstehen, habe ich kaum Beifall. Wenn ich aber die Sache so kompliziert darstelle, dass mir niemand folgen kann, dann werde ich als Supertalent gefeiert."
An der heutigen Veranstaltung wurde mir bewusst, dass es tatsächlich Dozenten gibt, die das Gefühl haben, je trockener, je unverständlicher, je komplizierter ein Referat präsentiert wird, desto kompetenter würde der Referent eingeschätzt und ernte hernach beim Publikum Bewunderung.
Ich vermute, diese Dozenten glauben, dass eine ernsthafte, einfache, verständliche Präsentation fragwürdig sei.
Was ich bei solchen Präsentationen schlimm finde: Akademiker, die nicht gelernt haben, komplexe Sachverhalte adressatengerecht zu vereinfachen, werden von den Studierenden als Vorbild kopiert und wenn diese Studenten dann später auch referieren müssen, reden sie ebenfalls, trocken, abstrakt und über den Köpfen des Publikums hinweg.
Nach der heutigen Veranstaltung fragte mich ein Bekannter: Wie lange bräuchtest Du - bei einem Coaching - den beiden schlechtesten Referenten, sie zu befähigen, den nämlichen Vortrag lebendig, verständlich, bildhaft und überzeugend zu präsentieren ?
Was gelernt werden müsste, sagt Tucholsky:
|
| Hauptsätze, Hauptsätze, Hauptsätze. |
| Klare Disposition im Kopf - möglichst wenig auf dem Papier. |
| Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe. Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause. |
| Der Ton einer einzelnen Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. |
| Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache - das steht der Mensch nackter als im Sonnenbad. |
| Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln. |
LINKS:
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Alpha Artikel vom Juli 2005: Mut zum Vereinfachen.
www.rhetorik.ch/Vereinfachen/Vereinfachen.html
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Dialogisch präsentieren,
Partner wechseln. Lautstärke, Je nach Situation unterschiedlich laut
reden. Beim Gebrauch einer Verstärkeranlage im Kammerton ...
www.rhetorik.ch/Praesentation/Praesentation.html
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Notiert von
marcus knill
um
21:27
Freitag, 1. März 2013
Gleichheit, die ich meine....
Keine Uebertrittsprüfungen mehr - Verbot von Nachhilfestunden, es sei denn, alle könnten davon gratis profitieren - keine Hausaufgaben mehr - Verbot von Rückversetzungen - keine Selektion mehr vor der Maturität!
Diese wohlklingenden Forderungen zielen auf ein Schule ohne Stress und Druck, auf Chancengleichheit, auf das Recht auf Hochschulbildung.
Der Traum von einer Ausbildung vollkommener Chancengleichheit ist nicht neu. Das ist ideologisch gefärbter Wein in neuen Schläuchen. Derzeit werden erstaunlicherweise einige dieser überholten Forderungen in den Medien aufgewärmt und in Deutschland zum Teil schon umgesetzt.
Sie widersprechen völlig dem wirklichen Leben, bei dem nicht allen eine Beschäftigung garantiert werden kann.
Sobald sich nämlich ein Student später mit einer Stelle auseinandersetzen muss, holt ihn die ausgeklammerte Selektion ein. Die Firmen trauen nämlich den geschönten Beurteilungen nicht mehr. Die Kandidaten werden im der Praxis plötzlich hart geprüft, getestet und in einer Probezeit bewusst gestresst und belastet. Man will nachträglich erfahren, wie es mit der Belastbarkeit, dem Durchstehvermögen und den Kernkompetenzen bestellt ist.
Ich setzte mich seit Jahren auch mit der Lehrerweiterbildung intensiv auseinander und habe erkannt, dass viele Lehrkräfte ihre anvertrauten Zöglinge bewusst auf die Anforderungen des harten Berufalltages ausrichten. Sie wollen die Jugendlichen fürs Leben vorbereiten! Sie legen grossen Wert auf selbständiges Arbeiten (dies kann beispielsweise mit Hausaufgaben trainiert werden), auf Pünktlichkeit, Respekt, Sauberkeit, Verlässlichkeit und Durchstehvermögen (Verhalten und Absenzen werden wieder zusätzlich vermerkt).
Fazit: Die abgegriffenen, pseudoprogressiven Forderungen nach absoluter Chancengleichheit führen in eine Sackgasse. Wollen wir die Glaubwürdigkeit der Zeugnisse aufs Spiel setzen?
Was nützt es Jugendlichen, Schulen und Firmen, wenn wir die Maturität abwerten und die aufgewärmten Bestrebungen - "Recht auf höhere Bildung" umsetzen?
Welchen Wert haben akademische Titel, wenn nachher Taxichauffeusen mit einem Hochschulabschluss das tägliche Brot verdienen müssen?
Es lohnt sich, diese Zusammenhänge zu überdenken und solche grundsätzlichen Fragen für sich zu beantworten.
Notiert von
marcus knill
um
09:16
Donnerstag, 28. Februar 2013
Stolpersteinbrück oder Klartextrhetoriker?
aus DIE ZEIT:
Steinbrück nennt Berlusconi und Grillo Clowns
Kommentar: Mit den ungeschminkten provozierenden Sprüchen hat sich Steinbrück oft geschadet.
Ob er mit dieser Aussage in Deutschland punktet? Wäre denkbar.
Stolpersteinbrück hatte schon immer Probleme mit seiner Klartextrhetorik. Der Virus "Diarrhoe der Zunge" müsste bei Steinbrück endlich einmal behandelt werden.
Fazit: GESAGT IST GESAGT!!
NACHTRAG:
Spiegel:
Nach Italien-Schelte FDP schmäht Steinbrück als "Peerlusconi"
Mit markigen Worten zur Italien-Wahl hat Peer Steinbrück den Präsidenten des Landes verärgert - nun muss er selbst Spott ertragen: FDP-Politiker Wissing bezeichnet ihn als "Peerlusconi" - in Anlehnung an Silvio Berlusconi, den der SPD-Kanzlerkandidat einen Clown genannt hatte. mehr... [ Video | Forum ]Bild: Keystone
Stolpersteinbrück versteht es nicht nur die Schweiz den Präsidenten italiens zu beleidigen. Er hat sich an die Fehltritte ins Fettnäpfchen gewöhnt. Die Folge: Er isoliert sich selbst.
Notiert von
marcus knill
um
04:12
