Immer wieder dieselbe Frage:
Wie weit dürfen Provokationen gehen?
In folgendem Fall provozieren die Basler JUSOs die SVP:
Ich zitiere die Basler Zeitung:
Donnerstag, 18. Oktober 2012
PR Flop
Romneys Vizes PR Gag - ein Bumerang
aus 20 Min:
Ryan spült in Suppenküche saubere Kochtöpfe
Romneys Vize wollte ein Herz für Arme zeigen, doch sein inszenierter Besuch in einer Suppenküche geriet zum Bumerang: Die Bilder zeugen nicht von Paul Ryans Mitgefühl, sondern seinem Zynismus.
Infografik Die US-Wahlen 2012 Am vergangenen Samstag ergriff er diese Gelegenheit nach einem Wahlkampf-Auftritt in Ohio. In der Suppenküche von Youngstown angekommen, lobte er die freiwilligen Helfer für ihr Engagement. Dann band er sich mit wilder Entschlossenheit eine Schürze um und begann andächtig, Pfannen zu spülen. Seine Frau und die Kinder halfen artig.
Pfannen waren bereits sauber
Die Bilder sind makellos und vermitteln den Eindruck eines Politikers, der anpackt und sich für keine Arbeit zu schade ist. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass die Essensausgabe längst vorbei und das Geschirr bereits sauber war. Dass Ryan trotzdem ohne zu zögern zu Schürze und Putzschwamm griff, bringt ihm nun den Vorwurf ein, eine zynische Show veranstaltet zu haben.
«Er ist nur wegen der Fotos hergekommen», beklagte sich der Chef der wohltätigen Organisation, Brian J. Antal, später gegenüber der «Washington Post». Da er auf private Spenden angewiesen sei, lehne er solche Aktionen strikte ab, da sie dem Ansehen der Einrichtung schaden könnten.
Bilder ja, Worte nein
Dass es Ryan womöglich gar nicht um die Menschen ging, die in der Suppenküche essen, zeigte sich am Ende seines Besuchs: Auf dem Weg zum Auto traf er auf einige Obdachlose und unterhielt sich kurz mit ihnen. Seine Wahlkampfhelfer bedeuteten den Fotografen, sie dürften Bilder von der Begegnung machen.
Die Journalisten hingegen mussten laut «Washington Post» im Bus bleiben. Offenbar überwog die Angst, der Wortwechsel könne für Ryan ungünstig verlaufen. Sein Wahlkampfhelfer erklärte später, es habe sich um ein Gespräch «aus dem Stegreif» gehandelt und sei daher nicht für die Presse bestimmt gewesen.
Kommentar: Dieser Flop passt ausgezeichnet zu Romneys verbalen Patzern. Das nennt man solidarisches Verhalten.
Titel: Der hölzerne Rhetoriker und sein unbedachter Bildrhetoriker
Notiert von
marcus knill
um
11:28
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Zur 2. TV Debatte zwischen Obama/Romney in Hempstead (Bundesstaat New York):
Obama hat nicht nur Boden gut gemacht. Er ist eindeutiger Sieger.
Obama und Romney waren in den Staaten während Wochen auf allen Kanälen zu sehen. Täglich gab es Werbefilme, insgesamt 400000 Werbespots. Dies ist gleichsam ein medialer Overkill. Hinter dieser Werbewalze steckten unzählige Spender. 6 Milliarden Dollar kostet der Wahlkampf allein auf nationaler Ebene.
Nach dem schlechten Abscheiden Obamas im 1. Duell und dem erfreulichen Konter von Biden stieg nun die Spannung vor der zweiten Auseinandersetzung, denn keiner der Kandidaten führte eindeutig.
Obama konnte sich beim zweiten Duell keinen Flop mehr leisten.
Die 2. Debatte wird somit richtungsweisend sein. Vor allem weil die ThemenWirtschaft und Energie debattiert werden, steht nun für Obama viel auf dem Spiel. Er muss auch auf aussenpolitische Fragen gerüstet sein.
Vor dem zweiten Duell suchte ich Antworten auf folgende Fragen:
- Geht Obama im in der zweiten Runde in die Offensive, wie es alle erwarten?
- Deckt er in diesem Duell die Falschaussagen Romneys auf?
- Fragt er ihn, wie er die versprochene Steuererleichterung bezahlen will?
- Ist der Ausgang eindeutig? Falls es nämlich vor den Wahlen zu einer Patt-Situation käme, könnte es - wie im Jahre 2000 - zu einem Chaos kommen. Damals hatte George W. Bush bei den Wählern die Gunst verloren. Der knappe Ausgang führte damals zu einem Hickhack und Beschwerden. Obama darf deshalb auf keinen Fall nur mit einem hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie kriechen. Der Druck für ihn ist enorm.
- Kann Obama das Gelernte aus den drei Tagen Debattentraining umsetzen (Er wurde in Wiliansburg/im Bundesstaat Virginia gecoacht)?
- Wie frei spricht er beim zweiten Duell, mit einem neuen Setting und dem Mikrofon in einer Hand - wiederum ohne Teleprompter?
(Die Wahlkampfleiterin Obamas, Jen Psaki liess vor dem Duell verlauten, der Präsident sei voll Energie und er werde seine Sache leidenschaftlich vertreten).
Obama müsste eigentlich bei der heutigen Debatte die Schwachstellen Romneys offen legen, seine unbedachten 47% Aussage, seine Vergangenheit bei der Firma Bain Capital, die Heimlichtuerei bei seinen Steuerdaten.
- Was mich vor allem beim zweiten Duell interessieren wird: Wie wirken die Akteuren bei der zweiten Debatte hinsichtlich Glaubwürdigkeit, der rhetorische Auftrittskompetenz und Ueberzeugungskraft?
Uebrigens soll sich Mitt Romney in seinem Haus in Belmont (einem Vorort von Boston) ebenfalls sehr gut vorbereitet haben.
Ich frage mich bei ihm, ob er auf die Drohnenangriffe - bei denen zahlreichen Zivilisten getötet wurden - auch zu sprechen kommt?
Oder: Wird Romney beim heutigen Duell alle Versprechen konkret auflisten, die Obama nicht einhalten konnte?
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Aus meiner Sicht wäre beim zweiten Schlagabtausch für Obama Folgendes wichtig:
- Er muss EINDEUTIG besser abschneiden als sein Gegner
- Er ist gezwungen, das Heil in der Offensive zu suchen.
- Er darf sich nicht mehr so passiv verhalten, wie im ersten Streitgespräch. Die Strategie, auf Attacken zu verzichten, sich versöhnlich und nett zu verhalten zahlte sich nicht taus. Das offensive Verhalten könnte anderseits auch gefährlich werden, falls er übertreibt.
- Als amtierender Präsident ist Obama in einem Dilemma. Er muss angriffig sein und dennoch staatsmännisch wirken.
- Er müsste vor allem seine dialogische Stärke nutzen bei der Beantwortung der Fragen aus dem Publikum.
- Obwohl Obama den Favoritenstatus nicht mehr zurückerobern kann (beide Kandidaten haben bislang bei der Bevölkerung viel an Vertrauen eingebüsst, würde Obama zusätzlich punkten, wenn er überzeugend darlegen könnte, dass die Wähler Romney mehr misstrauen müssten, als ihm selbst.
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Zur Auftrittskompetenz der beiden - während des Duells:
Bei Kurzanalysen lohnt es sich einen Auftritt nach der AAA Formel zu überprüfen.
Das erste A = Anfang (Start, Auftakt). Das zweite A = Aussage (Kernbotschaft) und das dritte A = Abschluss.
Zum Anfang (Start):
Der Anfang wirkte wie antrainiert, zu stark eingeübt. Das Lachen, die Begrüssungszeremonie, das sich gegenseitig Berühren, das Winken. Alles synchron.
Im Unterschied zum Start beim ersten Duell - als Romney mit einem schlagfertigen Konter sofort gepunktet hatte - greift nun im zweiten Duell Obama Romney sofort an:
Er habe keinen 5 Punkte Plan. Er haber nur einen 1 Punkte Plan: Die Reichen zahlen weniger Steuern.
Zur Aussage (Kernbotschaft) der Kontrahenten:
Romneys Botschaft lautet immer wieder: Ich werde den Mittelstand stärken!
Obamas Botschaft: Ich will Schlupflöcher schliessen und werde die Arbeitsplätze in den Staaten schaffen, nicht im Ausland. Wir müssen unbedingt alternativen Energien nutzen!
Beim Abschluss versucht sich Romney - der eher kühl wirkt - bewusst als Christ, Prediger und Familienfreund darzustellen. Er unterstreicht sehr gezielt seine menschliche Seite.
Im Schlussstatement gelingt es Obama erstaunlich gut, glaubwürdig die Bevölkerunganzusprechen. Er kann im Schlussspurt ihre Herzen für sich zu gewinnen.
Generell wirkt Obama natürlicher und sicherer als Romney. Er versteht es, mit natürlicher Gestik und Mimik vor allem mit seinem Blick eine kommunikative Brücke auf zu bauen. Er muss es gespürt haben, dass er besser ankommt. Dies beflügelt ihn. Romneys Haltung wirkt für mich steifer als beim ersten Auftritt. Das zeigt sich auch beim Drehen des Kopfes und bei der Gestik.
Das zweite Duell ist lebendiger und hat trotz aller Vorschriften einige überraschende Passagen.
Ich zitiere die Sequenz um 0415 Uhr :
«An den Tagen nach dem Anschlag waren Sie bei Wahlveranstaltungen.» Ein Tiefschlag von Romney – und ein Fehler: «Am Tag nach dem Anschlag stand ich im Garten vor dem Weissen Haus und nannte das einen Terroranschlag.»
Romney beharrt: «Sie brauchten 14 Tage, um das einen Terroranschlag zu nennen.» Und jetzt geschieht etwas fast Unerhörtes: Moderatorin Crowley korrigiert den Kandidaten! «Der Präsident sprach tatsächlich von einem Terroranschlag.» Es gibt Applaus. Und Obama sagt fast erleichtert: «Können Sie das etwas lauter wiederholen, Candy?»
Ende Zitat
Beide Akteure müssen Stresssituation meistern. Vor allem, wenn die führungsstarke Moderatorin die Kandidaten in die Schranken weist.
Es gibt übrigens auch an diesem Duell auf beiden Seiten Halbwahrheiten und Lügen.
Zur Kleidersprache:
Im ersten Duell waren beide bereits staatsmännisch gekleidet. Perfekter Massanzug, weisses Hemd. Obama mit blauer und Romney mit roter Kravatte. Beim Fussball wurde festgestellt, dass die Mannschaften in rot eher gewinnen. Es ginge zu weit zu sagen, Obama habe sich bei der letzten Auseinandersetzung vom ROT Romeys einschüchtern lassen.
Jedenfalls ist es interessant, dass bei diesem Duell Obama nun die ROTE (dunkelrote) Kravatte trägt und Romney BLAU wählte, wiederum mit Streifen. Der Duellant mit der roten Kravatte siegt erstaunlicherweise in diesem Duell.
Im Time Magazin war vor dem Duell zu lesen, dass es eine geheime Vereinbarung zwischen den Kontrahenten gegeben haben soll. Nicht nur, wie man sich zu verhalten habe. Es soll darin sogar die Bewegungen geregelt worden sein. Wenn eine Frage gestellt wird, dürfen die Fragesteller nicht mehr nachgehaken. Bei der Kameraführung ist es nicht gestattet den Kandidaten, der zuhört in den Fokus zu nehmen.
Dadurch wird Unvorhergesehenes seltener, steriler.
Als ich das gelesen hatte, rechnete ich damit, dass die zweite Debatte langweilig werde. Erstaunlicherweise ist dies nun nicht der Fall. Im Duell kommt es zu zahlreichen spannenden Szenen. Zeitweise herrscht eine bissige Stimmung. Die Akteure unterbrechen sich sogar. Es kommt unerwarteter Weise - trotz zahlreicher Auflagen - zum Schlagabtausch.
Romney und Obama zeigen in dieser Debatte Debatte ab und zu Stressignale.
Scharfer Kontrast in der Wirtschaftspolitik
Präsident Obama und Mitt Romney haben konträre Auffassungen darüber, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielen soll. Obama will, dass Washington mehr tut, um die Wirtschaft anzuschieben, während Romney möglichst viel Geld in den Taschen der Bürger lassen will. Mehr...Aus NZZ
Allgemeine Beobachtungen:
Romney hat wieder ein Problem mit seinen Sprüchen, wie beispielsweise bei jener Sequenz, bei der er sagt:
Der Präsident habe dafür die Umweltorganisationen übernehmen lassen. «In North Dakota kriminalisierten sie die dortigen Erdölfirmen. Aus welchem Grund? Weil 25 Vögel starben.»
Romney muss aufpassen mit solchen Sprüchen. 25 Vögel sind womöglich ihm egal. Aber im Volk verstärkt so eine Aussage die Kälte, die er immer wieder ausstrahlt.
.
TV-Duell Twitter-Sturm gegen Romney
Zur hölzernen Rhetorik Romneys:
Der Herausforderer ist für seine unbedachten Spontanäusserungen bekannt. Die Geschichte mit der Mappe voller Frauen setzt sich Romney einmal mehr in die Nesseln. Im Grunde wollte er zeigen, dass er sich für Frauen stark macht.
Aber er äusserte sich ungeschickt.
Genereller Eindruck Obamas:
Obama ist entspannter
präsenter gewesen
Offensiv und dennoch staatsmännisch,
souverän,
schlagfertig,
überlegen.
Harte Kritik prallt an ihm ab.
Obama greift insgesamt sieben Mal Romney frontal an, zum Teil auch auch mit Zwischenrufen:
"Was Gouverneur Romney sagt, ist einfach nicht wahr!!
Romney ist zwar auch recht angriffig. Er holt dadurch Punkte.
Man merkt, dass er den Spagat schaffen muss zwischen den Konservativen in seiner Partei und der Mittelschicht, die er ansprechen muss. Dies scheint ihn zu bremsen.
Romnys Problem ist und bleibt seine Glaubwürdigkeit.
Nach dem Bengasi Patzer sah er mitgenommen aus (Schweiss, geschwollene Adern)
Fazit: Obama hat das zweite Duell geprägt und aus meiner Sicht eindeutig gewonnen.Man könnte vielleicht von einem technischen K.O. sprechen. Es wird möglicherweise auch Experten geben, die das Duell als Patt situation sehen. Der Wahlausgang bleibt so oder so spannend und offen. Der dritte Schlagabtausch muss die Situation klären. Und nachher entscheidet am Schluss erst die endgültige Wahl. Das Rennen ist noch nicht gelaufen.
*********************
65,6 Millionen Zuschauer
Rund 65,6 Millionen Menschen haben in den USA das zweite Fernsehduell zwischen Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney im Fernsehen verfolgt. Das ergibt sich aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Firma Nielsen. Nach Angaben des Unternehmens, das auf die Erfassung der Reichweite von Fernsehsendungen spezialisiert ist, wurde das Duell auf zehn Kanälen live und auf zwei weiteren als Aufzeichnung verbreitet.
Das erste TV-Duell zwischen Obama und Romney am 3. Oktober wurde von 67 Millionen US-Bürgern verfolgt. Eine Rekordzuschauerzahl hatte mit 80,6 Millionen Menschen das Duell zwischen dem damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter und dem Republikaner Ronald Reagan im Oktober 1980 erzielt. (sda)
Nachtrag:
Aus die ZEIT:
Moderatorin heimliche Siegerin des Obama-Romney-Duells
Kommentar: Candy Crowley war super. Sie weiss was MODERIEREN heisst: Führen mit langer und kurzer Leine! BRAVO! Falls die Moderatorin jedoch verantwortlich gemacht werden könnte für die Fragen, die dilletantisch vorgetragen resp. abgelesen worden sind, müsste ich mein Lob relativieren.
Aus Bild:
2. TV-Duell in den USA Obama bläst zum Angriff
Mitt Romney patzt in Libyen-Frage +++ Debatten-Experte zu BILD.de: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten“
Beim zweiten (und vorletzten) TV-Duell stellten sich der US-Präsident und sein Herausforderer den Fragen unentschlossener Wähler und denen von CNN-Moderatorin Candy Crowley (63).
Im Vergleich zum ersten TV-Duell am 3. Oktober zeigte sich in der Universität von Hempstead (US-Staat New York) ein deutlich aggressiverer US-Präsident. Immer wieder fiel er seinem Herausforderer ins Wort. „Stimmt nicht, Gouverneur Romney”, mahnte Obama beim Thema Energiepolitik. Romney habe die Autoindustrie in den Bankrott treiben wollen, er aber habe sie gerettet, so Obama. Einen 5-Punkte-Plan? Nein, den habe Romney auch nicht, behauptet der Demokrat. „Er hat einen Ein-Punkte-Plan: Die Reichen bezahlen weniger Steuern.“
Beim Thema Libyen leistet sich Romney dann auch noch einen Patzer und Obama macht staatsmännisch klar: „Ich bin der Präsident.“
Das Fazit: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten, sagt David Steinberg von der University of Miami. „Obama wirkte sehr optimistisch, sehr kompetent und zeigte sich als starke Führungspersönlichkeit. Auf viele Fragen hatte er einfach die detaillierteren Antworten.“
20 min:
Aus Spiegel:
WER LIEFERTE DEN SCHLIMMSTEN FAUXPAS?
Romneys Bengasi-Flop. Zweiter Platz: Beim Versuch, mit weiblichen Wählern zu punkten, erzählte Romney eine Anekdote aus seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts. Als er Bewerbungen für sein Kabinett gesichtet habe, seien das "alles Männer" gewesen. Darauf habe er gesagt: "Können wir nicht ein paar Frauen finden, die auch qualifiziert sind?" Seine Helfer hätten ihm daraufhin "Ordner voller Frauen gebracht". Der Ausdruck "binders full of women" verbreitete sich sofort ebenso rasend wie spöttisch durchs Internet und ließ Twitter geradezu explodieren. Obama nutzte die Frage nach den Frauen seinerseits geschickt, um die restriktive Frauen- und Abtreibungspolitik der Republikaner herauszustellen - ein Thema, das in der letzten Debatte zu kurz gekommen war.
WAS WAR DER BESTE MOMENT?
Da fällt die Wahl schwer. Es ging schon rasant los, als Crowley den Präsidenten fragte, ob es wirklich in der Macht der Regierung liege, die Spritpreise zu senken. Obama nutzte die Steilvorlage, um seine Energiepolitik zu preisen, das klang erst langweilig, doch dann wurde es auf einmal munter. Romney unterbrach Obama trotzig, es entspann sich ein heftiges Hin und Her, beide beharkten sich, standen von ihren Hockern auf, gingen geradezu drohend aufeinander zu. Romney bellte: "Beantworten Sie die Frage!" Und: "Ich bin noch nicht fertig." Es war der erste dramatische Moment dieses Abends und setzte somit den restlichen Ton.
Weitere Top-Momente: Obamas Zwischenruf, als Romney später schon wieder dazwischen redete ("Candy, ich bin dran gewöhnt, unterbrochen zu werden"). Und, an den mutmaßlichen Outsourcer und China-Profiteur Romney: "Gouverneur, Sie sind die letzte Person, die hart gegen China durchgreifen würde." Romney versuchte sich zu revanchieren, indem er Obama vorhielt, seine Rente sei doch ebenfalls teilweise im Ausland investiert. Darauf Obama: "Gouverneur, ich gucke nicht so oft in meine Rente. Sie ist nicht so groß wie Ihre."
Notiert von
marcus knill
um
07:05
Dienstag, 16. Oktober 2012
Kachelmann versucht bei allen Medienauftritten sein Image aufzupolieren.
Ob wohl für ihn die Rechnung aufgeht?
Wie sich Medienprofi Kachelmann inszeniert
(Der erste Teil meiner Analyse wird am Mittwoch in den Schaffhauser Nachrichten auf der Medienseite publiziert)
Monatelang war Jörg Kachelmann ein Medienthema.
Schon lange vorher habe ich sein Verhalten analysiert und kommentiert.
Bereits in den guten Zeiten als Wetterfrosch pflegte er eine bildhafte Sprache, ich erinnere an die Wortschöpfung Blumenkohlwolken.
Als er während seiner Haftzeit den Medien vorgeführt wurde, verstand er es, sich geschickt zu inszenieren. Gepflegte Frisur, Haare geschnitten, weisses Hemd (Weiss = Symbol der Unschuld), rasiert und ein permanent aufgesetztes Lächeln. Kachelmann kennt die Wirkung von Bildern und wie Journalisten arbeiten. Dadurch gab es trotz Blitzlichtgewitter nur Bilder mit einem lächelnden Kachelmann. Das aufgesetzte Lächeln hatte sich für ihn damals gelohnt. 2010 vor Gericht schwieg der Angeschuldigte längere Zeit konsequent, wohl wissend, dass sich eine Person, die schweigt, nicht in Widersprüche verstricken kann.
Auch jüngst im Talk täglich (Tele Züri) inszeniert sich Jörg Kachelmann professionell. Haare nicht geschniegelt, aber locker und gewaschen.
Er sitzt locker da, spricht eloquent, mediengerecht, einfach und verständlich. Er gestikuliert natürlich. Sein Dreitagebart wirkt gepflegt. Es gibt nur wenige Stellen im Interview, bei denen er errötet oder etwas verlegen lächelt, er versteht es, mit Stress umzugehen. Bei der überraschenden Ankündigung, dass sein Buch nicht veröffentlich werden darf, trinkt er ruhig Wasser, Stress trocknet den Mund aus. Verschiedne Echos von Fernsehzuschauern attestieren mir, Kachelmann ist und bleibt ein guter Schauspieler. Bei seinem jüngsten Auftritt wirkt er für mich engagiert. Er differenziert und wiederholt in den Antworten gekonnt seine Botschaft, die lautet: Ich bin unschuldig, bin freigesprochen worden. Ich wurde zum Opfer.
Sein Anliegen:
Frauen haben ein leichtes Spiel, Männer grundlos zu beschuldigen. Das ist eine gefährlich Waffe. Falschbeschuldigungen sind ein schlimmes Verbrechen.
Kachelmann warnte immer wieder alle Männer vor dem Verhalten der Frauen, wenn es Beziehungsprobleme gibt.
Beim Interview fällt immer wieder die bildhafte Sprache, die Analogieen oder Vergleiche auf.
Kachelmann formuliert unkompliziert, "strassengängig", so wie die Leute auf der Strasse reden:
Jede Vergwaltiger ghört id Chischte.
Da sind zwei verschiedeni Paar Stiefel.
Ich han es Puff gha.
Isch en Hafechäs gsi.
Er vergleicht die Haft mit einem langen WK (Gefängnis= Bunker)
und visualisiert seine Aussagen detailliert:
Es hatte Ratten und Kakalaken. Bei einem Spiegelinterview nahm er sogar eine "Schabe" mit und schenkte sie dem Reporter.
Kachelmann greift die Justiz an: Die Staatsanwaltschaft habe gelogen. (Messergeschichte)
Er greift auch die Medien an: BILD sitze auf dem eigenen Kot. Frau Springer nennt er eine Heuchlerin.
Kachelmann gibt sich immer wieder als Opfer. Deutsche und besonders Alice Schwarzer kriegen auch einige Kratzer ab. Sich selbst rückt er hingegen ins gute Licht. Er schildert ausführlich, wie er den Mitgefangenen geholfen habe. Nur etwas gesteht er ein: Früher habe er mit Frauen "ein Puff" gehabt, heute sei jedoch alles geklärt.
Das Formulieren fällt Jörg Kachelmann leicht, doch spricht der Interviewte streckenweise hastig. Er antwortet oft zu schnell - ohne Denkpause.
Rhetorisch finden wir zahlreiche gute Beispiele :
Bist Du ein gebeutelter Mann, fragt der Moderator. Warum soll ich gebeutelt sein? fragt Kachelmann zurück (Wer fragt führt!)und lenkt die Antwort auf die Kernbotschaft zurück indem er sagt,
es gehe ihn darum, die gefährliche Waffe "Falschbeschuldigungen" der Frauen gegen Männer bewusst zu machen und warnt: Erfundene Anschuldigungen sind gefährlich. Mit seinem Buch wolle er nur den gefährdeten Männern helfen. Kachelmann geht gar nicht auf das Wort "gebeutelt" ein.
Bei der Frage nach einem allfälligen "schlechten Gefühl" wischt er die Frage mit der Bemerkung weg "Wir wollen nicht psychologisieren", um dann zur Kernbotschaft zurückzukommen und die Männer erneut vor der permanenten Gefahr zu warnen.
Wie ein Profi - Fernsehmoderator spricht Kachelmann im richtigen Moment zur Kamera - fordert dabei die Zuschauer auf, sein Buch sofort zu kaufen, solange es noch erhältlich sei.
Aufgefallen ist mir ferner: Das füllige Kinn Kachelmanns. Es stimmt nicht ganz mit der Aussage überein, dass er im Gefängnis viel Gewicht verloren habe.
Kachelmann polarisiert das Publikum mit seinem Auftritt. Die Kommentare im Internet verdeutlichen, dass zwei gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallen.
Zum einen, die empörten Frauen, denen die plumpe Verallgemeinerung (Waffe Frau) sauer aufgestossen ist zusammen mit jenen Frauen, die Jörg Kachelmann kritisieren, weil sie den Gerichtsentscheid anzweifeln.
Auf der andern Seite gibt es aber auch einige positive Echos von jenen Männern, die eine ähnliche Situation erlebt hatten oder mit unschuldigen Opfern Erbarmen haben.
Für mich bemitleidet sich Jörg Kachelmann zu offensichtlich, zu aufgesetzt.
Wenn der Wetterfrosch auch in dieser Sendung rhetorisch gut wegkommt, so ist doch der Auftritt zu stark inszeniert. Ich befürchte, dass es nach wie vor zahlreiche Zuschauer gibt, die der Medienprofi Kachelmann, trotz seiner gekonnter Medienrhetorik, mit diesem Auftritt nicht überzeugt hat.
(Ende 1. Teil der Analyse)
Notiert von
marcus knill
um
12:59
Dieter Bohlen kann austeilen -
Wehe aber, wenn er kritisiert wird
Ich zitiere 20 min:
Bohlen, die Supermemme
Andere zu kritisieren ist einfach, es selbst besser zu machen dagegen nicht. Als Dieter Bohlen einem Kandidaten zeigen wollte, wie lächerlich sein Stunt-Auftritt war, rutschte ihm das Herz in die Hose.
Bildstrecken «Das Supertalent» vom 29.09.2012.Bohlen: «Catterfeld war eine Notlösung!»
«Also von hier siehts schon anders aus.»
Der gelackmeierte Kandidat will das freilich nicht auf sich sitzen lassen und bittet Bohlen auf die Bühne, um selbst einen Pfeil zu fangen. Da wird der Juror plötzlich ziemlich klein, dackelt unter dem Druck des Publikumsapplauses zum Kandidaten. «Immer muss ich die Kacke machen hier», quengelt er wie ein kleines Kind. Der Bogenschütze zielt neben Bohlen, der sich freilich hinter Joe Alexander gestellt hat, und schiesst einen Pfeil ab. Bohlen erschrickt und muss klein beigeben: «Also von hier siehts schon anders aus.»
«Oh, das tut aber weh»
Als Joe Alexander ihn fragt, ob er den Pfeil mal versuchen will zu fangen, findets Bohlen gar nicht mehr lustig und ruft aus: «Ihr versucht mich doch hier zu verarschen!». Den Bogenschützen führt er darauf von der Bühne, sieht dann aber selbst ein, dass es wohl kein Sinn macht, aus einer solchen Distanz zu schiessen. Als der Schütze ein wenig näher tritt und schliesst, streift der Pfeil Bohlens Hand, welcher ihn nicht fangen kann. «Oh, das tut aber weh», jammert der 58-Jährige und zottelt beleidigt von der Bühne, wobei sich sogar Michelle Hunziker ein bemitleidendes «Oooh» nicht verkneifen kann.
Souveräner als der eingeschnappte Juror blieb denn nur der Kandidat: «Danke Dieter, super gemacht», lobte er den Mann, der sich zuvor über ihn lustig machte.
Machen Sie sich selbst ein Bild von Bohlens missglückter Mutprobe
Quelle: clipfish.de
Supertalent 2012: Mutprobe für D...
LINKS:
Dieter Bohlen lebte seit Jahren von der Schadenfreude des Publikums, weil er mit seiner Exekutionsrhetorik Erfolg hatte.
|
17. Febr. 2007 ... Nachtrag vom 23. Februar 2007: Die Sprüche Bohlens bringen Quote. RTL profitiert eindeutig von der Exkutionsrhetorik des umstrittenen ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/02_17/index.html
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Notiert von
marcus knill
um
08:59
Montag, 15. Oktober 2012
homepage
muss derzeit den Fall abklären. Das nonverbale Zeichen könnte Folgen
haben. Ein kurzes Victory-Zeichen Ackermanns beeinträchtigte damals
das Image des bekannten und erfolgreichen Bankers.
geärgert habe und sich deshalb leider zu diesem Verhalten habe
hinreissen lassen habe. Er entschuldigte sich sofort dafür.
haben konnte. Nach meinem Dafürhalten müssen Führungskräfte
fähig sein, Stresssituationen zu meistern und ihre Emotionen zu
steuern. Wer emotional getroffen wird, kann solche Situationen
trainieren: STOPPEN (Pause), DURCHATMEN, überlegen und die
Gedanken vom HERZ (Emotionen) zum KOPF (Fakten) verlagern.
Bei Überraschungen oder Wut sollte ein Vorgesetzter nie spontan
und unüberlegt aus dem Bauch heraus reagieren.
Bank Haltung und an der Seitenlinie stets Fassung bewahrt,
wenngleich vieles sieht, das ihn ärgert. Doch am Freitagabend in
Bern liess sich Hitzfeld zu der eindeutigen Gestik mit dem
Stinkefinger hinreissen. Dies belegen Fotos und elektronische Bilder.
Es ist nur noch nicht endgültig bewiesen, gegen wen sich Hitzfelds
Geste richtete. Wenn dieser tags darauf jedoch sagt, er hätte den
Stinkefinger gegen sich selbst gerichtet, so handelt es sich dabei
um eine plumpe Ausrede. Immerhin entschuldigte er sich nach
dem Spiel. Dies war das Beste, was er tun konnte. Die FIFA muss
nun entscheiden, ob der Trainer der Schweizer Landesauswahl nach
dieser "verbotenen" Geste in Bern allenfalls gesperrt wird.
Ausrutscher: Die Überreaktion spreche für das grosse Engagement des
Trainers und zeuge überdies von Menschlichkeit. In diesem Falls gelte
es, ein Auge zuzudrücken. Gleichzeitig gibt es jene Gruppe, die einen
derartigen Ausrutscher bei einem Trainer nicht verzeihen , höchstens
bei Spielern, die in der Hitze des Geschehens die Nerven verlieren.
an die sich auch ein Trainer unbedingt halten muss, trotz Ärger und
Wut. Wenn jemand die Selbstkontrolle nie verlieren darf, so ist es
der Trainer.
Notiert von
marcus knill
um
18:55
Trifft es jetzt auch die Bildungsministerin?
Plagiate werden im Internetzeitalter rascher entlarvt.
Uni-Prüfer wirft Schavan Täuschung bei Doktorarbeit vor - und mehr...
Quelle Spiegel:
Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Uni-Prüfer wirft Schavan Täuschung vor
Erst waren es anonyme Plagiatsjäger, die der Bundesbildungsministerin vorwarfen, in ihrer Doktorarbeit nicht nur unsauber gearbeitet, sondern getäuscht zu haben. Jetzt liegt nach SPIEGEL-Informationen auch das Gutachten eines Prüfers der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität vor - und es kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.Verfasst hat die Analyse der Professor für Jüdische Studien, Stefan Rohrbacher, der zugleich dem mit dem Prüfungsverfahren befassten Promotionsausschuss vorsteht. Der Wissenschaftler nahm seine Untersuchung laut Gutachten "auf der Grundlage der Originaltexte in Autopsie" vor. Er beanstandet Textstellen auf 60 der 351 Seiten.
Der Promotionsausschuss will am Mittwoch beraten
Sein Gutachten ist die Grundlage für Beratungen des Promotionsausschusses, die für Mittwoch vorgesehen sind. Neben Rohrbacher sitzen im Ausschuss drei weitere Professoren, zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und ein Studentenvertreter. Sie geben eine Empfehlung an den Fakultätsrat ab, der dann über eine Aberkennung des Doktortitels zu entscheiden hat.
Schavan kannte, wie ihr Sprecher sagte, das Düsseldorfer Gutachten am Freitagabend nicht. Mit dessen Fazit konfrontiert, ließ sie mitteilen: "Die erhobenen Vorwürfe treffen mich tief und schmerzen mich sehr; soweit die Fakultät mir Gelegenheit dazu gibt, werde ich nach sorgfältiger Prüfung dazu Stellung nehmen." Die Universität Düsseldorf teilte mit: "Die zuständigen Organe und Gremien dieses Verfahrens haben zu keiner Zeit öffentlich Stellungnahmen abgegeben oder sich an Spekulationen beteiligt und werden es auch weiterhin nicht tun."
Erst in der vergangenen Woche hatte "Schmidt" von Verstößen gesprochen, die "in etlichen Fällen nicht entschuldbar" seien. Am Dienstag war auf der Seite schavanplag.wordpress.com ein abschließendes Dokument erschienen, eine "Dokumentation mutmaßlicher Plagiate" in Schavans Doktorarbeit. Demnach sollen auf 92 der 326 Seiten (abgezogen sind Inhalts- und Literaturverzeichnis) Übernahmen aus "nicht oder nicht ausreichend" kenntlich gemachten Quellen stehen. Der Hauptvorwurf lautet: "Oft" habe Schavan vorgegeben, aus Primärquellen zu zitieren, wo es sich eigentlich um leicht abgewandelte Übernahmen aus Sekundärquellen gehandelt haben soll.
Das Uni-Gutachten weist nun in eine ähnliche Richtung.
Kommentar: Schavan weist - so wie es von Guttenberg getan hatte -, die Vorwürfe zurück. Ob sich die Geschichte wiederholt und Deutschlands Bildungsministerin ebenfalls zurücktreten muss? Die Würfel sind noch nicht gefallen. Bei von Guttenberg hatte Schavan den Stab über den Minister öffentlich gebrochen. Sie sei enttäuscht, dass so etwas möglich sei. Wie bei Guttenberg werden die Plagiate vorerst nur als Zitatfehler beschönigt. Zitate sollen angeblich nicht genau bezeichnet sein. Bei allen Ueberprüfungen ist meist so, dass dann zwangläufig zahlreiche weitere Unzulänglichkeiten an den Tag kommen. So auch bei von Guttenberg. Das heisst: All jene Fehler, die normalerweise meistübersehen werden.
Die Untersuchung kann somit für die Bildungsministerin gravierende Folgen haben. Würde ihr der Doktortitel aberkannt, würde sie zur Bildungsministerin ohne Abschluss, weil sie direkt pomoviert hatte.
LINKS:
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17. Aug. 2002 ... Plagiat ist geistiger Diebstahl. Die Neuveröffentlichung von fremden Geistesgutes unter einem neuem Autorennamen ist im ...
www.rhetorik.ch/Plagiat/Plagiat.html
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Notiert von
marcus knill
um
08:42