Donnerstag, 18. Oktober 2012

Immer wieder dieselbe Frage:

Wie weit dürfen Provokationen gehen?

In folgendem Fall provozieren die Basler JUSOs die SVP:

Ich zitiere die Basler Zeitung:

Jungsozialisten beleidigen SVP mit Nazi-Sujet

Auf dem Wahlplakat der Basler Jungsozialisten prangt ein Rechtsradikaler mit SVP-Logo. Die Partei will sich gegen die Verunglimpfung zur Wehr setzen.



Mit dem Sünneli-Logo am linken Oberarm unterstellen die Juso der SVP Neo-Nazi-Nähe.


Die Glatze, die Bomberjacke und der grimmige Blick. Auf dem Wahlplakat der Basler Jungsozialisten prangt ein Rechtsradikaler. Rund 100 Plakate haben die Jungsozialisten gestern in der Stadt verteilt und damit grossen Wirbel ausgelöst. Die SVP Basel-Stadt fühlt sich durch die Kampagne provoziert. Schuld ist ein Detail, das auf den ersten Blick fast zu übersehen wäre. Auf dem linken Oberarm eines Neo-Nazis leuchtet ein Sünneli – das Parteilogo der SVP.
Für SVP-Parteipräsident Sebastian Frehner ist das Wahlplakat skandalös. «Mit dieser Kampagne stellen uns die Juso in die Ecke der Rechtsradikalen und des Nationalsozialismus», sagt er. Und auch die Wähler der SVP würden mit dieser Kampagne angegriffen. «Die SVP ist die wählerstärkste Partei der Schweiz. Mit dem Plakat suggerieren die Jusos, dass SVP-Wähler nationalsozialistisches Gedankengut in sich tragen», sagt Frehner empört. Die SVP Basel-Stadt will sich gegen die Verunglimpfung zur Wehr setzen. «Wir prüfen eine Strafanzeige gegen die Verantworlichen der Kampagne», erklärt Frehner.
Bei den Jungsozialisten nimmt man diese Drohung gelassen. «Die SVP ist nicht rechtsextrem», sagt Juso-Präsidentin Sarah Wyss. «Aber es lässt sich kaum bestreiten, dass die SVP mit ihren Kampagnen auch junge Leute mit einer rechtsradikaler Haltung anspricht.» Dabei mache sie rechtes Gedankengut salonfähig. Wer eher links sei und nicht wählen gehe, ermögliche einen Rechtsruck. «Darauf wollten wir mit dieser etwas provokativen Aktion aufmerksam machen.» Bis jetzt hätten lediglich zwölf Prozent der Basler Stimmbevölkerung ihre Stimme abgegeben, sagt Wyss. «Es ist aber wichtig, dass sich ­jeder an der Wahl beteiligt.»

SVP fordert Parteiausschluss

Einen hohen Wähleranteil wünscht sich jede Partei. Für Sebastian Frehner muss der Wahlkampf aber Grenzen kennen. «Bisher war es üblich, dass wir in der Sache hart sind, der persönliche Umgang aber freundlich bleibt. Mit diesem Wahlplakat halten sich die Juso nicht an die Regel. Es ist respektlos», sagt er. Von der Mutterpartei, der SP, fordert er deshalb Konsequenzen. Die Juso werbe mit ihrem Plakat schliesslich für die SP-Liste. «Wir verlangen, dass sie die Verantwortlichen aus der Partei ausschliesst. Diese Leute gehören nicht in die Politik.»
Andernfalls werde die SVP die SP nicht mehr als demokratisch legitimierte Partei betrachten und die Zusammenarbeit in Sachgeschäften einstellen. Für SP-Präsident Martin Lüchinger ist die Forderung der SVP nicht nachvollziehbar. «Die Juso ist eine eigenständige Partei. Sie kann ihre Kampagnen so machen, wie sie es für richtig hält. Wir haben darauf keinen Einfluss», sagt er. Frehners Reaktion findet Lüchinger übertrieben. «Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Die SVP war nie zimperlich mit ihren Kampagnen. Hier handelt es sich um eine Mobilisierungskampagne kurz vor den Wahlen.» (Basler Zeitung)

Kommentar: Auch die SVP nutzte immer wieder das Werkzeug der Provokation. Wir haben bislang gesehen: Ein Provokateur ist sauer,  wenn der Provozierte die Provokation ignoriert. Bei den meisten Fällen lohnte sich der Aufschrei der Empörung vor allem für den Provokateur. Dank der Proteste in den Medien werden die beanstandeten Bilder oder Plakate  zusätzlich verbreitet und damit in den Köpfen des Publikums unnötigerweise gefestigt. Diese Multiplikation der fragwürdigen Bildrhetorik ist stets eine willkommene Gratiswerbung für die Provokateure. Das haben wir schon beim Schäfchenplakat der SVP gesehen. Die Proteste waren kontraproduktiv.

LINK:

Kontroverse um Minarett-Plakate eine Million Franken wert ...

www.tagesschau.sf.tv/.../Kontroverse-um-Minarett-Plakate-ein...Teilen
8. Okt. 2009 – ... Werber mit einem Gegenwert von über einer Million Franken, wie die «Tagesschau» berichtet. ... Marcus Knill, Kommunikationsexperte

PR Flop

Romneys Vizes PR Gag  -  ein Bumerang


aus 20 Min:

PR-Desaster


 PR-Desaster

Ryan spült in Suppenküche saubere Kochtöpfe

Romneys Vize wollte ein Herz für Arme zeigen, doch sein inszenierter Besuch in einer Suppenküche geriet zum Bumerang: Die Bilder zeugen nicht von Paul Ryans Mitgefühl, sondern seinem Zynismus.

George W. Bush prägte einst den Begriff des «mitfühlenden Konservatismus». Tiefe Steuern für die Reichen, wenig Regeln für die Wirtschaft, harte Hand in der Aussenpoltik – aber bei all dem die Schwachen der Gesellschaft nicht vergessen. Auch Mitt Romneys Vize-Kandidat Paul Ryan weiss, dass die Republikaner in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zu kaltherzig rüberkommen dürfen. Ein spontaner Besuch in einer Suppenküche für Arme macht sich da immer gut.
Am vergangenen Samstag ergriff er diese Gelegenheit nach einem Wahlkampf-Auftritt in Ohio. In der Suppenküche von Youngstown angekommen, lobte er die freiwilligen Helfer für ihr Engagement. Dann band er sich mit wilder Entschlossenheit eine Schürze um und begann andächtig, Pfannen zu spülen. Seine Frau und die Kinder halfen artig.

Pfannen waren bereits sauber

Die Bilder sind makellos und vermitteln den Eindruck eines Politikers, der anpackt und sich für keine Arbeit zu schade ist. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass die Essensausgabe längst vorbei und das Geschirr bereits sauber war. Dass Ryan trotzdem ohne zu zögern zu Schürze und Putzschwamm griff, bringt ihm nun den Vorwurf ein, eine zynische Show veranstaltet zu haben.
«Er ist nur wegen der Fotos hergekommen», beklagte sich der Chef der wohltätigen Organisation, Brian J. Antal, später gegenüber der «Washington Post». Da er auf private Spenden angewiesen sei, lehne er solche Aktionen strikte ab, da sie dem Ansehen der Einrichtung schaden könnten.

Bilder ja, Worte nein

Dass es Ryan womöglich gar nicht um die Menschen ging, die in der Suppenküche essen, zeigte sich am Ende seines Besuchs: Auf dem Weg zum Auto traf er auf einige Obdachlose und unterhielt sich kurz mit ihnen. Seine Wahlkampfhelfer bedeuteten den Fotografen, sie dürften Bilder von der Begegnung machen.
Die Journalisten hingegen mussten laut «Washington Post» im Bus bleiben. Offenbar überwog die Angst, der Wortwechsel könne für Ryan ungünstig verlaufen. Sein Wahlkampfhelfer erklärte später, es habe sich um ein Gespräch «aus dem Stegreif» gehandelt und sei daher nicht für die Presse bestimmt gewesen.

Kommentar: Dieser Flop passt ausgezeichnet zu Romneys verbalen Patzern. Das nennt man solidarisches Verhalten.
Titel: Der hölzerne Rhetoriker und sein unbedachter Bildrhetoriker

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Zur 2. TV Debatte zwischen Obama/Romney in Hempstead (Bundesstaat New York):



Obama hat nicht nur Boden gut gemacht. Er ist eindeutiger Sieger.






Obama und Romney waren in den Staaten während Wochen auf allen Kanälen zu sehen. Täglich gab es Werbefilme, insgesamt 400000 Werbespots. Dies ist gleichsam ein medialer Overkill. Hinter dieser Werbewalze steckten unzählige Spender. 6 Milliarden Dollar kostet der Wahlkampf allein auf nationaler Ebene.

Nach dem schlechten Abscheiden Obamas im 1. Duell und dem erfreulichen Konter von Biden stieg  nun die Spannung vor der zweiten Auseinandersetzung, denn keiner der Kandidaten führte eindeutig.


Obama konnte sich beim zweiten Duell keinen Flop mehr leisten.
Die 2. Debatte wird somit richtungsweisend sein. Vor allem weil  die ThemenWirtschaft und Energie  debattiert  werden, steht nun für Obama viel auf dem Spiel. Er muss auch auf aussenpolitische Fragen gerüstet sein.


Vor dem zweiten Duell suchte ich Antworten auf folgende Fragen:

- Geht Obama im in der zweiten Runde in die Offensive, wie es alle erwarten?

- Deckt er in diesem Duell die Falschaussagen Romneys auf?

- Fragt er ihn, wie er die versprochene Steuererleichterung bezahlen will?

- Ist der Ausgang eindeutig? Falls es nämlich vor den Wahlen zu einer Patt-Situation käme, könnte es - wie im Jahre 2000 - zu einem Chaos kommen. Damals hatte George W. Bush bei den Wählern die Gunst verloren. Der knappe Ausgang führte damals zu einem Hickhack und Beschwerden. Obama darf deshalb auf keinen Fall nur mit einem hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie kriechen. Der Druck für ihn ist enorm.

- Kann Obama das Gelernte aus den drei Tagen Debattentraining umsetzen (Er wurde in Wiliansburg/im Bundesstaat Virginia gecoacht)?

- Wie frei spricht er beim zweiten Duell, mit einem neuen Setting und dem Mikrofon in einer Hand -  wiederum ohne Teleprompter?


(Die Wahlkampfleiterin Obamas, Jen Psaki liess vor dem Duell verlauten, der Präsident sei voll Energie und er werde seine Sache leidenschaftlich vertreten).

Obama müsste eigentlich  bei der heutigen Debatte die Schwachstellen Romneys offen legen, seine unbedachten 47% Aussage, seine Vergangenheit bei der Firma Bain Capital, die Heimlichtuerei bei seinen Steuerdaten.

- Was mich vor allem beim zweiten Duell interessieren wird: Wie wirken die Akteuren bei der zweiten Debatte hinsichtlich Glaubwürdigkeit, der rhetorische Auftrittskompetenz und Ueberzeugungskraft?


 Uebrigens soll sich  Mitt Romney  in seinem Haus in Belmont (einem Vorort von Boston) ebenfalls sehr gut vorbereitet haben.

Ich frage mich bei ihm, ob er auf die  Drohnenangriffe - bei denen zahlreichen Zivilisten getötet wurden - auch zu sprechen kommt?

Oder: Wird Romney beim heutigen Duell alle Versprechen konkret auflisten, die Obama nicht einhalten konnte?

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Aus meiner Sicht wäre beim zweiten Schlagabtausch  für Obama Folgendes wichtig:

- Er muss EINDEUTIG besser abschneiden als sein Gegner

- Er ist gezwungen, das Heil in der Offensive zu suchen.

- Er darf sich nicht mehr so passiv verhalten, wie im ersten Streitgespräch.  Die Strategie, auf Attacken zu verzichten, sich versöhnlich und nett zu verhalten zahlte sich nicht taus. Das offensive Verhalten könnte anderseits auch gefährlich werden, falls er übertreibt.

-  Als amtierender Präsident ist Obama in einem  Dilemma. Er muss angriffig sein und dennoch   staatsmännisch wirken.


- Er müsste vor allem seine dialogische Stärke nutzen bei der Beantwortung der Fragen aus dem Publikum.

- Obwohl Obama den Favoritenstatus nicht mehr zurückerobern kann (beide Kandidaten haben bislang bei der Bevölkerung viel an Vertrauen eingebüsst, würde Obama  zusätzlich punkten, wenn er überzeugend darlegen könnte, dass die Wähler Romney mehr misstrauen müssten, als ihm selbst.

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Harte Attacken in zweiter Debatte: Obama schlägt zurück – und punktet
Zur Auftrittskompetenz der beiden - während des Duells:


Bei Kurzanalysen lohnt es sich einen Auftritt nach der AAA Formel zu überprüfen.

Das erste A = Anfang (Start, Auftakt). Das zweite A = Aussage (Kernbotschaft) und das dritte A = Abschluss.

Zum Anfang (Start):

Der Anfang wirkte wie antrainiert, zu stark eingeübt. Das Lachen, die Begrüssungszeremonie, das sich gegenseitig Berühren, das Winken. Alles synchron.

Im Unterschied zum Start beim ersten Duell - als Romney mit einem schlagfertigen Konter sofort gepunktet hatte - greift nun im zweiten Duell Obama  Romney sofort an:
Er habe keinen 5 Punkte Plan. Er haber nur einen 1 Punkte Plan: Die Reichen zahlen weniger Steuern.

Zur Aussage (Kernbotschaft) der Kontrahenten:

Romneys Botschaft lautet immer wieder: Ich werde den Mittelstand stärken!
Obamas Botschaft: Ich will Schlupflöcher schliessen und werde die Arbeitsplätze in den Staaten schaffen, nicht im Ausland. Wir müssen unbedingt alternativen Energien nutzen!


Beim Abschluss  versucht sich  Romney - der eher kühl wirkt -  bewusst  als Christ, Prediger und Familienfreund darzustellen. Er unterstreicht sehr gezielt seine menschliche Seite.

Im Schlussstatement  gelingt es Obama erstaunlich gut, glaubwürdig die Bevölkerunganzusprechen. Er kann im Schlussspurt ihre Herzen für sich zu gewinnen.



Generell wirkt   Obama natürlicher und sicherer als Romney. Er versteht es, mit natürlicher Gestik und Mimik vor allem mit seinem Blick eine kommunikative Brücke auf zu bauen. Er muss es gespürt haben, dass er besser ankommt. Dies beflügelt ihn.  Romneys Haltung wirkt für mich steifer als beim ersten Auftritt. Das zeigt sich auch beim Drehen des Kopfes und bei der Gestik.

Das zweite Duell ist  lebendiger und hat trotz aller Vorschriften einige überraschende Passagen.


Ich zitiere die Sequenz um 0415 Uhr :

«An den Tagen nach dem Anschlag waren Sie bei Wahlveranstaltungen.» Ein Tiefschlag von Romney – und ein Fehler: «Am Tag nach dem Anschlag stand ich im Garten vor dem Weissen Haus und nannte das einen Terroranschlag.»

Romney beharrt: «Sie brauchten 14 Tage, um das einen Terroranschlag zu nennen.» Und jetzt geschieht etwas fast Unerhörtes: Moderatorin Crowley korrigiert den Kandidaten! «Der Präsident sprach tatsächlich von einem Terroranschlag.» Es gibt Applaus. Und Obama sagt fast erleichtert: «Können Sie das etwas lauter wiederholen, Candy?»
Ende Zitat

Beide Akteure müssen Stresssituation meistern. Vor allem, wenn die führungsstarke Moderatorin die Kandidaten in die Schranken weist.


Es gibt übrigens auch an diesem Duell auf beiden Seiten Halbwahrheiten und Lügen.





Zur Kleidersprache:


Im ersten Duell waren beide bereits staatsmännisch gekleidet. Perfekter Massanzug, weisses Hemd. Obama mit blauer und Romney mit roter Kravatte. Beim Fussball wurde festgestellt, dass die Mannschaften in rot eher gewinnen. Es ginge zu weit zu sagen, Obama habe sich bei der letzten Auseinandersetzung vom ROT Romeys einschüchtern lassen.
Jedenfalls ist  es interessant, dass bei diesem Duell Obama nun die ROTE (dunkelrote) Kravatte trägt und Romney BLAU wählte, wiederum mit Streifen. Der Duellant mit der roten Kravatte siegt erstaunlicherweise in diesem Duell.

Im Time Magazin war vor dem Duell zu lesen, dass es eine geheime Vereinbarung zwischen den Kontrahenten gegeben haben soll. Nicht nur, wie man sich zu verhalten habe. Es soll darin sogar die Bewegungen geregelt worden  sein. Wenn eine Frage gestellt wird, dürfen die Fragesteller nicht mehr nachgehaken. Bei der Kameraführung ist es nicht gestattet  den Kandidaten, der zuhört in den Fokus zu nehmen.
Dadurch wird Unvorhergesehenes seltener, steriler.

Als ich das gelesen hatte, rechnete ich damit, dass die zweite Debatte  langweilig werde. Erstaunlicherweise ist dies nun nicht der Fall. Im Duell kommt es zu zahlreichen spannenden Szenen. Zeitweise herrscht eine bissige Stimmung. Die Akteure unterbrechen sich sogar. Es kommt unerwarteter Weise - trotz zahlreicher Auflagen - zum Schlagabtausch.
Romney und Obama zeigen in dieser Debatte Debatte ab und zu Stressignale.  


US-Fernseh-Debatte: Präsident Obama und Mitt Romney haben konträre Auffassungen darüber, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielen soll.

Scharfer Kontrast in der Wirtschaftspolitik

Präsident Obama und Mitt Romney haben konträre Auffassungen darüber, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielen soll. Obama will, dass Washington mehr tut, um die Wirtschaft anzuschieben, während Romney möglichst viel Geld in den Taschen der Bürger lassen will. Mehr...

Aus NZZ




Allgemeine Beobachtungen:

Romney hat wieder ein Problem mit seinen Sprüchen, wie beispielsweise bei jener Sequenz, bei der er sagt:
Der Präsident habe dafür die Umweltorganisationen übernehmen lassen. «In North Dakota kriminalisierten sie die dortigen Erdölfirmen. Aus welchem Grund? Weil 25 Vögel starben.»

Romney muss aufpassen mit solchen Sprüchen. 25 Vögel sind womöglich ihm egal. Aber im Volk verstärkt so eine Aussage die Kälte, die er
immer wieder  ausstrahlt.




TV-Duell Twitter-Sturm gegen Romney


Beim zweiten TV-Duell hat sich der Republikaner mit einer Bemerkung
über Frauen in die Nesseln gesetzt. Auf Twitter hagelt's Spott.

Zur hölzernen Rhetorik Romneys:

Der Herausforderer ist für seine unbedachten Spontanäusserungen bekannt. Die Geschichte mit der Mappe voller Frauen setzt  sich Romney einmal mehr in die Nesseln. Im Grunde wollte er zeigen, dass er sich für Frauen stark macht.
Aber er äusserte sich ungeschickt.


Genereller Eindruck Obamas:

Obama ist entspannter
präsenter gewesen
Offensiv und dennoch staatsmännisch,
souverän,
schlagfertig,

überlegen.
Harte Kritik prallt an ihm ab.

Obama greift insgesamt sieben Mal Romney frontal an, zum Teil auch auch mit Zwischenrufen:
"Was Gouverneur Romney sagt, ist einfach nicht wahr!!

Romney ist zwar auch recht angriffig. Er holt dadurch Punkte.
Man merkt, dass er den Spagat schaffen muss zwischen den Konservativen in seiner Partei und der Mittelschicht, die er ansprechen muss. Dies scheint ihn zu bremsen.

Romnys Problem ist und bleibt seine Glaubwürdigkeit.
Nach dem Bengasi Patzer sah er mitgenommen aus (Schweiss, geschwollene Adern)

Fazit: Obama hat das zweite Duell geprägt und aus meiner Sicht eindeutig gewonnen.Man könnte vielleicht von einem technischen K.O. sprechen. Es wird möglicherweise auch Experten geben, die das Duell als Patt situation sehen.  Der Wahlausgang bleibt so oder so spannend und offen. Der dritte Schlagabtausch muss die Situation klären. Und nachher entscheidet am Schluss erst die endgültige Wahl. Das Rennen ist noch nicht gelaufen.


*********************



Nachtrag:

Aus die ZEIT:

Moderatorin heimliche Siegerin des Obama-Romney-Duells

Candy Crowley war die erste Frau seit 1992, die eine Debatte der Präsidentschaftskandidaten leitete – und hart durchgriff. Konservative Kommentatoren reagierten sauer.
CNN-Moderatorin Candy Crowley
CNN-Moderatorin Candy Crowley
Die politischen Lager streiten noch, ob Barack Obama oder Mitt Romney die zweite TV-Debatte des US-Präsidentenwahlkampfs gewonnen hat. Klar ist aber: Die Moderatorin Candy Crowley war der heimliche Star des Abends. Die politische Chefkorrespondentin des Nachrichtensenders CNN moderierte die Debatte ebenso detailsicher wie resolut und wies beide Teilnehmer mehrmals in die Schranken.

Kommentar: Candy Crowley war super. Sie weiss was MODERIEREN heisst: Führen mit langer und kurzer Leine! BRAVO! Falls die Moderatorin jedoch verantwortlich gemacht werden könnte für die Fragen, die dilletantisch vorgetragen resp. abgelesen worden sind, müsste ich mein Lob relativieren.



Aus Bild:



2. TV-Duell in den USA Obama bläst zum Angriff

Mitt Romney patzt in Libyen-Frage +++ Debatten-Experte zu BILD.de: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten“

1
Was für eine Redeschlacht! Mehr als 90 Minuten kämpften Barack Obama (51) und Mitt Romney (65) um jedes Wort.
Beim zweiten (und vorletzten) TV-Duell stellten sich der US-Präsident und sein Herausforderer den Fragen unentschlossener Wähler und denen von CNN-Moderatorin Candy Crowley (63).
  • Obama

    2. TV-Duell Obama gegen Romney

    Gewinner? Er lächelt zumindest so. Nach der Debatte sehen wir einen erleichterten Barack Obama
    Foto: AFP
    1 von 17
Und: So viel Konfrontation war noch nie!
Im Vergleich zum ersten TV-Duell am 3. Oktober zeigte sich in der Universität von Hempstead (US-Staat New York) ein deutlich aggressiverer US-Präsident. Immer wieder fiel er seinem Herausforderer ins Wort. „Stimmt nicht, Gouverneur Romney”, mahnte Obama beim Thema Energiepolitik. Romney habe die Autoindustrie in den Bankrott treiben wollen, er aber habe sie gerettet, so Obama. Einen 5-Punkte-Plan? Nein, den habe Romney auch nicht, behauptet der Demokrat. „Er hat einen Ein-Punkte-Plan: Die Reichen bezahlen weniger Steuern.“
Beim Thema Libyen leistet sich Romney dann auch noch einen Patzer und Obama macht staatsmännisch klar: „Ich bin der Präsident.“
Das Fazit: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten, sagt David Steinberg von der University of Miami. „Obama wirkte sehr optimistisch, sehr kompetent und zeigte sich als starke Führungspersönlichkeit. Auf viele Fragen hatte er einfach die detaillierteren Antworten.“


20 min:



     


Aus Spiegel:



WER LIEFERTE DEN SCHLIMMSTEN FAUXPAS?
Romneys Bengasi-Flop. Zweiter Platz: Beim Versuch, mit weiblichen Wählern zu punkten, erzählte Romney eine Anekdote aus seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts. Als er Bewerbungen für sein Kabinett gesichtet habe, seien das "alles Männer" gewesen. Darauf habe er gesagt: "Können wir nicht ein paar Frauen finden, die auch qualifiziert sind?" Seine Helfer hätten ihm daraufhin "Ordner voller Frauen gebracht". Der Ausdruck "binders full of women" verbreitete sich sofort ebenso rasend wie spöttisch durchs Internet und ließ Twitter geradezu explodieren. Obama nutzte die Frage nach den Frauen seinerseits geschickt, um die restriktive Frauen- und Abtreibungspolitik der Republikaner herauszustellen - ein Thema, das in der letzten Debatte zu kurz gekommen war.
WAS WAR DER BESTE MOMENT?
Da fällt die Wahl schwer. Es ging schon rasant los, als Crowley den Präsidenten fragte, ob es wirklich in der Macht der Regierung liege, die Spritpreise zu senken. Obama nutzte die Steilvorlage, um seine Energiepolitik zu preisen, das klang erst langweilig, doch dann wurde es auf einmal munter. Romney unterbrach Obama trotzig, es entspann sich ein heftiges Hin und Her, beide beharkten sich, standen von ihren Hockern auf, gingen geradezu drohend aufeinander zu. Romney bellte: "Beantworten Sie die Frage!" Und: "Ich bin noch nicht fertig." Es war der erste dramatische Moment dieses Abends und setzte somit den restlichen Ton.
Weitere Top-Momente: Obamas Zwischenruf, als Romney später schon wieder dazwischen redete ("Candy, ich bin dran gewöhnt, unterbrochen zu werden"). Und, an den mutmaßlichen Outsourcer und China-Profiteur Romney: "Gouverneur, Sie sind die letzte Person, die hart gegen China durchgreifen würde." Romney versuchte sich zu revanchieren, indem er Obama vorhielt, seine Rente sei doch ebenfalls teilweise im Ausland investiert. Darauf Obama: "Gouverneur, ich gucke nicht so oft in meine Rente. Sie ist nicht so groß wie Ihre."

Dienstag, 16. Oktober 2012

Kachelmann versucht bei allen Medienauftritten sein Image  aufzupolieren.

Ob wohl für ihn die Rechnung aufgeht?


Wie sich Medienprofi Kachelmann inszeniert

(Der erste Teil meiner Analyse wird am Mittwoch in den Schaffhauser Nachrichten auf der Medienseite publiziert)


Monatelang war Jörg Kachelmann ein  Medienthema.
Schon lange vorher habe ich sein Verhalten analysiert und kommentiert.
Bereits in den guten Zeiten als Wetterfrosch pflegte er eine bildhafte Sprache, ich erinnere an die Wortschöpfung Blumenkohlwolken.
Als er während seiner Haftzeit den Medien  vorgeführt wurde, verstand er es, sich geschickt zu inszenieren. Gepflegte Frisur, Haare geschnitten, weisses Hemd (Weiss = Symbol der Unschuld), rasiert und ein permanent aufgesetztes Lächeln. Kachelmann kennt die Wirkung von Bildern und wie  Journalisten arbeiten. Dadurch gab es trotz Blitzlichtgewitter  nur Bilder mit einem lächelnden Kachelmann. Das aufgesetzte Lächeln hatte sich  für ihn damals gelohnt.  2010 vor Gericht schwieg der Angeschuldigte längere Zeit konsequent, wohl wissend, dass sich eine Person, die schweigt,  nicht in Widersprüche verstricken kann.

Auch jüngst im Talk täglich (Tele Züri) inszeniert sich Jörg Kachelmann professionell. Haare nicht geschniegelt, aber locker und gewaschen.
Er  sitzt  locker da,  spricht eloquent, mediengerecht, einfach und verständlich. Er gestikuliert natürlich. Sein Dreitagebart wirkt  gepflegt. Es gibt nur wenige Stellen im Interview, bei denen er errötet oder etwas verlegen  lächelt, er versteht es, mit Stress umzugehen. Bei der überraschenden Ankündigung, dass sein Buch nicht veröffentlich werden darf, trinkt er ruhig Wasser, Stress trocknet  den Mund aus.  Verschiedne Echos von Fernsehzuschauern attestieren mir, Kachelmann ist und bleibt ein guter Schauspieler. Bei seinem jüngsten Auftritt wirkt er für mich engagiert. Er differenziert  und wiederholt in den Antworten gekonnt seine Botschaft, die lautet: Ich bin unschuldig, bin freigesprochen worden. Ich wurde zum  Opfer.
Sein Anliegen:
Frauen haben ein leichtes Spiel, Männer grundlos zu beschuldigen. Das ist eine gefährlich Waffe.  Falschbeschuldigungen sind ein schlimmes Verbrechen.
Kachelmann warnte immer wieder alle  Männer vor dem Verhalten der Frauen, wenn es Beziehungsprobleme gibt.

Beim Interview fällt immer wieder die bildhafte Sprache, die Analogieen oder Vergleiche auf.
Kachelmann  formuliert unkompliziert,  "strassengängig", so wie die Leute auf der Strasse reden:

Jede Vergwaltiger ghört id Chischte.
Da sind zwei verschiedeni Paar Stiefel.
Ich han es Puff gha.
Isch en Hafechäs gsi.

Er vergleicht die Haft mit einem langen WK (Gefängnis= Bunker)
und visualisiert seine Aussagen detailliert:
Es hatte Ratten und Kakalaken. Bei einem Spiegelinterview nahm er sogar eine "Schabe" mit und schenkte sie dem Reporter.


Kachelmann greift  die Justiz an: Die Staatsanwaltschaft habe gelogen. (Messergeschichte)
Er greift auch die Medien an: BILD sitze auf dem eigenen Kot. Frau Springer nennt er eine Heuchlerin.
Kachelmann gibt sich immer wieder als Opfer. Deutsche und besonders Alice Schwarzer kriegen auch einige Kratzer ab. Sich selbst rückt er hingegen  ins gute Licht. Er schildert ausführlich, wie er den  Mitgefangenen geholfen habe. Nur etwas gesteht er ein: Früher habe er mit Frauen "ein Puff" gehabt, heute sei jedoch  alles geklärt.



 Das Formulieren fällt Jörg Kachelmann leicht, doch spricht der Interviewte streckenweise hastig. Er antwortet  oft zu schnell - ohne Denkpause.


Rhetorisch finden wir zahlreiche  gute Beispiele :

Bist Du ein gebeutelter Mann, fragt der Moderator. Warum soll ich gebeutelt sein? fragt Kachelmann zurück (Wer fragt führt!)und lenkt  die Antwort auf die Kernbotschaft zurück indem er sagt,
es gehe ihn darum, die gefährliche  Waffe "Falschbeschuldigungen" der Frauen gegen Männer bewusst zu machen und warnt: Erfundene Anschuldigungen sind gefährlich. Mit seinem  Buch wolle er nur den gefährdeten Männern helfen. Kachelmann geht gar nicht auf das Wort "gebeutelt" ein.

Bei der  Frage nach einem allfälligen "schlechten Gefühl" wischt er die Frage  mit der Bemerkung weg "Wir wollen nicht psychologisieren", um dann  zur Kernbotschaft zurückzukommen und die Männer erneut vor der permanenten Gefahr zu warnen.

Wie ein Profi - Fernsehmoderator spricht Kachelmann im richtigen Moment zur Kamera -  fordert dabei  die Zuschauer auf, sein Buch sofort zu kaufen, solange es noch erhältlich sei.
Aufgefallen ist mir ferner: Das füllige Kinn Kachelmanns. Es stimmt nicht ganz mit der Aussage überein, dass er  im Gefängnis viel Gewicht verloren habe.

Kachelmann polarisiert das Publikum mit seinem Auftritt. Die Kommentare im Internet verdeutlichen, dass zwei gegensätzliche Meinungen aufeinanderprallen.
Zum einen, die empörten Frauen, denen die plumpe Verallgemeinerung (Waffe Frau) sauer aufgestossen ist zusammen mit  jenen Frauen, die Jörg Kachelmann kritisieren, weil sie den Gerichtsentscheid anzweifeln.

Auf der andern Seite gibt es aber auch einige positive Echos von jenen Männern, die eine ähnliche Situation erlebt hatten oder mit unschuldigen Opfern Erbarmen haben.

Für mich bemitleidet sich Jörg Kachelmann  zu offensichtlich, zu aufgesetzt.

Wenn der  Wetterfrosch auch in dieser Sendung rhetorisch gut wegkommt, so ist doch der Auftritt zu stark inszeniert. Ich befürchte, dass es nach wie vor zahlreiche Zuschauer gibt, die der  Medienprofi Kachelmann,  trotz seiner gekonnter Medienrhetorik,  mit diesem Auftritt nicht überzeugt hat.


(Ende 1. Teil der Analyse)

In einem seiner raren TV-Interviews hat sich Jörg Kachelmann als Kämpfer für alle Männer dargestellt. Frauen hätten mit einem Vergewaltigungs-Vorwurf eine sehr gefährliche Waffe.
 
Bei Jauch im ARD versucht  Kachelmann Paar vor einem Millionenpublikum die zweite  eine PR Offensive. Ob sie gelungen ist?

Mit ihren Buch haben die Autoren mit ihrer Medienoffensive das Ziel noch nicht erreicht, trotz professioneller Medienrhetorik.
1/5 «Es geht uns nicht um Emotionen, sondern um die Sache»: Das Ehepaar Miriam und Jörg Kachelmann bei Günther Jauch.
Bild: Keystone


Kommentar (2. Teil): Auch diese Sendung im ARD habe ich verfolgt. Ich bin mit dem PR Spezialisten im Tagi-online Artikel insoweit einig, dass die Kachelmann Offensive für die Autoren zum Bumerang werden könnte, weil im deutschen Fernsehen dem Millionenpublikum alles Negative nochmals in Erinnerung gerufen werden konnte, beispielsweise, dass der Freispruch nur ein Freispruch zweiter Klasse gewesen sei und es durchaus möglich sein könnte, dass Jörg Kachelmann doch Täter sei. Die Vergewaltigung habe nur nicht bewiesen werden können.
Ferner konnte der Kachelmannkritiker nochmals bewusst machen, dass der bekannte Wettermoderator hinsichtlich Frauengeschichten erwiesenermassen sehr viel gelogen hatte.
"Wie kann man so einem Menschen glauben - der so viel gelogen hat - Der Zweifel sei berechtigt,  ob er jetzt immer die Wahrheit sagt?"
Anderseits verstanden es die beiden Akteure, sich glaubwürdig zu inszenieren. Jörg Kachelmann, wiederum sehr präsent, konzentriert mit offenem Blick, gepflegter Kleidung, sauber rasiert, konterte stets ruhig, sachlich, mit wachem Blick - auch nach unhöflichem Unterbrechungen. Beispielsweise: "Gestatten Sie mir, den Gedanken noch fertig zu machen." Auch Frau Kachelmann agierte wie abgesprochen - einmal ruhig freundlich - dann wieder bestimmter und engagiert. Im Letzten Teil dominierte sie sogar. Jörg Kachelmann wirkte über weite Strecken als guter Zuhörer.

Ich teile jedoch die Meinung des PR Experten  nicht, dass der Auftritt eindeutig ein PR Flop gewesen sei.
So wie ich die Wirkung beim Publikum interpretiere, haben die Beiden Ihr Bestes gegeben. Was ich bezweifle: Ob das Schönreden, die Verallgemeinerungen, die offensichtliche Inszenierung, dem Paar sehr viel genützt hat. Nach meinem Dafürhalten hat uns die Sendung der Oeffentlichkiet höchstens bewusst gemacht, dass die Problematik von Falschaussagen künftig ernster genommen werden muss. Wenn es jedoch um das Image und die Glaubwürdigkeit der Autoren geht, habe ich nach wie vor - trotz gekonnter Medienrhetorik - grosse Zweifel.

Harte Medienkritik in der faz. Sie geht mit Günther Jauch hart ins Gericht, obschon die Einschaltquote hoch war:

Nicht über Kachelmann wollten die Kachelmanns also reden, sondern über das Prinzip. Das ist ihr gutes Recht. Doch schmolz der doppeldeutige Titel, für den sich Jauch so gelobt hatte, auf eine Dimension zusammen: die juristische.

Akute Blockbildung machte eine Diskussion unmöglich

Dass Kachelmanns Fall beispielhaft für das Problem der Falschbeschuldigungen steht, ist allerdings nicht so klar, wie es der Wettermann gerne darstellt. Das Landgericht Mannheim hat ihn nicht freigesprochen, weil es seine Unschuld als erwiesen ansah. Es sprach ihn frei, weil es stichhaltige Beweise weder für eine Vergewaltigung noch für eine bewusste Täuschung der Klägerin sah. Darauf machte auch Jauch seine Gäste aufmerksam: „Gerichtlich dürfen Sie nicht von Falschbeschuldigung sprechen, das müssen wir hier schon festhalten.“
Die Diskussion entwickelte sich entsprechend. Hans-Hermann Tiedje, der einst Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, aber auch der Zeitschrift „Bunte“ war, sagte: „Vielleicht ist er Täter, vielleicht ist er Opfer.“ Gerhart Baum, Jurist und ehemaliger Bundesinnenminister (FDP), sagte: „Die Wahrheit war nicht zu erforschen.“ Und auch Winfried Hassemer, ehemaliger Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, wollte sich der Sicht der Kachelmanns nicht anschließen.

Günther Jauch meldet sich ab

Damit war die Diskussion festgefahren, bevor sie richtig Fahrt aufnehmen konnte. Auf der einen Seite die Kachelmanns, die in ihrer neuen Rolle als Streiter für Gerechtigkeit aufgehen wollten. Auf der anderen drei Herren, die ihnen die Legitimation dafür madig machten. Dazwischen Jauch, unfähig die Diskussion zu lenken. Zwischenzeitlich verstummte er fast gänzlich, und wenn er sich doch einmal zu Wort meldete, dann so kleinlaut wie ein „Wer wird Millionär?“-Kandidat, der vor lauter Aufregung das Wortspiel in der 500-Euro-Frage nicht versteht. Eine Katastrophe.
Dass die Staatsanwaltschaft in Kachelmanns Prozess Fehler gemacht habe, weil sie offenbar Akten, die Kachelmann einseitig belasteten an die Presse weitergab, war Konsens. Dass Kachelmann zum Opfer medialen Übereifers wurde, bestritt nur Hans-Hermann Tiedje. Die Botschaft der Kachelmanns, dass Männer massenweise Opfer von Frauen werden, die sie bewusst falsch der Vergewaltigung bezichtigen, bekam einen Dämpfer durch Zahlen, die Jauch präsentierte, und durch Baum und Hassemer, die das Massenphänomen bestritten. Nur dass man dergleichen härter bestrafen sollte, ließen die beiden Juristen gelten. Es blieb der einzige konkrete Vorschlag in sechzig Minuten.

„Sie zerstören gerade die Quote“

Jörg Kachelmann hatte es da schon längst dem Moderator gleichgetan. Als er anfangs mit seiner Frau neben Jauch saß, versprühte er noch ein bisschen den Wetterexperten-Charme alter Tage. Je länger sich die Diskussion dann aber im Kreis drehte, desto stiller wurde er. Das Reden übernahm seine Frau, die es mit beeindruckendem Selbstbewusstsein mit den drei Debatten-gestählten Herren aufnahm. Aber der Zuschauer durfte sich doch fragen, warum er sich über Missstände im deutschen Justizwesen ausgerechnet von einer 26 Jahre alten Psychologiestudentin aufklären lassen soll. Irgendwann verlor Hans-Hermann Tiedje die Fassung: „Sie langweilen mich mit ihren Vorträgen, sie zerstören gerade die Quote.“
Jauch ließ sich nicht einmal durch derlei Ausfälle reanimieren. Erst am Ende der Sendung erwachte er noch einmal kurz aus dem Schlaf des Überforderten und wollte von Miriam Kachelmann wissen, ob der Prozess gegen ihren Mann letztlich nicht nur Verlierer hervorgebracht habe. „Wir hoffen, dass am Schluss zumindest die Gesellschaft einen Vorteil davon hat.“ Für den Zuschauer der Sendung blieb diese Hoffnung vergebens.


Dieter Bohlen kann austeilen -

Wehe aber, wenn er kritisiert wird

Ich zitiere 20 min:

Bohlen, die Supermemme

Andere zu kritisieren ist einfach, es selbst besser zu machen dagegen nicht. Als Dieter Bohlen einem Kandidaten zeigen wollte, wie lächerlich sein Stunt-Auftritt war, rutschte ihm das Herz in die Hose.

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Nach seinem Auftritt am 13. Oktober 2012 bei RTLs «Supertalent» kriegt Kandidat Joe Alexander kräftig die Ohren gewaschen. «Das war Käse», poltert Dieter Bohlen.

 

Neben den Auftritten, die man für gewöhnlich bei RTLs Castingshow «Das Supertalent» zu sehen bekommt, gaben sich Joe Alexander und sein Team richtig Mühe. Die Männer zeigten eine Stunt-Show, wobei Alexander mit Pfeilen beschossen wurde, die er in der Luft fing. Die «Supertalent»-Jury zeigte sich jedoch von Anfang an wenig begeistert. Besonders Dieter Bohlen konnte sich abschätzige Kommentare während des Auftritts nicht verkneifen: «Die kommen da aber langsam angedudelt, die Dinger», womit er wohl die Pfeile meinte. Als schliesslich auch Gottschalk und Hunziker den Kandidaten mit ihren Buzzern zum Aufhören zwangen, doppelte Bohlen nach: «Das war Käse. Wenn du zwei Meter weiter stehen würdest, würde der Pfeil schon selber aufgeben».



«Also von hier siehts schon anders aus.»

Der gelackmeierte Kandidat will das freilich nicht auf sich sitzen lassen und bittet Bohlen auf die Bühne, um selbst einen Pfeil zu fangen. Da wird der Juror plötzlich ziemlich klein, dackelt unter dem Druck des Publikumsapplauses zum Kandidaten. «Immer muss ich die Kacke machen hier», quengelt er wie ein kleines Kind. Der Bogenschütze zielt neben Bohlen, der sich freilich hinter Joe Alexander gestellt hat, und schiesst einen Pfeil ab. Bohlen erschrickt und muss klein beigeben: «Also von hier siehts schon anders aus.»

«Oh, das tut aber weh»

Als Joe Alexander ihn fragt, ob er den Pfeil mal versuchen will zu fangen, findets Bohlen gar nicht mehr lustig und ruft aus: «Ihr versucht mich doch hier zu verarschen!». Den Bogenschützen führt er darauf von der Bühne, sieht dann aber selbst ein, dass es wohl kein Sinn macht, aus einer solchen Distanz zu schiessen. Als der Schütze ein wenig näher tritt und schliesst, streift der Pfeil Bohlens Hand, welcher ihn nicht fangen kann. «Oh, das tut aber weh», jammert der 58-Jährige und zottelt beleidigt von der Bühne, wobei sich sogar Michelle Hunziker ein bemitleidendes «Oooh» nicht verkneifen kann.
Souveräner als der eingeschnappte Juror blieb denn nur der Kandidat: «Danke Dieter, super gemacht», lobte er den Mann, der sich zuvor über ihn lustig machte.

Machen Sie sich selbst ein Bild von Bohlens missglückter Mutprobe

Quelle: clipfish.de


Supertalent 2012: Mutprobe für D...

LINKS:

Dieter Bohlen lebte seit Jahren von der Schadenfreude des Publikums, weil er mit seiner Exekutionsrhetorik Erfolg hatte.

17. Febr. 2007 ... Nachtrag vom 23. Februar 2007: Die Sprüche Bohlens bringen Quote. RTL profitiert eindeutig von der Exkutionsrhetorik des umstrittenen ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/02_17/index.html


Montag, 15. Oktober 2012

MEDIEN NEWS
homepage
15.10.2012
Marcus Knill zu Hitzfelds Stinkefinger
Ein kleines nonverbales Signal mit grossen Folgen.
Hitzfelds Stinkefinger hat einen enormen Medienwirbel ausgelöst. Die FIFA
muss derzeit den Fall abklären. Das nonverbale Zeichen könnte Folgen
haben. Ein kurzes Victory-Zeichen Ackermanns beeinträchtigte damals
das Image des bekannten und erfolgreichen Bankers.
 Hitzfeld rechtfertigt seinen emotionalen Ausbruch damit, dass er sich
geärgert habe und sich deshalb leider zu diesem Verhalten habe
hinreissen lassen habe. Er entschuldigte sich sofort dafür.


Ackermann wunderte sich, dass diese Kleinigkeit so grosse Folgen
haben konnte. Nach meinem Dafürhalten müssen Führungskräfte
fähig sein, Stresssituationen zu meistern und ihre Emotionen zu
steuern. Wer emotional getroffen wird, kann solche Situationen
trainieren: STOPPEN (Pause), DURCHATMEN, überlegen und die
 Gedanken vom HERZ (Emotionen) zum KOPF (Fakten) verlagern.
 Bei Überraschungen oder Wut sollte ein Vorgesetzter nie spontan
und unüberlegt aus dem Bauch heraus reagieren.
Hitzfeld ist bekannt dafür, dass er während einem Match auf der
Bank Haltung und an der Seitenlinie stets Fassung bewahrt,
wenngleich vieles sieht, das ihn ärgert. Doch am Freitagabend in
Bern liess sich Hitzfeld zu der eindeutigen Gestik mit dem
Stinkefinger hinreissen. Dies belegen Fotos und elektronische Bilder.
Es ist nur noch nicht endgültig bewiesen, gegen wen sich Hitzfelds
Geste richtete. Wenn dieser tags darauf jedoch sagt, er hätte den
Stinkefinger gegen sich selbst gerichtet, so handelt es sich dabei
um eine plumpe Ausrede. Immerhin entschuldigte er sich nach
dem Spiel. Dies war das Beste, was er tun konnte. Die FIFA muss
nun entscheiden, ob der Trainer der Schweizer Landesauswahl nach
 dieser "verbotenen" Geste in Bern allenfalls gesperrt wird.
Es gibt Zuschauer, die haben Verständnis für Hitzfelds unbedachten
Ausrutscher: Die Überreaktion spreche für das grosse Engagement des
Trainers und zeuge überdies von Menschlichkeit. In diesem Falls gelte
es, ein Auge zuzudrücken. Gleichzeitig gibt es jene Gruppe, die einen
derartigen Ausrutscher bei einem Trainer nicht verzeihen , höchstens
bei Spielern, die in der Hitze des Geschehens die Nerven verlieren.
Persönlich finde ich: Es gibt eindeutige Spielregeln und Bestimmungen,
an die sich auch ein Trainer unbedingt halten muss, trotz Ärger und
Wut. Wenn jemand die Selbstkontrolle nie verlieren darf, so ist es
der Trainer.
Text: Marcus Knill

Publiziert im PERSOENLICH-BLOG

Trifft es jetzt auch die Bildungsministerin?

Plagiate werden im Internetzeitalter rascher entlarvt. 


DPA
Uni-Prüfer wirft Schavan Täuschung bei Doktorarbeit vor - und mehr...




Steckt in Schwierigkeiten: Die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan.

Quelle Spiegel:

Plagiatsaffäre um Bildungsministerin Uni-Prüfer wirft Schavan Täuschung vor

Schavans Doktorarbeit: "Leitende Täuschungsabsicht"
Fotos
dapd
Neuer Plagiatsvorwurf gegen die Bundesbildungsministerin: Nach Informationen des SPIEGEL kommt der Gutachter der Universität zu einem eindeutigen Urteil. Er erkennt in der Doktorarbeit von Annette Schavan eine "leitende Täuschungsabsicht". Verliert sie nun ihren Titel?
Erst waren es anonyme Plagiatsjäger, die der Bundesbildungsministerin vorwarfen, in ihrer Doktorarbeit nicht nur unsauber gearbeitet, sondern getäuscht zu haben. Jetzt liegt nach SPIEGEL-Informationen auch das Gutachten eines Prüfers der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität vor - und es kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.
Der Gutachter erkennt an etlichen Stellen der Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) "das charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise". In dem vertraulichem 75-seitigen Papier zieht er nach eingehender Prüfung das Fazit: "Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren."

Verfasst hat die Analyse der Professor für Jüdische Studien, Stefan Rohrbacher, der zugleich dem mit dem Prüfungsverfahren befassten Promotionsausschuss vorsteht. Der Wissenschaftler nahm seine Untersuchung laut Gutachten "auf der Grundlage der Originaltexte in Autopsie" vor. Er beanstandet Textstellen auf 60 der 351 Seiten.

Der Promotionsausschuss will am Mittwoch beraten
Sein Gutachten ist die Grundlage für Beratungen des Promotionsausschusses, die für Mittwoch vorgesehen sind. Neben Rohrbacher sitzen im Ausschuss drei weitere Professoren, zwei wissenschaftliche Mitarbeiter und ein Studentenvertreter. Sie geben eine Empfehlung an den Fakultätsrat ab, der dann über eine Aberkennung des Doktortitels zu entscheiden hat.
Schavan kannte, wie ihr Sprecher sagte, das Düsseldorfer Gutachten am Freitagabend nicht. Mit dessen Fazit konfrontiert, ließ sie mitteilen: "Die erhobenen Vorwürfe treffen mich tief und schmerzen mich sehr; soweit die Fakultät mir Gelegenheit dazu gibt, werde ich nach sorgfältiger Prüfung dazu Stellung nehmen." Die Universität Düsseldorf teilte mit: "Die zuständigen Organe und Gremien dieses Verfahrens haben zu keiner Zeit öffentlich Stellungnahmen abgegeben oder sich an Spekulationen beteiligt und werden es auch weiterhin nicht tun."

Schavans Dissertation trägt den Titel "Person und Gewissen". Vor einigen Monaten hatte ein Plagiatsjäger, der sich "Robert Schmidt" nennt, im Internet eine Sammlung von verdächtigen Stellen veröffentlicht. Anschließend nahm die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf ihre Prüfung auf.

Erst in der vergangenen Woche hatte "Schmidt" von Verstößen gesprochen, die "in etlichen Fällen nicht entschuldbar" seien. Am Dienstag war auf der Seite schavanplag.wordpress.com ein abschließendes Dokument erschienen, eine "Dokumentation mutmaßlicher Plagiate" in Schavans Doktorarbeit. Demnach sollen auf 92 der 326 Seiten (abgezogen sind Inhalts- und Literaturverzeichnis) Übernahmen aus "nicht oder nicht ausreichend" kenntlich gemachten Quellen stehen. Der Hauptvorwurf lautet: "Oft" habe Schavan vorgegeben, aus Primärquellen zu zitieren, wo es sich eigentlich um leicht abgewandelte Übernahmen aus Sekundärquellen gehandelt haben soll.
Das Uni-Gutachten weist nun in eine ähnliche Richtung.

Kommentar: Schavan weist - so wie es von Guttenberg getan hatte -, die Vorwürfe zurück. Ob sich die Geschichte wiederholt und Deutschlands Bildungsministerin ebenfalls zurücktreten muss? Die Würfel sind  noch nicht gefallen. Bei von Guttenberg hatte Schavan den Stab über den Minister öffentlich gebrochen. Sie sei enttäuscht, dass  so etwas möglich sei. Wie bei Guttenberg werden die Plagiate vorerst nur als Zitatfehler beschönigt. Zitate sollen angeblich nicht genau bezeichnet sein. Bei allen Ueberprüfungen ist meist so, dass dann zwangläufig zahlreiche weitere Unzulänglichkeiten an den Tag kommen. So auch bei von Guttenberg. Das heisst: All jene Fehler, die normalerweise meistübersehen werden.
Die Untersuchung kann somit für die Bildungsministerin gravierende Folgen haben. Würde ihr der Doktortitel aberkannt, würde sie zur Bildungsministerin ohne Abschluss, weil sie direkt pomoviert hatte.

LINKS:



17. Aug. 2002 ... Plagiat ist geistiger Diebstahl. Die Neuveröffentlichung von fremden Geistesgutes unter einem neuem Autorennamen ist im ...
www.rhetorik.ch/Plagiat/Plagiat.html