Mittwoch, 25. April 2012

"Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen die Richtung."


Dieses chinesische Sprichwort wird ab heute  ein Seminarteilnehmer unseres Seminares nutzen, der oft auf der Hochsee segelt.
Allen anderen wurden sich dabei dank dieser Analogie bewusst, dass wir es in der Hand haben, den Gegenwind (Kritik, Misserfolge) zu nutzen, um unsere gesteckte Lernziel zu erreichen.


http://is2.myvideo.de/de/movie13/43/thumbs/4747453_1.jpg


NACHTRAG 1: Kein Wind hilft demjenigen, der nicht weiss, wohin er segeln will!


NACHTRAG 2:


Nach Eveline Binsack, Extremsportlerin, hat man dann Erfolg, wenn man im richtigen Zeitpunkt Gegensteuer halten kann.
 
Folgenden Satz habe ich mir bei Ihrem Vortrag  notiert:

"Bei Gegenwind müssen wir nicht den Wind bekämpfen. Wir müssen unsere EINSTELLUNG ändern!"

Dienstag, 24. April 2012

 Thomas Minder sieht sich als David, der gegen Goliath kämpft


Nach seinem  Auftritt bei SCHAWINSKI SF 1 (Montag, 23. April 12) interessierte die Bevölkerung vor allem die Frage: Wie nimmt der  populäre Schaffhauser Ständerat Stellung zu  den vielen harten Vorwürfen in den Medien?


Ich hatte  für das Schaffhauser Fernsehen bereits  während des Wahlkampfes 2011 den parteilosen Ständeratskandidaten  bei seinen Medienauftritten beobachtet und analysiert. Damals beurteilte ich vor allem die Wirkung des Einzelkämpfers. Ich zitiere:

"Der Vater der "Abzockerinitiative" spricht mediengerecht, anschaulich und ausdruckstark. Ein Beispiel: "Es darf nicht so weiter gehen wie in Stetten, dass Häuser wie Nistkästen bis an den Waldrand gebaut werden." Der parteilose Kandidat mobilisiert das Publikum mit eigenen Mitteln und grossen Inseraten. Er hat keine engen Verbindungen zu Parteien und Verbänden. Thematisch tangiert er zum Teil die Thematik der SVP und der Grünen. Er kann mobilisieren, wirkt als Person engagiert und ist von seiner Botschaft überzeugt. Wer an eine Sache glaubt, kann erstaunlicherweise viele rhetorische Fehler machen. Minder überzeugt vor allem deshalb , weil er selbst von seiner Botschaft überzeugt ist. So spricht Minder vor Mikrofon und Kamera oft LAUT, SCHROFF, zu pausenlos. Minder profitiert vom Bonus "Neu, frisch, unverbraucht, parteilos". Viele Bürger zeigen den grossen Parteien gegenüber oft Verdrossenheit, Unbehagen bis hin zu Misstrauen. Sie ärgern sich auch, dass die Minder-Initiative auf die lange Bank geschoben wird und hoffen, dass der neue Ständerat in Bern Druck ausüben könnte. Thomas Minder ist so besessen von seiner Mission, dass die "Bilanz" ihn einmal mit "heiligen Eifer" betitelte. Er muss daher aufpassen, dass er mit seinem ausgesprochenen Sendungsbewusstsein NICHT ZU MISSIONARISCH WIRKT und er im Wahlkampf keine Schlammschlacht führt. So stört mich zum Beispiel, dass Minder in seinen Inseraten für sich selbst Mitleid erweckt. Wenn er den Sitz ins "chambre de réflexion" schaffen will, MUSS ER UNBEDINGT DIE BALANCE ZWISCHEN HAERTE UND FLEXIBILITAET  finden."

Beim Auftritt der Kandidaten beim Schaffhauser Fernsehen warf Christian Heydecker seinem Kontrahenten damals vor,  Minder habe ihn unfair ans Schienbein getreten und der Kampf könnte in der letzten Phase - zusammen mit den Jungfreisinnigen - zu einer Schlammschlacht verkommen. Es kam dann aber nicht so weit.

Der jüngste Medienwirbel über seine Aussagen als neuer Ständerat machte  bewusst, dass die Direktheit Minders bei der Oeffentlichkeit und vor allem in den Medien sehr schlecht ankam.

Was war geschehen?

Wenige Aussagen Minders   lösten gleichsam ein politisches Beben aus. Der neue Schaffhauser Ständerat soll  (gemäss  NZZ Beitrag)  gesagt haben, das Stöckli sei ein "Kindergarten", sei "tiefrot", ein "Streichelzoo" und mache "Tubel-Vorschläge", die nur dazu dienten, Subventionen für ihre Kantone locker zu machen.
 Blick vermutete darauf, Minder sei in Rage gekommen, weil seiner Initiative wohl ein direkter - "inklusive sozialistischer Bonisteuer" - und ein indirekter Gegenvorschlag entgegengestellt worden sei. Ständerat This Jenni vertrat die  Meinung: "Wir müssen Minder disziplinieren - sofern er überhaupt therapierbar ist". Anita Fetz keilte nach: "Minder ist halt so ein Typ, der schwatzt, bevor er denkt".  Solche beleidigenden Aussagen habe sie in ihrer Ständeratskarriere noch nie gehört. 
Bei dieser medialen Ausrastergeschichte zeigte sich für mich wieder einmal,  dass die Form, das "Wie" und die Wortwahl eines Parlamentariers ausschlaggebender sein können, als das das "Was". Wenngleich in Minders Aussagen  ein Funken Wahrheit sein könnte, dürfte aus meiner Sicht kein Kritiker öffentlich  die Nerven  verlieren und emotional aus dem Bauch heraus kontern. Der verbale Ausraster schadete aus meiner Sicht dem neugewählten, unverbrauchten, sympathischen Schaffhauser Politiker enorm. Ich erwartete  eine Entschuldigung, damit seine  Reputation  keinen weiteren Schaden nimmt. Minder nahm jedoch kein Wort zurück, er fand lediglich, er sei missverstanden worden, man habe seine Aussagen nur auf ein paar Stichworte reduziert. Er werde sich  aber auf keinen Fall verbiegen lassen. Immerhin gestand er, der Ausdruck Kindergarten sei nicht ideal gewesen. 




Thomas Minder. (Peter Schneider / Keystone)
Thomas Minder. (Peter Schneider / Keystone)


 Wie nutzte nun Minder seine Chance im Schweizer Fernsehen (SF1) bei SCHAWINSKI?


Die rhetorische Stärke Minders bei Schawinski ist und bleibt sein grosses Engagement, seine Ausdruckskraft. Er glaubt an das, was er sagt. Sein feu sacré ist stets spürbar (Augen, Haltung, Stimme).
Nicht nur in der Medienrhetorik gilt der bewährte Grundsatz: Wer überzeugen will, muss von dem überzeugt sein, was er sagt. Und: Ständerat Minder ist von seinen Botschaften voll und ganz überzeugt.
 Anderseits müssten wir bei ihm auch  die Dosis des Drucks, die Dosierung der Ausdruckskraft und der Emotionalität betrachten. Jemand der auf einer Orgel im das FF (forte fortissimo) Register zieht, erdrückt langfristig die Zuhörer. 
Obschon Minder den Vorwürfen Schawinskis am Anfang mit spürbarer Zurückhaltung und gekonnten Stopsignalen (Nein) zu kontern verstand und  bei den ersten Antworten negative Begriffe nie wiederholte (was  professionell, aber selten gemacht wird),  gelang es Schawinski,  beim Gegenüber   die Kadenz nach und nach zu erhöhen, vor allem bei jene Problemfeldern, die wahrscheinlich Minder auch im Alltag richtig ärgern. Dadurch kam  der Interviewte immer mehr in Fahrt, und zwar dermassen, dass der Ueberdruck dominierte und sich die Sprechgeschwindigkeit erhöhte. Bei einer Frage konnte  sich Thomas Minder recht heftig  in eine  Wut steigern. Vor allem an jener Stelle, als es um das unverständliche Verhalten des Ständerates ging, der den direkten Gegenvorschlag zu Minders Initiative  unterstützen möchte. Es war offensichtlich: Als Vater der Abzockerinitiative hatte er über Monate viel zu viel Frust über sich ergehen lassen müssen. Mit dem bewährten "antizyklischen Verhalten" hätte sich Thomas Minder der Beschleunigungsspirale Schawinskis entziehen können. Nach dem Prinzip: Taxifahrer fahre langsam, es eilt!
Der neugewählte Ständerat fühlt sich immer noch als Einzelkämpfer, der allein sich selbst verpflichtet ist, der mutig und engagiert  "ALLEIN gegen ALLE" kämpft.
 Keine der umstrittenen verbalen Ausraster nahm der Thomas Minder bei Schawinski  zurück. Die ungefilterten Aussagen gehören  für ihn zur "freien Meinungsäusserung".  Man müsse offen und ungeschminkt aussprechen dürfen, was das Volk bewege. Die Blogeinträge würden ihm übrigens bestätigen, dass das Volk eindeutig hinter ihm stehe.
Minder wollte  sein Verhalten nachträglich nicht ändern. Er stehe  zu allen Aussagen. Kein Wort der Entschuldigung, der Selbstkritik. Minder ist überzeugt,  dass er - wie "David gegen Goliath" - weiter kämpfen müsse. Einmal sprach er von sich  in der dritten Person. Das hatte er übrigens früher bei Medienauftritten oft gemacht:  "Der kleine Minder wird es nicht zulassen, dass...". Diese Formulierung verdeutlicht, dass er sich von aussen und zwar als "Retter einer guten Sache" sieht.

Wahrscheinlich würde es jedem Medienberater schwer fallen, Thomas Minder in einem Coaching darzulegen, dass bei Kommunikationsprozessen nicht nur die Regel gilt: "Bleibe Du selbst". Dass auch gilt: "Wenn Du etwas bewirken willst, muss Du ebenfalls  die Wirkung beim Adressaten bedenken".  Wird jemand jemand falsch verstanden wird, so trägt in der Regel der Sender  die Hauptschuld.
  


Schawinski mit Thomas Minder - YouTube

www.youtube.com/watch?v=VGGpnq2z4YQNeuvor 1 Tag - 31 Min. - Hochgeladen von SchweizerFernsehen
Als Kämpfer gegen die «Manager-Gier» ist Thomas Minder einst auf dem politischen Parkett aufgetreten ...



Zusammenfassung:

Bei Schawinski rastete Thomas Minder nicht mehr aus. Er sieht sich als Einzelkämpfer mit einer Mission, die er mit allen Mitteln verteidigen will.
 Wer offen kommuniziert, sollte jedoch die Grenze zwischen  Offenheit und Beleidigung kennen. Zwischen "Sich nicht verbiegen lassen" und "Unflätigkeiten" liegt eine grosse Spannweite. Wer öffentlich redet, muss sich  der Kraft seiner Worte stets bewusst bleiben und sich auch entschuldigen können.
Minder erklärte nachträglich, er habe keine Polemik auslösen wollen, die direkte Art sei halt sein Stil.
 "Offen und direkt kommunizieren" hat nach meinem Dafürhalten nichts zu tun mit "verletzend kommunizieren".

NACHTRAG BLICK:

Loses Mundwerk Thomas Minder erklärt die Tubel-Vorstösse im Ständerat

ZÜRICH - Trybol-Chef und Ständerat Thomas Minder lieferte sich gestern Nacht einen Schlagabtausch mit Roger Schawinski. Er wirft seinen Ratskollegen zu viel Eigenmarketing vor.


Minder gestern bei Schawinski.
Roger Schawinski im Element: «Herr Minder, verzeihen Sie den Wortwitz. Aber leiden Sie unter einem Minderwertigkeitskomplex?» Eine ideale Steillage für den parteilosen Ständerat.
«Die Gegner haben mich ausgestossen, darum wurde ich gewählt vom Volk.» Er sehe sich als bodenständigen Unternehmer, der geradlinig wirke.
«Ich bin eckig und kantig und nenne das Kind beim Namen.» Genau. Darum präzisiert er seine Aussage im SonntagsBlick über Tubel-Vorstösse im Ständerat.
«Es gibt immer mehr Vorstösse, in denen es nur darum geht, dass sich der betreffende Ständerat ins rechte Licht rücken kann.» Das sei nicht die Aufgabe des Ständerats.

Minders grösster Feind?

Auf die Frage nach seinen grössten Feinden meinte er: «Herr Limberger von OC Oerlikon. Den habe ich letzte Woche betrieben.» Limberger klagte Minder ein und verlor.
Minder hatte den ehemaligen CEO mehrfach als Abzocker tituliert. Darauf klagte der Manager den Ständerat ein wegen Rufschädigung und Persönlichkeitsverletzung. Das Bezirksgericht Höfe wies die Klage vollumfänglich ab.
Stattdessen sprach sie Minder noch eine Prozessentschädigung von 1500 Franken zu. Dieses Geld scheint Limberger bis dato nicht überwiesen zu haben.

Montag, 23. April 2012

Zur Einstimmung unseres Medienseminares


Ueberzeugen vor Mikrofon und Kamera


Medienrhetorik und Medientraining

Für Führungskräfte lohnt sich ein Coaching im Mediensimulator



Im Umgang mit Medien  empfehlen wir nur ein professionelles Training. Man findet zwar im Internet eine Fülle von Angeboten und in den Bibliotheken gibt es  zahlreiche  Ratgeber mit Tipps für alle, die sich mit öffentlichen Auftritten befassen. Auch auf rhetorik.ch erscheinen laufend neue Beiträge, die sich mit Medienauftritten und Öffentlichkeitsarbeit auseinandersetzen.

Theoretisches Wissen ist zwar gut, doch Medienkompetenz kann nur in  paxisorientierten,  professionellen Training oder Coaching optimiert werden.
Dieses berufbegleitende Coaching sollte  weder rezeptorientiert noch theaterzentriert konzipiert sein. Zahlreiche Angebote beschränken sich leider oft nur auf Teilaspekte. Man erhält dort Tipps, beispielsweise, welche
Kleider oder Kravattenfarbe man tragen solle. Von Seminaren, die nur  Teilaspekte behandeln, rate ich ab. Professionelle Coachs arbeiten immer ganzheitlich, holistisch.

Die Wirkung beim Publikum ist ausschlaggebend. 

Wir haben in unseren Intensivkursen einen prozess- praxis- und ressourcenorientierten Ansatz.
Sie profitieren von einem gezielten, massgeschneiderten Einzeltraining.


Unser professionelles Training fördert Ihre kommunikative Kompetenz in schwierigen Situationen. Wenn Sie auch  in Stress-Situationen glaubwürdig auftreten  und Fragen, Argumente oder Statements verständlich auf den
Punkt bringen können, so  wirkt sich dies zwangsläufig auch positiv auf Ihre Tätigkeit im Beruf und Alltag aus.



Hilfreiche LINKS:





rhetorik.ch aktuell: Image schlägt Fakten

Sowohl die Person als auch die Präsentation beeinflusst den Inhalt wesentlich. Fakten werden durch die Person oder die Darstellung gefärbt. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/ - Cached - Similar

Selbstmanagement

Selbstmanagement. ... Selbstmanagement. von Marcus Knill. "Selbst" - ein Schlüsselwort der Kommmunikation", Handelszeitung, 29. Oktober - 4. ... www.rhetorik.ch/Selbst/Selbst.html -
Cached - Similar
  1. Medienkommunikation

    2. Okt. 2002 ... Medienkommunikation ist lernbar. von Marcus Knill. Der Umgang mit elektronischen Medien kann im Mediensimulator gelernt werden. ... www.rhetorik.ch/Medienkommunikation/Medienkommunikation.html - Cached - Similar
  2. Medienkommunikation Positionierung

    5. Juni 2007 ... Medienkommunikation. von Marcus Knill. Positionierung. Führungsperson werden Sie in der Informationsgesellschaft immer häufiger persönlich ... www.rhetorik.ch/Medienkommunikation/Medienkommunikation1.html - Cached - Similar

Medienauftritte

7. Juni 2003 ... Medientraining - eine Selbstverständlichkeit ... Medientraining ist nicht dazu da, Ihre Persönlichkeit zu verfremden. Im Gegenteil: ... www.rhetorik.ch/Medienauftritt/Medienauftritt.html - Cached - Similar

  1. 10 Gebote der Medienrhetorik

    10 Gebote der Medienrhetorik. ... 10) Konkret, bildhaft und mit Beispielen reden. Nicht nebulös und abstrakt formulieren. ... www.rhetorik.ch/Medienrhetorik/10Gebote.html - Cached - Similar
  2. 10 Gebote für guten Journalismus

    15. Mai 2005 ... Der Deutsche Bundespräsident Johannes Rau trug Anfang Juni 2004 bei der Jahrestagung des "Netzwerks Recherche" zehn Gebote für guten ... www.rhetorik.ch/Journalistengebote/Journalistengebote.html - Cached - Similar




    Kommunikation und Medien

    Umgang mit den Medien - 10 Tipps. 1. Journalistinnen und Journalisten sind Ihre Partner, nicht Ihre Feinde. Das heisst aber nicht, dass Sie Ihre Freunde ... www.rhetorik.ch/Medien/Medien.html - Cached - Similar

    Oeffentliche Auftritte

    Öffentliche Auftritte. von Marcus Knill. 1. Vorbereitung ... 2. Kurz vor dem Auftritt. Sich lockern. ... 3. Beim Auftritt. Keine Nebengedanken. ... www.rhetorik.ch/OeffentlicheAuftritte/OeffentlicheAuftritte.html - Cached - Similar



    Ich freue mich auch die Zusammenarbeit!



    BIS BALD! 

    %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%

    AUS BLOG -PERSOENLICH.COM



    Aufmerksamkeit allein genügt noch nicht

    Marcus Knill
    Wie bei dem umstrittenen FDP Videoclip in Reinach kam es nun bei einem SPD “Gaga” Plakat in Nordrhein-Westfalen zu einem Medienwirbel. “Parteienwerbung ganz gaga Wurst-Wirbel um SPD-Plakat” titelte „Bild“.
    Zum Sachverhalt: Per Facebook-Abstimmung haben die Sozialdemokraten ein neues Plakatmotiv ausgesucht. Die nordrhein-westfälische SPD wurde dazu aufgefordert, kreative Vorschläge für ein Wahlkampfplakat einzureichen. Eine Jury wählte dann aus den Vorschlägen fünf aus und liess  per Facebook über diese Favoriten abstimmen. 4‘497 Facebook-Nutzer entschieden sich für das Plakat mit dem sonderbaren Slogan „Currywurst ist SPD.“ Nun soll die Currywurst-SPD-Werbung tatsächlich in Druck gehen und tausendfach im ganzen Bundesland aufgehängt werden.





    Der Entscheid  sorgte nachträglich für jede Menge Spott. Sogar die Vegetarier wurden auf den Plan gerufen! Diese fanden das Wurst-Plakat alles andere als lustig. Umfragen machten nachträglich bewusst, dass die Aussage des Plakates – der Gag – nicht verstanden wurde. SPD-Generalsekretär und Wahlkampfleiter Michael Groschel rechtfertigte die Aktion: „Wer sich auf das Netz einlässt, muss mit dem Ergebnis leben“. Die SPD hat etwas erreicht: Eine Menge Aufmerksamkeit. Das Plakat  ist überall im Gespräch. Zwei Studenten aus Tübingen hatten das Motiv vorgeschlagen. Als Preis dürfen sie nun  mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft dinieren. Ob’s da wohl Currywurst zu essen gibt? fragt die „Bild“-Redaktion.


    Was ich von dieser Aktion halte: Auch bei diesem Kampfplakat erwarte ich Antworten auf die Fragen: Welches ist die Kernbotschaft? Wird sie verstanden? Was bezweckt diese Aktion? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Profi-Werber glücklich ist, wenn sein Plakat falsch verstanden wird und seine Aktion nicht dazu beiträgt, Stimmen zu gewinnen. Ein Selbstversuch lohnt sich. Zeigen Sie in Ihrem Bekanntenkreis dieses Plakat und sammeln Sie die Reaktionen oder Antworten. Sie werden bei dieser Gaga-Aktion einmal mehr feststellen: Aufmerksamkeit wecken allein genügt leider noch nicht! In meinem Bekanntenkreis kam jedenfalls das Plakat schlecht an.



    Marcus Knill
    Montag, 23. April 2012 um 10:19 Uhr


Sonntag, 22. April 2012

Eindrückliche Nasszellen


Soeben bin ich mit meiner Frau aus der Gegend von Ulm zurückgekehrt.
Auf der Fahrt nach Friederichshafen - auf der Fähre,  auf dem Weg entlang des Bodensees, Untersees und des Rheines durchquerten wir immer wieder Nasszellen. Dies war ein schönes APRIL-Erlebnis:


storybild
Eine  20 Min

Klar und eindeutig reden!

  Quelle NZZ:

 

Der Wert der klaren Sprache


Tom Peters
Tom Peters (Bild: Bentley.edu)

»Es wurden Fehler gemacht«,

 »Man wird sich dieses Problems annehmen«

Oder:

»Nach Sachlage der Dinge musste die Entscheidung so getroffen werden« 


– wer kennt Formulierungen dieser Art nicht?


 Passivkonstruktionen und Verallgemeinerungen sollen Distanz zwischen den oft unangenehmen Sachverhalten und der mitteilenden Person schaffen und diese aus der Verantwortung nehmen.


Kommentar:
Eindeutig formulieren kann gelernt werden.
Es lohnt sich solche abgeschwächte Formulierungen von Politikeren und Beamten zu beachten.

Solche vage Formulierungen finden Sie überall:

  • "Der Stand der Dinge ist folgender... "
  • "Betrachten wir die Fakten ... "
  • "Wir werden entsprechenende Massnahmen einleiten..."
  • "Wenn wir bedenken, dass die Sachlage den ..."
  • "Wir haben alle Aspekte geprüft und werden die Probleme mit grossem Elan anpacken ..."
  • "Wir werden die Angelegenheit mit gesundem Menschenverstand angehen ...


Glaubwürdiger und wirksamer sind Sätze wie:
Ich zitiere wieder NZZ:


 »Ich habe einen Fehler gemacht«,

 »Ich kümmere mich persönlich binnen einer Woche um das Problem«,

 Oder:

 »Nachdem ich die Vor- und Nachteile abgewogen habe, habe ich so entschieden«.


 In (fast) keinem seiner Vorträge lässt es sich Tom Peters nehmen, ausführlich auf die Notwendigkeit und Vorteile einer klaren Sprache einzugehen. Tom Peters, einer der einflussreichsten Management-Analytiker, Ex-McKinsey-Partner, Berater der US-Regierung und Autor des Klassikers »In Search of Excellence« schwärmt geradezu von der »magischen Kraft« einer Entschuldigung (»Ich war’s. Punkt«).


 Sie bietet in der Unternehmensführung einen »beispiellosen strategischen Hebel«. Eine ähnliche »Macht« spricht er dem schlichten Wort »Danke« an der richtigen Stelle zu.
Genau wie der einflussreiche amerikanische Schriftsteller Raymond Carver (1938 – 1988) fragt Peters: »Warum nicht einfach die Wahrheit sagen?«. Sowohl Carver als auch Peters machen klar, dass Lügen neben dem moralischen Preis einen unangemessenen Zeit- und Kraftaufwand kosten.


 Mit klaren Aussagen erzielen Manager positiven Auswirkungen – sie können es sich schlicht nicht leisten, die Wahrheit zu übertünchen. Das konsequente Eingestehen von eigenen Fehlern ist vielleicht nur ein kleiner Anfang, aber beobachten Sie doch mal in ihrem Umfeld, wer die »magische Kraft« einer Entschuldigung nutzt.

Erkenntnis für Ihr Selbstcoaching :

  • Nennen Sie die Dinge beim Namen: Sagen Sie »Nein«, wenn Sie »Nein« meinen – und »Ja«, wenn Sie »Ja« meinen. Auch wenn dies manchmal Irritationen hervorruft, werden Sie langfristig an Glaubwürdigkeit und Authentizität gewinnen.
  • Achten Sie in Nachrichtensendungen oder Zeitungsartikeln auf Formulierungen, die dem »Schema der Beschönigung« entsprechen. Das hilft Ihnen, dieses selbst zu vermeiden
  •  Sammeln Sie solche vagen Worthülsen:

  • Beispielsweise hören Sie folgende Passage am Radio:

    "Wenn irgendwelche nicht näher erläuternde Umstände es erlauben, könnten wir gewiss versuchen, etliche Aspekte immerhin den gewünschten Gegebenheiten anpassen."

    Dies ist die Antwort aus einem Interview mit einem Behördemitglied.

    "Wissen Sie," fährt der Befragte selbstsicher weiter; "wenn die Angelegenheit mit gesundem Menschenverstand angegangen wird und alle am gleichen Strick ziehen, so ist dies gewiss der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich würde meinen: Es geht vorab darum, gemeinsam das nämliche Ziel anzustreben, getragen vom Willen, anstatt zu diskutieren, Hand anzulegen. Denn: Wer der Zukunft ins Auge blickt, stellt fest: Am Ende des Tunnels wird es immer wieder hell."
      LINKS:
  • Reden und nichts Sagen, Reden mit leeren Phrasen und Worthuelsen.
    www.rhetorik.ch/Hohl/Hohl.html
    Für Leute, die "gescheit" reden wollen, werden hier ein paar Aussagen vorgeschlagen, die intelligent tönen, aber nichts sagen. Siehe auch die Beiträge Reden ...
    www.rhetorik.ch/Quasseln/Quasseln.html
     
  • 12. Mai 2002 ... "Airbagrhetorik" ist eine defensive Art der Kommunikation. Worthaufen drängen sich zwischen die Gesprächspartner. Diese leeren Worte im ...
    www.rhetorik.ch/Airbag/Airbag.html
    12. Sept. 2007 ... Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft im ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_12/index.html
    Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
    Der Vorteil der Airbag-Rhetorik liegt auf der Hand: Niemand kann die Redner später an den Aussagen messen. Wenn das Pu- blikum solche Standardphrasen ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_12/09_07.pdf
     
  • 4. Juli 2006 ... Wir sahen oft einen Politiker der überzeugen konnte, dann hat uns aber Joschka Fischer immer wieder enttäuscht, wenn er ins Quasseln kam ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/06/07_04.html
    7. Febr. 2004 ... Airbagrhetorik · Quasseln · Reden und nichts sagen · Fussballrhetorik. Durch gezieltes Abschweifen Nach dem Motto gewisser Politiker: ...
    www.rhetorik.ch/Torpedo/Torpedo.html
    Quasseln · Airbagrhetorik · Reden und nichts sagen ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/12/04_08/index.html
     
  • Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
    (Fortsetzung von Seite 1) gar eine Rezession kommt. Viele erwarten eine solche Beruhigung nach den Olympi- schen Spielen im Jahre 2008. Geopolitisch ...
    www.rhetorik.ch/Weichspueler/alpha.pdf
    4. Apr. 2007 ... Es lohnt sich, diese Weichspüler gezielt zu eliminieren. Erstaunlich: Viele Redner benutzen "Flicklaute". Damit werden Denkpausen akustisch ...
    www.rhetorik.ch/Weichspueler/Weichspueler.html
     


  • vor 3 Tagen ... In meinem zweiten Semester an der Uni hatte ich genug von trockenen Vorlesungen und freute mich auf Seminare mit lebhaften Diskussionen.
    www.rhetorik.ch/Aktuell/12/04_19/
    Einfachheit durch verständliche adressatengerechte Sprache. ... Wer kompliziert, zu lange, unstrukturiert, abstrakt und trocken spricht, wird schlecht verstanden.
    www.rhetorik.ch/Missverstehen/Missverstehen.html
    17. Febr. 2010 ... Fast jeder Beruf hat seine Sprache, die für das Laienpublikum ... Im Fernsehsimulator gibt es mitunter Leute, die eine komplizierte Fachsprache ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/02_17/index.html
    1. Jan. 2002 ... Seit langem hatten Erwachsenen Mühe mit der Sprache der ... Medien komplizierte Sachverhalte einfach und "strassengängig" zu vermitteln.
    www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jan_01_2002.html
    Durch Analogien und Beispiele können auch komplizierte Zusammenhänge klar ... immer wieder fest, dass Fachleute gerne behaupten, die einfache Sprache, ...
    www.rhetorik.ch/Spiel/Spiel.html
     

Samstag, 21. April 2012

Erstaunlich, dennoch begreiflich:



Jean Ziegler kämpft für Kontrahent Christoph Blocher




 Der frühere SP-Nationalrat Jean Ziegler hofft auf Immunität für seinen politischen Gegner, SVP-Nationalrat Christoph Blocher. Dieser wird am Mittwoch von der Immunitätskommission angehört.


Quelle 20 Min


Kommentar: Jean Ziegler ist linksliberal und verteidigt alle, die Missstände aufdecken - ob von links oder rechts. Bei ihm wurde einmal die Immunität aufgehoben und das kostete ihn viel Geld.
Dies ärgert Ziegler noch heute. Er verteidigt deshalb vehement die Immunität. Denn nur dann könne KLARTEXT gesprochen oder Missstände aufgedeckt werden.
Es ist desahlb verständlich, dass die beiden Exponenten - die das politische das Heu gar nicht auf gleicher Bühne haben -  in einem Bereich übereinstimmen. Beide haben ein Sendungsbewusstsein und sind im Grunde genommen "Missionare für eine gute Sache". 

 EUROPA nicht mehr Herr der Lage?

 

Deutschland und Frankreich wollen Europa abriegeln

Flüchtlingsboot vor Italien: Schärfere Kontrollen der europäischen Grenzen gefordertZur Großansicht
DPA
Flüchtlingsboot vor Italien: Schärfere Kontrollen der europäischen Grenzen gefordert


Vorstoß gegen Schengen-Abkommen: Deutschland und Frankreich wollen Europa abriegeln



Europas Randzonen als Einfallstor für illegale Migranten: Diese Schreckensvision treibt Deutschlands Innenminister Friedrich um. Der CSU-Politiker und sein französischer Amtskollege planen Verschärfungen der Grenzkontrollen. Jedes Land soll das Schengen-Abkommen aussetzen dürfen.

Friedrich warnte vor "Einfallstor für illegale Migrationsbewegungen"

 
Völlig neu ist die Forderungen allerdings nicht: Bereits vor wenigen Wochen hatte Friedrich die Debatte über innereuropäische Grenzkontrollen angeheizt - und dafür Kritik geerntet. "Wir brauchen Binnenkontrollen nicht nur bei einzelnen Ereignissen wie Fußballspielen oder großen Kongressen, sondern auch wenn Mitgliedsländer ihre Pflichten nicht mehr erfüllen", sagte Friedrich damals der Düsseldorfer "Rheinischen Post".
Die offenen Grenzen im Schengen-Raum dürften "kein Einfallstor für illegale Migrationsbewegungen werden", sagte der Minister und kündigte an, gemeinsame mit seinem französischen Amtskollegen für eine Reform des Regelwerks zu kämpfen.
Ein hoher EU-Diplomat bezeichnete die deutsch-französische Initiative jetzt als "überraschend'', berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Zwar habe Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy schon mehrmals gedroht, aus Schengen auszusteigen; zudem sei der Kampf gegen illegale Einwanderer ein zentrales Thema seines aktuellen Wahlkampfs. Von der Bundesregierung seien ähnlich starke Vorbehalte gegen Schengen jedoch bisher nicht bekannt.


Kontrolle der Grenzen soll national verwaltet werden

Das Schengen-Abkommen erlaubt den Bürgern, innerhalb des Schengen-Raumes ohne Grenzkontrollen zu reisen. Nur die Außengrenzen des Gebiets werden kontrolliert. In Ausnahmefällen, zum Beispiel während internationaler Großveranstaltungen, darf an den Binnengrenzen befristet kontrolliert werden.
Das Abkommens soll reformiert werden, weil es zunehmend schwieriger wurde, die südlichen und östlichen Außengrenzen zu schützen. Vor allem Griechenland wird vorgeworfen, den Zustrom illegaler Einwanderer nicht bremsen zu können.


Kommentar: Die Bilder erinnern an den Gedanken "Das Boot ist voll" und einen utopischen Film, bei dem Europa von Menschenmassen aus Afrika überschwemmt wird.
Falls Europa  nicht mehr fähig ist, den Migrationsstrom selbst zu steuern und das Schengen Abkommen nicht mehr funktioniert, werden die Länder das Szepter selbst an die Hand nehmen und eigene Grenzkontrollen einführen.