Sonntag, 28. August 2011

LORIOT (Vicco von Bülow) 87-jährig verstorben


http://antimensch.files.wordpress.com/2011/08/loriot.jpg


Seit Jahren zeige ich an Medienseminaren zur Veranschaulichung, groteske Interviews, wie:


  1. Loriot: Das Interview - YouTube


    www.youtube.com/watch?v=JGd2q9UENUc
    6 Min. - 16. Apr. 2010 - Hochgeladen von ireg
    @weddinganejakopp Na ja, interview mit irgendeinem Professor, warscheinlich im Nachtprogramm beim ZDF, oder so. Gibt da wohl ...
  2. Der Wähler fragt - Sketch von Loriot

    youtube.com4 Min. - 17. Apr. 2009 - Hochgeladen von sdjkgr
    Der Wähler fragt - Sketch von Loriot

    Loriot - Franz Josef Strauß

    youtube.com1 Min. - 23. Febr. 2009 - Hochgeladen von 2Kaesekrainer
    Politiker zu (heute noch?) aktuellen Themen Hier: Franz Josef Strauß

    Video: Loriot Wahlkampf - abgedreht bild comedy das fernsehen ...


    www.clipfish.de/video/556848/loriot-wahlkampf/ - Im CacheÄhnliche Seiten
    16. Apr. 2007 – Loriot Wahlkampf-Video. Neue Flash-Version nötig! (Download). Bewerten: Bisher 25 Stimmen. Zu Favoriten; Zur Playlist; Versenden; Video ...



  3. Video: loriot das wahlkampfinterview - brilliant das genial humor ...


    www.clipfish.de/video/143364/loriot-das-wahlkampfinterview/
    3 Min. - 20. Dez. 2006
    loriot das wahlkampfinterview-Video. Neue Flash-Version nötig! (Download). Bewerten: Bisher 26 Stimmen. Zu Favoriten; Zur ...

Loriot_Badewanne - YouTube


www.youtube.com/watch?v=rypULAp99ao
6 Min. - 24. Nov. 2007 - Hochgeladen von surfspy030
Standard YouTube License. 2174 likes ... Loriot - Drei Dinge braucht der Mannby coldmirror4everII533083 views; Featured Video ...




Loriot beobachtete, zeichnete und inszenierte Kommunikationsstörungen im Alltag. Ich schätzte seine scharfe Beobachtungsgabe, seine Präzision  seinen grossen Wortschatz und hatte die Gabe groteske Alltagssituationen auf den Punkt zu bringen. Er war ein Meister komischer Effekte. Beispielsweise Loriots Rezept zur einer Bauern-Omlette: "Ein bis zwei zarte Landwirte werden durch ein feines Sieb gestrichen!" Als Autodidakt wurde Loriot auch als Schauspieler berühmt.




Eine Frau erzählte mir an einem Seminar, sie hätte dem Schwiegervater zum Geburtstag ein Loriot-Büchlein (Diogenes Verlag) geschenkt. Dieser Humor sei gar aber nicht gut angekommen. Erbost und beleidigt habe der Beschenkte das Büchlein zurück gebracht. Das sei für die Schwiegertochter wie eine Ohrfeige gewesen. Im Nachhinein habe sich gezeigt, dass Loriot in einer Zeichnung den unangenehmen Charakterzug des Schwiegervaters allzu deutlich karikiert hatte.

Wer den Humor vom Loriot nicht versteht, hat nach meinem Dafürhalten keine Freude an Kommunikationsprozessen.

Loriot heisst eigentlich Pirol. Es ist der Wappenvogel der Familie von Bülows. Loriot wurde zuerst vor allem als Zeichner bekannt, dann produzierte er unzählige  Sketchs, die menschliche Schwächen bewusst machten, vor allem Situationen zwischen Mann und Frau, aber auch Schwächen von Führungskräften und Politikern.

Die meisten Glanznummern werden heute auf Youtube tausendfach angeklickt und wurden so gleichsam unsterblich, wie der Nudelsketch (Beim Abwischen wandert die Nudel bei einer Liebeserklärung übers ganze Gesicht) oder der Dialog um das zu hart geratene Frühstücks-Ei. 

Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen, behauptete Loriot einmal, der selbst seit 1951 glücklich verheiratet war.


  1. Loriot – Wikipedia


    de.wikipedia.org/wiki/Loriot - Im CacheÄhnliche Seiten
    Loriot, bürgerlich Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow (* 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel; † 22. August 2011 in ...
  2. Videos zu loriot

     - Videos melden

    Loriot - Das Ei - youtube.com
    2 Min. - Loriot's Klassiker (1998)
    Auch hier ansehen: myvideo.de - en.sevenload.com

    Loriot - Der Lottogewinner - youtube.com
    8 Min. - Loriot's Klassiker (1998)
    Auch hier ansehen: myvideo.de

    Loriot - Der Sprechende Hund - metacafe.com
    3 Min. - Loriot's Klassiker (1998)
    Auch hier ansehen: YouTube - tudou.com

    Loriot: Meister des Humors - ZDF heute - ZDFmediathek - ZDF ... - zdf.de
    2 Min. - vor 4 Tagen
    Kaum jemand hat die Deutschen so herzlich lachen lassen wie ...
  3. Loriot


    www.loriot.de/ - Im CacheÄhnliche Seiten
     – Die offizielle Website mit Curriculum Vitae, Interviews, Werkverzeichnis und E-Cards.

Wellen krachen auf die Küste von Bayshore (Long Island)

„Irene“ Monster-Hurrikan erreicht New York

Wellen krachen auf die Küste von Bayshore (Long Island)

Unser Webmaster in Boston (Oliver Knill) wird wohl später  von diesem Monster Sturm auch noch etwas abbekommen.

Zum Start von Filippos Politarena - das Echo

 Ich zitiere aus PERSOENLICH. COM:


Das Studio und die Anordnung der Gäste sind genau gleich wie vor 14 Jahren bei SRF. Leuteneggers Sendung dauert zwar nur 54 Minuten, anstelle von 75 Minuten bei SRF. Ausserdem wird sie immer wieder durch Werbung unterbrochen. Für Christoph Blocher ist die neue (eigentlich alte) Arena genau das richtige Format. "Die Arena, geführt von Filippo Leutenegger macht Spass. So muss diese Sendung sein! Sie ist zwar konfrontativ, aber richtig geführt und schafft einen Spannungsbogen über die ganzen 54 Minuten." Blocher gefällt, dass die "Themen nicht nur angeschnitten, sondern vertiefend diskutiert werden". Und er sagt: "Im Gegensatz zur SRF-Arena fallen sich die Teilnehmer gegenseitig weniger ins Wort."
Etwas vorsichtiger äussert sich Fulvio Pelli. Er will keine klare Wertung vornehmen. "Jeder Journalist hat einen eigenen Stil", sagt er auf Anfrage von persoenlich.com. "Das Diskussionsergebnis ist wichtig und dieses war meiner Meinung nach interessant für das Publikum." Doch auch Pelli scheint Leuteneggers Kopie zu gefallen, denn beim Original vom Schweizer Fernsehen ortet er einen gewichtigen Mangel: "Es gibt dort immer zu viele mitdiskutierende Leute. Das haben wir den Verantwortlichen bei SF auch schon gesagt: Weniger Leute vorne und auch weniger Leute hinten, das wäre besser." Und Pelli fügt an: "Generell kommt es vor allem auf die Zusammensetzung der Gäste an, nicht nur der moderierende Journalist ist wichtig."
Schliesslich bleibt die Frage, inwiefern sich denn für einen Politiker ein Auftritt in "Filippos Politarena" lohnt. Denn die Sendung ist zwar im Internet verfügbar und wird über Sat1 Schweiz, Telebärn, Tele M1, Tele Südostschweiz, das Schaffhauser Fernsehen und Star TV ausgestrahlt. Für Pelli lohnt sich die Teilnahme. Er sagt: "Eine Partei mitten im Wahlkampf will alle Leute erreichen. Dabei sind Regionalsender manchmal wichtiger als die Sender der SRG. Ob sich Leuteneggers Arena für die Veranstalter lohnt, das ist nicht mein Problem. Aber für uns Politiker lohnt es sich, daran teilzunehmen." (eh)



Am Mittwoch startete die erste Ausgabe von "Filippos Politarena" zum Thema "Frankenstärke". Dabei stellte sich die Frage: Wie aktuell ist diese Sendung, wenn sie mehr als eine Woche vor der Ausstrahlung produziert wird? Inwiefern wäre die Diskussion anders verlaufen, nachdem klar war, dass der Bundesrat die 2-Milliarden-Massnahme zur Stützung der Wirtschaft bewilligt hatte? Persoenlich.com hat bei Filippo Leutenegger nachgefragt.


Herr Leutenegger, welche Redaktionen bekamen Sie auf die erste Sendung?





- Die Sendung brachte grosse Resonanz. Die einen äusserten sich positiv, andere bemängelten das eine oder andere. Peter Studer hat sich ja die Mühe genommen und die ganze Sendung analysiert (persoenlich.com berichtete). Dass er kritisierte, die Diskussion sei mit den Jusos entgleist, nehme ich gelassen. Wichtig ist, dass die Gäste auch mal ausreden können oder Dampf ablassen, das gehört auch zur politischen Realität, die man darstellen muss.


Problematisch ist, dass die Sendung mehr als eine Woche im Voraus aufgezeichnet wurde und somit nicht topaktuell war. In der ersten Ausgabe wurde z.B. die 2-Milliarden-Stützungsmassnahme des Bundesrats nicht berücksichtigt.





- Aus Kostengründen müssen wir jeweils zwei Sendungen nacheinander produzieren. Dies bewirkt, dass nur eine Sendung topaktuell ist, nämlich diejenige, welche wir am Vorabend aufzeichnen. Die andere Sendung muss eher ein Hintergrundthema mit längerfristiger Aktualität behandeln, da sie erst acht Tage später gesendet wird. Nächsten Mittwoch kommt z.B. die Sendung zum Thema Asyl. Hier geht es vor allem um eine heisse Grundsatzdebatte, dabei spielt die Aktualität eine weniger wichtige Rolle. Bei der Energiefrage sind wir hingegen sehr aktuell. Klar, diese Doppelproduktionen sind ein Kompromiss, den wir aus Kostengründen eingehen müssen. Ich hätte auch lieber alles Live.


Hätte die Sendung über die Frankenstärke einen anderen Verlauf genommen, wäre sie nicht bereits vor einer Woche, sondern aktuell produziert worden?


- Nein.


Zu den Kosten: Peter Studer mutmasst, dass Ihre Sendungen insgesamt 200‘000 bis 250‘000 Franken kosten. Stimmt das?


- Nein. Leute wie Studer rechnen mit wöchentlichen Produktionen. Wir produzieren, wie gesagt, zwei Sendungen pro Drehtag.


Das reduziert die Kosten um die Hälfte. 100‘000 Franken sind also realistisch. Wer zahlt diesen Betrag?


- Die Verantwortung für die Produktion und die Kosten liegt vollumfänglich bei Sat1 Schweiz. (eh)


Ende Zitat


Kommentar:

So wie Schawinski in der neuen Sendung im Schweizer Fernsehen Schawinski geblieben ist, so erinnerte uns bei Filippos Politarena der Moderator  auch stark an die alten Zeiten seiner Dompteurarbeit in der ersten ARENA des Schweizer Fernsehens. Filippo blieb sich treu. Im Gegensatz zu Schawinski beschränkte er sich  auf nur zwei Themen. Dies führte zwangsläufig zu einem grösserem Tiefgang.

Ich hatte auch das Gefühl, dass die Anordnung der Sendung recht zuhörerfreundlich ist, indem die wenigen Akteure nicht ständig wechselten. Es ist zu hoffen, dass das Schweizer Fernsehen erkennt, dass bei der neuen ARENA künftig auch wieder vermehrt konträre Meinungen zugelassen werden und das prognostizierte neue Konzept fallen gelassen wird. Es war zu lesen, dass bei der ARENA dominierende Persönlichkeiten zu Gunsten der Mitteparteien vermehrt zurückgebunden werden sollten.

Der Einbezug von Zuhörerbemerkungen finde ich wertvoll.

Vermutlich wird Filippo dank der Verbreitung über Lokalsender und Internet eine stattliche Zuhörerschaft  sichern können. Wir haben dies bei Tele Blocher gesehen. Tele Blocher ist gleichsam eine wöchentliche Pressekonferenz eines Alt-Bundesrates. Erstaunlicherweise wird diese Sendung von den meisten Journalisten akribisch mitverfolgt und regelmässig  kommentiert. Wer es fertig bringt, im Internet mediengerecht zu argumentieren, erzielt einen Dominoeffekt. Er wird  von den anderen Medien  gespiegelt und kann auch ohne Auftritt im Staatsfernsehen die Themenagenda mitbestimmen.

Es wird sich bestätigen: Gegenseitige Konkurrenz wird die Qualität von Sendungen positiv beeinflussen.


Samstag, 27. August 2011

 Doris Leuthard und der verbale Ausrutscher



Wenn Politiker mit unbedachten Worten provozieren, so hat dies nicht immer Folgen.

Doch könnte Leuthards fahrlässige Wortwahl (die ihr angeblich nur herausgerutscht ist)   doch noch schaden.

Ich zitiere TAGI:


Doris Leuthard beleidigte die deutschen Fluglärmgegner als «Taliban» – und krebste dann wieder zurück. Über eine wankelmütige Schweizer Bundesrätin, die international in die Knie gehen musste.

Nicht vom gleichen politischen Format: Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück und die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Nicht vom gleichen politischen Format: Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück und die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard.
Bild: Keystone



Man muss sich fragen, ob die «Taliban» der Verkehrsministerin nicht dem Land Schaden zugefügt haben: Tagesanzeiger.ch/Newsnetz-Bundeshausreporter Hubert Mooser.


Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Worte einer Schweizer Politikerin oder eines Schweizer Politikers im nördlichen Nachbarland Wellen werfen. Diese Woche war es wieder so weit: Bei einer Podiumsdiskussion in Zürich, an der auch CDU-Fraktionschef Volker Kauder teilnahm, liess die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard unvermittelt den Spruch fallen, Kauder solle die Taliban in Deutschland, welche den Flughafen Zürich-Kloten torpedierten, in die Schranken weisen.


Natürlich schoss die CVP-Bundesrätin weit übers Ziel hinaus, als sie die Fluglärmgegner in Deutschland mit dem früheren Steinzeit-Regime in Kabul gleichsetzte. Fakt ist: Zürich-Kloten ist ein Schweizer Flughafen. Wir fliegen seit Jahrzehnten über die Köpfe der Süddeutschen hinweg. Und wir sind auch nie auf ihre Einwände gegen den Flugbetrieb eingegangen. Würden wir im ungekehrten Fall nicht gleich reagieren, wie dies heute die Bewohner Süddeutschlands tun?


Späte Rache für Steinbrücks Peitsche?


Leuthard hatte aber auch gar nicht die Absicht, die Fluglärmgegner zu beleidigen, sie wollte in erster Linie bei ihrem Fussvolk in Zürich punkten. Dass sie mit dem Taliban-Vergleich in Deutschland und in der Schweiz für solche Aufregung sorgte, dürfte sie selber überrascht haben. Am meisten deshalb, weil ihr jene rechtsnationalen Kreise applaudierten, die seit den Attacken des früheren deutschen SP-Finanzministers Peer Steinbrück forderten, die Schweiz müsse nun endlich scharf zurückschiessen.
Nur ging es bei Steinbrück um Steuerbetrüger, welchen die Schweiz als Fluchtburg offenstand. Im Fluglärmstreit geht es dagegen um berechtigte Anliegen von Anwohnern gegen Fluglärm.


Leuthard hätte eigentlich wissen müssen, dass, wenn sich eine Bundesrätin so weit zum Fenster hinauslehnt, die ganze Geschichte sofort eine staatspolitische Dimension bekommt. Man muss sich darum heute fragen, ob die «Taliban» der Verkehrsministerin nicht dem Land Schaden zugefügt haben. 


Von der Ministerin zur Indianerin



Der Spruch bringt Leuthard jedenfalls im Fluglärmstreit keinen Zentimeter weiter. Die Fronten dürften sich stattdessen noch verhärten. Die deutschen Fluglärmgegner dürften jetzt erst recht darauf drängen, die Anflüge über ihr Territorium von 100'000 auf 80'000 zu begrenzen. Darunter wird der Flugbetrieb in Zürich leiden. Dass sich Leuthard für ihren Spruch dann auch noch öffentlich entschuldigte, entschuldigen musste, macht die Geschichte eigentlich bloss noch schlimmer. Zuerst grosse Sprüche klopfen und dann zurückkrebsen – so verhält sich keine Ministerin, die in einem schwierigen Dossier Selbstbewusstsein und Standfestigkeit signalisieren will.
So verhält sich eine «verängstigte Indianerin», um es in Steinbrücks Sprache auszudrücken. Der frühere Finanzminister musste sich für seine deftigen Sprüche nie entschuldigen. Egal, wie gross die Aufregung in der Schweiz war. Egal, wie deplatziert seine Vergleiche waren. Das kann man auch politisches Format nennen. Dieses politische Format hat Doris Leuthard leider nicht. Das hat sie in den letzen Tagen eindrücklich bewiesen.



Ende Zitat


Kommentar:

 Volkswirtschaftsdirektor Ruedi Jeker hatte bereits im Flughafenstreit den Deutschen vorgeworfen: "Ihr sitzt auf dem gedeckten Tisch, seid aber nicht bereit, wenns ums Aufräumen geht!"


 Hans Wehrle, Zürcher Schulvorsteher bezeichnete einmal öffentlich zehn Prozent der Lehrer als "faule Eier". Er wurde abgewählt. 


Provokateur Delamuraz, der nach dem Annahme der Alpeninitiative von einem Volksverdikt im "Ayatolla- Stil" gesprochen hatte oder Stadtpräsident Ledergerber, der dem VCS bei den Einsprachen beim Hardturmprojekt von "Oekoterror" sprach, kamen  alle glimpflich davon.


Bei Politikern genügt oft nur ein Wort, um die Finger zu verbrennen. Geissler , der nach seinem Schlichtungsvorschlag provokativ fragte: "Wollt ihr den totalen Krieg?", löste eine Welle der Empörung aus und beschädigte seinen guten Ruf.

Wenngleich Provokationen als Taktik etwas auslösen können, rate ich Führungskräften immer ab, auf unbedachte Worte zu verzichten. Die Geister, die man rief, sind in der Regel nachher schwer kontrollierbar.

Frau Leuthard - falls sie den Patzer unbeschadet übersteht - wird wohl künftig nie mehr so unbedacht reden, dass sie nach dem Ausrutscher zurückkrebsen muss.

Freitag, 26. August 2011

Unwetterwarnung für heute Nacht


Stürme und Gewitter angekündigt. Ich bleibe zu Hause



Eine Kaltfront mit Gewittern treibt heute den Hochsommer aus. (8989 / Leserreporter)
Eine Kaltfront mit Gewittern treibt heute den Hochsommer aus. (BLICK Leserreporter)


Kommentar: Die rechtzeitige Warnung ist auf die zahlreichen verpassten Warnungen zurückzuführen. Falls die Stürme und Unwetter gnädiger ausfallen als angekündigt, muss die Behörde nicht mit nachträglichen Vorwürfen rechnen.
Nachtrag : Die Bevölkerung stellte am Samstag fest, dass es zu keinen eigentlichen Unwettern kam. Damit besteht die Gefahr, dass die nächsten Warnung von der Bevölkerung in den Wind geschlagen wird - nach dem Grundsatz: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht."Das Informationsdilemma: Wird nicht rechtzeitig gewarnt, gibt es nachher harsche Vorwürfe. Ist man aber bei Warnungen zu vorsichtig, wird man langfristig unglaubwürdig. Einmal mehr zeigt sich auch an diesem Beispiel: Wer informiert macht immer ein Gratwanderung. Es gilt die Balance zu finden.




Zum ersten Mal hat der Bund heute eine Warnung vor Naturgefahren herausgegeben. In mehreren Landesteilen muss mit heftigen Stürmen gerechnet werden. Blumentöpfe sollten reingeholt werden. 
Heftige Winde fegen über die Schweiz: Sturm in Luzern. (Archivbild)

Donnerstag, 25. August 2011

Porträt Roger Schawinski im Studio

«Schawinski» - die neue Talk-Sendung des Schweizer Fernsehens

Quelle SF

Jeden Montag um 22.55 Uhr lädt Roger Schawinski  führende Exponenten aus Politik und Wirtschaft zu einem engagierten, kontroversen und  fundierten Gespräch.  Mit «Schawinski» wartet auf das Fernsehpublikum ein energiegeladener Polit-Talk auf Augenhöhe.
Bleibt Schawinski Schawinski ?


Zur ersten Sendung:

«Schawinski» vom 22.08.2011


Porträt des Privatbankiers Konrad Hummler

Konrad Hummler, Privatbankier und Präsident der NZZ


Roger Schawinski im Gespräch mit Konrad Hummler, dem wichtigsten Privatbankier der Schweiz

In der ersten Sendung diskutiert Roger Schawinski mit Konrad Hummler, dem geschäftsführenden Teilhaber der Privatbank Wegelin & Co. und Verwaltungsratspräsidenten der NZZ.



Moderation


Roger Schawinki 1974 beim «Kassensturz»
Roger Schawinski 1974 beim «Kassensturz»
Roger Schawinski, geboren 1945 in Zürich, studierte an der Universität St. Gallen (HSG) Wirtschaftswissenschaften und promovierte in Nationalökonomie. 1974 war er Mitbegründer und Moderator des Konsumentenmagazins «Kassensturz», einer der erfolgreichsten Informationssendungen des Schweizer Fernsehens. 1979 gründete er das erste Schweizer Privatradio «Radio 24», das 1983 konzessioniert wurde; 1994 folgte mit «TeleZüri» der erste private Lokalfernsehsender der Schweiz. Mit der Sendung «Talk täglich» etablierte sich Roger Schawinski als hartnäckiger, auch polarisierender Talker.


1998 schliesslich gründete er mit «Tele24» den ersten landesweiten Privatfernsehsender der Schweiz und wurde im gleichen Jahr mit dem prestigeträchtigen Gottlieb-Duttweiler-Preis als Radio- und Fernsehpionier geehrt. Ende 2003 bis Ende 2006 führte Roger Schawinski mit grossem Erfolg als Geschäftsführer den deutschen Privatsender Sat 1. Ende 2006 kehrte er nach Zürich zurück, wo er gleich sein nächstes Projekt in Angriff nahm: die Gründung von «Radio 1», das am 17. März 2008 erstmals auf Sendung ging. Roger Schawinski ist daneben als Kolumnist tätig und Autor mehrerer Bücher mehrheitlich zu Medienthemen. Für den wöchentlichen Talk «Schawinski» kehrt der vielseitige Medienunternehmer nach 34 Jahren nun zurück zum Schweizer Fernsehen. 




Inhalt

Sendungsporträt


Porträt Roger Schawinski

«Meine Gäste sollen sich wohlfühlen - aber nicht zu sehr.»

Roger Schawinski diskutiert jede Woche mit hochkarätigen und aktuell bedeutsamen Exponenten aus Politik und Wirtschaft. Auf das Fernsehpublikum warten engagierte, brisante und temporeiche Gespräche zum Zeitgeschehen. Dabei geht es nicht nur um Fakten, sondern auch um Menschen. Was für ein Mensch ist die interviewte Politikerin, der geladene Wirtschaftsführer? Was treibt sie an? Bei «Schawinski» wird kontrovers, aber auf Augenhöhe diskutiert. Mit dem brisanten Talk ergänzt SF 1 ab dem 22. August sein Programm am Montagabend um eine kurzweilige, journalistisch intensiv geführte Sendung.



Roger Schawinski

Moderator und Journalist:

«Ich habe eine unglaubliche Lust, wieder eine TV-Talksendung zu machen. Dass dies auf der grossen Bühne von SRF der Fall ist, empfand ich selbst sowohl überraschend als auch reizvoll. So viele Jahre nach dem Start des ‘Kassensturz‘ ist dies doch eine wunderbare Fernsehgeschichte».


Ende Zitat

 


KOMMENTAR ZUR ERSTEN SENDUNG:


Zur Premiere Schawinski:

Schawinski bleibt Schawinski




 Zahlreiche Analytiker werden sich vor der neuen Sendung Sendung gefragt haben:


Wie interviewt der erfahrene Talker beim Schweizer Fernsehen? Hakt er mit seinen Fragen gleich hart nach, wie früher bei Tele24/Tele Züri?


Roger Schawinski war für mich immer  - auch bei Radio1 - auf vier Ebenen sehr stark:



1. Er ist  Generalist,  bereitet sich meist inhaltlich gut vor und hat ein gutes Allgemeinwissen.


2. Er ist ein Schnelldenker, unterbricht oft und hat die Tendenz, jedes Gespräch zu beschleunigen.


3. Er ist sehr direkt, spricht Klartext, redet nicht um den Brei herum d.h.  Er will  Sachverhalte auf den Punkt bringen.
Wer ausweicht, quasselt und Aussagen einschäumt, hat bei ihm einen schweren Stand.


4. Er provoziert das Gegenüber, indem er bewusst Gegenthesen einnimmt. Er testet damit den Gast, ob seine Argumente wasserdicht sind.



Der Auftakt mit Privatbanker Konrad Hummler  wurde von Experten und von den Medien (Journalisten) mit grossem Interesse verfolgt. Für mich war es eine typische Schawinski-Show. Der Interviewer zog die üblichen typischen Register. Schawinski blieb Schawinski.



Die Wahl des Gesprächspartner wählte Schawi sicherlich für die erste Sendung gezielt aus, d.h. bei der Pilotsendung wollte er bewusst  keinen Promi. Dafür aber als Gast einen Banker mit Einfluss,  der sehr  gut in die aktuelle politische Themenlandschaft passt.



Was zur ersten Sendung gesagt werden darf:


Hummler konnte sich während des Interviews nicht zurücklehnen. Doch liess er sich von provozierenden Fragen und Gegenthesen offensichtlich  nicht irritieren.
Ich hatte das Gefühl, dass Roger Schawinski  etwas von seinem Vorbild Frank Plasberg von "Hart, aber fair" zeigen wollte. Der Talker wirkte für mich jedenfalls trotz der Nervosität recht souverän. Immer  "hart in der Sache" aber doch etwas dialogischer mit dem Gegenüber (gemäss dem Harvard Prinzip). Möglich, dass es auch an Hummler lag, der bei der Wahrheitsfindung mitmachte und fähig war, das was er denkt, konkret auf den Punkt zu bringen. Leider wurde er  zu oft unterbrochen.


Dem knallharten Schawinski können eigentlich nur  Gesprächsverweigerer, Flüchter,  Besserwisser irritieren oder Frauen mit einer Charmeoffensive. Hummler hatte wahrscheinlich für Schawinski ein ideales Profil, weil er sich nicht rhetorisch durchzumogeln versuchte.


Hummler punktete - aus meiner Sicht - dank seiner Ruhe und seines Humors. Immer wieder gelang es dem Interviewten, die spürbare Hektik und Nervosität des Fragers zu dämpfen. Das wirkte wohltuend.



Die grosse Beachtung der ersten Sendung hat viel mit dem Selbstwertgefühl des  erfahrenen  Profi -Interviewers zu tun. Schawinski glaubt immer an sich! Wenn er talkt, benimmt er sich wie ein Fisch im Wasser. Mitunter wird ihm zwar vorgeworfen, er halte sich für den Grössten. Doch in diesem Geschäft darf ein Talker ein starkes Selbstbewusst sein haben.

Fazit:

Das Format am runden Tisch überzeugte. Schawinskis W im Schriftzug entspricht übrigens dem Powerknopf der Fernbedienung. Wenn nun künftig das Publikum zur späten Stunde am Bildschirm verweilen soll, ist Power unbedingt notwendig. Aber nicht in dieser Art und Weise des Fragens. Bei der zu hohen Kadenz der Fragekaskade, besteht vor allem die Gefahr eines Ueberangebotes von Themen. In diesem Fall kam es zu einer Ueberfülle von Fachbereichen wie: Finanzkrise, Börsenkurs, Schulden, Aktien, Anlagetipps usw. Die Vertiefung einer Kernfrage (starker Franken) ist bei dieser Themenschwemme ausgeschlossen. Weniger ist bekanntlich immer mehr.
Ich habe diese Sendung im Ausland mitverfolgt und dort meine Notizen gemacht. Alle Medienexperten werden nachträglich die erste Sendung be- oder verurteilen. Ich vertrete auch bei diesem neuen Medienevent die Meinung, die ich nach dem ersten Auftritt von Christine Maier im 10 vor 10 schon einmal publiziert hatte: Journalisten hätten im Grunde genommen das gleiche Recht wie Politiker. Bevor wir Ihnen endgültige Noten verteilen, müssten wir sie zuerst  einmal   in Ruhe 100 Tage lang den Job machen lassen. Dann hingegen ist die Schonzeit vorbei.
 

Montag, 22. August 2011

Zur zweiten Auflage des   Buches von Paolo Knill:



Lösungskunst von Herbert Eberhart und Paolo Knill

Beratung, Therapie, Coaching kommen nicht ohne Sprache aus. Was ausschließlich sprachlich vermittelt wird, hat jedoch die Tendenz, Prozesshaftes, Sinnlich-Vitales und Komplexes zu reduzieren, zu verallgemeinern und festzuschreiben. Dies trifft auf künstlerisches Tun nicht zu – auch wenn es mit einfachsten Mitteln ausgeübt wird.
Das Autorenduo Herbert Eberhart und Paolo Knill hat über Jahrzehnte in Praxis und Ausbildung Erfahrungen mit dem Ineinandergreifen von Sprache und künstlerischem Tun gesammelt. Entstanden ist ein Arbeitsansatz auf systemtheoretischer Grundlage, der künstlerisches Tun als Dezentrierung vom Belastenden und Defizitären verbindet mit einer ressourcenorientierten Sprache und Haltung. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass produktive Neuausrichtung ein Zurücktreten und Loslassen voraussetzt.
Detaillierte Praxisbeispiele zeigen die Vielfalt konkreter Vorgehensweisen in verschiedenen Settings. Damit verbunden ist eine theoretische Aufarbeitung des Einsatzes von Sprache, Kunst und Spiel sowie die Darstellung der erkenntnistheoretischen und methodologischen Wurzeln. Es werden die Grenzen der Anwendbarkeit diskutiert wie auch die Frage der Vermittlung der notwendigen professionellen Kompetenzen.
»Damit ist das Buch gleichermaßen für Lehrende wie Lernende und für Theoretiker wie für Praktiker eine wertvolle Quelle zur weiteren Entwicklung und deren Reflexion« (Jürgen Kriz).
1.Auflage 2009 / 2. ergänzte Auflage 2010, 272 Seiten, SFr 46.70, € 27.90