Montag, 1. August 2011

Das Politmarketing ist im vollen Gang



Wie zu erwarten war, haben verschiedene Parteien nach den grauenhaften Attentaten unverzüglich damit begonnen, die Katastrophe in Norwegen parteipolitisch auszuschlachten.


Ich zitiere 20 Min:


Polit-Marketing um ein Massaker

Die Schlacht um die Deutungshoheit von Anders Breiviks Tat ist in vollem Gange. Hüben wie drüben ziehen Diskutanten ihre ganz eigenen Schlüsse aus der Tat.





































Als der Massenmord des Anders Breivik bekannt wurde, reagierte der Ministerpräsident umgehend. «Unsere Antwort wird mehr Offenheit und mehr Demokratie sein», verkündete Landesvater Jens Stoltenberg, nachdem der Killer die Nation in Schock, Trauer und Wut versetzt hat. Während Norwegen dem unerhörten Verbrechen seine freiheitlichen Ideale entgegensetzt, wird in Resteuropa kontrovers über das diffuse Weltbild des 32-Jährigen diskutiert. Zwar distanziert sich dort jedermann von seiner kaltblütigen Wahnsinnstat, doch gleichzeitig suchen die Protagonisten in den Mord-Motiven des Psychopathen Munition für ihre eigenen Kämpfe.






Hilflose Mitte: mehr Staat, mehr Überwachung


Das Verbrechen ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die nach einem stärkeren Staat rufen. Schon vor den Geschehnissen des 22. Juli hat Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine Novelle des Post- und Fernmeldegesetzes angestossen, die jedoch nicht von den Schweizer Abgeordneten in Bern abgesegnet wird, sondern als Verordnung ihres Justizministeriums daherkommt. Grund für die Veränderungen ist der Kampf gegen Kinderpornographie, doch nach den Schüssen in Norwegen haben es Sommarugas Kritiker schwerer, die der SP-Frau einen Einstieg in die Vorratsdatenspeicherung vorwerfen: Wer will schon derjenige sein, der den Schutz der Privatsphäre höher gewichtet als das Leben vieler unschuldiger Menschen?



Linke: Hilflose Verbotsforderungen und Schuldzuweisungen gen SVP


Der Ruf nach dem Staat endet nicht bei der Überwachung der Bürger, sondern ertönt auch in der politischen Landschaft. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles forderte ein erneutes Verbotsverfahren gegen die NPD: «Das verhindert zwar keinen Anschlag, trocknet aber die finanziellen Ressourcen der Rechten aus», glaubt die SPD-Generalsekretärin. Dass der gesellschaftliche Diskurs mit der Partei so ebenso erschwert wird wie ihre Überwachung, lässt sie dabei ausser Acht. Ihr Kollege David Roth von den Schweizer Jusos ging weniger weit, sagte jedoch: «Der Hass, die Intoleranz und die Fremdenfeindlichkeit, welche von rechtspopulistischen Parteien geschürt wird, schlägt sich nicht nur in den Wählerprozenten nieder, sondern in letzter Konsequenz auch in solchen Verbrechen.»



Gemeint haben dürfte der Politiker die SVP und ihre Debatte um Zuwanderung, Integration und Religion – und hat damit seiner eigenen Sache einen Bärendienst erwiesen. Derartige Schuldzuweisungen sind im Kalkül des Psychopathen, der in seinem Pamphlet auch die politische Landschaft der Schweiz in Schwarz und Weiss unterteilt. Ad-hoc-Reaktionen wie etwa gegen die SVP und ihre Sicht der Dinge werten nicht nur die Ansichten des Täters auf, sondern manifestieren den von Breivik gezogenen Graben. Nicht zuletzt fordern sie den politischen Gegner auf, sich ebenfalls auf das perfide Schuld-Spiel einzulassen – und ausserdem hat auch linke Ignoranz zur Popularität der Rechtspopulisten überall in Europa beigetragen.


Retourkutsche: Entrückte Polit-Eliten formten den «Wutbürger»


Die Schweizer Rechte distanzierte sich im Angesicht der Bluttat vom Mörder. «Fiebrig versuchen die Medien und die roten Kommentatoren eine Verbindungslinie zwischen Breivik und der SVP zu konstruieren», wettert denn auch «Weltwoche»-Autor Urs Paul Engeler. Deutlich distanziert er sich von den «Amateur-Analytikern» der «Süddeutschen Zeitung», die in dem Mord eine politische Tat sehen.


Er selbst macht einen klassischen «Massenmörder vom Pseudo-Kommando-Typus» aus: «Dass der Attentäter lediglich ein schwadronierender Psychopath sein kann ohne eine Mission, das ziehen die hektischen Nutzniesser des Massakers nicht einmal in Betracht.» Ob Engeler mit seinem Kommentar den eigenen Chef gemeint hat? Roger Köppel spricht nur wenige Seiten zuvor davon, dass der 32-Jährige «höchstwahrscheinlich ein politischer Einzeltäter» sei. Der Zürcher hat eine ganz eigene Theorie davon, was den Mörder radikalisiert hat: eine «Unzufriedenheit und Ohnmacht, die europaweit von der elitären, der Lebensrealität der Leute immer stärker entrückten politischen Klasse verursacht werden. Breivik ist die pervertierte Variante des europäischen ‹Wutbürgers›». Und das hänge mit der «unbewältigten Zuwanderung aus muslimischen und/oder afrikanischen Ländern» zusammen.



Kulturkämpfer und Rechtsextreme finden «des Pudels Kern»



Noch weiter gehen die Vertreter der Kulturkampf-These, die offen anti-islamisch agitieren. Die «Weltwoche» druckte einen Artikel des US-Autors und Exil-Norwegers Bruce Bawer ab, der weinte, als er von den Anschlägen erfuhr, von denen es anfangs hiess, Islamisten hätten sie verübt. Doch der Buchautor hoffte auch, dass «Politiker nach diesem Terrorakt künftig verantwortungsbewusster auf die Probleme reagieren, die sich im Zusammenhang mit dem Islam stellen». Dann erfuhr er, dass es Breivik gewesen war: Die Tränen des Mitleids versiegten offenbar. «Mir war sofort klar, dass diese Gewalttat einem wichtigen Anliegen schweren Schaden zufügen wird.» Sein Buch «Surrender. Appeasing Islam, Sacrificing Freedom» wird von Breivik zitiert. Brawer wiederum findet die Islam-Analyse im ersten Teil des Pamphlets des Täters «hochintelligent».


Rechtspopulisten sind nicht gleich Rechtsextreme: Erstere stellen wie auch Anders Breivik Faschismus mit Marxismus und dem Islam per se auf eine Stufe.
Trotz der Grabenkämpfe zwischen links und rechts sind sich die Lager in einem Punkt einig: Die Themenkomplexe Einwanderung, Religion und Integration müssen in der europäischen Gesellschaft breiter diskutiert werden. Nur bei dem Warum sind sich die Lager uneinig: Auf der einen Seite warnt die «Weltwoche» vor einer schleichenden Islamisierung, auf der anderen die «Zeit» vor einer «Verharmlosung der wachsenden Islamfeindlichkeit».
Das die Themen auf die Agenda kamen, war die Intention eines verrückten Psychopathen. Dass er ausserhalb Norwegens auf diese Art und Weise ernst genommen wird, zeigt, dass er ein Ziel schon erreicht hat.



Kommentar: Der Massenmörder hat eigentlich mit dem Massaker seiner Ideologie einen Bärendienst erwiesen. Die Wahnsinns-Tat brachte der norwegischen Arbeiterpartei einen enormen Zulauf und den Sozialdemokraten wurden nicht geschwächt. Anderseits werden  vermutlich die Rechtsaussenpartei  bei den bevorstehenden Wahlen in ganz Europa  Einbussen erleben. 


Wenn nun aber der Irrsinns-Tat eines Einzelnen dazu führen würde, dass die Einwanderungs- und der Terrorismus der extremen Kämpfer für den heiligen Krieg nicht mehr angesprochen werden dürften, so wäre dies genau so falsch, wie wenn die Staaten ermächtigt würden einen Polizeistaat einzurichten (Abhöraktionen, Fichen usw.).

In einer offenen Gesellschaft müssen wir Diskussionen immer zulassen. Doch dürfen diese Meinungen nie mit Gewalt durchgesetzt werden. Auseinandersetzungen gilt es verbal auszutragen.  Versuche, nach der Katastrophe einen totalitären Uebewachungsstaat oder Maulkörbe einzuführen, dürfen wir nicht zulassen.

Man muss bei der Weltwoche nicht immer einverstanden sein, doch fand ich Köppel Kritiker, welche mit folgenden Aussagen des  Weltwoche -Chefredaktors völlig einverstanden sind:

"Wer kritisch über  Zuwanderung redet, ist noch kein Breivik, sondern einfach ein besorgter Mensch, der die Probleme nicht unter den Teppich gekehrt haben möchte." 

Und fährt fort:

"In der Schweiz können Leute über Minarette abstimmen und müssen nicht zu anderen Methoden greifen."

Mit dieser Formulierung hat Köppel bei der Thematik "Wahnsinnstat und Politik" den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ein Leser mailte mir gestern folgende Zeilen dazu:

Breivik liebt Lacoste Kleider. Wer nun alle Menschen, die ebenfalls Lacoste Pullover tragen, als Breivik Sympathisanten bezeichen würde, könnte nicht logisch denken. Nur weil der Massenmörder ein Flair für Mont-Blanc Stifte hatte, dürften wir künftig auch nicht solche Füllis oder  Kugelschreiber verbieten.

Ich bin überzeugt, dass in den kommenden Wochen von verschiedensten Seiten versucht wird, aus der Katastrophe in Norwegen politisches Kapital zu schlagen.


FAZIT:


Wenn eine Partei, eine Marke wie beispielsweise das Logo Lacoste auf dem Pullover des Massenmörders im Umfeld eines Massenmörders zu sehen ist, besteht immer die Gefahr, dass dies zu einem Imageschaden  führt. Aber nur dann, wenn das assozierte Wertegerüst der entsprechenden Marke weniger stark ist als die Wahnsinnstat. Obschon nicht alle Marken aus einem negativen Anlass Schaden genommen haben (Beispielsweise der weisse  Ford   Modell Bronco, mit dem der des zweifachen Mordes verdächtigten O.J. Simson geflüchtet ist). Dennoch ist es immer Gift, wenn eine Marke oder Partei mit einem Verbrecher in Verbindung gebracht wird.  

Sonntag, 31. Juli 2011

Nella Martinetti ist tot- sie lebt in ihren Liedern weiter




Ich zitiere Tagi-online:





Gigantische Torte für Nella: der Star an seinem 56. Geburtstag am 21. Januar 2002.
Bild: Keystone

   
Der «Blick» war ihr Zuhause. Und die «Schweizer Illustrierte». Und die «Glückspost». «Ich bin und ich war eine ‹Blick›-Frau, von Anfang an», sagte sie einmal. Die Regenbogenpresse war Nellas Zuflucht, so sehr, dass sie letztes Jahr im SF-Dok-Film «Nella Martinetti – ein Leben zwischen Applaus und Abgrund» gestand, ja, sie lese gerne Schlagzeilen über sich, sogar die über ihren Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie sagte da auch: «Ja, ich bin kamerasüchtig, scheinwerferlichtsüchtig, das ist eine Katastrophe. Und ich war abhängig von Tabletten und Alkohol.» Und dass sie seit zehn Jahren keinen Sex mehr gehabt habe.
Die letzten Jahre der Nella Martinetti waren traurig. Ihr übersteigertes Mitteilungsbedürfnis und ihr Krebsgeständnis vom 16. September 2009, exakt zwei Tage nach dem Krebstod von Hollywoodstar Patrick Swayze (auch er starb an Bauchspeicheldrüsenkrebs), erweckten hie und da den Eindruck, als habe sie sich ihre Krankheit bloss erfunden. Doch nun ist klar: Nella Martinetti hatte Recht. Denn Nella Martinetti ist nicht mehr.
(Ende Zitat)




Kommentar: Immer wieder habe ich  Martinettis starkes Bedürfnis, in die Medien zu kommen, kritisch hinterfragt und dieses Verhalten verschiedentlich als negatives Beispiel erwähnt. Nun ist Nella Martinetti gestorben. Trotz unserer Kritik gedenken wir heute der einmaligen Persönlichkeit, die uns so viele Lieder geschenkt hat, welche noch lange weiterleben.


LINKS:


30. Jan. 2008 ... Nella Martinetti gehörte zu dieser Gruppe. So wurde sie immer wieder zur Zielscheibe von Hohn und Spott. Heute gibt endlich zu, ...
www.rhetorik.ch

la Martinetti war beispielsweise eine solche infizierte Person. ... presse könnte man nun meinen, Nella Mar- tinetti habe ihre Krankheit “Sucht nach Me- ...
www.rhetorik.ch

Samstag, 30. Juli 2011

Training ist nicht nur für Piloten ein MUSS





Wenn Piloten nicht trainieren, kann es gravierende Folgen haben.
Wenn Sie im Bereich Kommunikationsfähigkeit nicht an sich arbeiten, können Sie im Beruf auch einen Absturz erleben.


Ich zitiere TAGI-online:


Den Piloten von Flug AF 447 fehlte das Training


Gleich mehrere Pilotenfehler haben vor gut zwei Jahren den Absturz der Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord im Atlantik verursacht. Das geht aus einem Untersuchungsbericht hervor.

  Lange wurde vergeblich nach ihnen gesucht: Eine der zwei Blackboxen des verunglückten Air-France-Flugs 447 bei der Untersuchungsbehörde BEA in Le Bourget bei Paris.
Bild: Emma Foster/Keystone

   

Air-France-Absturz in den Atlantik
Air-France-Absturz in den Atlantik
Kaum Chancen auf Überlebende, an Bord waren auch sechs Schweizer


Heute wurde der dritte Untersuchungsbericht der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA in Paris vorgestellt. Die BEA listete in ihrem dritten Bericht die Pilotenfehler genauer auf, die die Behörde bereits Ende Mai angesprochen hatte: Demnach verliess der Flugkapitän kurz vor zwei Uhr nachts das Cockpit, um sich auszuruhen. Dabei habe er keine klaren Anweisungen für seine Abwesenheit gegeben.
Schon wenige Minuten später gab es in 11'500 Metern Höhe Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung, weil die Sensoren vereist waren. «Wir haben die Geschwindigkeit verloren», sagte der Co-Pilot laut dem Stimmenrekorder um 2.10 Uhr.
Trotzdem setzte keiner der beiden Co-Piloten das übliche Verfahren für solche Fälle in Gang.


Laut BEA hatten die Männer keine Ausbildung für das Verfahren in hoher Flughöhe. Auch auf den Überziehalarm, der vor einem drohenden Strömungsabriss warnte, reagierten die Co-Piloten demnach nicht - obwohl der Alarm 54 Sekunden lang lief.

Die Vereinigung der Angehörigen der deutschen Opfer HIOP wies auf die zahlreichen Probleme hin, die es mit den Geschwindigkeitsmessern, den so genannten Pitot-Sonden, schon seit 2005 gegeben habe.


Air France habe diese Schwierigkeiten nicht in seiner Piloten-Ausbildung berücksichtigt, hiess es in einer Mitteilung.


Die BEA empfahl Air France in ihrem Bericht, die Ausbildungsprogramme zu überarbeiten und insbesondere die manuelle Steuerung und einen Strömungsabriss in hoher Flughöhe zu üben. Zu den umstrittenen Pitot-Sonden äusserte sich die Behörde nicht.


Ende Zitat



Kommentar:


Diese Geschichte sollte all jenen zu denken geben, die sich nicht laufend weiterbilden.


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Freitag, 29. Juli 2011

Die Kraft eines Bildes


(Quelle 20 Min)

Es ist hinlänglich bekannt, dass ein Bild mehr bewirken kann als 1000 Worte.
Bei der  Hungerkatastrophe in Ostafrika war diese Aufnahme so aussagestark, dass sie eine enorme Spendefreudigkeit ausgelöst hat. Auch im Vietnamkrieg war es ein Bild (flüchtendes Kind), das ein Umdenken in der amerikanischen Bevölkerung ausgelöst hatte.


Es besteht aber  immer auch die Gefahr der Abstumpfung, wenn im Fernsehen ständig leidende Menschen gezeigt werden.  Doch diesem einmaligen Ausdruck in den Augen eines hungernden Kindes können wir uns nicht entziehen. 
Nachtrag:


Aus taia Lehrbuch:


Die Macht des Bildes

„Bilder sind schnelle Schüsse in das Gehirn“ (W. Kroeber-Riel, Bildkommunikation, München 1993, S. 53)
Erstens  vermögen Bilder Informationen schneller zu transportieren. Durch ihren analogen Datenaufbau ist eine parallele Informationsverarbeitung in unserem Gehirn möglich. Ein Bild muss ich also nicht sequenziell (vorne anfangen, hinten aufhören) lesen, wie einen Satz, sondern ich kann es „mit einem Blick“ erfassen.
In 1-2 Sekunden kann ich ein relativ komplexes Bild erfassen, aber nur, je nach Lesegeschwindigkeit, 5-10 Wörter eines einfachen Textes lesen.



Zweitens ist das Bildgedächtnis dem Sprachgedächtnis weit überlegen. An Bilder der Kindheit erinnern wir uns Gewöhnlicherweise weit intensiver, als an gesprochene oder gelesene Worte. Durch leichtere Assoziationsmöglichkeiten ist offensichtlich eine Verankerung und Einbettung in das neuronale Netz besser gewährleistet. Durch Bilder lassen sich damit Botschaften nachhaltiger im Gedächtnis verzurren. Bilder vom Fall der Mauer, den Anschlägen vom 11. September oder den Folterungen im Irak haben sich somit in Millionen Hirnen festgesetzt.


Drittens zeichnet sich vor allem Film- und Fotomaterial gegenüber Texten durch tendenziell größere Glaubwürdigkeit aus. (Vgl. W. Kroeber-Riel, a. a. O. S.36) Durch die scheinbare Direktheit der Widerspiegelung ist das Vertrauen in die eigenen Augen nahezu ungebrochen. „Einmal gesehen, ist besser als 10 Mal gehört“ drückt dieses Gefühl der authentischen Wahrnehmung treffend aus.


Viertens gilt, dass auch das äußere Bild nur als „Impulsgeber“ für die Konstruktion des inneren Bildes fungiert. „Das Auge als Quell visueller Information liefert nicht mehr als 10 bis 20 Prozent der Wahrnehmung. 80 bis 90 Prozent der Wahrnehmung sind Zusatzleistungen des Gehirns“
(„Medien des Wissens - Wissensherstellung auf Papier, auf dem Bildschirm und Online“ Derrick de Kerckhove in: Weltwissen, Wissenswelt. Du Mont Buchverlag 2000, S. 71) Man sieht also nur im Bild, was man schon im Kopf hat. Die Macht des Bildes hat auch etwas mit den Fähigkeiten des Gehirns zu tun. So speichert unser Gehirn ca. 75% visuelle Reize, 13% auditive und die restlichen 12% verteilen sich auf Riechen, Schmecken und Tasten. (kienästhetische Reize)





teaser image

Donnerstag, 28. Juli 2011

Eine erfreuliche Nachricht  heute morgen:




Das Kätzchen «Princess» überlebt eine Stunde in der  Trommel der Waschmaschine den ganzen Vollwaschgang. (Screenshot BBC)

Darf der Massenmörder Breiwik im modernsten liberalen Gefängnis in Norwegen- gleichsam in einer Wohlfühloase - seine Strafe absitzen?






Während in Leserbriefen für den eiskalten Killer eine lebenslange Verwahrung und sogar ausnahmsweise die Todesstrafe gefordert wird, zeigt sich jetzt die Kehrseite des humanen Strafvollzuges in Norwegen. Wenn dort in der Gefangenschaft das Schwergewicht auf die Resozialisierung gelegt wird, so ist es nicht verwunderlich, wenn ein Massenmörder im "Knast" von den neuen hotelähnlichen Bedingungen profitieren kann: Eigenes Bad und Flachbildschirm. Ein wohnlich eingerichtetes Zimmer mit gitterfreiem Fenster und Ausblick in eine gepflegte Landschaft. Alles steht ihm zur Verfügung, Bibliothek, Fitnessgeräte ein Lern- und Musikstudio sowie eine hervorragene ärztliche Versorgung. Der brutale, uneinsichtige Massenmörder kann somit sehr wahrscheinlich in Norwegen von dem liberalen Strafvollzug  profitieren.  Sport und Musik wird nicht zu kurz kommen. Auch Therapien werden nicht fehlen. Dass die Ernährung auch variationsreich und gesund ist, ist in diesem Luxus Gefängnis Selbstverständlichkeit. Wie viel der Steuerzahler für den Aufenthalt des Massenmörders in diesem liberalen Gefängnis pro Tag  aufzukommen hat, wäre interessant  zu erfahren. Doch davon steht nichts in der Presse.  Dies müssten eigentlich die Norweger interessieren.


Aus Berliner Kurier:

Massenmörder Breivik landet in Luxusknast


Der Killer von Norwegen kommt in den Luxusknast: Da gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlingen mit ihren Familien schöne Stunden verbringen können.
Der Killer von Norwegen kommt in den Luxusknast: Da gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlingen mit ihren Familien schöne Stunden verbringen können.
Foto: dpa/Montage
Oslo –  
„Halden Fengsel“ gilt als Luxusknast. Erst im vergangenen Jahr eröffnet, 175 Millionen Euro teuer: Dorthin kommt der Massenmörder Anders Behring Breivik.

(Ende Zitat)



Ich zitiere Tagi online:


In Norwegen gibt es dort einen liberalen Strafvollzug, der dem Gedanken der Resozialisierung verpflichtet ist.


In dieser Hinsicht ist die Haftanstalt Halden, die südlich der Hauptstadt Oslo gelegen ist, ein Vorzeigegefängnis. Halden gilt als die modernste Haftanstalt Europas. Im 160 Millionen teuren Gefängnis lässt es sich angenehm leben. Die Anlage ist als Dorf konzipiert, wo die Insassen in kleinen Blockhütten leben. Die Einzelzellen sind hell und verfügen über ein eigenes Bad und einen Flachbild-Fernseher. Der Blick in die umgebende Landschaft ist nicht durch Gitter beeinträchtigt, weil die Fenster aus sicherem Glas bestehen. Umzäunt ist die Anlage von einer 1,4 Kilometer langen, sechs Meter hohen Mauer.
In Halden können sich die Insassen in Lernstudios aus- und weiterbilden lassen, oder sie gehen in Werkstätten einer Arbeit nach. In der Freizeit bieten sich zum Beispiel Sport und Musik an. Es gibt Übungsräume für Bands und sogar ein eigenes Tonstudio. Sportinteressierte können Fitnessräume oder die Turnhalle mit Kletterwand besuchen oder auf den Fussballplatz. Auf dem 30 Hektaren grossen Gelände gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlinge mit Familienangehörigen Zeit verbringen können. Die Besucherräume sind mit Spielecken und Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Schliesslich fehlen auch mit Kunst ausstaffierte Freiräume nicht.



Bessere Lebensqualität als in Pflege- und Altersheimen




Der humane Strafvollzug in der Haftanstalt Halden stösst nicht nur auf Lob, sondern auch auf Kritik. Die Rede ist von einem Luxus-Gefängnis – was von den Verantwortlichen der Haftanstalt bestritten wird. Die Kritik kommt vor allem aus Kreisen der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (FrP), der der Attentäter von Oslo ein paar Jahre angehört hatte. Die Lebensqualität im Gefängnis Halden sei besser als in vielen Pflege- und Altersheimen Norwegens, wird weiter von rechter Seite moniert.


Das norwegische Justizministerium stellt sich auf den Standpunkt, dass Gefängnisse nicht ungemütlich zu sein brauchen. Die Strafe sei, dass man nicht rauskomme.




Drinnen gehe es darum, sich auf ein besseres Leben nach der Haftentlassung vorzubereiten. Das Leben im Gefängnis soll möglichst nahe am normalen Alltag sein. «Wir möchten die Insassen, die in schlechter Verfassung kommen, aufbauen», heisst es auf der Webseite der Haftanstalt Halden, «ihnen Selbstvertrauen geben durch Ausbildung und Arbeit, so dass sie dieses Gefängnis als bessere Menschen verlassen.»












 Das im Frühling 2010 eröffnete Gefängnis nimmt Schwer- und Schwerstkriminelle auf und bietet Platz für 252 Insassen. Gemäss Medienberichten wird Anders Breivik, der am Freitag fast 80 Menschen tötete, möglicherweise im Gefängnis Halden untergebracht – sofern er nicht für immer in einer psychiatrischen Anstalt eingeschlossen wird.
Angeklagt werden soll der 32-jährige Attentäter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und nicht wegen Mordes. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 30 Jahre Gefängnis in Norwegen, nicht nur die Maximalstrafe von 21 Jahren für Mord. In den nächsten Wochen wird ein Psychiater die Zurechnungsfähigkeit Breiviks untersuchen.

(Ende Zitat)

Kommentar: Es ist begreiflich, dass nun viele Norweger an ihrem liberalen Strafsystem zweifeln.  Siehe: «Spiegel online»  Breivik dürfe man nicht in einem hotelähnlichen Gefängnis seine Strafe verbüssen lassen, sondern müsste härter bestraft werden, findet der Otto Normalverbraucher.


Aus TAGI:
1/10 Zwei Insassen der norwegischen Vorzeige-Haftanstalt Halden in einem Gemeinschaftsraum mit Fernsehen.
www.haldenfengsel.no

Mittwoch, 27. Juli 2011

Charisma - das gewisse Etwas



Immer wieder versuchten Wissenschafter das Geheimnis der charismatischen Persönlichkeit zu entschlüsseln. Dass es nicht einfach ist, Charisma zu definieren, können wir im Internet lesen. Denn Charisma hat sehr viele Facetten.




In der Umgangssprache  bezeichnen wir eine Person als charismatisch, die eine besondere Ausstrahlung hat, die Mitmenschen  inspirieren, beeinflussen, motivieren und  begeistern kann. Die charismatische Person hat eine sympathische Strahlkraft.
Betritt sie den Raum. Schon zieht diese Person die Blicke auf sich und bekommt von allen Seiten Aufmerksamkeit.




weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/wissen/mensch/767xctk-das-geheimnis-des-charisma#.A1000146


Ich werde immer wieder gefragt, ob man Charisma lernen könne oder ob dies angeboren sei










Meine Antwort lautet jeweils: Jein








Wir können davon ausgehen, dass 1/3 angeboren resp. vererbt wurde. Ich denke da an die Persönlichkeitsmerkmale wie beispielsweise an die Schüchternheit  oder Extrovertiertheit. Dies ist gleichsam vorbestimmt. Ich kann aber auch aktiv an der eigenen Persönlichkeit arbeiten und das Charisma beeinflussen.





Weil wir davon ausgehen können, dass eine Persönlichkeit mit Charisma ein stabiles Selbstwertgefühl hat und sich im inneren Gleichgewicht befindet,  können wir  im Laufe des Lebens  viel selbst dazu beitragen, um persönlich zu reifen und können uns befähigen, andere positiv zu beeinflussen. Diese Stabilität erlangen wir jedoch nur, wenn wir authentisch sind.


Charisma ist immer authentisch



Wer Charisma vortäuscht, wird rasch entlarvt. "Charisma",  nur aufgesetzt, ist kein Charisma







Eine Person mit Charisma hat stets eine BEWIRKKRAFT











Wenn wir Dalai Lama, Kennedy oder Obama als  charismatisch bezeichnen,  gehen wir davon aus, dass diese Person  andere inspirieren, in Bann ziehen, beeinflussen, verändern kann. Jedenfalls BEWIRKEN Personen mit Charisma immer etwas.









Als Kommunikationsberater habe ich festgestellt, dass charismatische Menschen:





- sich authentisch ausdrücken können




- bei ihnen  Körpersprache (Blick, Haltung, Aeusseres) mit Stimme und Aussage  übereinstimmen




- selbst davon überzeugt sind, was sie sagen




- eine gute Wahrnehmungsfähigkeit haben






- sich ihrer Defizite und Stärken bewusst sind, und dadurch gleichsam in einem inneren Gleichgewicht kommunizieren  (sie akzeptieren sich)
d.h. sie kennen ihre Mängel und beheben sie laufend





- haben ein stabiles Selbstwertgefühl und sind dadurch selbstsicher





- sind fähig, beim Gegenüber Gefühle zu wecken




- können sich gut auszudrücken




- sind begeisterungsfähig



- ihre emotionale Kompetenz und  Sachkompetenz sind im Lot




Was können Sie tun, um charismatischen Fähigkeiten zu steigern?


- Beherrschen Sie die Kunst der Rhetorik!



- Verwenden Sie eine  einfache, verständliche Sprache  (reden Sie adressatenorientiert)



- Klammern Sie bei Kommunikationsprozessen die Emotionen nicht aus. Sie müssen über die emotionale wie auch über die Sachkompetenz  verfügen




- Wichtig ist das innere Gleichgewicht (Ein charismatischer Typ verliert die Nerven nie, er lässt sich auch nicht von anderen charismatischen Menschen irritieren)

- Sie müssen lernen, bei den Mitmenschen die Sinne anzusprechen



LINK:
Aktuell Artikel · Artikel Inhaltsverzeichnis, Suche in Rhetorik.ch: www.rhetorik .ch aktuell: (11. Jun, 2008). Sinnvoll Kommunizieren ...
www.rhetorik.ch




- Lernen Sie  möglichst in Bildern zu  reden (so, dass Ihre Aussage gleichsam mit den Ohren gesehen wird)





- Interessieren Sie sich echt für die Mitmenschen (Sie dürfen nicht nur so tun, als ob...)







- Achten Sie auch auf Ihre äussere Erscheinung

- Pflegen und nutzen Sie ihre Netzwerke


- Engagieren Sie sich für Ihre Werte


- Ihre EINSTELLUNG ist und bleibt letztlich entscheidend. Wenn Ihre Freundlichkeit und ihre Leidenschaft echt ist, so stellt sich Ihre Stimme und  Körpersprache automatisch mit Ihrer inneren Einstellung überein. Dann überzeugen Sie  auch dann, falls Sie rhetorische Fehler machen



LINK


08 Apr. 2011
08 Apr. 2011
Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, ...



Diese Auflistung soll Ihnen bewusst machen, dass ein fachgerechte Persönlichkeitsschulung viel dazu beitragen kann,  Ihre Stärken und Schwächen zu kennen und Sie dadurch selbstsicher machen, weil sie sich akzeptieren lernen, so wie Sie sind

In einem fachgerechten Coaching werden Sie die Balance zwischen Extremen erkennen und dadurch zwangsläufig Ihre charismatischen Fähigkeiten steigern 


Im Internet finden Sie viele Test, die Ihnen angeblich verraten, ob Sie Charisma haben



Diese Tests zielen vor allem darauf ab, Ihnen bewusst zu machen, wie Sie von der Umwelt wahrgenommen werden, wie Sie wirken.



Leider hat jede Münze zwei Seiten



Dank Charisma kann eine Person andere beeinflussen, kann helfen, raten und Mitmenschen motivieren.
Doch besteht mit dieser Gabe stets die Gefahr, dass eine Person diese Fähigkeit missbrauchen kann. Es gibt einige charismatische Menschen, die schon andere ins Verderben geführt haben. Deshalb ist es für mich eine wichtige Voraussetzung, dass ein Mensch mit Charisma auf einer positiven ethischen Grundlage basiert und seine Ausstrahlungskraft nie missbraucht.



FAZIT: Obschon seit Jahren versucht wird, das Phänomen  Charisma zu entschlüsseln, ist es auch heute noch nicht gelungen, dieses Phänomen vollständig zu durchleuchten.