Donnerstag, 3. Februar 2011

"Schawi" - einer der grössten SRG Kritiker bekommt ein Sendegefäss beim Schweizer Fernsehen







In der Medienbranche war die Medienmitteilung eine Sensation.
Schawinski wird wieder am Schweizer Fernsehen zu sehen sein.



Vom Radio zum Fernsehen und zurück: Roger Schawinski (Bild: Reuters)



Nach 34 Jahren kehrt Roger Schawinski wieder zum Schweizer Fernsehen zurück, wo er seine journalistische Laufbahn begonnen hat. 





Fernsehdirektor Rudolf Matter soll sich seit Jahren mit "Schawi" bestens verstanden haben.
Die Rückkehr erstaunt, zumal in den vergangenen Jahrzehnten ist Schawinski einer der schärfsten Kritiker der SRG war.  Verliert er damit nun durch die Annahme des Angebots an Glaubwürdigkeit?
Das wird erst die Sendung zeigen.  Der erfahrene Vollprofi weiss genau, dass er mit der neuen Sendung - zu einer solch schlechten Sendezeit  - alles machen muss, um gute Gesprächspartner zu finden. Und da weiss Roger Schawinski  gut genug , was zu tun ist. Man muss ihm nichts beibringen.
Kritiker vermuten, dass Schawinski von Roger de Weck gestützt sein könnte, weil er auch ein Europabefürworter und  SVP Gegner ist.




 Für Roger Schawinski besteht die neue SRG Führung heute aus Journalisten, und nicht mehr aus Marketingleuten ( Seitenhieb auf den alten SRG-Boss Armin Walpen?)

Kommentar: Roger Schawinski muss jetzt nur eines tun: Ein gute Sendung machen. Als  einer der besten Talker im Land traue ich ihm dies zu. Vermutlich wird das Publikum trotz der späten Sendezeit nicht einschlafen. Wir werden jedenfalls die neue Sendung mit grossem Interesse verfolgen.


Nachtrag
aus Kleinreport:


SRF wird jährlich etwa 43 Folgen von «Schawinski» produzieren.
Der Talk dauert ungefähr 27 Minuten und wird jeden Montag im
Anschluss an «ECO» auf SF1 ausgestrahlt. «Ich habe eine
unglaubliche Lust, wieder eine TV-Talksendung zu machen. Dass
dies auf der grossen Bühne von SRF der Fall ist, empfand ich
selbst sowohl als überraschend als auch als reizvoll», sagte Roger
Schawinski am Donnerstag. «So viele Jahre nach dem Start des
`Kassensturz` ist dies doch eine wunderbare Fernsehgeschichte.»

Diego Yanez, Leiter Chefredaktion TV bei SRF, meinte über den
neuen alten SF1-Talkmaster: «Roger Schawinski hat bewiesen, dass
es in der Schweiz keinen Besseren für dieses Format gibt. Ich
freue mich sehr, dass wir endlich einen politischen Talk im
Programm haben und Roger Schawinski dafür gewinnen konnten.»

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF wollte diese überraschende
Zusammenarbeit eigentlich am Freitag an einer Medienorientierung
bekannt geben. Wegen der veröffentlichten «Blick»-Recherchen
musste Leutschenbach jedoch reagieren und die Pressekonferenz
auf Donnerstag, 10.30 Uhr, vorverlegen.


Vorfreude bei alten Weggefährten sowie Politik-
und Wirtschaftsvertretern ...

Der Klein Report hat am Donnerstag bei Journalisten und
Werbemachern sowie bei Politik- und Wirtschaftsvertretern
nachgefragt, ob sie Roger Schawinskis Rückkehr zum Schweizer
Fernsehen begrüssen. Während sich die alten Weggefährten
naturgemäss positiv äusserten, lobten auch die angefragten
Politiker nahezu durchgehend den Entscheid. Im Wahljahr will
sich anscheinend niemand gegen einen wichtigen Medienschaffenden
positionieren. Die Kritik übernahmen daher vor allem
Entscheidungsträger aus der Werbe- und Medienbranche.

Was auch auffiel: Viele der angefragten Personen wollten sich
explizit nicht zur Persona Schawinski äussern. Eine von mehreren
angefragen Entscheidern liess sich stellvertretend nur mit «No
Comment» zitieren, was wiederum vielsagend ist.

Der ehemalige «Weltwoche»-Chefredaktor Jürg Ramspeck, der
heute für den «Blick am Abend» Kolumnen verfasst, zeigte auf,
wie lange er Schawinskis Karriere schon verfolgt. «Ich kenne
Roger Schawinski seit dem Tag, an dem er zum ersten Mal, als
Volontär, über die Schwelle einer Zeitungsredaktion trat»,
erzählte Ramspeck dem Klein Report. Diese erste Begegnung
habe sich 1970 bei dem damaligen Boulevardblatt «Neue Presse»
begeben. «Ich war von seinem ungestümen Wesen sogleich angetan.
Wie alles Spätere, ungleich Spektakulärere, packte er seine
Aufgabe, die aus dem Fernschreiber quellenden Nachrichten
zu sortieren, mit der grössten Gewissenhaftigkeit und
Zielstrebigkeit an», so Ramspeck. «Dass er die Einzelperson
geworden ist, die journalistisch wie unternehmerisch unsere
Branche wie keine zweite aufgemischt hat, hätte da von einem
Hellseher nicht nur verschwommen geahnt werden können.» Und
derselbe Hellseher würde jetzt sein Wieder-Engagement bei SF1
als taktischen Kunstgriff erkennen, Schawinski lieber an Bord
zu haben, denn als stets ungemütlichen Kritiker aus dem privaten
Feindesland ertragen zu müssen. «Inzwischen ist es ja gewiss
keine verblüffende Idee mehr, eine weitere Talkshow im Fernsehen
abzuhalten. Aber einer Talkshow mit dem ersten Talkmaster der
Schweiz, Schawinski, wohnt zweifellos das Versprechen inne,
einem abgelutschten Format neu belebtes Format zu geben.»

Nur lobende Worte fand der heutige FDP-Nationalrat
Filippo Leutenegger. «Ich finde es gut, dass Roger Schawinski
diese Chance bekommt. Er verfügt über viel Erfahrung und
kennt das Business», sagte er dem Klein Report am Donnerstag.

Positiv kommentierte den Entscheid auch Ruedi Christen,
Kommunikationsleiter des Schweizer Gewerbeverbandes. «Ich bin
überzeugt, dass Roger Schwanski mit einer spannenden und guten
Sendung auf den Bildschirm zurückkehrt und wünsche ihm viel
Erfolg», erklärte er. Zugleich äusserte er einen Wunsch: «Der
Schweizer Gewerbeverband hofft darauf, dass in der neuen Talkshow
`Schawinski` nicht nur Gespräche über die Werbewelt, Kultur
und die allgemeine Politik ihren Platz finden, sondern auch
Unternehmer und insbesondere KMU-Vertreter in der Sendung
vertreten sein werden.»

Cédric Wermuth, Präsident der Juso Schweiz und Vizepräsident
der SP Schweiz, brachte eine Kritik an. «Roger Schawinski muss
gut erklären, weshalb er zum Schweizer Fernsehen zurückkehrt,
nachdem er es jahrelang für alles Schlimme im Schweizer
Journalismus verantwortlich gemacht hat», sagte er dem Klein
Report. Dem Sendeformat steht er aber positiv gegenüber. «Ich
bin gespannt auf seine Sendung. Ich hoffe, dass er etwas mehr
Pep ins Schweizer Fernsehen zurückbringt und harte Diskussionen
zulässt. Schawinski sollte ohne Hemmungen Politiker aller
Couleurs einladen und befragen», so Wermuth gegenüber dem
Klein Report. Dies würde der politischen Debatte in der Schweiz
gut tun. «Selbstverständlich würde auch ich eine Einladung für
seine Sendung annehmen», bestätigte er auf eine kurze Nachfrage.


... Skepsis bei kritischen Zuschauern

Einige Angefragte hinterfragten den Entscheid von Ruedi Matter
und Co., beim Schweizer Fernsehen künftig wieder auf Roger
Schawinski zu setzen, kritisch.

«Der Schawinski ist nun mal einer der Besten und so kontrovers,
dass er auch Einschaltquoten garantiert. Erstaunt bin ich nicht,
dass er diesen Job annimmt», meinte zwar Peter Leutenegger,
Unternehmensberater für Kommunikation. Doch stellte er zugleich
eine kritische Frage in den Raum: «Erstaunt bin ich höchstens
darüber, dass es das Schweizer Fernsehen nicht geschafft hat,
eine andere profilierte Persönlichkeit zu finden, eine, die
nicht in direkter Konkurrenz zum SRF steht, und eine, die nicht
seit über zwanzig Jahren über den Staatssender lästert und ihn
laufend zu demontieren versucht.»

Urs Schneider, Inhaber der Mediaagentur mediaschneider,
Zürich, interessierte sich dagegen nicht für die überraschende
Personalwahl, sondern hinterfragte gleich das Sendeformat an
sich: «Braucht es noch eine Polit-Sendung mehr?», meinte er
gegenüber dem Klein Report auf Anfrage.

«Der neue Schawinski-Talk auf SF1 ist wirklich ein geschichtliches
Wunder», äusserte sich Medienanwalt Martin Wagner pointiert.
«Noch 1999 hatte der damalige Fernsehdirektor, Peter Schellenberg,
Schawinski in der Nähe von `Medien-Seldwyla` geortet.» Tief besorgt
habe sich Schellenberg damals über die Qualität des Journalismus
geäussert. «Heute, zwölf Jahre später, ist es Schawinski doch noch
gelungen, sich an die Qualitätsmassstäbe des Schweizer Fernsehens
heranzutasten. Da kann man nur gratulieren und viel Erfolg wünschen»,
so der ehemalige Verleger der «Basler Zeitung».

Gleich mehrere Angefragte wollten sich nicht zur neuen
Polit-Talkshow äussern - aus welchen Gründen auch immer.
Giuseppe Scaglione, Radio 105, meinte etwa nur kurz und
knapp: «No Comment!»

Deutlich durfte dagegen Tanja Zesiger, Administrationsleitung
Klein Report, sein: «Schawinski kanns einfach nicht lassen, er
muss immer im Rampenlicht stehen. Das Schweizer Fernsehen soll
gescheiter auf neue Gesichter und die Nachwuchsförderung setzen.
Das wäre viel interessanter, dann würde ich diesen Kanal auch
mal anstellen.»



Nachtrag (Blick):



Ueli Maurer, Bundesrat (SVP)


«Roger Schawinski ist ein Opportunist. Ich verstehe seinen Entscheid nicht. Schade eigentlich, denn er ist der Pionier der Schweizer Medienlandschaft und geht jetzt zu seinem Erzfeind. Aber er ist halt narzistisch veranlagt.»

 

Die Erfolgsformel der Klaviervirtuosin Sona Shaboyan






Am 1. Februar hatten wir Gelegenheit in der Tonhalle Zürich die gosse Klavier Virtuosin aus Armenien zu hören. Sie verzauberte das Publikum mit einem herrlichen reichhaltigen Repertoire - vor allem armenischer Klaviermusik.






Musik ist Kommunikation. In der verbalen Kommunikation wurde die Bildrhetorik neu entdeckt. Sona Shaboyan malte eigentlich auch Bilder - aber  Ton-Bilder.
Der Abend machte uns bewusst, dass es bei den meisten Kommunikationsprozessen  darum geht,   stimmige Bilder in den Köpfen der Zuhörer zu erzeugen.


Der Abend in der Tonhalle bestätigte uns  noch ein anderes zentrales Erfolgsrezept, das auch bei allen Kommunikationsprozessen von zentraler Bedeutung ist:






Die Erfolgsformel der 100prozentigen Präsenz.




Die hoch begabte, preisgekrönte Pianistin sagte den Schlüsselsatz:



"Gute Musik entsteht nur, wenn der Künstler ganz bei sich ist."




Meine Frau Hildegard ergänzte:






"Gute Kommunikation entsteht nur, wenn der Redner ganz bei sich und der Sache ist!"






LINK:


  1. Präsent sein

    20. Juni 2005 ... Dabei jedes Mal 100 prozentig präsent zu sein. Medientraining ist ein Muss. Piloten können fliegen - dennoch verbessern sie laufend ihr ...
    www.rhetorik.ch/Praesent/Praesent.html - Cached - Similar
  2. Kommunikation und Medien

    3. Mai 2003 ... Hören: Immer präsent sein- Fragen ganz zu Ende hören, überdenken, nachfragen, Gehörtes klären. Denken, dann reden: Was ist meine Kernaussage ...
    www.rhetorik.ch/Medien/Medien.html - Cached - Similar
  1. rhetorik.ch aktuell: Was Rhetoriker von einer Violonistin lernen ...

    17. Febr. 2005 ... Die Münchner Violinistin Anne-Sophie Mutter und der Berliner Musikproduzent Martin Sauer sind mit dem Grammy geehrt worden. Bei der 47. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/05/02_17.html - Cached - Similar


  1. knill blog

    3. Juni 2009 ... Helmuth Rilling arbeitet immer noch leidenschaftlich, .... 2007 trat Helmuth Rilling u. a. erneut in der New Yorker Carnegie Hall auf und ...
    knill.blogspot.com/.../kosmisches-wahrnehmen-gedanken-nach.html - Cached
  2. knill blog: 03.06.2009

    3. Juni 2009 ... Helmuth Rilling arbeitet immer noch leidenschaftlich, perfekt und voller Lebenskraft . ... Helmuth Rilling gelang es, mich mit den Solisten, ...
    knill.blogspot.com/2009_06_03_archive.html - Cached


Selbsthilfe gegen Handy Belästigung im Zug:


Genervte Zugfahrer wissen sich zu helfen: Mit illegalen Störsendern!


Ich zitiere 20 Min:



Von Handys genervt


Pendler setzen illegale Störsender ein

Einige Zugfahrer ärgern sich derart über ihre telefonierenden Mitmenschen, dass sie zu illegalen Mitteln greifen: Mit speziellen Störsendern im Sack setzen sie das Netz ausser Gefecht.

storybild

Manche fühlen sich von telefonierenden Zugpassagieren terrorisiert – und greifen zum Phone Jammer. (Key)



Ständiges Geklingel und Leute, die am Handy lauthals ihr halbes Leben ausbreiten: M.C.* empfand ihre morgendliche Zugfahrt nach Zürich als Tortur. Einen Ausweg fand die Dame im Internet. Sie bestellte sich in einem Online-Shop für umgerechnet rund 150 Franken einen Störsender. Der Cell Phone Jammer sendet ein starkes Signal aus – und blockiert das Handynetz im Umkreis von zehn Metern. «Es ist genial. Seit ich das Gerät in der Handtasche habe, kann ich in Ruhe mein Buch lesen», freut sich M.C. Sie ist nicht die Einzige, die Pendler mit scheinbar unerklärlichen Netzausfällen terrorisiert: Als die SBB die Ruhewagen abschafften, wurde im Internet gar zum Kauf der Handykiller aufgerufen. Diese seien immer noch billiger als ein 1.-Klasse-GA.




Beim Bundesamt für Kommunikation kennt man das Problem: «Es gibt regelmässig solche Fälle», so Sprecherin Deborah Murith. Die ursprünglich für die Spionageabwehr entwickelten Geräte sind jedoch streng verboten: «Das Mitführen der Störsender kann mit Haft und einer Busse von bis zu 100 000 Franken bestraft werden», warnt Murith. Alarmiert sind auch die SBB. Die Handygegner lassen sich aber nur schwer überführen: «Ob ein Gespräch wegen solcher Störsender oder mangels Zellkapazitäten unterbrochen wurde, lässt sich nicht eruieren», so Sprecher Reto Kormann.


Kommentar: Es ist tatsächlich lästig, wenn man beim Zugfahren lesen möchte und dann dauernd mit belanglosem Geplapper und Gequatsche genervt wird. Wenn Zugbenützer illegale Kommunikationskillergeräte einsetzen müssen, funktioniert etwas mit der sozialen Selbstkontrolle nicht mehr.

Nach meinem Dafürhalten sollten die Handynutzer das Wort RUECKSICHTNAHME wieder ernst nehmen. Es hat sich beim Rauchverbot gezeigt: Mit ein wenig Toleranz könnten flächendeckende Verbote verhindert werden. Wie wäre es, wenn die SBB auf die gute Lösung mir Ruhewagen zurückkommt. Es gibt ja auch Wagen "Erster Klasse".

Mittwoch, 2. Februar 2011



 

DRILL oder LAISSER FAIRE?

Nur die Balance zwischen Härte und liberaler Haltung bringt uns bei Erziehungsprozessen weiter!

 

Eine ehrgeizige Professorin (Tigermutter mit Krallen) macht von sich reden mit ihrem Bestseller, der bei der Kindererziehung viel mehr Härte fordert

Aus Planet Wissen:

Antiautoritäre Kunsterziehung 1974 im Kunstmuseum Düsseldorf (Rechte: AKG)
Er­zie­hung als Zei­chen der Un­si­cher­heit

Vor 50 Jahren gab es den Glauben an die antiautoritäre Erziehung. Sie beeinflusste die Pädagogik

Besondere Aufmerksamkeit erlangte die antiautoritäre Erziehung der 60er Jahre in der BRD. Nach Jahren von Drill und Disziplin sorgte die Studentenbewegung der 60er damit für ein Kontrastprogramm: In freien Schulen und sogenannten "Kinderläden" sollten die Kinder bewusst zu Ungehorsam und Kritikfähigkeit erzogen werden. Auf die antiautoritäre Erziehung folgte die Antipädagogik der 70er Jahre. Sie forderte dazu auf, Kinder in ihrer Entwicklung sich selbst zu überlassen. Die Antipädagogik sah in der Erziehung ein Zeichen von Unsicherheit, eine Art Notwehr von Erwachsenen gegenüber Kindern und betrachtete Erziehung sogar als "Gehirnwäsche".

Ich zitiere NZZ online:

Wie viel Drill braucht ein Kind?

In den USA propagiert ein Bestseller eine erzieherische Härte, von der sich China gerade verabschiedet

In Erziehungsfragen setzt China gerne auch auf Tradition – historische Kostüme an einem Chorfestival in Haikou. (Bild: Imago)Zoom

In Erziehungsfragen setzt China gerne auch auf Tradition – historische Kostüme an einem Chorfestival in Haikou. (Bild: Imago)

Wo sich der Westen gegenüber China auf dem Abstieg glaubt, kommen Zweifel an der Qualität der eigenen Pädagogik auf. Die Sinoamerikanerin Amy Chua plädiert für Härte und kritisiert die liberale Methode als zu weich – während man in China dabei ist, die eiserne Disziplin als kreativitätstötend in Frage zu stellen.


Seit kurzem erregen sich die Amerikaner über eine provokative These, die durch einen Artikel von Amy Chua im «Wall Street Journal» vorgetragen wurde: «Warum sind die chinesischen Mütter überlegen?» Mit dieser Frage lancierte die sino-amerikanische Autorin ihr Buch «Battle Hymn of the Tiger Mother», in dem sie ihre Erziehungsmethoden als «chinesische Mutter» darlegt. Mit überlegener chinesischer Pädagogik, eiserner Disziplin und hartem Drill will die Juraprofessorin aus ihren beiden Töchtern das Maximum herausgeholt haben. Stets waren diese die Klassenbesten, und sie spielen hervorragend Musikinstrumente, da sie nie fernsehen und am Computer surfen durften. Amerikanische Mütter, behauptet Chua, seien nicht willens, in der Erziehung strenge Regeln durchzusetzen. Mit ihrem Pamphlet hat Chua den Nerv einer Nation getroffen, die sich, in kollektiver Krisen-Depression vereint, gegenüber dem aufstrebenden Asien auf dem absteigenden Ast glaubt.

Missionarische Überzeugung

Die 48-jährige Amy Chua kam in den USA zur Welt. . Sie schaffte es immerhin nach Harvard, wo sie Rechtswissenschaft studierte, und dozierte anschliessend in Yale. Insofern handelt es sich um eine recht typische Erfolgsgeschichte einer «ABC» (American born Chinese). Chua beschloss, an ihren Kindern, die heute erwachsen sind, trotz deren amerikanischem Vater die «chinesische» Erziehungsmethode in Vollendung zu praktizieren.
Heute gelten in Chinas Schulen Drill und Auswendiglernen als einzige Methode, um ans Ziel zu kommen. Alles dreht sich nur noch um Noten, Ranglisten und Studienplätze an Eliteschulen. Die Konkurrenz ist brutal. Das Loblied, das auf die wenigen Erfolgreichen gesungen wird, lässt die unzähligen Opfer dieses Systems ausser acht. Es ist kein Wunder, dass viele heutige chinesische Schüler über effiziente Lerntechniken verfügen, mit denen sie sich den Stoff schnell aneignen können, wovon auch das hervorragende Abschneiden Chinas bei den Pisa-Tests zeugt. Die hohen Erwartungen tragen das ihre dazu bei, die Jugendlichen ans Ziel zu peitschen. Indes werden allmählich auch die Grenzen dieses Systems sichtbar. Mit sturem Auswendiglernen und simplem Reproduzieren von Wissen geben sich viele nicht länger zufrieden. Vielmehr wünscht man sich mehr freies Denken, Entdeckerfreude und Kreativität. Jeder Chinese möchte einmal im Leben zum Studium ins Ausland, um dort nachzuholen, was er im chinesischen Bildungssystem verpasst zu haben glaubt. Man sucht also den Ausgleich zur angestammten Lernkultur und bestätigt damit, dass der Westen vieles besser macht.

Eine andere Art von Bindung

 Das «Ich» des Kindes steht in China nicht gleichermassen im Zentrum wie im Westen. Man feiert daher auch keine Kindergeburtstage, sondern erinnert im Gegenteil das Kind daran, welchen Schmerz es der Mutter bei der Geburt verursacht hat. Das Gebot der kindlichen Pietät den Eltern gegenüber wird damit begründet, dass die Eltern ihm auf eigenes Risiko das Leben geschenkt haben. Dieses Verständnis erlaubt es den Eltern, ihre Kinder auch über die Kindheit hinaus als Teil ihres eigenen Ichs zu verstehen. Die Familie ist ein verschmolzenes Wir. Auch wenn das Kind von den Eltern abgenabelt ist, bleibt es ein Teil von ihnen.
Was die Eltern von sich fordern, dürfen sie daher auch von den Kindern verlangen, wobei allerdings die Eltern die Pflicht haben, die Kinder bestmöglich zu unterstützen. (Ende Zitat)


Kommentar: Das Buch "Die Mutter des Erfolgs" schlug schon vor der Veröffentlichung wie eine Bombe ein. Die Autorin Amy Chua verzeichnet bei Google  fünf Millionen Einträge. In Europa schaffen es die bekanntesten Pädagogen höchstens auf 200 000 Treffer. Das Thema mit dem gnadenlosen Kasernenhof Drill hat explosiven Zündstoff.
Denn in unseren Volksschulen:

- fallen viele Stunden aus

- Lehrpläne sind überfüllt

- Die Lust zu lernen lahmt

- Computerspiele sind interessanter als die Schule

- Ein Lehrer hat allein Mühe, die Disziplin aufrecht zu erhalten

- Eltern bemühen sich um Privatlehrer, weil es in vielen Klassen zu viele Schüler hat, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind

- In den propagierten integrierten Klassen lähmen verhaltensgestörte Kinder das Lernklima. Auch Sonderschüler, die nicht mehr gesondert geschult werden dürfen, belasten den Unterricht. Schüler dürfen nicht mehr ausgeschlossen werden.

- Es besteht der Trend: Schule ohne Noten!

- Unerlaubtes Fernbleiben hat keine Folgen mehr. Einträge (Absenzen, Verhalten) im Zeugnis werden vielerorts verboten.


Nun kommt eine chinesische Professorin, die plötzlich die heutige Schule mit einfachen, provokativen Rezepten aufmischt:



Sie hat  ihre eigenen Kinder mit Härte auf Erfolg getrimmt. Und propagiert in ihrem neuen Buch Ungewohntes:


Als Gegensymbol zu Computerspielen und Markenklamotten schafft sie das Gegensymbol Geige oder Klavier.


Ihre Thesen basieren auf der Weltanschauung von Franklin:

"Wenn ihr das Leben liebt, vergeutet nie, NIEMALS eure Zeit."


Oder von Jefferson:

"Ich glaube zutiefst an das Glück, und je mehr ich mich anstrenge, desto mehr Glück habe ich.."


Es ist verständlich, dass alle Eltern, die mit der EGO- Macke erzogen worden sind,  nervös werden, wenn eine Chinesin folgende Regeln predigt:


- Hausaufgaben stehen an erster Stelle
- Eine 5 ist eine schlechte Note
- Ihr Kind muss in Mathe immer zwei Jahre voraus sein
- Das Kind darf nicht öffentlich gelobt werden
- Bei Meinungsverschiedenheiten des Kindes mit einem Lehrer oder einem Trainer, muss man immer die Partei des Lehrers oder Trainers ergreifen
- Die einzige Freizeitbeschäftigung, die man den Kindern erlauben soll, sind solche, die ihnen eine Medaille eintragen

- Und diese Medaille muss aus Gold sein.
Die Professorin hat ihren Töchtern nicht erlaubt
- bei Freundinnen zu übernachten
- Kinderpartys zu besuchen
- Im Schultheater mitzumachen
-Fernsehen und Computerspiele sind tabu


Nach meinem Dafürhalten sind alle EXTREME schlecht. Es gibt bei der Erziehung kein "Entweder - Oder". Sondern es gilt ein "Sowohl - Als auch", das situative, flexible Verhalten.


Wichtig ist das, was das Kind braucht:

+ Geborgenheit
+ Körperliche Unversehrtheit
+ Bindungssicherheit
+ aber auch klare Grenzen und Strukturen




So wie ich die schwarze Drillpädagogik (Brutalo Philosophie) ablehne, schaden wir wir unseren Kindern  mit einer unbedachten "Kuschelpädagogik". 










Erst wenn wir die Balance gefunden haben, zwischen Freiheit und Grenzen, zwischen Fördern und Fordern, zwischen Freiheit und Zwang, dann  sind wir auf dem richtigen Weg. Das Buch von Amy Chua hat immerhin etwas bewirkt: Eltern und Erzieher sollten erkennen, dass es bei der Erziehung nicht nur einen Weg zum Erfolg geben kann.













FAZIT:


Schon Bernhard Bueb (Elite Internatschule Salem)  machte den Erziehern  in seinem Buch "Lob der Disziplin" bewusst, dass bei Führungsstilen Brachial Methoden völlig inakzeptabel sind. Wir müssen aber den Kindern das Glück - das einer Anstrengung folgt - erleben lassen. Wir sollten uns  stets fragen, wie wir unsere Kinder befähigen können, sich anzustrengen, um den Sinn für Qualität zu entwickeln.

Wir haben leider verlernt, hartnäckig ein Ziel zu verfolgen und Selbstdisziplin zu lernen.
Nur Kinder die das können, werden Leistungen erbringen, für die sie Anerkennung bekommen.
Wie viele Jugendliche beginnen begeistert zu Reiten oder Klavier zu spielen, hernach kommt rasch der Punkt, wo es ums Ueben geht. Dann scheitern  sie, weil die Ausdauer fehlt und man sich mit dem Mittelmass zufrieden gibt. Leider geht es nicht immer ohne Druck. Wie viele Eltern wagen es noch, zu fordern: "Erst wenn Du geübt hast, darfst du draussen spielen"? Druck ist und bleibt  immer eine Frage des Masses. Die Forderungen des Erziehers müssen sich  stets an den Möglichkeiten des Kindes orientieren.

Ermutigen wir unsere Kinder, aus den jeweiligen Talenten das Beste zu machen.

Verlangen wir von ihnen, sich anzustrengen.

Lob ist nicht falsch. Aber wir werden unglaubwürdig, wenn wir zu häufig das Mittelmass loben. Dabei ist auch konstruktive Kritik ein Weg der Anerkennung.

Eltern dürfen nie zulassen, dass sie ihre Kinder aufgeben.

Wenn von den Kindern etwas gefordert wird, befürchten viele Eltern, die Liebe ihrer Kinder zu verlieren.


Die Angst, die Zuneigung zu verlieren ist unberechtigt.

Die Achtung gewinnen Erzieher dadurch, dass sie von den Kindern etwas abfordern. Strenge ist nur schlecht, wenn sie ohne Liebe und Fürsorge ausgeübt wird.

Deshalb bleibt das Erziehen so anspruchsvoll. Billige Rezepte taugen nichts, vor allem nicht die extremen Führungsstile (ob Drill oder Beliebigkeit). Es geht immer um die Balance, die richtige Gewichtung, damit die Erziehungsprozesse im Lot bleiben.
Meine Meinung zur Thematik:



Ein Kind ist ein Kind und braucht Strukturen und Regeln. Dieses "individuelle Entfalten" sollte erst dann angesetzt werden, wenn das Kind geistig auf eigenen Beinen steht bzw. sein "Rucksack" mit dem nötigen Werkzeug gefüllt hat. Ansonsten ist der zukünftige Erwachsene ein Lust gesteuertes Lebewesen ohne Durchhaltewillen.

Dienstag, 1. Februar 2011

Trotz Medienzensur ( Internet und Handy) und Abschottung der Zufahrtstrassen:



Hunderttausende versammeln sich in Kairo

Hunderttausende versammeln sich auf dem Tahrir Platz

Al-Baradei fordert Mubarak zu Rücktritt auf

Hunderttausende von Ägyptern sind am Dienstag ins Zentrum von Kairo zum «Marsch der Million» gegen Präsident Husni Mubarak geströmt. Das Militär hat angekündigt, es werde nicht mit Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgehen. (Quelle NZZ online)


Müsste es uns nicht zu denken geben, dass auch in China und anderne totalitären Staaten missliebige Informationen gekappt werden? Es dürfen dort in allen Medien (auch im Internet) keine Demonstrationen, keine Panzer gezeigt werden und in Google fehlen alle Informationen, wenn "Aegypten" eingeben wird.



News-Ticker (Tagi)

Zwei Millionen Menschen auf dem Tahrir-Platz

Leuenberger als Promotor der Atomenergie?



Wenn die Befürworter neuer KKW Bundesrat Leuenberger zitieren, so  wird dies von den Gegnern der Atomenergie als Missbrauch bezeichnet.
Das Zitat entspricht der damaligen Meinung des Gesamtbundesrates. Das ärgert den Alt- Bundesrat


Ich zitiere 20 Min:


Der alt Bundesrat wird im Inserat mit einer Aussage vom 24. Oktober 2010 zitiert.


Er sagte damals, dass die Kernergie «nahezu CO2-freien Strom» produziere, was klimapolitisch «nicht zu unterschätzen» sei.


Das Zitat stamme aus seiner Zeit als aktiver Bundesrat und gebe die offizielle Haltung des Gesamtbundesrates wieder, hält Leuenberger fest. Um diese für die aktuelle Abstimmung zu verwenden, hätte deshalb die aktuelle Energieministerin zitiert werden müssen.


Komitee wehrt sich


Beim Komitee «Ja zu Mühleberg» ist man sich indes keines Fehlers bewusst. Leuenberger sei eine öffentliche Person, sagte Komiteesprecher Adrian Haas auf Anfrage. Zudem stehe im Inserat, dass das Zitat aus Leuenbergers Zeit als Bundesrat stamme. Ein Einverständnis sei deshalb nicht nötig gewesen.


Das Komitee habe einfach jenes Bundesratsmitglied zitieren wollen, das damals für die Energiestrategie des Bundes zuständig gewesen sei, hält Haas fest. Dass auf dem Bild des Inserats auch das Logo der SP zu sehen sei, die im Kanton Bern gegen den Ersatz des AKW kämpfe, halte er auch nicht für problematisch.






Kommentar: Ich hätte die Aussage - ohne Foto und SP Logo - zitiert. Dann hätte  der Medienwirbel vermieden werden können. Denn das Zitat war inhaltlich völlig korrekt. Zudem müssten  die KKW Gegner aus Erfahrung wissen, dass ein Protest dazu führt, dass das Zitat unötigerweise zusätzliche Verbreitung findet und mehr Leute als erwünscht wahrnehmen, dass die Kernenergie "nahezu CO2- freien Strom" liefert. Dieses Argument hat nämlich im Hinblick auf das grösste Umweltproblem - die  Klimaerwärmung - ein besonders starkes Gewicht.

Montag, 31. Januar 2011

De Wecks Einfluss beginnt zu greifen:


SRG-Journalisten sollen die politischen Verhältnisse spiegeln, nicht gestalten. Dies fordert ihr oberster Chef, Generaldirektor


Quelle 20 Min



Wir fragen uns: Wie wirkt sich dies konkret aus? Geht es darum, dass die Diskutanten stets entsprechend den Verhältnissen (welchen Verhältnissen?) eingesetzt werden?