Freitag, 7. Januar 2011





AUFBAU DES NEUEN K - LEHRGANGES (UEBERSICHT):


Wir festigen morgen das MODUL: Einen Gedanken, ein Argument auf den Punkt bringen!
(Als wichtige Voraussetzung für Verhandlungen und den Umgang mit schwierigen Situationen)


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1. BAUSTEINE DER RHETORIK
2. AUSSAGEN und ARGUEMENTE AUF DEN PUNKT BRINGEN
3. DIALOGIK - ZUHOEREN - FRAGEN
4. SCHWIERIGE SITUATIONEN, auch im UMGANG mit KUNDEN - Umgang mit Stress und Ueberraschungen
5. VERHANDELN- aber wie?
6. PRUEFUNG
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1. BAUSTEINE DER RHETORIK
Sie werden im ersten Modul die wichtigsten BAUSTEINE der angewandten Rhetorik kennen lernen, damit sie diese Erkenntnisse bis zum nächsten Modul festigen können.
1. Der ERSTE Eindruck
Wir lernen uns auch kennen
Sie wissen, wie wir während des Lehrganges arbeiten werden - bis zur Prüfung.
Ich werde Ihnen laufend mitteilen , was prüfungsrelevant ist
2. Start ist die halbe Miete
3. Sich vorbereiten- aber wie?
4. Zeitaspekt
5. Das Wichtigste ist Ihre Einstellung gegenüber dem Kunden und der Sache
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2. AUSSAGEN UND ARGUMENTE AUF DEN PUNKT BRINGEN
Zeitprobleme der Mitarbeiterkommunikation
Informationsfülle, Informationsschwemme, Informationsmanagement

  1. Information - Informationsflut

    Der durchschnittliche Mensch rettet sich zwar vor der Informationsschwemme durch gezielte Reduktion und bewusstes Abblocken: ... www.rhetorik.ch/Information/Information.html - Cached - Similar
  2. Zeit managen - aber wie?

    3. März 2002 ... Mit der Informationsschwemme umgehen können ... Wo belastet mich die Informationsschwemme? Wieviel Zeit wende ich auf, um Informationen zu ... www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html - Cached - Similar
  3. Knill+Knill Kommunikationsberatung

    Wie können nun Informationsabläufe organisiert werden, damit die Angestellten trotz der Informationsschwemme nicht das Gefühl haben, unterinformiert zu sein ... www.rhetorik.ch/Information/Informationsmanagement.html - Cached - Similar
  4. Die Informationen sammeln – und sinnvoll verarbeiten Beschaffung ...

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View stellten trotz der Informationsschwemme nicht das Gefühl haben, unterinformiert zu sein? In unserem Fall zeichneten wir ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/04_21/in_puncto_4_05.pdf - Similar
Weniger ist mehr, Kommunikationsprozesse vereinfachen




Dieser Beitrag basiert aus Referaten bei Grossveranstaltungen (für Kunden) bei einer Kantonalbank.
Eine Kernbotschaft
So machen Sie die Kommunikation einzigartig: Sie nehmen nur eine Kernbotschaft Sie verknüpfen diese Botschaft mit nur
  • Einem Bild
  • Einer Analogie
  • Einer Geschichte
  • Einer Erzählung
  • Einem Beispiel
Reden Sie einfach und adressatengerecht, so dass Sie alle verstehen. Im Unterricht oder einer Diskussion stellen nur eine Frage. Wenn Sie vor mehreren Leuten reden, sprechen Sie immer nur mit einer Person länger als nur 5 Sekunden. Wenn Sie sich verändern und verbessern, arbeiten Sie jeweils nur an einem Lernpunkt oder Lernbild. Sich auf einen Punkt, eine Sache konzentrieren können, bringt Erfolg. Dieses Fokussieren hat etwas mit Achtsamkeit zu tun und ist beim Zuhören wichtig. Wenn Sie die Zahl Eins in der Kommunikation beherzigen, wird das Kommunizieren viel einfacher und Sie werden sehen: Ihr Ausdruck wird künftig einen Eindruck hinterlassen.

  1. Mut zum Vereinfachen

    Alpha Artikel vom Juli 2005: Mut zum Vereinfachen. www.rhetorik.ch/Vereinfachen/Vereinfachen.html - Cached - Similar
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3. DIALOGIK - ZUHOEREN - FRAGEN 

  1. Hoeren, Hinhoeren, Zuhoeren

    Es gibt einen Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören. ... Vom Hören über das Hinhören zum aktiven Zuhören zu kommen. ... www.rhetorik.ch/Hoeren/Hoeren.html - Cached - Similar
  2. rhetorik.ch aktuell: Zuhören, Fragen, Argumentieren

    27. Apr. 2008 ... www.rhetorik.ch aktuell: (27. Apr, 2008). Zuhören, Fragen, Argumentieren. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Reden über das Reden ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_27/index.html - Cached

  3. &&&&&&&&&&&&&&&&


    4. SCHWIERIGE SITUATIONEN UND KUNDEN - Umgang mit Stress
  1. LINKS:
    1. Stress

      Jederman erlebt Stress. Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben ... www.rhetorik.ch/Stress/Stress.html - Cached - Similar

    2. Stressbewältigung

      In vielen Gesprächen mit Leidtragenden zeigt sich vielfach, dass das Problem darin liegt: Es fehlt oft an der notwendigen Kenntnis, wie Stress sinnvoll ... www.rhetorik.ch/Stressbewaeltigung/Stressbewaeltigung.html - Cached - Similar
    3. Stressoren. Zurück zum Artikel. Stressoren. Zurück zum Artikel. www.rhetorik.ch/Stress/Stressoren.html - Cached - Similar
    4. Redeangst überwinden - aber wie ?

      Stress kann via Bewegung abgebaut werden. Personen, die bewusst ruhig ... Mit Bewegungen, die nicht zur Aussage gehören, wird dann der Stress abgebaut (z. ... www.rhetorik.ch/Redeangst/Redeangst.html - Cached - Similar
    5. Deeskalationsrhetorik

      10. Febr. 2007 ... Stress: Die Fähigkeit, Stress zu ertragen und mit Stress umzugehen. Stress. Beeinflussung: Kenntnis der Selbst- und ... www.rhetorik.ch/Deeskalation/Deeskalation.html - Cached - Similar
    1. Kundenreklamationen

      28. Okt. 2006 ... Kundenreklamationen. ... Kundenreklamationen. von Marcus Knill. Weniger Reklamationen, dank ... Kunden wertschätzen. Wünsche ernst nehmen. ... www.rhetorik.ch/Reklamationen/Reklamationen.html - Cached - Similar

    2. Den Chef kritisieren- aber wie?

      Mit Kritikern umgehen · Kritikgespräche · Kundenreklamationen · Harvardkonzept · Bossing · Mobbing. von Marcus Knill. Viele Menschen trauen sich nicht, ... www.rhetorik.ch/Kritik/Chef.html - Cached - Similar
    3. Kritikgespräche

      Mit Kritikern umgehen · Den Chef kritisieren- aber wie? Kundenreklamationen · Harvardkonzept · Bossing · Mobbing. von Marcus Knill. Kontrollkonflikte ... www.rhetorik.ch/Kritik/Kritik.html - Cached - Similar
    4. Mit Kritikern besser fertig werden

      22. Nov. 2006 ... Online Artikel (extern) · Kritikgespräche · Den Chef kritisieren- aber wie? Kundenreklamationen · Harvardkonzept · Bossing · Mobbing ... www.rhetorik.ch/Kritik/Kritiker.html - Cached - Similar
  2. Schwierige Gesprächsituationen

    Es lohnt sich, schwierige Situationen zu simulieren und sich in einem fachgerechten Coaching mit den gewünschten Situationen vor der Kamera ... www.rhetorik.ch/Gespraech/Gespraech.html -Cached - Similar
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  4. 5. VERHANDELN- aber wie?

  5. *********
  6. Verhandeln ist ein Einigungsprozess

  7. Es gilt, eine Lösung zu finden

  8. Ziel ist nicht der Sieg, sondern eine vorteilhafte Lösung, die beiden Seiten dient

  9. ANALYSIEREN Sie zuerst die Situation

  10. Das NEIN gehört zu den stärksten Worten

  11. Entscheidend ist WIE Sie etwas sagen

  12. Lernen Sie dem Druck standhalten
  13. Sie überzeugen, dank der Erkenntnisse der ersten Bausteine

  14. NATUERLICHKEIT - KUERZE - VERSTAENDLICHKEIT -

  15. Results 1 - 10 of about 54 from www.rhetorik.ch for Verhandeln aber wie. (0.45 seconds)
    1. Verhandeln - aber wie?

      Verhandeln Sie kontrolliert. Bleiben Sie ruhig und klar. Vermeiden Sie falsche Eindrücke, Missverständnisse, aber auch Leichtsinn. ... www.rhetorik.ch/Verhandeln/Verhandeln.html - Cached - Similar
    2. Das "Harvard" Verhandlungs Prinzip

      Dieser Begriff ist vom Harvard Negotiation Project als Marke registriert. Siehe dazu auch. Verhandeln - aber wie? Ver-hand-eln, Hand drauf ... www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/Harvardkonzept.html - Cached - Similar
    3. ***********

Konzernchef-Rhetorik


CEO




Die Nummer Eins der Firmen wirken bei Ausblicken aufs Neue Jahr rhetorisch geklont.
Die SonntagsZeitung vom 2. Januar konfrontierte 30 Top Manager mit der gleichen Frage nach den "Wünschen und Vorsätzen" fürs kommende Jahr.


28 von 30 Konzernchefs formulierten verblüffend ähnlich:


- "Wie wollen weiter investieren und intensiver arbeiten."

- " Wir wollen die Innovation auf hohem Niveau weiterführen."

- "Wie wollen einen grossen Beitrag zur weiteren qualitativen Stärkung leisten"


Die meisten setzten sich für 2011 das Ziel, "dasselbe zu machen wie 2010, aber eben: Noch

- mehr

- intensiver

- erfolgreicher


CEO von Ernst + Young formulierte es recht wohlklingend, er plane fürs 2011



"den unternehmerischen Geist mehr den je zu fördern, ihn zu leben und zu multiplizieren."


Alle CEOs haben es mit ehrgeizigen und schweren Herausforderungen zu tun:


- die Herausforderung, Energie effizient zu nutzen

- die Herausforderung weiterhin ein gutes Angebot zu bieten


CEO Alpic macht eine Ausnahme. Er will jede Woche eine neue Tat- aber freiwillig (Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wer ihn dazu zwingen könnte).


Bei den persönlichen Wünschen wird immer wieder eine bessere
Work-Life-Balance und gute Gesundheit gewünscht.


Es gehört seit Jahren dazu, dass die führenden Köpfe der Firmen an der Schwelle des Neuen Jahres ein paar Gedanken verlauten lassen.


Ein Kommentator im BUND hat darauf aufmerksam gemacht, dass sich jeder vorbereiten könnte und fragt treffend:


"Wo ist bei diesen Gedanken der Mut, der Witz, die Begeisterung zu spüren?"
Ein persönlicher Gedanke für sich und die Firma sollte tatsächlich keine Hexerei sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass folgender Satz überzeugt und die Mitarbeiter begeistern kann:


"Im Fokus stehen motivierte, gut ausgebildete Mitarbeiter" (Aussage von Managing Director McDonalds).


Was soll folgender Satz?


"Wir bieten beste Rahmenbedingungen, um mit Hingabe unser Qualitätsbekenntnis (Passion for Quality) leben zu können."


Haben vielleicht die CEOs durch die problematische Work-Life-Balance zu wenig Zeit einen Moment die Botschaft zu überlegen?

Wollen sie  vielleicht durch die schlecht übersetzten Airport-
Englischbegriffe unnahbarer wirken, damit man sie nicht behaften kann?"

Hoffentlich gibt es Ende 2011 ein paar Konzernchefs, die im Herbst ein paar eigene, persönliche Kerngedanken, in eigener Sprache notieren. Wer in einer Firma das Sagen hat, müsste auch etwas zu sagen haben (abgeändertes Zitat von
C. Seibt: "Es scheint, dass die, die das Sagen haben, nichts mehr zu sagen haben".)







Quellen: SonntagsZeitung vom 2. Jan 2011 und BUND 5.Jan.



Donnerstag, 6. Januar 2011

Sieben Leitlinien für die SRG

Der neue Generaldirektor über sein Verständnis von Service public

Ich finde es professionell - ERST bei Amtsantritt das bereinigte 7 Punkte Programm zu veröffentlichen. Ich finde es auch professionell - diese Punkte bei Amtantritt SCHNELL zu veröffentlichen. Das nenne ich transparent und bedacht  informieren.

Roger de Weck, Generaldirektor der SRG. (Bild: Reuters)Zoom

Roger de Weck, Generaldirektor der SRG. (Bild: Reuters)

Was ist Sinn und Zweck eines öffentlichen Rundfunks? Der neue SRG-Generaldirektor, Roger de Weck, legt dar, was er unter Service public versteht.

Roger de Weck

1. Haltung

Viele Massenmedien sehen den Menschen vorwiegend als Konsumenten, den es zu befriedigen gilt. Demokratie hingegen braucht aufgeklärte, gut informierte Bürger. Die SRG SSR muss sich im Dienst des Gemeinwesens vorab an diese Citoyens wenden – mit Respekt. Service public ist eine Haltung.
Selbstverständlich muss sich auch ein Service-public-Unternehmen von der marktwirtschaftlichen Nachfrage leiten lassen, aber nicht nur: Viele wertvolle Angebote würden sich kommerziell nicht lohnen. (Zum Beispiel schreibt die junge Kolumnistin Michèle Roten über die «wunderbare Frechheit DRS 2», das manchmal sperrige Kulturradio als nationales Kulturgut.) Werbeeinnahmen sind unerlässlich, um den Service-public-Auftrag in vier Sprachen zu erfüllen. Aber Werbung darf das Angebot nicht bestimmen.

2. Werte

Welche Werte stehen hinter diesem Angebot? Die Service-public-Haltung gründet in der Tradition der Aufklärung, also der Meinungsvielfalt und der Kraft des besseren Arguments, des Verstands und Augenmasses.


Demokratie und Medien sind Kinder der Aufklärung. Doch ein Teil der Medien entfernt sich vom aufklärerischen Gedanken: Das Bewirtschaften von Emotionen verspricht mehr Erfolg als das Bemühen, differenziert zu berichten, argumentativ zu debattieren. Umso wichtiger der Verfassungsauftrag an die SRG, sachgerecht zu informieren und so die Debatte zu versachlichen. Sie muss mit stetem Willen zur «qualité populaire» dem breiten Publikum Zugang zu komplexen Zusammenhängen verschaffen. So bleibt die SRG der Aufklärung treu, die auf Französisch sehr fernsehgerecht les lumières heisst.

3. Ansprüche

Daraus leiten sich drei Ansprüche ab: Kompetenz ist Trumpf: Aufgabe der SRG ist es, zur Wissensgesellschaft und zu einer erkenntnis- und lösungsorientierten Debatte beizutragen. Die SRG soll die politischen Verhältnisse spiegeln, nicht aber aus Lust am Spektakel selbst zur Polarisierung beitragen. Zum Erbe der Aufklärer zählt das Heitere, le plaisir. Nichts ist aufklärerischer als Satire, die menschliche Tücken und Absurditäten auf den Punkt bringt. Shows, die auf die Begabungen der Gäste aufbauen, können Genuss und Gewinn sein. Abgesehen davon ist Unterhaltung ein Verfassungsauftrag an die SRG! Der technische Fortschritt (auch eine Errungenschaft der Aufklärung) beschleunigt sich. 1931 das Radio, danach das mobile Transistorradio, 1953 das Fernsehen, 1984 der Teletext, seit den 1990er Jahren das Internet und die Vielzahl digitaler Geräte: Immerzu verändert sich die Art und Weise, wie Menschen die Medien nutzen. Um auf der Höhe des Medienverhaltens der Gebührenzahler und ihrer Präferenzen zu bleiben, muss die SRG in die Kommunikationstechnologie investieren und laufend ihr wertvolles Know-how aktualisieren.

4. Service public? Service au public

Die SRG ist ein glücklicher Sonderfall. Dank ihrer weltweit einzigartigen, privaten Trägerschaft – einem Verein mit 20'000 Mitgliedern nach dem Milizprinzip – ist sie staatsferner als andere Service-public-Anbieter in Europa; ein Blick über die Grenzen bestätigt es auf Anhieb. Die unabhängige SRG ist dem Volk verpflichtet, das sie finanziert; sie muss sich sowohl um Qualität für ein breites Publikum als auch um mehr Publikum für eher anspruchsvolle Angebote bemühen. Ohne Publikum kein Service public und kein Service au public. «SF bi de Lüt» ist eine Sendung und darüber hinaus Programm.
Mehr und mehr Leute verfolgen SRG-Sendungen nicht unbedingt am Radio und Fernsehen, sondern am PC, Handy oder Tablet. Wie in der analogen Vergangenheit muss die SRG in der digitalen Zukunft dort sein, wo die Gebührenzahlenden sind: attraktiv auch im Internet. Ohnehin sind in jedem Laden Hybrid-TV-Geräte und Set-Top-Boxen zu kaufen, die das Fernsehen und das Surfen vermengen; sie laden den Zuschauer zum Surfen und den Surfer zum Zuschauen ein.
Bild, Ton und Text wandern zum Teil ins Netz. Ton und bewegtes Bild sind die Kernkompetenz der SRG, wiewohl sie seit 1984 im Teletext, seit 1999 im Internet und morgen im Hybrid-TV mit Text aufwartet. Was wäre eine Radio- und Fernsehsendung für Jugendliche und Kinder des Internetzeitalters, wenn sie nicht auch im Netz präsent wäre? «Zambo» wird darum trimedial produziert. Will die SRG ihren Programmauftrag erfüllen und zu diesem Zweck die Zielpublika erreichen, muss sie Sendungen im Internet ausstrahlen, begleiten, ergänzen, vertiefen, Hintergrund- und Kontextinformationen liefern, wie die Konzession es vorsieht.
Doch bleibt es dabei: Ein solides Unternehmen setzt erst einmal auf die eigenen Stärken. Der Service public wird sich eher deutlicher von privaten Anbietern unterscheiden.

5. Neue Akzente

Die 462 Franken Empfangsgebühr (es wären rund 250 Franken, wenn die Schweiz nur eine Landessprache hätte) befähigen und verpflichten die SRG, eigene Akzente im Sinne der journalistischen Relevanz zu setzen. Zur Illustration nur drei Beispiele: Staatspolitische Themen sind so brisant wie parteipolitische. Der gewinnorientierte Medienbetrieb scheut verständlicherweise die monatelange, kostspielige Recherche – die SRG kann hier noch mehr leisten. In Umbruchzeiten hilft das Wissen um unsere Welt und unsere Herkunft, die Zukunft zu gestalten. Die SRG kann stärker noch auf Angebote zur Geschichte und Wissenschaft setzen.

6. Schweizer Miteinander

Medien bilden Gemeinschaften, sie ermöglichen gemeinsames Erleben. Als unersetzliche Institution des nationalen Zusammenhalts trägt die SRG zum lebendigen, farbenfrohen Schweizer Miteinander bei. Sie wird sich da noch stärker einbringen: indem Fernsehen und Radio mehr über andere Landesteile berichten und gezielt die Programmzusammenarbeit unter den Regionen beleben.
In unserem heterogenen Land bietet der Sport gemeinsame Erlebnisse par excellence. Da ist es vielleicht kein Zufall, dass die SRG weit mehr Sportanlässe überträgt als andere europäische Service-public-Sender. Auch sonst schafft die SRG Treffpunkte wie Mx3: Auf diese Internet-Plattform haben schon 15'500 Schweizer Bands ihre Musik hochgeladen, die dann am Radio der vier Landesteile gespielt wird. Oder in der Romandie die Plattform «notrehistoire.ch», auf die jeder Interessierte historische Dokumente etwa aus dem Familienarchiv laden kann – eine Bereicherung des Programms, eine Fundgrube für Historiker und ein Beitrag zum nationalen Erbe. Das ist digitaler Service public.
Bei wachsender Präsenz europäischer Medienhäuser und globaler Riesen wie Apple (mit Apple TV) und Google (mit Google TV und Youtube) sichert die SRG nachhaltig ein eigenständiges Schweizer Angebot, auf das unser kleinteiliges Land angewiesen ist. Dieser Auftrag gewinnt an Bedeutung.

7. Selbstbewusst und selbstkritisch

Die SRG muss für konstruktive Kritik offen sein, Mängel aus eigenem Antrieb korrigieren, Fehler souverän offenlegen. Doch bei allen Stärken und Schwächen: Die Mehrzahl der Gebührenzahlenden weiss, was sie an der nationalen Institution SRG hat. Im Sorgenbarometer der Credit Suisse – einer repräsentativen Umfrage – stehen das Radio und das Fernsehen an der Spitze der vertrauenswürdigen Institutionen: 77 Prozent vertrauen dem Radio, 76 Prozent dem Fernsehen; an dritter Stelle liegt das Bundesgericht mit 72 Prozent.
Die SRG hat einigen Grund, den Service-public-Gedanken, der wichtiger wird, sachlich, engagiert und selbstbewusst zu vertreten. Noch mehr Grund wird sie haben, wenn sie nach Defizitjahren zu den schwarzen Zahlen zurückfindet, wie dies das Budget 2011 vorsieht. Leicht wird das nicht unbedingt. Bleibt ein neuer Einbruch der Wirtschaft aus, ist dies jedoch zu schaffen.




Mein Kommentar zu den 7 Punkten:


Zu Pt 1:

In einer Demokratie ist es wichtig, die Bürger  unabhängig von der Werbung zu informieren. Doch darf der Quasi Monopolbetrieb keinen anwaltschaftlichen Journalismus pflegen. Die Unabhänigigkeit ist ein zentraler Anspruch. Auch die Unabhängigkeit von Parteien oder Interessengruppen.


Zu Pt 2:

Wenn die Kraft des bessern Argumentes zählt, so dürfen nicht die Medienleute bestimmen, welches Argument besser oder sachgerechter ist. Bei diesem Punkt unterstreiche ich das Wort Meinungsvielfalt!

Zu Pt 3:



Hier gibt es zu folgendem Satz etwas zu sagen:

Aufgabe der SRG ist es, zur Wissensgesellschaft und zu einer erkenntnis- und lösungsorientierten Debatte beizutragen. Die SRG soll die politischen Verhältnisse spiegeln, nicht aber aus Lust am Spektakel selbst zur Polarisierung beitragen.

Es ist erstrebenswert, lösungsorientierte Debatten zu führen. Fragwürdig wäre es, wenn polarisierte Situationen künstlich geglättet würden und Debatten (kommt von battre=schlagen) pointierte Debattierern Ringverbot auferlegt werden könnte. Mit der Begründung - die Person X oder Y trägt zu wenig zu Lösungen bei - könnten pointierte Politiker mundtot gemacht werden. Das dürfte nicht geschehen.

Zu Pt 4:

Das ist für  mich ein Schlüsselsatz:


Will die SRG ihren Programmauftrag erfüllen und zu diesem Zweck die Zielpublika erreichen, muss sie Sendungen im Internet ausstrahlen, begleiten, ergänzen, vertiefen, Hintergrund- und Kontextinformationen liefern, wie die Konzession es vorsieht.
Doch bleibt es dabei: Ein solides Unternehmen setzt erst einmal auf die eigenen Stärken. Der Service public wird sich eher deutlicher von privaten Anbietern unterscheiden.


Zu Pt 5:

Kostspielige Sendungen mit langen Recherchen tragen dazu bei, Themen nicht nur oberflächlich zu behandeln. Mit gut recherchiertem Journalismus können sich die elektronischen Medien, wie auch Fachzeitungen dem Kurzfutter der Gratiszeitungen die Stirne bieten. Das Geld für Recherchen anstatt für teure Reisen (bösartig "Ferienreisen" genannt) einzusetzen - dagegen ist nichts einzuwenden.

Zu Pt 6:

Kein Kommentar: Alles klar



Zu Pt 7:

Ich bin überzeugt: Wenn die SRG den Leistungsauftrag ernst nimmt und erfüllt, so wird sie Vertrauen schaffen. Man kann damit den Sendern trauen und sie werden somit die Glaubwürdigkeit asubauen.




Dienstag, 4. Januar 2011

Zu den Portraits der Kantonsregierungen








 

Regierungsrat Kt ZH

Die Mitglieder des Regierungsrates mit dem Staatsschreiber






Rhetorik.ch1998-2011 © K-K Kommunikationsberatu


Ich wurde von TELE TOP gebeten, mich zu den Portraits der Regierungen ZH,TG, SH und SG zu äussern.



Ich habe zugesagt. Doch mache ich an dieser Stelle eine wichtige Vorbemerkung:



Die Oeffentlichkeit will vor allem die Köpfe der Regierung sehen. Sie will vor allem  eine Exekutive, die den Job als Politiker macht und keine Modeschau. Die Regierungsvertreter sind keine Models. Sie sind auch keine Kleiderständer. Messen wir sie deshalb in erste Linie an ihrer Kernaufgabe und an der Art und Weise, wie sie regieren.



Nachdem jedoch im Internetzeitalter die Kantonsregierungen gemerkt haben, welch grosse Beachtung das neue Abbild des neuen Bundesrates zum Jahresbeginn findet, ist es durchaus verständlich, dass alle Kantonsregierungen auch grossen Wert auf so eine Momentaufnahme legen. Dazu werden Berater und Spitzenfotografen engagiert, damit das Team in einem  möglichst guten Licht verewigt wird. Leider suchen sich die Fotografen vor allem hinsichtlich Kreativität zu übertreffen. Das Ziel ist nicht mehr die Regierung möglichst natürlich abzulichten. Kreativität wird leider oft zum Selbstzweck.



Ich finde es lächerlich, wenn die Regierungen an Aeusserlichkeiten be- oder verurteilt werden. Schuhe Netzstümpfe, Farben, Hintergrund und Originalität werden immer mehr zu zentralen Beurteilungskriterien anstatt die Persönlichkeit der Politiker.



Wenn ich mich dennoch zu den Aufnahmen geäussert habe, so deshalb, weil man bei solchen Analysen lernen kann, genau zu beobachten und zu beschreiben um nachher die persönliche Wirkung zu formulieren. Obschon Details nichts aussagen über die Kompetenz eines Regierungsrates, so führen diese Detail  bei der Oeffentlichkeit automatisch zu Interpretationen. Falls die Wirkung bei einer Vielzahl von Betrachtern negativ ist, lohnt es sich deshalb schon, zu überlegen, was man bei der nächsten Aufnahme ändern könnte.



Wichtig: Nicht die Urteile der Kommunikationsexperten sind massgebend. Die Gesamtwirkung einer Persönlichkeit ist für mich immer ausschlaggebend.



Wer sich mit solchen Aufnahmen BESCHREIBEND auseinandersetzt, kann dennoch seine Wahrnehmung schulen und wird etwas hellsichtiger, obschon es sich nur um eine Blitzlichtaufnahme handelt. Ohne Fachkenntnisse merken Laien, ob solche Aufnahmen künstlich d.h. gestellt sind oder ob die Bilder natürlich wirken und eine zentrale Aussage haben.



Ausschlaggebend ist und bleibt der Zweck dieser Aufnahmen - d.h.: Die Regierungscrew soll vorgestellt werden! Spannend ist es dennoch zu sehen, wie die einzelne Regierung diese Aufgabe löst.


LINK:

Politikerportraits

Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich: Kopf an Kopf - Politikerporträts, 31.10.2008 - 22.02.2009 "Kopf an Kopf - Politikerporträts" zeigt auf, ...
www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html - Cached - Similar

Montag, 3. Januar 2011

Meine Prognosen fürs 2011



teaser image



Ich bin weder Hellseher noch Politologe. Ich habe lediglich einzelne Akteure in  der Oeffentlichkeit und bei Medienauftritten genauer  beobachtet, beschrieben und analysiert.


Nun lehne ich mich dieses Jahr einmal bewusst zum Fenster hinaus und wage  Prognosen in einzelnen Bereichen. Mein nicht ganz ernst zu nehmendes Kaffeesatzlesen darf ruhig nach einem Jahr überprüft werden. Dann wird sich zeigen, wie stark ich in mit meinem Aussagen daneben gegriffen habe. Ich verzichte  auf die üblichen Plausibilitäts - Aussagen (vage, allgemeine Prognosen die immer   richtig sind).  Prognosen werden leider am Ende des Jahres nicht überprüft. Die meisten Prognosen sind zu vage und damit nicht messbar.




Kommunikationslandschaft BUNDESRAT:


Nachdem die Herren Leuenberger und Merz vom Duo Sommaruga und Schneider- Ammann abgelöst worden sind, besteht nun eine grossen Chance, dass die Information des Bundesrates transparenter wird und lösungsorientierter gearbeitet wird. Das wird der Fall sein. Doch wird die neue Bundespräsidentin  nicht über den eigenen Schatten springen können. Sie bleibt 2011 rechthaberisch und kritikresistenz. Sie wird auch im neuen Jahr nichts aus den alten Fehlern lernen. Sie tappt  2011 erneut in  Fettnäpfchen und wird weiterhin alles tun, um im den Medien zur Geltung zu kommen. Mit dem Kollegialitätsprinzip wird es somit nicht wesentlich besser werden, obschon MCR in der Neujahrsansprache so tut, als hätte sie aus den eigenen Fehlern gelernt.
Bundespräsidentin MCR wird  2011 alle Stürme überstehen. Maurer und Leuthard werden im neuen Jahr keine grossen Stricke zerreissen. Ueli Maurer wird die medienkritischen Kommentare in gewohnter Manier schadlos überstehen und Doris Leuthard bemüht sich, 2011 am Ende des Jahres doch noch einen Leistungsausweis  vorlegen zu können, was ihr gelingen wird. Dank dem Wechsel zum Finanzdepartement (war mit harscher Kritik verbunden) kann sie jetzt ihre Kernkompetenz nutzen. Somit hat  Frau Widmer- Schlumpf hinsichtlich Fachentscheiden nichts zu befürchten. Sie wird sogar ein gutes Zeugnis erhalten. Leider erlebt sie in den Wahlen  eine Zitterpartie. Sie steht mit dem Rücken zur Wand und ich befürchte ein bitteres Ende. Sie muss  über die Klinge springen. Es sei denn, eine andere Partei nimmt die Finanzministerin unter ihre Fittiche.



Kommunikationslandschaft PARTEIEN:

Die SVP versucht den Schwung zu behalten. Doch Christoph Blocher wird allmählich zur Hypothek. Ich glaube nicht, dass die Partei die  30% Marke erreicht.

Die SP muss durch das unbedachte Leitbild weiter Ader lassen. Sie verpasst 2011 einmal mehr die Chance, auf die Anliegen der Bevölkerung einzugehen. Sie beharrt auf der Vision von einem Staat ohne Armee und privatem Kapital. Sie wird deshalb weiter verlieren. Falls die Partei das jetzige Tief halten kann, wäre dies bereits ein Erfolg.

An der FDP klebt immer noch das negative Image (Abzockerpartei - Swissair - Spörri - Honegger - Wischiwaschipartei). Sie versucht zwar dieses Jahr das Steuer herumzureissen und wehrt sich gezielt gegen die Bürokratie und die Fesseln des Staates. Das Thema beschäftigt immerhin die Oeffentlichkeit. Ob es jedoch der FDP gelingt, schon dieses Jahr ihr Image zu verbessern, bleibt offen. Sie wird aus meiner Sicht mit den andern Mitteparteien immerhin den Status bewahren können.

Die Grünliberalen werden hingegen auf Kosten der SP weiter zulegen.


EU und EURO


Der Trend hin zur Eigenständigkeit und Unabhängigkeit wächst weiter. Das Thema EU ist zwar immer noch nicht vom Tisch. Es gibt 2011 einen Hick Hack zwischen der Globalisierern und den Bewahrern. So wie es in der Schweizer Geschichte immer Auseinandersetzungen gab - zwischen Zentralisten und Föderalisten -  so geht das Duell zwischen Oeffnung und Selbständigkeit in der politischen Landschaft weiter. Dieses Spannungsfeld wirkt sich nächstes Jahr  auch auf die Bildungspolitik und Steuerpolitik aus.

Was für mich eindeutig ist:

Die Erbschaftssteuerinitiative wird beerdigt werden.
Die Ueberfremdung und Sicherheitsfragen bleiben Kernthemen.
Auf Prognosen hinsichtlich  starken Franken und wirtschaftliche Entwicklung (Arbeitslosigkeit) lasse ich mich bewusst nicht ein, nach der Devise "Schuster bleib bei deinem Leisten."



Gefallen hat mir der Hellseher Shiva (Peter Pfändler). Im Gegensatz zu anderen Hellseher sind wenigstens seine Prognosen immer richtig.


So wird 2011: Peter Pfändler veräppelt Mike Shiva

Sonntag, 2. Januar 2011

Quizfrage:

Das bekannte Schwulenpaar hat ein Kind bekommen:



Ist nun Elton John VATER oder MUTTER geworden?



 Skandal-Rhetorik:

Die Schweiz sei ein "Unding"- so Juncker/ Der EU Finanzchef wird von Blocher mit Hitler verglichen



 Die Aussage Junckers war ein Steilpass für Blocher. Dieser schlug mit der Nazikeule zurück und kommt nun dadurch selbst in die Schlagzeilen.




Als Jean-Claude Juncker der deutschen Wochenzeitung «Die Zeit» Mitte Dezember ein Interview gab, konnte er kaum ahnen, dass er damit einen Skandal auslösen würde. Der luxemburgische Finanzminister und EU-Finanzchef wünschte sich den EU-Beitritt der Schweiz, «auch wenn ich weiss, dass er dem Volkssouverän immer noch widerstrebt».


Quelle Blick:

Schweiz als «geostrategisches Unding»


Die EU würde somit kompletter werden. Dann schob er den Satz nach: «Es bleibt nämlich ein geostrategisches Unding, dass wir diesen weissen Fleck auf der europäischen Landkarte haben.»

Die Sätze mögen hellhörig machen. Doch noch hellhöriger macht, wie SVP-Vizepräsident Christoph Blocher jetzt die Sätze kommentiert. «Da sind ja Töne in die Schweiz hineingekommen, die ich 70 Jahre nicht mehr gehört habe», sagte der alt Bundesrat auf teleblocher.ch.

In der Sicht Junckers sei die Schweiz «ein Unding, nicht einmal ein Ding, geschweige denn ein Land». Eines, das offenbar schon lange «von der Landkarte verschwinden soll».

«So hat Hitler geredet.»


Und dann der entscheidende Satz: «So hat der Hitler geredet! Die Schweiz, das freche Stachelschwein, und solches Zeug.»



Skandal-Debatte


Die Debatte zwischen Blocher und Juncker entgleise immer mehr «und wird zum Skandal», sagt Historiker Urs Altermatt. «Blocher benutzt die Debatte mit dem EU-Spitzenpolitiker als Podium des Wahlkampfes, der die furchtbare Geschichte zur Zeit von Nazi-Deutschland missbraucht. Hitler brachte Europa den Weltkrieg und den ­Holocaust, furchtbare Verbrechen und Leiden für Millionen von Menschen. Junckers Worte mit Hitler in Beziehung zu setzen, ist verwerflich und ehrenrührig und entbehrt des historischen Sachverstandes.»

Blocher   steht zu seinen Aussagen. SonntagsBlick sagte er gestern Abend: «Ich bin erschrocken, als ich hörte, dass Juncker die Schweiz als geopolitisches Unding bezeichnet.» Er sei an der deutschen Grenze aufgewachsen. «Solche Aussagen hörten wir zum letzten Mal vor 70 Jahren. Das ist eine Verachtung der Schweiz. Das darf es nicht geben. Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen.»

Pikant: Am 12. Januar ist in ­Zürich ein Podium mit Juncker und Blocher geplant. Kohler würde sich nicht wundern, wenn der EU-­Finanzchef nach dieser Entgleisung seinen Auftritt absagen würde.


Ende Zitat


Kommentar:

Wer die Nazikeule schwingt, hat immer einen schweren Stand (*An konkreten Beispielen mangelt es nicht). Wer eine Person mit Hitler vergleicht, wird zwangsläufig missverstanden und meist wird dann der Vergleich zum Eigencoal. Auch Blocher wird vorgeworfen werden, dass er nicht Junker, sondern die EU beleidigt habe. Christoph Blocher muss nun wie alle andern, die Hitlervergleiche gewagt haben, mit harter Kritik und negativen Kommentaren rechnen. Dies zeichnet sich bereits in den Titeln der Artikel ab. Ich würde jedem Politiker raten - bei Vergleichen - Hitler stets aus dem Spiel zu lassen. Man spricht nämlich nachher nur noch vom Nazivergleich und auch in diesem Fall ist  die skandalöse Aeusserung Junckers hernach kein Thema mehr. Blochers Aussage wird nun durch den Vergleich zum Skandal.



Der gewiefte  SVP Stratege weiss anderseits, dass er nur durch eine Provokation, Junckers den verbaler Ausrutscher publik machen kann. Blocher nimmt das Risiko bewusst in Kauf, denn politisch wird er im Wahljahr (EU Frage) den verbalen Fehltritt noch lange auskosten können. Einmal mehr hat es Blocher immerhin geschafft, in die Schlagzeilen zu kommen. Mich wundert übrigens, wie viele Journalisten das Blocher-TV regelmässig konsumiert haben. Die Frage ist für mich nicht beantwortet: Wer müsste sich eigentlich entschuldigen: Juncker oder Blocher?
Nazi - Vergleiche waren immer ein TABU Bruch:

Nazi-Vergleiche führen immer zu Skandalen

Das zeigt  bereits der Blicktitel im heutigen Sonntagsblick

Die skandalöse Aussage der  vom "UNDING SCHWEIZ" fehlt im Titel. Die Blocheraussage ist jetzt der eigentliche Skandal, denn er hat den Hitlervergleich formuliert:


Skandal-Debatte: Blocher vergleicht EU-Finanzchef mit Hitler

  1. Extra 3 - Telekolleg: Politiker-Deutsch - Der Nazi-Vergleich

    Bewertung: 4.9 von 5.0
    - 3 Min. - 22. Sept. 2008 - Hochgeladen von Gardrathos

    Wieder einmal präsentiert das Bildungsfernsehen von Extra 3 Telekolleg am 18.9.2008 eine neue Folge. Thema heute: Politiker ...
    www.youtube.com/watch?v=x3vtBuUeUNs - Weitere Videos

 Politiker mit dem Tabubruch verbrennen  sich nach der Nazi-Keule immer die Finger. Hier die Beispiele:

20. September 2002       




Der von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) angeblich angestellte Vergleich der Methoden von Präsident George W. Bush mit denen Adolf Hitlers zählt zu einer Reihe Aufsehen erregender Fälle, die FAZ.NET dokumentiert:

Herbst 1979

 Als Strauss bei einem Wahlkampfauftritt in Nordrhein-Westfalen mit Eiern beworfen wird, ruft er: Diese Leute benehmen sich „wie die schlimmsten Nazi-Typen in der Endzeit der Weimarer Republik“.
Stoiber sorgt Ende 1979 auf einem CSU-Parteitag mit einem Nazi-Vergleich für weiteren Wirbel: „Nationalsozialisten waren in erster Linie Sozialisten.“

Sommer 1982


Der damalige Oberbürgermeister Saarbrückens und SPD-Vorsitzende des Saarlandes, Oskar Lafontaine, wirft dem amtierenden Bundeskanzler vor: „Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.“

Juni 1983

Der damalige CDU-Generalsekretär Heiner Geissler wettert im Bundestag: „Ohne den Pazifismus der 30er Jahre wäre Auschwitz überhaupt nicht möglich gewesen.“ Die SPD bezeichnet er einige Wochen danach als „fünfte Kolonne“ Moskaus. Im Frühjahr 1985 sagt der damalige SPD-Chef Willy Brandt, Geissler sei der „seit Goebbels schlimmste Hetzer in diesem Land“.

15. Oktober 1986

In einem Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin „Newsweek“ vergleicht der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels: „Er ist ein moderner kommunistischer Führer, der (...) versteht was von PR - der Goebbels verstand auch was von PR. Man muss doch die Dinge auf den Punkt bringen.“ Kohl distanziert sich einige Wochen später von dem Interview, ist jedoch nicht zu einer offiziellen Entschuldigung bereit.

21. Juni 2000

Alt-Kanzler Kohl vergleicht die SPD-Boykottaufrufe wegen seiner Spendenaktion für die CDU in einem ZDF-Interview mit dem Boykott jüdischer Geschäfte unter der NS-Diktatur.

12. März 2001

Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagt in einem WDR-Interview über CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer: „Laurenz Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen.“

9. Februar 2002

Ludwig Stiegler, damals stellvertretender SPD-Fraktionschef, erklärt im Streit um das NPD-Verbotsverfahren, gerade bei CDU/CSU und FDP müsste „die historische Schuld alle denkbaren Aktivitäten auslösen, wenigstens heute schon den Anfängen zu wehren“. Der SPD-Politiker verwies Union und Liberale darauf, dass „deren Vorläuferparteien am 23. März 1933 Hitler ermächtigt haben, nachdem sie ihn zuvor verharmlost und an die Macht gebracht haben“.

29. August

Im Anschluss an die Sondersitzung des Bundestages über die Hochwasserkatastrophe vergleicht Altkanzler Kohl einem Bericht des „Spiegel“ zufolge in kleinem Kreis Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) mit dem Hitler-Stellvertreter und NS-Reichstagspräsidenten Hermann Göring. „Das ist der schlimmste Präsident seit Hermann Göring“. Kohl dementiert die Äußerung nicht, sondern erklärt lediglich, es liege ihm fern, ein Mitglied einer demokratischen Partei Deutschlands mit einem Mitglied einer totalitären Partei zu vergleichen.

18. September

In einem Gespräch mit Gewerkschaftern in ihrem Wahlkreis wirft Däubler-Gmelin Bush laut „Schwäbischem Tagblatt“ vor, mit einem Irak-Krieg vor allem von innenpolitischen Problemen ablenken zu wollen. Dies sei eine beliebte Methode. „Das hat auch Hitler schon gemacht.“ Direkt anschließend stellt sie klar: „Ich habe nicht die Personen Bush und Hitler miteinander verglichen, sondern die Methoden.“



Quelle: www.faz.net




Nachtrag PERSOENLICH.COM:




Entgleisende Skandal-Rhetorik: Blocher vergleicht Juncker mit Hitler

Marcus Knill
Die Aussage Jean-Claude Junckers, wonach die Schweiz ein “Unding” sei, war ein Steilpass für Blocher. Der SVP-Parteistratege schlug mit der Nazikeule zurück und kommt nun dadurch selbst in die Schlagzeilen.
Jean-Claude Juncker
Als Juncker der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ Mitte Dezember ein Interview gab, konnte er kaum ahnen, dass er damit einen Skandal auslösen würde. Der luxemburgische Finanzminister und EU-Finanzchef wünschte sich den EU-Beitritt der Schweiz, „auch wenn ich weiss, dass er dem Volkssouverän immer noch widerstrebt“ (Blick).


Sätze, die hellhörig machen


Die EU würde somit kompletter werden. Dann schob er den Satz nach: „Es bleibt nämlich ein geostrategisches Unding, dass wir diesen weissen Fleck auf der europäischen Landkarte haben“. Die Sätze mögen hellhörig machen. Doch noch hellhöriger macht, wie SVP-Vizepräsident Christoph Blocher auf Blick jetzt die Sätze kommentiert. Und auf Teleblocher sagte der alt Bundesrat: „Da sind ja Töne in die Schweiz hineingekommen, die ich 70 Jahre nicht mehr gehört habe .” In der Sicht Junckers sei die Schweiz „ein Unding, nicht einmal ein Ding, geschweige denn ein Land“. Eines, das offenbar schon lange „von der Landkarte verschwinden soll“. Und dann der entscheidende Satz: „So hat der Hitler geredet! Die Schweiz, das freche Stachelschwein, und solches Zeug.“



Debatte wird zum Skandal



Die Debatte zwischen Blocher und Juncker entgleise immer mehr „und wird zum Skandal“, sagt Historiker Urs Altermatt. „Blocher benutzt die Debatte mit dem EU-Spitzenpolitiker als Podium des Wahlkampfes, der die furchtbare Geschichte zur Zeit von Nazi-Deutschland missbraucht. Hitler brachte Europa den Weltkrieg und den ­Holocaust, furchtbare Verbrechen und Leiden für Millionen von Menschen. Junckers Worte mit Hitler in Beziehung zu setzen, ist verwerflich und ehrenrührig und entbehrt des historischen Sachverstandes.“
Blocher steht zu seinen Aussagen. Zum Sonntagsblick sagte er: „Ich bin erschrocken, als ich hörte, dass Juncker die Schweiz als geopolitisches Unding bezeichnet.“ Er sei an der deutschen Grenze aufgewachsen. „Solche Aussagen hörten wir zum letzten Mal vor 70 Jahren. Das ist eine Verachtung der Schweiz. Das darf es nicht geben. Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen.“


Platzt Podium?


Pikant: Am 12. Januar ist in Zürich ein Podium mit Juncker und Blocher geplant. Kohler würde sich nicht wundern, wenn der EU-Finanzchef nach dieser Entgleisung seinen Auftritt absagen würde.
Marcus Knill
Montag, 3. Januar 2011 um 13:04 Uhr

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Nachtrag:

Wie vermutet, wird nun Blocher vom Blick die Schuld für den ganzen Skandal in die Schuhe geschoben. Verursacher Juncker wird hingegen reingewaschen. Er habe sich immer für die Schweiz eingesetzt - auch nach Eichels Indianer Vergleich.
Meine Prognose trifft somit zu, dass jeder Tabubrecher Probleme bekommt, obschon in diesem Fall Junkers verbaler Ausrutscher keine Banalität ist. Nicht auszudenken, was es für Folgen gehabt hätte, wenn ein Schweizer Politiker ein Land als "Unding" bezeichnet hätte.


Stratege Blocher wird die Medienpräsenz nutzen und kann dank seiner Provokation noch lange von dem Medienwirbel profitieren.