Samstag, 5. September 2009

GPK findet ebenfalls: Koordination der Kommunikation im Bundesrat ist miserabel.

Das - was wir seit Jahren immer wieder beanstandeten - (bei der Nef Affaire, der Tinner Geschichte, bei der Bekanntgabe der UBS Kundenkonten und jetzt auch bei der Libyenaffaire) - wird nun endlich offiziell festgehalten. Im Bundesrat fehlt die koordinierte Information. Zu oft sprach jeder gegen jeden. Siehe die LINKS unten.

Unkoordinierte Kommunikation führt letztlich zum Kommunikationschaos.

Zum offensichtlichen miesen Teamwork der Landesregierung

fragen wir uns:

Wer koordiniert denn eigentlich im Bundesrat die Kommunikation?

Ich zitiere SDA, die den Wortlaut der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates:

«Wir haben festgestellt, dass der Bundesrat bei sensiblen Dossiers nicht genügend zusammenarbeitet», bestätigte GPK-Präsident Pierre-François Veillon eine Meldung im «Tages-Anzeiger» von heute. Die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates wolle wissen, wie sich der Bundesrat genau verhalten hat und wie die Zusammenarbeit funktioniert hat. Die GPK verstehe sich dabei nicht als richterliche Instanz, sondern wolle Verbesserungspotential aufzeigen, sagte Veillon. Ähnliche Mängel der Zusammenarbeit innerhalb des bundesrätlichen Kollegiums habe die GPK bereits in der Tinner-Affäre und bei der Krise der UBS festgestellt. Die Untersuchung zur Affäre Gaddafi wird aber erst beginnen, wenn die beiden in Libyen zurückgehaltenen Geschäftsleute wieder in der Schweiz sind – wenn also der Bundesrat seine Aufgabe gelöst habe, wie Veillon erläuterte. (SDA/hhs)

LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell: Kommunikationsgau im Bundesrat

    Nach Aussage der Politologin Regula Stämpfli im 10 vor 10 besteht derzeit ein Kommunikationsgau im Bundesrat. Im Zusammenhang mit dem Einfluss des ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/11_30.html - Cached - Similar
  2. rhetorik.ch aktuell: Zum Kommunikationsproblem in der Landesregierung:

    Zum Kommunikationsproblem in der Landesregierung: Links: Hochbrisanter FAX bringt Veranwortliche zum Schweigen · Kommunikationsgau im Bundesrat ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_15.html - Cached - Similar

rhetorik.ch aktuell: Merz und die Affaire Gaddafi

23. Aug. 2009 ... die hinsichtlich Kommunikationsmanagement im Bundesrat auch in diesem Fall nicht gut bestellt ist. Es fehlt ganz klar die Koordination der Kommunikation. ... Bundesrat Merz kann jetzt nur noch hoffen, dass die zwei ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/08_23/index.html -Cached - Similar

  1. rhetorik.ch aktuell: Zick-zackverhalten von Bundesrat Deiss

    10. März 2006 ... Bundesrat Deiss stand damals unter dem Druck der Öffentlichkeit ... ersten Kommunikationspannen allmählich die Erkenntnis durchsetzt hatte, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/03_10.html - Cached - Similar
  2. rhetorik.ch aktuell: Der vergessliche Bundesrat

    Der Bundesrat hat sich im Sommer zuwenig mit der Sache auseinandergesetzt. ... bagatellisiert und beschönigte bislang alle Kommunikationspannen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/09_10/index.html - Cached - Similar
  3. rhetorik.ch aktuell: Virtuelle Krise?

    Bundesrat Schmid kam im Zusammenhang mit der Nefgeschichte immer mehr in .... dass Samuel Schmid - trotz aller Kommunikationspannen- noch lange fest im ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/09_06/index.html - Cached - Similar
  4. rhetorik.ch aktuell: Lernen aus der Libyen Krise

    28. Aug. 2009 ... Gestern kehrte die Falcon des Bundesrates aus Tripolis zurück. ... Es gab zu viele Kommunikationspannen, die nach der Rückkehr analysiert ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/08_28/index.html -Cached - Similar

Was Bunderat Couchepin wissen müsste:

Der letzte Eindruck ist nachhaltig

Die Reaktionen des Volkes in der ARENA nervten das ALPHA-tier im Bundesrat

Bei seinem letzten ARENA Auftritt (gestern abend) hat nach meinem Dafürhalten Couchepin alles andere als gepunktet - obwohl er mit Blumen verabschiedet wurde. Bundesrat Couchepin war sich leider nicht bewusst, dass der letzte Eindruck einer Persönlichkeit ebenso wichtig ist wie der erste Eindurck. Ich bin sicher, dass sich Bundesrat Couchepin nicht nur sich, sondern auch der Sache (Abstimmungsvorlage) geschadet hat.

Sein Einsatz in der ARENA für die IV-Vorlage war alles andere als magistral.

Ich zitiere TAGI:

Gereizt und forsch:

Couchepin in seiner letzten «Arena». (Quelle: SF)

«Ich versteh die Situation nicht ganz», fasste sich Moderator Reto Brennwald, als nach rund einer Stunde Bundesrat Pascal Couchepin genervt das Wort verweigerte. Vorangegangen war ein Votum eines Redners, der sich gegen die IV-Vorlage aussprach, gefolgt vom Applaus einer Gruppe in den hinteren Rängen.

Und genau dieser Applaus brachte das Fass beim Bundesrat zum überlaufen. Seiner Meinung nach sollten sich «die Leute» zuerst beide Seiten anhören, um dann für die eine oder die andere Stellung zu nehmen. «Bitte, es ist Demokratie. Man soll zuerst die Argumente hören, und dann applaudieren (Originalton Couchepin, Anm. der Redaktion)», so der Bundesrat.

«Fanatismus»

Und in einer verschärften Wiederholung verstieg sich Couchepin gar zur Anschuldigung, die Applaudierenden agierten in einer Art «Fanatismus»: «Man soll zuerst die Argumente hören und nicht mit Fanatismus immer in eine einzige Richtung plaudern.» Gemeint hatte Couchepin wohl die Applaudieren.

Reichlich empfindlich, für einen, der 15 Mal in der Arena seine Position vertreten musste. Brennwald wollte dann doch noch das Wort von Couchepin, doch der machte nicht mehr mit. «Fragen Sie doch die Leute, die sollen antworten, es ist Demokratie», sagte der Innenminister und zeigte auf die «Arena»-Teilnehmer, die zuvor applaudierten.

Kommentar:

Für mich erstaunt dieses Verhalten des abtretenden Bundesrates nicht. Ich habe ihn persönlich an einer Veranstaltung erlebt, wie er prominente Leute "abgeputzt" hatte, die es wagten, eine kritische Frage zu stellen. Sie mussten sich von einem Bundesrat sagen lassen: "Passen Sie besser auf. Lernen Sie besser zuhören! Dann müssen Sie nicht solche Fragen stellen."

Aus folgenden alten Analysen wird deutlich, dass Couchepin mit Kritik und Widerspruch nicht gut umgehen kann:

  1. rhetorik.ch aktuell: Couchepins rhetorisches Erfolgsrezept ...

    11. Febr. 2008 ... Im Jahre 2008 erhielt Pascal Couchepin bereits zum zweiten Mal das Amt des Bundespräsidenten. Er ist wie Christoph Blocher ein ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/02_11/index.html - Cached - Similar
  2. 28 Okt 03: Bundesratskrimi - rhetorik.ch aktuell:

    28. Okt. 2003 ... Pascal Couchepin führt nach wie vor das Szepter im Bundesrat. Die Auseinandersetzung mit Micheline Calmy-Rey könnte ihm ebenfalls geschadet ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Oct_28_2003.html - Cached - Similar
  3. VON HAHNENKÄMPFEN UND EINEM, DER KEIN HAHN SEIN MÖCHTE

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View Selbstbewusster Magistrat: Von Bundesrat Pascal Couchepin sind wir es gewohnt, dass er sehr selbstbewusst auftritt. Dabei wirkt er von sich selbst sehr ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/03_21/03_2006.pdf - Similar
  4. rhetorik.ch aktuell: Das Mörgele Protokoll

    Mörgele-Mengele kalauerte Bundespräsident Pascal Couchepin an einer Kommissionssitzung vor .... Pascal Couchepin: "Das ist nicht zum Lachen. Das ist ernst. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/02_07/index.html - Cached - Similar
  5. 04 Okt 04: Schulmeisterrhetorik - rhetorik.ch aktuell:

    4. Okt. 2004 ... Es ist erstaunlich, wie es Bundesrat Pascal Couchepin versteht, gegenüber Kollegen als Schulmeister aufzutreten. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Oct_04_2004.html - Cached - Similar
  6. rhetorik.ch aktuell: Zum Rücktritt von Couchepin

    12. Juni 2009 ... Der Schweizer Bundesrat Pascal Couchepin hat seinen Rücktritt auf 31. Oktober 2009 angek¨ndigt. Er war 11 Jahre im Bundesrat. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/06_12/index.html - Cached - Similar
  7. rhetorik.ch aktuell: Zur Masslosigkeit der Worte

    Nicht nur Pascal Couchepin reagierte unbeherrscht. Die CVP überzeichnete ebenfalls verbal die Geschichte vor der Abklärung als "Staatsaffaire". ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_07/ - Cached - Similar
  8. 08 Dez 03 - rhetorik.ch aktuell:

    8. Dez. 2003 ... Dann kommt Pascal Couchepin und danach Ruth Metzler. .... Bundespräsident Pascal Couchepin sagte nach der Sitzung, dass alle bisherigen ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Dec_08_2003.html - Cached - Similar
    1. 28 Aug 04: 'Ja-aber Rhetorik' mit zu - rhetorik.ch aktuell:

      28. Aug. 2004 ... Am Medientreffen auf der Petersinsel nutzte Pascal Couchepin die Gelegenheit, sich nebenbei über den Bundesratkollegen Christoph Blocher ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_28_2004.html - Cached - Similar
    2. rhetorik.ch aktuell: Der Bundesrat im Volk

      1. Jan. 2008 ... "Es ist ein wahrhaftiges Suchbild: Bundespräsident Pascal Couchepin zeigt Volksnähe und mischt sich zusammen mit seinen Amtskolleginnen und ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/01_01/index.html - Cached - Similar
    3. rhetorik.ch aktuell: Bewusste Provokation oder unbedachtes Reden?

      Bundesrat Pascal Couchepin ist bekannt für seinen Mut, unpopuläre Dinge zu sagen, die verletzen und einen Medienwirbel auslösen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/05_22.html - Cached - Similar
    4. rhetorik.ch aktuell:

      Feb. 2003: Calmy-Rey und Couchepin Pascal Couchepin wollte den Gesamtbundesrat dazu bringen, Überflugrechte für den Truppenaufmarsch im Irak zu bewilligen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Feb_10_2003.html - Cached - Similar
    5. rhetorik.ch aktuell: Plakat mit schwarzem Schaf

      Bundesrat Pascal Couchepin gab dies während seines traditionellen jährlichen Medientreffens am Donnerstag bekannt. Die Landesregierung bereite nun eine ... www.rhetorik.ch/Aktuell/07/07_16/index.html - Cached - Similar
    6. rhetorik.ch aktuell: Rückschritt auf dem Weg zur Koordination der ...

      29. Okt. 2005 ... Pascal Couchepin, Umso erstaunter nehmen wir bei der bestehenden Informationsverwirrung zwischen den Gesundheitsdirektoren zur Kenntnis, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/10_29.html - Cached - Similar
    7. rhetorik.ch aktuell: Neue Bundesratsfoto mit Doris Leuthard

      3. Aug. 2006 ... Es folgen dann die Bundesräte Christoph Blocher, Pascal Couchepin, im Zentrum steht Bundespräsident Moritz Leuenberger, hierauf Bundesrätin ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_03.html - Cached - Similar
    8. rhetorik.ch aktuell: Die Affaire Tinner

      Mai: Bundespräsident Pascal Couchepin bestätigt erstmals die Aktenvernichtung im Fall Tinner. Er begründet die vom Bundesrat im November 2007 beschlossene ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/07_10/index.html - Cached - Similar
    9. rhetorik.ch aktuell: Vom Duchenne und Soziallächeln

      Pascal Couchepin markiert durch Knapplächeln etatistische Reserviertheit. Und Eveline Widmer-Schlumpf kneift die Lippen zur Linie zusammen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/04_27/index.html - Cached - Similar
    10. rhetorik.ch aktuell: Bundesratsfoto 2008

      Ueli Maurer; Micheline Calmy-Rey; Moritz Leuenberger; Hans-Rudolf Merz; Doris Leuthard; Pascal Couchepin; Eveline Widmer-Schlumpf; Bundeskanzlerin Corina ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/12_31/index.html - Cached - Similar
    1. rhetorik.ch aktuell:

      26. Juli 2004 ... Moritz Leuenberger, assoziativ, selbstironisch, humorvoll. Pascal Couchepin, von sich zu eingenommen, unverblümt ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_26_2004.html - Cached - Similar
    2. rhetorik.ch aktuell:

      Denn nur noch jeder Vierte glaubt, dass Bundesrat Pascal Couchepin seinen Job gut macht. Dass die Politiker nicht immer offizielle Wege benutzen, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_11_2004.html - Cached - Similar

An die Teilnehmer des Universitätslehrganges ULG 3 (Block 17) "Projektmanagement: MEDIEN-KOMMUNIKATION"

Wir arbeiten nächste Woche in drei Bereichen PRINT, RADIO, FERNSEHEN. Alle Module betreffen die Thematik "Ich und die Oeffentlichkeitsarbeit". Sie werden erkennen, dass es immer darum geht, EINE Aussage (Votum, Botschaft, Argument, Antwort), verständlich (EINfach), verkürzt, überzeugend auf den Punkt zu bringen.

Zur Einstimmung folgender Beitrag (Hier der LINK):

Oeffentliche Auftritte

Öffentliche Auftritte. von Marcus Knill. 1. Vorbereitung ... 2. Kurz vor dem Auftritt. Sich lockern. ... 3. Beim Auftritt. Keine Nebengedanken. ... www.rhetorik.ch/OeffentlicheAuftritte/OeffentlicheAuftritte.html - Cached - Similar

Öffentliche Auftritte

von Marcus Knill

Ihr Ausbildungsteam freut sich auf das konkrete Tun im Mediensimulator:

Regula Späni für Franz Fischlin (TV)

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Peter Salvisberg (Radio)

Foto aus Medienkommunikationsleiterteam ULG1 in Zermatt

Bitte Foto anklicken - Beitrag wird vergrössert. Aufnahme ist am Schluss des Beitrages.

(Peter Salvisberg ist rechts aussen)

http://www.knill.com/Addressen/ss_salvisberg.jpg

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Matthias Ackeret (Print)

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Technische Leitung: Faro Butscher

Faro Butscher als Kameramann:

www.eclipsefilm.com

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Gesamtleitung: Marcus Knill

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WIR HABEN UNS MIT IHREN PROJEKTEN AUSEINANDERGESETZT UND FREUEN UNS AUF DIE GEMEINSAMEN TAGE!

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DAS MODUL GING SEHR GUT UEBER DIE BUEHNE:

- dank lernwilligen, kompetenten, selbstkritischen Teilnehmern

- dank erfahrenen TOP Referenten (alle arbeiteten früher im PRINT-, RADIO-, TV Bereich

- Dank Profi Kameramann

- Dank TOP Infrastruktur

Wir arbeiteten in SAANEN im Hotel Steinberger.

Fazit:

Die wichtigsten Erkenntnisse veranschaulicht das Buchstabenbild SAANEN:

S ---> Selbstkritik, Selbst weiter lernen

A ---> Antizipieren (Wir können die meisten Fragen gedanklich vorbereiten)

A ---> Achtsamkeit heisst: Sich auf ETWAS 100%ig konzentrieren

N ---> Natürlich bleiben (authentisch bleiben - trotz ungewohnter Umgebung)

E ---> EIN-fach reden, EIN-deutig antworten

N ---> Narrative Rhetorik nutzen (eine Geschichten, ein Beispiel erzählen)

Freitag, 4. September 2009

Der Pferdefuss im Vertrag mit Libyen - mit gravierenden Folgen

Es war der gravierendste Fehler im Vertrag, die Geiseln darin nicht zu erwähnen. Dieser Mangel muss unser Bundespräsident leider auf seine Kappe nehmen!

Der Vertrag mit Libyen

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat am 20. August in Tripolis den Vertrag zwischen Libyen und der Schweiz unterzeichnet. Er soll die Krise zwischen den beiden Staaten beenden. Der Vertrag regelt hauptsächlich das Schiedsgericht, das die Verhaftung von Hannibal Gaddafi im Juli 2008 in Genf beurteilen soll. Innerhalb von 10 Tagen nach der Unterzeichnung bezeichnen beide Parteien ihren Vertreter des Schiedsgerichts. Diese wiederum bezeichnen ein drittes Mitglied, das das Gericht präsidiert. Können sich die beiden Parteienvertreter nicht bis 30 Tage nach Unterzeichnung einigen, wird der Präsident des Schiedsgerichts vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag ernannt.

Das Schiedsgericht mit Sitz in London muss bis 60 Tage nach Eröffnung des Verfahrens einen Entscheid fällen. Sieht das Schiedsgericht ein Vergehen der Genfer Polizei, sollen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Schweiz muss eine Kompensation bezahlen in der Höhe, die das Schiedsgericht festsetzt. Die Kosten für das Tribunal teilen sich die beiden Staaten.

Weiter schreibt der Vertrag vor, dass die Schweizer Regierung sich offiziell und öffentlich für die «ungerechtfertigte und unnötige» Verhaftung Hannibals entschuldigen muss. Das hat Bundespräsident Merz am 20. August in Tripolis getan.

Gemäss des Vertrags stellen Libyen und die Schweiz innerhalb von 60 Tagen die normalen bilateralen Beziehungen wieder her. Dazu gehört explizit auch der konsularische Bereich mit Einreise- und Ausreisevisa. Die beiden seit Juli 2008 zurückgehaltenen Geiseln erwähnt der Vertrag nicht.

(mdr)

Seit Wochen hiess es ständig: Das Wichtigste des Besuchs in Libyen sei die Befreiung der Geiseln. Wenn dies so ist, dass die zurückgehaltenen Geiseln 1. Priorität haben, kann erst recht niemand verstehen, dass das Wichtigste im Vertrag vergessen wurde. Aus meiner Sicht ist dies eine gravierende Verfehlung des Bundespräsidenten.

Bundespräsident Merz muss damit rechnen, dass er ein dankbares Fasnachtsujet abgibt. Der erste Rap ist bereits in Blick publiziert:

Citoyen Gladius : J'ai le mal de Merz von Citoyen_Gladius

Citoyen Gladius mit «J´ai le mal de Merz» spuckt gegen das Verhalten des Bundespräsidenten in der Gaddafi-Affäre: Hans-Rudolf Merz sei im Anzug in Tripolis angekommen und in Unterhosen heimgekehrt, heisst es etwa im Track. Sogar von Micheline Calmy-Rey müsse er sich anknurren lassen. Hannibal Gaddafi wird als Papa-Söhnchen beschrieben, der sich von Genfer Polizisten doch nichts sagen lassen müsse, nur weil er Hausangestellte verprügelt habe. In erster Linie schiesst die Unité populaire aber natürlich gegen Merz, der die Schweiz schon mit dem UBS-USA-Kundendaten-Deal entmannt habe. (zeb)

Der Kapitalfehler - das WICHTIGSTE im Vertrag nicht zu erwähnen- rächt sich jezt:

Ich zitiere TAGI:

Libyen widerspricht Merz: Rückkehr der Geiseln nie zugesagt

In der Schweiz liege wohl ein Missverständnis vor, sagt der libysche Vize-Aussenminister – und erzählt seine Version der Abmachung.

«Libyen hat Versprechen gehalten»: Der libysche Staatschef Moammar al-Qadhafi.

«Libyen hat Versprechen gehalten»: Der libysche Staatschef Moammar al-Qadhafi. (Bild: Reuters)

Diese Reaktion ist die logische Folge eines dilletantischen Vertrages. Nun steht der Bundespräsident als Lügner da und kann nicht beweisen, dass er über die Geiseln gesprochen hat. Peinlich!!!

Donnerstag, 3. September 2009

Rollenverteilung bleibt traditionell

Aller Emanzipation zum Trotz: Schweizer Männer arbeiten meist Voll- und Frauen Teilzeit. Das umgekehrte Modell kommt fast nie vor

Quelle Tagi

Kommentar:

Man kann davon ausgehen, dass echte Emanzipation darin besteht, dass Mann und Frau gemeinsam entscheiden dürfen, welches Familienmodell sie verwirklichen wollen. Ich kenne erstaunlich viele Frauen mit Kindern und Hochschulabschluss, die freiwillig auf Positionen auf oberster Führungsebene verzichten, weil sie sehen, wie sich das 100 prozentige Engagement auf das Familienleben auswirkt. Sie wollen gar nicht ihre Lebensqualität einbüssen, wie viele Manager. Umherreisen, für die Karriereleiter - Freizeit opfern und Bonis nachrennen. Immer mehr Ehepaare wollen zudem bewusst ihre Kinder nicht ständig fremd betreuen lassen. Denn: Pädagogisch, psychologisch qualifizierte, konstante Bezugspersonen sind vielfach rar oder in der Regel zu teuer. Die Elternteile, die Teilzeit arbeiten, stellen sich deshalb die berechtigte Frage: Will ich nicht lieber mit beitragen, mein Kind in den ersten Jahrn persönlich zu prägen? Tatsächlich ist es eine Illusion zu glauben, man könne dann später - wenn die Kinder grösser sind - die Abwesenheit plötzlich mit grösserer Präsenz kompensieren. Die Kinder wollen dann nicht ständig Vater und Mutter um sich haben. Doch wünschen sie sich, dass eine Bezugsperson während der prägenden Jahre da ist. Dann wenn die Kinder Fragen haben, müsste im Grunde genommen ein Elternteil anwesend sein. Wie können jedoch die Fragen der Kinder von den Eltern beantwortet werden, wenn von ihnen niemand präsent ist? Man kann nicht nach Hause kommen und hoffen, dass alle offenen Fragen zwischen 1900 Und 2000 Uhr auf Abruf entgegengenommen werden können.

Elmar Ledergerber trat als Stadtpräsident zurück mit der Begründung, er wolle sich nun (endlich?) dem Kind widmen. Ich zweifle daran, dass es - das inzwischen gross gewordene Kind - besonders schätzt, wenn der Papi nun ständig für es präsent ist, nur weil er es unterlassen hatte, früher für das Kind Zeit zu haben .

Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass Nestwärme, Konstanz, Orientierung , Rituale und einheitliche Spielregeln Kindern gleichsam zu einem Rüstzeug verhelfen, damit sie später weniger anfällig sind für Drogen, Gewalt und schlechte Einflüsse.

Man sollte desahlb nicht versuchen, Eltern in ein Familienmodell auf zu zwingen z.B. mit finanziellen Anreizen. Elternteile (ob Mann oder Frau) haben ein Selbstbestimmungsrecht . Es besteht heute die Gefahr, dass sendungsbewusste Politiker versuchen, die Gesellschaft nach ihren einseitigen ideologischen Grundsätzen zu verändern, anstatt auf das Wohl des Kindes zu achten.

Muss man Schwachsinnige ernst nehmen, nur weil sie Geld haben?

Zuerst schien es ein Witz zu sein- bis gestern doch bekannt wurde, dass es angeblich Ghadaffi ernst war mit seinem abstrusen Ansinnen, die Schweiz solle aufgelöst werden. Der Vorschlag wäre nur dann gefährlich, wenn solch groteske Spinnereien ernst genommen würden.

So würde die neue Karte aussehen (blick)

Quelle 20 Min:

Bissiger Humor

Jetzt schlagen wir zurück: Libyen ist aufgeteilt

Schluss mit Kuschel-Kurs. Die Schweiz hat das Katz-und-Maus-Spiel satt - zumindest die Leser von 20 Minuten Online. Denn jetzt wird mit bissigen Photoshop-Werken zurückgeschossen.

Uno liess Qadhafi abblitzen

Quelle TAGI:

Uno liess Qadhafi abblitzen

Vor Wochen hatte Libyen bei der Uno tatsächlich einen Antrag auf Aufteilung der Schweiz gestellt. Der Revolutionsführer musste sich in New York allerdings eine Lektion erteilen lassen.

Medienkonferenz als FARCE

Libyen-Affäre: Die Geiseln leiden und bleiben!

Es sollte ein Medienkonferenz werden, die Einigkeit und Geschlossenheit signalisiert. Doch das Verhalten der Akteure sagt mehr als die abgelesenen Worte. Die dunkeln Farben, die Spannung in der Muskulatur, die Blicke und das gespielte Lächeln müssen nicht kommentiert werden.

(Bildquelle Blick)

Man braucht kein Samy Molcho zu sein, um zu sehen, wie es hinsichtlich Beziehungsebenen zwischen den beiden Ministern bestellt ist. Der Körper kann nicht lügen. Die Auseinandersetzung mit dem SMS , das grosse Zerwürfnis - trotz Entschuldigung der Aussenministerin - ist den beiden Kontrahenten nicht nur ins Gesicht geschrieben. Wer glaubt man könne Risse in der Beziehungsebene so rasch rasch kitten, täuscht sich. Es gibt keinen Seelen Araldit, der hilft, wenn zu viel Geschirr zerschlagen auf der Beziehungsebene.

Beobachtungsübung: Beschreiben Sie den Gesichtsausdruck, die Haltung und formulieren Sie, wie die zwei Akteure auf Sie gewirkt haben.

Bemerkung zu diesem einmaligen Auftritt an der heutigen Medienkonferenz:

Es darf nicht Tradition werden, dass eine Medienkonferenz nur zum Verlesen einer Medienmitteilung verkommt. Es durften beim heutigen Auftritt der Aussenministerin und des Bundespräsidenten keine Fragen gestellt werden. Das gibt zu denken und ist ein Zeichen dafür, dass das künstliche Falschspielen in einer Fragerunde wie ein Kartenhaus hätte zusammenbrechen können. Ich gehe davon aus, dass die gespielte Einigkeit nur eine Show war an die Adresse von Libyen. Der vielsagende Auftritt war nicht für die Schweizer Bevölkerung gedacht.

2.9.09

Bilder von der Relaunch-Party
Wie die Branche im Club Hard One das neue Heft feierte.