Sonntag, 20. April 2008

Dalai-Lama Besuch: Bundesrat bekommt weiche Knie

Tibeter werfen der Schweizer Regierung Feigheit vor. Der Bundesrat will noch nichts wissen von einem Empfang des Dalai-Lama. Er will es nicht mit dem wichtigsten Wirtschaftpartner China verscherzen.

Unsere Regierung könnte ein Zeichen für die Menschenrechte, Presse-, Meinungsfreiheit setzen und das Oberhaupt der Tibeter empfangen.

Doch die Regierung bekam weiche Knie und weiss noch nicht, ob sie das geistliche Oberhaupt empfangen soll.

Aus Angst vor wirtschaftlichen Konsequenzen kuscht der Bundesrat vor dem chinesischen Drachen.

Chapeau! Die deutsche Bundeskanzlerin hat vor wenigen Wochen angekündigt, dass sie sich mit dem Friedensnobelpreisträger treffen werde.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Bundesrat auch noch Mut zeigen wird, falls er einen massiven Widerstand gegen sein passives Verhalten spürt.

Aus meiner Sicht müsste der Bundesrat im Olympiajahr ein Zeichen für die Menschenrechte und Frieden setzen und sich nicht in erster Linie von wirtschaftlichen Aspekten leiten lassen.

Selbst dann - wenn der Bundesrat nicht über den eigenen Schatten springen kann und weiterhin zögert, wird immerhin die Stadt Bern den Dalai-Lama empfangen.

Mister Schweiz nimmt den Mund zu voll-

Oft wäre SCHWEIGEN Gold!

Immer wieder tritt der neuen Mister Schweiz ins Fettnäpfchen.

Stephan Weiler -Mister Schweiz in der Schusslinie.

Illustration aus "heute-online".

Negativ Schlagzeilen machen derzeit dem Mister Scheiz das Leben schwer.

Auch in der zweiten Amtswoche musste er viel Kritik einstecken.

Die Schlagzeilen werden immer schlimmer:

- Er sei ein Weichei

- Er sei ein "Tussi"

- Er wird sogar als Lügner bezeichnet

Ich zitiere heute-online:

Er erzählt, wie er sich schminkt, von seinen Ex-Freundinnen, vom Schwulsein und jetzt auch noch von seinem Job. Und egal, was er sagt, es gibt Puff.

In der heutigen Ausgabe von «20 minuten» parlierte er von Problemen im Job und von einem Krisengespräch mit seiner Chefin. Doch seine Chefin, Heidi Mock, weiss davon überhaupt nichts. «Ich weiss nichts von einem Job-Gespräch. Wir haben ein offenes Arbeitsverhältnis. Er ist auf Stundenlohnbasis angestellt, was uns eine sehr flexible Zeiteinteilung ermöglicht. Wir sind auf seine Arbeitskraft zurzeit nicht angewiesen», sagt sie. Und sowieso sei der Mister noch bis Ende April beurlaubt.

Über die Sprech-Pannen des Misters ist man in Weilers Apotheke nach heute-Informationen irritiert.

Er solle in Zukunft etwas länger überlegen, bevor er sich äussere. Und nicht ständig Chabis von sich geben. Sollte Stephan seinen Job als Drogist verlieren: Bei einer Konkurrenzdrogerie in Arbon wäre noch eine Stelle als Drogist zu besetzen.

Quelle SF:

Stephan Weiler nach der Wahl (Hier anwortete er noch bedacht)

Stephan Weiler - «Mister Schweiz 2008»

Wohnort: St. Gallen SG

Geburtsdatum: 06.04.1984 (23)

Sternzeichen: Widder

Zivilstand: ledig

Beruf: Drogist & Student

Grösse: 184 cm

Gewicht: 72 kg

Schuhgrösse: 44

Haarfarbe: Dunkelbraun

Augenfarbe: Blau

Vorbilder: Leute, die trotz Ruhm und Erfolg auf dem Boden bleiben.

Stärken: zielstrebig, treu, ehrlich, spontan, flexibel

Schwächen: Sturheit

Lieblingsmusik: House

Lieblingsfilm: keinen

Lieblings TV-Serie: Ich habe keine Zeit für Serien!

Traumauto: Audi S4 Avant

Lieblingsessen: Risotto mit Lammfilet

Lieblingsdrink: Passoa-Orange

Lieblingsstadt: Paris, Amsterdam

Lieblingsferiendestination: Mauritius

Hobbies: Laufsport und Reisen

Lieblingsbar/-disco: Elephant und Casablanca in St.Gallen

Lieblingsfarbe: Blau

Lieblingszeitschrift/-zeitung: St.Galler Tabglatt, 20min, Blick

Wofür würdest du nie Geld ausgeben? Sex, Drogen, Sekten

Welchen Traum möchtest du dir erfüllen?

Eine Reise durch Südamerika

Welche schlechte Eigenschaft möchtest du dir abgewöhnen?

Nicht so stur zu sein!

Welches Erlebnis hat dich am meisten geprägt?

11. September 2001

Worauf bist du besonders stolz?

Ich bin stolz darauf, dass ich momentan alles unter einen Hut bringe (Beruf, Schule, Mister Schweiz-Kandidatur).

Erinnerst du dich an deine erste Liebesnacht? Ja, aber alles andere bleibt mein Geheimnis!

Bei dieser Befragung antwortete Weiler noch bedacht. Bei den nachträglichen Interviews löste jedoch der neue Mister Schweiz die Mundbremse und quatschte über alles. Ueber die Intimrasur, die Schönheitspflege, die Zahnverschönerung, den Ohrstecker usw. Angeblich werden die Kandidaten auf alles vorbereitet, nur nicht auf den Umgang mit Medien.

Noch ein Wort zum Mister Schweiz als Plakatsäule:

Nach der Wahl wurde der auserkorene Drogist als Werbeträger ein gefragter Mann.

Marketing und PR Spezialisten hätten ihm geraten, nur wenige Angebbote anzunehmen. Doch der unerfahrene junge Mann verkaufte seinen Körper an 18 Marken. Ich konnte mir jedenfalls keine einzige der merken. Martina Hinggis machte es professioneller. Ihr Name wird noch heute mit der Verzinkerei Zug assoziert und Ihre Waschmaschine Werbung ist noch in allen Köpfen, obschon durch die Dopinggeschichte schon länger weg vom Fenster ist. Der anonyme Schönling hingegen verkaufte in erster Linie seine Privatsphäre. Er liess seine Zahnverschönerung von der Illustrierten begleiten und machte alles Private öffentlich. Er zeigte, wie er die Augenbrauen pflegt, sich bräunt, die Nägel pflegt und den Ohrenstecker montieren lässt. Auch wie er im Wirlpool Champagner trinkt (ohne dass sich die Leute die Marke der gesponserten Sprudelwanne merken konnten). Ich frage mich: Weshalb haben die Eltern den neuen Minster Schweiz nicht fachmännisch beraten lassen?

Nachtrag 27.4.08:

Urs Brülisauer von der Mister Schweiz Organisation sagte der Sonntagszeitung, Weiler sei von der sicheren Drogerie direkt in die verminte Welt der Medien geworfen worden. Es wäre fahrlässig gewesen den neuen Mister Schweiz während der ersten zwei Wochen nicht rund um die Uhr zu begleiten.

- Die Medien suchten den dunkelsten Fleck in Weilers Vergangenheit

- Sie wollen wissen, ist er für oder gegen Blocher? Für oder gegen Widmer-Schlumpf?

Weiler hielt sich an die Empfehlung des Organisation, sich nicht zu politischen Fragen zu äussern.

Nach Brülisauer muss er versuchen einem breiten Publikum möglichst sympathisch rüberzukommen. Brühlisauer war der Ansicht, Weiler habe keine groben Fehler gemacht. Doch musste er vernichtende Schlagzeilen einstecken:

"Mehr Miss als Mister!"

"Lang-Weiler"

"Schräg sind nur seine Zähne!"

"Für mich hat er was von Barbie-Ken"

Die meiste Kritik musste er seiner Eitelkeit wegen einstecken.

Doch in dieser hinsicht war der neuen Mister Schweiz selbst schuld.

Weshalb plappert er unbedacht ins Mikrofon und erzählt, dass er den Körper rasiere, die Augenbrauen zupfe, regelmässig Manicure mache, einmal pro Woche ins Solarium gehe und täglich zwei Stunden für die Körperpflege aufwende.

In einem Interview wehrte sich der Kritisierte und fand, diese Angaben wären übertrieben - um hernach im gleichen Atemzug dem Journalisten zu verraten, dass er sich vor dem Treffen geduscht habe, Feuchtigkeitscreme aufgetragen habe und nur ein bisschen Make- um die Augen aufgetragen habe "Schatten überdeckt", weil er gesundheitlich etwas angeschlagen sei.

Genau das beanstanden wir: Weiler kennt keine Grenzen. Der Berater hätte den unerfahrenen Mister Schweiz nicht nur darauf aufmerksam machen müssen, auf politische Fragen nicht zu antworten. Er hätte dem jungen Burschen unbedingt nahelegen müssen, dass er den Medien keinen Einblick gewähren muss ins eigene Bade- oder Schlafzimmer. Persönliches muss nie offen gelegt werden - auch nicht als Mister Schweiz!

Samstag, 19. April 2008

FDP Schweiz: Von "Hop Sviz" bis zu den drei "Leuchttürmen" __________________________________________________________

Eine Vorbemerkung zur Einstimmung: Wenn Sie Vögeln verschiedene Körner hinlegen, können die Vögel nur EIN Korn auf einmal erfassen und greifen. Vielleicht möchte man aber, dass die Vögel nur eine bestimmte Sorte aufnehmen. Durch die grosse Auswahl Körner wählen jedoch die Tiere das Futter nach Belieben aus. Die Körner, die wir verabreichen möchten, werden möglicherweise gemieden.

Diese Analogie hilft uns beim Botschaftenmanagement der FDP. Die Körner müssten nur mit den Kernthemen der Partei verglichen werden und die Vögel können wir mit den Stimmberechtigten gleichsetzen. Legt nämlich die Parteispitze den Stimmberechtigten MEHRERE Botschaften vor, so wählen die Bürger auch nur jene Botschaft aus, die ihnen beliebt. Sie greifen unter Umständen nicht nach jenem Gedanken , frt von der Partei favorisiert wurde. Die Botschaft nicht greifen bedeutet letztlich auch : Nicht be-greifen. Wir stellten seit Jahren fest: die FDP setzt nie einen EINZELNEN Schwerpunkt, sondern macht immer Werbung mit MEHREREN vagen Schlagworten.

Die FDP büsste seit Jahren an Wählergunst ein. Die Partei sieht zwar ein, dass hinsichtlich externer Kommunikation etwas geändert werden muss. Doch wird nichts geändert.

Der Parteipräsident Fulvio Pelli signalisierte zwar an der letzten Delegiertenversammlung erstmals Kritikfähigkeit. Er gesteht sogar ein, dass die Botschaften (Mehrzahl) zuwenig klar vermittelt worden waren und versprach den Anwesenden, diese Botschaften (wiederum in Mehrzahl) künftig konkreter zu formulieren. Er selbst wollte auf dem Deck des Parteischiffes das Steuer weiterhin in der Hand behalten und liess sich deshalb nochmals als Parteichef wählen.(Dies erinnerte uns an Ospel, der nach dem Finanzdebakel unablässig wiederholte, er wolle die UBS nicht feige auf dem Hinterausgang verlassen, sondern die Angelegenheit persönlich noch in Ordnung bringen). Bestimmt wäre es auch bei der FDP besser gewesen, Pelli hätte mit seinem Rücktritt signalisiert: "Ich meine es ernst mit einer Aenderung des Kommunikationsmanagements. Wir wagen einen Neubeginn - auch personell."

Seit Jahren beanstandeten wir nämlich unablässig das Botschaftenmanagement der liberalen Bundesratspartei.

Die FDP verpasste es ständig, sich auf nur EINE konkrete Botschaft zu beschränken, damit sich diese in allen Köpfen verankert konnte. Die SVP hingegen präsentierte immer nur auf EINE Botschaft. Diese wurde aber ständig - in vielen Variationen - wiederholt. Zuerst ging es um das "Schwarze Schaf" (Kriminelle Ausländer, die ausgeschafft werden müssen. Dann nur noch um Blocher, der unterstützt werden müsse, weil angeblich ein Geheimplan zur Abwahl bestehe). Wir erlebten bei den offensiven SVP Kampagnen recht anschaulich, wie die anderen Parteien auf die SVP Aktionen nur noch reagieren konnten und letztlich monatelang in der Defensive verharrten.

Die FDP wollte schon vor den Wahlen mit VIER Projekten werben. Nachfragen bei den Stimmbürgerinnen bewiesen: Niemand konnte uns auf Anfrage ein Projekt konkret benennen. Unter dem fragwürdigen Slogan "Hopp Sviz" war niemand fähig, sich etwas vorzustellen. Diese Plakataktion war werbemässig der grösste Flop. (Klammerbemerkung: Im Zusammenhang mit der Euro 08 hätte die Partei ohne Weiteres diesen Hopp Schwyz Gedanken als Transportmittel einer Botschaft nützen können. Beispielsweise: Die FDP schiesst das erste Tor, indem es den Bundeshaushalt wieder ins Lot bringt. Die FDP wird....)

Wenn ich bei Leuten nachfragte, was ihnen bei der den drei Buchstaben FDP in den Sinn komme, hörte ich meist die Assoziationen wie: Abzockerpartei, Wirtschaftspartei, Kopp. Spörry, Swissairskandal, Honegger usw. (Alles negativ besetzte Namen oder Begriffe).

Dass Pelli aus dem "Flop Schwyz"- sprich "Flop FDP"- immer noch nichts gelernt hat, was konkretes Botschaftenmanagement heisst - macht folgender Ausschnitt aus seiner Rede deutlich, die er anlässlich der DV vom 30. Januar in Bern gehalten hat: (Zitat) .......Aber uns wird nichts geschenkt werden. Wir werden an zwei Fronten kämpfen müssen, weil wir uns in einem Sandwich zwischen Rechts und Mitte-links befinden. Zwei Feststellungen über diese Sandwichlage: Die Erste: im Zentrum des Sandwich steht der Schinken, das beste, die Qualität. Zweite Feststellung: Das ganze Sandwich wird gegessen, nicht nur das Schinken. Brot und Schinken teilen das Schicksal. So im Sandwich zu sein kann schlecht oder gut sein, je nachdem. Wenn es uns gelingt, nicht nur eine Scheibe, sondern ein dickes Stück Schinken im Sandwich zu legen, wird unsere Position besser. In diesem Sinne wollen wir dicker werden. Wir wollen, dass die Vorbereitung des politischen Sandwichs sich auf das Schinken, nicht an das Brot konzentriert, dass Schweizerinnen und Schweizer die beste Sandwich vorbereiten, diejenige mit einem dicken Inhalt. Inhalt. In der letzten Legislatur haben wir uns daran sehr konzentriert, weil Inhalte zählen. Sie prägen die Politik. So wie wir gewünscht hätten wurden wir aber nicht wahrgenommen. Im Moment, wo sich die Kampagne auf anderes konzentriert hat als die Themen, haben wir leider festgestellt, dass unsere Positionierung ungenügend stark war, um die Bedeutung der FDP spüren zu lassen. Das Schinken war nicht thematisiert, nur ein Stück Brot. Wie korrigieren jetzt diese unbefriedigende Situation, nachdem im Dezember das Brot noch einmal stark thematisiert wurde, aber dann auch gegessen? Wie geben wir dem Schinken seine entscheidende Rolle wieder? 1. Wir verlieren keine Zeit mit einer Selbstfindungsphase. Unser Programm für eine Schweiz in Bewegung, eine erfolgreiche Schweiz enthält die Antworten für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Unsere vertiefte inhaltliche Arbeit war und bleibt gut.

2. Ja, die Slogans und die vier Schweizen – eine offene, eine intelligente, eine gerechte und eine wachsende Schweiz - mögen zu theoretisch sein.

3. Ja - gewisse Themen wie „Ordnungspolitik, innere Sicherheit und Umweltpolitik“ haben wir aus internen Harmoniebedürfnis noch nicht genug klar definiert.

4. Ja, unser Programm ist noch zu breit um gut kommunizierbar zu sein.

5. Alles richtig: Packen wir die Stiere bei den Hörnern. Fokussieren wir uns auf drei bis vier unverwechselbare liberale Schwerpunkte und kommunizieren wir sie mit hartnäckige Überzeugung. Unser Programm ist solid, beantwortet die Herausforderungen .....

(Ende Zitat)

Der Parteipräsident stellte in seiner Rede immerhin fest: Die FDP hat sich zu wenig auf ihre Themen konzentriert (offen, intelligent, gerecht, wachsend). Tatsächlich waren solche Begriffe billige allgemeingültige Plausibilitätsformulierungen, die keine konkreten Bilder auslösen.. Was heisst konkret "gerecht", "offen" usw.?

- Die Themen mit vier Schweizen fand Pelli richtigerweise zu theoretisch

- Die FDP Begriffe wurden - nach Pelli - zu wenig klar definiert (Ordnungspolitik, innere Sicherheit, Umweltpolitik). Auch hier wieder das nämliche Problem: Solche wohlklingenden, allgemeingültigem Worte sind für die Bürger letztlich nur hohle Floskeln. Sie wurden nicht konkretisiert und waren mit keinem Bild verknüpft.

- Pelli will zwar künftig klar und gut kommunizieren. Er sagte in seiner Rede jedoch:

"Fokussieren wir uns auf DREI bis VIER unverwechselbare Schwerpunkte!"

Mit diesem Satz bewies er ein weiteres Mal, dass er hinsichtlich Botschaftenmanagement immer noch nichts gelernt hat. Wieder spricht er von MEHREREN SCHWERPUNKTEN. Mit VIER abstrakten Projekten erlitt er bereits im letzten Herbst Schiffbruch.

Es gibt nämlich bei Kommunikationsprozessen nur EINE Dachbotschaft - nicht mehrere!

Auch der ARENA vom 18. April sprach Pelli wieder von DREI Leuchttürmen - nicht von EINEM. Nach der Sendung habe ich mehrere Personen gefragt, was wohl der FDP- Parteipräsident mit den Leuchttürmen gemeint habe. So wie bei den Projekten im Wahlherbst konnte mir niemand nur einen Leuchtturm konkretisieren.

Ich frage mich: Hat die FDP nicht genügend Finanzen , um einen externen professionellen, erfahrenen PR Fachmann zu engagieren?

Weshalb macht diese Partei immer die gleichen Fehler und setzt mehrere vage, allgemeingültige, abstrakte Schlagwörter in den Raum. Ständig nennt die Partei verschiedene Botschaften (Erinnern wir uns an die Vögel mit den verschiedenen Körnern). Neu geht es nun um VIER Leuchttürmen (Pelli ist möglicherweise stolz, das Bild des "Leuchtturmes" gefunden zu haben).

Ich suchte am 19. April (nach der Arena Sendung) auf der FDP Homepage unverzüglich die drei Botschaften, die mit den Leuchttürmen gemeint. Ich suchte jedoch vergeblich. Nichts war zu finden. Hat die FDP noch nie etwas von koordinierter Information gehört?

Am folgenden Tag - am 19.5. - wurde ich wenigstens in "20 Min online" fündig.

Ich zitiere:

Mehr Profil und Klarheit strebt die FDP mit der Konzentration auf politische KERNTHEMEN an. Dem Parteitag werden DREI Themen zur Diskussion vorgeschlagen.

1. Die FDP soll die PARTEI DER ARBEITSPLAETZE werden.

2. Die Partei des NATIONALEN ZUSAMMENHALTS und

3. Der SICHERUNG DER SOZIALWERKE

sowie die Partei des SCHLANKEN UND BUERGERFREUNDLICHEN Staates.

Ende Zitat:

Immerhin wurden jetzt wenigstens im Internet die DREI Kernthemen wiederholt. (Wenn wir jedoch genauer lesen, so sind es in diesem Beitrag VIER so genannte Kernthemen).

In den 17 Uhr Nachrichten DRS 1 (19.4.08) hörte ich dann die Mitteilung, dass sich die FDP Schweiz künftig auf drei Kernthemen fokussieren werde:

Auf die Arbeitsbeschaffung, den nationale Zusammenhalt und die Verschlankung des Staates. Mit diesen drei Schwerpunkten werde die Partei wieder an die Spitze gelangen . Pelli erwarte jedoch von allen Parteimitgliedern, dass sie gemeinsam diesen aufgezeichneten Weg gehen und sich loyal an diese Kernthemen halten.

Ich stellte fest: Nun wählte Pelli wieder DREI Kernthemen und möchte mit diesen DREI Themen an die Spitze gelangen.

Für mich hat aber normalerweise jeder Berg nur EINE Spitze - nicht DREI

Das Splitting auf DREI Schwerpunkte ist bestimmt nicht so effizient, wie wenn sich die Partei nur auf ETWAS konzentrieren würde. Konzentration heisst generell: Alle Kräfte strömen bei EINEM Punkt zusammen.

Für die FDP hat Konzentration angeblich eine andere Bedeutung.

Nochmals:

Welches ist nun für die Liberale Partei das EIN-deutige, EIN-drückliche, EIN-fache, das WICHTIGSTE Kernthema, das unter den Nägeln brennt?

Welches Bild müsste künftig im Langzeitgedächtnis verankert werden?

Welcher konkrete Gedanke, der EIN-leuchtet und mit EINEM Bild oder EINEM Beispiel verknüpft werden kann?

Wir fragen uns bei den so genannten FDP Kernthemen:

- Mit welcher konkreten Massnahmen werden in der Schweiz Arbeitplätze erhalten?

- Was müssen wir konkret tun, damit der nationale Zusammenhalt gefestigt wird?

- Was heisst das konkret für die Bürger, wenn wir die Sozialwerke sichern wollen (Steuererhöhungen oder Sparen)?

- Auch unter einem "schlanken oder bürgerfreundlichen Staat" müsste ich mir EIN Bild machen können.

Sorry: Ausser dem Leuchtturm hat die FDP kein Bild, keine Botschaft, die sich Bürger vorstellen können.

FAZIT:

Wenn die FDP die wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen dauernd ausklammert und die plumpsten Fehler nicht korrigiert, so sehe ich für die Zukunft der FDP schwarz. Als einige FDP Mitglieder nach Pellis Vison, das vage Dreierpack beanstandeten (Für sie waren die Themen nicht bürgernah), negierte Pelli diese Kritik völlig und machte sich auch noch über jenen Politologen lustig, der prognostizierte, dass die drei allgemeinen Botschaften die Stimmbürger nicht gross bewegen werden.

Nachtrag nzz-online:

19. April 2008,

Die Freisinnigen beschliessen ein neues Parteiprogramm

Präsident Fulvio Pelli am FDP-Parteitag in Bern.

Zu den drei Kernthemen weiss der Tagesanzeiger - online mehr zu berichten:

Die freisinnige Partei müsse nach der Wahlschlappe vom Herbst wieder kämpferisch und selbstbewusst auftreten - mit einer klareren Profil.

Wer eine andere Meinung als die der Partei vertrete, solle schweigen, forderte Pelli weiter.

Bewusst kehrt die FDP ihrer Botschaft der «Vier Schweizen» den Rücken - sie sei zu abstrakt gewesen und nicht verstanden worden.

Arbeitsplätze für die Schweiz

Zuoberst aufs Parteiprogramm schreibt sich die FDP das Thema Arbeitsplätze. Diese sollen besser, interessanter und zahlreicher werden. Die Schweiz müsse ein attraktiver Standort für internationale Unternehmen bleiben, forderte Nationalrat Johann Schneider-Ammann (BE).

Aus diesem Grund wolle die FDP für Personenfreizügigkeit weiterführen.

Unter dem Titel

«Nationaler Zusammenhalt»

setzt sich die FDP unter anderem für die Sicherung der Sozialwerke ein. Reformen sollen Fehlanreize beseitigen und den Missbrauch verhindern. Eine nationale Integrationsstrategie für Ausländer soll die Einheit ebenfalls stärken.

Staat verschlanken

Schliesslich fordern die Freisinnigen einen schlanken und bürgerfreundlichen Staat. Dazu gehörten tiefe Steuern ebenso wie schnelle Justizverfahren und harmonisierte Bauvorschriften, sagte Philipp Müller (AG). Es dürfe weder zu wenige noch zu viele Regeln geben, die die Freiheit der Bürger einschränkten.

Die rund 400 anwesenden Parteimitglieder folgten den Vorschlägen der Parteileitung. Sie lehnten zahlreiche Änderungsanträge zum Kernthemenpapier ab. Die populären Themen Sicherheit und Umwelt überlassen die Freisinnigen vorerst den anderen Parteien, bis zwei Arbeitsgruppen dazu Papiere erarbeitet haben.

Nachtrag (Quelle NZZ ,21.April)

KAMPF GEGEN DIE KONKURRENZ - STATT EINSATZ FUER EINE BOTSCHAFT

Pelli sagte zwar an der DV richtigerweise, es gehe darum, eine neue "Botschaft" (EINZAHL) für unser Handeln festzulegen, die in den Kantonalparteien standfest und geschlossen vertreten werden müssen.

Dann machte er aber einen geistigen Purzelbaum:

Die "liberale Familie" sollte künftig den Kampf gegen die Konkurrenz führen, statt sich selber im Wege zu stehen. (Er meinte damit die "Nörgelis")

Wir finden: Die FDP muss eben nicht den Kampf gegen die Konkurrenz führen, sondern müsste sich für eine Botschaft engagieren, die bei den Bürgern die notwendige Akzeptanz hat.

Das war stets der Hauptfehler Pellis. Er kämpfte GEGEN die SVP und GEGEN die CVP und SP anstatt die FPD Botschaft zu festigen. Was die SVP mit der neuen Bundesrätin mache, sei eine "Schweinerei" und das Verhalten der SP und CVP geisselte er als "Heuchelei".

Dank dieser verbalen Prügel holte sich die FDP zwar Medienpräsenz. Die Partei scheint sich aber nicht bewusst zu sein, dass sie einmal mehr reagierte statt agierte.

PR Fachleute warten immer noch auf EINE klare, verständlich "Kernbotschaft" der FDP, die bei der Bevölkerung Fuss fassen kann.

Freitag, 18. April 2008

Meinungskampf im Netz

Empörung über die Tibet Kritik

aus ZEIT-online:

Symbol des Streits zwischen China und dem Westen: Die olympische Fackel (im Bild ein Exil-Tibeter beim "alternativen" Fackellauf in Neu Delhi)

Symbol des Streits zwischen China und dem Westen: Die olympische Fackel (im Bild ein Exil-Tibeter beim "alternativen" Fackellauf in Neu Delhi)

Peking Jetzt macht auch Charles Zhang mit. Der Gründer und CEO des chinesischen Internet-Portals sohu.com zählt zu den Aushängeschildern des chinesischen Wirtschaftsbooms und wird in China gerne mit Bill Gates verglichen.

Dazu gehört auch, dass Zhang sich nicht wie andere Milliardäre versteckt, sondern öffentlich seine Meinung sagt – diesmal, indem er den Boykott französischer Waren in China unterstützt.

„Wenn man jetzt auf die edle Art mit der Moral, Vernunft und Toleranz einer verantwortlichen Großmacht argumentiert, verhalten sich die anderen nur noch unverantwortlicher“, begründete Zhang die eigene Boykotthaltung in seinem Blog auf sohu.com.

Seine Reaktion zeigt an, wie weit sich inzwischen die chinesische Empörung über Tibet-Kritik und Olympia-Boykottdrohung des Westens verbreitet hat. Dabei gerät das Thema Tibet immer weiter in den Hintergrund. Hier finden auch aufgeklärte Chinesen wenig neue Argumente.

Zwar wissen sie, dass die offiziellen Beschuldigungen des Dalai Lamas kaum die ganze Wahrheit verraten, wagen aber auch nicht, der KP-Meinung zu widersprechen – weil sie Repressalien zu fürchten haben, aber auch weil sie grundsätzlich hinter der Regierung stehen und Tibet als „unzertrennlichen Teil Chinas“ betrachten.

Dabei ist ihnen durchaus vorzuhalten, dass sie die westliche Kritik an immer neuen Menschenrechtsverletzungen in den tibetischen Gebieten großzügig ignorieren. Stattdessen aber stürzt sich die chinesische Kritik nun auf eine angeblich einseitige westliche Medienberichterstattung und die westlichen Olympia-Boykottdrohungen.

Kommentar: Es muss berücksichtigt werden, dass die Chinesen auch im Netz über keinen freien Zugang verfügen und die Desinformation d.h. die psychologische Kriegsführung der Regierung Früchte trägt.

Das Argument, dass durch die Anwesenheit der westlichen Presse die Manipulation der Oeffentlichkeit etwas aufgeweicht werden könnte, spricht gegen einen Boykott.

Die Empörung der Chinesen über die Kritik im Westen macht deutlich, dass für Peking die Weltmeinung viel bedeutet. Der Angriff auf die westlichen Medien sehe ich als Signal der Schwäche.

NACHTRAG (20.4.)

Dass Peking sich gegen die unzensierten Bilder und Text in den Medien weltweit aktiv agiert, bestätigt, dass China die verbreiteten offenen Informationen nicht kalt lässt.

China organisierte jüngst weltweite Demonstrationen gegen die angeblich manipulierte Presse im Westen und gegen die gewalttätigen Tibeter.

Es lohnt sich, Kommunikationsstörungen zu minimieren!

Als heute morgen im Radio eine Schriftstellerin auf die Kritik verschiedener Leser angesprochen wurde, weil sich diese an ihrer Fäkalsprache geärgert hatten, rechtfertigte sie sich :

"Niemand kann einen Text schreiben, den alle verstehen."

Kommentar: Es ist tatsächlich schwierig, Texte so zu schreiben, dass sie von allen Adressaten so verstanden wird, wie es sich der Schreibende gemeint hat. Das gilt übrigens auch beim Sprechen. Aber man kann immerhin so kommunizieren lernen, dass einem möglichst viele verstehen. Davon ausgehend, dass man es nie allen recht machen kann, entbindet dies uns - aber auch die Schriftstellerin - nicht, die Sprache so präzise, wie nur möglich, zu formulieren. Möglichst so eindeutig, dass die Aussage verstanden wird. Wer Kritik damit begründet, es würden ohnehin nie alle den Text verstehen, hat keinen Freibrief, so zu schreiben oder zu reden, dass die Verständlichkeit ausgeklammert werden kann. Wer sich mit Sprache beschäftigt, müsste sich einmal mit den Verständlichkeitshelfern von Schulz von Thun auseinandersetzen:

- Mit der EINFACHHEIT

- Mit der KUERZE

- Mit der STRUKTUR

- Mit der STIMULANZ

Mit Stimulieren, Provozieren oder Ironie allein ist es nicht getan. Wir müssen immer bestrebt sein, möglichst eindeutig, präzis und adressatengerecht zu kommunizieren.

Fackellauf Endlosgeschichte (Fortsetzung)

20 Min-online:

Nächster Eklat beim Fackellauf

Der japanische Tempel Zenkoji will entgegen bisheriger Planungen nicht als Startpunkt für den olympischen Fackellauf am 26. April in Nagano dienen. Das haben die Tempeloberen auf einer Sondersitzung entschieden.

Chinesischstämmige Thailänder freuen sich über die Ankunft des olympischen Feuers

. (Bild: Keystone)

Keine Freude dagegen in Japan: Die Mönche des Zenkoji-Tempels sympathisieren mit den antichinesischen Protesten in Tibet. (Bild: Keystone)

Als Gründe wurden Sicherheitsbedenken und die chinesische «Unterdrückung» Tibets genannt, meldeten japanische Nachrichtenagenturen. Der Zenkoji-Tempel hatte 1998 bei den Olympischen Winterspielen in Nagano weltweit im Rampenlicht gestanden.

Fackel in Thailand

Die olympische Fackel traf unterdessen am Freitagmorgen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Thailand ein. Das Flugzeug mit dem olympischen Feuer landete auf einem Militärflughafen bei Bangkok, ehe es unter starkem Polizeischutz in die Innenstadt gebracht wurde.

Die thailändische Polizei hatte am Donnerstag davor gewarnt, den Fackellauf zu stören. «Wir sind für Gruppen mit bösen Absichten gewappnet», sagte ein Polizeisprecher. Rund 2000 Polizisten und Soldaten wollen die Fackelläufer in Bangkok abschirmen.

Friedliche Proteste seien kein Problem, sagte Aussenminister Noppadon Pattama. Gewalttätige Störenfriede müssten aber mit Anklagen rechnen.

Donnerstag, 17. April 2008

Der Fackellauf: eine Endlosgeschichte-

In Indien findet der Lauf ohne Zuschauer statt-

Tibeter mit einem eigenen Fackellauf!

Spiegel-online:

INDIEN

180 Festnahmen bei olympischem Fackellauf

Ausnahmezustand in Neu-Delhi: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit und massiven Sicherheitsvorkehrungen ist die olympische Fackel durch Indiens Hauptstadt getragen worden. 15.000 Polizisten verhinderten Proteste, rund 180 pro-tibetische Demonstranten wurden festgenommen

news.ch:

Die Strecke wurde deutlich verkürzt

Aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik veranstalteten tausende Exiltibeter in Neu Delhi einen alternativen Fackellauf. Bis zum Beginn des offiziellen Fackellaufs wurden in der indischen Hauptstadt mehr 50 Menschen festgenommen, die mit verschiedenen Aktionen für ein «freies Tibet» demonstrierten.

Kommentar: Wie lange geht es, bis erkannt wird, dass dieser Fackellauf nichts mehr zu tun hat mit der Ueberreichung eines "Feuers für den Frieden"?