Dienstag, 25. März 2008

Medienfreiheit à la Peking

news.ch:

Chinesen verprügeln Schweizer TV-Team
Wachpersonal der chinesischen Vertretung bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf ist gegen ein Team des Westschweizer..

Blick-online:

Wachpersonal der chinesischen Vertretung bei der Welthandelsorganisation in Genf ist gegen ein Team des Westschweizer Fernsehens (TSR) und einen Tibet-Aktivisten vorgegangen. Es bedrohte die Medienleute mit einem Schlagstock. Das TSR-Team filmte die Aussenmauer der diplomatischen Mission Chinas, auf welcher am Osterwochenende «Tibet – chinesische Mörder» gesprayt worden war. Zwei Wächter kamen dann heraus und schubsten den Kameramann und den Journalisten, wie ein bei dem Zwischenfall anwesender Schweizer Tibet-Aktivist erklärte. Dieser versuchte nach eigenen Angaben zu schlichten und fotografierte das Geschehen. Er sei dann mit der Faust auf den Kopf geschlagen und niedergestossen worden. Einer der zwei Wächter habe anschliessend einen Schlagstock geholt, berichtete der Augenzeuge weiter. Das Fernseh-Team habe in der Folge sein Material zusammengepackt und den Ort verlassen.

Kommunikation à la Peking:

Gesprächsverweigerung:

China hat sich heute im UNO-Menschenrechtsrat einem Gespräch über Tibet verweigert. Der chinesische Delegierte unterbrach alle Redner, die das Thema aufgriffen. «Diese Frage betrifft die inneren Angelegenheiten Chinas», erklärte der chinesische Delegierte wiederholt. Sowohl der Botschafter der USA als auch der australische Gesandte mussten ihre Ausführungen wegen Ordnungsrufen von Seiten Chinas unterbrechen. Die Vereinigten Staaten, die Europäische Union, Australien und Kanada hatten Peking auffordern wollen, in einem Dialog mit dem Dalai Lama einzutreten. Auch mehrere Nichtregierungsorganisationen konnten sich nicht zu Tibet äussern, wobei China festhielt, die Tagesordnung sehe diese Diskussion nicht vor.

Kommentar: China schiebt den westlichen Medien die Schuld in die Schuhe, weil sie über die Demonstrationen berichten. Wahrscheinlich glauben sie, das existiere nicht, was nicht gezeigt wird.

Blick online:

Sarkozy droht mit Olympia-Boykott
Sarkozy droht mit Olympia-Boykott

«Alles ist möglich!» Frankreichs Präsident schaltet sich in die Diskussion um einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ein.

Hillary- die Lügenbaronin?

Bilderserie

Alle Politiker lügen, sagt man,

doch Hillary lügt zu krass

Bilderserie

Zitat 20 Min online

Die Lügenbaronin

Seit sie behauptete, nach Edmund Hillary benannt zu sein, gilt sie als unglaubwürdig. Denn der bestieg den Everest erst Jahre nach ihrer Geburt. Aber wie wird sich die Kandidatin aus dem Sarajewo-Sumpf ziehen? Etwa am eigenen Schopf?

Die neuste Peinlichkeit leistete sich die Kandidatin letzte Woche in einer Wahlkampfrede:

Bei einem Besuch in Bosnien 1996 sei sie als damalige First Lady nach der Landung von Heckenschützen attackiert worden. Inzwischen aufgetauchte Videobilder zeigen rein gar nichts davon. Eine Sprecher von Clinton räumte die Irreführung ein, und sie selbst erklärte später, wer ständig öffentlich reden müsse, dem könnten auch mal Fehler unterlaufen.

Hillary Clinton unterlaufen solche «Fehler» auffallend oft. Zahlreiche Websites im Internet dokumentieren ihren lockeren Umgang mit der Wahrheit. Wie Ehemann Bill biegt sie die Fakten gerne zurecht, um in einem möglichst vorteilhaften Licht zu erscheinen. «Alle in der Politik lügen, aber die Clintons tun es mit einer Leichtigkeit, die beunruhigt», sagte Hollywood-Mogul David Geffen, nachdem er vom Clinton- ins Obama-Lager gewechselt hatte. Noch drastischer formulierte es der ehemalige Präsidentenberater Dick Morris:

«Bill Clinton lügt beim Thema Sex, Hillary lügt zu allem und jedem.»

Chelsea und der 11. September

Zu den harmloseren Fällen gehört die Behauptung, sie verdanke ihren Namen Sir Edmund Hillary, dem Erstbesteiger des Mount Everest. Dieses Ereignis fand 1953 statt – Hillary Rodham Clinton wurden 1947 geboren, als Sir Edmund noch ein unbekannter neuseeländischer Bienenzüchter war.

Während ihres Senatswahlkampfs behauptete sie, schon immer ein Fan des Baseballteams New York Yankees gewesen zu sein. Dabei war bekannt, dass sie stets die Chicago Cubs aus ihrer Heimatstadt unterstützt hatte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erzählte Clinton in einem TV-Interview, ihre Tochter Chelsea habe zum Zeitpunkt der Angriffe auf das World Trade Center in der Nähe gejoggt und sich in einem Café in Sicherheit gebracht. Pech für sie, dass Chelsea kurz darauf in einem Magazinartikel eine andere Version präsentierte: Sie sei einige Meilen entfernt in einer Wohnung gewesen und habe die Anschläge am Fernsehen verfolgt.

Angesichts solcher Episoden erstaunt es nicht, dass die Bezeichnung «geborene Lügnerin» an ihr haften geblieben ist. Erstmals verwendet hatte sie 1996 der konservative «New York Times»-Kolumnist William Safire mit Bezug auf

< verschiedene Affären und Skandale, in welche die damalige First Lady involviert war.

Dazu zählten die Whitewater-Immobilienaffäre in Arkansas oder die Schnüffelei in den FBI-Akten von republikanischen Politikern. Hillary behauptete, sie habe nichts gewusst, obwohl Zeugen unter Eid das Gegenteil aussagten.

Pirouetten zum Irak-Krieg

Bilderserie

Zuletzt brachte sie vor allem ihre Unterstützung des Irak-Kriegs 2003 in die Bredouille. Im Wahlkampf behauptete Clinton, sie sei von Präsident Bush «hereingelegt» worden. Sie und andere Demokraten hätten der Resolution im Senat nur zugestimmt, weil sie glaubten, damit solle der Druck auf Saddam Hussein erhöht und nicht der Einsatz militärischer Gewalt legitimiert werden. Dumm für sie, dass die Resolution betitelt war mit «Authorization for the Use of Military Force Against Iraq». Mehr noch: Hillary Clinton bekämpfte einen Antrag, der eine Invasion von der Zustimmung durch den UNO-Sicherheitsrat abhängig machen wollte.

In ihrem Bestreben, gegenüber Barack Obama ihre vermeintliche aussenpolitische Kompetenz hervorzuheben, leistete sich Clinton weitere Schnitzer.

Der Bosnien-Flop ist nur das neuste Beispiel. «Ich habe mitgeholfen, den Frieden nach Nordirland zu bringen», behauptet sie etwa. Nach Angaben des ehemaligen Senators George Mitchell, der für die Clinton-Regierung als Vermittler agierte, war sie an den Verhandlungen nicht direkt beteiligt. Sie habe nur «Begleitmusik» geliefert, bestätigte ein Reporter des «Belfast Telegraph».

Pro oder kontra NAFTA?

Zum im laufenden Wahlkampf besonders umstrittenen Freihandelsvertrag NAFTA mit Kanada und Mexiko sagte sie: «Ich war dazu von Anfang an kritisch eingestellt.» Kürzlich veröffentlichte Dokumente des Weissen Hauses belegen das glatte Gegenteil. Als 1993 im Kongress über den Vertrag abgestimmt wurde, sei die First Lady eine überzeugte Befürworterin gewesen. «Ihre Aussagen waren total pro-NAFTA», heisst es zu einem damaligen Treffen Clintons mit prominenten Frauen.

Es gäbe zahlreiche weitere Beispiele. «Hillarys zahllose Lügen werden ihr Untergang sein», orakelt bereits die konservative Polit-Website «Insight».

Spiegel:

Für die "Washington Post" sind Clintons dramatische Gedächtnisprobleme ein klarer Fall: Das Blatt verlieh ihr einen "Pinocchio-Preis" für grob falsche Beschreibung der tatsächlichen Lebenslage.

Kommentar: Wir sind überzeugt, Hillary wird trotz dieser eindeutigen Falschaussagen, die Segel nicht streichen. Sie hatte schon früher, ähnliche Ungereimtheiten (Bestandene Prüfung als Fürspecherin) problemlos bewältigt.

Bilderserie

Peinlich: Hillary Clinton musste zurückkrebsen, als Filmdokumente eindeutig bewiesen , dass die First Lady nicht unter Schüssen den Kopf einziehen musste, wie sie es an einer Wahlveranstaltung stolz erklärt hatte. Hillary nach der Entlarvung der Lüge: Das könne möglich sein, dass es nicht stimmt, man rede halt recht viel den lieben langen Tag!!!!!!

Da gibt es nur einen Kommentar:

Dicke Post Hillary!!!!!! Kann sich die USA eine Präsidentin leisten, die einfach so drauflos redet - den lieben langen Tag?

Trotz dieses Oberflops:

aus NZZ- online:

Clinton schliesst freiwilligen Verzicht aus

Kandidatin will trotz Rückstands in allen Vorwahlen antreten

Nachtrag 7. April

Sie kann es nicht lassen

oder: Wer einmal lügt

dem glaubt man nicht,

auch wenn er dann..

aus 20 min (7.4.08):

Clinton erneut beim Schwindeln erwischt

Hillary Clinton hat es mit der Wahrheit einmal mehr nicht so genau genommen. Eine schwangere Frau sei von einem Spital abgewiesen worden und deshalb gestorben, erzählte sie im Wahlkampf. Die Version des Spitals tönt ein wenig anders.

Hillary Clinton - eine Kandidatin im Gegenwind. (Bild: Keystone)

Die Zeiten sind hart für Hillary Clinton. Ihren Rückstand bei den Delegiertenstimmen auf Barack Obama kann sie kaum noch aufholen, mit Chefstratege Mark Penn kam es zum Zerwürfnis, in ihrer Wahlkampfkasse klafft ein Loch, und in Pennsylvania, wo in zwei Wochen die nächste Vorwahl stattfindet, schmilzt ihr einst komfortabler Vorsprung auf Obama dahin. Wohl nicht zuletzt wegen der Berichte über das üppige Vermögen, das sie und Ehemann Bill angehäuft haben.

Dabei bemüht sich die Senatorin gerade in diesem Bundesstaat, in dem viele durch Strukturwandel und Globalisierung gebeutelte, unterprivilegierte Menschen leben, sich als aufrechte Kämpferin für die kleinen Leute zu präsentieren. Zum Beispiel mit emotionalen Geschichten wie jener über eine Frau aus dem ländlichen Ohio, die für den Mindestlohn in einer Pizzabude schuften musste, keine Krankenversicherung hatte und schwanger wurde. Als es zu Komplikationen kam, suchte sie ein Spital auf, wurde dort jedoch abgewiesen, weil sie die Rechnung über 100 Dollar nicht zahlen konnte.

Die Frau habe später mit einer Ambulanz ins Spital gebracht werden müssen und dort das Kind verloren. In der Folge sei sie aufgrund der Komplikationen gestorben, berichtete Hillary Clinton. Erzählt wurde ihr die Geschichte, als sie im Februar in Ohio auf Wahlkampftour unterwegs war. Seither hat sie wiederholt in ihren Reden darauf verwiesen.

«Es ist so ungerecht, dass eine junge Frau mit ihrem Baby in diesem guten, grossen und reichen Land sterben muss, weil sie nicht versichert ist oder keine 100 Dollar für die Behandlung hat», sagte sie noch am letzten Freitag bei einem Auftritt in North Dakota.

Spital weist Vorwürfe zurück Die Namen des angeblich so unmenschlichen Spitals erwähnte die Kandidatin nie. Gemäss Medienberichten handelt es sich um ein Krankenhaus in Athens, Ohio. Dort wehrt man sich gegen Clintons Version:

Die Frau habe sehr wohl eine Krankenkasse gehabt und sei nie abgewiesen worden. «Wir verwahren uns gegen die Behauptung, dass wir dieser Frau jemals Hilfe verweigert hätten», betonte der Spitaldirektor in einem Statement. Eine Sprecherin des Spitals bestätigte gegenüber CNN zudem, dass die Frau versichert war.

Hillary Clinton muss sich dadurch erneut vorwerfen lassen, mit einer unwahren Geschichte Wahlkampf zu betreiben, nachdem sie sich kürzlich mit der Behauptung blamiert hatte, sie sei bei einem Besuch in Bosnien 1996 ins Visier von Heckenschützen geraten. Ihr Wahlkampfteam betonte, Clinton habe die Story der schwangeren Frau so wiedergegeben, wie sie ihr in Ohio erzählt worden sei. Sprecher Mo Elleithee musste gegenüber CNN jedoch zugeben, dass man diese Version nicht bestätigen könne. «Wir haben versucht, den Wahrheitsgehalt abzuklären, aber es ist uns in diesem Fall nicht vollständig gelungen», sagte Elleithee und fügte an:

«Wenn das Spital erklärt, die Angelegenheit habe sich so nicht zugetragen, dann respektieren wir das, und sie wird die Geschichte nicht mehr verwenden.»

Kommentar: Es gibt Leute, die behaupten, jeder Politiker lüge und müsse oft die Unwahrheit sagen. Ich finde , man darf von einer künftigen Regierungschefin erwarten, dass ihre Aussagen verlässlich sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass jemand der so fahrlässig mit Worten umgeht, als verantwortliche Machthaberin auch nichts verlässlich ist. So eine Person dürfte nie gewählt werden.

Adolf Ogi: Statt Boykott, lieber sofort handeln!

Nach der Kneblung der Menschenrechte in China und den Manipulationen der Medien, ist für die EU der Boykott der Olympischen Spiele ein Thema. Zu dieser Thematik nahm Alt -Bundesrat Adolf Ogi (der ehemalige UNO Sonderbeauftragte für Sport) Stellung.

Er findet:

- Ein Boykott wäre jetzt der falsche Weg

- Beim Boykott würden vor allem die Sportler bestraft

- Frühere Boykottmassnahmen (Moskau, los Angeles) haben wenig gebracht

- Es ist nicht Aufgabe der Sporter, zu demonstrieren, obschon sie die der Versuchung - medienwirksam zu protestieren - unterliegen können --> Wir erinnern an die Stop Chirac Plakate (Demonstration gegen die Atombomben)

Es gilt jedoch zu handeln (als Deeskalationsmassnahme)

_______________________________

Ogi hat konkrete Vorschläge:

1. Der Präsident des IOC könnte nach Peking reisen und müsste über

- Menschenrechte

<

- Pressefreiheit

- die Tibetfrage

- Luftverschmutzung

und über Dopingprobleme reden. Dies hätte bestimmt eine Wirkung!

2. Man könnte einen Vermittler und Mediator einsetzen

Beispielsweise mit Tony Blair - Er hätte grosse Erfahrung.

************************************* Bedenken wir:

Die Olympische Waffenruhe gilt seit 1994. die UNO rief zu einer weltweiten Waffenruhe im Vorfeld und während einer Olympiade auf!

Somit gilt dies eigentlich auch schon vorher für das Land, das die Spiele organisiert.

China möchte mit der Olympiade ihre Position in der Welt stärken. Daran liegt Peking viel.

Jetzt kommt unerwartet ein heikles Problem und China ist sich zu wenig bewusst, dass nun die ganze Welt zuschaut, wie China das Problem löst. Unterdrückung, Zensur, totalitäre Massnahmen kommen im Westen schlecht an und würden nicht sang - und klanglos akzeptiert. Das IOC darf die Knebelung der Menschenrechte nicht hinnehmen.

Kommentar: Wir gehen mit Alt-Bundesrat Ogi einig: Nichtstun ist in Anbetracht der schwerwiegenden Vorkommnisse keine Lösung! Das gewaltsame Vorgehen der Chinesen in Tibet widerspricht eindeutig der Uno-Olympia-Resolution. Letzten November hatte die UNO-Generalversammlung alle Mitgliedstaaten angemahnt, die "olympische Waffenruhe" einzuhalten. Wenn die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit mit Füssen getreten wird, darf nicht geschwiegen werden!

Bild-online:

+++ Tibet-Proteste in Athen +++ Erste deutsche Sportlerin spricht von Boykott +++

Setzt die olympische Fackel China in Brand?

Montag, 24. März 2008

Von IOC Präsident Rogge hören wir kein Wort der Kritik

Spiegel-online:

IOC- Chef Rogge laviert im Tibet- Konflikt

Proteste in Olympia angekündigt

Seine Königsdisziplin heißt Diplomatie:

Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, hat zwar geredet, allerdings mit extrem unverbindlichen Äußerungen.

Sie zeigen:

Das IOC will mit aller Macht die Spiele retten - koste es, was es wolle.

Aus news.ch:

«Wir sind keine politische oder aktivistische Organisation»,

erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge .

«Wir verfolgen die Ereignisse in Tibet mit grosser Sorge», hiess es in einer Presseerklärung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

«Das IOC hat bereits seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Konflikt so schnell wie möglich friedlich beigelegt werden kann», sagte der Belgier. Gewalt aus welchem Grund auch immer stehe konträr zu den olympischen Werten und widerspreche dem Geist der Spiele.

Rogge rechtfertigte die Vergabe der Sommerspiele nach Peking (8. bis 24. August) als grosse Chance. So würden die olympischen Werte einem Fünftel der Weltbevölkerung nahe gebracht. «Wir glauben, dass China sich dadurch verändern wird.» Olympische Spiele seien eine «Kraft des Guten». «Sie sind ein Katalysator für den Wechsel, aber kein Allheilmittel für alle Krankheiten», erklärte er.

Kritik am Olympia-Gastgeber wegen seines Vorgehens in der autonomen Region Tibet, bei dem nach Angaben der tibetischen Exil-Regierung rund 100 Menschen getötet worden, während China von 19 Toten spricht, äusserte Rogge nicht.

Proteste zur Entzündung angekündigt

Der IOC-Präsident wird am Ostermontag im antiken Olympia in Griechenland der Entzündung des Olympischen Feuers beiwohnen, das anschliessend auf eine 137'000 km lange «Reise der Harmonie» geschickt werden soll. Dabei kommt es auch durch Tibet.

Menschenrechtsorganisationen und Exil-Tibeter haben zahlreiche Protestaktionen am Wegesrand angekündigt.

«Das IOC respektiert die Gruppen, die Aktivisten und ihre Gründe. Wir sprechen regelmässig mit ihnen - aber wir sind keine politische oder aktivistische Organisation», erklärte Rogge und betonte: «Ohne Zweifel achten wir die Menschenrechte.»

Kommentar: Rogges Zurückhaltung bezweckt, die Spiele nicht zu gefährden. Sein Lavieren hilft aber auch Peking, die Menschenrechte und die Meinungsfreiheit weiterhin mit Füssen zu treten. Wir haben von Rogge eine eindeutige Meinungsäusserung erwartet. Dies wäre mehr als angebracht gewesen. Der IOC Chef hat die Oeffentlichkeit enttäuscht.

Nachtrag: In DIE ZEIT-online gelesen:

Das übermächtige China wir die Tibetfrage nicht zu seinen Gunsten lösen können

Das scheinbar so übermächtige China vermag die Tibetfrage nicht zu seinen Gunsten zu lösen. Warum?

Chinesische Militärjeeps unterwegs in Tibet

Chinesische Militärjeeps unterwegs in Tibet

Die Volksrepublik China hat in Tibet ein Problem, ein sehr großes sogar.

Der Glaube der chinesischen Zentralregierung über die Jahrzehnte hinweg, die Tibetfrage mit einer Mischung aus gewaltsamer Unterdrückung, erzwungener Umsiedlung und kultureller Majorisierung durch ein Übergewicht der eingewanderten chinesischen Bevölkerung für sich abschließen zu können, hat sich als beharrlicher Irrtum erwiesen.

Denn trotz der Unterdrückungspolitik Pekings ist Tibet seit 1951, dem Jahr der endgültigen Besetzung durch die chinesische Volksarmee, niemals wirklich zur Ruhe gekommen.

Das Streben der Tibeter nach Selbstbestimmung war einfach nicht zu unterdrücken.

Den tibetischen Freiheitsdrang vor allem auf die Umtriebe des Exils und eines feindlich gesinnten Auslandes zu reduzieren, wie es die chinesische Propaganda tut, wird diesen Fehler nur noch verlängern. Dabei sprechen die nackten Zahlen von einer fast hoffnungslosen Sache der Tibeter.

Den 6 Millionen Tibetern stehen heute in Tibet, nach Angaben des tibetischen Exils, bereits 7,5 Millionen Chinesen gegenüber. Insgesamt umfasst die Bevölkerung Chinas heute etwa 1,3 Milliarden Menschen.

Kommentar: Oberflächlich gesehen, scheint es China vorerst zu gelingen, das Internet, Google, Handyfilme zu zensurieren und alle Journalisten auszuweisen und die Medien zu manipulieren - im Glauben, für die Weltöffentlichkeit existiere das nicht, was man nicht sehen kann. Ich zweifle dennoch daran, dass die Knebelung der Menschenrechte und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit (Verbot von Direktübertragungen an der Olympiade) heute immer noch so einfach durchgesetzt werden kann, wie es die Machthaben wahr haben wollen. Die Exil- Tibeter und der Druck der freien Weltpresse wird für Peking noch bedrohliche Ausmasse annehmen können, wenngleich der IOC Chef von den Machenschaften Pekings nichts hören, nichts sehen und nichts sagen will. Mit Wegschauen können die Medien- Spiele nicht gerettet werden.

Wie prognostiziert - geht es bereits los:

Quelle 20 minuten- online:

Demonstrant stört Entzündung des olympischen Feuers Zwei protibetische Demonstranten haben heute die Zeremonie zur Entzündung des olympischen Feuers gestört.

Spiegel-online:

Olympisches Feuer entzündet

- Demonstranten stören Zeremonie

Aufregung im antiken Stadion: Zwei Pro-Tibet-Aktivisten haben mit Schreien und schwarzen Fahnen die feierliche Entfachung des Olympischen Feuers verzögert. Die Männer wurden festgenommen - und nun brennt die berühmteste Fackel der Welt.

Ende Zitat

Solche medienwirksamen Aktionen werden nicht abbrechen! Dies ist erst der Auftakt.

2o Min-online:

Olympia-Zeremonie gestört Im antiken Olympia ist heute das olympische Feuer für die Sommerspiele in Peking entzündet worden. Bei der Zeremonie rannten zwei protibetische Demonstranten mit schwarzen Fahnen auf das Feld. Sie wurden von griechischen Polizisten festgenommen.

spiegel-online:

Im chinesischen Zentralfernsehen laufen die Hauptnachrichten: Ein in China gebauter neuer Hochgeschwindigkeitszug flitzt über die Gleise. Im Umweltschutz geht es voran. Ein modernes Verlagshaus in der Nordost-Provinz Liaoning verschickt seine Bücher in alle Teile des Landes. Am Gelben Fluss ist ein Damm gebrochen. Funktionäre pflanzen Bäume: Wer an diesem Abend zuschaut, der muss glauben, dass in China derzeit nicht viel los ist.

Paramilitärische Rekruten: Sie sollen für die Sicherheit während der Olympischen Spiele sorgen.
REUTERS

Paramilitärische Rekruten: Sie sollen für die Sicherheit während der Olympischen Spiele sorgen.

Dann wird es doch noch interessant: Szenen aus Lhasa, dessen Straßen ganz normal aussehen, wenn es die Brandspuren an den Häusern nicht gäbe: Ein Arzt mit blauem Auge und geschwollenem Gesicht erzählt im Krankenbett, wie er ein tibetisches Kind vor dem wütenden Mob rettete.

Eine chinesische Händlerin steht traurig vor ihrem zerstörten Laden und berichtet, sie habe alles verloren. Eine Gruppe Mönche sitzt bedrückt in einem Schulungsraum und lauscht dem Vortrag eines anderen Geistlichen, der die Ausschreitungen der vergangenen Tage verurteilt.

n.tv.-de:

Humanitäres Desaster droht: Tibetische Klöster isoliert

Humanitäres Desaster droht

Tibetische Klöster isoliert

Spiegel-online

KRISE IN TIBET

China greift durch - Exiltibeter sprechen von über 100 Toten

Die chinesische Regierung unterdrückt den Aufruhr in Tibet und angrenzenden Provinzen mit starken Truppenaufgeboten. Tibets Exilregierung spricht von 135 getöteten Demonstranten. Bei der Entzündung des Olympischen Feuers in Griechenland kam es zu Protesten - aber ein Boykott der Spiele scheint ausgeschlossen.

Am Ostermontag kam der IOC Chef nach der gestörten Feier doch noch auf die Tibetkrise zu sprechen. Wir vermuten, dass er unter Druck kam und nicht mehr länger vor der Offentlichkeit die Unruhen übersehen durfte. Die Devise Pekings: "Was nicht sein darf, wird nicht gezeigt" darf ein IOC Chef nicht für sich so auslegen: "Wenn wir nicht darüber reden, wird es schon Ruhe geben." Die Situation ist heute so brisant, dass der Druck in der Oeffentlichkeit zusätzlich steigt, wenn Informationen bewusst unter dem Deckel gehalten werden.

Sonntag, 23. März 2008

Hillarys Dilemma

Im Duell Hillary- Obama werden die Gegensätze immer deutlicher.

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Obama verkörpert die Jugend

Hillary das Establishment

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Obama den Wandel

Hillary die Erfahrung

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Obama ist Mann

Hillary die Frau

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Die Schablonen beginnen zu greifen:

Neben Obama sieht Hillary alt aus

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Das Dilemma zeigt sich darin:

Ist Hillary emotional, so ist sie zu sehr Frau

Ist Hillary sachlich und hart, so ist sie die kalte berechnende Politmaschine

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Tritt Hillary mit Bill auf, heisst es, ohne ihn schaffe sie es nicht

Tritt sie jedoch ohne Bill auf, so vermutet man Bill wieder bei einer anderen

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Das grosse Dilemma:

Hillarys Hauptfehler bleibt ihre Zustimmung für den Irak Krieg

Leider weigerte sie sich bis heute, ihr eindeutiges Votum als Fehler zu bezeichnen

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Was uns verunsichert:

Hillary spielt zwischendurch die emotional Authentische

Dann mimt sie wieder die Unnahbare

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Unsere Prognose:

Es wird Hillary schwer fallen, all diese Gegensätze unter einen Hut zu bringen. Doch ist noch nichts entschieden. Denn:

DAS DEMOKRATEN- DRAMA IST NOCH NICHT ZU ENDE

Das Clinton- Obama- Duell wird sehr wahrscheinlich zum Zermürbungskampf!

Enthüllungen, ständig wechselnde Umfragen, mitreissende Reden: Der Vorwahlkampf der Demokraten wird nach SPIEGEL endgültig zum Nervenkrieg zwischen Clinton und Obama. Die Entscheidung wird nach den neuesten Entwicklungen erst in Monaten fallen.

Samstag, 22. März 2008

Lässt sich Peking doch noch beeindrucken?

Nach unserer Prognose wissen die chinesischen Machthaber, dass der Westen bei der Knechtung der Menschenrechte klein beigeben wird, denn die Olympischen Spiele und die wirtschafltiche Zusammenarbeit sind den demokratischen Ländern wichtiger als die Knebelung der Menschenrechte. Nun lesen wir in n.tv.de:

Olympia als Politikum: EU droht mit Boykott

Olympia als Politikum

EU droht mit Boykott

EU-Parlamentspräsident Pöttering droht China wegen der Niederschlagung der Autonomieproteste in Tibet mit einem Olympia-Boykott. Die Regierung müsse unverzüglich mit dem Dalai Lama verhandeln. Blieben Signale der Verständigung aus, seien Boykottmaßnahmen gerechtfertigt. Derweil fürchtet China die Ausweitung der Proteste auf andere Provinzen.

20 Min.online veranschaulicht, dass Peking nicht klein beigeben will:

China entschlossen gegen «tibetische Verschwörung» China hat eine «entschlossene Niederschlagung» der tibetischen Protestbewegung angekündigt. Unterdessen steigt die Zahl der Toten weiter an

Vertiefende Hintergrundgedanken aus wiwo.de:

Der Regierungschef nahm auch zur Frage Stellung, die die Welt mit Blick auf China derzeit am meisten bewegt: die blutige Niederschlagung der Proteste in der autonomen Region Tibet. Wen untermauert die kompromisslose Haltung der Pekinger Herrscher.

Den Vorwurf des Dalai-Lama, Peking betreibe einen „kulturellen Völkermord“, weist er als „Lüge“ zurück. Auch die Beteuerungen des religiösen Oberhaupts der Tibeter, er verlange nicht mehr die vollständige Unabhängigkeit für seine Heimat, sondern suche den Dialog, seien „nichts als Lügen“. China habe inzwischen „hinreichende Beweise“ gesammelt, dass die Unruhen in Tibet vom Dalai-Lama gezielt geplant worden seien. Kritik lässt Chinas Regierungschef nicht gelten.

Der Ton ist rau geworden in der Pekinger Führung. Seit in der vergangenen Woche in Tibet und anderen Teilen Chinas Tausende von Demonstranten gegen die allumfassende Herrschaft der chinesischen Kommunistischen Partei (KP) demonstrierten und bei anschließenden Unruhen rund 100 Menschen ums Leben kamen, haben die Hardliner das Sagen.

Man werde entschlossen die „Einigkeit des Mutterlandes sichern“, poltert Qiangba Puncog, Vorsitzender der von Peking eingesetzten Regionalregierung der autonomen Region Tibet. Von Kompromissbereitschaft keine Spur.

Stattdessen aktivierten die Kommunisten unmittelbar nach den Ausschreitungen ihren Apparat aus totaler Kontrolle, Überwachung und Zensur.

Armeelastwagen rückten nach Tibet und in andere Unruheregionen vor. Polizei und Armee nahmen mehrere Hundert angebliche „Unruhestifter“ fest. Inzwischen ist Tibet für Ausländer und Journalisten nicht mehr zugänglich. Polizei und Armee haben ganze Landesteile Westchinas abgeriegelt. „Durch ihre Informationspolitik nährt die Regierung doch nur den Verdacht, dass dort Dinge geschehen, die nicht an die Öffentlichkeit geraten sollen“, sagt Eckart von Klaeden, außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Damit ist wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking ein ethnischer Konflikt, den China zur Wahrung seines Rufes an den Rand drücken wollte, ins Zentrum der internationalen Politik gerückt. China und die Menschenrechte – genau diese Diskussion sollte in den Schatten der olympischen Ringe gestellt werden. Doch ist diese Entwicklung nicht nur eine Anfrage an das Selbstverständnis Chinas, sondern auch an das des Westens.

So setzen Europa und die USA derzeit noch auf Beschwichtigung und hoffen, dass die Lage in Tibet nicht weiter eskaliert.

Zu viel steht für den Westen auf dem Spiel: China ist inzwischen ein wichtiger Markt und Partner bei allen Bemühungen geworden, die internationale Finanzkrise zu stabilisieren. Hinzu kommt: Nicht nur die Chinesen, auch der Westen fürchtet bei einer Eskalation in Tibet eine Kettenreaktion. Heute Lhasa, morgen vielleicht die Unabhängigkeit Taiwans, übermorgen Proteste der muslimen Minderheit der Uiguren in West-China. Die Implosion des Reiches der Mitte wäre für die Architekten von außenpolitischen Großstrategien in den Außenministerien Berlins, Londons oder Washingtons eine Art geopolitischer GAU.

Sie werden in dieser Einschätzung durch die Wirtschaft unterstützt.

Noch im Herbst grummelte es in deutschen Vorstandsetagen, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel das geistliche und politische Oberhaupt der Tibeter, den Dalai-Lama, in Berlin empfangen hatte. China steht inzwischen auf Platz acht auf Deutschlands Außenhandels-Rangliste – Tendenz steigend.

Moral, Profit, olympischer Profit in Form von Geld und Reputation stehen in Konkurrenz zu den Menschenrechten.

So soll allein der VW-Konzern bis zu 150 Millionen Dollar für die Erlaubnis gezahlt haben, exklusiver Automobil-Sponsor der Spiele zu sein. Klassische Real- und Interessenpolitik kommen gerade jetzt in China zum Tragen – und so kann man das Reich der Mitte nicht mal eben in die Ecke schubsen.

Entsprechend gedrechselt fallen in Berlin die Aussagen zu einem möglichen Boykott der Spiele in Peking aus. Der Sozialdemokrat und Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, lehnt diese Idee rundweg ab: „Ein Boykott von olympischen Spielen hat noch nie irgendetwas gebracht, sondern hat den Sportlern geschadet.“ Er wisse nicht, „warum vom Sport etwas verlangt werden soll, was einzelne Staaten, die UNO oder die Wirtschaft bis jetzt nicht geschafft haben“. Er erwarte aber, dass die „Verantwortlichen des Internationalen Olympischen Komitees“ (IOC) den Chinesen „deutlich machen, dass auf die Spiele, die ja im Zeichen von Völkerfreundschaft stehen, ein dunkler Schatten fällt“.

Der sportpolitische Sprecher der Grünen Winfried Herrmann appelliert an die politische Verantwortung des IOC. Dieses solle – falls der Konflikt weiter eskaliere – „die Spiele lieber ganz absagen“. Noch mehr Verantwortung trage die Wirtschaft. Gerade deutsche Firmen sollten sich aus ihrem Olympia-Engagement zurückziehen. „Sponsoren wie Volkswagen und Adidas können kein Interesse an einer blutbeschmierten Werbekampagne haben“.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach – zugleich Vorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes – lehnt Überlegungen dieser Art kategorisch ab. Er verweist darauf, dass selbst der Dalai-Lama nicht zum Boykott aufgefordert habe. Außerdem so Bach, „hat das IOC kein politisches Mandat, um in Form einer Ersatz-Weltregierung Staaten nach Gut und Böse zu sortieren“. Für ihn, der selbst als Sportler unter dem Boykott der Moskauer Spiele gelitten hat, ist klar: „Alle Boykotte in der Vergangenheit haben nichts gebracht.“ So sei durch den Boykott der Spiele in Moskau „kein einziger sowjetischer Soldat früher aus Afghanistan abgezogen“. Zudem warnt der IOC-Vize vor doppelter Moral aus dem Westen.

Mit Blick auf die USA kritisiert Bach: „Wenn wir bestimmte Maßstäbe anlegen, stellt sich doch auch die Frage, wie wir beispielsweise dann mit einem Staat umgehen, der auf einem fremden Kontinent einen nicht von der Uno legitimierten Krieg führt, in dem die Todesstrafe verhängt wird und in dem – auf ausdrückliche Intervention des Präsidenten – der Geheimdienst Foltermethoden beim Verhör von Gefangenen anwenden darf.“

Chinas harte Haltung im Tibet-Konflikt hat einen Grund: Nichts fürchten die kommunistischen Herrscher mehr als einen Zerfall ihres Landes. Die Auflösung der Sowjetunion Anfang der Neunzigerjahre und die Entwicklungen auf dem Balkan haben sich in den Köpfen der Herrschenden in Peking als Horrorszenario fest eingeprägt.

Eine Abspaltung Tibets, so die Befürchtung der chinesischen Regierung, könnte eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzen.

Diese Sorge wird von westlichen Regierungen geteilt – auch im Berliner Außenministerium wird auf die Risiken eines „Dominoeffekts“ hingewiesen. Berater von Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagen denjenigen, die zu einer schärferen Kritik am Reich der Mitte mahnen: „Was passiert eigentlich, wenn China implodiert?“ Daher ist auch die deutsche Haltung zögerlich. Noch am Sonntagmorgen hat Steinmeier lange mit seinem chinesischen Amtskollegen Yang Jiechi über diese geopolitischen Perspektiven gesprochen.

Potenzial für ethnische Konflikte gibt es in China reichlich. Mehr als 50 Minderheiten leben im Reich der Mitte. In der Nordwestprovinz Xinjiang etwa liegt der Anteil der Muslime bei mehr als 50 Prozent. In den vergangenen Jahren kam es in der Region immer mal wieder zu kleineren Unruhen.

Quintessenz und Prognose: Wir haben nach wie vor berechtigte Zweifel, dass sich Peking von Worthülsen beeindrucken lässt. Die Maschinerie totalitärer Massnahmen läuft weiter und wird wohl kaum gestoppt oder rückgängig gemacht werden können (Ausweisung von Journalisten, Zensur, Medienmanipulation, Desinformation, Verhaftungswellen, Einschüchterungen usw.) Falls es doch noch zu einem weltweiter Boykott der olympischen Spiele kommen würde, so hätte dies besimmt Auswirkungen. Doch zweifle ich an einer weltweiten Solidarität für die Menschenrechte.

Nachtrag Spiegel online :

AUGENZEUGEN IN TIBET

Chinesen riegeln Klöster ab, Razzien in Lhasa

Militärs überall, Straßensperren, Verhaftungen

Lhasa gleicht einer besetzten Stadt.

Mönche sind plötzlich verschwunden,

Studenten wagen sich nicht mehr auf die Straßen.

Deutsche Augenzeugen, die sich noch in Tibets Hauptstadt aufhalten, berichten auf SPIEGEL ONLINE, wie chinesische Truppen die Stadt unter Kontrolle bringen.

n-Tv de:

Fahndung nach Tibetern: Armee marschiert auf

Fahndung nach Tibetern

Armee marschiert auf Mit einer Verhaftungswelle will China die Proteste der Tibeter unter Kontrolle bringen. Staatliche Medien rufen zum "entschiedenen Kampf" gegen die Unabhängigkeitskräfte auf. China verlegt massiv Truppenkontingente in die Unruheregionen, berichten Augenzeugen.

20 Min-online:

China will «Dalai-Clique» niederschlagen

China hat eine «entschlossene Niederschlagung» der tibetischen Protestbewegung angekündigt. Ausserdem erwägt China, an der Olympiade keine Live-Übertragungen zu senden.

Frage: Darf sich der Westen eine Maulkorbpolitik bei Medienübertragungen gefallen lassen? Die Ankündigung, keine Live-Uebertragungen zu senden kommt einer ZENSUR gleich!! Dagegen müssten sich demokratische Staaten unmissverständlich wehren.

Bild-online:

Schock-Protest in Berlin

Tibeter zündet sich vor Chinas Botschaft an

Schock-Protest vor der chinesischen Botschaft in Berlin. Bei einer Demonstration gegen das brutale Vorgehen Pekings hat sich ein Tibeter selbst angezündet.

Der 26-Jährige Namgyal Fakhang nahm am Donnerstag an einer einstündigen Mahnwache für Tibet mit rund 100 Menschen teil. Plötzlich übergoss er sich mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sich an.

Mehrere Teilnehmer löschten sofort die brennende Kleidung. Der Mann wurde nur leicht verletzt.

Der B. Z. erklärte der Mann:

„Ich hatte keine Angst davor, am lebendigen Leib zu verbrennen. Das Leid in Tibet ist viel größer.“

Freitag, 21. März 2008

Karfreitag 08: Januar und Februar war Frühling - und jetzt? --Hoher Winter

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Die Macht der Worte - in diesem Fall, der Gerüchte

Eugen Drewermann hat schon gesagt: "Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer, aber um eine kostbare Vase zu zerbrechen genügt eine flüchtige Bewegung und um das Herz eines Menschen zu treffen, genügt oft ein einziges Gerücht"

Dass auch Worte (sprich Gerüchte) viel bewirken können, bestätigt folgender Beitrag, den wir in 20 Min-online gelesen haben:

Wie man sich an der Krise bereichert

Es liest sich wie ein Krimi über modernen Bankraub:

Spekulanten streuen mitten in der Finanzkrise gezielt falsche Gerüchte, lösen einen Kurssturz aus - und bereichern sich daran.

Die Betrüger sollen nach Medienangaben umgerechnet fast 130 Mio. Euro mit den lancierten Spekulationen verdient haben. Diese nahmen am Mittwochmorgen ihren Lauf, als verbreitet wurde, HBOS habe Liquiditätsprobleme.

Es hiess sogar, die Osterferien einiger Mitglieder der Englischen Notenbank seien abgesagt worden, um ein Nottreffen abzuhalten.

Der Kurs von HBOS stürzte darauf um zeitweise bis zu 20 Prozent ab, das Unternehmen verlor Milliarden an Wert und der Handel wurde zeitweise ausgesetzt.

Schnell dementiert

In ungewöhnlich heftiger Weise wurden die Spekulation - die in der Londoner City normalerweise mit einem lapidaren «no comment» bedacht werden - zurückgewiesen. Schlichtweg um «Lügen», «Unsinn» und «heimtückische Gerüchte», an denen «nichts dran» sei, habe es sich gehandelt, teilte HBOS mit.

Auch die sonst so zurückhaltende Bank of England sah sich genötigt, einzugreifen und

wies es als «Fantasie» zurück, die Notenbank habe Feiertage gestrichen.

Die Finanzaufsicht schaltete sich ein und teilte ungewöhnlich offen mit:

«Es gab in den vergangenen Tagen an der Londoner Börse eine Serie komplett unbegründeter Gerüchte über britische Finanzinstitute, von denen manche von Baisse-Spekulationen begleitet waren.»

Bei diesen Baisse-Spekulationen leihen sich Händler über bestimmte Finanzmarktinstrumente Aktien und verkaufen diese. Sie setzten dabei auf fallende Preise für die Papiere. Anschliessend kaufen sie die Aktien zu einem niedrigeren Preis wieder zurück und geben sie dem Verleiher zurück. Aus der Differenz hat der Händler einen Gewinn gemacht.

Hedgefonds im Verdacht

Wer hinter den lancierten Gerüchten steckt, war auch am Freitag noch nicht klar.

Die Zeitung «Daily Telegraph» will erfahren haben, dass ein Hedgefonds der Übeltäter sei. Bei diesem hätten sich Händler als unabhängige Rechercheure oder Journalisten ausgegeben. Anschliessend sollen Gerüchte unter Investmentbanken gestreut worden sein.

Kommentar: Die Kraft der Wortes ist enorm. Das Wort kann auch missbraucht werden. Dies zeigt sich auch beim Mobbing, bei Verleumdungen oder bei der Giftrhetorik.