Samstag, 21. September 2019
CVP erntet heftige Kritik
CVP Kampagne ein Rohrkrepierer?
Die CVP setzt im Wahlkampf mit einer Negativkampagne auf Konfrontation:
Wer bei Google nach anderen Politikern sucht, landet auf einer
CVP-Seite, die auf den ersten Blick nicht als solche erkennbar ist. Dort
wird einem erklärt, warum man statt der gegoogelten Person besser einen
CVP-Kandidaten wählt.
Also weder nett noch lösungsorientiert ...
Genau. Die Kampagne schiesst an der ländlichen, gemässigten, mittelständigen Stammwählerschaft vorbei. Eigentlich müsste die Partei Hausbesuche bei ihrer Basis machen, um diese Stimmen zu halten – und nicht online andere Politiker diffamieren.
Aber sie sorgt für Gesprächsstoff …
Auffallen im Wahlkampf ist grundsätzlich nicht schlecht und bringt Beachtung. Polarisieren muss man aber strategisch: Nehmen sie die «schwarzen Schafe» der SVP. Viele waren empört, aber den Stammwählern der SVP sprach das damals aus den Herzen. Bei dieser Kampagne nimmt man das der CVP nicht ab.
Sie könnte zum Rohrkrepierer werden?
Gut möglich, dass viele der CVP-Basis das nicht gerade mobilisiert. Schliesslich startete die Partei mit dem Slogan «Wir halten die Schweiz zusammen» in den Wahlkampf. Diese Kampagne impliziert das überhaupt nicht. Ich kann auch keine Gesamtstrategie dahinter sehen.
«Fake-News», «Hetze», «ohne Anstand»: Betroffene Politiker laufen sturm. Zu Recht?
Ja. Ich kann deren Unmut verstehen. Googelt jemand nach ihrem Namen, wird er auf eine falsche Seite geleitet. Das ist irreführend, zumindest wird die Irreführung in Kauf genommen. Zudem sind auf diesen Seiten nicht direkte Aussagen der Politiker aufgeführt, sondern nur vage Positionen seiner Partei, die die CVP ihren Lösungen gegenüberstellt.
Also kein Pendant zum amerikanischen Wahlkampf?
Mitnichten. Dort ist «opposition research» gang und gäbe. Dabei werden aber gemachte Aussagen oder Abstimmungsverhalten von politischen Gegner widerlegt, hinterfragt und kritisch beäugt. Das hat einen direkten Bezug zur angegriffenen Person mit Quellenangaben. Das ist bei der CVP-Kampagne nicht der Fall.
Ist das Abzielen auf einzelne Politiker ein Novum im Schweizer Wahlkampf?
Von einer Mittepartei schon und mit dieser digitalen Ausbreitung auf Kandidaten von links bis rechts ebenfalls. Aber die SVP hat schon in den letzten zwanzig Jahren im Wahlkampf öfter gezielt Einzelpersonen attackiert. Und umgekehrt musste auch Christoph Blocher schon einige Angriffe von linker Seite einstecken.
Warum macht die CVP nicht einmal vor FDP-Kandidaten halt?
Das erschliesst sich mir auch nicht. In vielen Kantonen haben die beiden Parteien Listenverbindungen, sind aufeinander angewiesen, vertreten ähnliche Positionen. Nachdem die CVP sich etwas von der Umarmung von GLP und BDP distanzierte, müsste sie der Partnerin FDP mehr Sorge tragen.
Ratlosigkeit, ein letzter Strohhalm: Was bringt eine Partei dazu, eine solche Kampagne zu starten?
Der verführerische Gesang der Meerjungfrau? (lacht) Viele Politiker denken, der Onlinewahlkampf sei günstig und quasi automatisch. Aber beides ist falsch.
*Louis Perron ist Politologe und Politberater aus Zürich.
KOMMENTAR:
Immer, wenn sich die Konkurrenz beschwert, ist das Marketing gelungen, immerhin ist man im Gerede und fokussiert die Aufmerksamkeit auf sich.
Das allein genügt nicht. Die SVP mit dem umstrittenen Apfelplakat eckte ebenfalls in eigenen Kreisen an. Doch gelang es der Partei Ihre Botschaft von der gefährdeten Souveränität in den Repliken zu vermitteln.
Andere Politiker zu diffamieren gehört nicht zur CVP mit dem grossen C. Die Kampagne passt nicht zur christlichen Mittepartei.
Der Verzicht auf langweilige Plakate ist zwar mutig. Doch müsste die Partei ihre Kernbotschaft online nachhaltig verbreiten. Der Slogan "Wir halten die Schweiz zusammen" stimmt nicht mit dem Resultat der Kampagne überein.
Denn sie spaltet die Partei und dividiert auch andere Parteien auseinander. Unverständlich, dass sich die CVP in der Kampagne anlegt mit der FDP. (hat sie doch mit der FDP vielerorts Listenverbindungen).
Notiert von
marcus knill
um
08:53
Freitag, 20. September 2019
Gaudenz Looser (Chefredaktor 20 Min) richtet sich an die Kommentatoren
Lesenswerte Spielregeln:
Respekt und Höflichkeit sind Gold wert
Egal, wie empört, genervt oder aufgeregt du bist: Wenn du deinen Standpunkt respektvoll und in gepflegter Sprache darlegst, steigt die Chance, dass die anderen Kommentierer diesen zur Kenntnis nehmen, massiv an. Und vielleicht versuchen sie ihn dann sogar zu verstehen.
Es ist nicht gesundheitsschädlich, die eigene Meinung zu hinterfragen
Andere Meinungen auch mal probehalber mit dem eigenen Weltbild zu vergleichen und nach den Gründen für diese Position zu fragen, kann sehr bereichernd sein. Es erweitert den Horizont.
Unterstellungen und Pauschalisierungen sind Gift für jedes gute Gespräch
Es bringt nichts, anderen Kommentierern diese oder jene Ideologie oder Behinderung, diesen oder jenen Intelligenzgrad oder Bildungsstand zu unterstellen. Denn es verführt die anderen dazu, gleich beleidigend zurückzugeben, und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Über rassistische, sexistische, homophobe und andere diskriminierende Sprüche sollten wir 2019 eigentlich nicht mehr reden müssen. Weil wir es doch tun müssen, hier ein Selbstcheck: Hast du mit einer bestimmten Bevölkerungsgruppe ein grundsätzliches Problem? Falls nein: Dann urteile auch nicht pauschal über diese Gruppe. Falls ja: Dann urteile erst recht nicht pauschal über diese Gruppe.
Verzichte auf Beleidigungen und Kraftwörter
Muss man dir ja nicht erklären.
Überprüfe deine Fakten, Vorsicht mit Behauptungen
Es kann ja sogar sein, dass das, was der Kioskmann an deiner Haltestelle und der entfernte Facebookfreund über diese Firma oder jenen Politiker gesagt hat, einen Kern Wahrheit enthält. Aber Fakt ist: Es könnte genauso gut komplett falsch sein. Falls du nicht sicher bist, dann beschreibe es mit der gebotenen Vorsicht. Oder stell eine Frage. Vielleicht wissen es deine Mitkommentierer genauer.
Häme und Zynismus verderben die Gesprächsatmosphäre
Du bist ja damit nicht allein. Wir alle waren schon da. Schadenfreude ist menschlich und dieses Die-ganze-Welt-kann-mich-mal-Gefühl auch. Aber es sind private Gefühle, die dich nicht unbedingt sympathischer machen. Ganz besonders dann nicht, wenn du dich an Menschen austobst, denen etwas Schlimmes widerfahren ist und die allen Mut zusammengenommen haben, für einen Artikel mit Namen und Gesicht hinzustehen. Also: Du bist schlecht drauf, weil dein Chef dich gerügt hat? Kommentier doch erst morgen wieder.
Mach nicht die Redaktion runter. Es ist uncool
Du hast einen Schreibfehler entdeckt? «Wieder nur Praktikanten am Werk», schimpfst du? Ja, es arbeiten auch Praktikanten auf der Redaktion. Ja, sie machen manchmal Fehler, genauso wie die erfahrensten Redaktoren und Redaktorinnen auch. Aber sie geben auch täglich ihr Bestes, um das grösste und erfolgreichste Medium der Schweiz für dich so aktuell, so spannend, so vielseitig und unterhaltsam wie nur irgend möglich zu machen. Und sie alle haben Gefühle. Wie du auch.
Kommentar:
Gaudenz Looser spricht damit einige Grundregeln der zwischenmenschlichen Kommunikation an
wie:
Beschreibe Sachverhalte
Halte Dich an Fakten
Gehe auch mit dem Gegner respektvoll um
Höflichkeit ist Gold wert
Ich finde es lobenswert, dass 20 Min keine Zensur einführt wie andere Medien. Dem offenen Forum in den Kommentarspalten verdankt 20 Minuten auch die hohe Akzeptanz. Die meisten Printmedien bauen bewusst Hürden ein, damit die Leser nicht mehr spontan ihren Kommentar abgeben können. 20 Min spiegelt - wie kaum ein anderes Medium - die Volksmeinung. Das wird von Otto Normalverbraucher geschätzt. Es spricht auch für die Redaktion, dass sie möglichst viele Rückmeldungen zulässt und sich nicht als Medienprieser aufspielt. Die 20 Min Journalisten sind wohl bewusst, dass sie nicht die alleinsigmachende Wahrheit gepachtet haben. Die Kommentarspalten sind aus meiner Sicht ein wichtiges Ventil, um Druck abzulassen.
Notiert von
marcus knill
um
09:48
Asyl- Irrsinn
Unglaublich!
Der 27-jährige abgewiesene
Asylbewerber Moestafa K.* tanzt den Schweizer Behörden auf der Nase rum.
Der Marokkaner klaut und schlägt zu – und keiner kann ihn stoppen. Im
Dezember 2018 hat er in Frauenfeld zwei Lädelibesitzer überfallen, um
ihnen die Einnahmen von 3500 Franken zu entreissen. Er verletzte dabei
seine Opfer. Doch die Staatsanwaltschaft schob dem Paar sogar eine Mitschuld in die Schuhe.
Das
Problem im Fall Moestafa K. liegt in seinem Heimatland. Die
marokkanischen Behörden sind nicht gewillt, den 2016 von der Schweiz
abgewiesenen Asylbewerber zurückzunehmen. Es gibt kein
Rücknahmeabkommen. So bleibt Moestafa K. weiterhin in der Schweiz auf freiem Fuss. Wo er ist, weiss keiner. Der Marokkaner ist seit längerer Zeit untergetaucht.
Der
von BLICK aufgedeckte Asyl-Irrsinn um Moestafa K. zeigt, dass das
Verhältnis zwischen Bern und Rabat weit mehr getrübt ist als bisher
angenommen. Es gibt viel zu tun für den neuen Schweizer Botschafter
Guillaume Scheurer (55). Gestern, ausgerechnet inmitten der angespannten
Situation, hat er sein Amt angetreten. (Quelle Blick)
Notiert von
marcus knill
um
09:28
Mittwoch, 18. September 2019
Montag, 16. September 2019
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