Dienstag, 6. November 2018

Wir gratulieren der neuen SRF Direktorin


Nathalie Wappler wird neue Direktorin

Die designierte SRF-Direktorin freute sich «riesig» über ihre Wahl und sprach von einem Privileg. «Wir wollen zeigen, was Service public und Qualitätsjournalismus bedeuten», sagte Nathalie Wappler an einer Medienkonferenz am späten Montagnachmittag.
 
Die 1968 in St. Gallen geborene Nathalie Wappler Hagen kennt
die Prozesse innerhalb des Schweizer Radio und Fernsehens bestens:
Nach ersten Berufsjahren als Redaktorin bei ARD und ZDF war die
Ostschweizerin seit 2005 in verschiedenen Funktionen für das SRF
tätig und holte unter anderem den späteren SRG-Generaldirektor
Roger de Weck zur «Sternstunde». Sie begleitete als
Projektmanagerin ab 2009 mehrere Veränderungsprozesse beim SRF,
entwickelte Strategien für ein modernes Kulturradio, neue Film-
und Serienstrategien und trimediale Arbeitsplatzmodelle.

2011 folgte der Aufstieg zur Abteilungsleiterin Kultur -
eine Funktion, in der sie gleichzeitig Mitglied der
Geschäftsleitung von SRF, 3sat und Verwaltungsrätin des
Programmvermarktungsunternehmens Telepool wurde. Im November 2016
wechselte Wappler dann als Programmdirektorin zum Mitteldeutschen
Rundfunk (MDR) nach Halle.

Bei ihrer Rückkehr zu alter Wirkungsstätte sagte Wappler am
Montag: «Wir müssen den Service public schärfen». Und mit Blick
auf die neuen ökonomischen Zwänge beim SRF ergänzte sie:
«Wir müssen effizienter und in bestimmten Prozessen auch
besser werden».

Wapplers Visionen decken sich dabei weitgehend mit denjenigen von
SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, wie dieser im Gespräch mit
dem Klein Report sagte: «Im Herzen teilen wir dieselben Werte.
Wir sind uns in grundsätzlichen Dingen einig und haben dieselben
Ideen und Prioritäten», so Marchand.

Das zeigte sich denn auch vor den Medien: So betonten sowohl
der SRG-Generaldirektor als auch die künftige SRF-Direktorin,
dass man in Zukunft ein besonderes Augenmerk auf die
Unterscheidbarkeit von den Angeboten privater Medien
legen müsse.

Konkret könnte das heissen: Mehr Kultur, mehr Fiktion, dafür
aber weniger Unterhaltung und weniger Sport, wenn es um aufwändige
Produktionen oder teure Sportrechte geht, wie Gilles Marchand auf
Nachfrage des Klein Reports sagte: «Wir müssen mehr im Bereich
der Unterscheidbarkeit machen, beispielsweise mit viersprachigen
Informationsangeboten und im Bereich der Kultur, wo diese auf dem
Markt nicht finanzierbar ist.»

Nathalie Wappler stehe im Grundsatz für diese Idee, betonte
Marchand. Im Team der SRG-Zukunft, das für den geschärften
Service public steht, spiele sie deshalb eine wichtige Rolle.
«Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe», erklärte Nathalie
Wappler selber und stellte die Rolle der SRG dann auch in einen
globalen Kontext: «Die Polarisierung der Gesellschaft geht weiter
auseinander. Unsere Aufgabe ist es, eine gemeinsame Gesellschaft
zu gestalten. Wir müssen aus der Filterblase heraus und für
Meinungsvielfalt und Meinungsbildung sorgen.»
 
KOMMENTAR:
An der Medienkonferenz überzeugte sie mich medienrhetorisch.
Sie sprach frei, ruhig, souverän, dialogisch mit guter Artikulation, natürlich und sicher.
Sie setzte sich durch, weil sie sich durch analytisches Denken und überzeugende Führungskompetenzen auszeichnet.
Sie hat auch grosse Erfahrung in der Medienbranche und ist national und international vernetzt.
Folgende Kernbotschaft blieb haften:
Der Service public muss sich inhaltlich stärker von den privaten Medien unterscheiden.
 

Montag, 5. November 2018

Voll Rohr gegen die Selbstbestimmungsinitiative

Selbstbestimmungs-Initiative: 
Die Nervosität der Gegner steigt

Der Ton im Abstimmungskampf über die Initiative der SVP wird rauer. 
Die Gegner lancieren eine landesweite Offensive 
mit 2,2 Millionen Abstimmungszeitungen. 
Frage: Kann mit Geld die gemachte Meinung noch kippen?
Wenn der Bürger erkennt, dass er gekauft werden soll,
kann dies kontaproduktiv sein. 

Novembergrau (Leserphoto)

Grau in Grau ist schön: Zeigen Sie uns Ihren mystischen November (Artikel enthält Bildergalerie) 

Grau in Grau ist schön: Zeigen Sie uns Ihren mystischen November (Artikel enthält Bildergalerie) Fotoaktion 

Sonntag, 4. November 2018

Oesterreich zeigt Mut

Österreich will aus UNO-Migrationspakt austreten

Österreich will aus UNO-Migrationspakt austreten

Wien befürchtet unter anderem ein Verwischen der Unterschiede zwischen legaler und illegaler Migration

KOMMENTAR:
Wann merkt die Schweiz, dass sie die Souveränität schrittweise verliert?

Blick: Der Entscheid ist ein Sieg für Österreichs Rechte, die in den vergangenen Wochen heftigen Widerstand gegen eine Unterzeichnung des Pakts geleistet hatten. Und auch bei der SVP herrscht Freude.
«Ich bin überzeugt, dass die USA, Ungarn und Österreich nicht allein bleiben werden», sagt SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi. Er glaubt, dass der Entscheid Österreichs Signalwirkung haben dürfte: «In Staaten mit einer Mitte-rechts-Regierung wie Italien, Dänemark oder Polen, aber auch in Grossbritannien dürfte der Widerstand massiv zunehmen.»

SVP will Pakt Parlament vorlegen

Aeschi kündigt an, nun alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit sich das Par­lament doch noch äussern kann – und, geht es nach der SVP, ihn wie in Österreich stoppen kann. Er habe beim Büro des Nationalrats die Forderung eingegeben, dass die Vorstösse zum Migrationspakt zwingend vor der Unterzeichner-Konferenz im Dezember in Marokko zur Abstimmung kommen. «Werden diese angenommen, darf Bundesrat Cassis den Pakt nicht unterzeichnen, sondern muss dem Parlament eine referendumsfähige Botschaft unterbreiten.»
Das Hauptargument der SVP ist dasselbe wie jenes von Kanzler Kurz in Österreich: Stimme man ihm zu, werde die staatliche Souveränität geschwächt. Mit dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative hätten die Stimmbürger den Willen ausgedrückt, die Einwanderung eigenständig zu kontrollieren, sagt Aeschi. Wenn man das aufweiche, drohten reiche Länder wie die Schweiz von der Migration überrollt zu werden, warnt Aeschi . Er ist überzeugt: Der Migrationspakt führe zu einer Art «globaler Personenfreizügigkeit».

LINK:

Nachrichtenbild für "knill marcus" von persoenlich.com

Wo bleibt da die Unabhängigkeit?

persoenlich.com-26.10.2018
Im Uno-Migrationspakt ist als Ziel Nr. 17 festgehalten, dass sich die Länder dazu verpflichten, einen öffentlichen Diskurs zu fördern, der zu ...

Samstag, 3. November 2018

Wie der Klassiker: "Mann beisst Hund":

Hund erschiesst Jäger

In der Medienausbildung wird immer wieder darauf hingewiesen, dass für die Medien vor allem Aussergwöhnliches attraktiv ist. Ich habe heute das gefunden (Quelle, 20 Min):

Hat Fiala Angst vor Köppel

Dialoge sollten nicht verweigert werden, höchsten bei Sektierern

Quelle: BLICK-online:
Mit seiner Redegewandtheit vermag SVP-Politiker Roger Köppel (53) das Publikum wie kaum ein Zweiter in seinen Bann zu ziehen. Das ist nicht allen geheuer. FDP-Nationalrätin Doris Fiala (63) hat jüngst die Teilnahme an einem Podium zur Selbstbestimmungs-Initiative an der HSG in St. Gallen abgesagt – wegen des SVP-Kollegen.
Bildergebnis für doris Fiala
Sie wolle «nicht länger Steigbügelhalter für derartigen Populismus sein», begründete Fiala laut dem «Tages-Anzeiger» die Absage gegenüber den Veranstaltern. Sie könne zwar nachvollziehen, dass der rhetorisch brillante Köppel für solche Anlässe attraktiv sei. Sie habe aber Bedenken, Teil solcher Veranstaltungen zu sein, da sie wisse, was solche hart geführten Debatten beim Publikum auslösen könnten. Fiala spricht von «negativen Schwingungen» und «Hassgefühlen», die sie schon wahrgenommen habe.
Laut Blick wolle sie selbst wolle dafür keine Plattform bieten, schreibt Fiala. Vielmehr sei ihr – gerade bei der Selbstbestimmungs-Initiative – wichtig, «möglichst fundiert zu argumentieren». Mit Hans-Ueli Vogt, dem Vater der Initiative, sei das möglich. Er sei hart, aber fair – ganz im Gegensatz zu Köppel.
Bildergebnis für roger köppel

Köppel kontert

Ein Vorwurf, den der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger nicht auf sich sitzen lässt. Fialas Bedenken hält er für eine «vorgeschobene Begründung». «Es fehlen ihr die Argumente», sagt Köppel zum «Tages-Anzeiger». «Also hat sie Angst vor einer offenen Diskussion.» Zudem wirft Köppel Fiala vor, eine «niedrige Meinung vom Publikum» zu haben, wenn sie es als empfänglich für Populismus bezeichne.

KOMMENTAR:
Mich wundert es, dass Doris Fiala den Dialog verweigert. Bei Tele Züri hat sie stets auch gegen harte Kontrahenten harte Debatte geführt. Aus meiner Sicht hat sich FDP Vorzeigefrau mit dieser Verweigerung der Sache eine Bärendienst erwiesen. Wer Argumente hat, kann sich auch einem harten Gegner stellen. 


Freitag, 2. November 2018

Zur verbalen Saalschlacht in Suhr

 Publizierte Version der Aargauer Zeitung:

«Die Teilnehmer schaukeln sich gegenseitig auf»

Einige Besucher der Podiumsdiskussion um die Selbstbestimmungsinitiative haben die Contenance verloren und Simonetta Sommaruga ausgelacht und beschimpft. Ein Kommunikationsexperte ordnet den Abend ein.


Der Experte für Kommunikation und Medienrhetorik Marcus Knill hat die Podiumsdiskussion um die Selbstbestimmungsinitiative mitverfolgt. Er erklärt, wie es zu solchen verbalen Entgleisungen kommen kann.

Herr Knill, bringt ein solcher Anlass überhaupt etwas zur Meinungsbildung? Es wurden vor allem parteipolitische Fragen diskutiert.

Wenn die Argumente verständlich, logisch und einleuchtend vorgetragen werden, kann es doch noch zu einer gewissen Meinungsbildung kommen. Der Anlass vermittelte immerhin ein Stimmungsbild und zeigte, wie emotionalisiert die Thematik geworden ist.

Wie wirkte die Stimmung im Saal auf Sie?

Die Stimmung war aufgeladen, zum Teil gereizt und es wurde mit harten Bandagen duelliert. Oft unter der Gürtellinie.

Die meisten Leute hatten ihre Meinung schon. Weshalb besuchen sie den Anlass trotzdem?

Die Zuschauer wissen, dass das Publikum einen grossen Einfluss haben kann auf die Wirkung nach aussen. Bei einer öffentlichen Versammlung, die in den Medien gross aufgemacht wird, gibt es vielfach einen organisierten Aufmarsch von Gleichgesinnten, um nach aussen zu demonstrieren, wie das Befinden der der Bevölkerung ist.

Weshalb sehen sich die Leute in einem grossen Saal ermutigt, eine Magistratin auszubuhen und ihr laut «Lügnerin» zuzurufen?

Bei einer aufgeheizten Stimmung schaukeln sich die Teilnehmer gegenseitig auf, wie Fans an einem Fussballmatch. Sommarugas Behauptung, das Volk habe schon heute das letzte Wort, war für die Befürworter der Initiative gleichsam ein «Lüge». Ihre Argumentationskette war für sie nicht nachvollziehbar, weil für die Befürworter Europa bei zu vielen Problemen nachweisbar das letzte Wort hat.

Haben die Moderatoren ihre Rolle erfüllt?

Für die verbalen Entgleisungen kann den Moderatoren kein Vorwurf gemacht werden. Sie mahnten als Schiedsrichter an das Nichteinhalten der Spielregeln. Bei hitzigen Situationen muss damit gerechnet werden, dass Akteure die Fassung verlieren.

Ist Simonetta Sommaruga glaubwürdig, wenn sie den Buh-Rufen lächelnd entgegnet «Wenn Diskussionen heftig sind, ist das gut.»

Ich kann mir vorstellen, dass sie gelernt hat, sich nicht auf Provokationen einzulassen. Aus rhetorischer Sicht nutzt sie das antizyklische Verhalten nach dem bewährten Prinzip «Taxifahrer fahr langsam, es eilt!» Konkret: Brüllt jemand, spreche ich bewusst leise. Ist jemand unfreundlich, bin ich bewusst freundlich. Das muss aber trainiert werden.

Philipp Müller sagte entnervt: ««Ich gehe heim. Dass ich mir diesen Mist anhören muss!»», wie ordnen sie das ein?

Wer die Nerven verliert, hat normalerweise verloren. Das darf einem erfahrenen Politiker nicht passieren. Besonders, wenn er in Diskussionen auch nicht zimperlich ist.

 Diese Fragen beantwortete ich gestern der Journalistin Stefania Telesca wie folgt (ausführliche Version):

Fragen:

-       Der Anlass hätte ein Meinungsbildungsanlass sein sollen. Die meisten Leute hatten ihre Meinung aber schon. Weshalb besuchen sie den Anlass trotzdem?

Die Zuschauer wissen, dass das Publikum einen grossen Einfluss haben kann auf die Wirkung nach aussen. Es gibt immer  Unentschlossene, die sich doch noch beeinflussen lassen.Wir kennen ein Phänomen bei der Beeinflussung von Massen, das wir an Landsgemeinden feststellen können:
In der Regel möchte man  bei den Siegern sein. Wenn erkannt wird, dass  viele die Hand erheben und sich abzeichnet, dass diese Gruppe siegen könnte, erheben plötzlich auch noch viele Unentschlossene die Hand. Sie wollen bei den Siegern  sein. Bei einer öffentlichen Versammlung, die in den Medien gross aufgemacht wird, gibt es oft vielfach einen organisierten Aufmarsch von Gleichgesinnten, um nach aussen zu demonstrieren, wie das Befinden der der Bevölkerung ist. Der Einfluss des Publikums darf nicht  unterschätzt werden. Bei Anne Will zeigt sich vielfach, dass das Publikum einseitig eingeladen wird. In der Arena hatte früher jede Partei eine Anrecht auf nur eine bestimmte Anzahl von Gästen. In Suhr stand die Teilnahme jedoch allen offen. Da  kam es darauf an, wer besser mobilisieren konnte. Blicken wir  zurück in die Theater und Opernwelt. Damals wurden  Claqueure und Bisseuse bezahlt, um den Erfolg zu veranschaulichen. Das machte sich bezahlt. Die Manipulatoren wussten: Die gesteuerte positive Wirkung beeinflusst die Kommentare und Musikkritiker.Uebrigens kann das Phänomen aus der Massenpsychologie bei allen Gruppierungen festgestellt werden. Ich erinnere an Veranstaltungn, bei denen die missliebigen Referenten  von linken Extremisten niedergeschieen wurden oder mit Trillerpfeifen am Reden gehindert worden sind. Um auf ihre Frage zurück zu kommen: Weshalb  kommen die Leute, obschon die Meinung schon gemacht ist? Das Publikum kam bestimmt nicht nicht nur deshalb, um die Stimmung zu beeinflussn. Sie erwarteten einen bissigen Schlagabtausch, so wie Menschen einen Boxmatch besuchen. Aus Neugierde oder weil man sehen will, wie sich die Vertreter der eigenen Meinung schlagen.  

-       Bringt ein solcher Anlass überhaupt etwas zur Meinungsbildung? Es wurden vor allem Parteipolitische Fragen diskutiert.

Wenn die Argumente verständlich, logisch und einleuchtend vorgetragen werden, kann es doch noch zu einer gewissen Meinungsbildung kommen. Spannend wäre es zu erfahren, wer die eigene Meinung an der Veranstaltung gändert hat. Der Anlass vermittelte immerhin ein Stimmungsbild und zeigte, wie emotionalisiert die Thematik geworden ist. Parteipolitisch ist die Ausganglage für viele spannend. Es geht David gegen Goliath . Alle Parteien gegen eine Partei, Die Stimmung ist deshalb aufgeheizt, weil die Befürworter sehen, dass laut Meinungsumfragen sie derzeit verlieren würden und die Gegner heute erkennen, dass die Befürworten langsam aufholen.

-       Wie wirkt die Stimmung im Saal auf Sie?

Die Stimmung war aufgeladen, zum Teil gereizt und es wurde mit harten Bandagen duelliert. Oft unter der Gürtellinie.

-       Wie wirken die Podiumsteilnehmer auf Sie? Wer überzeugt? Wer überzeugt nicht?

Philipp Müllers Kapitalfehler: Er verlor die Nerven. Das darf einem erfahrenen Politiker nicht passieren. Besonders, wenn er in Diskussionen auch nicht zimperlich ist.
Bundesrätin Sommaruga wusste, dass Sie sich in Höhle des Löwen begab. sie war sicherlich sehr gut vorbereitet. Sie liess sich nie aus der Ruhe bringen und schoss nicht zurück.
Als sie jedoch die Buhrufe als Zustimmung für Ihre Aussagen interpretiert, wirkte dies für mich unglaubwürdig. Das nimmt man ihr nicht ab.
Hans - Ueli Vogt argumentierte verständlich und formulierte klar, durchdacht. Dennoch engagiert und versteckte die Emotionen nicht.
Magdalena Maratullo- Blocher sprach für mich noch zu laut. Doch überzeugte Sie angeblich das Publikum (Heimvorteil?) Sie müsste noch von Vater lernen,völlig frei zu reden.




-       Ist Simonetta Sommaruga glaubwürdig, wenn sie den Buh-Rufen lächelnd entgegnet „Wenn Diskussionen heftig sind, ist das gut.“

Ich kann mir vorstellen, dass sie gelernt hat, sich nicht auf Provokationen einzulassen. Aus rhetorischer Sicht nutzt sie das antizyklische Verhalten nach dem bewhrten Prinzip „Taxifahrer fahr langsam, es eilt!“
Konkret: Brüllt jemand, spreche ich bewusst leise. Ist jemand unfreundlich, bin ich bewusst freundlich. Das muss  aber trainiert werden.  Ich habe das bei Polizisten gesehen, die in einem Coaching gelernt haben, nicht zurückzuschlagen, auch dann nicht, wenn sie bei  1. Mai Krawallen „Bullenschwein genannt worden  und ins Gesicht gespuckt worden sind.

-       Weshalb sehen sich die Leute in einem grossen Saal ermutigt, eine Magistratin auszubuhen und ihr laut „Lügnerin“ zuzurufen?

Bei einere aufgeheizten Stimmung schaukeln sich die Teilnehmer gegenseitig auf, wie Fans an einem Fussballmach. Sommarugas Behauptung These, das Volk habe schon heute das letzte Wort, war für die Befürworter gleichsam ein „Lüge“. Ihre Argumentationskette war für sie nicht nachvollziehbar, weil für die Befürworter Europa bei zu vielen Problemen nachweisbar das letzte Wort  hat.
Für die verbalen Entgleisungen kann Moderatoren  kein Vorwurf gemacht werden. Sie mahnten  als Schiedrichter an das Nichteinhalten der Spielregeln. Wie bei einem Boxmatch muss  bei hitzigen Situationen damit gerechnet werden, dass Akteure die  Fassung verlieren. Da darf man nicht zu mimosenhaft sein.

-       Philipp Müller sagte entnervt: „«Ich gehe heim. Dass ich mir diesen Mist anhören muss!»“, wie ordnen sie das ein?

Es gibt nur wenige Situationen, bei denen bei Dikussionen ohne Gesichtsverlust die Flinte ins Korn geworfen werden kann. Wer die Nerven verliert, hat normalerweise verloren.
SP Bodenmann hatte früher einmal, die ARENA bewusst verlassen und erreichte damit, dass ihn die Kameraleute beim Weggang verfolgten und er vor laufender Kamera der Oeffentlichkeit begründen konnte, weshalb er die ARENA verlassen hat.( Er ärgerte sich, dass angekündigten Kontrahenten fehlten). Beim Verlassen platzierte er sein Hauptargument, das er im Studio nicht verkünden konnte. Er wurde darauf nochmals  eingeladen. Es gelang ihm  nun ein weiteres Mal, seine Argumente in aller Ruhe zu platzieren.

LINK: Nina Hagens Ausraster (Dieser Ausraster wirkte nachhaltig)


Nina Hagen Ausraster! - YouTube



16.03.2009 - Hochgeladen von StrepsipteraTV
German Punk-Queen Nina Hagen getting angry on a TV-Show.