Samstag, 2. Dezember 2017

Ungekürzter Text BAZ: Als Gastbeitrag publiziert

20/80 oder 80/20?

Kommunikationsprozesse vereinfachen:



Stopp der Papierflut!





von Marcus Knill*

Das bekannte Paretoprinzip zeigt, dass wir mit 20% des Aufwandes 80% des Resultates gewinnen können.



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Das Pareto-Prinzip: heisst auch die 80:20 Regel:



Mit 20 Prozent des Aufwands

werden 80 Prozent der Ergebisse erreicht.

Mit den restlichen 80 Prozent des Aufwands

nur noch 20 Prozent der Ergebnisse.






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Wer jedoch Einblick  in Spitäler, Schulen und Firmen hat, stellt häufig fest, dass die Anhäufung von Papier grassiert. Das Prinzip mit der  Papierflut  lautet dann:


80% Papier und nur 20% Ertrag!

Bildergebnis für Papierflut



Diese Woche brachte mir eine Führungspersönlichkeit zur Beratung einen Stoss Papier mit. Es waren  Rückmeldungen, Zusammenfassungen von Prüfern im Unternehmens. Unglaublich, was da alles an Papier produziert worden ist. Wahrscheinlich war der Aufwand verbunden mit der guten Absicht, den Istzustand zu verbessern - mit der Begründung: Wir benötigen dieses Papier für das Qualitätslabel.

Früher wurde gefrozzelt: Von der Wiege bis zur Bahre  - da gibt es Formulare.


 
Wer geglaubt hat, dem Papierkrieg sei im Alltag  nach und nach der Garaus gemacht worden, muss sich  eines Besseren belehren lassen.

Mit  Beraterfirmen, die beauftragt werden, die Qualität eines Unternehmens zu überprüfen und  Mitarbeiterbeurteilungen zu normieren, eskaliert die Papierflut.

Bildergebnis für Teamsitzungen



Muss es nicht  zu denken geben,


- wenn in Heimen  Pflegerinnen und Pfleger in Teamsitzungen Listen ausfüllen müssen und sich mit Papierkram herumschlagen, anstatt sich den Patienten widmen zu können,


- wenn Lehrerinnen und Lehrer in Teams  Zeit benötigen um Formulare auszufüllen und die Kinder anderseits länger  sich selbst überlassen werden,


-  wenn in Firmen sich alle  schriftlich beurteilen und die Beurteilungen korrigiert  und in Listen und Tabellen zusammengefasst werden, aber der Aufwadn zu keiner Verbesserung führt,


- wenn unter der Thematik "Veränderungsmanagement" Veränderungen zwar schriftlich formuliert   werden, aber die Nachhaltigkeit fehlt?


Der  Aufwand mit Formularen und Listen ist  vielfach Leerlauf. Konkret: Verschwendung von Zeit und Geld!




Wenn Veränderungen und Papier zu keinen Verbesserungen führen, sollten wir darauf verzichten.


Wer kennt nicht den  Kapitalfehler: Missstände werden an den Pranger gestellt, statt die Selbstkritikfähigkeit zu fördern, damit "Sünder „  - dank Einsicht - sich selbst verbessern.



Es gibt hilfreiche Werkzeuge, um das 80/20 Prinzip der Papierflut umzukehren:



Kritik mündlich und Lob schriftlich

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Wer glaubt, es sei besser, Beanstandungen schriftlich auszutragen, vergisst, dass auf dem Papier jedes Wort interpretiert werden und zum Bumerang mutieren kann.  Bei Texten fehlen nonverbale oder paraverbale Signale, die  Kritik akzeptabler machen können.





Vieraugengespräch statt "Wäsche waschen" am runden Tisch - mit allen Beteiligten und den üblichen Protokollen

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Bei Unzulänglichkeiten wird die Kritik rasch und direkt unter vier Augen mündlich vorgebracht. Damit wird vermieden, dass der Kritisierte bloss gestellt wird. Er muss sich nicht rechtfertigen, verliert nicht das Gesicht  und ist eher bereit, das eigene Verhalten zu verbessern. Alles ohne Papier!


Bildergebnis für Knill Direkt kommunizieren


Vor vielen Jahren haben wir erstmals bei einem Verkehrsbetrieb dieses Kärtchen eingeführt. Das Kommunikationsverhalten hat sich nachhaltig verbessert.  Ein Mitglied der Geschäftleitung hat mir jüngst erzählt, dass noch heute diese Karte gezückt werde, wenn jemand indirekt oder schriftlich kritisiert.



 Das Prinzip "Immer zuerst mündlich und direkt Unzulänglichkeiten anzugehen" hat sich überall bewährt: in Schulen, Spitälern auch in der Ehe.

Vor allem mit meiner Tätigkeit als Ombudsmann einer Kantonsschule habe ich dank des Vieraugenprinzipes viel weniger Arbeit. Es ist ein Unterschied, ob eine Schülerin den Klassenlehrer im Klassenzimmer oder unter vier Augen  beanstandet. Kein Mensch will an den Pranger gestellt werden. Auch der Lehrer nicht.

Bildergebnis für an den pranger stellen


Feedback ohne Papier

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Gute Erfahrungen habe ich in einer höheren Schule gemacht, deren Lehrkräfte unter dem Papierkrieg der internen Feedbackregelung litten.  Es wurde  angeordnet, dass jede Lehrperson mit einem Lernpartner, den sie selbst bestimmen konnte, sich nur noch auf einen Lernpunkt beschränkt. Die Nachhaltigkeit musste aber beim nächsten Treffen überprüft werden. Die Konzentration auf den wichtigsten Verbesserungspunkt beschleunigt immer die Verbesserungsprozesse.


Fazit:

Auch ohne viel Papier sind nachhaltige Verbesserungen möglich.

Geschrieben ist noch nicht gemacht.

Verändert ist nicht immer verbessert.

Das gilt natürlich auch für "elektronisches" Papier.



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* Marcus Knill ist Kommunikationsexperte (www. knill. com)



LINK:

Teilprobleme der Information. Informationsbeschaffung; Informationsauswertung; Informationsverbreitung. Störfelder erkennen. Informationsschwemme; Informationsdefizit; Zuviel Bekanntes; Zuviel Neues; Falsche Sprachebene; Einseitig; Unbeabsichtigte Wirkung. Informieren aber wie? Fakten von Kommentar trennen ...
www.rhetorik.ch/Information/Information.html


Das deutsche Märchen

(Quelle TAGI)

 

  Ein deutsches Märchen
(Bild: Joep Bertrams, Niederlande)

Donnerstag, 30. November 2017

Im Gegensatz zu der alten, kalten Beleuchtung erwärmt diese Beleuchtung das Herz

storybild

Quelle: 20 Min
Die Weihnachtsbeleuchtung an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Solche grotesken Forderungen sind kontraproduktiv

Nachdem Sprachpolizistinnen auch in Märchen und in der Literatur alles eliminieren wollen, was einen Hauch von Sexismus hat, reagiert die Oeffentlichkeit genervt.

Die militanten Feministinnen schaden mit solchen absurden Anliegen ihren echten Anliegen.

Ich zitiere 20 Min:

Jetzt sollen auch Märchen sexistisch sein!



«Dornröschen ist für Kinder ungeeignet»

Laut einer britischen Mutter sind Märchen wie Dornröschen nichts für Primarschüler, da sie frauenverachtend seien. Eine Schweizer Pädagogin gibt ihr recht.




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Eine falsche Botschaft zur heutigen Zeit? 
Der Prinz erlöst die Königstochter mit einem Kuss.

Halls - eine Schweizer Pädagogin -  moniert, das Märchen vermittle eine falsche Botschaft. Weil der Prinz Dornröschen wachküsst, sei der Kuss nicht einvernehmlich: «Ich denke, in Dornröschen geht es auch um sexuelles Verhalten und Zustimmung. Diese Märchen sind bezeichnend dafür, wie tief verwurzelt dieses Verhalten in unserer Gesellschaft ist», so Hall.

KOMMENTAR:

 Halls Tweet erntet gehässige Kommentare. Doch Schweizer Feministinnen zollen Beifall. Elisabeth Müller, Diplompädagogin und Lehrbeauftragte an der PH Zug, sagt: «Die Märchen transportieren patriarchale Geschlechterrollen, mit denen sich Kinder dann zu identifizieren versuchen. Sie passen darum nicht ins Kindesalter.»
Militante Feministinnen ärgern sich, wenn in den Märchen der Mann der Starke ist. Wenn Hexen weiblich sind. Gebrüder Grimm reproduziere  frauenfeindliche Sterotype. Es sei auch fragwürdig, dass es in Märchen nur die Ehe zwischen Mann und Frau gebe. Antiquierte Geschlechterrollen würden eingeimpft.
Völlig absurd finden Leser, dass in der Schule Kinder auch gefragt werden sollten, warum nicht ein Prinz einen Prinzen küsst.
Ich zitiere Conchi Vega, Märchen-Erzählerin und Mitglied der Schweizerischen Märchengesellschaft: "Märchen zählen zum Kulturgut. Die Kinder erfahren, was Liebe, Hass, Eifersucht oder Freundschaft heisst.» Halte man die Kinder von ihnen fern, beraube man sie eines Erlebnisses: «Meine Erfahrung ist, dass Kinder sich in die Heldenrolle des Märchens hineinbegeben und dies ihre Fantasie anregt.»

Die Kommentare in 20 Min sprechen für sich:

- Hört endlich auf mit sochen Uebertreibungen!
- Schwachsinn:
  • Es gibt Leute die haben wohl zu viel Zeit und nichts zu tun

- Was früher mal romantisch war gilt bei Gewissen heute als sexistisch

- Echt abartig - sowas geht zu weit!

  • Diese extreme, dieses übertriebene und unsere Geschichte in Frage stellende Getue, kann ich langsam nicht mehr ab! Das hat geschichtliche Hintergründe. - und hört mal auf wegen allem kleinen Gerümpel ein solches tohuwabohu zu veranstalten.


    Der Aerger der Leserinnen und Leser ist nachvollziehbar.

     LINKS:

    1. Jan. 2004 ... Die Anstrengungen in den 60er und 70er Jahren, Fairness und Balance in die Textbücher der Schule und Prüfungen zu bringen waren sicher ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jan_01_2004.html

    Feministische Sprache, Linguistik. ... Seit den Gleichstellungsdiskussionen forderten feministische Linguistinnen zu Recht, dass zahlreiche Begriffe, die ...
    www.rhetorik.ch/Feministisch/Feministisch.html


Mittwoch, 29. November 2017

Die SRG könnte vom Ausland lernen

Hoffentlich kommt die SRG nach der Ablehnung der No-Billag Initiative den Wünschen der Gebührenzahler entgegen.


Die Konsumenten wollen keine Unterbrecherwerbung!
Das Ausland demonstriert, dass dies möglich ist.
(De Weck ist gar nie auf diesen Wunsch eingegangen. Das hatte sehr viele Konsumenten verärgert)

(Quelle BLICK-online)

OESTERREICH: Keine Unterbrecherwerbung

Bei der Werbung gelten strengere Regeln als in der Schweiz. Im Jahresdurchschnitt dürfen nicht mehr als 42 Minuten pro Tag und Sender für Werbung draufgehen. Und: Keine Sendung darf durch Werbung unterbrochen werden.

Bei der Werbung gelten strengere Regeln als in der Schweiz. Im Jahresdurchschnitt dürfen nicht mehr als 42 Minuten pro Tag und Sender für Werbung draufgehen. Und: Keine Sendung darf durch Werbung unterbrochen werden.

DEUTSCHLAND: Keine Werbung nach 20 Uhr

Radio- und TV-Werbung werden sehr begrenzt. Nach 20 Uhr, an bundesweiten Feiertagen sowie Sonntagen gibt es keine Werbung.


VEREINIGTES KOENIGREICH: Seit eh und je werbefrei

Der BBC World Service verbreitet News und Informationen über alle Kanäle (TV, Radio und online) in 27 Sprachen in die ganze Welt. Die BBC ist seit eh und je werbefrei.

Was auch interessant ist:

Italien hat Gebühren von ca. 100 Franken via Stromrechnung

Die Gebühren werden seit 2016 zusammen mit der Stromrechnung eingezogen, weil sich zuvor gut ein Drittel der Italiener davor drückten. Zurzeit erhält die RAI etwa 100 Franken pro Bürger.

KOMMENTAR: Ich habe die Hoffnung, dass unter der neuen Führung die Wünsche der Bevölkerung ernster genommen werden. Ansätze eines dialogischen Verhaltens zeichen sich jedenfalls bereits ab.

Merkel als Werbeobjetkt

Das müssen wir neidlos anerkennen!

Dienstag, 28. November 2017

SPD verspielt Glaubwürdigkeit

Wer die Meinung wie das Hemd wechselt, verliert die Glaubwürdigkeit.

Stimmbürger schätzen Verlässlichkeit.
Chameleons und Eiertänzer sind nicht  glaubwürdig.
Wenn wir das Verhalten von Schulz und Lindner vergleichen, wird die FDP mehr punkten. Lindner bewies Haltung und handelte konsequent.
Schulz wird wahrscheinich sein Windfahnenverhalten damit begründen, es sei eine neue Situation eingetreten. Im Interesse des Landes habe die SPD ihr Wort brechen müssen.
Diese Selbstschutzbehauptung überzeugt  die Oeffentlichkeit nicht.

aus 20 Min:



ANTWORT: Ja, er hat die Glaubwürdigkeit verspielt.