Montag, 9. Mai 2016

Das GELB in der Musik

Gegenüber unserer Strassenseite leuchtet derzeit
ein Rapsfeld

Ein Rapsfeld. 
SRF publiziert heute die passende Musik zu diesem gelben Rapsfeld: Rameaus «La Joyeuse».  
 
Es gibt keine gelbe Musik. Und keine rote, grüne, schwarze. Farben jedoch haben immer auch eine symbolische Bedeutung. Somit wird man sich unter einem «roten» Lied durchaus das kommunistische Arbeiterlied «Völker, hört die Signale» vorstellen können. Und gilt nicht Giuseppe Verdis «Otello» als seine «schwärzeste» Oper – unabhängig von der Hautfarbe der Titelfigur?
Mit der Farbe Gelb verbindet sich symbolhaft höchst Disparates. Gelb kann man vor Neid werden. Smileys grinsen uns in der Regel gelb an – freundlich oder unfreundlich. In der Welt des Sports werden gelbe Karten vom Schiedsrichter gezückt. Gelb ist die Farbe der deutschen FDP.

Ein U-Boot für Hippies

Mehr ein Kinderlied denn «gelbe» Musik vor Augen hatten die Beatles, als sie 1966 ihr «Yellow Submarine» vom Stapel liessen. Das gelbe U-Boot im Songtext wurde als Statement gegen den Vietnamkrieg interpretiert oder als symbolisches Tauchgefährt, Vehikel für Konsumenten psychedelischer Substanzen. Das waren Sichtweisen gegen die sich die Beatles vehement wehrten.
Neben gelben Unterseeboote hält die Musikgeschichte Titel parat wie «La Princesse jaune» (eine komische Oper von Camille Saint-Saëns). Frank Zappas Plattenfirma veröffentlichte einen Monat vor dessen Tod die Orchestersuite «The yellow shark». Der Pianist Lang Lang produzierte sich gerne mit dem Klavierkonzert «Yellow River» seines chinesischen Landsmanns Yin Chengzong. Gelb als Attribut – das gibt’s nicht selten in der Musik. Anders beim Maler und Theoretiker Wassily Kandinsky.

Allmähliche Verdunkelung

Kandinsky glaubte an die synästhetische Wechselwirkung von Farben und Musik. Seine Bilder nannte er «Kompositionen». Von ihm ist das zu Lebzeiten unaufgeführte Bühnenwerk «Der gelbe Klang» überliefert. Kandinsky stellte sich dazu «ein mattes gelbes Licht» vor, «welches allmählich immer intensiver wird, bis die ganze Bühne grell zitronengelb wird». Mit der Steigerung des Lichtes soll allerdings die Musik «immer dunkler» werden.

Der russische Komponist Alfred Schnittke hat diese Anweisungen 1974 auf seine Weise interpretiert. Seine Musik zu «Der gelbe Klang» erstarrt am Ende wie Eis.

Schönberg bleibt vage

Synästhetiker verbinden mit Gelb zu hohe Männerstimmen, sich überschlagende Musik oder auch Free Jazz. Auch der Komponist Alexander Skrjabin ordnete gewissen Klängen Farben zu. Und Arnold Schönberg sprach in seiner Harmonielehre von «Klangfarbenmelodien» – ohne allerdings in der Zuordnung zu einzelnen Farben spezifischer zu werden. Farb-Ton-Verbindungen sind bei jedem anders geartet.

Bei einer Zugfahrt habe ich, obwohl selbst kein Synästhetiker, per Zufall so etwas wie einen gelben Klang gefunden. Jetzt, wo die Rapsfelder die Landschaft in gelbe Hingucker und einen blassen Rest unterteilen. Von meiner Playlist spulte ich blind Liszt und Beethoven ab, Monteverdi und Bartók. Schliesslich passte tatsächlich etwas. Die hohen, dicht an dicht heraneilenden Töne schienen den grinsenden Rapsfeldern da draussen geradezu zu entspringen. Es war ein Satz aus einer Cembalosuite von Jean-Philippe Rameau mit dem Titel «La Joyeuse».

Sonntag, 8. Mai 2016

Bundesrat Parmelin handelte politisch unklug


Es kann heikel werden für den Verteidigungsminister

aus SRF:

Ob sich die «Bauland-Affäre» weiter ausweitet, bleibt abzuwarten. Ungemütlich ist sie aber allemal für den Verteidigungsminister, sagt SRF-Bundeshauskorrespondent Philipp Burkhardt.
Bildergebnis für Parmelin
SRF News: Der Bundesrat hat soeben vor den Medien seine Sicht der Dinge dargestellt. Was hat er gesagt?

Philipp Burkhardt

Philipp Burkhardt Burkhardt ist Leiter der Bundeshausredaktion von Radio SRF, für das er seit 15 Jahren tätig ist. Davor hat er unter anderem als Redaktor der SRF-Sendung «10vor10» und als Bundeshauskorrespondent der «SonntagsZeitung» gearbeitet.
Fakt ist: Bundesrat Guy Parmelin, zum Zeitpunkt der Wahl im letzten Dezember noch Weinbauer im Kanton Waadt, hat seinen Anteil am Betrieb und am Grundstück korrekterweise gleich nach der Wahl an seinen Bruder abtreten wollen. Bis eine solche Abtretung über die Bühne ist, dauert es seine Zeit. Normalerweise, laut Bundesrat Parmelin, ein Jahr. In seinem Fall ging es ein bisschen schneller. Nichtsdestotrotz: Erst am 14. März ist der SVP-Bundesrat als Miteigentümer des Grundstücks in Burcin aus dem Grundbuch gelöscht worden. Drei Tage davor hat der Bundesrat die Vorlage verabschiedet, die für Verkäufer von landwirtschaftlichen Grundstücken Steuervorteile bringt. Bundesrat Parmelin kann natürlich nichts dafür, dass das zeitlich so dicht zusammen gefallen ist. Aber die Frage stellt sich, ob er nicht in den Ausstand hätte treten müssen.

Kann man Bundesrat Parmelin juristisch einen Vorwurf machen?

Er musste heute eingestehen, dass er finanziell trotz Abtretung des Grundstücks profitieren könnte. Nämlich dann, wenn der Bruder das Grundstück mit Gewinn verkauft. Etwa für eine Überbauung. Dann würde auch Guy Parmelin seinen Anteil erhalten. Die Ausstandsregelung im Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz sagt: Bundesräte müssen in den Ausstand treten, wenn sie an einem Geschäft ein unmittelbares persönliches Interesse haben.


Bundesrat Parmelin muss bei der GPK antreten

3:44 min, aus Echo der Zeit vom 06.05.2016 

Man kann sich darüber streiten, wie unmittelbar das Interesse wirklich ist, wenn Bundesrat Parmelin allenfalls irgendwann in der Zukunft einen Gewinn erzielen könnte. Darüber können sich nun die Juristen streiten. Parmelin selbst sagt es sei unwahrscheinlich, dass sein Bruder das Rebland verkaufe, um es überbauen zu können.

Und wie sieht es politisch aus? War es klug, sich im Bundesrat an der Diskussion über Steuervorteile für Besitzer von Bauernland zu beteiligen?

Bundesrat Parmelin sagt, dass er es sich vielleicht noch einmal überlegt hätte, wenn er um die Polemik gewusst hätte. Er fügte dann allerdings an, dass er es wahrscheinlich wieder tun würde. Ich würde sagen: Politisch war es auf jeden Fall sehr unklug; vor allem, in einem Mitbericht noch zusätzliche Forderungen zu stellen und zu untermauern, dass es diese Steuervorteile geben solle. Parmelin setzte sich auch noch dafür ein, dass dies rückwirkend geschehen soll. Letztlich wird das aber das Parlament beurteilen können. Am Montag wird ihn die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats dazu anhöre.

NACHTRAG (20 Min): 
Laut dem «SonntagsBlick» hat Parmelin dieser Vorlage für bäuerliche Steuerprivilegien mit seinem Einsatz einen Bärendienst erwiesen. Das Geschäft dürfte es im Ständerat schwer haben. Die Affäre werde die Vorlage «bestimmt zusätzlich belasten», sagte CVP-Ständerat Konrad Graber. Einen Schritt weiter geht FDP-Ständerat Andrea Caroni, der gegenüber «Le Matin Dimanche» sagt, der Rat «werde das Projekt begraben».

Fakten zum Muttertag

Mütterarbeit sollte eigentlich ständig geschätzt werden.

Bildergebnis für Muttertag  

Was Mütter für die Familien und Kinder leisten, wird leider zu wenig beachtet. Für viele zählt nur die Tätigkeit ausserhalb des Haushaltes als Arbeit.
Der Einsatz, den die Mütter für ihre Kinder aufbringen, müsste nicht nur an einem Tag gelobt werden. Er ist von unschätzbarem Wert.

Aus T-online:

Zum Muttertag einige Zahlen und Fakten aus Deutschland

  • Durchschnittlich 29,5 Jahre alt waren Mütter 2014 bei der Geburt des ersten Kindes.
  • 715 000 Kinder haben Mütter 2014 lebend zur Welt gebracht, 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Auf 1,47 Kinder je Frau ist die Geburtenziffer 2014 gestiegen (2013: knapp 1,42). Das ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der bisher höchste gemessene Wert im vereinten Deutschland.
  • Durchschnittlich 1,55 Kinder brachten die Frauen des Jahrgangs 1965, die 2014 das statistisch angesetzte Ende des gebärfähigen Alters von 49 Jahren erreichten, im Laufe ihres Lebens tatsächlich zur Welt. Diese sogenannte endgültige Kinderzahl je Frau sank seit 1990 um 19 Prozent.
  • 20 Prozent der 8,1 Millionen in Deutschland lebenden Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind waren im Jahr 2014 Familien von Alleinerziehenden. Der Anteil der alleinerziehenden Mütter betrug 89 Prozent.
  • Jedes Vierte der 13 Millionen minderjährigen Kinder lebte 2014 ohne Geschwister in einem Haushalt. In den Großstädten waren Einzelkinder weiter verbreitet als in kleinen Städten oder Gemeinden.
  •  
    Aus TAGI:
In Anbetracht dessen, was Mütter in der Welt leisten, bräuchte es darum mindestens folgende Tage:

Tag der Mutterhände und -arme: Sie wickeln, streicheln, putzen, schleppen und umarmen, was das Zeug hält. Sie ernten Felder ab, knüpfen Teppiche, tippen, nähen, zeichnen Pläne etc.

Tag der Mutterbrüste: Lachen Sie nicht. Dafür hätten wir mindestens eine Woche verdient. Wir locken damit immerhin den potenziellen Vater an und bringen ihn in Stimmung, die Welt aktiv zu bevölkern. Später ernähren wir damit die Früchte dieser Mühen und nehmen in Kauf, dass dieses mächtig-prächtige Geschenk der Natur als Folge in die zweite Liga absackt.

Tag der Mutterherzen: Damit lieben wir die Väter unserer Kinder leidenschaftlich und herzlich, unsere Kinder abgöttisch. Wir sorgen uns damit nächtelang, spüren, wie es sich zusammenzieht, wenn die Wohnungstür zu spät aufgeht, kein Anruf kommt oder einer, der uns sprichwörtlich das Herz bricht. Sei es, weil ein Kind gestürzt ist, Liebeskummer hat oder fremde Wohnzimmer vollgekotzt hat. (Kommt in fast jedem Alter vor…)
     

Samstag, 7. Mai 2016

Beschreiben heisst: Die SINNE ansprechen

So reden und schreiben,
dass wir uns die Situation 
vorstellen können

Pfarrer Blocher im Schloss Laufen hat schon den Kindern am Esstisch gelehrt:
"Redet so, dass man es sieht."
Christoph Blocher hat dank dieses Tipps gelernt, bei seiner Rhetorik, bildhaft zu formulieren.

Jüngst las ich von Eveline Hasler das Buch „Stürmische Jahre“.

Bildergebnis für Eveline Hasler das Buch „Stürmische Jahre“. 

Darin fand ich Beschreibungen, die uns das „sinnvolle Schildern“ veranschaulichen.

Bildergebnis für Eveline Hasler das Buch „Stürmische Jahre“. 

Es lohnt sich bei folgenden Zitaten aus diesem Buch, zu überlegen, welche Sinne
(Augen, Ohren, Nase, Tastsinn  - aber auch welche Emotionen) bei den Texten angesprochen werden.
Dies ist für Sie eine hervorragende Wahrnehmungsschulung. Ferner empfehle ich:
Beachten Sie ferner auch die Wahl der Verben  oder die Wahl der Analogieen.

Ich zitiere:

1. Beispiel:

„Es ging schon gegen Abend, vom See herauf wehte ein kühler Wind.
Bräunliche Kastanienblätter wirbelten über den Kiesplatz. Sie zog fröstelnd die Schultern hoch,
murmelte etwas von Kälte, die im Hochland von Persien allgemeingegewärtig gewesen sei, einmal habe das Zelt im Schnee gesteckt….“


2. Beispiel:

„Der Spätnachmittag ist trüb, vor dem Schauspielhaus streuen die Laternen gelbliches Licht in die Nebelwatte.“

3. Beispiel:

„Es wehte ein eisiger Wind, und Marianne in einen Mantel gehüllt, trippelte vorsichtig mit ihren pelzgefütterten Stiefelchen an Tibors Seite.
Die Strasse war eine Eiszunge..“


4. Beispiel:

„Er bat Marianne Platz zu nehmen und verschwand dann lange hinter der Menükarte.
Nach eingehendem Studium bestellt er, seiner Verdauungsprobleme wegen nur eine Omelette.
Während er mit der Gabel in der Eierspeise herumstocherte, hieb Marianne lustvoll von einem tellergrossen Wienerschnitzel nundgerechte Stücke ab….“


5. Beispiel:

"Katja und Thomas Mann spazierten mit dem Geburtstagskind durch den Wald, der Spätherbst hatte Stäucher und Laubbäume festlich eingefärbt.
Ueber dem Seebecken lag noch Morgennebel, doch jetzt, gegen Mittag, klarte der Himmel auf, das Wasser schimmerte bläulich durch den Dunst, weiche Luft stieg hangwärts, für diese Jahreszeit fast ein zu milder Tag.“


6. Beispiel:


„Das Wetter ist mild, von der Terrasse sieht man in das junge Grün der Bäume, zwischen den Aesten winkt ein frühlingshaft blauweiss gesprenkelter Himmel…"


7. Beispiel:

„Die Regenperiode dieses Frühlings hatte lange gedauert, nun brach der Föhn vom Alpenwall her mit Wucht ins Land.
Der Himmerl nahm die Bläue der kleinen Enziankelche an,  die jetzt auf den Alpenwiesen im jungen Gras sprossen.
Die Luft wurde geschmeidig und warm. Ein Tag der Weit- und Klarsicht, über dem gekräuselten Wasser erschienen, so nah, als könnte man die Hand nach ihnen ausstrecken, die noch verscheiten Häupter der Glarnerberge."


LINK:




11. Juni 2008 ... Wer so schreibt oder so redet, dass man das Gesagte mit den äusseren Sinnen wahrnehmen kann, hat den Vorteil: - Die Worte können wir uns ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_11/

Freitag, 6. Mai 2016

Nun können die frischgestrichenen Pools wieder gefüllt werden

Bikini-Wetter

Wie wäre es, wenn Sie Ihr kommunikatives Know-how

in einem massgeschneiderten, individuellen Coaching

gelegentlich bei K+K wieder auffrischen lassen?

Donnerstag, 5. Mai 2016

Die Kunst zu Ueberzeugen

Zur „Rhetorik des Ueberzeugens“

Achten Sie bei grossen Vorbildern - beispielsweise bei Obama - wie er die Register der Rhetorik nutzt.
Am Anfang greifen erfahrene Redner nach dem Wohlwollen des Publikums. Im Lehrbuch spricht man vom  „captatio benevolentieae“.
In der Rede in Hannover am 25. April 2016 sagte Barack Obama beispielsweise:
„Ich muss gestehen, das deutsche Volk hat in meinem Herzen einen ganz besonderen Platz“
In meinen Beratungen empfehle ich, immer am Anfang eine echte Brücke zum Publikum und zum Thema auf zu bauen.
Bewährt hat sich eine kurze Geschichte, die echt  und nicht konstruiert ist. (Story telling.)
Die ersten Worte  müssen die Ohren der Anwesenden öffnen, Interesse wecken.

Der Blickkontakt ist die Nabelschnur der Kommunikation. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen nicht FREI formuliert wird.

Die Werkzeuge der Rhetorik und die Natur des Menschen haben sich seit den Griechen nicht verändert:

- Das sind die Pausen
- Die einfachen, konkreten, verständlichen Gedanken
- Echte Emotionen
- Die BEGEISTERUNG, die FREUDE am Sprechen
- Die natürliche Gestik (an die während des Redens auf keinen Fall gedacht werden darf)
- Die AUTHENTIZITAET
- Man muss selbst vom Inhalt überzeugt sein
- Das Wichtigste ist immer die EINSTELLUNG des Redners zur Botschaft




Drei Säulen der Rhetorik galten gestern, gelten heute und auch in der Zukunft.


ETHOS-LOGOS-PATHOS



Um deine Zuhörer zu überzeugen, sollten wir uns darauf konzentrieren, dass:
  • wir als glaubwürdig wahrgenommen werden (Ethos),
  • die Zuhörer eine emotionale Verbindung zum Redner oder zur  Botschaft bekommen (Pathos) und
  • die Botschaft an sich logisch und inhaltlich richtig ist.
Die Rhetorik nach Aristoteles ist die Kunst der UEBERZEUGUNG, nicht der Ueberredung.
Deshalb  kann nur ein glaubwürdiges Argument überzeugen.

Viele Reden werden von Redeschreibern geplant und einstudiert.
Nichts gegen Vorbereitung.
Gespielte inzenierte Auftritte werden  vom Laienpublikum erkannt.
Barack Obama ist Meister der  scheinspontanen, hoch emotionalen Rede.
Er kann  die Situation voll und ganz verinnerlichen, so dass ihm während einer vorbereiteten Aussage die Tränen kommen oder die Stimme beinahe versagt.

Nachrichtenbild für "Marcus knill" von BLICK.CH

Rhetorikexperte zum Gefühlsausbruch des Präsidenten: Sind ...

BLICK.CH-06.01.2016
Da waren keine Zwiebeln im Spiel: Barack Obamas Tränen waren echt, meint Medienrhetorik-Experte Marcus Knill.
Auftritte sind kein Theaterspielen. Gute Rhetoriker  verstehen die Kunst der Selbstüberwältigung. Diese „Selbstbeeinflussung" erfolgt während des Sprechens.
Das ist aber nur möglich, wenn ich mich immer NEU 100 prozentig konzentriert in die Aussage begebe.
Bei guten Rednern ist auch eine Aussage, die man schon x Mal vorgetragen hat,  immer gleichsam eine „Erstgeburt“.


Wer das Publikum hinreissen möchte, muss selbst hingerissen sein.
Wer überzeugen will, muss von den eigenen Gedanken selbst überzeugt sein.
Nur wer seine "Fackel der Begeisterung" entzünden kann, kann andere begeistern.


EIN BLICK ZURUECK:

Die im Laufe der Jahrhunderte entwickelte ausgeklügelte Systematik der Rhetorik führte dazu, dass die Regeln eines guten Auftrittes früher eingepaukt worden sind.

- Durchdringung des Themas (inventio)
- Gliederung der Argumente (dispositio)
- die Formulierung der Sätze (elocutio)
- die Einübung der Rede (memoria)
- das Vortragen (pronuntatio)

Der klassische Redeaufbau wurde definiert:

- der Einstieg (exordium)
- die Erzählung (narratio)
- die Beweisführung (argumentatio)
- der Schluss (conclusio)

Die Kunst gut zu reden (ars bene dicendi) sind im doppelten Sinne verstanden worden:

- GUT zu sprechen
- und das GUTE (das Richtige) zu sagen

Reden wurden aufgeschrieben, abgeschrieben und auswendig gelernt.
Es gab viele Rhetorik-Lehrbücher, Rhetoriklehrer.
Die Ausbildung des Redners wollte man früher schon in der Kindheit beginnen.

Durch die NS Zeit wurde aber die Rhetorik in Europa enorm beschädigt. Der Grund:
Die Nazis haben sie zu Propagandazwecken missbraucht.

Kant lehnte übrigens auch Rhetorik ab. Für ihn ist sie "eine hinterlistige Kunst“.
Auch Goethe schimpfte über die „verdammte Redekünste“.
 Luther reduzierte die Rhetorik auf treffende Regeln:
„Tritt fest auf, machs Maul auf. Hör bald auf.“

Bildergebnis für Ueberzeugen 

Für mich ist diese Regel von Luther immer noch aktuell:

Wir benötigen DRUCK (Ausdruck)
Wir müssen die Worte verstehen.
In der Kürze liegt die Würze.


Leider sprechen viele, drucklos, lahm, undeutlich, missverständlich und es fehlt ihnen am Zeitgefühl.

Walter Jens setzte sich 1967 in Deutschland für einen Lehrstuhl für Rhetorik ein,
während in Amerika sich jede grössere Universität  schon längst mit einem „Departement of Speech“
geschmückt hatte.

In Deutschland hatten lediglich die rhetorischen Figuren im Unterricht Einzug gehalten:
- Alliteration (Bei Wind und Wetter)
- Chiasmus (Der Einsatz war gross, klein war der Gewinn)
- Oxymoron (schwarze Milch)
- die rhetorische Frage
usw.

In Deutschland dominierten jahrelang folgende typische Synonyme für Rhetorik:
- Manipulation
- Ueberredung
- Entfesselung
- Verführung der Massen

Jens gelingt es nach und nach, die Rhetorik in Deutschland vom Fluch zu befreien.

Noch heute muss sich die Rhetorik in Europa gegen den Verdacht behaupten, manipulativ zu sein.


Was ist Rhetorik? Wie funktioniert sie und wie kann man sie erlernen?

www.rhetorik-homepage.ch/
Was genau ist Rhetorik? Wie kann man Rhetorik erlernen? Worauf sollte ich beim sprechen achten um zu überzeugen? Die Rhetorik-Homepage.de sagt es ...
Ich sprach und schrieb deshalb meist von „Angewandter Rhetorik“. So titelte ich auch mein erstes Lehrbuch. Die „Angewandte Rhetorik" befähigt  Menschen, im Job und im Alltag, natürlich glaubwürdig zu reden und andere zu überzeugen.
Und zwar in allen Situationen (Präsentationen, Gespräche, Verhandlungen, Umgang mit Medien usw.)

Bildergebnis für Ueberzeugen 

Die Rhetorik des Ueberzeugens führt letztlich zu einer Akzeptanz des Gehörten.
LINKS:


2. Juli 2004 ... Überzeugen können, das ist eine hohe Kunst. Trotz langer Vorbereitung kommen die Beiträge beim Gegenüber nicht an. Grund: Die ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Argumente.html
Erfolg dank Überzeugen · Mit Argumenten überzeugen · Person-Sache- Verhalten · 7 Regeln · Alltagsrhetorik · Natürliche Kommunikation · Blickkontakt ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html
Personen überzeugen vor allem durch Persönlichkeit und Stimme. Wer eine gesunde, natürliche und selbstsichere Ausdrucksfähigkeit hat, beeinflusst mit ...
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html
6. Juli 2007 ... II Thema eingrenzen. Was will ich erreichen? Was wollen die Leute hören? Wie ist die Alters-, Bildungs- und Berufstruktur des Publikums?
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Regeln.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
10. Apr. 2011 ... überZeuGen! Verhandeln ist ein fester bestandteil des Lebens, im Grossen wie im kleinen. beispielsweise das Verhandeln mit der kollegin ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_10/artikel.pdf
24. März 2007 ... Andere zu überzeugen bringt Erfolg. Es genügt nicht, gut zu sprechen, um andere zu überzeugen und für sich und seine Gedanken zu ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html