Freitag, 6. Mai 2016
Donnerstag, 5. Mai 2016
Die Kunst zu Ueberzeugen
Zur „Rhetorik des Ueberzeugens“
Achten Sie bei grossen Vorbildern - beispielsweise bei Obama - wie er die Register der Rhetorik nutzt.
Am Anfang greifen erfahrene Redner nach dem Wohlwollen des Publikums. Im Lehrbuch spricht man vom „captatio benevolentieae“.
In der Rede in Hannover am 25. April 2016 sagte Barack Obama beispielsweise:
„Ich muss gestehen, das deutsche Volk hat in meinem Herzen einen ganz besonderen Platz“
In meinen Beratungen empfehle ich, immer am Anfang eine echte Brücke zum Publikum und zum Thema auf zu bauen.
Bewährt hat sich eine kurze Geschichte, die echt und nicht konstruiert ist. (Story telling.)
Die ersten Worte müssen die Ohren der Anwesenden öffnen, Interesse wecken.
Der Blickkontakt ist die Nabelschnur der Kommunikation. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen nicht FREI formuliert wird.
Die Werkzeuge der Rhetorik und die Natur des Menschen haben sich seit den Griechen nicht verändert:
- Das sind die Pausen
- Die einfachen, konkreten, verständlichen Gedanken
- Echte Emotionen
- Die BEGEISTERUNG, die FREUDE am Sprechen
- Die natürliche Gestik (an die während des Redens auf keinen Fall gedacht werden darf)
- Die AUTHENTIZITAET
- Man muss selbst vom Inhalt überzeugt sein
- Das Wichtigste ist immer die EINSTELLUNG des Redners zur Botschaft
Drei Säulen der Rhetorik galten gestern, gelten heute und auch in der Zukunft.
ETHOS-LOGOS-PATHOS
Um deine Zuhörer zu überzeugen, sollten wir uns darauf konzentrieren, dass:
- wir als glaubwürdig wahrgenommen werden (Ethos),
- die Zuhörer eine emotionale Verbindung zum Redner oder zur Botschaft bekommen (Pathos) und
- die Botschaft an sich logisch und inhaltlich richtig ist.
Deshalb kann nur ein glaubwürdiges Argument überzeugen.
Viele Reden werden von Redeschreibern geplant und einstudiert.
Nichts gegen Vorbereitung.
Gespielte inzenierte Auftritte werden vom Laienpublikum erkannt.
Barack Obama ist Meister der scheinspontanen, hoch emotionalen Rede.
Er kann die Situation voll und ganz verinnerlichen, so dass ihm während einer vorbereiteten Aussage die Tränen kommen oder die Stimme beinahe versagt.
Rhetorikexperte zum Gefühlsausbruch des Präsidenten: Sind ...
Das ist aber nur möglich, wenn ich mich immer NEU 100 prozentig konzentriert in die Aussage begebe.
Bei guten Rednern ist auch eine Aussage, die man schon x Mal vorgetragen hat, immer gleichsam eine „Erstgeburt“.
Wer das Publikum hinreissen möchte, muss selbst hingerissen sein.
Wer überzeugen will, muss von den eigenen Gedanken selbst überzeugt sein.
Nur wer seine "Fackel der Begeisterung" entzünden kann, kann andere begeistern.
EIN BLICK ZURUECK:
Die im Laufe der Jahrhunderte entwickelte ausgeklügelte Systematik der Rhetorik führte dazu, dass die Regeln eines guten Auftrittes früher eingepaukt worden sind.
- Durchdringung des Themas (inventio)
- Gliederung der Argumente (dispositio)
- die Formulierung der Sätze (elocutio)
- die Einübung der Rede (memoria)
- das Vortragen (pronuntatio)
Der klassische Redeaufbau wurde definiert:
- der Einstieg (exordium)
- die Erzählung (narratio)
- die Beweisführung (argumentatio)
- der Schluss (conclusio)
Die Kunst gut zu reden (ars bene dicendi) sind im doppelten Sinne verstanden worden:
- GUT zu sprechen
- und das GUTE (das Richtige) zu sagen
Reden wurden aufgeschrieben, abgeschrieben und auswendig gelernt.
Es gab viele Rhetorik-Lehrbücher, Rhetoriklehrer.
Die Ausbildung des Redners wollte man früher schon in der Kindheit beginnen.
Durch die NS Zeit wurde aber die Rhetorik in Europa enorm beschädigt. Der Grund:
Die Nazis haben sie zu Propagandazwecken missbraucht.
Kant lehnte übrigens auch Rhetorik ab. Für ihn ist sie "eine hinterlistige Kunst“.
Auch Goethe schimpfte über die „verdammte Redekünste“.
Luther reduzierte die Rhetorik auf treffende Regeln:
„Tritt fest auf, machs Maul auf. Hör bald auf.“
Für mich ist diese Regel von Luther immer noch aktuell:
Wir benötigen DRUCK (Ausdruck)
Wir müssen die Worte verstehen.
In der Kürze liegt die Würze.
Leider sprechen viele, drucklos, lahm, undeutlich, missverständlich und es fehlt ihnen am Zeitgefühl.
Walter Jens setzte sich 1967 in Deutschland für einen Lehrstuhl für Rhetorik ein,
während in Amerika sich jede grössere Universität schon längst mit einem „Departement of Speech“
geschmückt hatte.
In Deutschland hatten lediglich die rhetorischen Figuren im Unterricht Einzug gehalten:
- Alliteration (Bei Wind und Wetter)
- Chiasmus (Der Einsatz war gross, klein war der Gewinn)
- Oxymoron (schwarze Milch)
- die rhetorische Frage
usw.
In Deutschland dominierten jahrelang folgende typische Synonyme für Rhetorik:
- Manipulation
- Ueberredung
- Entfesselung
- Verführung der Massen
Jens gelingt es nach und nach, die Rhetorik in Deutschland vom Fluch zu befreien.
Noch heute muss sich die Rhetorik in Europa gegen den Verdacht behaupten, manipulativ zu sein.
Was ist Rhetorik? Wie funktioniert sie und wie kann man sie erlernen?
Ich sprach und schrieb deshalb meist von „Angewandter Rhetorik“. So titelte ich auch mein erstes Lehrbuch. Die „Angewandte Rhetorik" befähigt Menschen, im Job und im Alltag, natürlich glaubwürdig zu reden und andere zu überzeugen.
Und zwar in allen Situationen (Präsentationen, Gespräche, Verhandlungen, Umgang mit Medien usw.)
Die Rhetorik des Ueberzeugens führt letztlich zu einer Akzeptanz des Gehörten.
LINKS:
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Erfolg dank Überzeugen · Mit Argumenten überzeugen · Person-Sache-
Verhalten · 7 Regeln · Alltagsrhetorik · Natürliche Kommunikation · Blickkontakt ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html
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Personen überzeugen vor allem durch Persönlichkeit und Stimme. Wer eine
gesunde, natürliche und selbstsichere Ausdrucksfähigkeit hat, beeinflusst mit ...
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html
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6. Juli 2007 ... II Thema eingrenzen. Was will ich erreichen? Was wollen die Leute hören? Wie
ist die Alters-, Bildungs- und Berufstruktur des Publikums?
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Regeln.html
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Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
10. Apr. 2011 ... überZeuGen! Verhandeln ist ein fester bestandteil des Lebens, im Grossen wie
im kleinen. beispielsweise das Verhandeln mit der kollegin ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_10/artikel.pdf
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24. März 2007 ... Andere zu überzeugen bringt Erfolg. Es genügt nicht, gut zu sprechen, um
andere zu überzeugen und für sich und seine Gedanken zu ...
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html
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Notiert von
marcus knill
um
08:26
Mittwoch, 4. Mai 2016
Prof. Dr. Lutz Jäncke: Lernerfolge dank......
Gedankensplitter aus seinem Referat vor
1200 Lehrkräften in der IWC Halle
in Schaffhausen am 2. Mai 2016
Ich habe den Neurowissenschafter der Universität Zürich schon bei verschiedensten Institutionen empfehlen können und habe viele seiner Referate gehört. Ich bin nach wie vor begeistert von seiner Art und Weise, wie er mit Feu sacré seine Erkenntnisse einfach, adressatengerecht und verständlich darzulegen versteht.
Das Phänomen Jäncke: Selbst analoge Fakten kann er bei jeder Vorlesung, bei jedem Auftritt neu beleuchten, mit neuen Bildern und Beispielen. Sein Erfolgsrezept: Er präsentiert mit grosser Begeisterung, mit einer einmaligen Präsenz. Jedes Mal haben die Zuhörer das Gefühl, der freie Vortrag sei eine "Erstgeburt".
Wissenschaftliche Erkenntnisse werden unterhaltsam, bildhaft vermittelt. Er hält sich an seine eigene Botschaft:
Er kann die Fackel der Begeisterung zünden.
Wir sind uns heute zu wenig bewusst:
- Wer lehrt, muss die Fackel der Begeisterung entzünden!
- Wiederholung ist die Mutter des Lernens!
- Lernen benötigt Zeit!
- Ungestörtes Lernen lohnt sich!
Das heisst:
HAEUFIGKEIT und INTENSITAET des Lernstoffes mit dem Lernstoff beschleunigt das Lernen!
Etwas vom wichtigsten sind: AUFMERKSAMKEIT und SELBSTDISZIPLIN.
So wie der Mensch lernen kann, auf Reize zu verzichten, müssen wir uns bewusst bleiben:
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das die Fähigkeit hat, Belohnungen aufzuschieben.
Der BELOHNUNGSAUFSCHUB ist wichtig, um stabile Sozialsysteme aufzubauen.
Eine Bekannte von mir stutzte, als ich darauf hinwies, dass Kinder auch "das Verzichtenkönnen"
lernen müssen. Sie liess das Kind alle Bedürfnisse immer sofort zu befriedigen. Sie ging davon aus, so würde sich ihr Kind voll entfalten können.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass Mutitasker schlechter lernen und die Bereitschaft zum Lernen wichtiger ist als die Intelligenz.
Ein Kind mit einem hohen IQ, das nicht bereit ist zu lernen, erreicht weniger als ein Kind mit tieferem IQ, das aber lernen will.
Prof. Dr. Lutz Jäncke: "Ihr Hirn kann mehr als Sie denken ...
Viele angeblich moderne Reformpädagogen, die das Schwergewicht des Lernens auf Abwechslung,
Leistungsverzicht und nur auf selbststeuerndes Lernen gelegt haben, müssten eigentlich heute den Schritt"Zurück in die Zukunft" unter die Beine nehmen.
In der Schule ist die Bezugsperson enorm wichtig. Es ist erwiesen, dass Kinder über ein VORBILD lernen.
Da in der Pubertät die Selbstdisziplin heute wie früher einen geringeren Stellenwert hat, weil jene Gehirnregion der Selbstdisziplin noch zu wenig entwickelt ist, können Jugendliche nicht einfach nur sich selbst überlassen werden. Die Lehrperson kommt deshalb bei Lehr- und Lernprozessen eine zentralen Bedeutung zu.
LINK:
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23. Nov. 2015 ... Science Slam ist ein Kurzvortragstournier. Die wissenschaftliche Präsentation
von 10 Minuten Länge wird dann vom Publikum bewertet.
www.rhetorik.ch/Aktuell/15/11_23/index.html
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Notiert von
marcus knill
um
01:44
Dienstag, 3. Mai 2016
Auch das noch!
Körperverunstaltung ohne Grenzen
Was geht in einem Mensch vor, der auch noch seine Augen (die Fenster zur Seele) verunstaltet und die eigene Zukunft verbaut?
Augapfel-Tattoos haben bereits die Schweiz erreicht.
Doch Studios wie Ärzte warnen vor gravierenden
Folgen des fragwürdigen Körper-Kults.
Augenarzt warnt jedoch vor Risiken
Trotz zunehmenden Anfragen von Kunden kommen Eyeball-Tattoos für andere Studios nicht infrage. Die gesundheitlichen Folgen seien nicht abschätzbar, sagt etwa Rosario Sorbello, Inhaber des Tattoo-und Piercing-Studios Innerfire. «Wir wollen nicht die Verantwortung übernehmen, wenn jemand einen massiven Schaden davonträgt.»
Auch der deutsche Augenarzt Daniel Neferu warnt: «Als eines der empfindlichsten Organe ist das Auge mit Sicherheit der falsche Ort für Tattoos.» Bindehautentzündungen seien vorprogrammiert. «Zudem besteht ein grosses Risiko, dass die Netzhaut beim Eingriff derart beschädigt wird und es deswegen zur Erblindung kommt.» Laut Neferu ist bereits die Tätowierflüssigkeit gefährlich. «Die Farbe kann allergische Reaktionen auslösen, die nicht mehr zu kontrollieren sind.»
KOMMENTAR:
Nicht vorstellbar, dass ein normaler Mensch so etwas schön finden kann.
Doch gibt es Leute, die trotz der Gefahren alles machen, um beachtet zu werden, wenngleich nur negativ.
Auffallen um jeden Preis?
Was treibt Menschen überhaupt dazu, ihre Augen einzufärben? «Manche wollen auffallen und provozieren», sagt Danny. «Ein dunkeläugiger Kunde findet es toll, dass die Menschen durch seinen komplett dunklen Blick nicht mehr wissen, wohin er schaut, wenn sie mit ihm reden.»
Psychologe Thomas Steiner findet: Durch die sozialen Medien, in denen sich jeder inszenieren könne, herrsche heute ein Gerangel um Aufmerksamkeit. «Derart auffälligen Augen kann sich aber niemand mehr entziehen. Damit erhält der Träger endlich und zu 100 Prozent die ihm entgangene Aufmerksamkeit.»
Imageberater raten von Augapfel-Tattoos ab. In vielen Berufen würden solche Tattoos anstössig wirken, sagt Stilexpertin Gabriela Huther. Auch seien sie im privaten Alltag etwa beim Einkaufen nicht empfehlenswert: «Da der Augenkontakt in der Kommunikation entscheidend ist, kann ein solch fremdartiger Anblick auf andere Leute erschreckend wirken.»
Uebrigens: Danny von «Rock the Body» sind die Risiken bewusst. Er warnt vor unprofessionellen Künstlern. «Läuft etwas schief, kann es vorkommen, dass man nur noch die Farbe der Pigmente sieht.» Bei unsachgemässer Handhabung könne es durch einen Überschuss an Tinte zu einer Einfärbung der Tränensäcke kommen. «Das bedeutet, dass man permanente Augenringe in der entsprechenden Farbe hat.» Er greift ausschliesslich zu schwarzer Tinte. «Es gibt noch keine medizinalgeprüfte Farbe, bei der ich zum jetzigen Zeitpunkt sicher sein kann, dass sie für die Augen als gefahrlos gilt.»
Psychologen sehen dahinter mehr als ein Körperkult. «Die Träger solcher Tattoos müssen Menschen sein, die sich selbst nicht mehr richtig wahrnehmen, aber zwingend auffallen wollen», vermutet Psychologe Thomas Steiner. Durch die sozialen Medien, in denen sich jeder inszenieren könne, herrsche ein Gerangel um Aufmerksamkeit. «Derart auffälligen Augen kann sich aber niemand mehr entziehen. Damit erhält der Träger endlich und zu 100 Prozent die ihm entgangene Aufmerksamkeit.»
Imageberater raten von Augapfel-Tattoos ab. In vielen Berufen würden solche Tattoos anstössig wirken, sagt Stilexpertin Gabriela Huther. Auch seien sie im privaten Alltag etwa beim Einkaufen nicht empfehlenswert: «Da der Augenkontakt in der Kommunikation entscheidend ist, kann ein solch fremdartiger Anblick auf andere Leute erschreckend wirken.»
Der fremdartige Anblick wirkt bestimmt - jedoch vor allem abschreckend!
Mein Rat: Weshalb die Gesundheit und das berufliche Weiterkommen gefährden, wenn es sich vermeiden lässt? Wer sich zu seiner unbedachten Handlung hinreissen oder beeinflussen lässt, hat noch keine eigenständige Persönlichkeitsstruktur. Es ist denkbar, dass jemand mit der Verunstaltung seiner Augen, um jeden Preis auffallen und damit sein Minderwertigkeitsgefühl kompensieren will.
Notiert von
marcus knill
um
01:19
Montag, 2. Mai 2016
IDES Presseschau (des Informations- und Dokumentationszentrum IDES der EDK)
Aus der heutigen IDES Presseschau!
Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, analysiert in einem Artikel wie es kam, dass zwei muslimische Schüler, die ihrer Lehrerin an der Schule Therwil den Händedruck verweigerten, über Wochen die Gemüter erhitzten und einen riesigen Medienrummel auslösten, der sogar im Ausland wahrgenommen wurde.
Schaffhauser Nachrichten: "Vom Zuschauervotum zur grossen Debatte", 30.4.2016 http://edudoc.ch/record/121908
Notiert von
marcus knill
um
17:43
Dank Massenaufgebot an Polizei:
Die übliche Nachdemo in Zürich
erstickt.
Aus TAGI-online:
Helvetiaplatz abgeriegelt –
140 Demonstranten weggewiesen
Am Rande des 1.-Mai-Umzugs in Zürich kam es zu Sachbeschädigungen.
Die Polizei hat Demonstranten eingekesselt,
um eine Nachdemo im Keim zu ersticken. Mehr...
nicht toleriert wird konnten die Sachbeschädigungen und Gewalttaten im öffentlichen Raum wesentlich reduziert werden.
Bewohnern, denen das Auto abgefackelt wurde oder die Hausfassade mit Farbe verunstaltet wurde oder Geschäftsleute, die nach dem 1. Mai ihre Scheiben ersetzen mussten, fragten sich jahrelang vergeblich:
Weshalb werden die Täter nicht gefasst und zur Rechenschaft gezogen?
Weshalb wird das Vermummungsverbot nicht durchgesetzt?
Es darf am 1. Mai keinen rechtsfreien Raum geben.
Darf das Katz und Mausspiel mit der Polizei zur Tradition werden?
Der Aufwand der Sicherheitskräfte war enorm. Doch:
Gewalt von links- oder rechtsextremen Chaoten darf nicht geduldet werden.
Das Konzept der Zürcher Polizei ist sicherlich richtig:
Sofort Präsenz zeigen und nicht zuwarten, bis die Aktionen eskaliert haben und es zu Verletzten kommt.
NACHTRAG 20 Min:
Für Marco Cortesi, Sprecher der Zürcher Stadtpolizei, sind 9 Verhaftungen bei 60 Demonstranten vom Freitag eine gute Quote. «Diese Personen sind alle noch in Haft, sind also nicht grundlos verhaftet worden und führen uns möglicherweise zu anderen Personen, die straffällig geworden sind.» Mehr Personen festzunehmen, sei nur schwer möglich. «Die Demonstranten stellen sich ja nicht an die Wand und lassen sich verhaften, sondern greifen die Polizei mit Steinen und körperlicher Gewalt an und fliehen dann in alle Himmelsrichtungen.»
«Früher liess man die Chaoten gewähren»
Man könne auch an einem normalen Tag wie dem Freitag nicht hunderte Polizisten auf Reserve aufbieten, denn diese würden dann an anderen Orten fehlen, zudem sei man kein Polizei- und Überwachungsstaat. Am 1. Mai selbst sei man zusammen mit der Kantonspolizei mit einem Grossaufgebot vor Ort. Auch wenn man mehr Polizisten einsetze, könne man solche Sachbeschädigungen aber nicht verhindern. «Jeder kann sich mit seinen Kollegen treffen und ein paar Scheiben an der Bahnhofstrasse einschlagen.»
Wie gefährlich ein Polizei-Einsatz bei Ausschreitungen ist, kann Anwalt Valentin Landmann berichten. «Ich hatte einen Polizisten als Mandanten, der von einem Stein getroffen und schwer verletzt wurde. Der Demonstrant kam zweieinhalb Jahre in Haft.» Früher habe man bei Sachbeschädigungen die Chaoten oft gewähren lassen, heute würde man früher eingreifen. «Meiner Meinung nach die richtige Taktik, da es von einem Steinwurf auf ein Schaufenster zu einem Steinwurf auf einen Polizisten nicht weit ist.» Eine mögliche Lösung, wie man mehr Chaoten erwischen könnte, sieht Landmann in Helmkameras oder Drohnen. «Mittels Videoaufnahmen kann man die Chaoten oft identifizieren, und Drohnen könnte man zur Verfolgung der fliehenden Demonstranten einsetzen.»
Notiert von
marcus knill
um
07:12