Montag, 2. März 2015

Aus "PERSOENLICH"-BLOG


Köppel muss künftig mit medialem Gegenwind rechnen

Bild des Benutzers Marcus Knill
Marcus Knill
Roger Köppel wird ausgebuht und ausgeklatscht. Das liegt in der Sache: Eindeutige, profilierte Meinungsmacher polarisieren.  Mit seiner Kandidatur zum Nationalrat muss nun der harte erfolgreiche Debattierer künftig mit Kritik, Gegenwind, Neid und weiteren Klatschen rechnen.
An Donnerstag sorgte Roger Köppel mit der Bekanntgabe seiner Nationalratskandidatur für die SVP für einen Medienhype. Am Freitag stand der "Weltwoche"-Chef dann bei den Swiss Music Awards auf der Bühne, um eine Rede für Krokus zu halten. Die Band wurde mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Vielleicht hätte Köppel besser auf diesen Auftritt verzichtet. Ich hätte ihm jedenfalls davon abgeraten.
Schon bevor Köppel die Bühne betrat, wurde im Publikum laut gepfiffen. Köppel versucht die Situation nun nachträglich zu schönen: "Ich wäre fast ein bisschen enttäuscht gewesen, wenn es keine Pfiffe gegeben hätte." Er stand jedenfalls da, redete und redete und redete, war erstmals nervös, zog sein Hemd aus und stand dann plötzlich im Krokus-T-Shirt da.

Dann machte Köppel den grössten Fehler, er stellte sich und die "Weltwoche" ins Zentrum, statt die Jubilare: "Früher fürchtete man einen Imageschaden, wenn man Krokus hörte, man machte es im Geheimen. Das ist ein bisschen wie bei der Weltwoche: Jeder liest sie, aber niemand gibt es zu." Daraufhin eskalierten die Buhrufe.
Schlimmer noch als ausgelacht zu werden ist es, weggeklatscht zu werden. Ich empfinde dieses "Weggeklatscht werden" als eine ganz schmerzvolle Klatsche.
Fazit: Politiker und Persönlichkeiten, die sich exponieren, müssen immer mit Gegenwind rechnen. Vor allem, wenn es um herausragende Persönlichkeiten geht, die nicht zur Norm gehören.
Meine Prognose: Roger Köppel wird künftig bei seinen Journalistenkollegen und nicht nur von den linken Medien eine grosse Welle an Kritik einstecken müssen, weil alle befürchten, der gewiefte Rhetoriker werde künftig zu viel Macht vereinen - als Nationalrat und Chefredaktor. In verschiedenen Medien hat die Demontage des missliebigen Analytikers bereits begonnen (zum Beispiel im Tages-Anzeiger, Giacobbo/Müller). Dies wird wohl  erst der Anfang sein. Wie kann nun Roger Köppel diese unangenehme Situation  überwinden? Für Beobachter wird es spannend werden.


 

 

 

 

Teilzeitarbeit rächt sich

Es klingt nach mehr Lebensqualität 
und Teilzeitarbeit wird auch für Männer gefordert.

Was vielen aber nicht bewusst ist:

Ich zitiere Spiegel:

Geringer Verdienst Teilzeit treibt viele Frauen in die Armut

Geringer Verdienst: Teilzeit treibt viele Frauen in die Armut
Die Zahl der Frauen mit Job steigt, doch jede elfte gilt als armutsgefährdet. 
Der Grund: Viele verdienen trotz Vollzeit zu wenig - 
und immer mehr arbeiten Teilzeit. mehr... 


Kommentar:

Das gilt nicht nur für Frauen.
Wer Teilzeit arbeitet ist sich oft nicht bewusst, 
was dies für die Rente für negative Folgen hat.
Das gilt auch für Männer.

Sonntag, 1. März 2015

Die Medienwelt verliert einen kritischen Geist

Soeben aus 20 Min erfahren:

Soziologe Kurt Imhof ist tot
Bildergebnis für kurt imhof 

Der Zürcher Soziologieprofessor Kurt Imhof ist an Krebs gestorben. In seinen letzten Mails hat Imhof betont, wie er gegen den Krebs ankämpfen wolle.

Der Soziologe arbeitete unter anderem im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie und ergründete jedes Jahr die Qualität der Medien.

Der Zürcher Soziologieprofessor Kurt Imhof ist am Sonntagmorgen 59-jährig in Zürich gestorben. Er erlag im Zürcher Unispital einem Krebsleiden, das ihn seit Dezember vergangenen Jahres in wachsendem Mass plagte.

SRF:

  • Mit dem Soziologieprofessor hat die Schweizer Medienlandschaft einen bissigen Kritiker verloren.

    Aus TAGI:

    Kurt Imhof fuhr Motorrad, rauchte, war einer der wenigen
    echten Intellektuellen unter den Professoren und legte
    sich mit der gesamten Medienbranche an.
    Vergangenen Sonntag starb er. Mehr...

KOMMENTAR:
 

Ich schätzte seit vielen Jahren  die Diskussion und den persönlichen Meinungsaustausch (Medienkritik) mit Kurt Imhof. Wir verlieren mit ihm einen prominenten Soziologen und Medienwissenschafter. Imhof war  eine engagierte Persönlichkeit, die das gesellschaftliche Geschehen fundiert ergründete und stets zu seiner Meinung stand, die nicht immer auf Gegenliebe gestossen ist. Für mich war er ein wichtiger Querdenker.

Mir fehlt künftig seine  Stimme.
Sein typisches Lachen während seinen Ausführungen werde ich stets in Erinnerung behalten. Seine Vorlesungen habe ich bewundert und geschätzt. 
LINKS:
22. Apr. 2002 ... In der Schweiz sind vor allem Mediensoziologe Kurt Imhof von der Uni Zürich und der Medienwissenschafter Roger Blum von der Uni Bern ...
www.rhetorik.ch/Medienskandale/Medienskandale.html
5. Mai 2008 ... Mich haben in der letzten von Urs Leuthard moderierten Arena die Voten von Kurt Imhof überzeugt. Ich erhielt von ihm die Erlaubnis zur ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/05_05/
8. Dez. 2008 ... Dezember Martin Senti und Kurt Imhof in der Weiterbildungsreihe "Medien,Macht und Qualität" über das Thema: "Macht der Medien, die Macht ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/12_08/
15. Aug. 2010 ... Kurt Imhof publizierte mit einem grösseren Autorenteam ein Jahrbuch über die Qualität der Medien. Diese wissenschaftliche ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/08_15/
24. Okt. 2010 ... Und der Zürcher Soziologe Kurt Imhof spricht gar pauschal von einer " Medienkrise Schweiz". In seinem kürzlich publizierten Jahrbuch "Qualität ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/10_24/
18. Nov. 2007 ... Ein Soziologieprofessor (Kurt Imhof?) vertrat angeblich die Meinung, gewisse Themen würden zu stark aufgebauscht, skandaliert, moralisch ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_18/index.html
25. Apr. 2003 ... Nach Kurt Imhof einem Medien-Soziologen in Zürich - wird die SARS- Panikmache vor allem durch die Medien dramatisiert. Gefördert wird ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Apr_25_2003.html
2. Juni 2002 ... Jeder Werber will besser sein und grössere Beachtung finden als sein Konkurrent. Nach Mediensoziologe Kurt Imhof arbeiten deshalb viele ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_02_2002.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
8. Jan. 2014 ... sonderen Seite. Auf schweizerischer. Ebene haben sich hinsichtlich Medien- kritik zwei Adressen etabliert. 1. Kurt Imhof und die Medienkritik.
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/01_08/sn.pdf
19. Mai 2008 ... Gerhard Blocher disqualifiziere sich damit selber. Für Soziologieprofessor Kurt Imhof ist der Bruder des alt Bundesrates "der Hooligan der SVP" ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/05_19/

Köppel wird künftig mit noch mehr Gegenwind rechen müssen:






Roger Köppel wird ausgebuht und ausgeklatscht.

Das liegt in der Sache: Eindeutige, profilierte Meinungsmacher polarisieren. 
Mit seiner Kandidatur zum Nationalrat muss der harte erfolgreiche Debattierer künftig mit Kritik, Gegenwind, Neid und weiteren Klatschen rechnen.

 

An Donnerstag sorgte Roger Köppel für einen Medienhype mit der Bekanntgabe seiner Nationalratskandidatur für die SVP. Am Freitag stand der «Weltwoche»-Chef dann bei den Swiss Music Awards  auf der Bühne, um eine Rede für Krokus zu halten. Die Band wurde mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Vielleicht hätte Köppel besser auf diesen Auftritt verzichtet. Ich hätte ihm jedenfalls davon abgeraten.

Schon bevor Köppel die Bühne betrat, wurde im Publikum laut gepfiffen. Köppel versucht  nun nachträglich die Situation zu schönen: «Ich wäre fast ein bisschen enttäuscht gewesen, wenn es keine Pfiffe gegeben hätte.» Er stand jedenfalls da, redete und redete und redete, war erstmals nervös (Es war ihm nicht wohl), zog sein Hemd aus und stand dann plötzlich im Krokus-T-Shirt da.

Dann machte Köppel den grössten Fehler: Er stellte sich und die Weltwoche ins Zentrum, statt die Jubilare.

Köppel. «Früher fürchtete man einen Imageschaden, wenn man Krokus hörte, man machte es im Geheimen. Das ist ein bisschen wie bei der Weltwoche: Jeder liest sie, aber niemand gibt es zu.» Daraufhin eskalierten die Buhrufe.
 Schlimmer noch als ausgelacht zu werden. ist das weggeklatscht zu  werden.
Ich empfinde  dieses "Weggeklatscht werden" als eine ganz schmerzvolle Klatsche.

Nach Piffen beim Swiss Music Award 2015: Jetzt spricht Buhmann Köppel
(aus Blick)
Fazit: Politiker und Persönlichkeiten, die sich exponieren, müssen immer mit Gegenwind rechnen. Vor allem, wenn es um herausragende Persönlichkeiten geht, die nicht zur Norm gehören.
Meine Prognose: Roger Köppel  wird künftig bei seinen Journalistenkollegen und nicht nur von den linken Medien eine grosse Welle an Kritik einstecken  müssen, weil alle befürchten, der gewiefte Rhetoriker werde künftig zu viel Macht vereinen - als Nationalrat und Chefredaktor. In verschiedenen Medien hat die Demontage des missliebigen Analytikers bereits begonnen (Tagi, Giacobbo/Müller usw.). Dies wird wohl  erst der Anfang sein. Wie kann nun Roger Köppel diese unangenehme Situation überwinden?  Für Beobachter wird es spannend werden. 
NACHTRAG (aus 20 Min):

Samstag, 28. Februar 2015

Wie prognostiziert:

Hilfsprogramm verlängert: Deutschland stimmt für Griechenland 
  Hilfsprogramm verlängert  
Deutschland stimmt für Griechenland
Obwohl die Massnahmen schwammig formuliert worden sind, wurden sie akzeptiert.
Die erfolgreichen Pokerer können nun weiter lachen, 
weiter spielen.
Mit dem Wissen: 
Uns kann man gar nicht fallen lassen.
Und bald folgt der nächste Streich.
Wieder wird die EU verhöhnt (zum Dank):
(Quelle Blick-online)

 

Freitag, 27. Februar 2015

Roger Köppel will in der Politik mitmischen

Nach Politikberater  Mark Balsiger ist der SVP mit Roger Köppel ein Coup gelungen.

Ich teile die Meinung Balsigers, dass Köppel die politische Landschaft noch mehr prägen wird - und als Intellektueller nicht in die Fussstapfen des Volkstribuns Blochers treten kann.
Falls der Chefredaktor der Weltwoche Nationalrat wird, befürchte ich, dass die Weltwoche zum Parteiblatt der SVP verkommen könnte.
Man kann Roger Köppel vorwerfen, er habe stets eine politische Laufbahn abgelehnt und werde heute wortbrüchig.
Im Interview (20 Min) erfahren wir nun, dass er sich vor allem durch das Verhalten des Bundesrates nach der Abstimmung über die Begrenzung der Einwanderung gleichsam genötigt gesehen habe, in der Politik aktiv mitzuwirken.
Roger Köppel begründet seine Kandidatur wie folgt: «Die verheerende Politik der Linken ist der Grund».

Der  SVP Kandidat hat grosse Erfahrung im Umgang mit  Medien. Er ist debattierfreudig, denkt klar und analytisch.

Er kann Gedanken auf den Punkt bringen. Selbst auf dem Parkett der deutschen Fernsehkanäle durfte sich Köppel immer wieder sehen lassen.
Medienrhetorisch ist er sehr stark: Dank seiner Eloquenz und der Fähigkeit, Aussagen gut strukturiert, kurz, einfach und  dennoch mit genügend stimulierenden Elementen zu präsentieren, wird er gut verstanden und überzeugt.

Man kann sich fragen, ob Köppel in Bern letztlich auch der Gefahr unterliegt, im Parlament - wie viele andere - aufgerieben zu werden. Mit seinem Bekanntheitsgrad  wird er wohl problemlos gewählt.

Mit ihm hat  die SVP ein neues Zugpferd. Köppel könnte künftig auch Stimmen bei der CVP und FDP holen.

Mark Balsiger findet:

"Doch wo es Bewunderer gibt, gibt es auch immer Feinde. Und diese sind in seinem Fall ebenso zahlreich vorhanden. Roger Köppel ist in den letzten zehn Jahren auch zu einer der grössten Hassfiguren der Gegenwart geworden. Es gibt Leute, die kriegen einen roten Kopf, wenn sie nur schon seinen Namen hören."
 

FAZIT:

Roger Köppel polarisiert. Seine eindeutige, unmissverständliche Haltung führt dazu, dass er entweder geschätzt oder gehasst wird.

Alle müssen jedoch dem messerscharfen, leidenschaftlichen Analytiker zugestehen:
Köppel ist blitzgescheit und rhetorisch brillant.
Bei Debatten schimmert immer wieder seine spitzbübische Freude am Duellieren durch.
Er darf schon heute als wichtiges Zugpferd  der SVP bezeichnet werden.
Ob es ihm auch gelingen wird, die Brücke zum Buuezmorgepublikum zu schlagen?
Wohl kaum.
Mit Christoph Blocher ist Roger Köppel nicht immer gleicher Meinung.
Aber in den zentralen Anliegen ticken beide synchron:
- Beide wollen keine fremden Richter
- Die Schweiz muss unabhängig bleiben
- Ein EU Beitritt kommt für die Schweiz nicht in Frage.


"Asylanten-Tsunami "- ein Wort das in den Medien Verbreitung findet

Ein Gemeinde wehrt sich 
gegen ein aufgezwungenes 
Asylantenzentrum

Buhrufe und Pfiffe. 
Das geplante Asylzentrum in Giffers 
findet bei der Bevölkerung keine Akzeptanz.
In der betroffenen Gemeinde wusste man von den Plänen des Bundes bislang jedoch nichts. «Wir wurden erst in diesem Monat über das Vorhaben informiert», bestätigt Vize-Gemeindepräsidentin Catherine Isler-Sahli. Die Asyl-Experten des Bundes haben offenbar ein privates Grundstück gekauft und die Gemeinde erst nach dem Deal über die Konsequenzen informiert. «Ein Buebetrickli», wie Isler-Sahli meint. Der Entscheid sei deshalb beschlossene Sache. «Wir können uns nicht einmal dagegen wehren», meint die FDP-Politikerin niedergeschlagen. 

Kommentar:
Irgendwo muss die grosse Zahl von Asylanten
Aufnahme finden.
Der Bund hat ein dezentrales Konzept gewählt.
Leider haben dabei die Gemeinden  kein Mitspracherecht.
Das verärgert die Bevölkerung. Das zentrale Vorgehen wird als Diktatur empfunden.
Die Umsetzung des schnellen Asylverfahrens wird somit künftig nicht nur in Giffers auf Widerstand stossen.
Wenn eine Gemeinde von 1500 Einwohnern 300 Asylsuchende aufnehmen muss (20% der Bevölkerung!) muss es zwangsläufig zu Problemen kommen. Dies ist unverhältnismässig. Der Bund müsste künftig darauf achten, dass die neuen Zentren nicht kleinen Landgemeinden aufgebürdet werden.
Die Empörung der Gemeinde wird in vielen Kommentaren erstaunlich viel Verständnis entgegengebracht:
"Die Schweiz ist zu attraktiv für Asylanten."
"Die Gemeinde wurde überrumpelt."
"80 % sind keine echten Asylbewerber."
"Fast alle sind Muslime"

Die Angst vor einer Islamisierung der Schweiz ist unverkennbar.
Ich befürchte, dass diese Mediengeschichte und die Spannung in der Bevölkerung die Wahlen im Herbst stark beeinflussen wird.
Parteien, welche die Einwanderungs- und Asylantenfrage ausblenden, werden dies jedenfalls zu spüren bekommen.