Mittwoch, 28. Januar 2015

So, als wäre eine Katastrophe geschehen

Medienhype aus einer Kleinigkeit? - Die Gründe.



Als wäre die grösste Katastrophe geschehen: Die Medien berichten von der Tagesschausprecherin Boesch, die einen Schwächeanfall erlitt.
Ich habe Verständnis für dieses immense Medienecho. Wichtige Voraussetzungen für eine Mediengeschichte sind  gegeben.


Die Gründe:

So etwas ist in der Schweiz seit über 60 Jahren noch nie vorgekommen
(Aussergewöhnliches ist immer Medienfutter).

Es geht um eine prominente Frau und um Emotionen
(Neugierige Journalisten vermuten sofort:
- Schwangerschaft?
- Ueberarbeitet?
- Schlechtes Krisenmanagement?
- Was geschah genau? )

Medienexperten können sich verlauten lassen, was bei der SRF alles falsch gelaufen ist und was andere Stationen bei solchen Pannen getan hätten.

Dadurch wird die Geschichte in den Medien zum Selbstläufer.

Es kommt zum Dominoeffekt.  Wenn A darüber schreibt fühlt sich B  verpflichtet, ebenfalls aufs Trittbrett aufzusteigen und einen eigenen Beitrag zu publizieren.

Auch die Gewerkschaft Syna nahm die Gelegenheit wahr - dank der Boesch Schlagzeilen - ihr Süppchen zu kochen: "Aus Angst vor dem Jobverlust arbeiten die Leute, auch wenn sie krank sind, weiter - bis zum Umfallen!"

Ich zitiere:

Das SRF interessiert unsere Nachbarn kaum. Klappt eine Moderatorin zusammen,

Die Stellungsnahme des Ombudsmanns zur missratenen Sendung Schawinsky-Thiel

Es gab gravierende Fehlleistungen
Beschwerdeflut:  Rekord gebrochen

«Die Sendung ist vollkommen missraten»


Sechs Wochen nach der für Wirbel sorgenden 
Talksendung mit Roger Schawinski und 
Andreas Thiel veröffentlicht 
der SRG-Ombudsmann nun einen Bericht:


Ich zitiere 20 Min:


Missratenene Sendung



SRG-Ombudsmann rügt Schawinski und Thiel

Gemäss dem SRG-Obudsmann Achille Casanova lief die «Schawinski»-Sendung mit Andreas Thiel aus dem Ruder. Das Sachgerechtigkeitsgebot sei gleich mehrfach verletzt worden.



Das Gespräch zwischen Roger Schawinski und Andreas Thiel in der SRF-Talksendung «Schawinski» von Mitte Dezember ist nach Ansicht von SRG-Ombudsmann Achille Casanova vollkommen missraten. Anlass für die knapp halbstündige Diskussion war ein Artikel Thiels in der «Weltwoche». Darin brandmarkte der Satiriker den Koran als einen «Aufruf zur Gewalt, eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung».

Bildstrecken Die grössten Eklats des Roger SchawinskiThiels «Streitschrift» über den Koran
In der SRF-Talksendung «Schawinski» war die Stimmung von Beginn weg gehässig und blieb dies bis zum Schluss. Schawinski und sein Gast provozierten sich gegenseitig und beleidigten sich. Eine sachliche Diskussion über den Artikel war nicht möglich.

Meinungsbildung nicht möglich



Das Sachgerechtigkeitsgebot ist nach Ansicht des SRG-Ombudsmannes in dieser Sendung gleich mehrfach verletzt worden, wie die SRG am Dienstag auf ihrer Internetseite mitteilte. Eine echte Diskussion über Thiels Korankritik sei nicht zustande gekommen, schreibt Casanova in seinen Antworten.

Entweder habe Schawinski seinen Gast immer wieder beleidigt und unterbrochen oder Thiel habe die gestellten Fragen konsequent verweigert und sein Gegenüber mit Gegenfragen provoziert. Das Publikum habe sich so über das eigentlich zur Diskussion stehende Thema Koran keine eigene Meinung bilden können.

«Gravierende Fehlleistung» Schawinskis

Zudem beanstandet Casanova, Schawinski habe ein Zitat Thiels in der «Berner Zeitung» aus dem Zusammenhang gerissen. Dadurch sei beim Publikum der falsche Eindruck entstanden, Thiel würde die Muslime an sich als «zwischen Neandertaler und Homo sapiens stecken geblieben» beleidigen.

Dabei habe sich das Zitat «nicht auf das Wesen der Muslime generell» bezogen, sondern lediglich «auf ihre Art, unseren Humor zu verstehen». Dass Schawinski dies nicht präzisiert habe, sei eine «gravierende Fehlleistung» gewesen, schreibt Casanova.

Auf die Forderung nach einer Absetzung Schawinskis könne die Ombudsstelle nicht eintreten. Zum einen fehlten dazu die Befugnisse, vor allem aber sei die Ombudsstelle gewillt und verpflichtet, die Freiheit der Medien zu respektieren.



SRF nimmt die Einschätzung von Ombudsmann Casanova zur Kenntnis. Wie bereits kommuniziert bedauere man, dass das Gespräch zwischen Schawinski und Thiel misslungen sei, heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme.



Flut an Reklamationen

Die Sendung vom 15. Dezember warf hohe Wellen und bescherte Casanova viel Arbeit: Beim SRG-Ombudsmann gingen 185 Reklamationen ein. Dies sei ein «einmaliger Rekord».

20 Beanstandungen wiesen allerdings keinen Absender auf, und eine Person forderte eine Untersuchung gegen die obersten Verantwortlichen von SRF. Damit hatte Casanova insgesamt 164 Reklamationen formell zu behandeln.

Rund 90 Prozent der Beschwerdeführer richteten sich gegen den Gesprächsleiter Schawinski. Seine Art der Gesprächsführung sei mangelhaft gewesen, provozierend oder respektlos. Zwei Drittel verlangten ausdrücklich die Absetzung Schawinskis oder der nach ihm benannten Sendung.

Lediglich in 16 Eingaben wurde Gesprächsgast Thiel kritisiert. Er habe seinen Gast unnötig provoziert, auch sei seine Gegenfrage zur Religion von Schawinski als problematisch, «wenn nicht gar nahe am Antisemitismus» bezeichnet worden. Zudem habe sich der Satiriker geweigert, über die  pauschale Verunglimpfung von Muslimen zu diskutieren.
«Gravierende Fehlleistung»: Ombudsmann watscht Schawi wegen Thiel ab

KOMMENTAR: Nach meiner Prognose muss Schawi das Feld nicht räumen. Er hat bereits die Konsequenzen aus dem Shitstorm gezogen. Er will keine unangenehmen Gäste mehr einladen. Was auch aufgefallen ist:
Die letzten Sendungen waren viel zahmer. Schawinski ist auf dem Weg vom Unterbrecher zum  Zuhörer und bemüht sich merklich, die Gespächspartner länger reden zu lassen. Eine Untersuchung hatte deutlich gemacht, dass der Moderator beim umstrittenen Duell den viel grösseren Redeanteil hatte, als Thiel.
Der Ombundsmann Bericht wird sicherlich noch weitere Folgen haben.
Bei SRF wird in der Regel - so wie es sich auch gehört -  die Wäsche intern gewaschen.  

Elegante Schlafpose eines Kätzchens

In Watson gefunden:

Dienstag, 27. Januar 2015

Manager, die Teilzeit arbeiten - sind benachteiligt

Wer als Manager kürzer treten will, hat viele Probleme,
die zu bedenken sind.


Führungspositionen werden zwar angestrebt. Sie üben einen Reiz aus. Was aber viele zu wenig bedenken: Es wird ein 100 prozentiger Einsatz erwartet. Eine Reduktion des Pensums rächt sich in verschiedenster Hinsicht:

 

1. Wer Teilzeit arbeitet, ist oft bei wichtigen Entscheiden nicht mit dabei und wird dadurch vom Team nicht mehr als als Vollmitglied wahrgenommen.

2.  Durch den reduzierten Lohn rächt sich dies später bei der Rente.

3. Wenn jemand reduziert arbeitet, wirkt dies als Signal:
Der will sich nicht mehr richtig einsetzen.     

4. Kollegen fragen sich: Will der eine ruhige Kugel schieben?
Müssen  wir nun für ihn mehr arbeiten?  

5. Die Teammitglieder fragen sich ferner: Ist der Teilzeitarbeiter wohl überfordert?

6. Downshifter stehen unter Verdacht, dass etwas nicht stimmt.
   (Downshifting = Sich zurücknehmen).

7. Es werden Unterstellungen kolportiert:
-  Er will sich wahrscheinlich "frühpensionieren lassen"
-  Vielleicht hat er gesundheitliche Probleme
-  Vorwurf des mangelnden Commitments 

8. Wer sein Arbeitspensum reduziert,  muss immer damit rechen, dass man den Rückzug als mangelndes Engagement wertet.


9. Nicht nur das Umfeld reagiert sonderbar. Auch den Downshifter selbst plagen Zweifel. Sein Selbstwertgefühl sinkt oft.

10. Das Kürzertreten wird zwar in vielen Beiträgen empfohlen. Auf oberster Führungsebene wirkt sich aber die Lohneinbusse recht stark aus. Man muss somit  künftig auch auf den gestiegenen Lebensstandart verzichten. Wir können nicht den "Fünfer und das Weggli" haben. Diese Konsequenzen sollte in einer guten Partnerschaft vor dem Entscheid eingehend besprochen werden. Ein Kürzertreten bedarf einer reiflichen Ueberlegung. Sonst kann es zu unerfreulichen Situationen kommen.
     

11. Der Spruch "Ich verdiene zwar halb so viel,  aber ich lebe doppelt so gut" klingt schön und gut. Doch bestätigt die Praxis vielfach, dass die Lebensqualität nicht steigt, weil der Manager nachher unangenehmere Zusatzbelastungen auf sich nehmen muss, mit denen er gar nicht gerechnet hat.

12. Das Kürzertreten ist vielfach mit einer Rückstufung in der Firma verbunden. Denn  auf oberster Führungsebene darf nämlich erwartet werden, dass jemand bereit ist, kurzfristig ins Ausland zu reisen und jederzeit zusätzlich arbeiten kann. Jedenfalls wird 100%iges Engagement vorausgesetzt.
Das ist übrigens auch mit ein Grund, weshalb viele Frauen auf Spitzenpositionen verzichten. Sie wollen sich nicht zusätzlich stressen und verzichten bewusst auf eine Beförderung.

FAZIT: Das Kürzertreten wird zwar empfohlen - angeblich, um die eigene Lebensqualität zu erhöhen. Dies ist aber leichter geschrieben und gesagt. Denn ein Downshifter handelt sich enorm viele Nachteile ein, die gut zu bedenken sind. Dem Lebenspartner müsste bewusst gemacht werden, was die viel gepriesene Teilzeitarbeit  auf oberer Kaderstufe für Folgen hat.

Montagabend begann bei uns auch das Schnee Chaos

Kein Vergleich mit dem Blizzard in den USA

Oliver Knill (Webmaster von rhetorik.ch) mailt mir heute aus Boston:

Wie schon vor 2 Jahren gibt es an der Ostküste einen Schneesturm. Es soll der grösste Sturm sein, der je in der Region beobachtet wurde. New York ruft den Notstand aus. In der Stadt New York dürfen keine Autos mehr fahren. Wieder gibt es eine Fotzelschnitte Panik. Die Leute räumen die Läden leer.
Der New York Governer Andrew Cuomo und der Bürgermeister von New York, de Blasio, machen Pressekonferenzen und beantworten Fragen wie, ob ein Pizzacurrier erlaubt sei. Die Antwort ist "Nein". Nur Notfallfahrten sind erlaubt. Es ist das erste mal, dass auch die Untergrundbahn eines Sturmes wegen gestoppt worden sind. Die Medien reden von einem Bomben Sturm. Man rechnet mit einem Meter Schnee und 120 km/H Winden. 

NUN DIE HIOBSBOTSCHAFT:



  „Monster-Blizzard“: 17-Jähriger stirbt  beim Rodeln

Montag, 26. Januar 2015

Wenn das Fernsehen überrascht wird

Das gab es noch nie:
Eine Tagesschaumoderatorin bricht im Studio zusammen.
Der Informationsteil wird abgebrochen und der Sport kommt zum Zug

Aus Watson:

Die «Tagesschau»-Hauptausgabe hat nur vier Moderatoren. Zwei davon sind miteinander verheiratet und gemeinsam in den Ferien. Einer hat zusätzlich frei und die vierte bricht im Studio krank zusammen. Die Personaldecke sei trotzdem nicht zu dünn, sagt «Tagesschau»-Leiter Urs Leuthard.

Der erstmalige komplette Abbruch einer Hauptausgabe der «Tagesschau» wirft am Tag danach Fragen auf. Insbesondere jene nach der Personalplanung bei der Hauptausgabe der Tagesschau. Zwei der Aushängeschilder der Sendung, Katja Stauber und Florian Inhauser, sind ein Ehepaar und verbringen deshalb auch die Ferien zusammen. Wie andere Angestellte auch, haben sie das Recht, zwei Wochen am Stück einzuziehen. Zur gestrigen Konstellation kommt hinzu, dass auch der vierte Moderator, Franz Fischlin, in den Ferien ist und Cornelia Boesch als einzige Moderatorin der Hauptausgabe in Zürich war. 
Wie Blick.ch berichtet, springt Fischlin ab heute für die erkrankte Cornelia Boesch ein. Dies hat SRF-Mediensprecherin Andrea Wenger bestätigt. 
Nun stellt sich auch die Frage, ob das «Anchorman»-Prinzip, das SRF-Direktor Ruedi Matter eingeführt hat, bei der Tagesschau praktikabel ist. Das Konzept besagt, dass eine Sendung so wenig Präsentationsgesichter wie möglich haben soll, um beim Zuschauer eine grössere Identifikation mit dem Format zu erreichen. 

Cornelia Boesch moderierte krank eine «Tagesschau»-Hauptausgabe. 
Ihre drei Kollegen waren in den Ferien. 
Zwar war Franz Fischlin gestern wohl erreichbar, ist aber nicht aufgeboten worden, weil Boesch sagte, sie könne die Sendung durchziehen. Das hat sie nicht geschafft, vermutlich auch, weil ihre drei Moderationsgspänli kürzlich länger abwesend waren oder immer noch sind. So traf Cornelia Boesch in den letzten Wochen eine grosse Arbeitslast. Vom 12. bis 21. Januar hat Boesch durchmoderiert und gestern nach drei Tagen Pause wieder weiter gearbeitet.  

video: youtube/philipp dahm

Notlösung vorbereitet, aber nicht eingesetzt

Im Interview mit watson erklärt «Tagesschau»-Leiter Urs Leuthard, wie es zur Panne kam, warum Sascha Ruefer nicht weitermoderierte und weshalb er in den gehäuften Absenzen kein Problem sieht.

Herr Leuthard, wie geht es Cornelia Boesch?
 
 Es geht ihr mittlerweile wieder besser, wie sie auch über Twitter verlauten liess.


Hat Boesch die Krankheit während der Sendung überfallen oder war sie schon den ganzen Tag angeschlagen?
 
 Sie ist schon etwas angeschlagen zur Arbeit gekommen, hat aber in ständiger enger Absprache mit dem Produzent entschieden, dass Sie die Hauptsendung moderieren kann, die Spätausgabe aber auslässt. Frau Boesch ist eine starke und sportliche Frau, die sich gut einschätzen kann. Leider haben ihre Kräfte doch nicht ausgereicht. 

«Die beiden sind verheiratet und da ist es üblich, dass man hin und wieder zusammen in die Ferien reist.»
Frau Boesch hat vom 12. bis zum 21. Januar zehn Tage durchgearbeitet, dann drei Tage Pause und schliesslich erneut Dienst gehabt. Ist es richtig, dass das Moderatoren-Paar Florian Inhauser und Katja Stauber gleichzeitig und rund zwei Wochen zusammen in den Ferien ist? 
 
Die beiden sind verheiratet und da ist es üblich, dass man hin und wieder zusammen in die Ferien reist.



Urs Leuthard: Früher «Arena»- und «Rundschau»-Moderator und heute Redaktionsleiter der «Tagesschau».
Ist das nicht ein bisschen knapp, wenn man nur vier Moderatoren für die Hauptsendezeit hat? 
 
Grundsätzlich nicht. Wir hatten für heute eine Notvariante vorbereitet gehabt, aber nicht darauf zurückgegriffen, weil Cornelia Boesch zuversichtlich war, die Sendung stemmen zu können.  


Worin bestand diese Notvariante?
 
Das möchte ich nicht öffentlich diskutieren. Wichtig ist, dass wir eine hatten. 

Franz Fischlin, der vierte Moderator soll auch Freitage eingegeben haben. Damit wären drei von vier Moderatoren in den Ferien gewesen.
 
Wir hätten Franz Fischlin kontaktiert, wenn Cornelia Boesch wirklich ausgefallen wäre. Wie gesagt: Sie war der Meinung, dass sie die Sendung moderieren kann.


Fassen wir zusammen: Zwei Moderatoren sind in Südostasien in den Ferien, einer in den Schweizer Alpen und eine kranke Moderatorin muss deswegen arbeiten. 
 
Zu den Feriendestinationen unserer Moderatorinnen und Moderatoren nehme ich keine Stellung. Und: Bei uns muss niemand arbeiten, wenn er oder sie krank ist. Cornelia Boesch hat mit dem Produzenten abgesprochen, was aus ihrer Sicht möglich ist und was nicht. Wir hätten eine Notvariante gehabt, wenn sie vorher bereits komplett ausgefallen wäre. So haben wir zum Beispiel bereits am Nachmittag mit Cornelia Boesch zusammen entschieden, dass sie nur die Hauptausgabe moderieren wird, die Spätausgabe dann aber von Wasiliki Goutziomitros übernommen wird. 

«Der zuständige Produzent hat in dieser schwierigen und hektischen Situation entschieden, die Sendung abzubrechen. Das ist zu respektieren.»
Warum konnte Sascha Ruefer die Sendung nicht zu Ende moderieren? Hat man es ihm nicht zugetraut?
 
Sascha Ruefer ist ein hervorragender Moderator, aber für eine Tagesschau müsste er sich entsprechend vorbereiten können. Und Sie können sich vorstellen, dass es schwierig ist, eine Sendung spontan zu übernehmen, wenn die Hauptmoderatorin im Studio zusammensackt. Dann kümmert sich die Crew erst mal um sie. Der zuständige Produzent hat in dieser schwierigen und hektischen Situation entschieden, die Sendung abzubrechen. Das ist zu respektieren.


KOMMENTAR:
Bei diesem Vorfall geht es einmal mehr um das Verhalten bei Ueberraschungen und Krisen.
Das Interview mit Urs Leuthard zeigt, dass eine Notvariante geplant war, aber nicht eingesetzt worden ist.
Ich bin sicher, dass das Publikum versteht, dass man sich zuerst um die angeschlagenen Moderatorin kümmern muss.
Es ist leicht, nachträglich den Stab über den Entscheid des ABBRUCHES zu brechen. Krisensituationen müssten vorgängig trainiert werden, wenn sie professionell gemeistert werden wollen.
Ob dies das Fernsehen gemacht hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Den Fall B kennen wir laut Interview Leuthard nicht. Ein Grossteil des Publikums hätte es sicherlich geschätzt, wenn man nach dem Sport wenigsten die wichtigsten Meldungen noch als Text eingeblendet hätte. Wenn das Publikum informiert wird - über das was vorgefallen ist, zeigt es meist Verständnis für eine Panne.  Ich erinnere an einen Vorfall bei Franz Fischlin, der  plötzlich ohne Bild und Kontakt zur Regie diese heikle Situation meistern musste. Weil er laufend beschrieben hatte, welche Problem auftauchten, konnte er die unangenehme Panne überbrücken. Vor allem dank: Ruhe bewahren und transparenter Information.
Wird nicht offen informiert - wird spekuliert.
Nachtrag:
Urs Leuthard
über Franz Fischlin
Franz Fischlin wird extra seine Ferien abbrechen und für die kranke Moderatorin übernehmen. Allerdings ist er selbst auch nicht ganz auf der Höhe. «Er ist tatsächlich gesundheitlich nicht 100% fit, aber er wird das können», so Leuthard. Es sei 61 Jahre lang nie etwas passiert. «Ich gehe nicht davon aus, dass zweimal hintereinander so etwas passiert.»

AUS 20 MIN:

  • Kollaps in «Tagesschau»

Mit dem Siegeszeichen verlieren

Fragwürdige V Zeichen



Blick publizierte  Bilder von Jolanda Spiess mit dem V Zeichen.


Landammannfeier auf der MS Rigi.  Die Zuger Polit-Elite lauscht einer Laudatio.

Jolanda Spiess-Hegglin zeigt das Victory-Zeichen – neben ihr Markus Hürlimann.

 Die grüne Politikerin kann darf sich aber nicht mit 

 Churchill vergleichen.

Sie steht nicht nur medial im Gegenwind.

Sie ist alles andere als auf Siegeskurs. 


Wir kennen alle Winston Churchill, der im November 1945 während eines Auftritts in Antwerpen, Belgien als grosser Sieger des Zweiten Weltkriegs  die «V for Victory»-Kampagne populär gemacht hat.   
*

Winston Churchill im November 1945 während eines Auftritts in Antwerpen, Belgien. Der britische Premier und grosse Sieger des Zweiten Weltkriegs machte die «V for Victory»-Kampagne populär. 

Jolanda Spiess-Hegglin könnte nun mit dem unbedachten Victory-Zeichen verlieren statt siegen.
Sie müsste als Politikerin wissen, dass man mit  
nonverbalen Spielchen die Finge verbrennen kann. 
Der 20. Dezember war für sie  der Auftakt zu 
einer peinlichen Sex-Affaire, die derzeit in den
Medien in allen Details ausgeschlachtet  wird.

Jolanda Spiess-Hegglin und ihre Vorgänger: Mit dem Victory-Zeichen verlieren 

Spiess-Hegglin ist nicht die erste, die mit dem  
V Zeichen sich selbst das Bein gestellt hat.
 

Das Zeichen wird oft leichtsinnig genutzt, um zu zeigen: 
Seht her, wir sind die Besten.
Mick Jagger und Jacko haben dieses Zeichen   

ebenfalls genutzt.

 Jo Ackermann liess sich von einem Berater sogar

dazu verleiten, diese Geste vor der Kamera zu zeigen.

Sie wurde als unerträgliche Arroganz empfunden. 


Nun wird auch die grüne   Kantonsrätin erleben, 
dass sie sich mit   diesem "Zeichen der Siegesgewissheit" Probleme einhandeln wird.

Der Sieg ist ihr jedenfalls alles andere als gewiss.  
Wir fragen uns:

Wie kann man als Politikerin  so unbedacht handeln?
 



LINKS:

23. Jan. 2004 ... Es geht den Journalisten um das Victory Zeichen mit der rechten Hand. Sie stören sich an dieser Geste und interpretieren es als Nachahmung ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jan_23_2004.html


26. Okt. 2006 ... Quelle: Spiegel.de, Im neu aufgerollten Mannesmannprozess sah man keinen Josef Ackermann mit einer unbedachten Geste. Vor seinem ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/06/10_26.html