Mittwoch, 24. Dezember 2014

Hassen tatsächlich alle LAST CHRISTMAS?

Zum Ohrwurm: «Last Christmas»

Ich lese in 20 Min:
Das Weihnachtslied von Wham! zieht sich wie ein roter Faden durch die Hasstiraden der Weihnachtsmuffel. Auch Beck kann den Song nicht ausstehen. Er sagt sogar: «Last Christmas ist mit ein Hauptgrund für den Niedergang von Weihnachten.»
Miguel Alvaro De Alba doppelt nach: «Ich hasse Weihachten, weil man spätestens ab Mitte November mit dem uralten Wham!-Song «Last Christmas» terrorisiert wird und viel zu früh Schoko-Weihnachtsmänner und Kollegen zur Konsumgeilheit aufrufen!»

Last Christmas (ORGINAL VERSION) - WHAM! - YouTube

www.youtube.com/watch?v=snw-MWOwRh0
08.12.2008 - Hochgeladen von Somethingsbeautifull x
Last Christmas I gave you my heart But the very next day you gave it away.
KOMMENTAR:
Und dennoch wird "Last Christmas" Millionfach gehört.
Weshalb dieses Phänomen?
Es ist eine nachvollziehbare Geschichte von Jugendlichen, die in einer Alphütte Weihnachten feiern.
Die Geschichte weckt Träume, Erinnerungen. Es geht um Emotionen und "Weisse Weihnachten".
Jedenfalls bestätigt die Einschaltquote, dass Last Christmas  noch längere Zeit leben wird.   
In verschiedenen Versionen:

  1. LAST CHRISTMAS SLOW VERSION - cover by Himanshu ...

    www.youtube.com/watch?v=KIJrV5fULY8
    10.12.2012 - Hochgeladen von Himanshu Chikara
    Slow Version of George Michael's LAST CHRISTMAS.

  1. Last Christmas by Taylor Swift (Fast Version) - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=rogkWzBvJzk
    17.08.2010 - Hochgeladen von TheWannabePoser
    This is not the original version.. I edited the tempo of this song and made it more alive and faster. If you don't ...

Für alle Leser:

Dienstag, 23. Dezember 2014

Ein Künstler lässt es drauf an kommen



  1. Pharrell Williams - Happy (Official Music Video) - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=y6Sxv-sUYtM
    21.11.2013 - Hochgeladen von iamOTHER
    Subscribe to i am OTHER on YouTube: http://bit.ly/IAO_subscribe. Videos, news ... Pharrell Williams Dear G I ...
  2. Pharrell Williams - Happy (1AM) - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=JRMOMjCoR58
    23.11.2013 - Hochgeladen von iamOTHER
    Subscribe to i am OTHER on YouTube: http://bit.ly/IAO_subscribe. Videos, news and ... Written and Produced ...
  3. Pharrell Williams - Marilyn Monroe - YouTube

    www.youtube.com/watch?v=nXXVMcyy_Ag
    23.04.2014 - Hochgeladen von PharrellWilliamsVEVO
    You need Adobe Flash Player to watch this video. Download it from ..... Mix - Pharrell Williams - Marilyn ...
  4. Pharrell Williams legt sich mit You tube an:


    Er verlangt, dass seine Songs vom Netz 


 genommen werden müssen.

Ob er sich durchsetzen kann?

Weshalb erhält Schawinski so viele Prügel?

Patrick Rohr, der ehemalige Arena Moderator begründet dieses Phänomen wie folgt:

Doch wieso regen sich alle so über Schawinski auf, wollte Blick.ch von Patrick Rohr wissen. 

Herr Rohr, wieso ist Roger Schawinski so unbeliebt?
Viele Leute regen sich über seinen Interviewstil auf. Er ist anders, als wir es uns gewöhnt sind. Die meisten Interviewer in unserem Land stellen offene Fragen und lassen das Gegenüber in Ruhe antworten. Schawinski klagt an, stellt Thesen auf, drängt den Interviewpartner in die Defensive.
Das tun Ueli Schmetzer im Kassensturz und Sandro Brotz in der Rundschau doch auch?
Ja, aber nicht auf der persönlichen Ebene. Im Kassensturz zum Beispiel müssen sich Firmenchefs für ihr Handeln rechtfertigen, in der Rundschau Politiker für ihre Entscheidungen. Bei Schawinksi geraten die Gäste oft in die Situation, dass sie sich für ihre Persönlichkeit oder ihren Lebensentwurf rechtfertigen müssen.
Ist das ein Schweizer Phänomen? In Deutschland doch auch mit harten Bandagen diskutiert.
Das stimmt, gerade in der deutschen Politik wird heftig ausgeteilt, aber man bleibt auf der Sachebene. In der Schweizer Politik hat die SVP in den 1990er Jahren einen neuen Stil eingeführt: Man spielt häufig auf den Mann. Man verurteilt jemanden für das, was er ist oder wie er denkt.
Die SVP hat aber Erfolg damit.
Und genau das ist die Bigotterie des Publikums. Es ergötzt sich an der Kontroverse und verurteilt sie gleichzeitig. Wie jetzt bei Schawinski. Die Sendung mit Thiel hat im Internet astronomische Klickraten, gleichzeitig hagelt es Beschwerden. Diese Erfahrung habe ich auch als Moderator der Arena gemacht. Sendungen, in denen es richtig abging, hatten die höchsten Quoten. Gleichzeitig regten sich dann auch am meisten Leute auf.
Also mögen die Leute Provokateure wie Schawinski doch?
Zum Glück gibt es in unserem Land Leute wie Schawinski, sonst wäre es furchtbar langweilig. Schawinski ist anders, er eckt an, er fällt auf, er polarisiert. Und er kämpft. Ohne ihn hätte es in der Schweiz nicht so früh Lokalradio und Lokalfernsehen gegeben.
Viele werfen Schawinski vor, er sei ein arroganter Selbstdarsteller, der die anderen einfach fertig machen will, um selber gut dazustehen. Was halten Sie von diesem Vorwurf?
Dieser Eindruck greift eindeutig zu kurz. Natürlich hat Schawinski – wie alle Interviewer im Fernsehen – selbstdarstellerische Züge. Im Unterschied zu vielen hat er aber eine klare Haltung, eine Moral. Er hat eine Botschaft und will diese platzieren. Das macht ihn greifbar, aber auch angreifbar. Ich habe nicht das Gefühl, dass es ihm nur um sich selber geht.
Mit seiner Art vergrault Schawinski aber seine Gäste. Nationalrätin Natalie Rickli zum Beispiel sagte, sie wolle sich das nicht antun. Ist sie feige?
Es gibt ja kein Gesetz, das sagt, dass man zu Schawinski gehen muss. Es gibt auch zahlreiche Wirtschaftsbosse, die nicht zu ihm wollen. Wenn es keinen konkreten Anlass gibt, um in die Sendung zu gehen, verstehe ich das auch. Man ist relativ schnell in der Verteidigungsrolle, das ist nicht einfach. Man muss kühn sein oder rhetorisch beschlagen. Und man muss die Sendung als Spiel mit eigenen Regeln sehen. Wenn man das Gefühl hat, dass man dem gewachsen ist, soll man in die Sendung.
Thiel hatte auch den Mumm und steht jetzt als grosser Sieger da, der sich nicht provozieren liess.
Ich denke nicht, dass Thiel der Gewinner ist. Er hat ja gesagt zum Spiel, es dann aber nicht mitgespielt. Das geht nicht. Thiel hat einen kontroversen Artikel über den Islam geschrieben, dann soll er sich der Kontroverse auch stellen. Ich glaube eher, dass die Sendung mit Thiel ein Ventil aufgemacht hat. Viele Leute dürfen jetzt endlich ihren Frust über Schawinski abreagieren.
KOMMENTAR: Patrick Rohr hat auf einige wichtige Punkte hingewiesen, die uns bewusst machen, weshalb Schawinski so einen Shitstorm gegen sich selbst ausgelöst hat.
Aus meiner Sicht hat es Thiel vor allem geschafft, einen gefürchteten Profi Moderator mit seiner Ruhe so zu irritieren, so dass dieser die Nerven verloren hat.
Damit vermochte Theil das Spiel kehren. Anstatt, dass wie üblich das Opfer irritiert wurde, wurde  der Angreifer destabilisiert.
Ungewöhnliches hat einen besonderen Aufmerksamkeitswert.
Wenn gleich nicht alle Zuschauer mit den ThesenThiels einverstanden sind, so wurde er dennoch von ihnen zum Sieger auserkoren und die Schadenfreude sorgte zusätzlich dafür, dass im Netz Schawinski bei den Kommentaren das Nachsehen hatte. Sicherlich spielte auch der Mitleideffekt eine  Rolle, denn
es konnte statistisch nachgewiesen werden, dass Thiel viel mehr unterbrochen wurde und ihm als Befragter nur einen Bruchteil der Redezeit Schawinskis zugestanden wurde.

Mehrheit wünscht Rücktritt von Schawinski

Thiel vs. Schawinski

22. Dezember 2014 (20 Min)

Mörgeli fordert Schawinskis Kopf

Die Beschwerdeflut wegen des «Schawinski»-Talks mit Andreas Thiel reisst nicht ab: Christoph Mörgeli fordert nun in einem Brief die Absetzung des Moderators.

storybild 

Unter Beschuss: Gegen Talkmaster Roger Schawinski werden 
Rücktrittsforderungen laut. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

Der Streit um Roger Schawinski eskaliert. Heute Morgen erhielt das Schweizer Fernsehen dicke Post. Der Absender: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. «Ich bin sehr erstaunt, dass das SRF bei Schawinski nicht durchgreift», meint Mörgeli. In einem Brief an SRF-Chef Ruedi Matter, der 20 Minuten vorliegt, regt er deshalb die Absetzung des Talkmasters an: «Wenn ein Mitarbeiter eines Staatsunternehmens einen Gast als ‹Arschloch› betitelt, muss die Unternehmensleitung handeln.»



Zur Umfrage
Soll Roger Schawinski wegen seinem «Arschloch»-Ausrutscher abgesetzt werden
 


59 %

38 %

3 %
Insgesamt 4208 Teilnehmer


136 Beschwerden gegen Schawinski

Nachdem das Gespräch zwischen dem Talker und dem Satiriker Andreas Thiel völlig aus dem Ruder gelaufen war, soll Schawinksi seinen Gast nach der Sendung heftig beschimpft haben. Dabei soll auch das Schmähwort gefallen sein. Auf den Vorfall angesprochen, gab Schawinski seinen Ausrutscher zu. Doch Mörgeli ist das nicht genug: Er will Schawinski mit einem Disziplinarverfahren strafen und fordert den Kopf des streitbaren Moderators.
Dass der SRG-Ombudsmann Achille Casanova bereits aktiv geworden sei, ist Mörgeli nicht genug. «Eine solche Beschimpfung geht auf keine Kuhhaut», findet der SVP-Nationalrat. Dieser Meinung ist man auch bei der Ombudsstelle. «Schawinski sei unhöflich und aggressiv gewesen und habe Thiel nicht zu Wort kommen lassen», bestätigt Casanova und fügt an, dass in vielen der eingegangen Beschwerden die Absetzung des Moderators gefordert werde. 136 Beanstandungen seien in der Sache bereits eingegangen. «Ein absoluter Rekord», wie der Ombudsmann mitteilt.

SRF gibt sich wortkarg

Das SRF will zu den Vorwürfen im Moment keine Stellung nehmen. «Zu diesem Thema wurde schon viel gesagt», teilte am Montagmorgen ein Sprecher mit. Auf Anfrage stellt die Pressestelle jedoch in Aussicht, dass man Mörgelis Brief am späteren Nachmittag kommentieren werde.

KOMMENTAR: Es würde mich nicht verwundern, wenn noch weitere Beschwerden eintreffen. Die Schadenfreude gegenüber dem Moderator, der die Nerven verloren hatte, könnte einen zusätzlichen Dominoeffekt auslösen. Ich beneide jedenfalls den Ombudsmann nicht. Er muss alle Beschwerden ernst nehmen.

Montag, 22. Dezember 2014

Einfacher und eindeutiger kommunizieren




Marcus Knill ist heute ein anerkannter Experte für Medienrhetorik. Für einen glaubwürdigen Auftritt überzeugt man nur, wenn man selbst von der Botschaft überzeugt ist.
Persönliches Marcus Knill ist auf der Schaffhauser Seite des Rheinfalls aufgewachsen. Nach der Kantonsschule Schaffhausen und einem Teil der Ausbildung in Zürich zog es ihn wieder an die Zürcher Rheinfallgemeinde Uhwiesen und war dort einige Jahre an der Oberstufenschule tätig. Das Studium in Angewandter Psychologie absolvierte er in Zürich.   Als Autor von Fachbüchern und Fachartikeln vor allem aber mit dem virtuellen Buch www.rhetorik.ch machte er sich einen Namen. Zusammen mit seiner Frau Hildegard ist er selbständiger Kommunikationsberater in Uhwiesen im Weinland.
Persönliches
Marcus Knill ist auf der Schaffhauser Seite des Rheinfalls aufgewachsen. Nach der Kantonsschule Schaffhausen und einem Teil der Ausbildung in Zürich zog es ihn wieder an die Zürcher Rheinfallgemeinde Uhwiesen und war dort einige Jahre an der Oberstufenschule tätig. Das Studium in Angewandter Psychologie absolvierte er in Zürich. Als Autor von Fachbüchern und Fachartikeln vor allem aber mit dem virtuellen Buch www.rhetorik.ch machte er sich einen Namen. Zusammen mit seiner Frau Hildegard ist er selbständiger Kommunikationsberater in Uhwiesen im Weinland.
Um das eigene Verhalten besser analysieren zu können, sind Kameras nötig.Bild: zvg
Um das eigene Verhalten besser analysieren zu können, sind Kameras nötig.Bild: zvg

Es wurden schon viele Bücher über Kommunikation geschrieben und viele Kurse werden zu diesem Thema angeboten. Allerdings wissen die wenigsten, um was es bei der Kommunikation, Präsentation und Rhetorik wirklich geht. Dass es nicht nur ums Reden und Zuhören geht, vielmehr auch ums Verstehen, die Ausstrahlung und Überzeugung zu dem, was man sagt. Doch wie verhält man sich, wenn ein Auftritt vor grossem Publikum bevorsteht? Marcus Knill hat Konzepte und Methoden entwickelt, die massgeschneidert und individuell auf die Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnitten sind. Die Übungen sind praxisorientiert, bauen die Anspannung ab und verhelfen zur eigenen Natürlichkeit – ohne Schauspielerei. Videoaufzeichnungen sind ein geeignetes Mittel, welches das eigene Verhalten bestens widerspiegelt und bei Knill + Knill Kommunikationsberatung häufig zum Einsatz kommt. Trainiert werden vor allem das Verhalten bei Interviews, Streitgesprächen oder in der Argumentation.

Hilfe zur Selbsthilfe
 
Für ein adressatenorientiertes und inhaltsbezogenes Auftreten braucht es laut Marcus Knill gar nicht so viel. Was aber hindert die Menschen daran, vor einer Kamera zu stehen oder vor einem grösseren Publikum zu sprechen? «Viele Leute sehen sich schlechter als sie wirklich sind. Das hat unter anderem damit zu tun, dass wir das Negative gerne zuerst sehen. So ist das auch bei den persönlichen Stärken und Schwächen, wo man sich zu sehr auf die Schwächen konzentriert. Deshalb will ich bei meinen Coachings, dass meine Kunden ihre Stärken erkennen, um damit arbeiten zu können», so Marcus Knill. Das Schlüsselwort dabei ist die Hilfe zur Selbsthilfe, wo einem das nötige Werkzeug mitgegeben wird, um sich bei künftigen Herausforderungen im kommunikativen Bereich selber helfen zu können.


Botschaften einfach platzieren
 
Damit man nicht wie viele Politiker weichgespühlt spricht und sich nicht in Details verzettelt, gibt es eine relativ simple Methode. Marcus Knill macht bildhaft auf die Zahl eins aufmerksam. Doch was hat es mit dieser Zahl auf sich? Sie beschreibt die Eindeutigkeit und Einfachheit, mit der man seine Kernbotschaft platzieren kann – mit Worten, die beim Gegenüber Bilder auslösen. Wichtig ist einem öffentlichen Auftritt weniger der Bezug auf sich selbst, vielmehr die Konzentration auf das Du und die Sache. Durch diese Weise ist man ganz sich selbst. Auf die Frage, was ihn dazu motivierte, sich als Kommunikationsberater selbständig zu machen, antwortet der Uhwiesener: «Der Umgang mit Menschen faszinierte mich schon immer. Ich will die Gründe analysieren, warum viele Auftritte schief gehen und bei den Menschen, die zu mir kommen, mit wenig Aufwand bei Auftritten überzeugen.»

Können Shitstorm und Beschwerden Schawinski gefährlich werden?

Sehr wahrscheinlich kommt Schawinski 
mit einem blauen Auge davon



 Beschwerdeflut gegen Schawinski

Zoom
Roger Schawinski im Studio der nach ihm benannten Sendung. (Bild: Keystone)

Die SRF-Talksendung "Schawinski" vom Montagabend beschert SRG-Ombudsmann Achille Casanova viel Arbeit. 

Bis am Freitagnachmittag gingen nicht weniger als 65 Beanstandungen ein.

Ich zitiere das TAGBLATT:
Die meisten Beschwerden  richten sich gegen Moderator Roger Schawinski und die Art und Weise, wie dieser mit seinem Gast, dem Satiriker Andreas Thiel, umgegangen ist.
Das knapp halbstündige Gespräch war bereits nach wenigen Minuten aus dem Ruder gelaufen. Schawinski hatte Thiel wegen eines Artikels in der "Weltwoche" eingeladen, in dem der Satiriker den Koran als einen "Aufruf zur Gewalt, eine Anleitung für Krieg und Unterdrückung" brandmarkte.
Zu einer sachlichen Diskussion über Thiels kritischen Artikel kam es allerdings nicht, weil sich Schawinski und sein Gast vom ersten Moment an provozierten und bald auch beleidigten. Die Stimmung war von Beginn weg gehässig und blieb dies bis zum Schluss.
Die Sendung führte nicht nur zu zahlreichen Reaktionen in den Medien, sondern bescherte auch SRG-Ombudsmann Achille Casanova viel Arbeit. Er bestätigte einen Bericht der "Schaffhauser Nachrichten" vom Freitag.

"Mangelhaft, provozierend, unhöflich"

Bis am späten Nachmittag gingen bei der Ombudsstelle 65 Beanstandungen ein, wie Casanova auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. In den allermeisten davon wird Kritik gegenüber Roger Schawinski geäussert.
"Die meisten Zuschauer bemängeln vor allem die Art und Weise, wie der Gastgeber Andreas Thiel behandelte", sagte Casanova. "Die Hälfte der Beschwerdeführenden verlangt zudem die Absetzung von Schawinski oder der nach ihm benannten Sendung." Die Kritiker bezeichneten die Gesprächsführung als "mangelhaft, provozierend, unhöflich, respektlos oder beleidigend".
Lediglich fünf Zuschauer sprächen sich zugunsten des Moderators aus. Sie erachteten es als richtig, provozierende Fragen zu stellen. Die Äusserungen von Thiel empfanden sie laut Casanova als "hart an der Grenze von Rassismus und Diskriminierung".

Flut an Beschwerden ist selten

Als nächstes muss Casanova jede Beanstandung einzeln bestätigen. Danach werde er die Einwendungen für eine Stellungnahme an die SRF-Redaktion weiterleiten. Erst danach wird er sich in einem Bericht dazu äussern, ob eine Beanstandung berechtigt ist oder nicht. Dieser Bericht muss innert 40 Tagen nach dem Eingang vorliegen.
In der Geschichte der Ombudsstelle kam es erst einmal zu einer solchen Flut an Beanstandungen. 110 Beschwerden gingen im April 2014 ein. Damals ging es um die Berichterstattung der "Rundschau" über den Kampfjet Gripen. Normalerweise habe er für eine einzelne Sendung nicht mehr als zwei bis drei Beschwerden zu behandeln, sagte Casanova. (sda)

KOMMENTAR: Mit Spannung erwarte ich die Beurteilung der Ombudsstelle.  So wie ich SRG-Ombudsmann Achille Casanova kenne, wird er die Beschwerden nicht nur oberflächlich beurteilen.Wenngleich Beanstandungen selten Folgen haben, sind sie für die Betroffenen stets unangenehm und haben interne Auswirkungen, die nicht nach aussen kommuniziert werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Tagen noch weitere Beschwerden eintreffen.