Freitag, 11. Oktober 2013

Zweifel am Erfolg der integrativen Schule

Die grosse Ernüchterung reift um sich

Nachdem mit grossen Hoffnungen die Klassen alle Kinder aufnehmen mussten - Schwache, Spitzenschüler und Verhaltensgestörte - haben nun viele Lehrer erkannt, dass
die erwünschte Integration mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden ist und die sogenannten integrativen Schulen weder den Begaben noch den schwierigen Schülern gerecht wird.




Ich zitiere NZZ-online:

Die Skepsis gegenüber der integrativen Schulung wächst in der Schweiz. Dabei zeigt sich: Mancherorts erweist sich das Modell als erfolgreich. Doch strapaziert man die Integrationsbemühungen, verkehrt sich das Prinzip in sein Gegenteil.

Bis 2003 nahm der Anteil der Schüler und Schülerinnen, die in Sonder- und Kleinklassen unterrichtet werden, kontinuierlich zu: 3,9 Prozent waren es damals, seither ist die Quote rückläufig – 2008 verzeichnete das Bundesamt für Statistik noch 3,1 Prozent. Die Zahlen spiegeln die Entwicklung hin zu einer Schule wider, die auch Kinder mit Behinderungen oder mit Lernschwierigkeiten möglichst in die Regelklassen integriert. In den meisten Kantonen wurde und wird an sonderpädagogischen Konzepten gearbeitet. Sie sind eine Folge der Neugestaltung des Finanzausgleichs (NFA), die den Kantonen die Verantwortung dafür überträgt und die IV finanziell entlastet.

Solothurn bremst, Basel voran

Ausserdem schreiben das Behindertengleichstellungsgesetz und viele Volksschulgesetze die Förderung der integrativen Schulung vor. Diskussionslos geht dieser Prozess indessen nicht über die Bühne – nicht nur im Kanton Zürich, wo das sonderpädagogische Konzept 2010 nach harter Kritik zurückgezogen wurde. Im Kanton Solothurn kam es im Dezember ebenfalls zu einem abrupten Bremsmanöver, als der Kantonsrat mit grosser Mehrheit eine Verordnung zur flächendeckenden Einführung der integrativen Schule ablehnte. Inzwischen hat Bildungsdirektor Klaus Fischer die Projektleitung ausgewechselt und einen dreijährigen Versuch angekündigt.

Eine Frage der Ressourcen

Insgesamt aber ist mancherorts Ernüchterung der Euphorie gewichen. Interessanterweise stehen sich die politischen Pole dabei teilweise recht nahe. Es sei verfehlt, der Schule diese zusätzliche Verantwortung zu übertragen, die zu einer Überlastung der Lehrer und einer Nivellierung nach unten führe, reklamiert auf der einen Seite die SVP. Lehrerverbände und Gewerkschaften warnen auf der anderen vor einem Kollaps der Schule und drängen auf zusätzliche Stellenprozente, die nötig seien, um den Unterricht in heterogen zusammengesetzten Klassen in der gebotenen Qualität überhaupt erbringen zu können – oder wie es in der Vernehmlassung der Zürcher Schulsynode zum sozialpädagogischen Konzept heisst: «Das Konzept verfügt über positive Aspekte, stimmt aber im Einsatz der Mittel nicht mit der Realität überein.»
Auch wenn Hintergrund und Intention der Kritik je nach Herkunft unterschiedlich sind, wird zweierlei deutlich. Erstens: Integrative Schulung ist eine Ressourcenfrage. Dort, wo sie mit Sparbemühungen kombiniert ist, sinkt die Akzeptanz auf allen Seiten. Im Kanton Zürich, wo die Regierung bei der Sonderpädagogik 17 Millionen Franken einsparen wollte, wurde die Vorlage von breiten Kreisen in erster Linie als Sparprogramm wahrgenommen. Viele Lehrer befürchten trotz der Unterstützung durch Heilpädagogen disziplinarische Probleme, die den Unterricht erschweren. Schon ein halbes Jahr vor dem Rückzug des Konzeptes bezeichnete das Zürcher Volksschulamt die Ressourcen vor diesem Hintergrund als «Knackpunkt».

Gefahr der Stigmatisierung

Zweitens sind der integrativen Schulung Grenzen gesetzt – eine Erkenntnis, die zwar nicht neu ist, aber in den letzten Jahren möglicherweise zu wenig Beachtung fand. «Heute versucht man, möglichst viele Kinder in Regelklassen zu integrieren», kritisierte unlängst der durchaus nicht auf SVP-Linie agierende Psychologe Alain Guggenbühl gegenüber der Zeitung «Der Bund». Wenn man aber für jedes Kind individuelle Lernziele formuliere, gehe der Gruppenaspekt verloren, und es bestehe die Gefahr einer Stigmatisierung. Indizien dafür, dass solche Effekte infolge der Integrationsbemühungen möglicherweise tatsächlich stattfinden, ergeben sich aus Zahlen der Berner Gesundheitsdirektion. Dort nimmt die Zahl der Kinder mit Sonderschul-Status in der Regelklasse massiv zu.

Regel- zu Sonderschülern

Eine mögliche Erklärung dafür lautet, dass die Regelschulen auf diese Weise zu zusätzlichen heilpädagogischen Lektionen kommen, so die Vermutung in der Gesundheits- und Fürsorgedirektion auf Anfrage. Solche Anreize führen – überspitzt formuliert – zu einer Umkehrung des Prinzips: Statt Sonderschüler in die Regelklasse zu integrieren, werden so aus Kindern in der Regelschule Sonderschüler. Für Beatrice Kronenberg, die die integrative Schulung klar befürwortet, zeigen solche Hinweise, dass der Begriff der Integration strapaziert wird. Integration sei gut, «wenn man sie nicht zum unumstösslichen Prinzip erhebt», sagt sie. Man müsse sich bei jedem Kind fragen, wo es am besten aufgehoben sei und welcher Status die Situation des Kindes treffe. Und: «Man darf dabei die Klasse als Ganzes nicht aus den Augen verlieren.» 

Der BOBACHTER beleuchtet die Baustelle "Integrative Schule" aus der Praxis. Ich zitiere:

Lernschwache und behinderte Kinder sollen in gewöhnliche Schulklassen integriert werden – eine noble Idee. Doch bei der Umsetzung stossen alle Beteiligten an ihre Grenzen.


Die erste Erfahrung, die Tanja Brügger mit der schulischen Integration machte, war bitter: «Im Kindergarten wurde mein Sohn teilweise vom Unterricht suspendiert, obwohl sie ihn eigentlich integrieren wollten», schrieb die 39-Jährige in einem Internetforum. Sie war eine von zahlreichen Müttern, die sich innert weniger Stunden zur Frage «Integration: Fluch oder Segen?» äusserten, viele davon skeptisch bis negativ.
Jetzt sitzt Tanja Brügger in einem Café in Bern und erzählt, wie sich alles zugetragen hat. Ihr heute achtjähriger Sohn Remo hat ADHS. Im Kindergarten stand diese ­Diagnose noch nicht fest. Remo war sehr impulsiv, Freudenstürme und Wutanfälle waren an der Tagesordnung. Ihm wurde ­eine Heilpädagogin zur Seite gestellt. Trotzdem kam es einige Male zu unschönen Szenen, manchmal schmiss er Gegenstände durchs Zimmer. «Seine Konzentration liess im Lauf des Tages stark nach. Er liess sich leicht provozieren, schwierig wurde es vor allem am späten Vormittag», erzählt Brügger.

Unlösbar, sagen viele Lehrpersonen

Schliesslich wusste sich die Kindergärtnerin nicht mehr zu helfen. Man zog einen Erziehungsberater bei und kam überein, dass Remo vorübergehend einen Tag pro Woche gar nicht mehr in den Kindergarten kommen und an einem Vormittag früher nach Hause gehen sollte. Auch ins Turnen durfte er vorläufig nicht mehr, weil er oft davonlief und sich versteckte. So verkehrte sich die beabsichtigte Integration flugs ins Gegenteil: Remo wurde ausgeschlossen.
Die Integration von Kindern mit Ver­haltensauffälligkeiten, spezifischen Lernschwächen oder Behinderungen in die Regelklassen ist mittlerweile fast überall Pflicht (siehe «Integrative Schule»). Doch Lehrpersonen und Heilpädagogen stossen täglich an Grenzen beim Versuch, eine «Schule für alle» zu bilden, wie sie von Politik und Wissenschaft propagiert wird. Viele klagen über mangelnde Ressourcen und unlösbare Aufgaben. Ist die schöne Idee der Chancengerechtigkeit etwa eine Illusion?
Fest steht: Remo ist kein Einzelfall. ­Typisch daran ist, dass Verhaltensauffälligkeiten sehr oft erst im Kindergarten zutage treten. Und das stellt die Kindergärtnerinnen vor spezielle Probleme: «Man muss erst einmal herausfinden, woran es genau liegt, dass ein Kind zum Beispiel einer Aufforderung nicht nachkommt», sagt Brigitte Fleuti, Kindergärtnerin in Langnau am ­Albis. Manchmal sei es einfach eine Hörbeeinträchtigung oder eine Sehschwäche. Wenn ein Kind vom Verhalten her aber stark aus dem Rahmen fällt, kann das eine Lehrperson rasch überfordern – schliesslich hat sie noch 20 andere Kinder zu betreuen. Das kann wie im oben geschilderten Fall von Remo zu einem Ausschluss führen, wo doch Integration das Ziel war.

«Es braucht viel Routine, um zu verhindern, dass sich die anderen Kinder vernachlässigt fühlen»: Brigitte Fleuti, Kindergärtnerin
In Fleutis Kindergartenklassen sitzen seit etwa fünf Jahren regelmässig drei bis vier Kinder, die spezielle Förderung benötigen. Eine Heilpädagogin kommt für drei Lektionen pro Woche zur Unterstützung, übt ­bestimmte Dinge mit ihnen, etwa Stifthaltung oder Schneiden mit der Schere.

Kommentar: Wenn sich nachträglich zeigt, dass ein Modell nicht das bringt, was man sich erhofft hat, sollte es doch möglich sein - im Sinne einer Verbesserung - einen Fehlenscheid wieder rückgängig zu machen. Bei der integrativen Schule scheint dies ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Nach dem Motto:
Wer A sagt, muss auch B sagen.  Selbst dann, wenn offensichtlich ist, dass man sich auf dem Holzweg befindet.
Uebrigens: Ich finde es auch unehrlich, wenn Begriffe beschönigt werden.
Nach der heutigen Sprachregelung darf die Störung nicht mehr beim Namen genannt werden. Es heisst jetzt euphemistisch "verhaltensauffällig", statt "verhaltensgestört" Ich hörte sogar einmal den Begriff "verhaltensoriginell". Wenn ein Kind dem Tischnachbarn - einfach so - den Bleistift in die Hand bohrt. Was soll an so einer  Störung des Unterrichtes originell sein?


Donnerstag, 10. Oktober 2013

Der erste Schnee ist an vielen Orten schon da

Die Kälte kommt

Wir müssten das Uebel an der Wurzel packen

Nach dem tragischen Schiffsunglück mit Hunderten von Toten
stellen wir  ernüchternd fest:
Den geldgierigen Schleppern müsste endlich das Handwerk gelegt werden.
Wahrscheinlich geschieht auch nach dieser Katastrophe weiterhin nichts in dieser Hinsicht.




Mieses Millionengeschäft der Schlepper: «So eine Reise kann bis 5000 Dollar kosten»

Ich zitiere Blick-online:

Mieses Millionengeschäft der Schlepper«So eine Reise kann bis 5000 Dollar kosten»

Die Empörung über die Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa ebbt bereits wieder ab. Jetzt richtet sich die Wut auf jene, die tatsächlich Schuld haben: die Schlepper.

play Ströme illegaler Flüchtlinge Europa / Schengen-Raum 2012
(Ringier Infographics, Quelle: Frontex)
Fachleute beobachten mit Sorge, dass die Zahl der Flüchtlinge, die von Nordafrika nach Europa flüchten, dramatisch ansteigt. Waren es 2012 im zentralen Mittelmeer noch 12’000 Flüchtlinge, sind es im laufenden Jahr bereits 27’000. Zentraler Faktor für diese Zunahme: rücksichtslose Schlepperbanden.
«Es ist anzunehmen, dass ohne Schlepperbanden im nördlichen Afrika weniger Flüchtlinge das Mittelmeer überqueren würden,» sagt Peter Arbenz, ein profunder Kenner der Migrationspolitik. Mitte der 80er-Jahre baute er das Flüchtlingswesen des Bundes als Delegierter des Bundesrates auf.

Professioneller und skrupelloser

Schlepperbanden werden zunehmend nicht nur professioneller, sie werden auch immer skrupelloser. Das zeigt sich daran, dass das vergangene Woche vor Lampedusa gekenterte Flüchtlingsschiff kein Satellitentelefon an Bord hatte, um im Notfall die italienische Küstenwache zu alarmieren. Aus diesem Grund hatten die Flüchtlinge auch damit begonnen, Kleidungsstücke anzuzünden, um auf ihre Seenot aufmerksam zu machen. Die traurige Folge ist bekannt: Das Boot kenterte, nur 155 überleben. Der Rest der 500 Passagiere wird vermisst oder ist inzwischen tot geborgen.
Das Business ist ein sehr einträgliches: Die Schlepper verlangen pro Überfahrt ans europäische Festland mindestens tausend Euro, in der Regel mehr. Arbenz weiss: «So eine Reise kann auch schon mal 5000 US-Dollar kosten.» Zum Nachrechnen: Allein am Katastrophenboot haben die Schlepper eine halbe Million Euro verdient. Mindestens.
Zusätzlich müssen sich die Flüchtlinge nicht nur massiv verschulden, sie müssen auch noch ihren Pass abgeben.

Die bisherigen Erfolge? «Bescheiden»

Dieser Entwicklung stehen die Anrainerstaaten der Europäischen Union mehr oder weniger machtlos gegenüber. Für Frontex, die Organisation zum Schutz der EU-Aussengrenzen, kommt Korruption erschwerend hinzu. Peter Arbenz: «Häufig steckt die lokale Grenzpolizei mit den Schleppern unter einer Decke und kassiert mit.»
Die europäischen Aufnahmestaaten könnten laut Arbenz höchstens zur Ausbildung der Beamte in den nordafrikanischen Staaten beitragen sowie generell versuchen, in diesen Staaten rechtsstaatliche Strukturen zu schaffen. Im Falle von Libyen ist das bisher gescheitert. Arbenz selbst hält den bisherigen Erfolg gegen das Schleppertum deshalb auch für «bescheiden».
Ausnahme bildet aktuell Spanien, das laut Arbenz «rigorose Kontroll- und Sperrmassnahmen angeordnet hat». Italien hingegen betrachte neu gelandete Flüchtlinge vor allem als «Transitpassagiere» sorge dafür, dass sie möglichst rasch in andere Länder weiterreisen - «soweit sie diese nicht in der eigenen Landwirtschaft für Erntearbeiten benötigen.»

Kaum Hoffnung auf Besserung

Hoffnung auf Besserung kann Arbenz keine machen: «Vollständig in den Griff bekommen wird man diese Probleme noch auf längere Sicht nicht.» Um weitere menschliche Tragödien im Mittelmeer einzugrenzen müssten in erster Linie die Aufklärungs- und Überwachungstätigkeit an den nordafrikanischen Küsten verstärkt werden. Im Falle von Libyen, aktuell das grösste Tor zum Paradies im Norden, wird das auf absehbare Zeit nicht möglich sein.

Kommentar: Es gibt verschiedene Lösungsansätze. Die einen verlangen mehr Geld für die Entwicklungshilfe, damit die Leute nicht mehr flüchten müssen. Andere wollen die Schiffe auf offener See abfangen und zurückführen. Es gibt auch die Forderung nach Kontrollen bei der Einschiffung. In wirtschaftlichen Fragen gibt es grenzüberschreitenede Verträge. Die Frage ist berechtigt: Weshalb ist es dies beim Schlepperproblem nicht möglich, dass die betroffenen Staaten zusammenarbeiten und analoge Strafnormen vereinbaren?
So lange jedoch das Schleppertum rentiert, wird es wohl kaum  gebremst werden können.  


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Wir durften einen herrlichen Herbsttag im Wallis geniessen

Am Donnerstag kommt die Kälte

Schade!

Bietschorn Gipfel im Herbst mit Wanderweg. Blick vom Laucheralp, Lötschental, Wallis, Schweiz Stockfoto - 18461526

Dienstag, 8. Oktober 2013

Zum Rechtstrend in Europa

Weshalb der Rechtstrend in Europa?

Seit geraumer Zeit herrscht in Europa ein deutlicher  *Rechtstrend*.  Sogar  liberale nordische Länder wie Dänemark, Norwegen, Holland machen da mit. Was könnten  die Gründe sein für diese deutliche Entwicklung?
Geht es um einen Wertwandel?
Oder nur um die Suche nach Heimat und einfachen Grundsätzen?
Tatsächlich bringt die globalisierte Wirtschaft viele neue Probleme mit sich. Vielen etablierten Parteien fehlen derzeit hilfreiche Antworten.
Die Gründe des Trends nach rechts sind nach meinem Dafürhalten recht vielfältig und dürfen nicht verdrängt werden.


Betrachten wir die Situation jener  Ländern die  "umgeschlagen sind":

In Oesterreich gab es  über Jahre hinweg kaum eine wirkliche Opposition. Die beiden großen Parteien (SPÖ und ÖVP) waren sich relativ einig waren und haben zum Teil auch koaliert. Die grosse Koalition hatte zur Folge , dass extremer ausgerichteten Parteien nach oben gespült werden. Sie wurden zum Sammelbecken der Opposition die es in allen Ländern gibt. In keinem Land sind alle Bürger mit der Regierung zufrieden. 

In Holland ist der führende Kopf der Sozialdemokratie zurückgetreten.

In Frankreich haben sich Jospin und Chirak gegenüber der Öffentlichkeit   behindert. Fehler der "Etablierten" konnten öffentlichkeits - wirksam ausschlachtet werden.


Zum Sicherheitbedürfnis der Menschen:


Alle Menschen, auch wenn wir es nicht zugeben, haben ein Ur- Bedürfnis nach Sicherheit. Die Sicherheit im allgemeinen eher im traditionell konservatives Politikfeld verankert. Das kann mit ein Grund sein, weshalb rechtsgerichtete Parteien in unsicheren Zeiten einen grösseren Zulauf von Wählern haben.

Zur Wirtschaftsproblematik:

In den letzten Jahren geht es -  mal langsamer und mal schneller - mit der Wirtschaft in  Europa abwärts. Die Bürger schätzen dann einfache Lösungen. Die Zusammenhänge sind zu komplex und machen vielen Angst. Sündenböcke sind willkommen. Weil die Politik angeblich die Situation verschuldet, sind diese fällig.



Die Ausländerproblematik:


Vor allem Muslime werden in den Medien immer weider als Sündenböcke dargestellt. Da viele Menschen verunsichert sind, suchen sie nach schnellen einfachen Lösungen. Eine solche Lösung lautet "Ausländer raus!" Dies schlagen vor allem die extrem rechten Parteien vor und bekommen  mit diesem Slogan Zulauf. Die Personenfreizügigkeit und die Flüchtlingsströme nach Europa tragen mit bei, Angst einflössen. Die Europäer fühlen sich machtlos. Man muss die Flüchtlingsströme aus humanitären Gründen aufnehmen. Die kriminellen Schlepperbanden können nicht habhaft gemacht werden. Die Folgen der wachsenden Ueberbevölkerung sind derzeit enorm. Es hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Finanzen, den Wohnungsmarkt, den Wohlstand usw. Viele Parteien verschweigen diese Problematik 

- Die Leute wünschen  auch mal eine Aenderung:

Nun, in vielen Leuten ist auch ein bisschen Mitleid bei den in der Öffentlichkeit unterdrückten rechten Minderheit zu erkennen. So kommt mitunter eine Mentalität auf, nach dem Stil: "Jetzt erst Recht". Ausserdem wollen die Leute auch keinen Einheitsbrei vorgesetzt bekommen, denn wenn sich alle Regierungschefs auf europäischer Ebene einig sind, weil sie der gleichen politischen Richtung angehören, haben viele Leute Befürchtungen, ihre Interessen könnten nicht genug gewahrt werden. Nur dank  einer Opposition können etwas ändern.

- Rechts wählen ist Mode geworden:

Vor wenigen Jahren war es für viele Menschen einfach nicht vorstellbar, die "bösen Rechten" zu wählen. Sie wurden jahrelang von den etablierten Parteien stigmatisiert. Jetzt finden immer mehr, dass die Rechten gar nicht so schlimm sind. Sie sind   zu einer echten Option geworden.

- Die Leitfiguren:

Früher gab es noch  Wehner und  Strauss, die sich verbal deutlich zu positionieren sagten. Die gemässigten Parteien hingegen artikulieren sich kaum noch im Klartext zu.  Gesichtlose Politiker dominieren. Wenn Politiker wie der Haider, LePen oder Fortoyn nicht nur gut reden, sondern auch offen wagen, die Ueberfremdung zu thematisieren, dann  hat dies eine Anziehungskraft.

- Die grossen Parteien sind leider oft ein Einheitsbrei

In fast allen europäischen Ländern ähneln sich die grossen Parteien weitgehend. Sie spekulieren auf die "51% der Mitte". Wer sich von der vagen Mitte und auch von der Opposition nicht angesprochen fühlt, wählt dann eben eine kleine, meist extreme Partei. 

Zur Ueberraschung in Genf:


 

Die Wahlen vom 6. Oktober brachten der MCG im rechten Flügel einen Erdrutschsieg. Das Rezept basiert auf dem Unmut vieler unzufriedenen Bürgern. Die Partei hatte das Ohr bei den Nöten der Genfer. Die Partei bietet einfache Lösungen an. Die Recht ist populär und vertritt soziale Anliegen. Die MCG hat Vieles gemeinsam mit der LEGA im Tessin.

Ich zitiere Tagi-online:
Politologieprofessor Pascal Sciarini: «Das Rezept des MCG, Probleme zu benennen, um danach extrem einfache, kaum umsetzbare Lösungen zu präsentieren, funktioniert.» Weil auch die SVP (plus 2 Parlamentssitze) zulegen dürfte, könnte die Rechte auf 30 Prozent Wähleranteile kommen. Das sei für Genf «absolut spektakulär», so Sciarini. MCG und SVP werden im zweiten Wahlgang der Regierungswahlen wohl mit einer gemeinsamen Liste antreten, aber nur die MCG-Politiker Poggia und Stauffer haben reelle Wahlchancen.
FAZIT:
Wenn die Rechten am Ruder sind, müssen sie - wie alle andern Parteien - erst noch beweisen, dass sie die Probleme wirklich besser lösen können.  Die Dänen hoffen derzeit, dass die rechte Regierung hart durchgreift und Themen wie Familiennachzug, gekürzte Sozialleistungen für Ausländer (werden erst ab dem 7. Jahr in voller Höhe ausbezahlt), kompromisslose Ausweisung von straffälligen Tätern usw. konkret angehen wird.
Ausländern in Dänemark weht seit dem Regierungswechsel ein ziemlich harter Wind um die Ohren. Doch Ausländer, die schon seit Jahren in Dänemark leben, haben sich sehr gut integriert und gehen einer geregelten Arbeit nach.
Es ist erstaunlich, dass gerade dieser Teil der Bevölkerung mit bis zu 80%  rechts gestimmt hat.
Auch die Rechten müssen bei der politischen Arbeit auch nur mit Wasser waschen:
Mit dem Rechtsrutsch wird sich somit wenig ändern.  Die kleinen Parteien können nicht einfach machen, was sie wollen. Sie müssen die unliebsamen Entscheidungen ebenfalls mittragen, falls sie ans Ruder kommen.

Montag, 7. Oktober 2013

Verhandeln - aber wie? (Nach der Wahl)

Wer wendet welche Taktik an?

Sondierung von Union und SPD: Stunde der Taktierer
Jetzt geht's los: In Berlin kommen 21 Politiker von Union und SPD zu Sondierungsgesprächen zusammen, drei Stunden soll das Treffen dauern. Beim Thema Mindestlohn soll es bereits einen Kompromiss geben.
(Quelle Spiegel)

Koalitionsfindung Union und SPD vereinbaren nächstes Gespräch

Koalitionsfindung: Union und SPD vereinbaren nächstes Gespräch
Nach ihrer ersten Sondierungsrunde haben Union und SPD ein weiteres Treffen vereinbart. Laut SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles soll es am 14. Oktober stattfinden. Sie berichtet von einer "aufgeschlossenen Atmosphäre"

Kommentar: Diese Woche folgen die Verhandlungen mit den Grünen und am Freitag nochmals mit der SPD. Was uns interessiert: Wer macht welche Kompromisse? Beide Seiten müssen das Gesicht wahren können. Wir müssen aber einmal mehr damit rechnen, dass die Versprechen vor der Wahl nicht mehr eingehalten werden. 

ZU DEN VERHANDLUNGEN OBAMA-REPUBLIKANER
(Es geht nicht ohne Kompromisse) 


Im erbittert geführten US-Haushaltsstreit gibt es erste Anzeichen für einen Kompromiss. US-Präsident Barack Obama sagte gestern Abend, er würde eine kurzfristige Erhöhung der Schuldengrenze akzeptieren.

Obama knickt ein und macht den Republikanern ein Angebot: Er sei bereit zu Gesprächen über seine umstrittenen Gesundheitsreform. Dies hatten seine politischen Gegner vehement gefordert.

Obama machte jedoch zur Bedingung, dass zuvor der Kongress die Haushaltsblockade löst und die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar anhebt.

«Sobald das passiert, bin ich bereit, mit den Republikanern über eine ganze Reihe von Themen zu verhandeln», erklärte Obama bei einem Besuch der Bundesstelle für Katastrophenschutz. Bislang haben Obama und seine Demokraten Änderungen an der «Obamacare» genannten Gesundheitsreform abgelehnt.

Die Republikaner machten dies zur jedoch Bedingung für eine Einigung auf einen Haushalt. Parallel dazu brachte der einflussreiche republikanische Senator Rob Portman aus Ohio Vorschläge für Einsparungen und Änderungen des US-Steuerwesens in Umlauf.

Zahlungsunfähigkeit droht

Dieser Plan sollte als Teil eines grösseren Pakets dienen, um die Haushaltsblockade zu lösen und die Schuldenobergrenze anzuheben. Ein Durchbruch ist dennoch nicht unmittelbar in Sicht. Die Fronten zwischen den Parteien sind nach wie vor verhärtet.

Seit einer Woche sind zahlreiche Bundeseinrichtungen geschlossen. Der Kongress konnte sich bis zu Beginn des Haushaltsjahres am 1. Oktober nicht auf einen Übergangsetat einigen.

Zudem muss sich der Kongress bis zum 17. Oktober auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze verständig
en. Ansonsten droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Das sorgt an den Weltmärkten für Nervosität. (SDA/snx)
 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Es lag in der Luft, doch viele glaubten an ein Wunder

Dani Albrecht hat richtig entschieden  - leider etwas zu spät

Rücktritt
Dani Albrecht gab nach seinem Horrorsturz den Glauben an eine Rückkehr zur Weltspitze nie auf.
Seine  Verletzungen durften nicht mit dem Unfall Maiers verglichen werden, der das Wunder der Rückkehr schaffte.
Wir haben den Verlauf der Mediengeschichte Albrechts vor allem im Zusammenhang mit der Medienrehtorik der Aerzte genauer mit verfolgt. Neurologen und Hirnspezialisten orientierten damals die Oeffentlichkeit vorbildlich. Sie beschrieben ständig den aktuellen Zustand des verunfallten Spitzensportlers. Wer diese Berichte genauer mit verfolgen konnte, merkte bald, dass Dani Albrecht von Glück reden konnte, wenn er wenigstens wieder lebenstauglich werden  und  später sogar normal Ski fahren kann.
Nach jahrelangem Bemühen, Therapien und Sondertrainings hat nun Dani Albrecht endlich eingesehen, dass eine Rückkehr zur Weltspitze nur im Taum möglich gewesen wäre.

Ich zitiere Blick:
Albrecht schweift zurück in seine schlimmste Zeit: «Nach der Überführung aus der Innsbrucker Klinik ins Berner Inselspital träumte ich oft, dass ich vom Hals abwärts ein Elefant sei. Dieser Traum war so real, dass ich noch nach dem Erwachen glaubte, ich sei ein Elefant.»
Es gab damals noch andere Realitätsverschiebungen. Eine betraf auch seine Herzdame Kerstin: «Ich erwartete um 16.00 Uhr eine Therapeutin bei mir auf dem Zimmer. Es kam dann tatsächlich eine Frau zur Türe rein. Ich war mir sicher, dass es sich dabei um die Therapeutin handeln würde. Doch diese behauptete, sie sei meine Freundin Kerstin. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Erst nach ein paar Minuten habe ich erkannt, dass die Frau tatsächlich meine Kerstin ist.»
Vor einem Jahr hat Dani die Tochter seines früheren Sekundarlehrers geheiratet. Kerstin arbeitet jetzt für ihren Gatten bei der Albright GmbH. Albrecht: «Ich habe das grosse Glück, dass ich mir mit meiner Skibekleidungslinie schon vor dem Unfall ein zweites Standbein aufgebaut habe. Ich werde mir jetzt aber eine einjährige Auszeit gönnen und genau überlegen, was ich in Zukunft sonst noch alles tun will.»
Lobende Worte findet Albrecht gestern auch für Trainer-Altmeister Karl Frehsner (74): «Der Kari gehört zu den wichtigsten Wegbegleitern in meiner Ski-Karriere, er hat mich im Sommer 2002 erstmals für ein Schneetraining in Südamerika aufgeboten.» Eine Begegnung, die Albrecht nie mehr vergessen wird. «Kari begrüsste mich in Argentinien mit den Worten: ‹Du Scheiss-Walliser.› Ich schlug zurück: ‹Lieber ein Scheiss-Walliser als ein Österreicher.› Der Konter hat ihm offenbar imponiert. Wir haben uns immer perfekt verstanden.»

Daniel Albrecht tritt zurück


Der Walliser Skirennfahrer gibt auf. Mehr als viereinhalb Jahre nach seinem brutalen Sturz in Kitzbühel erklärt der 30-Jährige in Zürich seinen Rücktritt vom Skirennsport. Mehr...

KOMMENTAR: Die Mehrheit der Leser vertreten die Meinung, der Rücktritt Albrechts sei notwendig geworden.

LINKS:
1. Febr. 2009 ... Als behandelnder Arzt von Daniel Albrecht erklärte er in der NZZ am Sonntag Therapien und Perspektiven des verletzten Skirennfahrers.
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/
22. Jan. 2009 ... Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
18. März 2009 ... Seite 52 persönlich März 2009 | KommuniKation medienrhetoriK. AUCH ÄRZTE MÜSSEN. MEDIENTAUGLICH SEIN horrorsturz: Der ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/03_09.pdf
18. März 2009 ... Leidet das Inselspital unter einem Paparazzi-Trauma? Im Gegensatz zum Universitätsspital Innsbruck informierte das Inselspital über den ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/index.html
22. Jan. 2009 ... Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/

20. Jan. 2011 ... Ärzte müssen medientauglich sein · Ärzte vor Mikorfon und Kamera ... In Krisensituationen müssen die Verantwortlichen sagen, weshalb sie ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_20/
1. Febr. 2009 ... Ärzte müssen auch medientauglich sein ... Es veranschaulicht, dass es auch für Ärzte möglich ist, sich mediengerecht auszudrücken, ohne ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/
8. Apr. 2009 ... Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Ärzte vor Mikrofon und Kamera · Ärzte müssen medientauglich sein · Aktuell Persönlich Artikel ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/04_08/