Dienstag, 1. Januar 2013

Die neue Bundesratsfoto

Foto aus 20 Min:

Das offizielle Bundesratsfoto 2013 zeigt die Regierung vor ihrem Sitzungszimmer im Bundeshaus West. Bundespräsident Ueli Maurer hat das Gruppenbild arrangiert und setzte dabei auf Tradition.

Bildstrecke im Grossformat »

2013: Bundesrat Johann Schneider Ammann (EVD), Bundesraetin Simonetta Sommaruga (EJPD), Bundesrat Didier Burkhalter (EDA), Bundesraetin Eveline Widmer-Schlumpf (EFD), der neue Bundespraesident Ueli Maurer (VBS), Bundesrat Alain Berset (EDI), Bundesraetin Doris Leuthard (UVEK) und Bundeskanzlerin Corina Casanova vor vor dem Sitzungszimmer des Bundesrats im Bundeshaus West.


Seit 10 Jahren kommentierte ich nach Neujahr die neue Bundesratsphoto.
Diese Aufnahmen sind immer Blitz- oder Momentaufnahmen, welche von einem PR- büro oder einem Fotographen in Zusammenarbeit mit dem  Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin inszeniert werden. Dies gilt es,   bei der Beurteilung  solcher Fotos zu  berücksichtigen.

Wenn wir die Bildkultur bei Selbstdarstellungen verfolgen, zeigt sich, dass der visuellen Botschaft immer mehr Gewicht zugeschrieben wird.

Durch  gezielte Inszenierungen ist es für Analytiker nicht einfach, die Wirkung solcher Fotos  zu interpretieren. Vieles hat der Fotograph angeordnet oder ist bei der Aufnahme dem Wunsch des Bundespräsidenten entsprungen.
Wie bei allen Analysen müssen wir vor jeder Interpretation die Fotos zuerst immer genau  hinsichtlich Gesamtwirkung betrachten.

Trotz  Inszenierung transportiert jede Aufnahme dennoch versteckte Botschaften. Ich habe festgestellt, dass es oft Kleinigkeiten sind, die dem Betrachter - trotz der Inszenierung - versteckte Aussagen bewusst machen.

Vor einigen Jahren durfte ich für  ein Museum die Politikerin Angela Merkel  - aufgrund einer längeren Fotoserie - analysieren. Dies war für mich eine Herausforderung. Zumal ich Personen in der Praxis ganzheitlich beurteile und sehr vorsichtig bin, wenn jemand aufgrund einer Blitz- oder Momentaufnahme glaubt, ein schlüssiges Urteil abzugeben.

Die Bundesratsfoto 2013 habe ich für mich zuerst genau  beschrieben - ohne zu werten.
So liess ich liess auch beim aktuellen  Portrait- wie jedes Jahr - das Bild nach der Beschreibung auf  mich wirken.

 Die Handschrift Ueli Maurers wurde rasch deutlich. Die Foto will weder originell noch kreativ sein. Die Aufnahme ist
 einfach und verständlich gestaltet- ohne Fotomontage oder Effekthascherei.

Die Gruppe wirkt als Einheit (im Gegensatz zur Aufnahmen aus dem Jahre 2009. Damals standen alle für sich allein "als Einzelkämpfer?")
Bei der heutigen Aufnahme wirken die Magistaten als Team. Die Gruppe ist homogen. Sie ist ein Ganzes. Sogar der einheitlichen (antrazit-grau-blaue) Farbton unterstreicht dies.

Der dunkle klassische Einheitston wird wahrscheinlich von vielen Betrachtern als langweilig interpretiert werden und urteilen hart: Die Bundesräte und Bundesrätinnen sind für sie mehr oder minder "graue Mäuse"

 Wiederum beschreibend sehen wir: Bei der jüngsten Aufnahme von Ulrich Liechti fehlen die Beine. Daraus könnte man  bösartig ableiten: Die neue Exkutive hat keine Bodenhaftung. Es fehlt ihr die Standhaftigkeit. Für mich sind jedoch solche Interpretationen  fragwürdig.

Zu den Gesichtern:
Sie wirken freundlich. Alle lachen.  Das Lachen wirkt bei den meisten aufgesetzt, gleichsam vom Fotographen  verordnet. Uebrigens: Wenn das Lachen bis in die Augenpartie strahlt, ist es in der Regel echt und kommt von Herzen (Dies ist bei Maurer und Leuthart der Fall). Bei Politikern wirkt das Lachen leider meist künstlich. Politiker werden vielfach verpflichtet, vor der Presse über längere Zeit ein Lachgesicht aufsetzten. So lange, bis sich das Blitzlichtgewitter verzogen hat.

Weshalb gibt es selten natürliche, gute Fotos von Politikern?
Sie  haben ein grundsätzliches Problem. Sie möchten einerseits als Mensch bescheiden unter den Menschen wirken. Dennoch wollen sie erhaben bleiben und als Magistrat geachtet werden. Dieser Gegensatz unter einen Hut zu bringen, ist für viele eine Gratwanderung.

Fazit: Obschon diese Bundesratsphoto von Jugendlichen wahrscheinlich als konservativ, langweilig und phantasielos bezeichnet wird, ist die visuelle Botschaft - dank der Einfachheit - gut erkennbar und wird verstanden.

Heute war die Tagesschau (SRF1) bei mir und wollte meine Meinung  zur jüngsten Bundesratsfoto einfangen.

Hier der ganze Beitrag:


LINK:

Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich: Kopf an Kopf - Politikerporträts, 31.10.2008 - 22.02.2009 "Kopf an Kopf - Politikerporträts" zeigt auf, welcher ...
www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html

Nachtrag Pressespiegel:


So urteilt Blick-online:

Der Bundesrat in düsterem Look

Dezent, dunkel, geschäftsmässig – so präsentiert sich der Bundesrat auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2013.

play Der Gesamtbundesrat (von links nach rechts): Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann, Bundesrätin Simonetta Sommaruga, Bundesrat Didier Burkhalter (Vizepräsident), Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, Bundespräsident Ueli Maurer, Bundesrat Alain Berset, Bundesrätin Doris Leuthard, Bundeskanzlerin Corina Casanova
(Ulrich Liechti)
play Das Bundesratsfoto 2012 (Bild: Bundeskanzlei/Corinne Glanzmann) (Keystone)
Das offizielle Bundesratsfoto 2013 zeigt die Regierung vor ihrem Sitzungszimmer im Bundeshaus West. Bundespräsident Ueli Maurer hat es arrangiert. Mit seiner rot-weissen Krawatte und dem Schweizerkreuz im Revers ist er der einzige, der etwas Farbe ins Spiel bringt.
Ansonsten präsentiert sich die stehend um Maurer gruppierte Landesregierung in dezenten und dunklen Farben. Vizepräsident Didier Burkhalter, Johann Schneider-Ammann und Alain Berset tragen zum dezenten dunklen Anzug ebenso dunkle Krawatten. Nur auf dem Schlips des Aussenministers sind schwach hellere Punkte erkennbar.

Damen in geschäftsmässiger Kleidung

Die beiden anderen Magistraten scheinen einfarbige Krawatten zu tragen. Schneider-Ammann in dunkelviolett, Berset in dunkelgrau. Die Damen zeigen sich in klassischer geschäftsmässiger Kleidung.
Justizministerin Simonetta Sommaruga, Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Bundeskanzlerin Corina Casanova tragen Halsketten. Doris Leuthard verzichtet auf Schmuck, dafür hat sie ihre Jacke gegürtet. Mit der doch eher düsteren Kleidung hebt sich die Landesregierung vom farbigen Wandschmuck und der Architektur vor ihrem Sitzungszimmer ab.
Nach dem Bundesratsfoto 2012, in dem die Landesregierung vor dem Bild «Frühling» des Berner Künstlers Franz Gertsch stand, ist die neueste Ausgabe wieder eine Rückkehr zu einer traditionelleren Selbstdarstellung. (SDA/gtq

Nachtrag NZZ:

Die vier Frauen (mit Bundeskanzlerin) und vier Männer sind näher zusammengerückt.

Seit einem Jahr arbeitet der Bundesrat in der gegenwärtigen Zusammensetzung. Ein Blick in die Gesichter der sieben Bundesräte und der Bundeskanzlerin auf der diesjährigen Autogrammkarte lässt erahnen, dass die Arbeit im Team nicht nur Mühsal ist. Jedenfalls ist aus dem zurückhaltenden, höflichen Lächeln vom offiziellen Bild des vergangenen Jahres ein unverkrampfteres Lachen geworden. Die vier Frauen und vier Männer sind auch näher zusammengerückt. Fast scheint es, als würden sich Bundespräsident Ueli Maurer und Doris Leuthard mit den Armen berühren. Vielleicht um nicht den Anschein von allzu grosser Harmonie zu vermitteln, wendet sich die Energieministerin mit ihrem Rücken leicht von Maurer ab.
Wer Maurers Vorliebe fürs Einfache und Bodenständige kennt, kann sich gut vorstellen, dass die Truppe gleich nach Abschluss der Fotositzung die Arbeits- mit der Freizeitkleidung tauscht und einen Spaziergang im Wald oder eine Wanderung unternimmt. Durch das (wohl mit Kunstlicht) hell erleuchtete Bundeshaus West, in dem das Bild aufgenommen wurde, entsteht der Eindruck, dass ein strahlend schöner Tag zu einem Ausflug in die Natur einlädt.
Von einer gewissen Spontaneität und Unbekümmertheit zeugt die Komposition des Bildes. Zwar ist Maurer protokollgemäss flankiert von seinem Vize Didier Burkhalter und der Amtsältesten Leuthard. Doch erscheint etwa der Amtsjüngste, Alain Berset, viel prominenter auf der Foto als Johann Schneider-Ammann. Überhaupt wirkt der Vorsteher des neuen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung etwas abgekoppelt von seinen Kolleginnen und Kollegen.
Bleibt die Frage, ob die zur Schau gestellte Fröhlichkeit angesichts des grossen Drucks aus dem Ausland, der auf dem Land lastet, nicht anstössig wirkt. Sinnigerweise bildet der Aussenminister ein gewisses Korrektiv. Burkhalters ernster und sorgenvoller Blick kann als Warnung verstanden werden, dass Lockerheit und gute Stimmung vermutlich nicht genügen, um die Prüfungen des kommenden Jahres zu bestehen.
Die von Ulrich Liechti vom Zentrum für elektronische Medien des VBS realisierte Foto kann via Internet bestellt werden. Es wird dort auch erklärt, wie das Bild entstanden ist.

Aus Tagblatt:


Bundesratsfoto 2013 kommt traditionell daher

Das Bundesratsfoto 2013: Es kann heruntergeladen oder bestellt werden (Bild: VBS) Zoom
Das Bundesratsfoto 2013: Es kann heruntergeladen oder bestellt werden. (Bild: Keystone)

Das offizielle Bundesratsfoto 2013 zeigt die Regierung vor ihrem Sitzungszimmer im Bundeshaus West. Das von Bundespräsident Ueli Maurer arrangierte Gruppenbild weist neben der rot-weissen Krawatte und dem Schweizerkreuz in Maurers Revers nur gedeckte Farben aus.

PERFEKTE TARNUNG


Tier-Suchrätsel Finden Sie die Tiere in der Natur?

Quelle Blick-online.

 

Welches Tier versteckt sich in diesem Bild? Zur Auflösung klicken Sie sich durch die Galerie

Foto: Caters News
1 / 10

Kandidaten greifen das SRF nach dem Uniform-Debakel an.

Quelle Blick-online:


Nill Klemm (35) ist empört: «Es ist eine Schande, wie das Ganze abgelaufen ist.» Der Achtplatzierte der Eurovision-Song-Contest-Vorausscheidung vom 12. Dezember in Kreuzlingen TG ist fassungslos über das Dilemma, in das sich die Schweiz hineingeritten hat: «Das SRF hat von den Problemen ja gewusst», so der Musiker.
Konkret heisst das: Die Uniformen und der Name der Heilsarmee sind der Eurovision-Veranstalterin European Broadcasting Union (EBU) ein Dorn im Auge. Die fünftplatzierte Tessinerin Chiara Dubey (19) findet: «Das hätte das SRF unbedingt vorher klar sagen müssen. Man wusste ja, dass die Heilsarmee mit Uniformen gehen würde.» Ob die EBU den Rockern der Freikirche ihren Segen erteilt, entscheidet sich im Januar. Sollte der offizielle Vorschlag der Heilsarmee im Januar von der EBU dennoch abgelehnt werden, hätte die Truppe spätestens bis März Zeit, Anpassungen bei ihrem Auftritt vorzunehmen. Aber für die Heilsarmee ist klar: «Wir möchten als Gesamtpaket mit Song, Show und Kostümen antreten», sagt Sprecher Martin Künzi (39).
Der Ärger von Sänger Nill Klemm richtet sich denn auch nicht gegen die Heilsarmee. Die Musiker hätten «in gutem Glauben teilgenommen. Die Juristen des Schweizer Fernsehens haben ihnen bestätigt, dass ihre Teilnahme kein Problem darstellt», schreibt Nill Klemms Manager Christophe Pinchon in einem E-Mail an das Schweizer Radio und Fernsehen. Er fordert: «Müssten sie sich entscheiden, nicht am Eurovision-Final in Malmö teilzunehmen, muss das Resultat in der Schweiz annulliert werden.» Andere Kandidaten hätten sich ihnen auch schon anvertraut und würden dieselbe Position vertreten.
Die Antwort von Sven Sarbach (40), Bereichsleiter Show und Events SRF, lautete wie folgt: «Der Song ‹You and Me› entspricht vollumfänglich dem schweizerischen sowie dem internationalen Reglement. Die nun von der EBU gemachten Auflagen beziehen sich lediglich auf die Art und Weise, wie die Heilsarmee in Malmö auftreten darf und nicht auf den Song selber.» Das «lediglich» ist aber genau der Knackpunkt, heisst es von Seiten der Heilsarmee doch: «Unsere Uniformen gehören dazu.»
Auf die Frage von Manager Pinchon, ob im Falle einer Disqualifikation der Heilsarmee die «Zehntausende von Franken» aus dem Telefon- und SMS-Voting zurückerstattet würden, geht Sarbach nicht ein. Er klammert sich an die vage Hoffnung: «Wir werden in den nächsten Tagen – zusammen mit der Heilsarmee – diese Auflagen prüfen und kreative Lösungen zur Umsetzung suchen.»

Kommentar: Als Aussenstehender muss man sich tatsächlich fragen, was juristische Abklärungen taugen, wenn diese nachträglich nicht gelten. Wie kommen  Juristen des Schweizer Fernsehens dazu, grünes Licht zu geben und zu versichern, dass die Teilnahme der Heilsarmee kein Problem darstelle  und später zurückkrebsen müssen? Wer hat da versagt?

Montag, 31. Dezember 2012

VIEL GLUECK IM NEUEN JAHR!
WUENSCHT IHNEN K+K




Für jeden was dabei

Von A bis Z

 verbunden mit dem Gedanken von

Wilhelm Busch:

Zu Neujahr


Will das Glück nach seinem Sinn
dir was Gutes schenken,
sage dank und nimm es hin
ohne viel Bedenken.
Jede Gabe sei begrüsst,
doch vor allen Dingen
Das, worum du dich bemühst
möge dir gelingen.


So feierte die Welt

Nachtrag: Feuerzauber in Zürich:


Wie  sich unser Parlament den Lohn selbst  erhöhen kann.

Normal Sterbliche haben es nicht so einfach wie das Parlament, sich den eigenen Lohn indirekt - ohne gossen Aufwand zu erhöhen. Unsere Parlamentarier haben jedoch dieses Prifileg.

Ich zitiere BLICK-online:

Bund bezahlt nun Politikern auch das Handy-Abo

 Versteckter Lohnzustupf für alle National- und Ständeräte: Ab Januar können sie mit ihrem Mobiltelefon auf Kosten der Steuerzahler telefonieren.


Ein National- oder Ständerat geniesst viele Privilegien. 
Ob ein 1.-Klasse-Generalabonnement der SBB, eine 
Dauerkarte für das Berner Parkhaus Casino oder 
 Business-Class-Tickets für Flüge an Sitzungen 
m Ausland, die länger als drei Stunden dauern:
 Für all diese Annehmlichkeiten der Politiker 
kommt der Bund auf.

Jedes Jahr wird die Liste der Vorzüge der Parlamentarier etwas länger. Ab dem 1. Januar 2013 können die 246 Parlamentarier ihre Handy-Rechnung vom Steuerzahler bezahlen lassen – falls diese den Gesamtbetrag von 200 Franken nicht übersteigt. Bisher zahlte der Bund nur die Internet-Verbindung.
«Die National- und Ständeräte können ein Kommunikations-Paket beziehen, das DSL-Anschluss, mobiles Internet und mobile Telefonie umfasst  –  für maximal 200 Franken im Monat – darüber bezahlen sie selbst», bestätigt Mark Stucki, Leiter Information und Kommunikation der Parlamentsdienste.

Telefon-Bundesabo

In der vergangenen Wintersession konnten alle National- und Ständeräte ankreuzen, ob sie künftig mit einem Bundesabo telefonieren wollen. Der Zuspruch war gross: Laut Stucki werden rund 130 Parlamentarier das Abo nutzen, das von der Swisscom angeboten wird.

Einen Beschluss des Parlaments brauchte das Bundesabo nicht. Der Entscheid für den versteckten Zustupf fiel in der sechsköpfigen Verwaltungsdelegation der Bundesversammlung. Präsidiert wird sie von Ständerat Filippo Lombardi (56, CVP).
Neben dem Tessiner gehören dem Gremium noch ein weiteres Mitglied der CVP, zwei Sozialdemokraten, eine Grüne Politikerin und ein SVP-Ständerat an. Der Beschluss vom Herbst ist also parteipolitisch breit abgestützt. Ein simples Schreiben der Parlamentsdienste reichte darauf aus, um das Bundesabo der Swisscom zu lancieren.

KOMMENTAR: Stellen Sie sich vor, Lehrkräfte oder das obere Kader einer Institution könnte sich selbst einen Lohnzustupf genehmigen. Unvorstellbar. Es hat mich immer gestört dass sich in Deutschland die Politiker problemlos - trotz Finanzkrise - die Diäten erhöhen können. In der Schweiz müssten wir diesem Trend den Riegel schieben.

Sonntag, 30. Dezember 2012

PRESSERAT RUEGT EINIGE PRINTMEDIEN NACH DEM BUSUNGLUECK IM WALLIS



Der Presserat hat einige Printmedien kritisiert, weil sie nach dem schweren Carunglück im Wallis vom März Fotos von Kindern publizierten, die beim Unglück ums Leben kamen. Es hätte die Einwilligung der Angehörigen gebraucht.

(sda) Der Presserat rügt den «Blick», die «Schweizer Illustrierte» und «L'illustré» für den Abdruck von Fotos, welche die Todesopfer des Carunglücks von Siders (Wallis) zeigen. Solche Bilder dürften nur mit ausdrücklicher Einwilligung der Angehörigen gezeigt werden.

Fall von sich aus aufgegriffen

Der Presserat griff den Fall nicht aufgrund einer Beschwerde, sondern von sich aus auf, nachdem sowohl in der Schweiz als auch in Belgien Kritik am Abdruck der Fotos laut geworden war. Wie der Rat in einer Mitteilung vom Donnerstag festhält, ist die Zustimmung der Angehörigen auch dann notwendig, wenn Fotos der Todesopfer in einer Gedenkkapelle und bei öffentlichen Trauerfeiern zugänglich sind.
Zudem dürften Medien keine Bilder weiterverbreiten, die sie in einem allgemein zugänglichen Blog eines Skilagers finden. Allerdings attestiert der Presserat den drei Redaktionen auch, dass sie die Opfer nicht in sensationsheischender Art darstellten.
Die drei Printtitel hätten jedoch mit der Veröffentlichung die Privatsphäre der Betroffenen verletzt. Die Privatsphäre müsse auch bei spektakulären Unfällen, Katastrophen und Gewaltdelikten respektiert werden – es sei denn, es handle sich um bekannte Persönlichkeiten.

Belgische Blätter entschuldigten sich

Das belgische Pendent des Presserats, der «Raad voor de journalistiek», hat sich ebenfalls mit dem Fall beschäftigt – und ist zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt. Die betroffenen belgischen Blätter haben nach dem Eingreifen des Ombudsmanns eingewilligt, Entschuldigungen abzudrucken.
Der Schweizer Presserat hat die hiesigen Titel zu einer Stellungnahme eingeladen. Die «Schweizer Illustrierte» machte in ihrer Antwort geltend, die Porträts der getöteten Kinder seien an der Beerdigung in Belgien gut sichtbar an den Särgen angebracht gewesen. Dies sei offensichtlich mit Einverständnis der Angehörigen geschehen. Zudem habe die Illustrierte fröhliche Bilder und keine Horroraufnahmen des Unfalls veröffentlicht.

Keine Antworten vom «Blick«

Der «Blick» hat auf eine Beantwortung der Fragen verzichtet, da Presseratspräsident Dominique von Burg die Boulevardzeitung bereits im März kritisiert hatte. Von Burg hat sich folglich selbst für befangen erklärt. Es lohne sich nicht, Zeit, Energie und Geld in eine Beweisführung zu stecken, liess der «Blick» den Presserat wissen. Der «Blick» habe die Einwilligung der Angehörigen derjenigen Kinder gehabt, deren Schicksal in der Zeitung erzählt worden sei.
«L'illustré» machte geltend, dass einzelne Familien spontan Fotos der Kinder zur Verfügung gestellt hätten. Zudem habe es der Verantwortliche der Aufbahrungshalle im belgischen Lommel der Presse erlaubt, die Fotos abzubilden. Deshalb habe man zu Recht annehmen dürfen, dass die Eltern einverstanden seien.
Beim Carunglück vom 13. März 2012 waren 28 Personen auf der Heimfahrt von einem Skilager ums Leben gekommen – darunter 22 Kinder. 24 Kinder wurden zum Teil schwer verletzt.

Der Presserat musst sich auch im Fall Regula Stämpfli mit einer Klage befassen.

LINK:

Beschwerde gegen Regula Stämpfli beim Schweizer Presserat ...

www.politnetz.ch/beitrag/14147
Gestern Samstag, 17. März 2012, habe ich eine Beschwerde gegen Regula Stämpfli beim Schweizer Presserat eingereicht wegen ihres diffamierenden ...

Es folgte  nach dem ungeschickten Kommentar der Politogin ein  grosser Medienwirbel.
Empörte Kommentare folgten. Ich befürchtete, die negativen Echos würden der intelligenten Kommentatorin nachhaltig schaden. Ich hätte der Politologin eine Entschuldigung empfohlen.
Der Schaden lässt sich - trotz nachträglicher abgewiesener Beschwerde - heute kaum messen.
The -real fotoalf. blogspot publizierte damals folgendes Bild:



Ob wohl Regula Stämpfli stolz ist auf ihr heutiges Image?
Es wäre tragisch, wenn sie als nicht mehr ernst genommen werde.

Regula Stämpfli: Weltgeschichte - Schweizer Radio und Fernsehen

www.srf.ch/.../regula-staempfli-weltgeschichte?...
22.12.2012
Regula Stämpfli: Weltgeschichte. Aus Giacobbo / Müller vom .... 3. Video Regula Stämpfli ...

Der Schweizer Presserat hat dann aber die Beschwerden gegen die auf news.ch veröffentlichte Kolumne der Politologin Regula Stämpfli abgewiesen. 

 Der Text zum Car-Unglück von Siders VS diskriminiere weder das belgische Volk noch würden Tatsachen entstellt, begründet das Ethik-Gremium seinen Entscheid.


news.ch veröffentlichte die Kolumne «Belgisation: weshalb Unglücke auch politisch sind» kurz nach dem Car-Unglück, bei dem viele belgische Kinder starben. Stämpfli stellt darin die These auf, es sei kein Zufall, dass es sich um einen belgischen Car handle und sie begründet ihre Behauptung mit mehreren Beispielen. Die Kolumne löste mehrere Beschwerden an den Presserat aus. Stämpfli stelle in «diskriminierender» Weise Zusammenhänge zwischen dem Car-Unglück und dem belgischen Staat und Volk her. Und sie begründe dies mit Unwahrheiten. Die Empörung gipfelte in einer Anti-Regula-Stämpfli-Gruppe auf Facebook, einer Onlinepetition, die Stämpfli die Akkreditierung als Journalistin entziehen wollte.
news.ch-Kolumnisten äussern ihre persönliche Meinung
news.ch entgegnete, Kolumnisten äusserten ihre persönliche Meinung. Die faktischen Grundlagen der kommentierenden Wertungen Stämpflis seien belegt.
Der Presserat erinnert in seiner Stellungnahme daran, dass Redaktionen bei Kolumnen lediglich dann redigierend eingreifen müssen, wenn berufsethische Normen offensichtlich verletzt sind. Bei der Kolumne von Regula Stämpfli habe keine Gefahr bestanden, dass die Leserschaft durch die übertriebenen Behauptungen und Metaphern getäuscht werde. Und eine Diskriminierung sei deshalb zu verneinen, weil sich die Kritik der Kolumnistin nicht gegen die Belgier im Allgemeinen, sondern an den Staat Belgien, an die Verantwortungsträger in Verwaltung und Justiz sowie an die Politiker richte.

Feststellung des Schweizer Presserats vom 12. September 2012:

«news.ch hat mit der Veröffentlichung der Kolumne 'Belgisation: weshalb Unglücke auch politisch sind' der Politikwissenschaftlerin Regula Stämpfli vom 14. März 2012 die Ziffern 1 (Wahrheit), 2 (Trennung von Fakten und Kommentar), 3 (Entstellung von Tatsachen), 5 (Berichtigung) und 8 (Diskriminierung) der 'Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten' nicht verletzt»
 

Mehr verdienen lohnt sich nicht für Sozialbezüger

Die Sozialleistungen führen zu falschen Anreizen.
Es ist paradox, dass jemand, der ein Lohnerhöhung bekommt, wesentlich weniger verdient, als vorher.

Ein höherer Lohn müsste eigentlich Anlass zu Freude geben. Wer mehr verdient, dem verbleibt ja nach Abzug der fixen Kosten und Steuern mehr Geld im Portemonnaie – sein frei verfügbares Einkommen steigt. Das ist aber bei Menschen, die eine sozialstaatliche Leistung erhalten, nicht immer der Fall. Die Bedarfsleistungen haben oftmals unerwünschte Effekte: Kann ein Haushalt sein Erwerbseinkommen erhöhen, sinkt vielleicht jener Betrag, über den er frei verfügen kann, denn möglicherweise fallen Sozialleistungen weg.

Hier ein Beispiel(aus NZZ-online):

Ein höherer Lohn müsste eigentlich Anlass zu Freude geben. Wer mehr verdient, dem verbleibt ja nach Abzug der fixen Kosten und Steuern mehr Geld im Portemonnaie – sein frei verfügbares Einkommen steigt. Das ist aber bei Menschen, die eine sozialstaatliche Leistung erhalten, nicht immer der Fall. Die Bedarfsleistungen haben oftmals unerwünschte Effekte: Kann ein Haushalt sein Erwerbseinkommen erhöhen, sinkt vielleicht jener Betrag, über den er frei verfügen kann, denn möglicherweise fallen Sozialleistungen weg.
Ein Beispiel: Haushalt A erzielt einen Bruttolohn von 60 000 Franken, sein frei verfügbares Einkommen beträgt 35 000 Franken. Haushalt A erhält vom Staat Alimentenbevorschussung. Haushalt B verfügt über einen geringfügig höheren Bruttolohn und hat keinen Anspruch mehr auf Alimentenbevorschussung. Sein frei verfügbares Einkommen beträgt nur 26 000 Franken, also 9000 Franken weniger als dasjenige von Haushalt A.

Der Sozialstaat setzt damit einen eklatanten Fehlanreiz: Haushalt A ist nicht daran interessiert, den Bruttolohn zu erhöhen. Und Haushalt B könnte ein Interesse daran haben, sein Bruttoeinkommen zu reduzieren, um in den Genuss von sozialstaatlichen Leistungen zu kommen.

Das Beispiel entstammt der neuesten Untersuchung der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) zu den systembedingten Einkommenseinbussen. Bereits 2007 hatte die Skos diese Schwelleneffekte und negativen Erwerbsanreize untersucht und war zum Schluss gekommen, dass praktisch alle kantonalen Bedarfsleistungssysteme mehrere Schwelleneffekte aufweisen. Nun hat die Skos im Auftrag des Bundesrats und der kantonalen Sozialdirektoren eine Nachfolgestudie präsentiert, die untersucht, inwiefern es die Kantone in den letzten Jahren verstanden haben, solche Schwelleneffekte zu eliminieren. Die Skos hat ihr Augenmerk dabei auf folgende kantonale Transferleistungen und Abgaben gerichtet: Sozialhilfe, individuelle Prämienverbilligung (IPV), Alimentenbevorschussung (ALBV), Ergänzungsleistungen für Familien, Abgaben für die familienergänzende Kinderbetreuung (Tarifreduktion) und Steuern.

Kommentar:


Weshalb gibt es keine lineare Ausgestaltung der Bedarfsleistungen? Weshalb wird nicht ein prozentualen Einkommensfreibetrag eingeführt? Das wäre ein taugliches Instrument neben der Sozialhilfe. Für die Skos ist  eine Harmonisierung der Bedarfsleistungen unabdingbar.