Viele surfen parallel (Ist Multitasking mit den elektronischen Geräten verwerflich?)
Dienstag, 7. August 2012
Bolt sollte nicht unser Vorbild sein
Im Tagi online sagte Patric Eisele (Sportpsychologe der Swiss Medical Base, Davos) in einem Interview auf die Frage:
Sollte man sich Bolts Zielsetzung auch als Privatperson zum Motto machen? Können wir von Bolt lernen?
Eine hohe Selbstwirksamkeitsüberzeugung bringt mehr Erfolg, auch im Beruf und im privaten Umfeld. Dennoch sollte man sich Bolt nicht sogleich als Beispiel nehmen, weil man sich durch sehr vollmundige Aussagen rasch selber unter Druck setzt. Es ist ratsam, zuerst langsam das Selbstvertrauen aufzubauen, statt mit kämpferischen Parolen um sich zu werfen. Stehen grossen Aussagen nämlich keine entsprechenden Leistungen gegenüber, wird einem das rasch als Arroganz ausgelegt.
Notiert von
marcus knill
um
08:00
Montag, 6. August 2012
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Notiert von
marcus knill
um
15:04
Eine nachdrückliche Rede
Die meisten Reden am 1. August haben keine nachhaltige Wirkung.
Das kann man von der Rede von Doris Fiala nicht sagen. Sie sprach Klartext und wurde wahrgenommen.
Aus So blick:
FDP-Nationalrätin Doris Fiala provoziert und rüttelt auf. Schweizer sind verwöhnt und verweichlicht!
Die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala (55) hat genug von der muffen Jammerschweiz. Sie ruft zu Mut, Fleiss und Optimismus auf.
(Sabine Wunderlin/SoBli)
Doris Fiala nimmt kein Blatt vor den Mund. Vor drei Wochen hat sie den rhetorischen Zweihänder ausgepackt und den Bundesrat
aufgefordert, Deutschland wegen des Kaufs der geklauten Bankdaten vor
Gericht zu zerren. Als vierfache 1.-August-Festrednerin am vergangenen
Mittwoch schwang sie eine kaum kleinere Verbalkeule, diesmal in Richtung
Volk. Ohne Rücksicht auf Verluste, mit strahlendem Lächeln, redete die
Stadtzürcher FDP-Nationalrätin ihren Festgemeinden ins Gewissen – und
provozierte mit ihrer Frontalkritik irritierte Blicke.
Die Grundstimmung vieler Schweizer sei schlicht «muff», findet Fiala. Der typisch schweizerische Begriff stammt von Hugo Loetscher (1929–2009). Der weltläufigste der Schweizer Schriftsteller hatte ein scharfes Auge für die Schweizer Befindlichkeit («Der Waschküchenschlüssel»). In seinem Essay «Über das Muff-Sein» schrieb er, «wir Schweizer sind im Prinzip muff» – also permanent und vorsätzlich missgünstig, leicht säuerlich, wegen Nichtigkeiten verärgert und beleidigt.
Diese Mentalität schade dem Land, sagt Fiala und fragt: «Wie wollen wir im Wandel bestehen, wenn wir nicht begeistert, schaffig, engagiert, dienstleistungsbereit, leidenschaftlich, zufrieden und froh darüber sind, dass es uns insgesamt derart gut geht?» Neugierig und innovativ, fleissig, optimistisch und offen für den Wandel müssten die Schweizer sein. Wohlstand sei schliesslich nicht Gott gegeben. «Es kann doch nicht sein, dass 25-Jährige nur noch 80 Prozent arbeiten wollen, weil sie den Freitag brauchen, um das Wochenende vorzubereiten», echauffiert sich die Politikerin im Gespräch. Sie selber, sagt sie, arbeite 12 bis 14 Stunden am Tag.
Die Schweizer aber genössen heute nicht nur die Früchte der Produktivität, sondern lebten auch von der Substanz. Herausforderungen wie etwa die Rentensicherung für kommende Generationen würden einfach aufgeschoben. Dabei gehe es um einfache konkrete Fragen: «Sind wir gewillt, künftig wieder mehr und länger zu arbeiten, nachdem wir auch viel länger leben?» Denn: «Würde das AHV-Alter heute berechnet und an die neue Lebenserwartung gekoppelt – wir müssten bis 70 arbeiten.»
Sie will die Schweiz bewegen. Und die Schweizer zur Bewegung motivieren.
«Die Deutschen und viele andere Ausländer, die bei uns arbeiten, sind nicht selten Service orientierter als wir Schweizer.» Betretenes Schweigen im Festzelt. Das höre natürlich niemand gern, räumt sie ein. «Wir sind zu rasch und zu oft ‹muff›», weil diese «cheibe Dütsche» einfach überall seien. Weil wir aber die Deutschen und all die anderen Ausländer brauchten, müsse sich das Land innerlich mit ihnen versöhnen und anerkennen, dass sie gute Arbeit leisteten – «gut sind sie da!».
So versöhnlich Fiala mit den Deutschen in der Schweiz ist, so angriffig ist sie gegen das offizielle Deutschland, mit dem weder der Streit um das Steuerabkommen noch jener um den Anfluglärm auf den Flughafen Kloten gelöst sind. «Wir müssen den deutschen Politikern entschieden härter entgegentreten», verlangt sie. «Ich wünsche uns den Mut, nicht immer mit dem billigsten Kompromiss voranzugehen. Wir müssen unsere internationalen Interessen hartnäckig vertreten.»
Und wieder ein wenig schmeichelhafter Vergleich, diesmal an die Adresse der offiziellen Schweiz: Angsthasen regierten das Land, lässt sie durchscheinen. «Wir sitzen im Steuerstreit wie das Kaninchen vor der Schlange statt uns zu wehren. Etwas mehr Zivilcourage ist angesagt und weniger falsche Bescheidenheit», enerviert sich die Nationalrätin.
Frau Fiala, warum reden Sie Schweiz und Schweizer schlecht – sind Sie keine Patriotin? «Ich bin glühende Patriotin, auch wenn ich die Nationalhymne nicht vollständig auswendig kann.» Und von schlechtreden könne keine Rede sein: «Ich möchte motivieren, stolz, glücklich, positiv in die Zukunft zu blicken und daran zu glauben, dass wir die aktuellen und künftigen Herausforderungen meistern.»
Fiala
diagnostiziert bei der Schweiz ein «Wohlstands-Schleudertrauma». Der
Wohlstand in der vor hundert Jahren noch mausarmen Schweiz, erklärt sie
im Gespräch mit SonntagsBlick, sei vielleicht zu schnell gekommen.
Deshalb schmerze die Wachstumsbremse jetzt umso mehr. Die diffuse
Zukunftsangst, die durchs Land geht, vergleicht Fiala mit dem diffusen
Kopfschmerz bei einem Schleudertrauma.
Die Grundstimmung vieler Schweizer sei schlicht «muff», findet Fiala. Der typisch schweizerische Begriff stammt von Hugo Loetscher (1929–2009). Der weltläufigste der Schweizer Schriftsteller hatte ein scharfes Auge für die Schweizer Befindlichkeit («Der Waschküchenschlüssel»). In seinem Essay «Über das Muff-Sein» schrieb er, «wir Schweizer sind im Prinzip muff» – also permanent und vorsätzlich missgünstig, leicht säuerlich, wegen Nichtigkeiten verärgert und beleidigt.
Diese Mentalität schade dem Land, sagt Fiala und fragt: «Wie wollen wir im Wandel bestehen, wenn wir nicht begeistert, schaffig, engagiert, dienstleistungsbereit, leidenschaftlich, zufrieden und froh darüber sind, dass es uns insgesamt derart gut geht?» Neugierig und innovativ, fleissig, optimistisch und offen für den Wandel müssten die Schweizer sein. Wohlstand sei schliesslich nicht Gott gegeben. «Es kann doch nicht sein, dass 25-Jährige nur noch 80 Prozent arbeiten wollen, weil sie den Freitag brauchen, um das Wochenende vorzubereiten», echauffiert sich die Politikerin im Gespräch. Sie selber, sagt sie, arbeite 12 bis 14 Stunden am Tag.
Die Schweizer aber genössen heute nicht nur die Früchte der Produktivität, sondern lebten auch von der Substanz. Herausforderungen wie etwa die Rentensicherung für kommende Generationen würden einfach aufgeschoben. Dabei gehe es um einfache konkrete Fragen: «Sind wir gewillt, künftig wieder mehr und länger zu arbeiten, nachdem wir auch viel länger leben?» Denn: «Würde das AHV-Alter heute berechnet und an die neue Lebenserwartung gekoppelt – wir müssten bis 70 arbeiten.»
Zeit des Händchenhaltens ist vorbei
Warum, Frau Fiala, fahren Sie dem Volk so gnadenlos an den Karren? «Die Zeit des Händchenhaltens ist vorbei. Ich will dazu aufrütteln, der ‹muffen› Schweiz eine Absage zu erteilen!»Sie will die Schweiz bewegen. Und die Schweizer zur Bewegung motivieren.
«Die Deutschen und viele andere Ausländer, die bei uns arbeiten, sind nicht selten Service orientierter als wir Schweizer.» Betretenes Schweigen im Festzelt. Das höre natürlich niemand gern, räumt sie ein. «Wir sind zu rasch und zu oft ‹muff›», weil diese «cheibe Dütsche» einfach überall seien. Weil wir aber die Deutschen und all die anderen Ausländer brauchten, müsse sich das Land innerlich mit ihnen versöhnen und anerkennen, dass sie gute Arbeit leisteten – «gut sind sie da!».
So versöhnlich Fiala mit den Deutschen in der Schweiz ist, so angriffig ist sie gegen das offizielle Deutschland, mit dem weder der Streit um das Steuerabkommen noch jener um den Anfluglärm auf den Flughafen Kloten gelöst sind. «Wir müssen den deutschen Politikern entschieden härter entgegentreten», verlangt sie. «Ich wünsche uns den Mut, nicht immer mit dem billigsten Kompromiss voranzugehen. Wir müssen unsere internationalen Interessen hartnäckig vertreten.»
Und wieder ein wenig schmeichelhafter Vergleich, diesmal an die Adresse der offiziellen Schweiz: Angsthasen regierten das Land, lässt sie durchscheinen. «Wir sitzen im Steuerstreit wie das Kaninchen vor der Schlange statt uns zu wehren. Etwas mehr Zivilcourage ist angesagt und weniger falsche Bescheidenheit», enerviert sich die Nationalrätin.
Frau Fiala, warum reden Sie Schweiz und Schweizer schlecht – sind Sie keine Patriotin? «Ich bin glühende Patriotin, auch wenn ich die Nationalhymne nicht vollständig auswendig kann.» Und von schlechtreden könne keine Rede sein: «Ich möchte motivieren, stolz, glücklich, positiv in die Zukunft zu blicken und daran zu glauben, dass wir die aktuellen und künftigen Herausforderungen meistern.»
Kommentar: Der Erfolg dieser Rede ist vor allem darauf zurück zu führen, dass Doris Fiala das glaubt was sie sagt. Das spürten die Zuhörer. Nur, wer von dem selbst überzeugt ist, was er sagt überzeugt!
Notiert von
marcus knill
um
06:57
Sonntag, 5. August 2012
Samstag, 4. August 2012
Darbellys fragwürdiges Verhalten
Immer wieder macht der CVP Präsident mit Schnellschüssen von sich reden.
Aus welchem Grund schiesst er immer wieder übers Ziel hinaus?
aus Tagi:
CVP-Politiker kritisieren Idee ihres Präsidenten
Die CVP fordert ein Sondergesetz gegen Fahrende. Parteiintern stösst CVP-Präsident Darbellay mit diesem Vorschlag auf Ablehnung. Er müsse sich in seinem Heimatkanton Wallis profilieren.
In der nachrichtenarmen Zeit bringen Parteien gerne Themen auf in der Hoffnung, dass die Medien diese aufnehmen. Zu dieser Kategorie gehört auch die Forderung der CVP, ein Sondergesetz zu schaffen, um härter gegen Fahrende vorgehen zu können, so der Verdacht. CVP-Präsident Christophe Darbellay sieht nach einem Hochzeitsfest in seinem Heimatkanton Wallis, bei dem Fahrende aus Frankreich den Aufenthalt auf einer Wiese erzwungen und diese unaufgeräumt zurückgelassen hatten, Handlungsbedarf – und die Notwendigkeit, mit harter Hand durchzugreifen.
Infografik Sinti und Roma in Europa Mehr Plätze für Fahrende
Der Ruf nach mehr Stellplätzen für Fahrende - anstatt eines neuen Gesetzes - erklingt auch ausserhalb der CVP. Die Kantone zuerst ihre Aufgabe erfüllen, mehr Stellplätze zu schaffen, sagt SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin, - wie dies auch der Bundesrat empfehle. Er sehe am Beispiel seines Wohnkantons Schwyz, wie schwer sich die Behörden damit tun, obwohl viele Fahrende aus Schwyz selbst stammten.
Laut Daniel Huber, Präsident der Verbands Radgenossenschaft der Landstrasse, habe es nur schon für Schweizer Fahrende zu wenige Durchgangsplätze, auf denen sie sich einige Wochen aufhalten - im Unterschied zu Standplätze für den Winter. «Ohne solche Plätze können wir unsere Kultur nicht leben», sagt er. Hier seien die Kantone und Gemeinden gefordert. Huber kritisiert auch, dass aufgrund von Problemen mit französischen Fahrenden im Wallis nun Massnahmen für alle Fahrenden gefordert werden. (mdr) Doch hinter dieser Haltung des Parteipräsidenten steht die Partei keineswegs geschlossen. Mehrere christlichdemokratische Parlamentarier lehnen die Idee Darbellays ab, darunter auch Fraktionschef Urs Schwaller. «Wir haben bereits gesetzliche Grundlagen, es ist nur eine Frage der Durchsetzung», sagt er. Der frühere Freiburger Regierungsrat kennt die Diskussion um Stellplätze für Fahrende aus seinem Kanton. Für ihn ist es ein kantonales Problem, genügend Standplätze zu schaffen. Dann komme es auch nicht zu Vermietungen durch private Landbesitzer, wie dies im Wallis geschehen ist. Diese müssten zudem stärker informiert werden, dass neben guten Einnahmen auch Ungemach möglich ist.
Eine Idee fürs Sommerloch?
Dass Politiker nach einem neuen Gesetz rufen, nur weil ein Einzelfall gross in den Medien war, komme häufig vor, sagt CVP-Nationalrätin Ruth Humbel. Sie setzt deshalb ein grosses Fragezeichen hinter Darbellays Forderung. «Die Durchsetzung bestehender Gesetze müsste eigentlich reichen.» Dass es genügend Gesetze zur öffentlichen Ordnung gebe, die auch für Fahrende gelten, sagt auch ein weiterer Nationalrat, der anonym bleiben will. Er äussert auch Zweifel daran, ob die Idee für ein neues Gesetz tatsächlich lange verfolgt wird. Darbellay hatte angekündigt, dass er oder sein Walliser Parteikollege im Nationalrat, Yannick Buttet, in der nächsten Session im September einen Vorstoss einreichen werde.
Die Forderung betreffe ein Walliser Problem, findet CVP-Nationalrätin Kathy Riklin. Dieses sollte nicht auf die nationale Ebene abgeschoben werden, weshalb sie ein Bundesgesetz unnötig findet. «Wir müssen die Frage nochmals anschauen, wenn das Sommerloch vorbei ist.» Im Raum steht der Vorwurf an Darbellay, sich mit dieser nationalen Idee vor allem in seinem Heimatkanton Wallis profilieren zu wollen.
Nachdem der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger bereits vor einigen Tagen einen parlamentarischen Vorstoss angekündigt hatte, habe Darbellay nachziehen müssen, sagt ein CVP-Parlamentarier. Riklin meint trocken: «Darbellay muss als Politiker im Wallis überleben.» Er habe früher schon in Bern Vorstösse zu Walliser Themen eingereicht. Darbellay selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Kommentar:
Nachdem Christophe Darbellay ein Gesetz für Fahrende angeregt hat und einen entsprechenden Vorstoss in der Herbstsession einreichen will, beleuchtete die baz sein Vorgehen und stellte Rechtsgelehrten, einem Politologen und einem Kommunikationsberater folgende Fragen:
- Was halten Sie vom Vorgehen von Darbellay (Ansatz, Formulierung, Themen-Setting)?
- Es ist nicht das erste Mal, dass Darbellay mit einem Vorstoss gegen Minderheiten aneckt (Bsp. Kopftuchverbot, Verbot jüdischer und muslimischer Friedhöfe). Ist dies bewusste Provokation, Unbekümmertheit/Nicht-Kümmern oder Fettnäpfchen-Nicht-Resistenz?
- Ist Darbellay’s Stil Last oder Lust für die CVP?
Ich äusserte mich im baz Artikel als Kommunikationsberater:
Ich zitiere die Basler Zeitung:
Darbellay schiesse leider über das Ziel hinaus. «Er will vermutlich bei seinen Leuten in der Partei und im Wallis Punkte holen, holt sie aber nicht.» Er wolle zeigen, dass er als Parteichef agiere und nicht einknicke – und müsse dann aber allzu oft seine Positionen revidieren. Darbellay springe auf Themen auf und ebenso schnell wieder von selbigen ab. “Man darf die Meinung ändern und gescheiter werden. Aber nicht wie ein Fähnchen, das sich immer nach dem jeweiligen Wind ausrichtet”. Dabei agiert er für Knill oft unbedarft und voreilig. Vor allem: Er handle vor allem für sich und zu wenig für die Sache. «Damit schadet er sich und der Partei langfristig .»
Notiert von
marcus knill
um
04:36
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