Dienstag, 24. Juli 2012

Ueberzeugen durch einfaches, verständliches Formulieren


Mit unverständlichen, komplizierte Formulierungen erhoffen sich noch heute Studenten,  Politiker, Wissenschafter Anerkennung. Tatsächlich sind Menschen, die Gedanken verständlich  und einfach vermitteln für gewisse Akademiker suspekt.
Es wird erwartet, dass die Inhalte möglichst anspruchsvoll formuliert werden, gespickt mit Fachbegriffen und Anglizismen. Kurze Sätze werden von gewissen Professoren beanstandet. Kompliziertes Formulieren wird honoriert. Endlich beginnt ein Umdenken.
An höheren Schulen wird allmählich erkannt, dass es sich lohnt, so zu schreiben, dass der Inhalt gut verstanden wird. 


Viele Beamte, Juristen und Politiker müssen leider erst nach dem Studium lernen, die Gedanken so zu vermitteln, dass sie vom jeweiligen Publikum verstanden werden.

Das sprachliche Versagen der Schweizer Universitäten 

(Quelle NZZ)

Die Justizministerin hat genug von den teilweise unbrauchbaren Redetexten, die ihre Mitarbeiter für sie verfassen. Simonetta Sommaruga bietet über hundert Bundesbeamte zur Schreibwerkstatt auf. Dort sollen sie lernen, Sprechnotizen so zu formulieren, dass auch ein Durchschnittsbürger sie versteht. Diese Meldung der NZZ hat im Internet und im Bundeshaus etwelche spöttische Kommentare über Sommarugas «Sprachkürsli» provoziert.
Der Spott ist fehl am Platz. Sommaruga reagiert mit ihrer Weiterbildungsinitiative auf ein echtes Problem. Nicht nur viele Mitarbeiter in ihrem Departement texten unverständlich. An der gleichen Krankheit leiden auch Wissenschafter, Pfarrer oder Politiker – ja teilweise sogar Journalisten.


Zwang zur Kompliziertheit

Die Ursache des Problems liegt im schweizerischen Bildungssystem und dort vor allem bei den Universitäten. An Unis ist eine bizarre Kultur verbreitet: Akademische Texte werden oft bemängelt, wenn sie komplizierte Sachverhalte einfach erklären. Vor allem in Dissertationen und Habilitationsschriften gibt es einen Zwang zur Kompliziertheit. Akademisch belohnt wird, wer monströse Formulierungen und viel Fachjargon verwendet. Welche Blüten dieses System treibt, erlebte eine Anthropologie-Studentin unlängst an der Universität Freiburg. Die Frau, die nebenher als Journalistin arbeitete, wurde vom Professor dafür kritisiert, dass sie in Seminararbeiten zu kurze Sätze formuliere.
Die Probleme, die bei schriftlichen Texten anfangen, setzen sich bei der gesprochenen Sprache fort. Unvergessen sind die persönlichen Erfahrungen an der Universität Genf: Professoren, die ganze Vorlesungen lang nie den Blick vom Blatt hoben; Studenten, die derart komplizierte Referatstexte vorlasen, dass sie schon in schriftlicher Form eine Zumutung gewesen wären. Kritisches Feedback gab es dafür nur selten. Das sind Eindrücke aus den 1990er Jahren. Tempi passati?


Nein. Zwar wurde inzwischen das Problem teilweise erkannt. Punktuell wird versucht, die rhetorische Kompetenz zu fördern. Viele Eltern können bezeugen, dass ihre Kinder heute schon in der Volksschule mehr Vorträge halten müssen, als das früher der Fall war. Dabei geht es aber weniger um die Rhetorik als um den Umgang mit der Informationsflut im Internet. Auch manche Hochschulen gewichten heute das rhetorische Können höher. So zeichnet die Universität Zürich seit 2007 gute Dozenten mit einem Lehrpreis aus. Unter dem Titel «Jugend debattiert» veranstaltet eine Stiftung Rhetorik-Wettkämpfe für Jugendliche, unterstützt von der Erziehungsdirektorenkonferenz. Politiker sind dank der Fernseh-«Arena» gezwungen, ihren mündlichen Ausdruck zu verbessern. Und dann gibt es auch jene, die es schon immer konnten: Professoren oder Politiker, die von Natur aus verständlich schreiben und packend referieren.
All das sind positive Ansätze, doch das Problem besteht weiter. Im März 2012 hat eine Juristin nach sieben Semestern ihr Grundstudium an der Universität Zürich abgeschlossen. In dieser ganzen Zeit musste die Frau zwei Referate vor Publikum halten. Zwei! Diese Juristin könnte eine der Beamtinnen werden, die künftig im Justizdepartement Sprechnotizen für Bundesrätin Sommaruga vorbereiten müssen. Kein Wunder, muss Sommaruga bei der Ausbildung ihrer Beamten das nachholen, was die Universitäten zu lehren vergassen.

Amerika geht voran

Wie anders gehen amerikanische Hochschulen mit der Sprache um. Dort gehört Rhetorik teilweise zum Pflichtstoff. Schon College-Studenten üben sich in sogenannten Elevator Speeches. Dabei erhält der Student für ein Kurzreferat so lange Zeit, wie eine Fahrt im Aufzug dauert. Das muss genügen, um dem Publikum seinen Gedanken zu präsentieren. Wo in der Schweiz werden solche Fähigkeiten trainiert? Die Auswirkungen dieses unterschiedlichen Verhältnisses zur Sprache lassen sich an jedem Kiosk erkennen. Sachbücher amerikanischer Wissenschafter werden zu Bestsellern, während Sachbücher schweizerischer Wissenschafter in Bibliotheken verstauben. Die Reden amerikanischer Politiker landen auf Youtube, die Reden hiesiger Politiker enden im «Amtlichen Bulletin».


Es gehe eben um den Inhalt und nicht um die Form: So werden schlechte Schreibe und schlechte Rhetorik oft entschuldigt. Das ist ein Irrtum. Gerade im öffentlichen Dienst und in der Politik genügt es nicht, fachlich top zu sein


- man muss seine Gedanken auch vermitteln können. Sommaruga bringt es im Schulungsvideo ihrer Schreibwerkstatt auf den Punkt: «Politik ist Überzeugen – Überzeugen ist gute Kommunikation.»


Kommentar: K+K profitiert von diesem Umdenken. Wir sind auf verschiedensten Ebenen - bei unterschiedlichsten Institutionen - tätig, vor allem, damit das Kader mit einfacher Sprache und glaubwürdiger Rhetorik überzeugen kann.


Quiz im TAGI (zu dieser Thematik):


Frage 1: Was ist eine «forstwirtschaftliche Nutzfläche mit Wildtierbestand»?
Ihre Antwort ist richtig: Wald mit Tieren
Frage 2: Welcher Satz findet sich tatsächlich im Deutschen Lebensmittelbuch?
Ihre Antwort ist richtig: Margarine im Sinne dieser Leitsätze ist Margarine im Sinne des Margarinegesetzes.
Frage 3: Was ist eine Schliesszange?
Richtige Antwort: Eine Handschelle.
 
Frage 4: Was steht anstelle der Pünktchen in dieser Tarifbestimmung des Bundes?

«Zum Kapitel 2 gehören auch gewisse Erzeugnisse, wenn ihnen bei der Herstellung Würzstoffe zugesetzt worden sind, sofern dadurch der Charakter einer Ware dieses Kapitels nicht verändert wird. Als typische Bespiele hierfür können … und dgl. der Nummer 0210 erwähnt werden.»
Richtige Antwort: Coppa, Bündnerfleisch, Bresaola
 
Frage 5: Was ist eine «raufutterverzehrende Grossvieheinheit»?
Richtige Antwort: Kuh
 
Frage 6: Was bezeichnet ein «selbstreproduzierender Kleinflugkörper auf biologischer Basis mit fest programmierter automatischer Rückkehr aus allen beliebigen Richtungen und Distanzen»?
Ihre Antwort ist richtig: Brieftaube
 
Frage 7: Wie wird im Leitfaden für den Umgang mit Anglizismen der Bundeskanzlei ein Anglizismus definiert?
Ihre Antwort ist richtig: Als «sprachliche Einheit oder sprachliche Regel, die aus dem Englischen in eine andere Sprache übernommen wurde».
 
Frage 8: Was könnte mit «raumübergreifendem Grossgrün» gemeint sein?
Ihre Antwort ist richtig: Ein Baum.
 
Frage 9: Und zum Abschluss ein Ausdruck aus der DDR: Eine «Personenvereinzelungsanlage» bezeichnete…
Ihre Antwort ist richtig: Ein Drehkreuz

Endlich SOMMER!


Endlich Sommer  - Kornblume; Rechte: Thomas Bocks

Montag, 23. Juli 2012

Sonnige Tage in Saas Fee


Wir reisten bei kalter Witterung an und wurden mit herrlichem Walliser Wetter belohnt - Erholung pur!



Ein wolkenloser Himmel: So lässt sich der Sommer in vollen Zügen geniessen.

Sonntag, 22. Juli 2012

Die besten Wolkenbilder der Tagi-Leser



1/15 15. Platz: Der unheimliche Geisterwolf.
Bild: Christine Wittwer

Wal, Seepferd, Gesicht oder Feder: So spannend kann der Blick auf die Wolkenformationen sein. Eine Auswahl der besten Leserbilder. Mehr...

Freitag, 20. Juli 2012

Kommunikation zwischen Mann und Frau












Eine Journalistin wollte soeben von mir wissen, weshalb es zwischen Mann und Frau wegen kommunikativer Missverständnisse gerne zum Streit kommt.




Es gibt nachweisbare Unterschiede im Kommunikationsverhalten - darauf komme ich später zurück.
Vorweg darf gesagt werden, dass es auch zwischen Mann und Mann oder zwischen Frau und Frau ebenfalls zu Auseinandersetzungen kommen kann. In allen Beziehungen gilt es, eine Streitkultur zu erarbeiten. In allen Beziehungen und Teams kommt es laufend zu Meinungsunterschieden. Dissens ist normal und gehört zum Alltag. Beim "Streiten" gibt bewährte Regeln:




- Wir müssen unter vier Augen streiten.



- Das "Wie"  (der Ton) ist wichtig.



- Wir müssen lernen, zuerst die Fakten aus eigener Sicht konkret zu beschreiben, anstatt zu werten oder das Verhalten des Gegenübers zu interpretieren.



Ob Reden wirklich Silber und Schweigen Gold ist, wollte die Journalistin von mir auch noch wissen:


Nach meinen Erfahrungen kann Reden - aber auch Schweigen - Gold sein. Doch wenn es jemand versteht, das richtige Wort zur richtigen Zeit zu sagen, so  ist dies für mich wie ein Diamant in Platin gefasst.




Männer und Frauen haben generell eine unterschiedliche Kommunikationskultur:




Die weibliche Kommunikation ist bei Aufforderungen indirekter und weniger dominant (Könnten Sie...?) Und rechtfertigen sich häufiger.
Männer sprechen direkter (Können Sie...?) und entschuldigen sich weniger.




Hinsichtlich Sprachinhalte reden Frauen eher über Probleme und benutzen die Umgangsprache, während Männer gerne über ihre Erfolge reden, Abstrakter, nüchterner und bevorzugen eine Fachsprache.





Bei der Körpersprache senden die Frauen mehr Zeichen. Sie können diese Signale auch besser decodieren.
Während die Männer beim nonverbalen Ausdruck zurückhaltender sind und mehr Fehler machen beim Decodieren.




Frauen sind in der Beziehung gemeinschaftsorientiert (WIR!)
Männer eher selbstzentriert (ICH!)




Frauen unterschätzen sich gerne. Hinsichtlich Selbstwert überschätzen sich anderseits die Männer gerne.




Beide Geschlechter haben typische Marotten:

So wollen Frauen - oft auch ungefragt - helfen, umschreiben Wünsche vager, nehmen Kritik persönlicher, schmollen eher.
Während die Männer vielfach Ratschläge erteilen und unbedingt Recht haben wollen.


Was wir bei unserer unbedingt  beachten sollten:

Es gibt in der Praxis keine Prototypen für die Frau oder den Mann.
Wir dürfen das Kommunikationsverhalten von Mann und Frau nicht über einen Kamm scheren.




Bei allen Auftritten im Mediensimulator habe ich lediglich festgestellt:
Die Aussagen der Männer sind oft klarer. Frauen lieben Umschreibungen.
Männer sprechen zielgerichteter. Frauen suchen vielfach den Konsens.




Ferner habe ich festgestellt, dass Männer ungeduldiger sind als Frauen.




Frauen haben eher die Fähigkeit zuzuhören.




Zwei weitere Fragen beschäftigte die Radiojournalistin beim Interview:


Frage: Ein grosser Fehler ist ja sicher auch, dass Frauen gern durch die Blume sagen was sie (nicht) wollen..? Reicht es wenn man bzw frau direkter ist?


Antwort:


Nach dem Harvard Prinzip darf man auf der Sachebene hart und direkt sein auf der Beziehungsebene mit dem Gegenüber hingegen weich. Beim Coaching fällt es vielen Frauen schwer auf die sogenannten Weichspüler zu verzichten (Vielleicht / eigentlich / "wollte NUR fragen" / würde meinen/ relativ usw.)
Statt direkt: Sie haben gesagt....., Wieviel kostet das ganze Projekt?
Es  hat sich bewährt, direkter zu sprechen, Fakten konkret zu nennen oder Situationen genau zu beschreiben. 


Frage:      Wie geht man am besten an Gesprächsthemen heran, bei welchen Mann und Frau unterschiedlicher Meinung sind?


Antwort:


Bei unterschiedlichen Meinungen gilt immer (nicht nur zwischen Mann und Frau):


Jeder beschreibt seine Position, klar, eindeutig, kurz, verständlich.

Dann wird erst über die unterschiedlichen Argumente "gestritten", diskutiert.

Erst am Schluss suchen wir Gemeinsamkeiten d.h. eine Lösung! Es hat sich in der Praxis bewährt, das Gegenüber zu fragen, wie ein Konsens möglich sein könnte.


Meine Frau Hildegard weist in ihren Frauenrhetorik Seminaren und Vorträgen immer wieder auf die Forschungsergebnisse  des Institutes für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung des Ludwig-Maximilians-Universität in München (IfKW) hin.



Die Forscher vermuten, dass es besonders das weibliche Kommunikationstalent beim Berufseinstieg und den unteren Hierarchiestufen helfen wie Emotionalität, Konsensorientierung, Kreativität. Diese hilfreichen Eigenschaften erweisen sich später eher hinderlich, wenn vor allem Durchsetzungsfähigkeit gefragt ist.




Wissenschaftliche Untersuchungen haben weitere signifikante Unterschiede nachgewiesen.




Zur Stimme
__________


Weiblich: Leise und hoch (wirkt schwach)
Männlich: Laut und tief (wirkt stark)


Zum Wortschatz
_____________


Weiblich: Ist umfangreicher - reden eher viel und um den Brei herum - sorgfältige Wortwahl


Männlich: Kleiner - reden weniger - kommen auf den Punkt - direkte aber unbedachte Wortwahl - mit Kraftausdrücken durchsetzt


Gesprächsanteil
_______________


Weiblich: Reden weniger und kürzer


Männlich: Reden öfter und länger


Unterbrechen andere
__________________


Weiblich: Selten

Männlich: Häufig


Bestimmen das Thema
___________________


Weiblich: Selten


Männlich: Häufig


Diskussionen
____________


Weiblich: Kooperativ und konsensorientiert


Männlich: Konfrontativ und Konfliktorientiert


Fragen
______


Weiblich: Aus Interesse


Männlich: Um Thema zu besetzen


Entscheidungen
______________


Weiblich: Zögerlich


Männlich: Vorantreibend


Weichmacher (Weichspüler)

_________________________


Weiblich: Viele


Männlich: Wenige


Rückmeldesignale (aha, ach so, klar, prima usw.)
_______________________________________________


Weiblich: Oft


Männlich: Selten



********************************



LINKS:


Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
(Fortsetzung von Seite 1) gar eine Rezession kommt. Viele erwarten eine solche Beruhigung nach den Olympi- schen Spielen im Jahre 2008. Geopolitisch ...
www.rhetorik.ch/Weichspueler/alpha.pdf
4. Apr. 2007 ... Es lohnt sich, diese Weichspüler gezielt zu eliminieren. Erstaunlich: Viele Redner benutzen "Flicklaute". Damit werden Denkpausen akustisch ...
www.rhetorik.ch/Weichspueler/Weichspueler.html


29. Juni 2002 ... Knill+Knill Kommunikationsberatung ... 2002 habe er oft mit seiner Frau gestritten , sagte der Mann bei der Einvernahme. ... Wir müssen die Aussagen des Gegenübers vollständig anhören und dürfen kein Wort überhören.
www.rhetorik.ch/Streiten/Streiten.html






http://www.knill.com/Presse/bildung.jpg


Donnerstag, 19. Juli 2012

Der Gedanke zum heutigen Tag:

ENERGIE erzeugt ENERGIE




Als Workaholics werden wir oft gefragt, weshalb wir so viel arbeiten.
Für mich hat dies weniger mit positiver Einstellung zur Arbeit und dem Bedürfnis nach Erfolg zu tun.
Wenn ich arbeite, bedeutet dies für Körper und Geist immer BEWEGUNG.




Es ist eine Tatsache, dass ein Mensch der physisch ausgelaugt ist, durch motorische und geistige Bewegung zu neuen Kräften kommt. ENERGIE erzeugt nach John Irwing wieder neue ENERGIE.


Deshalb lohnt es sich, sich immer voll und ganz einzusetzen. Der 100 prozentige körperliche und geistige Einsatz gibt uns - dank dem Adrenalinschub - neue Energie.




Nach meinem Dafürhalten zählt die Arbeit auch zum Leben. Work und life darf nicht getrennt werden.


Auch das Nichtstun gehört zum Leben. Ich empfehle deshalb, sich auch in der Phase der Entspannung  ebenfalls voll und ganz auf diese "Arbeit" einzulassen. Das Reflektieren und aktive Denken während der angeblichen "Freizeit" gibt uns auch ENERGIE und hält uns geistig fit.




LINK:




23. Nov. 2010 ... Die durch den Begriff "Work-Life-Balance" nahegelegte Dualität ... September 10 meint dazu: "Der Begriff Work-Life-Balance ist ein Unwort.
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_23/index.html

Mittwoch, 18. Juli 2012

Es gibt leider nicht nur den EINEN Grund!


Ich schätze die kurzen Beiträge in der SonntagsZeitung von Rolf Dobelli.
Jüngst erklärte er den umständlichen Begriff ""Fallacy of the Single Cause". Er übersetzte diesen Denkfehler mit "Die Falle des EINEN Grundes". Politiker, Aerzte, vor allem Experten versuchen bei allen Analysen die eigentlichen (EINZIGE) Ursache zu bestimmen. Was war der Grund für den Anschlag am 11. September? Was ist die Ursache des der aktuellen Finanzkrise? Weshalb spielt das Wetter verrückt? Bei allen Fragen erfahren wir aus dem angeblich berufenen Mund eine angeblich richtige Ursache.


Ein Grund kann jedoch allein nie  Grund genug sein.


Wenn Dobelli darauf hinweist, dass es keine einzig richtige Ursache gibt, sondern Hunderte, Tausende von Gründen geben kann, die zu einem Flop oder einer Verhaltensweise geführt haben. Diese Sicht deckt sichauch mit meiner langjährigen Erfahrung im Bereich Kommunikation: Menschen können nicht auf Grund nur einer Beobachtung (einer Verhaltensweise oder EINES Aspektes, wie Aussehen, Stimme, Schrift Kleidung.) schlüssig beurteilt werden. 


In der Regel versuchen wirjedoch Fragen nur aus EINER Sicht auf den Grund zu gehen.


Zum Beispiel bei der Frage:


Warum fällt ein Apfel zu Boden, wenn er reif ist?






- Weil er von der Erde angezogen wird?


- Weil sein Stängel ausgedörrt ist?


- Weil er zu schwer geworden ist?


- Weil ihn der Wind geschüttelt hat?




Leo Tolstoi traf den Nagel auf den Kopf, als er in "Krieg und Frieden" geschrieben hatte:




"Nichts davon ist die Ursache, sondern ALLES ZUSAMMEN."


Es lohnt sich deshalb - bei allen Fragen - ALLE möglichen Gründe aufzulisten. Nur so finden wir das Netz der möglichen Faktoren. Es lohnt sich dann, alle Faktoren zu unterstreichen, die wir beeinflussen können. Was hingegen nicht beeinflusst werden kann, können wir durchstreichen. So geraten wir nicht in die Falle "des EINEN Grundes".

Bei meinen Analysen habe ich schon vor vielen Jahren erkannt, dass immer unzählige Faktoren zusammenspielen, die eine Handlung auslösen.
Die veraltete aber beliebte Methode, nur den EINEN Grund zu suchen, bringt uns nicht weiter. Es führt zu einem Sündenbockdenken und endet in einer Gedankensackgasse. Es lohnt sich somit, den Blickwinkel zu weiten und es zuzulassen, dass immer verschiedene Faktoren etwas bewirken.

Fazit: EIN Grund ist nie Grund genug.