Mittwoch, 18. Juli 2012

Es gibt leider nicht nur den EINEN Grund!


Ich schätze die kurzen Beiträge in der SonntagsZeitung von Rolf Dobelli.
Jüngst erklärte er den umständlichen Begriff ""Fallacy of the Single Cause". Er übersetzte diesen Denkfehler mit "Die Falle des EINEN Grundes". Politiker, Aerzte, vor allem Experten versuchen bei allen Analysen die eigentlichen (EINZIGE) Ursache zu bestimmen. Was war der Grund für den Anschlag am 11. September? Was ist die Ursache des der aktuellen Finanzkrise? Weshalb spielt das Wetter verrückt? Bei allen Fragen erfahren wir aus dem angeblich berufenen Mund eine angeblich richtige Ursache.


Ein Grund kann jedoch allein nie  Grund genug sein.


Wenn Dobelli darauf hinweist, dass es keine einzig richtige Ursache gibt, sondern Hunderte, Tausende von Gründen geben kann, die zu einem Flop oder einer Verhaltensweise geführt haben. Diese Sicht deckt sichauch mit meiner langjährigen Erfahrung im Bereich Kommunikation: Menschen können nicht auf Grund nur einer Beobachtung (einer Verhaltensweise oder EINES Aspektes, wie Aussehen, Stimme, Schrift Kleidung.) schlüssig beurteilt werden. 


In der Regel versuchen wirjedoch Fragen nur aus EINER Sicht auf den Grund zu gehen.


Zum Beispiel bei der Frage:


Warum fällt ein Apfel zu Boden, wenn er reif ist?






- Weil er von der Erde angezogen wird?


- Weil sein Stängel ausgedörrt ist?


- Weil er zu schwer geworden ist?


- Weil ihn der Wind geschüttelt hat?




Leo Tolstoi traf den Nagel auf den Kopf, als er in "Krieg und Frieden" geschrieben hatte:




"Nichts davon ist die Ursache, sondern ALLES ZUSAMMEN."


Es lohnt sich deshalb - bei allen Fragen - ALLE möglichen Gründe aufzulisten. Nur so finden wir das Netz der möglichen Faktoren. Es lohnt sich dann, alle Faktoren zu unterstreichen, die wir beeinflussen können. Was hingegen nicht beeinflusst werden kann, können wir durchstreichen. So geraten wir nicht in die Falle "des EINEN Grundes".

Bei meinen Analysen habe ich schon vor vielen Jahren erkannt, dass immer unzählige Faktoren zusammenspielen, die eine Handlung auslösen.
Die veraltete aber beliebte Methode, nur den EINEN Grund zu suchen, bringt uns nicht weiter. Es führt zu einem Sündenbockdenken und endet in einer Gedankensackgasse. Es lohnt sich somit, den Blickwinkel zu weiten und es zuzulassen, dass immer verschiedene Faktoren etwas bewirken.

Fazit: EIN Grund ist nie Grund genug.

Dienstag, 17. Juli 2012

Deutsche Bundesländer schrecken vor Hehlerei nicht zurück

Unter Hehlerei versteht man den Handel mit Sachen, die gestohlen oder unterschlagen wurden und sich nicht im Eigentum der Handelnden befinden.
Wenn deutsche Behörden Millionen Beträge bezahlen für illegal erworbenen CDs von Banken, dürfen wir sie der Hehlerei bezichtigen.




Ich zitiere TAGI online


Der jüngste Kauf einer CD mit Daten von Schweizer Steuersündern wurde zwar nicht offiziell bestätigt. Doch gemäss einem Bericht soll Nordrhein-Westfalen bereits neue Datensätze im Visier haben.

Die Spekulationen schiessen ins Kraut: Will das Bundesland Nordrhein-Westfalen noch zwei weitere Daten-CDs aus der Schweiz kaufen? (Archivbild)
Die Spekulationen schiessen ins Kraut: Will das Bundesland
 Nordrhein-Westfalen noch zwei weitere Daten-CDs aus der Schweiz kaufen? (Archivbild)
Bild: Keystone

Kommentar: Selbst wenn jemand das Schweizerische Bankengeheimnis ablehnt, so heiligt nicht jedes illegale Mittel den Zweck. 


Nachtrag: 


Schäuble kritisiert Steuerdaten-Kauf

Nordrhein-Westfalen hat erneut eine CD mit gestohlenen Bankdaten aus der Schweiz gekauft. Politiker und Wirtschaftsvertreter reagieren empört. Auch der deutsche Bundesfinanzminister verurteilt den Kauf. Mehr...


NACHTRAG:

Das Schweizer Parlament unterstützte das Steuerabkommen mit Deutschland verbunden mit dem Versprechen, dass ab Unterzeichnung keine CDs mehr beschafft werden. Deutschland interpretiert jedoch den Passus "es werden keine Daten aktiv beschafft" so, dass es immer noch möglich sei, illegal beschaffte Daten zu kaufen. Deutschland dürfe nur nicht die Banken aktiv auffordern, Daten zu beschaffen (klauen?).

Wenn den Bankbeamten Millionen bezahlt werden für illegal beschafft Daten, so wird die juristische Wortklauberei zur Farce.

Mit solchen "Spielchen" ist nun das verhandelte Steuerabkommen mehr als gefährdet.


Aus 20 Min:


Ein Medienbericht, wonach das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) erneut eine Steuer-CD aus der Schweiz gekauft haben soll, lässt die Schweiz nicht kalt. Wirtschaft und Politik sind verärgert.

storybilden
Das Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Deutschland gerät mehr und mehr in Gefahr. Berichte, das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) habe erneut eine CD mit gestohlenen Daten deutscher Bankkunden gekauft, stiessen am Wochenende in der Schweiz auf Kritik.
Die Regierung von NRW in Düsseldorf soll für die Informationen 3,5 Mio. Euro (rund 4,2 Mio. Franken) bezahlt haben. Finanzminister Norbert Walter-Borjans sagte lediglich, Daten auf CDs seien notwendig, um Steuerhinterziehern auf die Spur zu kommen.


Kommentar: Es fragt sich nachträglich, ob unsere Finanzministerin nicht  eine Mitschuld an diesem DC Wirbel trägt. Hat Sie den Verhandlungstext (bewusst?) zu wenig präzis abgefasst oder hatte sie dem Parlament die Vereinbarung beschönigt?Jedenfalls geht das politische Seilziehen weiter.


Der Finanzministerin kann heute vorgeworfen werden:

Sie hat bei diesem wichtigen Dissens mit dem Nachbarland zu spät kommuniziert. Bei wichtigen Problemen ist Abtauchen immer schlecht.
Offensichtlich hat Bundesrätin Widmer- Schlumpf  die Frage der CD Beschaffung falsch verstanden und falsch vermittelt.
Ihre erste Aussage am Radio und stimmt mit  dem heutigen Tatbestand nicht überein. Diese Panne darf und kann nicht beschönigt werden.  


Nachtrag aus dem aufschlussreichen Interview mit PDF Chef Müller:


FDP-Präsident Philipp Müller zum CD-Kauf und Steuerabkommen «Jetzt muss Widmer-Schlumpf hinstehen»

«Vielleicht waren die Deutschen einfach schlauer». Philipp Müller verlangt Klarheit zum Chaos um gestohlene Bankdaten.


play Eveline Widmer-Schlumpf
(Keystone)
play «Zwei, drei Sätzchen am Fernsehen reichen nicht.» Philipp Müller
(Manuel Zingg/Blick)

Quelle BLICK-online:

BLICK: Herr Müller, was ärgert Sie mehr: Dass Deutsche weiter geklaute CDs kaufen wollen, oder dass Banken ihre Daten nicht schützen können?
Philipp Müller: Beides ist sehr ärgerlich. Es ist unglaublich, dass unsere Banken nicht in der Lage sind, diese sensiblen Daten besser aufzubewahren. Dass die Deutschen immer noch geklaute CDs kaufen, zeigt aber auch, dass es im Abkommen Interpretationsspielraum gibt.
Sie vermuten ja schon lange, dass das Steuerabkommen Datenkauf gar nicht unterbindet.Richtig. Ich habe dazu bereits im April mit dem Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) lange und intensive Mail-Korrespondenz gehabt.
Und was hat das SIF Ihnen gesagt?Man hat mir versichert, die Formulierung im Vertrag stelle sicher, dass ab Unterzeichnung des Vertrags der Kauf von geklauten Daten nicht mehr zulässig sei.
Hat man Sie angeschwindelt?Ich gehe eher davon aus, dass das SIF tatsächlich glaubte, was es mir schrieb. Dass sie glaubten, sie hätten das so ausgehandelt. Vielleicht waren die Deutschen einfach schlauer. So oder so frage ich mich aber: Warum schrieb man dann nicht deutsch und deutlich ins Abkommen, dass der Datenkauf nicht mehr möglich ist? Ich gehe ja davon aus, dass beide Verhandlungsdelegationen der deutschen Sprache mächtig sind.
Was erwarten Sie jetzt von der Finanzministerin?Eveline Widmer-Schlumpf ist jetzt gefordert! Sie muss dringend, wirklich dringend, hinstehen und erklären, was genau sie mit Bundesfinanz­minister Wolfgang Schäuble ausgehandelt hat. Hier herrscht Klärungsbedarf. Nur die Bundespräsidentin kann das jetzt klären.
Widmer-Schlumpf hat gestern im TV gesagt, die Deutschen hätten zugesagt, keine Daten mehr zu kaufen. Berlin halte sich daran, könne das aber bis zum Inkrafttreten des Abkommens gegenüber den Bundesländern nicht durchsetzen.Im Parlament und im Mailwechsel mit dem SIF tönte es aber ganz anders! Und diese neue Version ist ein Witz. Wenn Berlin die Länder nicht unter Kontrolle hat, nützen alle Abmachungen nichts. Es ist ja nicht Berlin, das die Daten kauft, das sind die Länder! Aber das war immer klar. Nein, hier besteht Klärungsbedarf, Widmer-Schlumpf muss hinstehen. Da reichen drei Sätzchen am Fernsehen nicht.
Wie kann Widmer-Schlumpf die Situation noch retten?Wenn sie das Verbot von Datenkauf wirklich ausgehandelt hat, ist das mit einem diplomatischen Notenaustausch zum Abkommen klarzustellen.
Und wenn die Deutschen das nicht wollen?Dann zeigt das, dass sie offenbar von Anfang an kein Verbot von CD-Käufen wollten. Dann wäre das Parlament von Widmer-Schlumpf nicht korrekt informiert worden.
Muss das Abkommen dann neu verhandelt werden?Nein, das Abkommen steht. Auch die Schweiz hat viele Konzessionen gemacht. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.
Ist das Steuerabkommen überflüssig geworden? Nein! Nun braucht es das Abkommen erst recht, weil damit flächen­deckend alle von Deutschen in der Schweiz deponierten, nicht versteuerten Gelder erfasst und besteuert werden können. Die Verwertung gestohlener Daten ermöglicht hingegen nur eine selektive Erfassung.
Ist es denn überhaupt ein Problem, dass Deutsche weiterhin geklaute Daten kaufen wollen?Ich spreche den deutschen Steuerbehörden das Recht keineswegs ab, ihren Steuergesetzen Nachhaltung zu verschaffen. Im Gegenteil. Aber darum geht es hier nicht. Hier geht es um einen Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz. Und darum, wie die darin ausgehandelten Vereinbarungen aussehen. Und ob man sich daran hält oder nicht.
Ist das Referendum in der Schweiz überhaupt noch zu gewinnen? Davon gehe ich aus. Wie man es auch dreht und wendet, der Ankauf gestohlener Daten ist eines Rechtsstaats unwürdig. Es wäre auch für Deutschland besser, wenn man die Steuerdelinquenten flächendeckend zur Begleichung ihrer Steuerschuld zwingt. Und das ist mit dem Abgeltungsabkommen möglich.
Wenn aber das Abkommen scheitert?Dann heisst es zurück auf Feld eins. Ein anderes Abkommen wird es wie gesagt nicht geben. Scheitert das jetzige, dann müssen die Deutschen halt für jeden einzelnen ihrer Bürger, bei dem sie Anzeichen auf Steuerhinterziehung haben, ein Amtshilfegesuch an die Schweiz stellen.



NACHTRAG:


Was bedeutet «aktiv erwerben»? Um diese Worte ist ein erbitterter Interpretationsstreit in der Schweiz und Deutschland entbrannt. Das bilaterale Steuerabkommen untersagt den «aktiven Erwerb» von gestohlenen Bankdaten (vgl. Box). Trotzdem hat das Bundesland Nordrhein-Westfalen angeblich jüngst zwei neue CD mit gestohlenen Bankdaten gekauft. Ist das nun ein Bruch der Abmachung oder nicht?
Ausser einer kurzen Stellungnahme im Schweizer Radio und Fernsehen hat sich Eveline Widmer-Schlumpf bis jetzt zurückgehalten. Nun aber nimmt die Bundespräsidentin detailliert Stellung. «Nach Abschluss der Verhandlungen bestand auf beiden Seiten Übereinstimmung, dass der aktive Erwerb von gestohlenen Bankdaten nicht mehr zulässig ist», stellt sie in einer schriftlichen Stellungnahme klar. «Wenn für gestohlene Daten Geld bezahlt wird, und zwar in Millionenhöhe, so ist das auch nach gesundem Menschenverstand eine Aktivität, also aktives Bemühen.»
Weshalb aber hat man Geldzahlungen im Text nicht explizit verboten? «Sinn der Formulierung war es, eine passive Entgegennahme zu ermöglichen», antwortet Widmer-Schlumpf. Deutschland sollte «die Möglichkeit erhalten, seinen Steuerbehörden zugespielte Daten zu prüfen». Mit anderen Worten: Deutschland sollte weiterhin Daten-CD auswerten können, die im Briefkasten einer Steuerbehörde landen – Geldzahlungen sollten jedoch ausgeschlossen sein.
Es gab eine Zeit, da stützte auch der deutsche Finanzminister diese Sichtweise. Bei der Unterzeichnung des Steuerabkommens im September 2011 sagte Wolfgang Schäuble, das Verbot des «aktiven Erwerbs» bedeute, dass deutsche Behörden prinzipiell keine Bankdaten mehr kaufen würden.
In dieser Woche vollzog Schäuble eine Akzentverschiebung. Am Montagmorgen erklärte sein Sprecher noch, man wolle die Worte «aktiver Erwerb» nicht auslegen. Bereits am Montagabend ging Schäubles Ministerium einen Schritt weiter. Dem Schweizer Radio und Fernsehen teilte sein Sprecher schriftlich mit: «Sollte den deutschen Behörden eine CD zum Erwerb angeboten werden (. . .), enthält das Abkommen kein Verbot, die Daten entgegenzunehmen. Auch die Zahlung von Geld für diese Daten ist nach dem Abkommen nicht verboten.»
Die wohlwollende Erklärung für Schäubles Schwenkung lautet, dass er versucht, das Abkommen innenpolitisch zu retten: Wenn er die rot-grüne Regierung von Nordrhein-Westfalen zu hart attackiert, dürfte das Abkommen in der deutschen Länderkammer definitiv scheitern. Aus dem gleichen Grund muss sich auch Widmer-Schlumpf mit zu harter Kritik an Schäuble zurückhalten.
Ihr Problem ist jedoch, dass mit den neuen Tönen aus Berlin im Inland die Kritik an ihr wächst. FDP-Präsident Philipp Müller ärgerte sich am Dienstag im «Blick», dass Widmer-Schlumpfs Staatssekretariat ihm noch im April versichert habe, «dass ab Unterzeichnung des Vertrags der Kauf von geklauten Daten nicht mehr zulässig sei».
Diese Aussagen ihres Departements erklärt Widmer-Schlumpf heute so: «Ich könnte mir vorstellen, dass die konkreten Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber den Bundesländern damals etwas überschätzt wurden.» Im Nachhinein stelle sich nun heraus, dass die deutsche Regierung das Abkommen gegenüber ihren Bundesländern erst dann durchsetzen könne, wenn es formell in Kraft sei. Dass dies noch nicht der Fall ist, liegt nicht nur an Deutschland: In der Schweiz droht das Referendum.
In einem Punkt demonstrieren Widmer-Schlumpf und Schäuble weiterhin Einigkeit: Beide argumentieren, dass der Kauf von Bankdaten gar nicht mehr nötig sei, wenn die Abgeltungssteuer erst einmal funktioniere. Welche deutsche Steuerbehörde soll noch für Bankdaten zahlen, wenn es gar kein deutsches Schwarzgeld mehr in der Schweiz gibt?, lautet das Argument. In der «Rheinischen Post» sagte Schäuble es so: «Der Geist, Zweck und Inhalt des Abkommens ist so, dass es die Steuerfragen umfassend regelt, ausgiebige Kontrollen ermöglicht und damit die Grundlage zum Kauf von CDs entfällt.»
Widmer-Schlumpf ihrerseits spricht Klartext an die Adresse der deutschen Opposition, die sich ein besseres Steuerabkommen erhofft: «Es wird keine Neu- oder Nachverhandlungen geben.»

Der umstrittene Passus im Wortlaut

Im Zentrum des Interpretationsstreits zwischen Deutschland und der Schweiz steht eine einseitige Erklärung Deutschlands. Die deutsche Bundesregierung hat diese Erklärung am 21. September 2011 schriftlich abgegeben. Sie bildet eine Art Anhang zum Steuerabkommen. Die Erklärung lautet wie folgt:
«Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erklärt anlässlich der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über Zusammenarbeit in den Bereichen Steuern und Finanzmarkt, dass sich die deutschen Finanzbehörden nicht aktiv um den Erwerb von bei Banken in der Schweiz entwendeten Kundendaten bemühen werden.»

Montag, 16. Juli 2012

In Alaska ist seit Jahren  Kater Stubbs Bürgermeister


Er wurde zur Medienlegende  und ist heute ein Medienstar.
Er hat sogar eine eigene Webseite.




Kater Stubbs seit 15 Jahren Bürgermeister

Kater Stubbs seit 15 Jahren Bürgermeister


Ganz entspannt ruht der Bür­ger­meister von Talkeetna auf ei­ner Plane. Der 15-jährige Kater kann schließ­­­lich ei­niges an Erfahrung vorweisen. 
Kommentar: Die Mediengeschichte gefällt mir, weil unsere Katze genau so aussieht. Doch ist sie ein Weibchen und heisst "Rote Zora":


18957

Leuenberger überrascht und provoziert immer wieder - auch als Pensionär.


aus NZZ:







Aufmüpfiger Pensionär




Genosse Moritz Leuenberger ist gegen Denkverbote
beim Rentenalter.
Moritz Leuenberger war ein spezieller Bundesrat.


 Unvergessen seine vieldeutige Theatralik, seine rhetorische Raffinesse, seine abgrundtiefe Mimik. Er wusste zu brillieren. Und zu provozieren. So geschehen am Ende seines Präsidialjahrs 2006, als er den Bau neuer Atomkraftwerke ebenso wenig ausschloss wie eine Erhöhung des Rentenalters.




Mit solchen Verlautbarungen verärgerte Genosse Moritz zuallererst seine Genossinnen und Genossen. Der damalige SP-Präsident Hans-Jürg Fehr konstatierte Ende 2006 pikiert, er würde sich von Leuenberger schon  etwas mehr Rücksichtnahme gegenüber der eigenen Partei wünschen. Die Juso lamentierten, die SP habe «das unwahrscheinliche Glück, über einen Bundesrat zu verfügen, der ihr in entscheidenden politischen Auseinandersetzungen in den Rücken fällt».




Dass die SP eine Erhöhung des Rentenalters weiterhin tabuisieren will, kratzt den aufmüpfigen Moritz Leuenberger nicht. Im «Tages-Anzeiger» hat der bald 66-jährige Pensionär ein Zwiegespräch mit seinem Sohn Manuel Löwensberg genutzt, um die Genossen von neuem zu provozieren.
Auf die Frage, ob sein Sohn in 30 Jahren noch eine Altersversicherung haben werde, antwortete Leuenberger: «Selbstverständlich, da habe ich keine Zweifel. Aber in der Altersversicherung muss sich in Europa etwas ändern, auch wenn jetzt François Hollande das Pensionsalter gesenkt hat.» Ob er Hollandes Massnahme denn unsinnig finde? Leuenberger: «Er hat es im Wahlkampf versprochen. Bei uns wollen die Gewerkschaften ja auch nichts ändern. Viele wollen aber länger arbeiten, und wir werden ja alle älter. Das müssen wir angehen und ändern.»


Moritz Leuenberger sei Dank! Endlich wagt es wieder einmal einer, die um die Altersvorsorge rankenden Probleme offen anzusprechen. Offenkundig braucht es dazu einen pensionierten Vordenker. Im Bundeshaus steht die aktive Generation der sozialpolitischen Akteure nämlich vor diesem Problemhaufen wie das Kaninchen vor der Schlange.


Ich könnte jetzt mäkeln, Tagi-Chefredaktor Res Strehle habe nicht wirklich gemerkt, dass ihm Moritz Leuenberger ein Bömbelchen ins Interview geschmuggelt hat. Das ist aber sekundär. Wichtiger wäre, dass der kluge AHV-Steilpass von links auf dem Bundesplatz aufgegriffen wird.


Kommentar: Auch uns hat BR Leuenberger immer wieder überrascht.


LINKS:


27. Aug. 2010 ... Moritz Leuenberger war ein Mann der Kontraste. Den einen war er zu forsch, den anderen zu zaghaft, doch wurde seine Kompetenz von keiner ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/08_27/index.html
20. Apr. 2007 ... Moritz Leuenberger will den Schweizer Zoll ohne Pass überqueren und erhält den Bescheid, er müsse beweisen, wer er sei. Roger Federer ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/04_20/index.html
14. Sept. 2003 ... Als erster Schweizer erhält Bundesrat Moritz Leuenberger den Cicero-Preis für die beste politische Rede des Jahres im deutschsprachigen ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Sep_14_2003.html
20. Juni 2004 ... Selbst Bundesrat Moritz Leuenberger bewies 2001, dass es sich Luft zu verschaffen wusste. Im Kontrast zu seiner sonst so feinsinnigen Art, ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_20_2004.html
15. Febr. 2008 ... Nach "Blick online" soll TV-Moderator Roman Kilchsperger Bundesrat Moritz Leuenberger als "schwulsten Hetero-Promi" bezeichnet.
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/02_15/index.html
10. Okt. 2004 ... Wer mit Worten arbeitet, muss die Macht verantworten. Moritz Leuenberger. "Um einen Stein zu zertrümmern, braucht man einen Hammer, ...
www.rhetorik.ch/Fenster/Fenster.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
27. Aug. 2010 ... und Verhalten von Moritz Leuenberger eingehender zu reflektieren. ... Sicherlich einzigartig: der zurücktretende Bundesrat Moritz Leuenberger.
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/08_27/08_10.pdf



Sonntag, 15. Juli 2012

Interner Streit - in den Medien ausgetragen - ist immer Gift!


Familienstreit im Elysée-Palast weitet sich aus 

Quelle: Basler Zeitung

Unangenehme Situation für François Hollande am Nationalfeiertag: Nach seiner Lebenspartnerin tritt nun auch Sohn Thomas ins Fettnäpfchen. In einem Interview breitete er Privates in der Öffentlichkeit aus.

Unangenehm: Thomas Hollande (links) echauffiert sich über Valérie Trierweiler, die Partnerin seines Vaters. (Archivbild)
Unangenehm: Thomas Hollande (links) echauffiert sich über Valérie Trierweiler, die Partnerin seines Vaters. (Archivbild)
Bild: AFP

Hollande will sich heute auch zu Privatem äussern

Am französischen Nationalfeiertag will sich Staatspräsident François Hollande heute auch Fragen zu seinem Privatleben gefallen lassen. Eine in den Medien des Landes als «tweetgate» bezeichnete Affäre hatte zuletzt für Aufregung gesorgt und das von Hollande gepflegte Image eines skandalfreien Politikers angekratzt: Über den Internet-Dienst Twitter wetterte seine Lebensgefährtin Valérie Trierweiler kurz vor der Parlamentswahl öffentlich gegen die Ex ihres Mannes - gegen die Sozialistin Ségolène Royal, die in La Rochelle ein Mandat erringen wollte. Am Nationalfeiertag gibt es in Frankreich neben einer grossen Militärparade in Paris traditionell auch ein Fernsehinterview mit dem Staatsoberhaupt. (dapd)

Artikel zum Thema

Nachdem sich bereits Mitte Juni François Hollandes Partnerin Valérie Trierweiler mit einer Twitter-Kurzbotschaft in den laufenden Wahlkampf eingemischt hatte, um ihrer Ex-Rivalin Ségolène Royal en passant einen eifersüchtigen Schienbeintritt zu verpassen, ist nun auch Thomas Hollande, der Sohn des neuen Staatschefs, mit einem Interview ins Fettnäpfchen getreten. In diesem Gespräch mit dem Magazin «Le Point» werden Familienstreitigkeiten ausgebreitet. Zudem kritisiert der Präsidentensohn offen die jetzige Partnerin seines Vaters. Die vier erwachsenen Kinder, die Hollande mit Royal bis zu ihrer Trennung 2007 aufgezogen hatte, wollen die Frau an der Seite ihres Vaters bis auf Weiteres boykottieren.
Sie habe mit ihrem «Getwitter» gegen Royal Hollandes ganze Bemühungen, das Image eines «normalen» Kandidaten und Präsidenten zu schaffen, «zerstört», schimpft dessen ältester Sohn laut Interview. Er findet es unglaublich und «haarsträubend», dass Trierweiler via Twitter den Gegner seiner Mutter öffentlich ermutigt und so deren Niederlage bei der Abgeordnetenwahl in La Rochelle mitverursacht hat. Er revanchiert sich, indem er dieser «Stiefmutter» rät, sie solle zwischen ihrer Tätigkeit als Journalistin bei der Illustrierten «Paris-Match» und ihrer Rolle als First Lady mit einem eigenen Büro im Elysée-Präsidentenpalast wählen, damit es nicht zu Interessenkonflikten komme. Sonst bleibe sie «ein Faktor der Instabilität», meint der 27-jährige Thomas Hollande.


Trierweiler lässt das Twittern sein


Nachträglich versichert er nun nicht sehr glaubhaft, seine Äusserungen seien von «Le Point» verfälscht wiedergegeben worden. Thomas, der bereits in der Präsidentschaftskampagne seiner Mutter 2007 engagiert war und jetzt als Internet-Kommunikationsexperte auch seinen Vater unterstützt hat, kennt die Medien gut genug, um zu wissen, dass solche Dementis vergebliche Mühe sind. Natürlich wird darüber in Frankreich geredet. Der Eindruck, dass in der Patchwork-Familie Hollande-Royal-Trierweiler der Haussegen schief hängt, ist so schnell nicht mehr aus der Welt zu schaffen.
Unangenehm bis oberpeinlich ist es dem französischen Staatspräsidenten François Hollande, wenn Privates über ihn oder seine Angehörigen zum öffentlichen Gesprächsthema wird. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als selber Stellung zu nehmen und seine Angehörigen, inklusive seiner jetzigen und auch seiner ehemaligen Partnerin und der gemeinsamen Kinder, um mehr Diskretion und Zurückhaltung in den Medien zu bitten. Seine Gefährtin lässt bereits bis Weiteres die Finger von Twitter. Sie hat bereits gelernt, wie schnell man auch als unververheiratete Hausherrin im Elysée-Palast zur Zielscheibe des Gespötts und der Polemik wird. Carla Bruni hätte ihr da sicher einige Tipps geben können. Nur eine hüllt sich in vornehmes Schweigen, obwohl sie so manches zu sagen hätte: Ségolène Royal.
Hollande wollte vermeiden, dass sein Privatleben in irgendeiner Form seine offizielle Rolle überlagert. Denn das passt gar nicht zu seiner Vorstellung, was ein «normaler» Präsident in Frankreich ist oder sein sollte. Das Gegenbeispiel dieser «Normalität» ist für ihn sein Vorgänger Nicolas Sarkozy. Dieser begann sein Amt im Stil einer Thronbesteigung mit der ganzen (zusammengesetzten) Familie. Am Anfang seiner Präsidentschaft liess er nicht nur sein tägliches Jogging, sondern auch zuerst seine Scheidung von der ungetreuen Cécilia und dann die ersten Flirts bis zur Hochzeit mit Carla Bruni von den Medien breitschlagen. Der Medienrummel aber gefiel den Franzosen nicht. François Hollande hatte seine Lehren daraus gezogen – nicht so seine Partnerin und sein Sohn Thomas. (Basler Zeitung)


Kommentar: Hollande versucht  zwar, nachträglich das öffentliche Wäschewaschen zu stoppen und er will keine internen Geschichten mehr in den Medien. Ob  aber alle Gegenspieler diesem Wunsch nachkommen werden? Die Geschichten sind bereits publiziert und ich bin überzeugt, dass die Aussagen damit nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die Medien werden alles versuchen, diese medienträchtigen Geschichten weiter aufzukochen.   Wir haben es schon früher beim Bundesrat gesehen, dass es sich immer gerächt hat, wenn ein Magistrat glaubt, er müsste persönliche Auseinandersetzungen öffentlich austragen.   


Aus BLICK:


Knatsch im Elysée-Palast: Hollande verpasst Familie einen Maulkorb  


Knatsch im Elysée-Palast Hollande verpasst Familie einen Maulkorb

Samstag, 14. Juli 2012

Erkenntnis aus den letzten Intensivseminaren:


Abraham Lincoln schrieb einem Freund einen langen Brief in winziger Handschrift und entschuldigte sich mit folgenden Worten dafür, dass er keine Zeit hatte, über den Brief nachzudenken, ihn zu korrigieren und zu überarbeiten:



"Es tut mir leid, dass ich keinen kürzeren Brief geschrieben habe, aber ich hatte nicht die Zeit dazu."


Wir haben bei allen Auftritten und Gesprächen gesehen: Es gilt immer das Prinzip der Kürze, ohne eine Aussage zu verfälschen.


Erkenntnis:

Fassen wir uns kurz. Dennoch müssen wir prägnant und informativ schreiben oder sprechen.
Das heisst: Jedes Wort zählt!

Es geht nicht darum, Aussagen einfach kurz zu machen, sondern darum, WIE man sie kürzt.

Nach dem Grundprinzip: Lange nachdenken - kurz  reden!


LINK:


Sinnvoll Reden heisst, Inhalt und Sinn der Worte sorgfältig auszuloten. Es geht stets ums Denken vor dem Sprechen, d.h. um das sogenannte "Sprech-Denken".
www.rhetorik.ch/Woertlich/Woertlich.html


aus Kunst-net
'Nachdenken ist gut...

Mittwoch, 11. Juli 2012

Auch Schulleiterinnen bilden sich weiter:


(Quelle swchBLOG)


Überzeugen heisst zuerst in den Spiegel schauen

Sechs Führungsfrauen trainieren mit dem bekannten Kommunikationsprofi Marcus Knill, wie sie in schwierigen Situationen überzeugen können. Kurs 104 nennt sich Seminar und stellt an die Teilnehmerinnen hohe Anforderungen. Ein Techniker steht dem versierten Trainer zur Seite, Kamera und Beamer ersetzen den Spiegel, denn hinschauen ist eine Einstellung, und das beginnt bei sich selbst.



























Als erstes fällt auf, wie offen man als Gast empfangen wird. Gute Kommunikation hat viel mit Offenheit zu tun, wird nach einleitenden Worten klar. Das beginnt bei sich selbst, man kann und soll sich nicht verstecken. Bevor frau also fragt, muss sie sich selbst Fragen stellen: Bin ich bereit, in den Spiegel zu schauen, und sehe ich da, was wirklich ist oder sehe ich bloss, was ich sehen will?

Wahrnehmen, beschreiben, beurteilen



Ein saloppes Fingerschnippen Knills, und Techniker Faro Burtscher lässt das wohlbekannte Bild des Kätzchens vor dem Spiegel auf der Leinwand erscheinen.



Die Folie macht alles klar. Knill schöpft mit seinen Materialien aus dem Vollen und dieses eingespielte Kursleiterteam - zwei Männer - wird kaum Mühe haben mit den handverlesenen  Teilnehmerinnen.


Situationen aushalten und meistern


Die souveräne Art des Kursleiters macht auch unsicher. Das soll so sein, denn hier wird nicht bloss theoretisiert, sondern konkret trainiert, insbesondere für schwierige Situationen. Vor laufender Kamera analysieren die Teilnehmerinnen die Überzeugungskraft der männlichen Redner an der swch-Eröffnungsfeier. Nicht ganz überraschend kommt der Moderator gut weg: Er hatte kaum Inhalte zu transportieren, sein Inhalt war die gut geölte Show. Wenn das nun als prominentes Positivbeispiel diente, begäbe sich ein Kurs für Schulleitende aufs Glatteis. Die Gefahr ist allerdings klein, alle Anwesenden sind kompetent genug, leere Worthülsen von überzeugend dargestellten Inhalten zu unterscheiden. Beruhigend, im Kreis dieses Seminars klappt alles wunderbar.



Da wird nichts gespielt, das ist Ernstfall und die Kamerabilder werden später vertieften Analysen dienen. Diese Sorgfalt macht es aus, dass das Klima auch dann entspannt bleibt, wenn frau an die Grenzen geht und sich exponiert. Knill fordert und behütet gleichzeitig, er beherrscht diese hohe Kunst und schafft damit ein fruchtbares Lernumfeld.Die andere Seite
Die Kamera des Berichtenden sucht sich eine eigene Aufgabe und spürt den Händen der Sprecherinnen nach, ohne allerdings eine weitere Interpretation zu wagen.


Vorbildliche Lern- und Kommunikationskultur




Wo gelernt wird, sind viele Rückmeldungen zu machen: Alles Lob erfolgt schriftlich, alle Kritik mündlich und in Form von Lernbildern. In diesem Raum wird nicht nur Kommunikation trainiert, da wird auch auf Lernkultur grossen Wert gelegt und das hat Stil. Eine von Knills Folien bringts auf den Punkt:


"Stil ist die Fähigkeit, komplizierte Dinge einfach zu sagen, nicht umgekehrt."

(Jean Cocteau)

Es stimmt zuversichtlich, wenn sich Schulleitende derartigen Ausbildungen stellen und sich für Stil und Kultur einsetzen. Offen bleibt die Frage, weshalb vertiefte Kommunikationskompetenzen kaum zur Lehrer- und Schulleiterausbildung und zu den Auswahlkriterien bei Anstellungen gehören und weshalb dieser Kurs nur von Frauen besucht wird. Vielleicht gehört diese Frage aber nicht hierher, Kursleitende würden sonst arbeitslos, und das möchte man insbesondere Knill nicht gönnen.