Donnerstag, 19. April 2012

 Werber wollen Aufmerksamkeit - aber das allein genügt nicht

Wie bei dem umstrittenen FDP Videoclip in Reinach kommt es bei einem SPD "Gaga" Plakat in Nordrhein-Westfalen zu einem Wirbel.

Ich zitiere BILD:

Parteienwerbung ganz gaga Wurst-Wirbel um SPD-Plakat

Per Facebook-Abstimmung haben die Sozialdemokraten ein neues Plakatmotiv ausgesucht


Foto: dpa

Genial oder völlig daneben?


In ihrem Blog hat die nordrhein-westfälische SPD dazu aufgefordert, kreative Vorschläge für ein Wahlkampfplakat einzureichen. Aus über 300 Einsendungen wählte eine Jury fünf aus, ließ dann per Facebook über den Favoriten abstimmen.


Ergebnis: 4497 Facebook-Nutzer entschieden sich für ein Plakat mit dem Slogan „Currywurst ist SPD.“


Bitte WAS…?


Ganz ernst gemeint war die Wahl wohl nicht: Politische Konkurrenten wie die Piratenpartei und die Satire-Spaßpartei „Die Partei" riefen ihre Anhänger dazu auf, für das Gaga-Plakat abzustimmen.


Jetzt soll die Currywurst-SPD-Werbung tatsächlich in Druck gehen und tausendfach im ganzen Bundesland aufgehängt werden.


Im Netz sorgt die Entscheidung für jede Menge Spott – und ruft die Vegetarier auf den Plan! Die finden das Wurst-Plakat nämlich gar nicht lustig.


Aber was soll das überhaupt bedeuten und wer soll es verstehen? SPD-Generalsekretär und Wahlkampfleiter Michael Groschel (55) bleibt gelassen: „Wer sich auf das Netz einlässt, muss mit dem Ergebnis leben“.


Immerhin: Für eine Menge Aufmerksamkeit hat die SPD mit ihrem Plakat jetzt schon gesorgt, ist überall im Gespräch!


Vorgeschlagen wurde das Motiv übrigens von zwei Studenten aus Tübingen. Die bekommen als Preis jetzt ein Abendessen mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (50, SPD).
Ob's da wohl Currywurst zu essen gibt?


Kommentar: Auch bei diesem Kampfplakat stellen sich die Fragen: Was ist die Kernbotschaft? Was bezweckt diese Aktion? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Profi Werber zufrieden ist, wenn sein Plakat falsch verstanden wird und die Aktion nicht dazu beiträgt, Stimmen zu gewinnen. Ein Selbstversuch lohnt sich. Zeigen Sie in Ihrem Bekanntenkreis dieses Plakat und sammeln Sie die Reaktionen oder Antworten. Sie werden auch bei dieser Gaga-Aktion sehen: Aufmerksamkeit wecken allein genügt leider noch nicht!


LINKS:


  1. blog.persoenlich.com

    blog.persoenlich.com/
    Mir wurde nun heute ein Werbevideo der FDP Reinach zugestellt und bin von „20 Minuten“ gebeten worden, diese Arbeit zu beurteilen. Ich fragte bei der ...
    SieVon mir auf Blogger geteilt · 23. Febr. 2012
  2. 20 Minuten Online - «Gäll, du wählsch mi? - Gäll, du willsch mi ...

    www.20min.ch/news/basel/story/17336672
    15. Febr. 2012 – Die FDP Reinach gibt alles, um neue Wähler anzulocken. In einem Video wendet sich die Ortspartei singend und tanzend ans Volk.
    SieVon mir auf Blogger geteilt · 11. März 2012
  3. rhetorik.ch aktuell: FDP Lachnummer

    www.rhetorik.ch/Aktuell/12/02_16/index.html
    16. Febr. 2012 – Jedenfalls hatte die FDP Reinach nur die besten Absichten, als sie ihr neues Wahlvideo ins Netz stellte. Liberal zu sein, so sagte man sich, ...
    Sie haben diese Seite 2 Mal aufgerufen. Letzter Besuch: 25.02.12
  4.  
      Kommentar SPIEGEL:
      Der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen treibt  seltsame Blüten.


      Da sind nicht nur ungriffige Slogans wie "Schuldenstaat oder Zukunft für unsere Kinder" (CDU), "Bezahlbare Energie statt teure Ideologie" (FDP) oder "Millionärsteuer als Schuldenbremse" (Linkspartei), sondern da ist auch schon ein kleiner Eklat zischen den ansonsten so friedlich koalierenden Roten und Grünen.
      "Schön, wenn Frauen wieder Haushalt machen"
      Auslöser ist ein Plakat der Ökopartei, das der Regierungschefin Hannelore Kraft zu weit geht. Das vergangene Woche präsentierte Banner zeigt Kraft und ihre Stellvertreterin Sylvia Löhrmann auf grünem Grund mit der Überschrift "Schön, wenn Frauen wieder den Haushalt machen - Grün macht den Unterschied". Eine knallige Sprechblase legte der Ministerpräsidentin in den Mund: "Zweitstimme Grün".
      Und weil ein anderer Slogan der Partnerpartei auch noch "Jede Kraft braucht ihren Antrieb" lautet, soll die sozialdemokratische Frontfrau alles andere als amüsiert auf diese herausfordernde Art des Stimmenfangs reagiert haben. Wie aus Parteikreisen bekannt wurde, rief sie persönlich Löhrmann an und machte ihren Unmut deutlich. Das Plakat wurde eingestampft und ohne Sprechblase neu gedruckt.
      Auf eine andere Dreistigkeit reagierte die Regierungschefin hingegen bislang nicht. So stellen Nutzer im Internet den sichtlich bearbeiteten Wahlkampfaufnahmen Krafts weniger charmante Bilder der SPD-Landesvorsitzenden gegenüber. "Gute Nachrichten von der NRW-SPD", ist über dem Arrangement zu lesen: "Die Photoshop-Vollversion ist endlich angekommen." Die Junge Union verbreitete die Provokation dann per Twitter.
      Große Posen, leere Kassen
      Doch auch CDU und FDP sind vor Peinlichkeiten nicht gefeit, zumal diese ausgerechnet auch noch ihre angebliche Kernkompetenz zu beschädigen drohen. Denn während sich beide bürgerliche Parteien im Wahlkampf als oberste Wächter des Haushalts gerieren und Ministerpräsidentin Kraft als "Schuldenkönigin" kritisieren, sind ausgerechnet die Kassen der Konservativen und Liberalen gähnend leer.
      Im Unterschied zu anderen Parteien, die in dem extrem kurzen Wahlkampf deutlich weniger Mittel einsetzen als beim vorigen Urnengang 2010, gibt die FDP mit insgesamt 800.000 Euro fast so viel aus wie noch vor zwei Jahren. Damals setzte man eine Million Euro ein. Das Problem ist eben nur: Der klamme Landesverband muss sich einen Gutteil des Geldes von Banken leihen.
      Und auch die nordrhein-westfälische CDU ist pleite, weshalb sie bei ihren Mitgliedern für die 4,5 Millionen Euro teure Kampagne sammeln muss. Bisher kamen nach Angaben des Generalsekretärs Oliver Wittke dabei 250.000 Euro zusammen. Die SPD wiederum mag sich als einzige Partei nicht zu den Kosten ihres Wahlkampfs äußern, weshalb Wittke ihr vorwerfen kann, "eine Materialschlacht" zu betreiben. Grüne und Linke geben jeweils 500.000 Euro für Plakate und Flyer aus.
      Gute-Laune-Wahlkampf der SPD
      Die SPD wiederum hat angekündigt, einen Gute-Laune-Wahlkampf führen zu wollen, ihre Absicht ist klar: Die hohen Sympathiewerte für die Ministerpräsidentin sollen auf diese Weise in Wählerstimmen umgewandelt werden, getreu dem Slogan: "Wir halten zusammen." CDU-General Wittke wirft den Sozialdemokraten deswegen vor, "Trallala" zu machen, und prognostiziert ein Scheitern der Strategie.
      Die Christdemokraten kommen in ihren Botschaften deutlich staatstragender und hüftsteifer daher als die SPD. "Verantwortung statt Verschuldung" etwa lautet eine. Und auch die Liberalen setzen auf weniger gefühlige Losungen: "Schulen besser machen und nicht gleicher". Immerhin erlauben sich die Grünen noch Wortspiele: "Solar statt so lala". Und: "Einmischen possible".
      Sämtliche konventionellen Plakate fallen jedoch bei Werbeexperten durch. Politiker mit Kind sei langweilig, "zu gewollt", halbherzig, urteilen Branchenkenner. "Die klassischen Plakate sind völlig austauschbar", kritisiert Thomas Kirschmeier vom Kölner Markt- und Medienanalyse-Institut Rheingold. "Keiner würde sagen: Kinder sind mir egal." Von biederen Slogans bleibe nichts hängen außer: "Wir sind für die Jugend, für die Rente, blabla."


      "Totale Inhaltslosigkeit mit Soße"

      Das Currywurst-Banner der SPD polarisiert hingegen. "Das ist Guerilla-Marketing", so Marktforscher Kirschmeier. Mit geringem Einsatz werde große Aufmerksamkeit erzielt. Zwar sei die fette Pommes-Wurst-Schale keine politische Aussage. "Die SPD zeigt aber, dass sie nicht nur die große alte Dame ist, sondern auch jung, flexibel und locker sein kann." Dies spreche junge Wähler an und sei gerade mit Blick auf die Piraten-Konkurrenz durchaus geschickt. Ganz anders urteilt die Düsseldorfer Agentur Grey. "In der Werbung sagt man, wenn einem nix mehr einfällt, nimmt man einen Prominenten, Kinder oder Hunde", so Kreativchef Roland Vanoni. "In der Wahlwerbung geht man einen Schritt weiter und landet an der Pommes-Bude." Als Lebensmittel stehe die Currywurst ja nicht gerade für wertvolle Inhalte. "Als Kampagnenmotiv soll die Currywurst Volksnähe ausdrücken, schmeckt aber nach totaler Inhaltslosigkeit mit Soße."
      Die billigste Kampagne führen jedenfalls die Piraten: 120.000 Euro stehen den Politrebellen dafür zur Verfügung, auch sie setzten auf kostenlose Ideen aus dem Netz. Die Partei, die jüngsten Umfragen zufolge den Sprung in den Landtag schaffen könnte, wirbt nun mit der Devise "Für dieses System ist ein Update verfügbar". Und mit dem Slogan: "Lieber einen albernen Namen als eine lächerliche Politik". Das ist wahr.
         

      Mittwoch, 18. April 2012

      Gottschalks Ende war vorhersehbar


      Im Spiegel gelesen:


      Schlechte Einschaltquoten

      ARD setzt Gottschalk ab

      Schlechte Einschaltquoten: ARD setzt Gottschalk ab
      Fotos
      dapd
      Die ARD stellt die Sendung "Gottschalk Live" ein. Der Vorabend-Talk wird am 7. Juni zum letzten Mal ausgestrahlt. Darauf verständigten sich die ARD-Intendanten nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auf einer Schaltkonferenz. Der Moderator bedauert den Schritt.


      Kommentar: Ich habe gar kein Bedauern. Der Star hat den würdigen Abgang verpasst. Der Taucher ist selbstverschuldet.

      Der MISSERFOLG


      Quelle 20 min:






      Kommentar: Wir finden dies nicht tragisch. Der Grund des Misserfolges der Miss-Schweiz-Wahl liegt bei den fehlenden Finanzen. Wir trauern dieser jüngsten missglückten Miss-Wahl nicht nach.


      LINKS:


      9. Febr. 2012 ... Gewinner von Schönheitswettbewerben haben nicht immer Freude, wenn ihre Fotos unerlaubt verwendet werden. Fotos von Ex-Miss Xenia ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/12/02_09/index.html
      15. Aug. 2009 ... Müssen Miss Schweiz Kandidatinnen das Matterhorn, das Bundeshaus, den Bundesrat, den Vierwaldstädter See, die Kappelbrücke, den ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/09/08_15/index.html
      22. Sept. 2005 ... Das Schweizer Fernsehen unterlegte Bilder der Miss Schweiz Kandidatinnen mit billigen Sex-Sprüchen. Eine ominöse Stimme war zu hören ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/05/09_22.html
      Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
      20. Nov. 2007 ... Die frischgekürte Miss Schweiz, die Sankt-Gallerin Amanda Ammann, überzeugt ... mal eine Miss, so Knill, die vor dem Sprechen denke.
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_20/11_07.pdf
      21. Dez. 2007 ... Von der gerade erst zur "Miss France" gekührten Valérie Bègue sind anstössige Fotos aufgetaucht. Das Magazin "Entrevue" hat drei Jahre alte ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/12_21/index.html
      20. Nov. 2007 ... Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft im ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_20/index.html
      10. Sept. 2006 ... Die "NZZ am Sonntag" titelte am 10. September die Unterhaltungssendung der Miss Schweizwahl am Samstagabend mit den Worten: ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/06/09_10.html
      25. Nov. 2001 ... Miss Schweiz 2001 Tagelang dominierte einmal mehr die Miss- Schweiz - Wahl in zahlreichen Sendegefässen. Der Sonntagszeitung ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_25_2001.html
      16. Sept. 2003 ... Mit diesem falschen Deutsch hat die neue 24 jährige Miss-Schweiz Bianca Sissing eine Diskussion entfacht. Muss man als Schweizer ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Sep_16_2003.html


       

      Die Floskelparade


      aus Spiegel:


      Bürosprech

      Elf Sätze für das Phrasenschwein


      Büroleben: Elf Sätze für das Phrasenschwein
      Fotos

      Gibt es intelligentes Leben im Büro? Der Buchautor Matthias Nöllke hat danach gesucht. Was er fand: 111 gusseiserne Phrasen, die sich tief in Angestelltenhirne gefräst haben. Hier kommt eine kleine Floskelparade. Könnte sein, dass Sie sich ertappt fühlen.
      Gut, da sind diese Bürokasper, die beinah jeden Satz anreichern mit Floskeln von "Zum Bleistift" bis "Alles in Dortmund", von "Schankedön" über "Wirsing" bis zu "Dagegen bin ich algerisch". Aus solchen Nervsprech-Klassikern hat SPIEGEL ONLINE vor einigen Jahren ein kleines Lexikon gezimmert. Aber das wäre eine zu leichte Beute für Matthias Nöllke. Er suchte eine andere Art von Sprache: Redewendungen, ganz ernsthafte wie auch ironiegetränkte, die sich fest im Hirn von Büromenschen eingenistet haben und ihnen jeden Tag wie selbstverständlich über die Lippen gehen.
      Gefunden hat Nöllke eine Menge schrecklich schöner Phrasen und ein Buch daraus gemacht: "Vielen Dank an das gesamte Team - 111 unvermeidliche Sätze für das Berufsleben". Mit diesen Textbausteinen kommt man locker durch den Bürotag und wird sie immer wieder hören. Oder selbst benutzen. "Nennen Sie mal eine Hausnummer", sagt etwa der Personaler zum Bewerber, wenn es ums Geld geht.


       "Das ist aber nicht der Brüller", meckert ein Kollege oder flötet:


       "Alles im grünen Bereich". Typische Meeting-Formulierungen sind zum Beispiel


       "Da bin ich ganz bei Ihnen, aber..." oder auch "Da muss ich mich erst mal aufschlauen". 

      Die Eigenheiten der Chef-Sprache hat Nöllke sich ebenso vorgeknöpft - und zu jedem der 111 Sätze sarkastisch-amüsante Erklärungen geschrieben. Bei der Sammlung half ihm die Schwarmintelligenz aus dem Web: Wer Leser freundlich fragt, wird oft verwöhnt mit hübschen Einsendungen. So ist es beim Bürogezeter und bei den Chef-Sprüchen auf SPIEGEL ONLINE; so war es auch bei den unvermeidlichen Sätzen fürs Berufsleben, die Xing-Mitglieder und Karrierebibel-Leser ihm von überall schickten. Nöllkes Erkenntnis: Ob auf den Malediven oder in Hongkong - "offenbar kursieren überall die gleichen grausamen Phrasen wie zwischen Nord- und Ostsee".


      Ein Faible für Abseitiges




      Zwecks Broterwerb ist Matthias Nöllke unter anderem als "Keynote Speaker" tätig, auch so eine Floskel aus dem Unternehmens-Denglisch. Mit "Vortragsredner" übersetzt er das und hat gleich mal nachgeschaut, was der Jobtitel-Bandit ihm als alternative Berufsbezeichnung ausspuckt: nämlich Corporate Manager of Next Generation Conspiracy - "das trifft es natürlich auch", so Nöllke. Hauptsächlich aber schreibt er Bücher, gut drei Dutzend in den letzten Jahren, und das mit einem bemerkenswerten Themenmix. So erschien eine ganze Reihe trockener Sachtitel wie "Immobilien erwerben" oder "Nebenkostenabrechnung für Vermieter", daneben seine Bücher über Management und Kommunikation, etwa zu Kreativitätstechniken oder zur Frage, was sich die Geschäftswelt von der Natur abgucken kann ("Von Bienen und Leitwölfen").
      Die dritte Richtung ist sozusagen Freestyle. Schon seine Promotion finanzierte Nöllke einst damit, dass er die deutschen Dialogbücher für die ersten drei TV-Staffeln der "Simpsons" schrieb. Zusammen mit seinem Studienkollegen Christian Sprang hat er inzwischen auch zwei Bände mit ungewöhnlichen Todesanzeigen veröffentlicht, "Aus die Maus" und "Wir sind unfassbar" - Nöllke hat ein Faible für das Kuriose und Abseitige.



      LINKS:


      Reden und nichts Sagen, Reden mit leeren Phrasen und Worthuelsen.
      www.rhetorik.ch/Hohl/Hohl.html
      Für Leute, die "gescheit" reden wollen, werden hier ein paar Aussagen vorgeschlagen, die intelligent tönen, aber nichts sagen. Siehe auch die Beiträge Reden ...
      www.rhetorik.ch/Quasseln/Quasseln.html



      12. Mai 2002 ... "Airbagrhetorik" ist eine defensive Art der Kommunikation. Worthaufen drängen sich zwischen die Gesprächspartner. Diese leeren Worte im ...
      www.rhetorik.ch/Airbag/Airbag.html
      12. Sept. 2007 ... Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft im ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_12/index.html
      Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
      Der Vorteil der Airbag-Rhetorik liegt auf der Hand: Niemand kann die Redner später an den Aussagen messen. Wenn das Pu- blikum solche Standardphrasen ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_12/09_07.pd


      Quasseln, Reden und nichts Sagen, Reden mit leeren Phrasen und Worthuelsen . ... Hohle Phrasen. Keine ungewönliche bilaterale Transfigurations-Konsistenz!
      www.rhetorik.ch/Quasseln/Quasseln.html

      Dienstag, 17. April 2012

      Dürfen die Medien einem Massenmörder eine Plattform bieten?


      Die Berichterstatter im Fall Breivik sind in einem Dilemma.
      Einerseits will die Oeffentlichkeit über den Prozess informiert werden. Anderseits möchte man dem Täter keine Plattform anbieten.
      Am Monsterprozess muss zudem die Frage eingehend geklärt werden, ob es sich beim Mörder um einen Psychopathen oder einen eiskalten Mörder handelt.
      Beim monatelangen Prozess werden bei allen Betroffenen Wunden aufgerissen. Man möchte dem Täter nicht zu viel Raum geben. Die Medien finden es dennoch notwendig, dass man sich  mit diesem einmaligen Täter auseinandersetzt.


      Ich zitiere blick:



      Breivik-Prozess
      Die widerliche Show geht weiter


       Heute verliest der Killer sein neues Manifest


      Kommentar:
      Die Auftritte  von Anders Breivik vor Gericht sind tatsächlich über Strecken eine widerliche Show. Der Mörder salutiert, grinst, badet sich in Selbstmitleid. Er bringst das Recht in demokratischen Staaten an seine Grenzen. Das Publikum möchte den Widerling vor Ort beschimpfen und sofort umbringen. Obschon sich der Massenmörder auf seine Bühnenauftritte freut und 800 Journalisten aus der ganzen Welt den Prozess mitverfolgen, gilt es den selbsternannten Widerstandskämpfer zu ertragen. Viele möchten nämlich wissen, wie dieser Mensch tickt. Wir können uns bei dieser Monster - Mediengeschichte bewusst machen, dass wir in einem Rechtsstaat leben und bei uns keine Schnellverfahren - wie die sofortige Todesstrafe - kennen. Selbst ein Monster, das 77 Menschen und 42Verletzte auf dem Gewissen hat, darf in Europa  auf ein korrektes Prozessverfahren rechnen und dies dauert leider einige Wochen lang. Dies ist zwar schwer zu ertragen - aber dennoch besser, als  fragwürdige, undurchsichtige Blitzverfahren. In einem Rechtsstaat darf auch ein Mörder seine Sicht der Dinge sagen und darf ausreden.   Ich verstehe anderseits sehr gut, wenn dieser Prozess und das Anhören eines selbstgefälligen Ultra-Nationalisten für viele schwer zu ertragen ist. Breivik konnte sein menschenverachtendes Weltbild  in einem siebzigminütigen Selbstverteidigungs - Marathon vermitteln und durfte dabei nicht unterbrochen werden. 

      Frage zur aktuellen Energiepolitik:

      Weshalb wurde entschieden, bevor die Situation nicht sauber analysiert und alle Optionen sauber geprüft worden sind?


      Ich zitiere Tagi:


      Atomausstieg ohne Plan

       
      Weil alternative Energien weniger bringen als erhofft, weicht Doris Leuthard auf Gaskraftwerke aus. Dies verursacht mehr CO2 und höhere Kosten.

      Aus dieser Anlage soll ein Gaskombikraftwerk werden: Das ehemalige Ölkraftwerk in Chavalon VS.
      Aus dieser Anlage soll ein Gaskombikraftwerk werden: Das ehemalige Ölkraftwerk in Chavalon VS.
      Bild: Alessandro Della Bella/Keystone


      So funktioniert ein Gas- und Dampfkombikraftwerk. (Bild: TA-Grafik ib / Quelle: Kraftwerkforschung)

      Der Atomausstieg wird schwieriger als erhofft. Denn die ursprünglichen Annahmen des Bundes haben sich teilweise als Wunschdenken herausgestellt. So räumt das Bundesamt für Energie zum Beispiel dem Ausbau der Wasserkraft nur noch halb so viel Potenzial ein wie vor einem Jahr. Und die Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen (kleine Gaskraftwerke, die sowohl Strom als auch Fern- oder Nahwärme produzieren) geben ebenfalls massiv weniger her als ursprünglich angenommen.
      Der Bundesrat muss daher über die Bücher. Am Mittwoch wird er voraussichtlich ein erstes Mal über die neue Ausgangslage diskutieren und erörtern, was dies für die geplante Energiewende bedeutet. Zuvor möchte das Departement Leuthard nicht über seine Vorschläge sprechen. Doch was die Zeitung «Sonntag» als «Geheimpapier» bezeichnet, wurde gestern gleich in drei Blättern auf der Titelseite ausgebreitet. Demnach schlägt Energieministerin Doris Leuthard den Bau von Gaskraftwerken vor – wobei sich die drei Zeitungen nicht ganz einig sind, auf wie viele Werke es hinausläuft. «Vier Gaskraftwerke sollen die AKW ersetzen», titelt der «Sonntag». «Leuthard will fünf neue Gaskraftwerke», schlussfolgert die «SonntagsZeitung». Und die «NZZ am Sonntag» will wissen: «Bundesrätin Leuthard plant bereits sechs Gaskraftwerke.» Das erste soll bis 2020 gebaut werden, vier oder fünf könnten bis 2050 nötig werden.
      Bedarf vor allem im Winter
      Leuthards Mediensprecher Dominique Bugnon mag sämtliche Angaben weder bestätigen noch dementieren. Laut einer Präsentation der Beratungsfirma Prognos, die der «Sonntag» publik machte, wären übers ganze Jahr betrachtet lediglich zwei bis drei Gaskraftwerke notwendig. Im Winter hingegen brauche es mehr Anlagen, nämlich vier bis fünf. Herrscht kein Strommangel, sollen die Werke nicht laufen, um den CO2-Ausstoss tief zu halten.
      Die Elektrizitätskonzerne wollen sich allerdings nicht vorschreiben lassen, wie viel Strom mit welchen Anlagen sie wann zu produzieren haben. «Es wäre wenig sinnvoll, politisch festzulegen, wie viele Gaskraftwerke wir brauchen», sagt BKW-Konzernleitungsmitglied Samuel Leupold. Das müsse der Markt bestimmen. Der Bund könne aber durch bessere Rahmenbedingungen auf Gaskraftwerke hinarbeiten – insbesondere, wenn er eine Kompensation des CO2-Ausstosses durch internationale Zertifikate zulasse. Darauf pochen auch Alpiq und Axpo, wobei Letztere den Bau von Gaskraftwerken in den nächsten fünf Jahren für unwirtschaftlich hält.


       (Tages-Anzeiger)

      Kommentar:

      Bei wichtigen Entscheiden gilt immer der Grundsatz: Auslegeordnung (Ist- Zustand) - Alle Fakten sammeln - Vor- und Nachteile abwägen - zuerst überlegen und denken - ERST DANN--> ENTSCHEIDEN und HANDELN.

      Bei der Energieversorgung unseres Landes wurde leider nach der Atomkatastrophe in Japan sofort entschieden und nun gibt es nachträglich viel mehr Probleme als beim ausstieg prognostiziert wurde. Wir erkennen heute:


       Die vorgesehenen Gaskombikraftwerke sind nicht das "Gelbe vom Ei". Ist es nicht fragwürdig, wenn der schädliche CO2 Ausstoss einfach im Ausland kompensiert wird? Klingt nach Ablasshandel. Ich bin davon überzeugt, dass  uns ein sinnvolles Vorgehen bei der Problemanalyse viel Aerger erspart hätte. Ein grosses Hick-Hack steht uns jetzt bevor. Es geht in unserem Land um die Unabhängigkeit der Energieversorgung. Es geht um Kosten, auch um die Umweltverträglichkeit und die Sicherstellung der wachsenden Bedürfnisse.

      Dass das Sparen allein nicht genügt, ist inzwischen allen bewusst , nachdem wir bei Autos, bei Fahrrädern und Wärmepumpen usw. künftig  zusätzlichen Strom benötigen.




      FAZIT:

      Bei allen Problemlösungsprozessen dürften wir nie übereilt, unüberlegt handeln.

      Dass die kommende Stromlücke nur mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könne, entspricht einem Wunschdenken. Fakten lassen sich mit Wünschen nicht einfach aus der Welt schaffen.

      Der Vorwurf, es sei unverantwortlich gewesen, den Pfad - der mehr oder minder CO2 freien Stromversorgung -  so vorschnell zu verlassen, sei unverantwortlich gewesen, dieser Vorwurf muss ernst genommen werden.

      Es scheint  heute erwiesen: Der kopflose Ausstieg wird uns künftig viel teurer und Klima -belastender werden als bislang angenommen worden war.  Auf politischer Ebene erwarte ich  weitere harte Auseinandersetzungen und zwar quer durch alle Parteien und Interessengruppen.

      Montag, 16. April 2012

      Die Böögg- Prognose:

      Das kalte, unfreundliche, nasse Aprilwetter findet doch noch sein Ende. Aber es wird nur einen gewöhnlichen Sommer geben.


      Ich zitiere 20 Min:


      Nach knapp über 12 Minuten ist der Kopf des Bööggs auf der Sechseläute-Wiese explodiert. Damit dürfen wir auf einen sonnigen und warmen Sommer hoffen.

      storybild

      Nach knapp über 12 Minuten war der Spuk für den Zürcher Böögg aus. (Bild: Screenshot SF)

      12 Minuten und 8 Sekunden brannte der diesjährige Böögg am Zürcher Sechseläuten, ehe sein Kopf – oder vielmehr das, was noch von ihm übrig blieb – nach dem finalen Knall explodierte. Damit dürfen wir einen schönen Sommer mit warmen Tagen und viel Sonnenschein erwarten. Gemeinsam mit viel Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur fanden sich Hunderte von Schaulustigen beim Bellevue ein.




      Kommentar: Die Medien kommentierten vor allem den "illegalen" Frauenumzug. Der dominierende Ehrengast "Eveline Widmer- Schlumpf" und der zum normalen Gast abgestufte Nationalrat "Christoph Blocher"waren beliebte Medienthemen. Aber auch das Wetter und die Schangnauer Postkutsche des Gastkantons BERN wurden eingehender kommentiert.