Samstag, 24. März 2012

Die Sommerzeit beginnt morgen


Jedes Jahr die gleiche Frage:

 Müssen die Uhren vor- oder nachgestellt werden? Wann?


Wer hat an der Uhr gedreht?




Die Hausbesitzer sind mir sicherlich dankbar, wenn ich Sie heute auch an Ihre Wasseruhren erinnere. Hätten sie diese Uhren ohne diesen Hinweis tatsächlich umgestellt?
Es kostet Sie zwar nicht  mehr, wenn Sie diese Umstellung erst am 1. April vornehmen.

Analyse der ersten grossen Rede von Gauck


Quelle BILD:

Gauck tritt er ans Rednerpult und hält seine erste große Rede an die Deutschen.

Noch vor den ersten Worten dreht sich Gauck zu Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) um und dankt ihm, dass er auch von der „Freude im Amt“ gesprochen hat.

Dieser Präsident wird kein steifer Präsident, der sein Manuskript stur durchzieht, sondern ein wacher, munterer, heiterer Präsident.

Der erste Satz von Gaucks Rede setzt das Thema: „Wie soll es nun aussehen, dieses Land, zu dem unsere Kinder und Enkel `unser Land` sagen sollen?“

Dieser Präsident brennt auf sein Amt, will über die ganz großen Themen reden, über Deutschland!

„Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können – bis wir gar Feigheit für Tugend halten und Flucht für eine legitime Haltung im politischen Raum.“
Dieser Präsident will Mut machen, nicht nur den Menschen, sondern er schreibt auch den Politikern ins Stammbuch: Drückt euch nicht davor, unbequeme Dinge zu sagen und zu tun.

„Stattdessen will ich meine Erinnerung als Kraft nutzen, mich und uns zu lehren und zu motivieren.“

Die Erinnerungen Gaucks werden in seiner Amtszeit immer wieder durchscheinen. An ihnen wird er Gegenwart und Zukunft erklären.

„Trotz aller Irrwege, die sich mit dem Aufbegehren der 68er verbanden, hat sie die historische Schuld ins kollektive Bewusstsein gerückt.“

Gauck würdigt die 68er-Generation, ohne sie zu idealisieren. Das freut seine Unterstützer bei den Grünen, die Union kann mit dieser Wertung aber auch gut leben.


„Das entschlossene Ja der Westdeutschen zu Europa ist ein weiteres kostbares Gut der deutschen Nachkriegsgeschichte. Konrad Adenauer, Kanzler des Landes, das eben noch geprägt und dann ruiniert war vom Nationalismus, wird zu einem der Gründungsväter einer zukunftsgerichteten europäischen Integration.“

Gauck wird den Pro-Europa-Kurs fortsetzen. Der Verweis auf Adenauer ist ein klares Zeichen an die Union.

„Es soll `unser Land` sein, weil 'unser Land‘ soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Aufstiegschancen verbindet. Der Weg dazu ist nicht der einer paternalistischen Fürsorgepolitik, sondern ein Sozialstaat, der vorsorgt und ermächtigt.“

Signal an SPD und Linke: Gauck steht zum Sozialstaat und zu sozialer Gerechtigkeit. Aber er ist nicht für den Versorgungsstaat. „Ermächtigung“ ist eines seiner Schlüsselwörter: Jeder soll immer auch versuchen, selbst Kraft zu schöpfen.

„Wir leben inzwischen in einem Staat, in dem neben die ganz selbstverständliche deutschsprachige und christliche Tradition Religionen wie der Islam treten, auch andere Sprachen, andere Traditionen. (...) Wir wären allerdings schlecht beraten, wenn wir aus Ignoranz oder falsch verstandener Korrektheit vor realen Problemen die Augen verschließen würden.“

Gauck setzt die Bemühungen um Integration seines Vorgängers Christian Wulff fort. Setzt aber eigene, deutlich kritischere Akzente.

„Nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und darüber hinaus ist die repräsentative Demokratie das einzig geeignete System, Gruppeninteressen und Gemeinwohl-Interessen auszugleichen.“

Gauck ist ein überzeugter Demokrat, weil unsere Demokratie offen und lernfähig ist.

„Und speziell zu den rechtsextremen Verächtern unserer Demokratie sagen wir in aller Deutlichkeit: Euer Hass ist unser Ansporn. Wir lassen unser Land nicht im Stich. Wir schenken euch auch nicht unsere Angst. Ihr werdet Vergangenheit sein und unsere Demokratie wird leben.“

Klare Kampfansage an Nazis und Neonazis. Besonders lauter Applaus von den Antifa-Aktivisten der Linkspartei.

„Meine Bitte an Regierende wie Regierte: Findet euch nicht ab mit dieser zunehmenden Distanz. Für die politisch Handelnden heißt dies: Redet offen und klar, dann kann verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden.“

Gauck will gegen Politikverdrossenheit kämpfen und scheut sich nicht, Politikern und Bürgern unbequeme Dinge zu sagen.

„Zuletzt bitte ich Sie um Vertrauen in meine Person. Davor aber bitte ich Sie um Vertrauen zu denen, die in unserem Land Verantwortung tragen, wie ich diese um Vertrauen zu all den Bewohnern dieses wieder vereinigten und erwachsen gewordenen Landes bitte. Und davor wiederum bitte ich Sie, mutig und immer wieder damit zu beginnen, Vertrauen in sich selbst zu setzen.“

Dieser Präsident ist Pfarrer, und man wird es immer wieder spüren, wenn er Menschen anspricht, wenn er zu uns allen redet und bei allen Themen auch die Gefühle anspricht.

„Gott und den Menschen sei Dank: Dieses Erbe dürfen sie erwarten.“

Dieser Präsident wird sein Christentum nicht verstecken, sondern offen, werbend leben.


KOMMENTAR: Die Rede war pastoral. Kommentatoren fanden zwar, Gauck habe geredet und fast nichts gesagt. Ich finde, Gauck hat es immerhin fertig gebracht, alle anzusprechen. Selbst die Linken, die ihn vor der Wahl nicht unterstützt hatten, schätzen die deutliche Positionierung gegen den Rechtsextremismus und das Einstehen für die soziale Gerechtigkeit. Selbst der umstrittene Vorgänger kam noch zu Ehren. Die Kernworte
MUT
SELBSTVERTRAUEN
stellte der ehemalige ostdeutsche Theologe  in den Mittelpunkt.
Ich gehe davon aus, dass diese "Predigt" selbst geschrieben wurde.  Gauck glückte jedenfalls mit dieser emotionalen Rede ein würdiger Einstand und er baute damit das Fundament zum Vertrauen, das beim Vorgänger leider verloren gegangen war.
Gauck hat die Medien, die Parteien und die Bevölkerung überzeugt.
 

Nachtrag ZEIT:


Freitag, 23. März 2012

Stromwende bringt zwangsläufig massive Preiserhöhungen


Windräder bei Leipzig
Windräder bei Leipzig

Quelle Die Zeit


Anfang der Woche wurde zudem eine interne Studie der Bundesnetzagentur bekannt. Demnach könnten in den kommenden Jahren die Strompreise für Haushaltskunden um fünf bis sieben Prozent steigen, nur weil das Stromnetz für den Ausbau der erneuerbaren Energien fit gemacht werden muss. Dahinter steckt ein möglicher Anstieg der Netzentgelte um 16 bis 24 Prozent  – je nachdem, wie stark die Netzbetreiber in neue Stromleitungen investieren müssen.


Steigende Strompreise, drohende Stromsperren, das alles ist in seiner Kombination politischer Zündstoff. Erst recht in Zeiten der Energiewende. Schließlich hat sich Deutschland ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt und einen Atomausstieg beschlossen. Immer öfter taucht deshalb die Frage auf: Wer trägt eigentlich die Kosten der Energiewende?
Klar ist, dass es zurzeit nicht die Industrie ist. Sie genießt zahlreiche Ausnahmeregelungen, wenn es um die Kosten des Ökostromausbaus geht. Bestes Beispiel ist etwa die Besondere Ausgleichsregelung. Sie soll Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, von der Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) befreien. Mit der EEG-Umlage (zurzeit 3,59 Cent je Kilowattstunde) beteiligt sich jeder Stromkunde am Ökostromausbau.


Doch im vergangenen Jahr hat Schwarz-Gelb die Kriterien verändert. Immer mehr Unternehmen können nun eine Ausnahme verlangen. Das Bundesumweltministerium schätzt, dass allein in diesem Jahr rund 730 Unternehmen so mehr als 2,5 Milliarden Euro einsparen werden. "Wir brauchen eine transparente Diskussion über die Entlastung der stromintensiven Industrie und keine Deals mit den Lobbygruppen", fordert Ingrid Nestle, Sprecherin für Energiewirtschaft der Grünen. Nach einer Studie im Auftrag ihrer Partei profitiert zurzeit selbst der Braunkohletagebau von der Ausnahmeregelung. Obwohl deutsche Braunkohle nicht im Ausland, sondern im nächsten Kohlekraftwerk landet.


Kommentar: Wer A sagt muss auch B sagen. Wer keinen Atomstrom mehr will, muss auch bereit sein, für die Wende mehr zu bezahlen. Die Auswirkungen werden  in der Schweiz ebenfalls spürbar werden. Der Ausstieg ist nicht ohne gewaltige Mehrkosten zu schaffen. Bekanntlich kann man nicht den Fünfer und das Weggli haben. Was bei der Stromwende beachtet werden muss: Neue Leitungen und Windräder sind notwendig und sie werden das Landschaftsbild beeinflussen.  Es wäre auch völlig falsch, den Bau von Kohlekraftwerken (Dreckschleudern) plötzlich zu akzeptieren. Zudem würde es niemand verstehen, wenn wir künftig den billigeren Atomstrom einfach aus dem Osten oder Frankreich plötzlich akzeptierten  d.h. wenn wir später diese kostengünstigere Energie bedenkenlos importieren würden.

Donnerstag, 22. März 2012

Die guten Seiten der Schwarzarbeit


Überraschende These (Aus 20 Min online)



«Schwarzarbeit ist gut für die Wirtschaft»

Eigentlich ist nicht versteuerte Arbeit verpönt. Doch laut eines Professors hat die Schattenwirtschaft auch ihre guten Seiten.

storybild


Die Schattenwirtschaft soll auch ihre guten Seiten haben. (Bild: Keystone)

Eine provozierende Schlussfolgerung eines Professors, der die Schattenwirtschaft in der Schweiz untersucht hat: Schwarzarbeit ist gut für die Wirtschaft. Das sagt der österreichische Professor Friedrich Schneider von der Universität Linz. Er hat das Ausmass von Schattenwirtschaft in der Schweiz untersucht und berechnet, dass 1,1 Millionen Menschen im Land zeitweilig schwarz arbeiten würden.
Da es sich dabei jedoch oft um Nebenjobs handelt, beträgt die Zahl auf Vollzeitstellen hochgerechnet rund 450 000, wie Schneider im Wirtschaftsmagazin «Eco» des Schweizer Fernsehens vom Montag erklärt.


Zusätzliche Wertschöpfung


Durch Schwarzarbeit entstehe eine zusätzliche Wertschöpfung, da das eingenommene Geld zu zwei Drittel wieder in der Schweiz ausgegeben würde, argumentiert Schneider. So würden die Schweizer Wirtschaftsbetriebe alles in allem davon profitieren.
Der Professor gesteht jedoch ein, dass es bei der Schwarzarbeit auch Verlierer gebe, namentlich die öffentliche Hand, der Steuern und Sozialabgaben entgehen würden.

Mittwoch, 21. März 2012

Unterschiedliche Reaktionen auf das Strafverfahren gegen den ehemaligen Justizminister

Ich zitiere NZZ:

Christoph Blocher wollte sich bisher zum Strafverfahren nicht äussern. (Bild: Keysttone / Walter Bieri)Zoom
Christoph Blocher wollte sich bisher zum Strafverfahren nicht äussern. (Bild: Keysttone / Walter Bieri)

Die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Christoph Blocher im Zusammenhang mit der Affäre Hildebrand löst gemischte Reaktionen aus. Während in der Mitte das Vorgehen der Staatsanwaltschaft begrüsst wird, erhält Blocher ausgerechnet aus SP-Kreisen Schützenhilfe.

(sda) Philipp Müller, Nationalrat und einziger Kandidat für das Präsidium der FDP Schweiz, zeigte sich zufrieden. Dass unbesehen von Person und Ansehen ein Verfahren eingeleitet wurde, zeige, dass der Rechtsstaat in der Schweiz funktioniere, sagte er gegenüber «10 vor 10».


Ins gleiche Horn stösst BDP-Präsident Hans Grunder. Er sei dankbar, dass das Verfahren eingeleitet wurde, sagte er. Es wäre eine Ungleichbehandlung gewesen, wenn Blocher geschont worden wäre, während gegen einen ehemaligen IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin sowie gegen einen Thurgauer Anwalt und Zürcher Kantonsrat ermittelt wird.


CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay bezeichnete es als pikant, dass ausgerechnet gegen einen ehemaligen Justizminister ein Verfahren eingeleitet wurde.

Whistleblower schlecht geschützt

Der Zürcher SP-Nationalrat und Jurist Daniel Jositsch dagegen findet dies jedoch nicht in Ordung. Unabhängig ihrer unterschiedlichen politischen Ansichten habe sich Blocher seiner Einschätzung nach korrekt verhalten, sagte Jositsch.
Das Verfahren gegen Blocher zeige ein in der Schweiz bestehendes Problem auf: Der Whistleblower, der auf einen Missstand aufmerksam mache, sei am Schluss die Person, welche juristisch verfolgt werde.


Kommentar: Mich interessiert nun die persönliche Stellungnahme Blochers zu der jüngsten Mediengeschichte im Blocher TV am Samstag. 

Regula Stämpfli spricht gerne Klartext  - dies mit Folgen


Wer kein Blatt vor den Mund nimmt, muss damit rechnen, dass er  aneckt. Stämpfli polarisiert immer wieder durch ihre ungefilterten Aussagen. Persönlich schätze ich zwar klare, unmissverständliche Aussagen. Doch gilt es, die jeweilige Situation mit zu berücksichtigen.

Ich habe einmal  die bekannte Politologin einer Institution bewusst als Referentin empfohlen, weil ich wusste: Wenn Regula Stämpfli spricht, kommt es zwangsläufig zu Reaktionen. Tatsächlich war ein Teil der Anwesenden von der Referentin begeistert,  viele sagten mir jedoch unverblümt, ich hätte auf diese Referentin gut verzichten können.

Falls der nachfolgende Beitrag aus 20 Min den Tatsachen entspricht,  wäre Regula Stämpfli nach dem tragischen Car-Unglück mit so vielen toten Kindern tatsächlich   ins "Fettnäpfchen" getreten. Ich kann jedenfalls  die publizierten Thesen nicht nachvollziehen. Hoffentlich nimmt Regula Stämpfli zu diesem Beitrag in 20 Min bald Stellung. Ihre Replik interessiert mich, da ich Regula Stämpfli als intelligente Frau kennen gelernt hatte. Ihre publizierte Aussage ist für mich in dieser Form völlig unverständlich.


Ich zitiere 20 Min:


«Typisch»



Regula Stämpfli beleidigt die Belgier

Für Politologin Regula Stämpfli ist es «typisch», dass der Unglücks-Car aus Belgien kommt – denn Belgien sei ein «Drittwelt-Land». Dort erntet sie nun wütende Reaktionen.

storybildDer völlig zerstörte Bus – für Stämpfli eine Folge der belgischen Strukturen. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Die Politologin Regula Stämpfli trieb in der Schweiz mit ihrer provokativen Art schon manchen Gegner zur Weissglut – etwa als sie ihren Berufskollegen Michael Hermann als «Wahlvermesser mit einem politischen Reflexionsgrad eines Planktons» betitelte. Nun macht sich die streitbare Bernerin, die ihren Zweitwohnsitz in Brüssel hat, auch in Belgien einen Namen – einen schlechten. Nur wenige Stunden nach dem Busunglück in Sierre letzte Woche postete sie unter dem Titel «Belgisation: weshalb Unglücke auch politisch sind» einen Artikel auf der Website news.ch. Bis der Artikel auf Französisch übersetzt wurde und den Weg in die belgischen Medien fand, vergingen einige Tage. Doch nun rollt eine Welle der Empörung über Stämpfli.




Eigentlich wollte sie sich vor allem dagegen wehren, dass Verkehrsunglücke wie das in Sierre einfach «menschlichem Versagen» zugeordnet werden. Für sie ist nicht in erster Linie der Fahrer schuld. Vielmehr ist es das System, das «Busfahrer nicht bezahlt, deren Ruhezeiten nicht kontrolliert und deren Gefährt je nach korrupten Beziehungen, nie auf verkehrstechnisch gutem Stand hält». Aber diese analytischen Töne geben die belgischen Medien nicht wieder – dafür jene Textstellen, in denen Stämpfli mit vollen Rohren gegen ihr Gastgeberland schiesst.


Belgien ein Drittweltland?


Zuerst bleibt sie noch beim Thema. Es sei typisch, dass der Unglücks-Car aus Belgien stamme: «Die Ausbildung, die Kontrolle, die Fahrtechniken, die Ausstattung der Reisebusse sind in Belgien auf dem Niveau eines Drittweltlandes und drunter.» Doch dann setzt Stämpfli zum Rundumschlag an. Sie fragt sich, wie es möglich sei, dass Belgien anderthalb Jahre keine gewählte Regierung gehabt hat. «Jeder normale Menschenverstand schreit hier: Aua. Wie geht das?»
In Brüssel mache die Stadtplanung alles falsch, was man falsch machen könne, schreibt die Politologin. Und bezeichnet Belgien als Land «in welchem alles möglich ist und nie auch nur ein einziger Verantwortlicher seine Strafe absitzen muss» – und aus dem nichts wirklich Gutes kommen könne «ausser der Schokolade, Moules et Frites sowie ein gewisser surrealer Humor.» Auch einen Seitenhieb auf die Affäre des Kinderschänders Dutroux kann sich Stämpfli nicht verkneifen.


«Schändlich, grotesk, unmoralisch


Die Internet-Website des französischsprachigen belgischen Radios und Fernsehens, rtbr.be, reagiert mit deutlichen Worten: «Einen tragischen Unfall dafür zu benutzen, all seinen Hass auf ein Land abzuladen, ist schändlich, grotesk und unmoralisch.» Es komme in Belgien auch niemand auf die Idee, alle schlechten Nachrichten aus der Schweiz in einen Topf zu werfen: die Bahnkatastrophen der 80er-Jahre, den Massenselbstmord der Sonnentempler 1994, die Schwarzgeldkonten und den Aufstieg der extremen Rechten (gemeint ist die SVP).


Auf Facebook gibt es bereits eine rasant wachsende Anti-Stämpfli-Seite mit mehr als 300 Mitgliedern – auch aus der Schweiz. Und es zirkuliert eine Online-Petition, die fordert, Stämpfli die Akkreditierung als Journalistin zu entziehen. Wer über Google versucht, auf ihre Homepage zu gelangen, stösst auf eine Fehlermeldung – möglicherweise ein Racheakt. Stämpfli war für 20 Minuten Online nicht zu erreichen. Aber wie sie auf Facebook schreibt, quillt ihre Mailbox derzeit über von Reaktionen auf ihren Artikel.






Kommentar: Ich habe schon beim Lesen des Beitrages in 20 Min damit gerechnet, dass  Leser in den Kommentaren heftig reagieren werden. Die vernichtenden Leserrechos bestätigen mir nun, dass sich die Politologin mit ihren Aussagen langfristig geschadet hat. Hier ein paar vernichtende Echos in 20 Min:


  • Schäm Di Stämpfli

    Völlig egal, ob der Inhalt des Artikels Wahrheiten enthält oder nicht. Jedem anständigen Menschen wird schlecht, wenn sich so Jemand voller Freude an Kinderleichen bedient, um die eigene Bekanntheit zu steigern und sich in Szene zu setzen.

  • Erika am 20.03.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist bloss in Sie gefahren....

    Meiner Meinung nach ist die Aussage von besagter Dame einfach nur geschmacklos. Und wenn nun halt in Belgien andere Sitten und Gebräuche herrschen so hat sie noch lange nicht das Recht so zu lästern. Soll sie doch einen anderen Wohnsitz suchen wenn es ihr nicht passt.
  • Oliver am 20.03.2012 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    belgien 3. welt? wohl kaum

    frau stämpfli sollte mal ein jahr in der 3. welt leben, dann lernt sie den luxus der schweiz vielleicht zu schätzen...

  • Tom Grey am 20.03.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    pietätlos

    Einen derart tragischen Unfall als Basis für einen politischen Hieb gegen ein ganzes Land zu missbrauchen ist pietätlos und und gegenüber den Angehörigen der Opfer ein Affront. Auch wenn sie vielleicht damit recht hat, dass in der politischen Welt in Belgien nicht alles so ist, wie es sollte, soll sie sich darauf konzentrieren und sachlich bleiben. Den technischen Zustand des Busses können die Ermittler sicher besser beurteilen als Frau Stämpfli.


    Nach diesem Medienwirbel dürfte nun die bekannte Politologin auf keinen Fall abtauchen. Sie müsste ihre Gedanken sofort proaktiv klären oder  mit einem eindeutigen MEA CULPA entschuldigen, falls sie tatsächlich die Belgier - im völlig falschen Augenblick - vor den Kopf gestossen hätte.


    NACHTRAG:



    Lukas Handschin

    Bürger
    Gestern Samstag, 17. März 2012, habe ich eine Beschwerde gegen Regula
    Stämpfli beim Schweizer Presserat eingereicht wegen ihres diffamierenden Meinungsartikels vom 14. März 2012 zum Verkehrsunfall eines belgischen Reisecars in der Rubrik Dschungelbuch auf news.ch.
    http://www.news.ch/Belgisation+weshalb+Ungluecke+auch+politisch+sind/533425/detail.htm#comments
    Hier der Wortlaut
    meiner E-Mail:
    Sehr geehrte Damen und Herren
    Hiermit erhebe ich Beschwerde gegen Frau Regula Stämpfli, die in ihrer Kolumne in news.ch vom 14. März 2012 "Belgisation: weshalb Unglücke auch politisch sind" im Zusammenhang mit dem Verkehrsunglück eines belgischen Reisecars in verunglimpfender, unethischer Weise Zusammenhänge zwischen dem tragischen
    Unfall und der belgischen Politik, bzw. dem belgischen Volk herstellte.
    In völliger Verkennung der Zusammenhänge, bzw. einer nochalanten Vermischung von Vorurteilen und anti-belgischen Ressentiments erwähnt sie dabei u.a. den Begriff "Bruxellisation", der in den 1960er und 1970er Jahren geprägt wurde, als Bruxelles einen grossen städtebaulichen Nachholbedarf hatte.
    Was dem Fass jedoch den Boden ausschlägt ist ihr PS, das einen höchst abenteuerlichen Bogen vom Carunglück zu Marc Dutroux schlägt.
    Ich bitte hiermit den Schweizer Presserat zu prüfen, ob Frau Regula Stämpfli gegen
    den Punkt 8 der Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten verstösst, in dem es heisst:
    Sie respektieren die Menschenwürde und verzichten in ihrer Berichterstattung in Text, Bild und Ton auf diskriminierende
    Anspielungen, welche die ethnische oder nationale Zugehörigkeit, die Religion, das Geschlecht, die sexuelle Orientierung, Krankheiten sowie körperliche oder geistige Behinderung zum Gegenstand haben. Die Grenzen der Berichterstattung in Text, Bild und Ton über Kriege, terroristische Akte, Unglücksfälle und Katastrophen liegen dort, wo das Leid der Betroffenen und die Gefühle ihrer Angehörigen nicht respektiert werden.
    Weiter beantrage ich dem Schweizer Presserat, nach dessen Urteil über den Sachverhalt, entsprechende Sanktionen gegenüber Frau Regula Stämpfli
    auszusprechen und durchzusetzen.
    Lukas Handschin


    Nachtrag 27. April 12:


     Nachtrag zur Betroffenheit der Belgier als "Drittweltland" von P. R:


    Es war nicht einfach nur ein Car-Unfall eines belgischen Reise-Unternehmers aus Aarschot (meine Nachbarschaft in Belgien). INTERSOC / MC Mutualités crétiennes  (grösste ) belgische Krankenkasse - im Wettstreit mit der sozialistischen Konkurrenz) ist eine Art nationale Institution. Die Ferien- und Klassenlager (u.a.) in der Schweiz werden seit 1949 (!) durchgeführt; den nach dem Krieg leerstehenden Reduit-Spitalbaracken der CH-Armee in Melchtal OW sei Dank. Kinderreiche Familien erhalten ab dem 2. oder 3. Kind massive Vergünstigungen. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Familien in Belgien, aus der nicht Kinder und Jugendliche (oder die Familie gemeinsam) Ferien- und Klassenlager mit INTERSOC miterlebt haben, an verschiedenen Orten in der Schweiz, in Belgien an der Küste (eigene Ferienhotels), usw. In der reichen Schweiz bekommt man von der Krankenkasse vielleicht gelegentlich einen Gutschein für die Teilnahme an einem Jogging-Anlass. Das "Drittweltland" Belgien kann für die Krankenkassen-Mitglieder permanent eine Art CLUB MED anbieten; wahrscheinlich zum Teil auf Kosten der Steuerzahler, aber familienfreundlich für jedermann.

    ... und jetzt kommt "eine Stämpfli" aus der Schweiz (wohnhaft in Brüssel Etterbeek) und haut gegen Belgien auf die Pauke.


    Peter R-T


    Aus  Politsatire Blog (recht bissiger Kommentar):




    Regula Stämpfli verunglimpft Belgier mit Drittweltlandvergleich

    Politologin mit dem Einfühlungsvermögen eines Serienmörders Da muss man sich ernsthaft fragen: wie pietätlos kann ein Mensch sein? Die Berner Politologin Regula Stämpfli – nota bene mit Zweitwohnsitz in Brüssel (Belgien) – zieht zur Unzeit über belgische Car-Unternehmen und Standards her. Mehr noch: Sie deklassiert Belgien zum Drittweltland und bewertet das Busunglück von Sierre als “typisch für Belgien”. Ausgerechnet sie, die anderen Rufmord an der Schweizer Beliebtheit im Ausland vorwirft, schafft dies ohne Probleme selbst. Was haben Sie sich dabei gedacht, Frau Stämpfli?
    Haarsträubend.
    Natürlich sind die Reaktionen aus Belgien vorprogrammiert und berechtigt. Kopfschütteln und Ekel. Auch auf Facebook und Regula Stämpfli’s persönlicher Webseite tobt ein Sturm der Entrüstung. Es gibt bereits eine Anti Dr. Regula Stämpfli Gruppe mit 375 Mitgliedern (Stand20.3. um 17.45 Uhr).
    Hat Professor Stämpfli einen Grund mit Belgien abzurechnen? Oder hat ihr die Natur (vielleicht Gott) das Taktgefühl vorenthalten? Was bringt ihr das Ganze ausser negativer Presse und einen erheblichen Imageschaden? Wollte Sie nur testen, wie weit sie gehen kann? Mit ihrem Politologen-”Kollegen” Michael Hermann ging sie letztes Jahr auch nicht unzimperlich ins Gericht: Er habe den “politischen Reflexionsgrad eines Planktons”, meinte sie.
    Und Sie hat das Einfühlungsvermögen eines Serienmörders, würde ich meinen.
    Frau Stämpfli, jetzt müssen Sie sich aber ganz doll entschuldigen..

Dienstag, 20. März 2012

Der astronomische Frühling hat nun auch begonnen


Frühlingsgefühle werden wach


Frühlingsstimmung in Wien schon am Wochenende