Dienstag, 8. November 2011


Wir werden zur "Echokammer" im Internet, wenn....






Harvard Professor Cass Sunstein sieht in der digitalen Personalisierung die Fortsetzung der Individualisierung mit anderen Mitteln.



















Konkret: Durch die individuelle Nutzung von "google", hinterlassen wir laufend Spuren und die Suchmaschine sorgt dafür, dass untere Entscheide bei der Auswahl  die persönliche Seitenauswahl  direkt beeinflusst.
Wenn ich mich für Medienkommunikation interessiere, bekomme ich später laufend mehr Seiten zu dieser Thematik. Dies ist dank des Pagerank - Algorismus  möglich.




Die Formel des PageRank Algorithmus


Damit wird das, was uns interessiert, was wir kaufen, favorisiert. Jeder Mausklick hinterlässt eine Datenspur, die ausgewertet werden kann. Wir werden somit zu digitalen Narzissten. Uns werden eigentlich die Spiegelbilder der eigenen Wünsche und Vorlieben vorgesetzt.


Narziss

















Dies scheint  ein Vorteil zu sein. Doch verlieren wir damit den Blick fürs Zufällige.


Wenn dem so ist, dass uns - je häufiger wir Bekanntes wählen -  auch Bekanntes im Netz vorgeschlagen wird, so reduziert sich das Weltbild zu einem Abbild unseres Weltbildes, während sich die jedoch die Umwelt verändert. (Gedanken, den ich bei Miriam Meckel gehört hatte).


Letztlich glauben wir das, was uns die personalisierten Internetseiten als digitaler Hohlspiegel unseres Selbst erreicht.


Es lebe der Zufall!














Solange es den Zufall noch gibt, fallen uns auch ungewohnte Informationen zu. Wir erfahren Dinge von Menschen und Sachverhalten,  von denen wir nichts wussten. Dinge, die uns vielleicht morgen weiter bringen.

Es lohnt sich deshalb, sich der Kurzsichtigkeit des digitalen Hohlspiegels bewusst zu sein. Wir sollten bewusst auch andere Suchmaschinen   benutzen als GOOGLE (z.B. duckduckgo oder Yandex).

Die Lektüre verschiedenster Printmedien bekommt unter den beschriebenen Umständen in der Suchmaschine  einen besonderen Stellenwert, wenn wir verhindern wollen, dass der Zufall aus unserem Leben nicht verschwindet.

Montag, 7. November 2011

Am Wochenende erlebten wir einen prächtigen Martinisommertag -


herbst gold

Der Mensch ist ein pfadversperrendes Wesen

Wenn sich Möven um eine Beute streiten, ist  die Regelung der Reihenfolge meist rasch geklärt.
Wenn jedoch beispielsweise ein Autofahrer bei einem frei werdenden Parkplatz auf das Einparken wartet, ist es vielfach so, dass der Autofahrer noch lange im Auto sitzen bleibt oder  im Auto bewusst länger wartet und verschiedene Tätigkeiten ausübt, damit der Wartende noch lange hingehalten wird. So als geniesse der Blockierer seine Macht als Wegversperrer.
Fritz Senn -  Joyce Forscher und Erfinder der Ochlokinetik - beschäftigte sich intensiv mit der Frage, weshalb sich die Menschen so oft im Wege stehen und jeder des anderen Bremse ist.


 Zum Begriff Ochlokinetik:




 Olchos (griech.) heisst Menge, Gruppe und




 Kinetik bedeutet Bewegung.







Seit Jahrzehnten im Dienste von James Joyce: Fritz Senn (Bild: NZZ/C. Beutler)Zoom




Senn hat festgestellt, wie sich Menschen beim Fortbewegen laufend behindern:




Beispielsweise im öffentlichen Verkehr, beim Aussteigen, indem Menschen, gleichsam einem inneren Instinkt folgend, unter der Türe stehen bleiben und noch etwas aus der Tasche nehmen. Oder auf der Autobahn, wie sie  als Linksfahrer anderen bewusst den Weg versperren. Im Grunde genommen wird Ochlokinetik im Alltag zur Olchostatik (zur gegenseitige Blockierung). Wir alle können tagtäglich das pfadversperrende Verhalten beobachten. Viele stehen auf  der Rolltreppe bewusst in der Mitte. Es stehen und reden an einer Party viele ausgerechnet dort, wo es am Engsten ist.






Unser Planet wird bald von 7 Milliarden Menschen bevölkert.








In diesem Bad, hat auch der beste Ochlokinetiker Probleme





Es wir immer enger. Wir müssen lernen, Geduld zu üben. Es gibt Momente, da müssen wir uns auch gegen das pfadversperrende Verhalten zur Wehr setzen. In manchen Momenten ist sanftes Touchieren angesagt. Das harte Bodycheckverhalten - wie im Eishockey - ist nach meinem Dafürhalten nicht empfehlenswert.
Aber auch bei Kommunikationsprozessen gibt es ein lästiges Blockieren, indem wir oft mit leerem Geschwätz hingehalten werden. Wir könnten bei Gesprächen  viel gewinnen, wenn wir nur schon alles schon Bekannte,  alles Selbstverständliche, nicht ausbreiten. Dadurch liesse sich viel Zeit gewinnen und wir würden beim Reden andere weniger behindern. 

K+K hilft Ihnen diese Woche und Sie lernen, wie sie Gesprächsblockierer konstrluktiv begegnen können.


LINK:


Ochlokinetik oder warum die Menschen steckenbleiben - Nordic ...

www.nordic-brains.de/html/c_forum_ochlokinetik.html
Es ist denkbar, dass einige unter uns.

Vielredner, Nervensägen, Geschwätzigkeit. ... Wenn die sogenannten " Nervensägen" reden, macht sich im Publikum meist Verlegenheit breit. Sollen wir lachen ...
www.rhetorik.ch/Nervensaegen/Nervensaegen.html


Nervensaegen

Sonntag, 6. November 2011

Das Chamäleon- Prinzip 
bei Kommunikationsprozessen



Ich verweise auf ein neues Buch mit dem Titel:



Das Chamäleon-Prinzip 


Bei diesem Prinzip geht es um die Balance zwischen






SICH ANPASSEN ------- und ------BLEIB DU SELBST






Es geht aber auch um die Frage der Grenzen der Flexibiliät.






Das Buch ist als Kompass gedacht - im Dschungel der modernen Arbeitswelt, gleichsam als Ueberlebenshilfe.






Im Alltag wird von uns verlangt, gleichzeitig Anpassungs-  aber auch Selbstdarstellungskünstler zu sein.
Auf die Gretchenfrage: Wir bringen wir diesen Gegensatz unter einen Hut?


folgt die Antwort:


Machen wir es wie das Chamäleon: Wir passen uns der jeweiligen Umgebung (sprich Publikum) an und bleiben  dennoch uns selbst.



Bei Kommunikationsprozessen gibt es zahlreiche Gegensätze, die wir ebenfalls unter einen Hut bringen müssen:


In der modernen Arbeitswelt sollten wir beispielsweise Generalisten (Allrounder) und gleichzeitig  auch Spezialisten sein.


Im Team sind starke Persönlichkeiten (Einzelkämpfer), die gleichzeitig  Teamplayer sind, gefragt.


Bei Kommunikationsprozessen sind zahlreiche gegensätzliche Anforderungen  miteinander vereinbar. Es gilt somit - bei vielen Gegensätzen - stets die Balance zu finden.




LINKS:




3. Juli 2008 ... Der Bewerber - welcher diese Frage zu Hause.
www.rhetorik.ch/Flexibilitaet/Flexibilitaet.html




Wir müssen die situationsgerechten Balance finden im Spannungsfeld: Ich- Bezogenheit und Integrationsfähigkeit.d.h. Beides darf nicht vernachlässigt werden. ...
www.rhetorik.ch/Balance/Lang.html

balance artikel. Ausführlicher Artikel · Kurzgefasster Artikel · Rhetorik.ch, 1998- 2009 © K-K , Weblinks sind erwünscht. Bei Weiterverwendung ist Autoren- und ...
www.rhetorik.ch/Balance/Balance.html

Beim Dilemma 'kurz und doch ausführlich gilt es, die richtige Mischung zu finden. In der Praxis stellen wir immer wieder fest: Beides zu berücksichtigen ist etwas ...
www.rhetorik.ch/Balance/Kurz.html

Die Balance finden. In der Kommunikation das eine tun und das andere nicht lassen. Marcus Knill. Der Autor arbeitet als. Kommunikationsbera- ...
www.rhetorik.ch/Alphaartikel/63_1605_98_1.pdf

Dieser Artikel ist am 16/17. Mai, 1998 erschienen. Online Version · Text Version · Die Balance finden (PDF); Gescannte Version: (zur Illustration des Alpha ...
www.rhetorik.ch/Alphaartikel/Alphaartikel.html

Wer moderiert, muss die Balance zwischen Empathie und Kontrolle finden. Wer gut moderiert, meistert auch die spezifische Ambivalenz: Sich weder in den ...
www.rhetorik.ch/Moderieren/Moderieren.html

... Balance finden, - Beeinflussen, - Beleidigungen parieren, - Berater, Helfer auf .... die Interviewsituation einzustellen und den persönlichen Redefluß zu finden. ...
www.rhetorik.ch/Interviewtechnik/Interviewtechnik.html

Beim K+K Coaching erhalten Sie hilfreichte Tools, damit Sie im Alltag die Balance finden zwischen Zuhören-Schweigen und situationsgerechtem Reden. ...
www.rhetorik.ch/Schweigen/Schweigen.html

Samstag, 5. November 2011




Die Kunst der PAUSE




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Was wäre Musik ohne Pausen! Pausen unterstreichen einen Rhythmus, gehören genauso wie Töne zur Melodie, und prägen Lieder, ja ganze Kompositionen.
Verlassen wir die Musik und werfen wir einen Blick auf die Kommunikationsprozesse.

Betrachten wir einmal die Pause bei Kommunikationsprozessen:


LINK:


12. Juli 2007 ... Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung.
www.rhetorik.ch/Pause/Pause.html

Freitag, 4. November 2011

Paradox:


 Kleiderspenden schaden einheimischer Textilindustrie


Das Kilo für 1,20 Dollar

Das große Geschäft mit den Kleiderspenden aus Deutschland
(aus 20 Min)


Kleiderhändler auf einem Markt im tansanischen Dar es Salaam


Kleiderhändler auf einem Markt im tansanischen Dar es Salaam

Wolfgang Huse hat ein gutes Gewissen und ist stolz auf seine Arbeit. Der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Osterholz-Scharmbeck leert seine Altkleidercontainer mit dem Rot-Kreuz-Emblem wöchentlich, denn es kommt ordentlich etwas zusammen. Die meisten Spendensäcke wandern allerdings nicht etwa in die Kleiderkammer des DRK, wo die Sachen an Bedürftige abgegeben werden. Die ist voll bestückt, nur wenige Menschen nehmen das Almosen in Anspruch. Nein, Wolfgang Huse und sein freiwilliger Helfer werfen die Spenden auf einen Lkw-Hänger. Der ist auf dem Betriebshof des DRK in Osterholz-Scharmbeck vorsorglich abgestellt und wird, wenn er bis unter die Deckplanen vollgestopft ist, abgeholt. Aber Wolfgang Huse glaubt zu wissen, was mit den gespendeten Altkleidern passiert: Sie würden in einer großen Sortieranlage bei Bitterfeld gesammelt und gingen von dort direkt in die Krisengebiete der Welt. Deshalb hat er »ein gutes Gefühl, wenn man denkt, dass Hilfsbedürftige davon existieren, die sich sonst nichts leisten können«.


So ungefähr stimmt das sogar, nur ein entscheidendes Detail ist selbst dem Angestellten des DRK nicht bewusst:


Es sind nicht die Hilfsbedürftigen der Welt, die von den Spenden leben, sondern eine global arbeitende und denkende Branche, die die Kleidung in einem knallharten Geschäft verkauft. Und das in so großen Mengen, dass die einheimische Textilindustrie in vielen belieferten Ländern inzwischen vollkommen marginalisiert ist. Der eigentliche Wille der Spender wird auf diese Weise ad absurdum geführt: Anstatt den Armen zu helfen, ist jedes gespendete Kleidungsstück ein weiterer Beitrag zur Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten – vor allem in Afrika, wohin der Löwenanteil der Ware exportiert wird.


Wie konnte es so weit kommen? Es steckt eine genial einfache Geschäfts- und Marketingidee dahinter, die wie eine Gelddruckmaschine funktioniert:


Man bemächtigt sich einer Ware ohne Herstellungskosten. Denn diese wird gespendet, wofür die Geber mit einem guten Gewissen belohnt werden. Keine der großen Wohltätigkeitsorganisationen redet gern darüber, aber fast alle sind dabei, ob Malteser, DLRG oder eben das Deutsche Rote Kreuz, der größte Player auf dem deutschen Markt. Volker Leopold, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Osterholz-Scharmbeck, erzählt zumindest, wie alles begann. Wie vor rund 40 Jahren ein Unternehmer die Kleiderspendenidee beim DRK propagiert habe und sein Interesse gleich mit einem Scheck unterstrich. Was damals den Geschäftsführer des DRK überzeugte, mit diesem Unternehmen zu arbeiten: »Und dieses Unternehmen begleitet uns auch in der Tat auch heute noch.«


Dieses Unternehmen ist die Efiba, und sie beherrscht den deutschen Markt. Landesweit hat sie mit Kreisverbänden des DRK, aber auch mit anderen Wohltätigkeitsorganisationen Verträge geschlossen, in denen diese ihren guten Namen und ihr Logo zur Verfügung stellen, die Spenden aber direkt an das Unternehmen gehen.


Im ostdeutschen Wolfen steht die größte Textilsortieranlage der Welt
Dafür erhalten die Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wie etwa das Rote Kreuz, Geld. Zurzeit seien das rund fünf Cent pro Kilo, verrät ein Insider, aber ganz genau will sich niemand in die Karten schauen lassen. Kein Wunder, denn was würden die Spender tun, wenn sie wüssten, dass ihre Altkleider in einen unerbittlichen Wirtschaftskreislauf eingespeist werden?


Für Pailak Mzikian ist das alles kein Problem. Er steht in Bitterfeld-Wolfen und beschreibt stolz die perfektionierte Arbeitsweise der größten Textilsortieranlage der Welt. Mzikian ist bei Soex in Wolfen angestellt. Das Hauptquartier der Soex Group, nach eigenen Angaben »weltweiter Marktführer« für Kleidungsrecycling, liegt in Bad Oldesloe bei Hamburg. Efiba, der Vertragspartner der Hilfsorganisationen, ist ein Tochterunternehmen von Soex, und im Wolfener Werk kommen die Lkw mit Spendenware im Minutentakt an. Bis zu 300 Tonnen Kleiderspenden sind es täglich, allein ein Viertel davon stammt aus den Containern des Deutschen Roten Kreuzes. Aber auch in kommerziellen Aufstellern auf Parkplätzen und an Supermärkten wird gesammelt, dafür ist die Soex-Tochter Retextil zuständig. Doch Efiba bringt aber deutlich mehr, wie Mzikian bestätigt.


Von den insgesamt rund 700.000 Tonnen Altkleidern, die 2010 laut Soex in Deutschland gesammelt wurden, verarbeitete die Firma allein 85.000 Tonnen und erzielte damit einen Gesamtumsatz von 58 Millionen Euro. Im vollcomputerisierten Sortierwerk Wolfen werden die Spenden nach Qualität neu gebündelt. Was gar nicht zu brauchen ist, muss nach deutschem Gesetz recycelt werden, aber das sind nur rund 15 Prozent der Ware. Die große Masse der Spenden geht ganz andere Wege.


Die besten Stücke, die sogenannte Creme-Ware, wird in die Länder des ehemaligen Ostblocks und in arabische Staaten exportiert und dort in Secondhandgeschäften verkauft. Alles Minderwertige geht nach Afrika, immerhin noch rund 60 Prozent des Werksausstoßes. Natürlich werden die Textilien dort verkauft. Gespendet wird nichts davon, meint Pailak Mzikian, »das wäre ökonomisch und nachhaltig nicht logisch. Wir sind ja ein Full-Profit-Unternehmen, keine NGO.«




Kommentar: Die Tatsache, dass gespendete Ware nicht den Aermsten zu Gute kommt, könnte dazu führen, dass wir nicht mehr spenden. Die Verteilorganisationen sind gefordert, dafür zu sorgen, dass sie die Transporte bis zu den Aermsten begleitet. Andernfall müssen sie sich nicht wundern, wenn die Spendefreudigkeit gewaltig nachlässt. Weshalb nicht gebrauchte Kleider Notdürftigen in der Schweiz direkt  verschenken?

Das Herbstbild zum Tage


  (Leserwettbewerb Tagi)