Dienstag, 8. Februar 2011

Die Rede von Monicas Lierhaus, anlässlich der Verleihung der goldenen Kamera, die das Publikum zu Tränen gerührt hat:


Monica Lierhaus' Rede im Wortlaut „Rolf, du bist wirklich mein Held“

Bild am Sonntag dokumentierte die Rede, mit der sich Monica Lierhaus für ihre „Goldene Kamera“ bedankte

Aufgabe: Lesen Sie diese Rede und beachten Sie, weshalb diese Rede das Publikum dermassen emotional getroffen hat?

- Glaubwürdigkeit? Weshalb?

- Emotionen wurden angesprochen. Wo?

- Persönliche Betroffenheit, druch...?
- ............?







Danke, ich danke Ihnen sehr. Einen schönen guten Abend wünsche ich Ihnen allen! Das ist ein sehr emotionaler Moment, ich bin sehr berührt und bewegt, wie freundlich Sie mich hier empfangen. Herzlichen Dank, lieber Günter Netzer, für die wunderbaren Worte.
Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, oben auf der Bühne zu stehen. Es ist tatsächlich sehr lang her, dass ich das letzte Mal auf einer Bühne stand, und unter diesen Voraussetzungen ohnehin schon mal gar nicht. Und jetzt kann ich es kaum fassen.
Da bin ich!
Es gibt so viele Menschen, denen ich unglaublich viel zu verdanken habe. Es tut mir wirklich sehr leid, aber ich möchte mich an dieser Stelle bei einigen direkt bedanken, ich kann Ihnen nur versprechen, es so kurz wie möglich zu machen:
Natürlich danke ich meinen Eltern und meiner Schwester Eva, die mich zwei Jahre lang überallhin begleitet haben und immer wieder FEST an mich geglaubt haben, als alles verloren schien. Und meiner Krankenschwester Jaqueline für ihre wunderbare und humorvolle Betreuung. Ich danke meinen Freunden für ihre Unterstützung – ich bin wirklich in der glücklichen Lage, ein paar sehr gute Freunde zu haben.
Vor allem aber möchte ich mich bei dir, Rolf, bedanken, du hast alles für mich getan. Ohne dich würde ich heute hier mit Sicherheit nicht stehen. DU BIST WIRKLICH MEIN HELD!
Außerdem danke ich allen Ärzten und Therapeuten, die mir in den letzten zwei Jahren so SEHR geholfen haben.
Mein besonderer Dank geht an die Verantwortlichen der ARD, die immer zu mir gehalten haben und dabei insbesondere an Volker Herres, Axel Balkausky und Steffen Simon.
Es ist wirklich nicht einfach für mich, das alltägliche Leben wieder zu meistern, vieles wieder neu zu lernen. Und das Schlimmste ist, dass ich doch so ein ungeduldiger Mensch bin.
Sie kennen ja vielleicht den Spruch: Der liebe Gott schenke mir Geduld, und am besten SOFORT! So, das Wichtigste für mich ist nun, meine Eigenständigkeit und meine Unabhängigkeit wieder zu erlangen. Dafür kämpfe ich jeden Tag.
Ab heute möchte ich wieder an meiner Zukunft arbeiten, mich engagieren und mir neue Aufgaben suchen.
Sehr hart arbeite ich daran, irgendwann wieder vor der Kamera stehen zu können. Dankeschön für Ihre Geduld und herzlichen Dank an Friede Springer, an den Springer-Verlag und an die „Hörzu“ und natürlich an die Jury für diese wunderbare Auszeichnung.
VIELEN DANK!


Nachlese: Schaler Nachgeschmack? (Quelle 20 Min)


Frauenquoten?



Qualität und Quotenfrau







An einem Intensivseminar mit Führungspersönlichkeiten wurde eine Teilnehmerin für eine Veranstaltung als Referentin angefragt. Als sie erfuhr, dass sie nur als Quotenfrau vorgesehen war, sagte sie die Teilnahme ab. Darauf angesprochen, erklärte sie mir, dass sie sich ärgere, wenn ihr Geschlecht wichtiger sei als die Qualität. Sie möchte nie zur Quotenfrau verkommen. Kompetenz komme vor Geschlecht.


In der nachfolgenden Diskussion (während der Kaffeepause) zählte die Gruppe einige Gründe auf, die für eine Frauenquote (auf oberster Führungsebene) sprechen: Frauen sind nur zu bescheiden, wurde gesagt. Sie hätten zwar ihr Studium schneller abgeschlossen als Kollegen. Doch müssten Frauen  lernen,   mit den Grundmusters der männlichen Konkurrenten umzugehen.  Frauen würden meist den Aufbau des persönlichen Netzwerkes vernachlässigen. Es sei nicht akzeptabel, dass 90% der Unternehmen keine Frau in den Vorständen habe. Deshalb gehe es  nicht ohne Frauenquote.



Anderseits waren sich die Teilnehmerinnen auch darin einig, dass die Quote nicht dazu führen dürfe, dass die Qualität sinke. Es gab eine Teilnehmerin, die kannte die Quotenregelung in anderen Ländern und vertrat die Meinung, dort  funktioniere dies  bestens. Nur müsse man bereit sein, auch für die ZWEITBESTE Lösung Ja zu sagen oder die Präsenzzeiten zu flexibilisieren. Der zusätzliche Aufwand und die Mehrkosten würden durch die Bereicherung der Teams  wettgemacht.



Unbestritten schien ferner bei der Gruppe die Erkenntnis, dass eine Frau auf oberster Führungsebene auch bereit sein müsse, ein 100% Pensum zu absolvieren. Im Management gebe es leider keine Möglichkeiten zu flexiblen Arbeitszeiten oder Teilzeitbeschäftigungen - so wie es in  anderen Berufen (Schule, Spitäler) möglich ist. Da wird ein uneingeschränktes Engagement verlangt.



Dem Argument "Man müsse die Frauen einfach zum Glück zwingen" wurde widersprochen.
Ob überhaupt die Arbeit auf oberster Ebene  das "Glück" bedeute, wurde   in Frage gestellt.  Die Frauen waren mehrheitlich der Ansicht, sie hätten auch das Recht, auf dermassen aufreibende und zeitraubende Jobs zu verzichten. Viele intellektuelle Frauen  möchten heute bewusst keine solchen Stress- Jobs auf oberster Führungsebene. Sie legen mehr Wert auf Lebensqualität.  Weshalb dann der Zwang? Wurde immer wieder gefragt.




In der Tat: Wenn jemand Wert legt auf eine andere Betätigung - ohne ständig präsent sein zu müssen - so wie es  von Topmanagern verlangt wird, müsste dies nicht auch toleriert werden? Hat  Frau nicht auch das Recht, Kinder zu gebären (was Männer nicht können), die Familie zu betreuen und sich nicht nur für  Machtpositionen  aufzuopfern?



Kommentar: Alle Frauen haben  heute die Möglichkeit,  Stellen im Topmanagement zu besetzen. Wenn sie jedoch aus freien Stücken bewusst darauf verzichten:  Weshalb müssen sie dann dazu gezwungen werden? Weshalb dürfen Sie nicht Nein sagen? Viele Frauen wollen nicht als Quotenfrau abgewertet werden. Zudem darf bezweifelt werden, dass Konzernleitungen bei Frauen  Sonderregelungen zulassen, wenn beispielsweise eine Top - Managerin um 1800 Uhr ihr Kind in der Krippe abholen muss oder ihr Kind sogar notfalls an den Arbeitsplatz (ans Meeting) mit nimmt. Eine Managerin muss auch bereit sein, unverhofft am Wochenende ins Ausland zu fliegen. Wenn Frauen sagen, als Quotenfrau dürften künftig keine Sitzungen mehr nach 1700 Uhr angesetzt werden und über Mittag müsse Frau nach Hause gehen können, so ist dies leider in der Praxis eine Illusion. Es darf  bezweifelt werden, dass Firmen so grosszügig sind und  Managerinnen in der höchsten Besoldungsklasse ständig kostspielige Sonderregelungen  bewilligen. In meinen Seminaren habe ich  viele Top - Kaderfrauen auf höchster Ebene kennen lernen dürfen. Doch haben sie entweder bewusst auf Kinder verzichtet oder sie haben die familiären Problem eigenständig gelöst (ohne firmeninterne Kinderbetreuung). Sie alle waren  bereit, unverhofft und flexibel zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Wer an der Spitze von Firmen arbeiten will, muss auch bereit sein, die unangenehmen Seiten auf sich zu nehmen.

Das wichtigste bei Gleichstellungsfragen ist und bleibt letztlich die Chancengleichkeit, nicht die Gleichmacherei.
Besteht die  Chancengleichheit, können wir auf jeglichen Zwang verzichten.




Ist es eine Freiheitsfalle, wenn Männer freiwillig die Ernährerrolle übernehmen? Ist es eine Freiheitsfalle, wenn Frauen ihre Lebensaufgabe selbst bestimmen können?

Fazit: Quotenfrauen könnten vielleicht Vorständen und Verwaltungsräten  aufgezwungen werden. Doch bringt dies nicht nur Mehrkosten. Die Quotenfrau würden sich  imagemässig  schaden, wenn es im Unternehmen heisst, dass die Kandidatin nur des Geschlechtes wegen den Posten bekommen hat. Eigentlich sollten wir heute  den Geschlechterkrieg längst  überwunden haben. Qualität muss vor der Quote kommen. Dies gilt für alle Geschlechter. Eine ZWEITBESTE Lösung ist nie die beste Lösung.





In Deutschland kam es jüngst zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen zwei Ministerinnen hinsichtlich der Einführung einer Frauenquote. Merkel musste bei diesem Streit ein Machtwort sprechen. Das Quotenproblem scheint nun in Deutschland vorläufig vom Tisch.


Ich zitiere Bild:

Merkel machte  deutlich, dass sie nichts von einer Quote hält. Sie habe es auch nicht für sehr klug gehalten, dass von der Leyen ihre Vorstellungen am Wochenende im Magazin „Der Spiegel” per Interview präsentiert habe und das der Ministerin deutlich gesagt. Von der Leyen hatte in dem Interview einen „30-Prozent-Schlüssel” vorgeschlagen und gesagt: „Weder Männer noch Frauen dürfen zu einem geringeren Anteil in Aufsichtsräten und Vorständen vertreten sein.”

Nun wird aus diesem Plan nichts. Merkel kassierte die Quoten-Idee. Sie sei „richtig angefressen” gewesen, schrieb die „Süddeutsche Zeitung”

Warum aber ging Merkel so harsch dazwischen?

Dafür gibt es laut Koalitionskreisen 3 gewichtige Gründe:

1. Die Kanzlerin wolle vor den wichtigen Landtagswahlen im Februar (Hamburg) und März (Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg) keinen Krach mit der FDP, die glasklar gegen einen Quote ist.

2. Merkel wolle derzeit auch nicht die Wirtschaft vergraulen, die sich gegen eine Quote wehrt.

3. Als CDU-und Regierungschefin möchte sie keinen störenden Dauerkrach zwischen den beiden CDU-Ministerinnen, die sich nicht sonderlich grün sind.

Das Thema Frauenquote ist damit nicht abgeschlossen. Denn Ursula von der Leyen gibt nie nach. Kurz nach Merkels Machtwort liess sie wissen, sie sehe auch, dass eine Quote zurzeit nicht durchsetzbar sei. Aber die Ministerin setzte kämpferisch hinzu: „Die Frauen können sich auf mich verlassen, ich bleibe an dem Thema dran.”






Kommentar: Ursula von der Leyen müsste folgenden Satz zu Herzen nehmen:
"Bitte nicht mit dem Kopf durch die Wand! Lieber mit den Augen die Tür zum Ausgang finden."

Dank der errungenen Gleichstellung können heute die Frauen selbst entscheiden, ob sie die Familie betreuen  oder den Weg der Karriere einschlagen wollen.
Die SELBSTBESTIMMUNG ist die wichtigste Errungenschaft im Geschlechterdialog. Warum sollen die Frauen mit einer Quote sich plötzlich wieder FREMD bestimmen lassen (Zwang)?  Es wäre viel wichtiger, wenn die Freiwilligenarbeit und die Arbeit für die Kinderbetreuung als Arbeit endlich offiziell anerkannt würde.


FAZIT:












Weder Männer noch Frauen dürfen durch Fremdbestimmung ein bestimmtes Rollenbild verordnet bekommen. Beispielsweise bei Männern eine Teilzeitarbeit oder ein Zwang zur Hausarbeit. Oder bei den  Frauen der Zwang zur Karriere. Wir sollten wegkommen von Begriffen wie Ernährerfalle (bei Männern) oder Karrierefalle (bei Frauen). Schätzen wir die hart erworbene SELBSTBESTIMMUNG bei  Frauen und Männern. 







Aus TAGI:


Die Forderung nach gesetzlichen Quoten, die zurzeit in Deutschland heftig diskutiert werden, stossen in der Schweizer Wirtschaft auf Skepsis und Ablehnung. «Quoten sind ein künstlicher Eingriff in den Markt und nicht durch Leistung legitimiert», meinte Peter Hasler, Post-Präsident und früherer Direktor des Arbeitgeberverbandes. Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse, lehnt Frauenquoten ebenfalls ab. Laut einem «Blick»-Bericht geht der frühere FDP-Nationalrat davon aus, dass es in den nächsten Jahren ohnehin mehr Frauen in Managementpositionen geben werde.


Aus ZEIT:


Durch Frauenquoten werden besserqualifizierte Männer zurückgesetzt.

Die Befürworter einer Frauenquote stützen sich auf Untersuchungen wie die jährlichen Women matter- Studien der Unternehmensberatung McKinsey, die dem »female factor« eine positive Wirkung zusprechen: Frauen führten anders und trügen dadurch wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei. Allerdings dürften sie keine Einzelkämpferinnen bleiben, weil erst das Zusammenspiel mehrerer Frauen die männlichen Entscheidungsmuster wirksam aufbrechen könne. Da sich aber die Zahl der Frauen in Führungspositionen in den letzten Jahren kaum erhöht hat, dringen die Befürworter nun auf eine Initialzündung durch eine befristete Quote für Aufsichtsräte und Vorstände.
Tatsächlich ist es gerade in Zeiten des Fachkräftemangels volkswirtschaftlich kaum nachvollziehbar, weshalb das große Potenzial weiblicher Bewerber nicht auf allen Hierarchieebenen genutzt wird. Wie der Schnitt ihrer Hochschulabschlüsse belegt, sind Frauen genauso gut wie Männer, vielfach sogar besser qualifiziert. Da wirkt es geradezu beschämend, dass Frauen in den Führungsetagen der 500 größten deutschen Unternehmen gerade einmal rund 2,4 Prozent der Posten besetzen.
Bei der Diskussion in Deutschland wurde aber bislang wenig beachtet, dass andere Länder nicht nur positive Erfahrungen mit dem Bevorzugungsinstrument der »umgekehrten Diskriminierung« gemacht haben. Egal, ob das Mittel wie in den USA affirmative action oder wie hierzulande Quote heißt: Es soll vergangene Ungleichbehandlungen und deren Folgen ausgleichen – durch neue Ungleichbehandlungen in der Gegenwart. Auch eine umgekehrte Diskriminierung ist eine Diskriminierung.
»Umgekehrte Diskriminierung« vertieft die Gräben
Zu einiger Berühmtheit ist in diesem Zusammenhang der Rechtsstreit Ricci gegen DeStefano in den USA gelangt. Um Personalverantwortung zu bekommen, strengte sich der Feuerwehrmann Frank Ricci besonders an. Trotz seiner Sprachschwäche bestand er den Eignungstest als einer der Besten. Und doch wurde ihm und 18 weiteren Feuerwehrmännern die Beförderung versagt und der Test für ungültig erklärt.
Die Begründung des Arbeitgebers: Im Test waren ausgerechnet diejenigen Personen durchgefallen, die durch affirmative action- Maßnahmen hätten begünstigt werden sollen – in diesem Fall Amerikaner afrikanischer Abstammung. Der Arbeitgeber fürchtete ihre Klagen, sobald er anderen (wenn auch qualifizierteren) Mitbewerbern den Vorzug geben würde – und benachteiligte dadurch ausgerechnet jemanden wie Frank Ricci, der besonders hart gearbeitet hatte. So werde das mühsam erkämpfte Gleichheitspostulat infrage gestellt, befanden auch die an dem Fall beteiligten Richter des Supreme Court.
Durch Frauenquoten werden gleich qualifizierte Männer allein aufgrund ihres Geschlechts zurückgesetzt. Dabei kann es passieren, dass die derart »umgekehrt diskriminierte« Gruppe den Anreiz, etwas zu leisten, verliert – der Erfolg scheint ihr ja von vornherein verwehrt, warum sollte sie sich also anstrengen. Diese Ungleichbehandlung führt daher auch fast zwangsläufig zu Animositäten zwischen den Bewerbergruppen. Genau die Unterschiede, die das Bevorzugungsinstrument eigentlich zu überwinden sucht, werden paradoxerweise noch betont und vertieft.
Den Erfolgen der begünstigten Gruppe wiederum haftet stets der fade Beigeschmack an, die Stellung durch Bevorzugung, nicht aber vorrangig durch Leistung erlangt zu haben.


Montag, 7. Februar 2011

Klassenreise wird erneut zur Prügelreise


Wieder rasten Schweizer Jugendliche auf Klassenreise aus

Berner Schüler überfallen Berliner Pärchen

BERLIN - Schon wieder sorgen Schweizer Prügel-Schüler für Schlagzeilen in Deutschland. Vier 18-Jährige aus dem Kanton Bern haben während ihrer Klassenreise in Berlin ein Pärchen beraubt und verletzt.

Aktualisiert um 09:12 | 06.02.2011
Die vier 18-Jährigen wurden von der Polizei vorübergehend festgenommen. Gegen sie läuft nun ein Strafverfahren wegen schweren gemeinschaftlichen Raubes.

Die vier jungen Männer stellten sich am frühen Freitagmorgen im Stadtteil Prenzlauer Berg einem 38-Jährigen und seiner 27-jährigen Freundin in den Weg und forderten Bargeld, wie die Polizei mitteilte. Den Mann traten sie von hinten zu Boden, auch die Frau wurde von den Jugendlichen attackiert und stürzte.

Prügel-Schüler versuchten zu fliehen

Der Mann verletzte sich beim Sturz am Knie. Erst nachdem die Männer sich entfernt hatten, bemerkte die Frau, dass ihr Handy und ihr Portemonnaie fehlten.

Die von dem Pärchen alarmierten Polizisten suchten die Gegend ab und entdeckten eine Gruppe, auf die die Beschreibung zutraf. Die Jugendlichen stritten zunächst alles ab, versuchten dann aber zu fliehen. Einer war jedoch nicht schnell genug und wurde von den Polizisten gefasst.

Wenig später machten die Beamten auch die mutmasslichen Mittäter ausfindig und stellten sie in ihrem Hostel. Die vier Männer stammen alle aus der Region Bern, wie ein Sprecher der Berliner Polizei am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Das Online-Portal der Berliner Zeitung «Tagesspiegel» schaltete die Meldung von dem Raubüberfall am Freitagabend auf, was einige Kommentare von Lesern auslöste. Darin wird auch auf den Fall der drei Schüler einer Berufswahlschule in Küsnacht ZH verwiesen, die auf einer Schulreise in München betrunken und unter Drogeneinfluss fünf zufällige Opfer verprügelt und getreten hatten.

Der Haupttäter wurde im November letzten Jahres wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung zu sieben Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die beiden Mittäter kamen mit deutlich geringeren Haftstrafen davon. (sda)

Schüler aus dem Kanton Bern überfallen in Berlin ein Pärchen (Symbolbild) (sda)
Schüler aus dem Kanton Bern überfallen in Berlin ein Pärchen (Symbolbild) (sda)
Video


Kommentar: Wer eine Klassenreise organisiert, müsste mit den Teilnehmern solche Vorfälle besprechen.  Ein Lehrer kann sicherlich nicht für alle Uebertritte verantwortlich gemacht werden. Bei Exkursionen und Reisen gibt es immer wieder Schüler, die sich nicht an Spielregeln halten. Aber es gibt verschiedenste Vorkehrungen, damit Klassenreisen nicht zu Prügelreisen verkommen:

- indem vorher eindeutige Spielregeln festgelegt werden

- indem bei Exkusionen die Gruppen nicht lange sich selbst überlassen werden

- Genaues Zeitprogramm

- Kontrollen

- Alkoholverbot



- Bei zweifelhaften Fällen - Ausschluss


Sonntag, 6. Februar 2011

Vertiefende Informationen zum  bevorstehenden Intensivseminar PRAESENTIEREN


Seminar

Präsentieren und"Oeffentliche Auftritte"





DAS WICHTIGSTE IN KUERZE

1. VORBEREITUNG




Vor dem Anlass die Aussagen (Argumente) nochmals gedanklich durchgehen. Ohne Manuskript!
- Welches ist die Kernaussage?
- Wie vermittle ich diese Kernbotschaft dem entsprechenden Publikum, damit sie ankommt?
Link:

Results 1 - 10 of about 109 from www.rhetorik.ch for vorbereitung. (0.11 seconds)
  1. Vorbereitung unter Zeitdruck

    Das bedingt eine besondere Vorbereitung, die auch unter Zeitdruck beherrschen weren müssen. Links zum Thema: Antizipieren, Zeitmanagement ... www.rhetorik.ch/Vorbereitung/Vorbereitung.html - Cached - Similar

2. KURZ VOR DEM AUFRITT


Sich lockern


Entspannt



Muskeln lockern - Kiefer - Zunge - Gesicht. Evt. auf die Brust trommeln.



3. NATUERLICH BLEIBEN


Sich nie so benehmen, wie man meint, dass es andere von mir erwarten. Niemanden imitieren.

Link:

  1. Natuerliche Kommunikation

    Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
  2. [PDF]

    IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Spiegels Video – sehr schnell, dass natürliche ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar


4. KEINE NEBENGEDANKEN



Viele überlegen sich, wohin mit den Händen. Weder an die Hände noch die Augen denken. Denken Sie an das Denken und sprechen Sie das Gegenüber an (einzelne Personen im Publikum). Wenn Sie ganz bei der Sache sind, können Sie sich unzählige Fehler leisten. Wer authentisch bleibt und adressatengerecht spricht, überzeugt.


5. EINE GEWISSE GRUNDSPANNUNG IST NOTWENDIG



Mit der Grundspannung ist der positive Stress gemeint. Wer jedoch Angst hat, nimmt sich eigentlich zu wichtig. Die Zuhörer setzen sich in erster Linie mit dem Inhalt der Botschaft auseinander. Nur Referenten, die verkrampft sind und sich sonderbar verhalten, werden zum Thema. Wer keine Spannung mehr hat, wirkt spannungslos, ist lendenlahm.


 
Vorwort für die Teilnehmer des bevorstehenden Intensivseminares:




Sie haben vielleicht schon Kommunikationsseminare besucht und kennen nicht nur die Grundlagen der Medienrhetorik und der Antworttechniken. Sie haben möglicherweise auch persönlich bereits konkrete schwierige Situationen vor Mikrofon und Kamera erlebt. Erfreulicherweise kann ich Sie für das bevorstehende Seminar entlasten. Weshalb?
Ich bin sicher: Die neuen Situationen im Medienseminar werden Sie vor allem deshalb leichter bewältigen, weil Sie die wichtigsten Werkzeuge kennen lernen, die Ihre Kommunikationsprozesse auch im Alltag vereinfachen:
Vor jedem Auftritt, jeder neuen Herausforderung werden Sie die Situation stets klären und Sie werden somit auch keine Hemmungen mehr haben, vor der Aufnahme Klärungsfragen zu stellen.
Weil Sie künftig nie mehr das o.k. zu einem Interview geben, ohne dass Sie sich physisch gelockert haben (Bin ich am Boden gut verankert? Sind alle Muskeln locker, entspannt? Atme ich ruhig und tief?) und Sie die negativen Folgen der Verkrampfung oder der Unterdrückung des Druckes erlebt haben haben Sie Bodenhaftung und werden in keine Falle tappen.
Weil sie ihre Kernbotschaft adressatengerecht abrufen, können und Sie stets gut vorbereitet sind. Denn Sie wissen bereits, dass Sie in Ihrem Fachgebiet ein kompetenter Spezialist sind und Sie vor jedem Auftritt die denkbaren Fragen antizipiert haben, die in der Luft liegen.
Weil sie sich nie mehr so benehmen, wie Sie meinen, dass es die andern von Ihnen erwarten.
Weil Sie nicht mehr beim Reden unnötigerweise an Ihre Augen, Hände oder Körpersprache denken, sondern sich nur noch aufs Zuhören und Denken konzentrieren. Das entlastet Sie enorm!
Weil Sie erfahren haben, das Authentizität heisst: Natürlich bleiben d.h. sich selbst sein dürfen!
Das kommende noch anspruchsvollere Seminar wird für Sie somit wesentlich einfacher werden als die letzten Coachings. Denn:

Sie können sich von allen Nebengedanken entlasten.



Damit wird es Ihnen auch leicht gelingen, sich im Mediensimulator auf der AU den ganzen Tag auf das WESENTLICHE zu konzentrieren. Ich wiederhole unser Motto:

In erster Linie konzentriert ZUHOEREN - WARTEN - DENKEN und sich hernach voll und ganz auf die Antwort fokussieren (Diese besteht immer aus nur einem Kerngedanken, der visualisiert werden muss). Das Publikum kann dadurch Ihren einfachen Gedanken sehen, greifen und damit besser begreifen.
Das Ausbildungsteam freut sich auf den spannenden Tag mit Ihnen. Bis bald!
Schwerpunkte und Fragen, die uns beschäftigen werden:
* Auf was legen Journalisten bei Befragungen besonderen Wert?
* Explorationstechniken
* Welche Stolperfallen gibt es bei unerwarteten Fragen?
* Wie kann sich eine Institutionen vor Falschaussagen schützen?
* Wie kann ich Druck und Lockerheit unter einen Hut bringen?
* Und noch einmal: VEREINFACHEN ohne zu VERFAELSCHEN! Konkret ANTWORTEN und dennoch bewusst LENKEN
Schwerpunkte beim Präsentieren:
* Bei Charts REDUZIEREN, REDUZIEREN
* Texte mit Bildern verknüpfen
Lesen Sie in rhetorik.ch den Beitrag (Navigation über das Inhaltsverzeichnis ABC) oder über die direkten LINKS:


  1. Präsentation

    Dialogisch präsentieren, Partner wechseln. Lautstärke, Je nach Situation unterschiedlich laut reden. ... Präsentieren heisst immer Mitempfinden. ... www.rhetorik.ch/Praesentation/Praesentation.html - 17k - Cached - Similar pages
  2. WICHTIGES erkennen

    Das Wichtige wurde nicht entsprechend präsentiert. ... Auch die Medienrhetorik bestätigt: Aussagen gilt es so zu präsentieren, dass das WESENTLICHE erkannt ... www.rhetorik.ch/Wichtig/Wichtig.html - 14k - Cached - Similar pages
und unter Rhetorik AKTUELL (11. Juni 08):

rhetorik.ch aktuell: Sinnvoll Kommunizieren

Sinnvoll Kommunizieren. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Wortwirkung · Wort und Bild. Wer so schreibt oder so redet, dass man das Gesagte mit den äusseren ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_11/index.html - 6k - Cached - Similar pages


Hausaufgabe:
Es wäre hilfreich, wenn Sie - falls möglich - ein Beispiel eines gelungenen Auftrittes mitbringen könnten. Ueberlegen Sie sich auch noch vor dem Seminar, wann und wo Sie demnächst ein Kurzreferat gehalten haben (Adressaten und Thema) --> Ueberlegen Sie: Warum hatten Sie Erfolg?
Bis bald!
Mit herzlichen Grüssen
Marcus Knill



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Anstelle einer ausgedruckten Dokumentation erhalten Sie hier einen
Internetbeitrag zum nachträglichen Studium:
Die STIMME beSTIMMT die STIMMUNG ________________________________________
von Marcus Knill
Bei der Wirkung und beim Phänomen des Ueberzeugens spielt die Stimme (der TON) eine zentrale Rolle. Bekanntlich gilt: "C'est le ton qui fait la musique". In Abänderung des Spruches "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" darf gesagt werden: "Die Stimme sagt mehr als viele Worte". Die Stimme (ohne Bild), beispielsweise am Telefon oder im Radio weckt erstaunlich viele Vorstellungen. Bei Zuhören werden Bilder geweckt. Nach der amerikanischen Wissenschafterin Sarah Partan sind auch bei der Tierwelt Laute wichtiger als körpersprachliche Signale.
Stimme und Glaubwürdigkeit



(Quelle des Bildes: Knill, Marcus: ,Beeinflussung-Manipulation-Propaganda)
Wahrscheinlich hat Hillary Clinton die Wahl mitunter verloren, weil ihre Stimme scherbelt. Obamas Stimme hingegen klingt wie Musik. Wenn es um Ueberzeugungsprozesse geht, spielt die Stimme eine zentrale Rolle. Spezialisten behaupten, dass die Stimme uns enorm viel verrät. Sie ist wie ein Lügendetektor.
Kriterien der Stimme
Nebst dem Klang sind es:
- Resonanz (wir können die Resonanzebene einordnen)
- Modulationsbreite (Kann gemessen werden)
- Atmungsgeräusche (sind am Mikrofon gut hörbar - Atemnot, Kurzatmung, Spannung)
- Registerübergänge
- Kieferöffnungsweite ( eng - signalisiert oft Stress - Spannung)
- Lippenspannung
Ich habe als Assistent bei Phoniater Dr. D. Padovani erkannt, dass sich psychische Befindlichkeiten auf die Stimmung und damit auch auf die Stimme auswirkt.



3D Diagramm der Stimme
Generell darf gesagt werden: Monotonie bei der Stimme ist nicht nur langweilig. Die monotone Stimme ist "tödlich" bei allen Dialogen und Präsentationen.
Der STIMMKLANG setzt sich zusammen aus:
LAUTSTERKE (laut/leise)
INTENSITAET (stark betonend, zurückhaltend) --> dynamischer Akzent
TONFALL (hoch/tief)
TEMPO (schnell/langsam)
TAKT (Rhythmus) ---> Rhythmischer Akzent
TONART (fröhlich, offen, melancholisch, traurig, getragen)
Beim Coaching achten wir darauf dass die natürliche Stimmlage nicht verstellt wird. Wir müssen die persönliche Indifferenzlage herausarbeiten Messungen zeigen, dass in Stresssituation die Stimme bis zu einer Oktav nach oben springt. Bei einer Verstärkeranlage, im Radiostudio oder am Telefon ist es wichtig, dass wir im Kammerton sprechen und nicht so, als müssten wir auf dem Kasernenhof ohne Verstärkeranlage schreien.
Etwas von Wichtigsten ist der Start


Locker geerdet dastehen oder sitzen und lernen wie man eine Vollatmung macht. Viele Redner machen atmen falsch (Hochatmung).
LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell: Die Stimme als Marke

    21. Mai 2006 ... Wahrnehmungstests zeigen, dass die Stimme einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation leistet. Bei Präsentationen vor einem Publikum trägt sie ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/05_21.html - Cached - Similar pages
  2. Kraftvolle Stimme - vage Aussagen

    Kraftvolle Stimme - vage Aussagen. von Marcus Knill. Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_06/persoenlich.html - Cached - Similar pages
  3. rhetorik.ch aktuell: Kraftvolle Stimme - vage Aussagen

    2. Aug. 2006 ... Dazu kam, dass Doris Leuthard mit lauter, kraftvoller Stimme (ständig "mit Power"- ohne Variationen) sprach. Die Lautsprecher standen vor ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_02.html - Cached - Similar pages
  4. rhetorik.ch aktuell: Reden mit heiserer Stimme

    Kommentar: Christoph Blocher hätte mit der kaputten Stimme besser nicht geredet und die Sendung verschoben. Der Auftritt der Ehefrau war auch nicht ... www.rhetorik.ch/Aktuell/08/01_13/index.html - Cached - Similar pages
  5. Menschenkenntnis

    Äusseren Merkmalen wie Mimik, Stimme, Körpersprache, oder Gesichtszügen wird .... Blick, Gestik, Stimme und Mimik stimmen überein und der Körper spricht ... www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis.html - Cached - Similar pages
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Zur KOERPERSPRACHE



LINKS:

  1. Blickkontakt als Kommunikationsbrücke

    7. Jan. 2007 ... Die wilde "Scheibenwischertechnik", bei der ein Redner sich bemüht, möglichst alle Leute anzuschauen, indem der Blick ständig hin und her ... www.rhetorik.ch/Blickkontakt/Blickkontakt.html - Cached - Similar pages
    1. Menschenkenntnis

      Äusseren Merkmalen wie Mimik, Stimme, Körpersprache, oder Gesichtszügen wird viel Bedeutung zugemessen. Verraten Signale, wie Menschen tatsächlich sind? ... www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis.html - Cached - Similar pages
    2. Erster Eindruck

      15. März 2007 ... In vielen Ratgebern wird der Kleidung, Frisur und Körpersprache grosse Bedeutung zugemessen, davon ausgehend, dass das Äussere bedeutende ... www.rhetorik.ch/Erstereindruck/Erstereindruck.html - Cached - Similar pages
    3. Ist Menschenkenntnis lernbar?

      10. Aug. 2000 ... Wenn wir offene Sinne und ein waches Auge für die Signale und Kommentare unserer Körpersprache haben, können viele Gespräche und Begegnungen ... www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis1.html - Cached - Similar pages
    4. rhetorik.ch aktuell:

      8. Juni 2003 ... Diese neue Analyse der Körpersprache des bekannten Politikers ... In der Regel ist die Körpersprache tatsächlich aussagekräftiger und ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_08_2003.html - Cached - Similar pages
Zur Körpersprache einer Kanzlerin:

Politikerportraits

Politikerportraits. ... Ausstellungstext, Politiker Portraits, DRS2, 1. November 2008, Redaktion: Karin Salm. Ausstellung im Museum für Gestaltung in ... www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html - Cached - Similar pages


Anstatt die Körpersprache zu trainieren:


Trainieren Sie Ihre Wahrnehmungsfähigkeit mit folgender BEOBACHTUNGSUEBUNG

1. Schritt:

 


Beobachten Sie eine andere Person genau, wie sie geht, sitzt oder steht!
2. Schritt:



Fragen sie sich: Welcher Eindruck, welche Wirkung, hat die Körperhaltung der Person, deren Körperhaltung sie beschrieben haben?
3. Schritt:



Ziehen sie Schlüsse daraus. Damit sie die Einstellung dieser Person besser nachvollziehen können, ahmen Sie die Stellung dieser Person bewusst nach. Sie werden möglicherweise auf diese Weise herausfinden, mit welcher Einstellung die beobachtete Person kommuniziert. (Die Einstellung wirkt sich bekanntlich auf die Stellung des Körpers aus und umgekehrt!)
4. Schritt:



Diese Selbstbeobachtung dürfen Sie keinenfalls während eines echten Auftrittes oder eines echten echten Dialoges machen (Sie wären sonst nicht mehr 100 prozentig beim Kommunikationsprozess)! Beobachten sie ab und zu ihre Körperhaltung:
FUESSE
BEINE
BECKEN
RUMPF
ARME
HAENDE/FINGER
KOPFHALTUNG




Dank dieser Ueberprüfung erkennen sie rechtzeitig allfällige negative Verhaltensweisen und können so ihre Haltung immer wieder selbst korrigieren, bevor sie sich Negatives angewöhnt haben.

Samstag, 5. Februar 2011

Zur Problematik der beschönigten Arbeitszeugnisse


Der Eiertanz ums Arbeitszeugnis


H. S., der in neun Heimen 114 Kinder missbrauchte, bekam immer gute Arbeitszeugnisse. Diese dürften ja nicht schlecht sein, wehren sich Heimleiter. Stimmt nicht, sagt der Arbeitsrechtler. 
(aus TAGI):
Welches Arbeitszeugnis darfs denn sein? Weil Arbeitgeber Konflikte scheuen, geben sie tendenziell gute Noten.


Welches Arbeitszeugnis darfs denn sein? Weil Arbeitgeber Konflikte scheuen, geben sie tendenziell gute Noten.
Bild: Keystone



«Man kann den Wert solcher Zeugnisse durchaus hinterfragen»: Arbeitsrechtsexperte Roger Rudolph.

«Das Zeugnis muss ja grundsätzlich positiv geschrieben sein (…) es ist nicht zulässig, dass man im Zeugnis schlechte Sachen erwähnt», sagte der Co-Leiter des Heimes St. Martin im bernischen Oberthal, Hans-Jörg Lory, zu «10vor10». Der Vorgesetzte ist mit dieser Meinung nicht allein, auch wenn sie falsch ist. Sein Berufskollege vom Haus Christophorus im welschen Renan, Florian Gantenbein, rechtfertigte ein gutes Zeugnis trotz schlechter Erfahrungen mit dem Mann so: «Man kann das nicht ausdrücken, das ist die Form des Zeugnisses.» H. S. war im Haus Christophorus aufgefallen, weil er in einem Fall ein Kind ohrfeigte.


Die beidenHeimleiter sitzen einem weit verbreiteten Irrtum auf. Nur wenige Arbeitgeber wagen es, negativ formulierte Arbeitszeugnisse auszustellen, wie Arbeitsrechtler Roger Rudolph im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnetz erklärt.


Herr Rudolph, dürfen Arbeitgeber nur positiv formulierte Arbeitszeugnisse ausstellen?
Nein. Das trifft nicht zu. Es ist aber leider eine recht verbreitete Unsitte.


Warum ist das so? 


In vielen Fällen wollen sich die Arbeitgeber einfach keine Probleme einhandeln. Dies ist bis zu einem gewissen Grad auch verständlich, denn die Sache ist klar: Je wohlwollender das Arbeitszeugnis formuliert ist, desto geringer ist das Risiko, dass man sich damit Ärger einhandelt. Keiner will wegen einer Zeugnisstreitigkeit vor dem Richter landen. Das lohnt sich für die Beteiligten in der Regel nicht.
Was sind denn die Regeln an welche sich der Arbeitgeber beim Ausstellen des Arbeitszeugnisses halten muss?
Es gibt gewisse Grundsätze im Zeugnisrecht. Die findet man nicht im Obligationenrecht. Sie sind von den Gerichten in der Rechtsprechung entwickelt worden. Wichtig ist zum Beispiel der Grundsatz der wohlwollenden Beurteilung. Das heisst, das Zeugnisse, da sie den Arbeitnehmern das Fortkommen erleichtern sollen, in der Tendenz positiv formuliert sein sollen…
… aber?
Noch wichtiger ist der Grundsatz der Zeugniswahrheit. Dieser Grundsatz steht über allem. Sobald etwas ein gewisses Gewicht hat und für Leistung oder Verhalten der betreffenden Person charakteristisch ist, hat der Arbeitgeber das Recht, aber auch die Pflicht, das zu vermerken. Wenn also ein Arbeitgeber generell sagt, man kann und darf nicht negative Aspekte in ein Arbeitszeugnis bringen, ist diese Aussage falsch.


Wo sind die Grenzen beim Erwähnen von negativen Merkmalen?


Die Frage hier ist, ob etwas ausreichend Gewicht hat, um im Arbeitszeugnis als negativ vermerkt zu werden. Einmal blau machen reicht dazu natürlich nicht.


Die Meinung ist immer noch weit verbreitet, Arbeitszeugnisse dürften gar keine negativen Beurteilungen enthalten.


Das stimmt. Ich stelle aber eine gewisse Tendenz weg von dieser Praxis fest. Es gibt vermehrt Arbeitgeber, welche das Wahrheitsgebot ernster nehmen, auch wenn sie mit der Aufnahme negativer Aspekte ins Arbeitszeugnis einen Rechtsstreit in Kauf nehmen müssen. Es ist aber noch immer eher die Ausnahme.

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Es besteht also die Gefahr, dass ein Arbeitgeber, der jemanden einstellen will, durch das Arbeitszeugnis getäuscht wird?


Das ist tatsächlich so. Der alte Arbeitgeber halst dem neuen Arbeitgeber im schlimmsten Fall das Risiko auf, dass dieser bei der Einstellung getäuscht wird.


Sie sprachen zuvor von der Pflicht des Arbeitgebers, gewichtige Negativpunkte ebenfalls zu erwähnen. Was droht, wenn das wider besseres Wissen nicht geschieht?


Nehmen wir ein Beispiel. Ein Bankangestellter hat Geld am Arbeitsplatz veruntreut und muss in der Folge die Firma verlassen. Nun ist der Arbeitgeber verpflichtet, das im Arbeitszeugnis zu vermerken. Tut er das nicht und beim neuen Arbeitgeber kommt es erneut zu einem solchen Vorfall, so riskiert der alte Arbeitgeber, dass er vom neuen zur Verantwortung gezogen wird. Das Problem dabei ist, dass solche Fälle oft nicht nachzuweisen sind. Es gibt bis heute nur ganz wenige Urteile, in denen es zu Sanktionen kam.


Auch wenn Sie leichte Veränderungen bei der Praxis mit der Ausstellung von Arbeitszeugnissen feststellen. Es bleibt beim Eiertanz. Machen denn Arbeitszeugnisse so überhaupt Sinn?


Teilweise muss ich ihnen recht geben. Mann kann den Wert solcher Zeugnisse durchaus hinterfragen. Verwendung sehe ich trotzdem. Etwa im Sinn eines ersten Eindrucks oder als Triage bei zahlreichen Bewerbern. Für eine genaue Analyse des Bewerbers reicht ein solches Zeugnis natürlich nicht. (Tagesanzeiger.ch/)

 LINK:

Zeugnissprache

Arbeitszeugnisse enthalten mehr Information als ein erster Blick zeigt. .... GRUNDSATZ DES WOHLWOLLENS, Das Arbeitszeugnis soll dem Arbeitnehmer das ...
www.rhetorik.ch/Zeugnis/Zeugnis.html - Cached - Similar




Kommentar:



Arbeitszeugnisse sind meist schön gefärbt: Deshalb sollte der neue Arbeitgeber beim alten per Telefon zusätzliche Informationen einholen.

Werden im Arbeitszeugnis Mängel erwähnt, so müsste der  Mitarbeiter vorher schon einmal schriftlich gerügt worden sein  (Brief oder im Protokoll des Mitarbeitergespräches). Es ist es nicht haltbar, plötzlich Negatives im Zeugnis zu vermerken.

Ein Arbeitszeugnis sollte auch etwas über das Arbeitsverhältnis aussagen, nicht (nur) über den Angestellten. Bei Kündigung ist dieses Verhältnis oft schlecht - und genau das gehört nicht ins Arbeitszeugnis!

Wenn man Informationen einholt, muss berücksichtigt werden, wäre es ein Fehler zu glauben, ehemalige Arbeitgeber oder Kollegen würden immer nur die Wahrheit sagen.

Ein Arbeitszeugnis dient in erster Linie dazu festzustellen, wie lange jemand in einer Anstellung war und was er dort für Aufgaben hatte. Alles weitere erfährt man über Referenzen. Und wenn jemand keine Referenzen angibt, dann sagt das mehr über ihn aus, als ein schlechtes Zeugnis...

Leider zeigt die Praxis: Die Mehrheit meiner Klienten mit ungenügenden Leistungen nehmen sehr rasch einen Anwalt oder zumindest einem Gewerkschaftsekretär, um ein zu gutes Zeugnis zu erwirken. Sie sind bereit, dafür den Weg durch alle Instanzen zu gehen. Dieses Problem gilt es  zu berücksichtigen.

Es ist somit verständlich: Der Arbeitgeber will will sich keine weitere Probleme aufhalsen! Deshalb gibt er ein gutes Zeugnis. Man hat so den Mitarbeiter los. Das hat für ihn den Vorteil, dass sich die Konkurrenz nachher mit diesem schwierigen Fall auseinandersetzen muss.

Ich kenne Arbeitgeber, die vom Arbeitsgericht gezwungen worden sind, ein positives Arbeitszeugnis auszustellen. Eine Arbeitsbestätigung wurde gar verweigert. So löst man das Problem elegant: Der Angestellten darf mitunter sein Arbeitszeugnis selber ausstellen. Dann gibt es keine Probleme mehr.

In einem Zeugnis sollte vor allem erwähnt werden, was der Arbeitnehmer kann. Es geht nicht darum, zu schreiben, was er nicht kann. Was geschrieben wird muss wahr sein. ABer man muss nicht alles schreiben, was wahr ist.
Für den Arbeitgeber sind Zeugnisse mit nicht guten Bewertungen vor den Richtern bis hin zum Bundesgericht - welche zunehmend von den Arbeitnehmern fast gratis (Rechtsschutz-Versicherungen) angerufen werden - kaum durchzusetzen. Eine schlechte Leistung gar aufzuführen oder als Kündigungsgrund zu nennen, führt bereits in 1. Instanz zum Abflug und Büssung des Arbeitgebers.

Die Problematik mit Zeugnissen, die verlässlich sind, beginnt schon in der Volksschule. Es gibt Kantone, da wird es den Lehrern untersagt, disziplinarisches Fehlverhalten  oder unerlaubtes Fernbleiben zu notieren. Deshalb müssen wir uns nicht wundern, dass Zeugnisse nicht mehr ernst genommen werden und Firmen eigene Tests vornehmen.