Donnerstag, 30. Dezember 2010

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte


Der Modebranche gefiel dieses Bild nicht. Es ist deshalb verständlich, dass der Tod dieses magersüchtigen Models wochenlang verschwiegen wurde. Dennoch zweifle ich daran, dass sich junge Frauen überzeugen lassen, dass "Magersein" nichts mit Schönheit zu tun hat.





2007 posierte Isabelle Caro nackt. Das Schockbild machte sie zur tragischen Berühmtheit. (Foto: Keystone)











Nachtrag aus 20 Min:



Sie hungerte, verlor Kilo um Kilo – und der Tod kam näher. Bis sie vor einem Jahr noch knapp 31 Kilo bei 1.64 Meter Körpergrösse wog. Für Caro jedoch war die Magersucht sowohl Fluch als auch Segen. Denn erst durch eine Kampagne, fotografiert von Oliviero Toscani, erlangte sie den Ruhm, nach dem sie sich sehnte. Ihre Magersucht war ihr Kapital. Sie hielt Vorträge, bekam Model-Aufträge, schrieb ein Buch über ihre Leiden – ohne Magersucht kein Erfolg. Ein Teufelskreis.
Nur das Sterben blieb bei Caro privat. Sie schied im engsten Familienkreis aus dem Leben. Erst vier Tage später verkündeten Freunde via Facebook ihren Tod. «Sie kam vor 15 Tagen ins Krankenhaus. Zum Schluss war sie sehr müde», bestätigt Vincent Bigler, ein Freund der Verstorbenen, gegenüber «20minutes» den Tod von Caro.

Fussgänger könnten von einer Erfindung profitieren, doch ...


Mit Reflektoren vor Fussgängerstreifen will Hermann Burger Leben retten – und kämpft seit 14 Jahren erfolglos gegen die staatliche Bürokratie.

Quelle Tagi:
Nacht, Nässe und Gegenverkehr in Hausen a.A.: Die Reflektoren verbessern die Sichtbarkeit des Zebrastreifens markant.

Nacht, Nässe und Gegenverkehr in Hausen a.A.: Die Reflektoren verbessern die Sichtbarkeit des  Fussgängerstreifens (Zebrastreifens?) markant.
Bild: PD
Erfinder Hermann Burger aus Herrliberg war nahe dran aufzugeben. (Bild: Beat Marti)



Er ist ein Besessener, hat bald sein ganzes Vermögen verbraten und ist kurz vor dem Aufgeben: Hermann Burger aus Herrliberg (73), Werber und Erfinder. Der grosse, starke Mann mit der Energie eines Pferdes vergisst seine gute Kinderstube, wenn er auf die fünf schweren Unfälle auf dem Fussgängerstreifen vor Weihnachten angesprochen wird. «Saucheibe» und «Schleimscheisser» seien sie, das ganze Pack. Er spricht von Beamten, Verbänden und Politikern. Burger ist überzeugt, dass er das Produkt hat, um die Unfallrate auf fussgängerstreifen zu senken. Doch gegen die «ganze Mafia» komme er allein nicht an.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Calmy-Rey versteht es einmal mehr, zu irritieren und anzuecken

Erneut tappt die angehende Bundespräsidentin ins  Fettnäpfchen.
Ihre angeblich originelle Neujahrskarte gibt heute Stoff zu Missverständnissen.
Bei Kommunikationsprozessen befürworte ich seit Jahren die Bildrhetorik.
Doch müssten wir  Bilder so konkret vermitteln, dass der Empfänger die  Aussage möglichst eindeutig versteht und nicht falsch interpretieren kann. Wer mehrdeutige Bilder verwendet, muss sich nicht wundern, wenn sich der Empfänger das aussucht, das er will.
Die Neujahrskarte der umstrittenen Bundesrätin mit den Frauenbeinen, den Stöckelschuhen, die Kugeln zertritt, ist nach meinem Dafürhalten sehr schlecht gewählt. Denn dieses Bild ist ein Steilpass für all jene, die sich an die Pleiten und Pannen  der Bundesrätin orientieren. An ihrer historisch schlechten Wahl, all den fragwürdigen Medienauftritten usw. Die früher so beliebte Micheline Calmy- Rey verstand es immer wieder, in Fettnäpfchen zu treten und hat leider nicht nur  im Parlament mit ihrem unkollegialen und misstrauischen Verhalten - jüngstes Beispiel ist das Fotoverbot  - zu viele vor den Kopf gestossen (Parlamentarier, Medien, Oeffentlichkeit usw.) Wir verweisen auf ihr Verhalten nach die jüngste Wahlschlappe.
Micheline Calmy-Rey versteht es immer wieder, aus der Reihe zu tanzen, aufzufallen und vor allem jegliche Kritik an sich abprallen zu lassen. Ich habe mich um gefragt und habe das Bild verschiedenen Personen gezeigt.
ECHO: Typisch Calmy - Rey: Sie tritt auf Kugeln (d.h. wieder einmal in Fettnäpfchen). Calmy-Rey benimmt sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Oder: Die Karte verwundert mich nicht: Typisch MCR. Wenn sie nur auffällt. Wichtig ist, dass von ihr geredet wird. usw. Die Echos waren  mehrheitlich negativ.


Ich zitiere 20 Min:

Calmy-Rey eckt mit ihrer Neujahrskarte an

Micheline Calmy-Rey sorgt erneut für eine Kontroverse: Ihre Neujahrskarte zeigt nicht wie üblich ein Weihnachtssujets, sondern ein Paar Frauenbeine in High Heels, die silberne Weihnachtskugeln auf einem roten Teppich zertreten

storybild

Micheline Calmy-Rey tanzt mit ihrer Neujahrskarte aus der Reihe.



Unter dem Bild steht der Spruch: «Die Welt ist zerbrechlich. Tragen wir ihr Sorge!» Das Bild stammt aus einem Film der Schweizer Künstlerin Sylvie Fleury.

«Ich sehe eine Frau, die sauer ist auf die Menschen, die Männer und die Religion», so das Fazit des welschen Publizisten Jean-Henri Francfort in «Le Temps». Calmy-Rey habe einen schlimmen Kommunikationsfehler begangen. Auch SVP-Nationalrat Lukas Reimann ärgert sich: «Die Karte ist eine ­Frechheit: Frau Calmy-Rey ­kokettiert mit dem Scherbenhaufen, den sie angerichtet hat.» Julia Gerber-Rüegg, Co-Präsidentin der SP-Frauen Schweiz, versteht die Aufregung nicht: «Das Bild ist originell! Es zeigt auf, dass die Welt auch an der Gier nach Luxus zerbrechen kann – was die High Heels und die Kugeln schön symbolisieren.»


Kommentar:


Vielleicht macht uns das Bild bewusst, dass Micheline Calmy- Rey die  Kritik von allen Seiten hart getroffen haben muss und sie nun gleichsam als Selbstschutzbehauptung die Schuld am Scherbenhaufen auf andere abzuwälzen versucht. Mit ihren Schuhen scheint sich ihre aufgestaute Wut auf..... zu entladen. Aufschlussreich wäre eine tiefenpsychologisch Analyse der Neujahrskarte in ROT! Das Bild sagt wahrscheinlich sehr viel mehr aus über den emotionalen Zustand der künftige Bundespräsidentin, als es Otto-Normalverbraucher wahr haben will. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Profi Berater der Politikerin dieses provozierende mehrdeutige Bild "aufgeschwatzt" hat. Vielleicht bleibt Micheline Calmy-Rey baratungsresistent. Ich vermute, dass auch die jüngste Kritik  die neue Bundespräsidentin in gewohnter Manier ausblenden wird. Wir können somit schon bald mit einer nächsten Kommunikationspanne rechnen.


 


Nachtrag TAGI:

Ein klares Statement
Dass eine Politikerin, die auf dem diplomatischen Parkett bisher wenig durch Feinfühligkeit aufgefallen ist, auf die Zerbrechlichkeit der Welt aufmerksam macht, mag tatsächlich eine Provokation sein. Genau so, wie wenn sie, die mit der Kollegialität – gelinde gesagt – Mühe zeigt, in einem Interview ein Hohelied auf die Konkordanz singt. In Fleurys Original-Video steht aber nicht die Zerbrechlichkeit im Zentrum, sondern vor allem die Lust an der Zerstörung. Dass die Frau in Highheels auf die Kugeln tritt, ist kein Unfall, sondern eine bewusste Tat, die so oft wiederholt wird, bis die gesamte Weihnachtsidylle in Tausende von Stücken zerbrochen ist.
Das Sujet passt hervorragend zu Calmy-Rey. Die Widersprüche, Fehltritte aber auch die Eleganz der Genferin kommen darauf perfekt zum Ausdruck. Eine solche Karte ist kein Kommunikationsfehler. Die Karte ist ein klares Statement, dass Calmy-Rey ihre Politik und ihre Art trotz aller Kritik unbeirrt weiterführen wird. Und klare Statements sind immer besser als dekorative Nullaussagen.



Auch dieser Kommentator teilt meine Prognose, dass die Bundespräsidentin trotz aller Kritik in ihrer Art unbeirrt so weitermacht, wie bisher.



Rekordverschuldung in Deutschland



Die Kommunen stecken in der Schuldenfalle

 Weil man gewisse Bereiche vom Sparen ausklammern will und die Sozialaufwendungen  nicht angetastet werden wollen, gibt es bereits Alarmsignale.
Einmal mehr ist der Ruf nach Staatshilfe  zu hören, wohlwissend dass  auch der Bund verschuldet ist.



Ich zitiere den SPIEGEL:


 

Rekordverschuldung

Kommunen warnen vor dem Kollaps

Kinder in einer Kita in Osnabrück: Ausbau der Kita-Plätze wegen klammer Kassen in Gefahr
Zur Großansicht
dpa
 Ausbau der Kita-Plätze  in Gefahr

 
Die Kommunen schlagen Alarm: Die Kassenlage von Städten und Gemeinden ist so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Jetzt soll der Bund helfen.

Berlin - Die deutschen Kommunen stecken in der Schuldenfalle. Für dieses Jahr rechnet der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) mit einem Minus von elf Milliarden Euro. Auch 2011 erwartet der kommunale Spitzenverband ein Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe. "Der wirtschaftliche Aufschwung kommt in den Kassen der Kommunen nicht an", sagte Verbandspräsident Roland Schäfer. "Der Wirtschaft geht es besser, den Kommunen geht es schlechter." Sie seien in der schwersten Finanzkrise seit Gründung der Bundesrepublik.

Die Gemeinden seien chronisch unterfinanziert und wegen steigender Sozialkosten am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, sagte Schäfer. Er prophezeite bereits bis 2014 hohe Defizite.  Denn viele überschuldete Gemeinden stünden unter der Aufsicht von Behörden. Bürgermeister und Räte könnten nichts mehr entscheiden und fühlten sich überflüssig.


Städtetag sieht Ausbau der Kita-Plätze gefährdet

 
Vor allem Sozialausgaben belasteten die kommunalen Haushalte. Allein in diesem Jahr seien es mehr als 41 Milliarden Euro, berichtete Verbandspräsident Schäfer. Vor zehn Jahren seien es noch 26 Milliarden Euro gewesen. Diese Entwicklung bringe die Kommunen an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit.


Um die Ziele bis zum Kindergartenjahr 2013/14 zu erreichen, müssten etwa jeden Monat noch zwischen 8000 und 11.500 Plätze geschaffen werden. Nach Schätzungen des Städtetages müssen dafür sechs bis neun Milliarden Euro investiert werden. Dabei sind die vom Bund für Investitionen bereitgestellten 2,15 Milliarden Euro bereits abgezogen. Nicht berücksichtigt sind in diesen Summen die Kosten für den laufenden Betrieb.


Kommentar: Jene Kreise, die nicht bereit sind, überall den Sparhebel anzusetzen und partout nicht  einsehen wollen, dass wir derzeit nicht mehr einfach alle Wünsche und Bedürfnisse mit zusätzlichen Steuern und Hilfe vom Bund erfüllen können, werden bald erleben, dass sich ein verschuldeter Staat  auch zu Tode verausgaben kann. Weshalb darf der Ausbau von Kitaplätzen nicht vorübergehend aufs Eis gelegt werden dürfen? Solange es Schonbereiche gibt, wird sich Deutschland nicht aus der Schuldenfalle befreien können.

Dienstag, 28. Dezember 2010


MEDIENKOMMUNIKATION

 ZUM UMGANG MIT FERNSEHEN, RADIO UND PRINTMEDIEN.

Ziel unseres Coachings:
  • bei Medienauftritten überzeugen
  • die Kern - Botschaft glaubwürdig präsentieren
  • dank Echtheit, Natürlichkeit--> Sympathie ausstrahlen
  • den Eu-stress (Lampenfieber) als Kraft nutzen
K+K bietet:
 
  • Ein professionelles massgeschneidertes Caoching mit erfahrenen, pädagogisch und psychologisch kompetente Sparringpartner ( Profi-Journalisten)

  • bewährte Werkzeuge  im Umgang mit Medien
  • prozessorientiertes Videofeedback (u.U. in einem  Studio)
  • effektive Kommunikationstrategien
  • massgeschneidertes individuelles Coaching für Einsteiger und Spitzenkräfte
  •  
     








Schwimmen lernen wir bekanntlich nur im Wasser und nicht mit einer theoretischen Anleitung.


























Auch die  ungewohnte Situation in Studio mit grellen Scheinwerfern, Hitze, Schminke, die Equipe mit Aufnahmeleiter, Technikern usw.  Vor allem der Zeitdruck - noch 15 Sekunden, rotes Licht, die erste Frage … und es gilt ernst. Dieser Druck  macht es nicht einfach, trotz der Spannung locker und natürlich zu reden.  In solchen LIVE- Situation - vor allem bei Ueberraschungen gelassen zu bleiben - bedarf  einer Gewöhnung an das Ungewohnte. Ohne Training geht es nicht. Es ist auch für Sie möglich, trotz der ungewohnten Stress- Situation im Studio, natürlich zu reden. Wir müssen dies jedoch zusätzlich lernen - so wie das Lesen und Schreiben. Wer vor Kamera und Mikrofon Theater spielt, wird vom Publikum rasch entlarvt. Die Kamera macht jede noch so kleine Regung in Ihrem Gesicht transparent. Wer aber gelernt hat, sich nicht ablenken zu lassen, wird überzeugen. Dank der Einstellung stimmt die Stellung des Körpers - auch die Stimme - automatisch mit der Botschaft überein.





Training heisst: Sich an den Stress zu gewöhnen, bis man so reden kann, wie  bei einer privaten Plauderei mit einer Kollegin.



 Drei Geschäftsleute machen Kaffeepause 


Wenn man Medienprofis im Fernsehen zuschaut, scheinen diese oft so entspannt, wie beim Small-Talk unter Kollegen.


Diese Souveränität ist meist das Ergebnis  einer langen professionellen Vorbereitung.   Es tönt zwar paradox, dennoch es ist so: Auch wer ein Hochschulstudium absolviert hat, muss lernen, in einer ungewohnten Situation so locker zu reden, wie bei einer Plauderei am Esstisch.    Theorie und Fachliteratur lesen genügen leider nicht, im Simulator zu bestehen, um dort  die Spannung in produktive Energie umzusetzen, damit unsere Antworten, Voten, Statements kurz und konkret auf den Punkt gebracht werden können. Es geht leider nicht ohne  konkretes ERLEBEN!




Mediengerechtes Auftreten heisst im Grunde genommen, vom Gegenüber  verstanden zu werden und das Publikum  zu überzeugen.


Es ist übrigens  auch für Profis ein MUSS, sich regelmässig im Simulator spiegeln zu lassen. Denn jeder Mensch gewöhnt sich Marotten an. Dank  erfahrener Coachs werden uns diese blinden Flecken bewusst, die wir uns angewöhnt haben. So wie Könige Hofnarren gehalten haben, nutzen heute Führungskräfte auch auf oberster Ebene Berater, welche neue blinde Flecken offen aufdecken, ohne sie zu  beschönigen.











K+K macht Sie mit unterschiedlichen Medienkontexten vertraut. Sie  lernen, Ihre Kernbotschaften adressatengerecht auf den Punkt zu bringen. Wir simulieren  schwierige Situationen praxisorientiert (auf Wunsch im Studio) und arbeiten in diskreter und entspannter Atmosphäre.
Die Medienkonsumenten langweilen sich heute extrem schnell.  Es muss uns deshalb stets gelingen,   die Aufmerksamkeit der Leser, Zuhörer oder Zuschauer zu gewinnen.

Unsere Seminare basieren auf den Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie, der Wirkungsforschung und Gehirnforschung.  Sie erhalten  einen leicht handhabbaren Handwerkskoffer, der Ihre Auftritte  (auch bei Präsentationen und Meetings) nachhaltig verbessern hilft.



Montag, 27. Dezember 2010

Calmy Reys Fotoverbot: Sturheit oder Angst vor unvorteilhaften Bildern?


Das hat es angeblich in der Schweiz noch nicht gegeben, dass Fotografen bei der Aufzeichnung der Neujahrsansprache der Zutritt verweigert wurde. Von Angela Merkel weiss ich, dass sie die Fotos vor der Veröffentlichung begutachten will. Doch in der Schweiz ist das Fotoverbot neu.  Die umstrittene Bundespräsidentin begründet das Verbot mit formalen Fehlern.



teaser image



Ich zitiere TAGI und 20 Min:




Formale Fehler


Micheline Calmy-Rey verbietet Fotos

Von der traditionellen Neujahrsansprache der künftigen Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey wird es keine Pressebilder geben. Das EDA schickte die Fotografen wieder nach Hause.

storybild Das wollte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey dieses Jahr nicht sehen: Bilder, die die Aufzeichnung der Neujahrsansprache zeigen. Im Bild die diesjährige Bundespräsidentin Doris Leuthard am 28. Dezember 2009 in ihrem Büro. (Bild: Keystone)

Was die Fotografen der Fotoagenturen Reuters, EQ-Images und Keystone am Mittwoch in Bern erlebt haben, erschien ihnen wie ein schlechter Scherz. Sie wollten wie üblich Bilder von der Bundespräsidentin bei der Neujahrsansprache machen, die in Bern im Voraus aufgezeichnet wurde. Doch von der diesjährigen Ausgabe mit Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des Aussendepartements EDA, wird es keine Fotos geben. «EDA-Mediensprecher Lars Knuchel hat uns keine Erlaubnis erteilt», sagt Lukas Lehmann, Fotograf von Keystone.
Das Vorgehen der Fotoagenturen war dem EDA nicht genehm. Offenbar fühlte sich der Mediensprecher von den Fotografen übergangen, obwohl diese ihn zwei Tage vorher informiert hatten. «Wir haben unsere Anfrage ans Schweizer Fernsehen gerichtet und das EDA lediglich über unsere Anwesenheit in Kenntnis gesetzt», so Lehmann. Den Fotografen teilte Knuchel mit, dass man auch ans EDA eine Anfrage hätte richten müssen. So kurzfristig war Micheline Calmy-Rey offenbar nicht bereit, sich nebst Filmaufnahmen auch auf Bildkameras einzustellen. «Die EDA-Chefin wollte sich auf die Aufnahme dieser wichtigen Botschaft an die Schweizer Bevölkerung konzentrieren», heisst die offizielle Stellungnahme aus dem EDA.


Das kleinliche Geplänkel über korrektes formales Vorgehen irritiert – zumal es die Fotografen bisher immer so gehalten haben und bei den anderen Bundesräten damit keinerlei Probleme hatten. «Es geht um Bilder, die die ganze Nation auch am Fernsehen sehen kann», sagt Lukas Lehmann.
Bei Keystone kann man sich nicht erinnern, dass es jemals zuvor ein solches Bildverbot gegeben hätte. «In den letzten Jahren war es selbstverständlich, dass wir von der Neujahrsansprache Aufnahmen machen.»

Kommentar:

Das sonderbare Verhalten kann ich mir nur damit erklären, dass Calmy-Rey Angst hat, nach der Denkzettelwahl unvorteilhaft abgebildet zu werden. Dass der vordergründige Charme der früher so beliebten Magistratin verloren ging, muss sie verletzt haben, obschon sie nach der Schmach der Wahl die Schlappe völlig ignoriert hatte. Ich beanstandete damals die mangelnde SELBSTKRITIKFAEHIGKEIT der Bundesrätin. Journalisten, Politiker und die Oeffentlichkeit haben erkannt, dass es hinter der Fassade auch die Schattenseite der Politikerin immer mehr zum Vorschein kommt. Ich zitiere die NZZ (Hier ist auch von Misstrauen die Rede):

Wer ist Micheline Calmy-Rey? Beginnen wir mit dem Altbekannten, Vielzitierten, das dieser Tage hüben und drüber wieder aufgewärmt wird. Die Schweizer Aussenministerin trägt seit ihrer Zeit als Genfer Finanzdirektorin den Namen Cruella, in Anlehnung an eine grausame Comic-Figur. Auf dem diplomatischen Parkett wickelt sie von Kofi Annan bis Mahmud Ahmadinejad alle um den Finger, aber im Bundeshaus regiert sie unkollegial, misstrauisch und einsam. Die Sozialdemokratin tyrannisiert ihre Mitarbeiter, liebt den Auftritt, gönnt nur sich den Erfolg, kann schlecht verlieren und hat keinen Humor. Sie nimmt voreilig zu allen möglichen Dingen Stellung und lanciert eine Initiative nach der anderen, die sie dann gleich wieder vergisst.

Das Volk im Rücken

Die veröffentlichte Meinung über Calmy-Rey steht in Widerspruch zu den nichtöffentlichen Einschätzungen der künftigen Bundespräsidentin. Gemeint ist nicht ihre Beliebtheit in der Bevölkerung – am beliebtesten ist Calmy-Rey immer dann, wenn sie Politiker und Medienschaffende am meisten nervt. Die Rede ist vielmehr von Meinungsäusserungen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und deshalb ehrlicher sind. Kurz, wer im Zeitalter von Wikileaks eine Aussenministerin charakterisieren will, zitiert am besten den in ihrem Land akkreditierten amerikanischen Botschafter.
«Sie reitet auf einer Welle von aussenpolitischen Erfolgen», kabelte Donald S. Beyer am 8. Oktober 2009 vom Berner Kirchenfeld nach Washington. Die mit «Scenesetter» und «geheim» überschriebene Depesche diente der Vorbereitung eines Gesprächs, das Hillary Clinton und Calmy-Rey zwei Tage später in Zürich führten, am Rande der Unterzeichnung der türkisch-armenischen Protokolle. Aussenministerin Clinton erhielt, wie immer bei solchen Treffen, eine Kurzbeschreibung der Gesprächspartner. Beyers Personenbeschreibung ist präzis und zeugt von profunden Ortskenntnissen. Er verbittet sich dumme Sprüche, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Peter Coneway, der in der Schweiz und Liechtenstein zwei «frustrating alpine countries» sah.
Calmy-Rey könne mit ihrem «aussenpolitischen Aktivismus» innenpolitisch immer dann punkten, wenn er an die schweizerische Tradition der Guten Dienste anschliesse, schreibt Beyer. Er erwähnt in diesem Zusammenhang die Vermittlung zwischen Armenien und der Türkei.
Ihr «Aktivismus» im Bereich der «hard security» komme hingegen schlecht an, berichtet der Botschafter, vor allem wenn damit auch die Parteinahme in einem internationalen Konflikt verbunden ist. Als Beispiel nennt er ihren «lautstarken» («vociferous») Einsatz für die Unabhängigkeit Kosovos sowie den erfolglosen Versuch, das Parlament zu einer militärischen Beteiligung an der Anti-Piraten-Mission Atalanta zu bewegen.


NACHTRAG

Sogar Livio Zanolari lässt durchblicken, dass etwas schlecht gelaufen ist
(aus TAGI):

Von Micheline Calmy-Reys Neujahrsansprache wird es keine Pressebilder geben. Wie «20 Minuten Online» berichtet, erlaubte das EDA den Fotoagenturen nicht, während der TV-Aufzeichnung der Rede zu fotografieren, weil sie sich beim Schweizer Fernsehen und nicht beim EDA angemeldet hatten. Was sagen Sie dazu?
Ich kenne die Details der Geschichte nicht, kann mich also zu den Hintergründen nicht äussern. Es ist allerdings im Interesse eines Bundesrates, der eine solche Rede hält, dass gute Fotos gemacht werden. In der Rede werden Botschaften platziert. Die Botschaft wird dann zusammen mit Bildern übermittelt. Das Fernsehen überträgt das bewegte Bild, die Printmedien die Botschaft mit Pressebildern, die gut sein müssen. Das Bild hat deshalb auch eine sehr grosse Bedeutung.
Mit ihrem Foto-Verbot ist Frau Calmy-Rey in die Kritik geraten, bevor sie ihre Neujahresbotschaft überhaupt übermitteln konnte. Wie schädlich ist dieser erste Eindruck für eine Bundespräsidentin?
Das Jahr ist lang und bei der Geschichte handelt es sich um eine Episode, die ich nicht beurteilen will. Aber es überrascht mich, denn das Foto ist bei solchen Auftritten zusammen mit der Botschaft sehr wichtig. Bei einem Auftritt, und das ist einer, sind zudem die Kameraleute, egal ob Fotografen oder für das Fernsehen, gleich zu behandeln.
Das EDA bekundet Mühe mit der Kommunikation. Beim Anschlag auf die Schweizer Botschaft in Rom hatte etwa der italienische Aussenminister Frattini längst sein Bedauern ausgedrückt, während man noch auf eine Stellungnahme des EDA wartete.
Es kommt auf die Instruktionen an, die Pressesprecher haben. Als ich beispielsweise im EJPD unter Herrn Blocher Informationschef war, gab er mir freie Hand, auch im Zweifelsfall handeln zu dürfen. Das heisst, ich trug die Verantwortung und konnte in einer akuten Situation eine Stellungnahme abgeben, auch wenn der Bundesrat nicht erreichbar war. Wenn eine Bundesrätin sagt, ohne meinen Stempel geht keine Stellungnahme raus, dann müssen sich die Pressesprecher daran halten. Ich sage dabei nicht, dass diese Instruktion falsch ist.


Man wird das Gefühl nicht los, dass der Gesamt-Bundesrat sehr eigenwillig kommuniziert, vor allem in Krisensituationen. Gibt es Direktiven, wie zu kommunizieren ist?
Ja, das Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG). Es verlangt ausdrücklich eine einheitliche Information. Das ist nur mit der systematischen Koordination möglich. Oft kommt vor, dass Regierungsmitglieder nicht mit einer Stimme sprechen. Das bedeutet, dass eine übergeordnete Koordinations- und Kommunikationsstrategie fehlt oder sie ist nicht effizient genug.
Ein Paradebeispiel dafür wäre wohl die Kommunikation während der Libyen-Krise.
Es gibt verschiedene Beispiele, in denen die Koordination gefehlt hat. Der Bundesrat geriet in schwierige Situationen, auf Kosten der Glaubwürdigkeit.
Wäre für die Koordination nicht die Bundespräsidentin oder der Bundespräsident verantwortlich?
Ja. Aber die Bundeskanzlei koordiniert, gemäss RVOG, die Information zwischen dem Bundesrat und den Departementen. Wenn diese Aufgabe konsequent ausgeführt wird, kann der Bundesrat mit einer Stimme sprechen und die Beziehungen zur Öffentlichkeit gut und glaubwürdig pflegen.
Wenn Sie den Bundesrat in der Kommunikation beraten müssten, wo würden Sie anfangen?
Ich würde mich in erster Linie für eine einheitliche, frühzeitige, kontinuierliche und ausführliche Information einsetzen. Die Gleichbehandlung aller Medien ist von grosser Bedeutung. Ich denke diesbezüglich auch an die lokalen Medien. Wenn die Bundesräte in den Regionen auftreten, sollen vor allem die lokalen Medien berücksichtigt und ernst genommen werden. Zweitens, wenn es um ein Dossier geht und es ein Problem gibt, soll man in der Regel sehr offen kommunizieren. Wenn man sich abschottet, ist die Akzeptanz der Bevölkerung nicht gegeben. Aber es ist ebenfalls notwendig, dass die Medien Geduld haben, bis die Information ausführlich bearbeitet wurde.

Eisiger Start in die neue Woche!


Eisiger Start in den zweiten Weihnachtstag: Frostiger Stephanstag!