Samstag, 24. Juli 2010

Schuster bleib bei deinem Leisten!

Visp: Micheline Calmy-Rey trägt Mani-Matter-Liedtext vor ohne Melodie

Im Rahmen der Sendung Donnschtig-Jass in Visp rezierte Micheline Calmy-Rey einen Liedtext von Mani Matter. Die Westschweizerin war zwar bei der verregneten Live-Sendung des Schweizer Fernsehens in Visp vor Ort, doch die Aufgabe, zwei Zeilen aus Mani Matters Lied: Dene, wo's guet geit, auf Berndeutsch nachzusprechen, hatte die Magistratin zuvor in ihrem Büro im Bundeshaus absolviert. Das Ganze wurde als Aufzeichnung eingespielt. Der Text handelt von einer besseren Verteilung des Reichtums und war damit angesichts der Bonus-Diskussion auch ganz im Sinne der Sozialdemokratin.

Der Tagesanzeiger schreibt in der TV Kritik zum Auftritt Calmy-Reys Klartext:

Vor drei Jahren sang sie schon mal und nun sollte sie es wieder tun: Micheline Calmy-Rey. Was die Bundesrätin aus Mani Matters Lied «Dene, wo's guet geit» machte, klang jedoch überhaupt nicht nach Musik.

1/8 Micheline Calmy-Reys «musikalischer» Auftritt beim Donnschtig-Jass enttäuschte.

«Ja», strahlte Bundesrätin Calmy-Rey mit ihrem typischen Micheline-Grinsen, als Monika «Dirndl» Fasnacht sie zu Beginn der Sendung fragte, ob sie denn Musik möge.

Dann wies die Jasserin der Nation betont geheimnisvoll darauf hin, dass Musik später noch eine Rolle spiele werde und Mundart ebenso.

Das wussten die Zuschauerinnen und Zuschauer natürlich längst. Schon vor Tagen hatten alle grossen Zeitungen und Newsportale getitelt, dass Micheline Calmy-Rey es im «Donnschtig Jass» wieder tut: singen. Das, nachdem sie vor drei Jahren schon einmal musizierend im Fernsehen aufgetreten ist. Bei TSR gab sie die Edith Piaf und sang «Les trois cloches», das Chanson, das die französische Sängerin berühmt gemacht hatte.

«Ich verstehe nicht Mundart»

Dieses Mal war die Schwierigkeitsstufe allerdings höher: Erstens ist Mani Matters «Dene, wo's guet geit» nicht sehr melodiös, also eher schwierig zu singen, und zweitens ist es in Berndeutsch. «Ich verstehe nicht Mundart», stellte Bundesrätin Calmy-Rey gleich klar.

Nun konnte es losgehen mit der Runde Nummer 1 zwischen Altdorf und Andermatt. Für alle, die mit Jassen wenig am Hut haben und eigentlich nur die Bundesrätin singen hören wollten, wurde es nun ein wenig langweilig. Nach Runde 1 fing es jedoch an zu stürmen und Micheline Calmy-Rey war wieder im Bild. Singt sie nun? Noch nicht. Monika Fasnacht wollte mit ihr lieber über den Sturm im Bundesrat reden. Ja, es seien schwierige Zeiten gewesen, vor allem die beiden Verhandlungsjahre mit Libyen.

«Ich habe ein gutes Gewissen»

«Ich habe aber meine Pflicht erfüllt und meine Arbeit gemacht. Ich habe ein gutes Gewissen und schlafe gut», so Calmy-Rey selbstbewusst. Mehr Selbstvertrauen wünschte sie sich auch für die Schweiz, die ein Musterbeispiel sei, was die Finanzen und die Arbeitslosigkeit betreffe. Was jetzt komme, sei ein steiniger Weg in der Europapolitik. Zuerst aber fasste sie noch ihre Aufgabe: Trauen Sie sich zu, den Mani-Matter-Songtext «Dene, wo's guet geit» in perfektem Berndeutsch wiederzugeben? Sie schaute im Einspieler aus dem Bundeshaus ein wenig skeptisch, nahm die Herausforderung jedoch an.

Klischees und rosa Hütchen

Runde 2 im Donnschtig Jass. Trinkpause für die Jass-Banausen. Der Sturm in Visp wurde immer heftiger, die Wolken immer dunkler. «Der ganze Tisch wackelt ja!», klagte Monika Fasnacht. Hoffentlich muss die Sendung nicht abgebrochen werden, dachte man sich auf dem heimischen Sofa. Calmy-Rey muss doch noch singen! Nach viel Walliser Klischee mit Trachten und Wein folgten Jassrunde Nr. 3 und ein zweites Hütchen. Diesmal war das Hütchen rosa und gehörte Michel Villa, dem Walliser Entertainer, der vor über 30 Jahren mit seinem Song «Der Tifel isch gschtorbe» bekannt worden war. Das Playback passte so wenig auf Villas Lippen wie sein Hütchen zum rot-pink gemusterten Gilet.

Inzwischen goss es in Visp wie aus Kübeln, Micheline Calmy-Rey grinste jedoch immer noch, selbst beim Auftritt des Komikerduos «Hösli & Sturzenegger», die Gags auf Lager hatten, wie sie in jedem schlechten Witzbuch stehen. Dann wurde es ernst. 64 Prozent der Zuschauerinnen und Zuschauer trauten Micheline Calmy-Rey ihre Aufgabe zu und diese strahlte wieder.

Wo ist die Melodie?

Schaltung ins Bundeshaus. «Der Text des Liedes hat mir sehr gefallen. Es erinnert mich an Boni. Die muss man auch an alle verteilen, damit es allen gut geht», erklärte Micheline Calmy-Rey in ihrem Büro. Aha, die Aufgabe wurde also bereits gelöst. Okay. Jetzt aber Ohren auf, und? Wie klingt sie als Mani Matter? Doch nichts mit Musik, nichts mit Melodie. Calmy-Rey las Mani Matters Songtext einfach ab und erst nur den halben.

Welch eine Enttäuschung! Kein Gesang! Mit dem Berndeutschen klappte es bereits beim dritten Wort nicht mehr. Der «Schiedsrichter», ein ETH-Professor, war nach der zehnsekündigen Darbietung dennoch aus dem Häuschen. Wegen ihres französischen Akzents klinge es wie früher beim Berner Patriziertum.

Und Calmy-Rey fügte an: «Vielleicht werde ich nächstes Mal singen.» Ja, aber warum hat sie es denn nicht gleich getan? Hat sie wollen und nicht dürfen, oder wie? Haben die Medien etwas falsch verstanden? Was sollte das? War die Teilnahme am Donnschtig-Jass einfach Goodwill? Ein Versuch, Sympathiepunkte zu sammeln?

Bei der Schaltung zurück auf den fast leeren Visper Dorfplatz grinste Calmy-Rey immer noch. Danach wars rasch aus mit der nassen Sendung. Was blieb, war das Gefühl, veräppelt worden zu sein. Genau wie man auch mit Bundesrat Merz ein bisschen Mitleid hatte, als er bei Ghadhafi in Libyen abgeblitzt war. Was auch immer der Plan war, wie gut er gemeint er sein mochte, er dürfte kaum aufgegangen sein.

Kommentar: Wie beim letzten Auftritt ("Les trois cloches") vertrete ich auch beim jüngsten Auftritt die Meinung, dass Politiker in erster Linie ihren Job als Politiker machen sollten. Wenn eine Bundesrätin glaubt, ihre Patzer auf politischer Ebene mit einem Goodwillauftritt als Sängerin beschönigen zu können, so ist und bleibt dies fragwürdig. Schade, dass Micheline Calmy-Rey immer noch vom Virus "Mediengeilheit" befallen zu sein scheint. Auch für Magistraten gilt: "Schuster....."

Freitag, 23. Juli 2010

Gegensätze in der Badi

Solche Bilder aus München sind bei uns noch nicht zu sehen.

Bohlen versteht unter Klartext reden: Jugendliche rücksichtslos kritisieren.

Die letzte Jury verletzte die Jugendlichen nie so, dass sie psychisch Schaden nahmen. Nun wirft er sie raus.

Ich persönlich bin auch für Klartext. Doch muss ein professioneller Juror die Balance finden zwischen konstruktiv kritisieren und beleidigen oder verletzen.

Ich zitiere Blick:

Kündigungen bei «DSDS»

Dieter Bohlen schmeisst Jury raus

PALMA DE MALLORCA – Der Pop-Titan verrät: Die achte DSDS-Staffel braucht frische Gesichter. Deshalb müssen seine Co-Juroren den Hut nehmen.

Dieter Bohlen. (RTL / Axel Kirchhof)
Olivera und Kima vor der Jury. Kima fährt die Ellbogen aus und geht laut Bohlen «über Leichen» – und kommt damit durch. (RTL)
In der Mitte und trotzdem irgendwie verloren: Nina Eichinger. (RTL / Stefan Gregorowius)
Jury-Mitglied Nina Eichinger. (RTL / Thomas Niedermüller)
Die Final-Jury: Volker Neumüller, Sylvie van der Vart und Dieter Bohlen. (RTL/Stefan Gregorowius)
Dieter Bohlen hat Marco Schreyls Faxen dicke. (RTL/Stephan Pick)
WIEN – Dieter Bohlen kann zwar nicht tanzen, erscheint mit Freundin Carina aber trotzdem als Stargast beim Wiener Opernball. In letzter Sekunde ist der DSDS-Juror für Lindsay Lohan eingesprungen – und wirft sich zum ersten Mal im Leben in einen Frack. «Höchstwahrscheinlich mache ich mich zum Deppen», so Bohlen laut «Spiegel». (Keystone)
Traumtänzer? Dieter Bohlen. (Getty)
Volker Neumüller kümmert sich um Verlierer Menowin. (RTL/Stefan Gregorowius)

«Erfolg braucht Veränderung, darf nicht stillstehen», sagt Dieter Bohlen im «Bild»-Interview. Das heisst: Die DSDS-Juroren Volker Neumüller (40) und Nina Eichinger (28) müssen gehen. Obwohl sie ihre Sache laut Bohlen «sehr gut gemacht» haben. Ein Ersatz-Team hat der 56-Jährige noch nicht beisammen. Die Anstellungs-Bedingungen sind klar:

Das neue Duo an Bohlens Seite darf nicht zimperlich sein. «Deutschland sucht den Superstar» soll auch in der achten Staffel vor allem «emotional» sein.

«Es muss doch möglich sein zu sagen: ‹Du bist ne Pfeife›

Da geht die Welt schon nicht unter», sagt Bohlen. Die Wahrheit komme bei den Zuschauern an, «weil sie nicht dumm sind und merken, wenn jemand unecht ist.»

Professionelles Informieren nach dem Eisenbahnunglück

Tagi:

Zugunglück im Wallis – ein Toter, viele Verletzte

Zwischen Fiesch und Lax sind drei Wagen eines Glacier Express entgleist. Ein Wagen kippte um, ein zweiter liegt kopfüber neben den Gleisen. Inzwischen ist eine Pressekonferenz in Gang.

Hören Sie sich dieses erste Interview an. Der Mediensprecher hütet sich Vermutungen oder Hypothesen zu bestätigen. In Krisensituationen gilt es immer: Fakten, Fakten. Nur gesicherte Informationen bestätigen. Genau beschreiben, was vorgekehrt wurde! Hinweise, wann man mehr erfahren kann.

Das sagt die Kantonspolizei zum Unfall

Bitte Link "Mehr Video zum Thema" anklicken

Donnerstag, 22. Juli 2010

Probleme können auch weggelächelt werden

Zitat Zeit:

Nach der Sommerpause kommen auf Kanzlerin Angela Merkel schwere Aufgaben zu. Sie lächelt dazu.

Sommerpause:  Bundeskanzlerin Merken zieht vor der Bundespressekonferenz in Berlin  Bilanz

Sommerpause: Bundeskanzlerin Merken zieht vor der Bundespressekonferenz in Berlin Bilanz

Sie scheint sich auf den Urlaub zu freuen . Gelöst lacht sie in die Kameras. Vorbei scheinen die Wochen der hängenden Mundwinkel, der kurzen Nächte, der Ärger über die illoyalen Minister.

Probleme können auch weggelächelt werden. Gelöst sind sie aber damit noch nicht.

22. Juli: Der Tag als der HAGEL kam

http://imgs.wetter.com/blog/specials/hagelkoerner_ddp.jpg

Dankbare Themen während der Medienflaute

Einschläfern? Die Jungbären zusammen mit ihrer Mutter
Bild anklicken  für Vollansicht
Einschläfern? Die Jungbären zusammen mit ihrer Mutter (Bild: pd)
Das künftige Schicksal der beiden Berner Jungbären Urs und Berna bewegt in der sommerlichen Medienflaute die Gemüter - und die Herzen der Politiker. Die beiden Bären sollen möglichst in Bern bleiben und nicht weggegeben oder gar getötet werden, lautet die Forderung.

http://www.suedostschweiz.ch/var/upload/news/image/29701_640.jpg

Ein ideales Thema im medialen Sommerloch.

Auch diese Geschichte hilft die leeren Spalten füllen:

Dienstag, 20. Juli 2010

Auch ich glaubte vor Jahren, in Pratteln sei mein Auto mit dem Spaniel meiner Schwiegermutter gestohlen worden.

storybild

Links rein, rechts raus und das Auto ist gestohlen: Die Raststätte Pratteln verwirrt die Autofahrer

Ich verliess damals die Autobahn Raststätte auf der falschen Seite - ohne es zu bemerken - denn diese Seite glich genau jener Seite, auf der ich das Auto geparkt hatte. Die analogen Bäume, ein ähnlicher Car war parkiert. Die analoge Treppe. Die gleichen Kehrichtkübel. In Pratteln ist nämlich alles architektonisch spiegelbildlich angeordnet. Ich stellte fest: Mein Auto war nicht mehr da! An der Information wurde ich hernach sofort auf das Problem in Pratteln aufmerksam gemacht. Angeblich war ich nicht der Erste, der ein gestohlenes Auto gemeldet hatte. Nun lese ich nach Jahren folgenden Beitrag in 20 Min. Der Artikel weckt alte Erinnerungen: