Dienstag, 1. Juni 2010

Einführung in das Intensivseminar vom 1. Juni

Auftritt in der Oeffentlichkeit

Aus der Praxis für die Praxis

Wichtige Hinweise im "Umgang mit Medien und Journalisten"

Der rote Faden der Veranstaltung vom 1.6.10

Zur Einstimmung folgender Beitrag ( LINKS):

Kommunikation und Medien

Umgang mit den Medien - 10 Tipps. 1. Journalistinnen und Journalisten sind Ihre Partner, nicht Ihre Feinde. Das heisst aber nicht, dass Sie Ihre Freunde ... www.rhetorik.ch/Medien/Medien.html - Cached - Similar

Oeffentliche Auftritte

Öffentliche Auftritte. von Marcus Knill. 1. Vorbereitung ... 2. Kurz vor dem Auftritt. Sich lockern. ... 3. Beim Auftritt. Keine Nebengedanken. ... www.rhetorik.ch/OeffentlicheAuftritte/OeffentlicheAuftritte.html - Cached - Similar

Öffentliche Auftritte

von Marcus Knill

Medienauftritte

7. Juni 2003 ... Medien, Medienauftritte, Auftreten, Medienauftritt, Interview, Vortrag, ... Ich coache seit Jahren Spitzensportler für die Oympiaden im ... www.rhetorik.ch/Medienauftritt/Medienauftritt.html - 16k - Cached - Similar pages

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Beantworten Sie folgende Fragen:

Das Telefon kingelt. Ein Journalist meldet sich und will von Ihnen eine Auskunft über PS.

Wie verhalten Sie sich?

- Kennen Sie das Kommunikationskonzept Ihrer Institution?

- Können Sie die Telefonnummern der Informationsverantwortlichen sofort abrufen?

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Falls Sie Auskunft geben müssen:

UEBERZEUGEN DURCH.....

Sie ueberzeugen, wenn Sie

* sich natürlich, situationsgerecht verhalten (kein Theater spielen)

* überlegen vor dem Sprechen (denken, dann sprechen!)

* Gefühle nicht ausklammern

* nicht an die Mimik und Gestik denken

* sich verständlich ausdrücken

* eine EINFACHE SPRACHE wählen

* EINEN KERNGEDANKEN (EIN ARGUMENT, EINE ANTWORT) mit einem BILD, einer ERZAEHLUNG, einer GESCHICHTE koppeln

Sie werden abgelehnt, wenn Sie

* sich künstlich und affektiert verhalten

* während des Sprechens an sich denken

* die Emotionen kontrollieren

* Theater spielen

* eine Spachebene wählen, die nicht zur Situation passt

* zu lange reden oder zu kompliziert, zu abstrakt und zu vage formulieren

* zu perfekt sind

Sie überzeugen vor allem durch Ihre Person. Erst in zweiter Linie interessiert sich das Publikum oder Ihr Gegenüber für den Inhalt. Dies klingt zwar hart, trifft aber zu.

Ein Redner, der sich nicht "verkaufen" kann, besser: Der nicht zu sich steht (seine Schwächen und Stärken nicht kennt), der nicht "im Lot ist", der überzeugt nicht, selbst dann, wenn er die besten Argumente auf seiner Seite hat.

Oder umgekehrt: Jemand, der beim Publikum ankommt, kann sich sogar erlauben, einmal etwas schwächere Argumente vorzubringen. Weil man die Person sympathisch findet, fällt es schwerer, sich der Argumentation zu verschliessen.

LINKS:

rhetorik.ch aktuell: Image schlägt Fakten

Sowohl die Person als auch die Präsentation beeinflusst den Inhalt wesentlich. Fakten werden durch die Person oder die Darstellung gefärbt. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/ - Cached - Similar

WICHTIGE ERKENNTISSE AUS DER PRAXIS:

Das Antizipieren (Wir können die meisten Fragen gedanklich vorbereiten)

Achtsamkeit, das heisst: Sich auf ETWAS 100%ig konzentrieren können

Ich wiederhole bewusst:

- Natürlich bleiben (authentisch bleiben - trotz ungewohnter Umgebung)

- EIN-fach reden, EIN-deutig antworten

- Narrative Rhetorik nutzen (EIN persönliches Erlebnis, EINEN Fall, EINE Geschichten oder EIN Beispiel erzählen)

FAZIT:

Sie müssen wissen,

- wie Journalisten arbeiten

- wie Sie sich bei Medienanfragen verhalten müssen

- dass jeder Medienauftritt eine Chance ist

- Dass Medienauftritte geübt werden müssen

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Zur Vertiefung der Thematik:

Selbstmanagement

Selbstmanagement. ... Selbstmanagement. von Marcus Knill. "Selbst" - ein Schlüsselwort der Kommmunikation", Handelszeitung, 29. Oktober - 4. ... www.rhetorik.ch/Selbst/Selbst.html -
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  1. Medienkommunikation

    2. Okt. 2002 ... Medienkommunikation ist lernbar. von Marcus Knill. Der Umgang mit elektronischen Medien kann im Mediensimulator gelernt werden. ... www.rhetorik.ch/Medienkommunikation/Medienkommunikation.html - Cached - Similar
  2. Medienkommunikation Positionierung

    5. Juni 2007 ... Medienkommunikation. von Marcus Knill. Positionierung. Führungsperson werden Sie in der Informationsgesellschaft immer häufiger persönlich ... www.rhetorik.ch/Medienkommunikation/Medienkommunikation1.html - Cached - Similar

Medienauftritte

7. Juni 2003 ... Medientraining - eine Selbstverständlichkeit ... Medientraining ist nicht dazu da, Ihre Persönlichkeit zu verfremden. Im Gegenteil: ... www.rhetorik.ch/Medienauftritt/Medienauftritt.html - Cached - Similar
  1. 10 Gebote der Medienrhetorik

    10 Gebote der Medienrhetorik. ... 10) Konkret, bildhaft und mit Beispielen reden. Nicht nebulös und abstrakt formulieren. ... www.rhetorik.ch/Medienrhetorik/10Gebote.html - Cached - Similar
  2. 10 Gebote für guten Journalismus

    15. Mai 2005 ... Der Deutsche Bundespräsident Johannes Rau trug Anfang Juni 2004 bei der Jahrestagung des "Netzwerks Recherche" zehn Gebote für guten ... www.rhetorik.ch/Journalistengebote/Journalistengebote.html - Cached - Similar
  3. *************

rhetorik.ch aktuell: Ärzte vor Mikrofon und Kamera

1. Febr. 2009 ... Sie haben vor dem Auftritt zu klären, was gesagt wird und was noch nicht erwähnt wird. Was sie vor Mikrofon und Kamera äussern, ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/index.html - Cached - Simil

Montag, 31. Mai 2010

Zur Macht von Worten

Paukenschlag in Berlin:

Bundespräsident Horst Köhler tritt Ende Mai überraschend und unwiderruflich zurück.

Das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben, dass ein Bundeskanzler von sich aus zurückgetreten ist.

Es sind WORTE, die Köhler dazu gebracht hatten, den Bettel hinzuwerfen. Zuerst waren es seine WORTE im Zusammenhang mit einem Afghanistanbesuch , die kritische WORTE erzeugt hatten. Und diese WORTE wiederum haben den Bundespräsidenten zu Fall gebracht. Sie trafen ihm zu hart.

Welche Worte sagte Köhler tatsächlich?

Horst Köhler wurde unterstellt, dass er einen grundsatzwidrigen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung des Wirtschaftinteresses gut heisse. In einem Interview im Deutschlandradio sagte der Bundespräsident, notfalls sei auch "militärischer Einsatz notwendig... um unsere Interessen zu wahren". Als Beispiel nannte er freie Handelswege.

Dies führte in breiten Kreisen zu grossen Missverständnissen, weil die Parteien und die Presse den Einsatz auf Afghanistan bezogen.

Nach dem Medienwirbel musste Köhler seine missverständliche Aussage präzisieren und gab bekannt, dass es ihm um die Seewege gegangen sei und die Einsätze gegen Piraten. Diese Klärung genügte jedoch den Kritikern nicht.

In der Rücktrittserklärung bedauerte heute der Bundespräsident, dass seine Worte zu Missverständnissen haben. Wir konnten am Fernsehen einen zu tiefst enttäuschten Köhler sehen mit Tränen in den Augen. In der Erklärung fielen mir die vielen langen Sprechpausen auf. Streckenweise versagte sogar die Stimme. Offensichtlich haben Köhler die harten kritischen Worte enorm getroffen. Er hat die Bemerkungen und Medienreaktionen als respektlos empfunden - ihm und seinem Amt gegenüber. Persönlich habe ich das Gefühl, dass er auch von der Regierung zu wenig gestützt worden war.

Angesprochen auf die missverständlich Aussage des Bundeskanzlers liess letzten Freitag Angela Merkel über die Sprecherin lediglich ausrichten, sie nehme zu Köhlers Aussage keine Stellung, denn die Formulierung sei präzisiert worden. Dem sei nicht beizufügen. Das ist keine Signal der Unterstützung!

Nachtrag Rücktritt Köhler:

Das Tragische des verbalen Patzers des deutschen Bundespräsidenten ist Folgendes:

Das einzige Machtmittel des Bundeskanzlers ist im Grunde genommen in erster Linie seine Sprache. Und ausgerechnet bei dieser Kernkompetenz mangelte es.

Beim Radiointerview fehlte ihm erstmals sein bewährter Pressechef, der ihm bin anhin die Reden vorbereitet hatte.

Die missverständliche Formulierung über den Einsatz der Armee, war somit kein Missverständnis. Es war eindeutig ein Patzer, der vermeidbar gewesen wäre.

Die missverständliche Formulierung wurde von Verfassungsrechtler Ulrich Preuss als "imperialen Zungenschlag" bezeichnet (Quelle Spiegel).

Köhlers Mitarbeiter bestätigten nachträglich, dass er stets auf die Redeentwürfe und Themenvorschläge seiner Pressechefs angewiesen war

. Der Medienprofi und bisherige Pressechef Martin Krothé verliess leider vor wenigen Wochen das Amt. Nun zeigte sich, dass Köhler ohne Berater hilflos ist und allein nicht über die Runden kommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dem Bundespräsidenten nach der verbalen Panne bewusst wurde, dass ihm auch der politische Kompass fehlt.

Erkenntnis:

- Wir sehen einmal mehr, was WORTE bewirken können

- Wenn Gedanken zu wenig präzise formuliert werden kommt es gerne zu Missverständnissen.

- Obschon Kürze gefragt ist, muss oft mehr gesagt werden!

- Angela Merkel hat Horst Köhler in der schwierigsten Zeit weder gestützt noch kritisiert. Als machtbesessene Kanzlerin, kann sie heute die Hände in Unschuld waschen. Sie hatte sich nicht für Köhler exponiert und wird - einmal mehr - dank dieser bewährten Taktik, auch diese Krise überleben.

- Dürfte nicht auch die Frage gestellt werden, ob ein Bundespräsident auch in politischen Fragen profilieren sollte?

teaser image

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Sonntag, 30. Mai 2010

Gold LENA - eine unreife Rhetorikerin?

Die deutsche Lena Meyer-Landrut strahlte als Siegerin im Eurovision Song Contest in Oslo.

Die 19 jährige Nachwuchssängerin eroberte mit ihrer unbeschwerten Art die Herzen der deutschen Bevölkerung in Nu. Ihr Mentor - Stefan Raab - wird sich wohl nach dem Sieg auf die Schultern geklopft haben. Er hatte den richtigen Riecher.

Zuerst gab es nur Lob für das etwas vorlaute Mädchen, welches mit ihrem Lächeln so natürlich mit der Kamera umzugehen verstand.

Lena spielte erstaunlich mutig mit den Journalisten. Lachend konnte sie einem Interviewer gleichsam auf die Schippe nehmen, wenn ihr eine Frage nicht gefiel:

"What a stupid question!" (Was für eine dumme Frage!) Schade, dass die von sich eingenommene Siegerin manchmal zu unbedacht nach Aufmerksamkeit sucht und sich oft recht zickig verhält. Wenn man im Schaufenster der Medien steht, dürfte die Achtsamkeit nicht fehlen.

Bei "Wetten, dass..." störte der Ausrutscher Lenas, das kein Blatt vor den Mund nehmen will.

Nachdem Thomas Gottschalk den Opernstar Anna Netrebko ankündigte, kommentierte sie:

"Find ich zum Kotzen"

Wenn junge Leute damit rechnen müssen, dass sie nach dem Wettbewerb auch vor Mikrofon und Kamera bestehen müssen, sollten sie eigentlich bereits vor dem Wettbewerb mit dem ABC der Medienrhetorik vertraut gemacht werden. Es bräuchte nur wenig Aufwand, die angehenden Sternchen mit dem medialen Dauerstress auseinander zusetzen. Diese Vorbereitung würde sich lohnen, denn:

Verbale Ausrutscher schaden dem Image, wenngleich es bei Lena nur ganz wenige waren. Bis anhin kam die Sängerin bei Medienauftritten sehr gut weg.

Ein Trost. Auch bei Lena gilt die übliche Wahrnehmungverzerrung: Gegenüber Siegern ist das Publikum meist viel nachsichtiger. Erfolgreichen werden Fehler verziehen.

Eurovision Song Contest (esc) 2010 Deutschland ... 2 Min. und 57 Sek. - vor 20 Stunden gefunden www.youtube.com
Lena Meyer-Landrut: Die Siegerin bei Google 3 Min. und 51 Sek. - Vor 2 Tagen www.youtube.com

Die sprachschöpferische Seite der Sängerin:

iPad-Spezial: Lena, das Sprachwunder

Nachtrag:

Lena Meyer-Landrut: Wird sie jetzt Millionärin?

Wir wünschen der erfolgreichen jungen Frau nach dem Siegesrausch eine Hofnärrin, die darauf bedacht ist, dass LENA den Weg zu etwas mehr Bescheidenheit findet.

Airbagrhetorik

in getcreative.de gefunden:

Nichts wie heisse Luft

"Airbagrhetorik" ist ein von dem Schweizer Kommunikationstrainer Marcus Knill geprägter Begriff. Allen an Rhetorik und professioneller Kommunikation Interessierten bietet er auf seiner Internetseite » www.rhetorik.chein umfangreiches (Gratis-)Angebot, um seine Kompetenz auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Einen Besuch können wir wärmstens empfehlen.

Knill nun definiert seine Wortschöpfung als eine defensive Art der Kommunikation, bei der sich Worthaufen zwischen die Gesprächspartner drängen und einen gegenseitigen Gedankenaustausch unmöglich machen. "Er hat nichts gesagt. Es war leider nur viel warme Luft." Die Airbagrhetorik ist gleichsam ein "Nichtmitteilen". Der ausgesprochene Redeteil geht nicht hinüber zum Du. Der Empfänger ist dadurch auch kein Teilnehmer. Es ist für ihn unmöglich den "Luftteil" zu erfassen. Wenn das Gehörte nicht gefasst werden kann, ist damit auch kein Anteilnehmen möglich. Die Sprechteile werden nicht angenommen. Dank der Airbagrhetorik kann der Sprechende: ablenken jemanden totreden sich vor Gegenfragen schützen Aussagen aufblähen, damit sie nicht erfasst oder hinterfragt werden können Der "Bag"ist wie ein "Sprachpanzer" sich vor möglichen Konfrontationen schützen und sich hinter dem Airbag verschanzen beeindrucken durch eine Wortschwallproduktion auf das Zuhören verzichten Airbagrhetoriker verhindern den notwendigen Freiraum, den jedes erspriessliche Gespräch benötigt. Airbagrhetorik muss nicht gelernt werden. Sie wird oft ohne Training gekonnt angewandt. Airbagrhetorik ist eine defensive Variante des Konterns.

Wichtig: Schweigen und Zuhören haben nichts mit Airbagrhetorik zu tun, obschon dank Schweigen und Zuhören heikle Situationen abgefedert werden können und ein Schutz sein können.

Selbst Kontrolleure werden zusammengeschlagen

Jugendliche, die erfahren haben, dass Gewalt Erfolg verspricht

- zu Hause bei den Eltern

- in der Schule

- gegenüber Lehrpersonen

usw. setzen sie dieses erfolgsbewährte Mittel auch dann ein, wenn sich jemand beispielsweise erlaubt, sie zu ermahnen, weil im Tram geraucht wird oder wenn im Zug jemand das Billet kontrolliert . Immer wenn sich jemand anmasst, etwas zu kritisieren, beispielsweise, wenn im Zug eine Scheibe zerkratzt wird.

Nach dem Motto: Ich bin der Stärkere und setze mich erfolgreich durch - mit der Faust- und zwar subito! Schliesslich hat man schon in der Schule gelernt, dass selbst Lehrkräfte klein bei geben, wenn sie befürchten müssen, dass ihnen die Pneus am Auto aufgestochen werden.

Ich zitiere:

Kurz vor vier Uhr bestieg rund ein Dutzend Jugendliche den Bus an der Haltestelle Carl-Spittler-Strasse in Zürich Witikon. Darin waren zwei uniformierte Kontrolleure einer privaten Sicherheitsfirma. Einige Jugendliche konnten keine Billette vorweisen.

Jugendliche begannen dann im stillstehenden Bus die Kontrolleure anzupöbeln. Plötzlich schlug ein junger Mann einem Kontrolleur die Faust ins Gesicht, und einige seiner Kollegen attackierten gleichzeitig den zweiten Kontrolleur, der dabei Prellungen erlitt. Zudem kam noch eine Kontrolleure-Jacke samt Mobiltelefon abhanden.

Fünf festgenommen

Die Jugendlichen flüchteten darauf aus dem immer noch an der Haltestelle stehenden Bus. Die Polizei konnte bei einer Fahndung fünf junge Männer festnehmen, vier Schweizer und einen Brasilianer. Zwei 17-Jährige werden der Jugendanwaltschaft zugeführt, drei über 18-Jährige der Staatsanwaltschaft.

Die Tätlichkeiten wurden von fest installierten Videokameras im Bus der Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) aufgezeichnet. Die Stadtpolizei Zürich wertet die Bilder nun aus. Die Fahndung nach den restlichen Jugendlichen läuft weiter. Die Polizei sucht Zeugen. (cpm/sda

Kommentar: Solche Vorfälle zeigen, dass Videoaufnahmen hilfreich sein können, die Gewaltspirale zu bremsen. Wenn nämlich die Täter merken, dass sie nicht immer unerkannt und ohne Folgen ihr Faustrecht durchsetzen können, so ist dies immerhin ein hilfreicher Schritt zur Eindämmung von sinnloser Gewalt im Alltag.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Kachelmann: Ein Organisationsgenie im Managen der Kommunikation mit mehreren Geliebten?

Ich zitiere Blick:

Rundmails für 14 «Lausemädchen»

Die Rede war bisher von sechs Frauen, nun sind es bereits 14: Jörg Kachelmann soll eine ganze Liste mit von «einzig wahren Freundinnen» gehabt haben. Alle trugen denselben Spitznamen, das vereinfachte die Kommunikation.

Der Vergewaltigungsprozess gegen Jörg Kachelmann könnte unerwartete Ausmasse annehmen: Zu den bisher sechs Frauen, die vom Landgericht Mannheim als Zeuginnen vernommen werden sollen, könnten sich acht weitere gesellen. Nach Informationen der Illustrierten «Bunte» verfügt die Polizei über eine Liste mit den Namen von 14 Frauen: Sie alle glaubten in den vergangenen zwölf Jahren offenbar, die einzig wahre Freundin des Wettermoderators zu sein.

Dass das Kachelmannsche Liebesleben mit den 14 Frauen nicht aus dem Ruder lief, verdankte Kachelmann offenbar einer ausgeklügelten Kommunikation.

Wie es in der aktuellen «Bunte» heisst, nannte Jörg Kachelmann alle seine Freundinnen «Lausemädchen». So konnte er Gute-Nacht-Grüsse als Rundmail oder per SMS verschicken. Dennoch flog der Betrug an den Freundinnen auf.

Kommentar: Selbstverständlich gilt beim angeklagten Wettermoderator nach wie vor die Unschuldsvermutung (solange keine Verurteilung vorliegt). Was immerhin tritt nachträglich zu Tage, dass Kachelmann die kommunikative Fähigkeit hat, mit mehreren Geliebten gleichzeitig zu kommunizieren, ohne dass es zu einer Panne kommt. Clever ist die analoge Anrede (Lausemädchen) aller Frauen. Damit vermied er eine verräterische Verwechslung. So gesehen ist es erstaunlich, wie lange ein Liebhaber mehrere Freundinnen gleichzeitig betreuen kann, ohne dass die Geschichte auffliegt. So gesehen muss Jörg Kachelmann nicht nur ein guter Meteorologe sein, sondern auch ein cleverer Kommunikationsmanger von Liebesbriefen .

Mittwoch, 26. Mai 2010

Nachtrag zur Rhetorik von Fundamentalisten

Wie gefährlich ist Scientology?

Noch selten wurde ein Film unter derart strenger Geheimhaltung abgedreht wie das deutsche Drama «Bis nichts mehr bleibt». Es schildert das bewegende Schicksal eines jungen Familienvaters, einem Scientology-Aussteiger, der seine Familie an die umstrittene religiöse Organisation verliert. Laut Gegnern von Scientology sei die Geschichte zwar fiktiv, lehne sich aber an wahre Begebenheiten an. Scientology bestreitet dies vehement. Am Pfingstmontag, 24. Mai 2010 zeigt SF1 um 20.00 Uhr die ARD-Produktion «Bis nichts mehr bleibt». Direkt im Anschluss diskutieren unter der Leitung von Christine Maier in einem «Club»-Extra zwei Scientologen mit Aussteigern und Kritikern über die Frage: Wie gefährlich ist Scientology? Es diskutieren: Jürg Stettler, Präsident Scientology Zürich, Sprecher Scientology Deutschland Bernard de Uthemann, langjähriges Mitglied von Scientology, Arzt Ruth Dridi, Aussteigerin Hugo Stamm, Sektenexperte Jürg Acklin, Schriftsteller und Psychoanalytiker

Quelle SF ARCHIV

Im CLUB SF I (Pfingstmontag) konfrontierte Christine Maier zwei Vertreter der Scientologen - einer fundamentalistischen religiösen Bewegung - mit den harten Vorwürfen der anwesenden Kritiker. Vorgängig wurde dem Fernsehpublikum ein spannender Film gezeigt, wie man in die Fänge dieser "Psychosekte" geraten kann und darin gefangen bleibt.

Nachdem ich beim CLUB schon einmal die Rhetorik von Fundamentalisten (islamischer Zentralrat) analysiert hatte, interessierte es mich, welche Techniken die Scientologen in der neuen Diskussion anwenden.

Um es vorwegzunehmen:

Wiederum nutzten die Scientologen ähnliche Argumentationsmuster, wie die geschulten Vertreter des islamischen Zentralrates.

Die Sendung machte mir bewusst, dass es die fundamentalistischen Rhetoriker verstehen, ihre Mission stets in ein gutes Licht zu stellen. Beide fundamentalistischen Akteure:

- bauten eine Gegenwelt auf (Parallelwelt)

- stützten sich auf eine eigene Gerichtsbarkeit

- konnten sich beherrschen und sprachen ruhig, wenn sie vom Gegenüber hart angegriffen wurden (Sie können das antizyklische Verhalten anwenden).

Auch folgende Argumentationsmuster sind analog: - Wer selbst nicht bei den internen Veranstaltungen mit dabei gewesen ist, darf nicht über die genannten Vorwürfe urteilen.

- Anschuldigungen werden zurückgewiesen, sind generell übertrieben, einseitig und aus dem Zusammenhang herausgerissen

- Die Vorwürfe stammen von Aussteigen. Sie sind somit gefärbt und die angeblichen Tatsachen verfälscht (Der Film war dadurch unglaubwürdig und hatte ein falsches Bild vermittelt).

- Fragen werden nicht beantwortet. Die Fundamentalisten wurden beispielsweise gefragt: "Sind bei den Scientologen Zweifel erlaubt"? Die Frage wurde hernach nie beantwortet.

- Wenn Zitate aus Schriften vorgelegt werden, werden die extremen Texte entkräftet, indem gezeigt wird, dass man auch brutale Bibeltexte über ... zusammenschneiden kann. Die Zitate des Sektenexperten Stamms wurden umgehend mit der Bemerkung zurückgewiesen: "Sie sind aus dem Zusammenhang herausgeschnitten worden."

- Die Fundamentalisten kennen die Kraft der Gegenfrage. Beispielsweise: "Waren Sie schon einmal an einer Veranstaltung mit dabei?"

- Die freundliche entgegenkommende Geste war bei den Scientologen ebenfalls raffiniert: "Wir laden Sie gerne ein, bei einer Veranstaltung mit dabei zu sein!" (Damit erhalten sie die Chance, eine neue Person vor Ort mit der Technik der Gehirnwäsche zu gewinnen)

Nach den beiden aufschlussreichen CLUBdiskussionen mit Fundamentalisten darf gesagt werden:

Alle Fundamentalisten argumentieren ähnlich und verstehen das Handwerk des Taktierens, der Beschönigung und Vernebelung. Es lohnt sich deshalb, sich mit ihren dialektischen Techniken konkret auseinanderzusetzen.

Denn: Nur wer diese manipulativen Tricks erkennt, kann sie benennen und aufdecken.

Nachtrag 20 Min:

Ein Blick hinter die Scientology-KulissenEin Blick hinter die Scientology-Kulissen

von David Huber - Helen Galliker hat sich für ihre Maturaarbeit über Scientology in die Höhle des Löwen gewagt. Für ihre Arbeit gewann sie jetzt den Luzerner Religionspreis. 5 Kommentare

storybild

Helen Galliker hat Scientology unter die Lupe genommen.

«Ich interessiere mich schon lange für Sekten und finde es spannend, wie populär Scientology trotz ihrer viel kritisierten Methoden ist», sagt Maturandin Helen Galliker aus Luzern. Für ihre Maturaarbeit hat die 18-Jährige die zentrale Scien­tology-Technik, das so genannte Auditing, selber getestet. «Damit sollen die Menschen von negativen Spannungen befreit werden», erklärt Galliker. Als Hilfsmittel bei den Auditing-Gesprächen dient das E-Meter. «Ich musste zwei Elektroden in den Händen halten und dabei etwas Negatives denken», so die 18-Jährige.

Beim ersten Versuch habe das E-Meter ausgeschlagen, beim zweiten Mal nicht. Das sei laut der Versuchsbegleiterin von Scientology normal, so Galliker. «Mir bestätigte der Selbstversuch allerdings die Kritik, dass Scientology die Resultate so auslegt, wie es ihnen passt.»

Die Maturandin nahm die Methode zudem mit einem Psychologen unter die Lupe. Das Fazit ihrer Arbeit: «Auditing ist keine therapeutische Methode, sondern eine Geldmacherei.» Von Scientology war gestern für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

Galliker wurde für ihre Maturaarbeit mit dem Luzerner Religionspreis 2010 ausgezeichnet. Ihre unvoreingenommene Haltung, der originelle Zugang zum Thema und die gründliche Analyse seien beeindruckend, schreibt die Jury in ihrem gestern veröffentlichten Urteil.

LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell: Zur Rhetorik der Fundamentalisten

    Gedanken zur Rhetorik der Fundamentalisten: Muster und Techniken der Fundamentalisten - Weshalb haben religiöse Fanatiker in Diskussionen oft so leichtes ... www.rhetorik.ch/Aktuell/10/04_08/index.html - Cached
  2. [PDF]

    Zur Rhetorik von Fundamentalisten TeleVisionen

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View 8. Mai 2010 ... Zur Rhetorik von Fundamentalisten TeleVisionen. Kadetten machen den handball zum. tV-thema. Im Schweizer Fernsehen findet Hand- ... www.rhetorik.ch/Aktuell/10/05_08/sn.pdf
  3. rhetorik.ch aktuell: Zur Medienrhetorik von Fundamentalisten

    8. Mai 2010 ... Zur Medienrhetorik von Fundamentalisten In den letzten Wochen kamen Mitglieder des islamischen Zentralrates in den elektronischen Medien ... www.rhetorik.ch/Aktuell/10/05_08/index.html - Cached