Rhetorik.ch Blog
Persönliche Gedanken von Marcus Knill
zu Aktuellem.
Mittwoch, 3. Februar 2010
PRUEFUNGSSTOFF VOM 6. FEBRUAR
Folgender Stoff wird am Samstag geprüft:
ZUM LEHRGANG (UEBERSICHT):
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1. BAUSTEINE DER RHETORIK (12. Dezember)
2. AUSSAGEN und ARGUEMENTE AUF DEN PUNKT BRINGEN (19. Dez)
3. DIALOGIK - ZUHOEREN - FRAGEN (16. Januar)
4. SCHWIERIGE SITUATIONEN, auch im UMGANG mit KUNDEN - Umgang mit Stress und Ueberraschungen (23. Januar)
5. VERHANDELN- aber wie? (30. Januar)
6. PRUEFUNG (6. Februar)
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1. BAUSTEINE DER RHETORIK (12. Dezember)
Sie werden im ersten Modul die wichtigsten BAUSTEINEder angewandten Rhetorik kennen lernen, damit sie diese Erkenntnisse bis zum nächsten Modul festigen können.
1. Der ERSTE Eindruck
Wir lernen uns auch kennen
Sie wissen, wie wir während des Lehrganges arbeiten werden - bis zur Prüfung.
Ich werde Ihnen laufend mitteilen , was prüfungsrelevant ist
2.Start ist die halbe Miete
3. Sich vorbereiten- aber wie?
4.Zeitaspekt
5. Das Wichtigste ist Ihre Einstellung gegenüber dem Kunden und der Sache
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2. AUSSAGEN UND ARGUMENTE AUF DEN PUNKT BRINGEN (19. Dez)
Der durchschnittliche Mensch rettet sich zwar vor der Informationsschwemme durch gezielte Reduktion und bewusstes Abblocken: ...www.rhetorik.ch/Information/Information.html - Cached - Similar
3. März 2002 ... Mit der Informationsschwemme umgehen können ... Wo belastet mich die Informationsschwemme? Wieviel Zeit wende ich auf, um Informationen zu ...www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html - Cached - Similar
Wie können nun Informationsabläufe organisiert werden, damit die Angestellten trotz der Informationsschwemme nicht das Gefühl haben, unterinformiert zu sein ...www.rhetorik.ch/Information/Informationsmanagement.html - Cached - Similar
File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View stellten trotz der Informationsschwemme nicht das Gefühl haben, unterinformiert zu sein? In unserem Fall zeichneten wir ...www.rhetorik.ch/Aktuell/05/04_21/in_puncto_4_05.pdf - Similar
Weniger ist mehr, Kommunikationsprozesse vereinfachen
Dieser Beitrag basiert aus Referaten bei Grossveranstaltungen (für Kunden) bei einer Kantonalbank.
Eine Kernbotschaft
So machen Sie die Kommunikation einzigartig: Sie nehmen nur eine Kernbotschaft Sie verknüpfen diese Botschaft mit nur
Einem Bild
Einer Analogie
Einer Geschichte
Einer Erzählung
Einem Beispiel
Reden Sie einfach und adressatengerecht, so dass Sie alle verstehen. Im Unterricht oder einer Diskussion stellen nur eine Frage. Wenn Sie vor mehreren Leuten reden, sprechen Sie immer nur mit einer Person länger als nur 5 Sekunden. Wenn Sie sich verändern und verbessern, arbeiten Sie jeweils nur an einem Lernpunkt oder Lernbild. Sich auf einen Punkt, eine Sache konzentrieren können, bringt Erfolg. Dieses Fokussieren hat etwas mit Achtsamkeit zu tun und ist beim Zuhören wichtig. Wenn Sie die Zahl Eins in der Kommunikation beherzigen, wird das Kommunizieren viel einfacher und Sie werden sehen: Ihr Ausdruck wird künftig einen Eindruck hinterlassen.
Es gibt einen Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören. ... Vom Hören über das Hinhören zum aktiven Zuhören zu kommen. ...www.rhetorik.ch/Hoeren/Hoeren.html - Cached - Similar
Jederman erlebt Stress. Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben ...www.rhetorik.ch/Stress/Stress.html - Cached - Similar
In vielen Gesprächen mit Leidtragenden zeigt sich vielfach, dass das Problem darin liegt: Es fehlt oft an der notwendigen Kenntnis, wie Stress sinnvoll ...www.rhetorik.ch/Stressbewaeltigung/Stressbewaeltigung.html - Cached - Similar
Stressoren. Zurück zum Artikel. Stressoren. Zurück zum Artikel. www.rhetorik.ch/Stress/Stressoren.html - Cached - Similar
Stress kann via Bewegung abgebaut werden. Personen, die bewusst ruhig ... Mit Bewegungen, die nicht zur Aussage gehören, wird dann der Stress abgebaut (z. ...www.rhetorik.ch/Redeangst/Redeangst.html - Cached - Similar
10. Febr. 2007 ...Stress: Die Fähigkeit, Stress zu ertragen und mit Stress umzugehen. Stress. Beeinflussung: Kenntnis der Selbst- und ...www.rhetorik.ch/Deeskalation/Deeskalation.html - Cached - Similar
28. Okt. 2006 ...Kundenreklamationen. ...Kundenreklamationen. von Marcus Knill. Weniger Reklamationen, dank ... Kunden wertschätzen. Wünsche ernst nehmen. ...www.rhetorik.ch/Reklamationen/Reklamationen.html - Cached - Similar
Mit Kritikern umgehen · Kritikgespräche · Kundenreklamationen · Harvardkonzept · Bossing · Mobbing. von Marcus Knill. Viele Menschen trauen sich nicht, ...www.rhetorik.ch/Kritik/Chef.html - Cached - Similar
Mit Kritikern umgehen · Den Chef kritisieren- aber wie? Kundenreklamationen · Harvardkonzept · Bossing · Mobbing. von Marcus Knill. Kontrollkonflikte ...www.rhetorik.ch/Kritik/Kritik.html - Cached - Similar
Es lohnt sich, schwierige Situationen zu simulieren und sich in einem fachgerechten Coaching mit den gewünschten Situationen vor der Kamera ...www.rhetorik.ch/Gespraech/Gespraech.html -Cached - Similar
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5. VERHANDELN- aber wie? (30. Januar)
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Verhandeln ist ein Einigungsprozess
Es gilt, eine Lösung zu finden
Ziel ist nicht der Sieg, sondern eine vorteilhafte Lösung, die beiden Seiten dient
ANALYSIEREN Sie zuerst die Situation
Das NEIN gehört zu den stärksten Worten
Entscheidend ist WIE Sie etwas sagen
Lernen Sie dem Druck standhalten
Sie überzeugen, dank der Erkenntnisse der ersten Bausteine
NATUERLICHKEIT - KUERZE - VERSTAENDLICHKEIT -
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Verhandeln Sie kontrolliert. Bleiben Sie ruhig und klar. Vermeiden Sie falsche Eindrücke, Missverständnisse, aber auch Leichtsinn. ...www.rhetorik.ch/Verhandeln/Verhandeln.html - Cached - Similar
Dieser Begriff ist vom Harvard Negotiation Project als Marke registriert. Siehe dazu auch. Verhandeln - aber wie? Ver-hand-eln, Hand drauf ...www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/Harvardkonzept.html - Cached - Similar
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Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!
Dienstag, 2. Februar 2010
Gut gemeint, aber voll daneben
SFTV:
Zum ersten Mal seit seinem Rücktritt vor eineinhalb Jahren hat der Ex-Armeechef Roland Nef öffentlich Stellung zur Affäre um seine Person genommen. Darin sieht er sich als Opfer der Medien und der Politik. Obwohl er nie verurteilt worden sei, sei er nun als «lebenslänglich schuldig» abgestempelt.
Eineinhalb Jahre nach seinem Rücktritt brach Ex-Armeechef Roland Nef sein Schweigen. Auf TeleZüri rechnete er mit den Medien ab.
«Das werde ich ihnen nicht sagen»
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Gerade mal ein halbes Jahr war der Armeechef Roland Nef im Amt, als er am 25. Juli 2008 als Armeechef zurücktreten musste. Er soll seine Ex-Freundin massiv genötigt haben, mit SMS, Mails und Telefonanrufen regelrecht terrorisiert haben. Am Montagabend sprach er erstmals wieder öffentlich und stellte sich den Fragen von TeleZüri-Chefredaktor Markus Gilli.
Ich wurde von verschiedenen Journalisten angefragt, wie ich Nefs Auftritt beurteile. Fazit: Trotz offensichtlicher medienrhetorischer Vorbereitung überzeugte mich Roland Nef im Interview bei Tele Züri nicht.
Während der ersten Minuten hatte man den Eindruck, als könnte Roland Nef seine Chance vor Mikrofon und Kamera nutzen. Ich gehe davon aus, dass er sich beraten liess - wenn dies stimmt, leider falsch! Roland Nef wirkte zwar bewusst gestylt: Kleid, Frisur. Er sass selbstsicher da und war darauf bedacht, seine vorbereitete Kernbotschaft zu verkaufen (Ich bin ein Opfer der Medien und Politiker!). Ob er sich selbst bei Tele Züri aufgedrängt hat, konnte ich nicht herausfinden. Doch darf angenommen werden, dass Roland Nef auf Anraten eines Beraters die Chance eines überraschenden Medienauftrittes nutzen wollte. Es ist gut vorstellbar, dass sich Nef dadurch zudem erhoffte, man werde ihm nach dem Auftritt ihm eine neue Stelle anbieten. Die Rechnung ging für den angeschlagenen Ex- Armeechef nicht auf. Für mich war der gestrige Auftritt ein Flop. Obschon Roland Nef nicht offiziell verurteilt wurde (er konnte sich bekanntlich mit einer Geldsumme gleichsam von einer Klage loskaufen) wurden einige peinliche Details bei der Bevölkerung während des Interviews nochmals aufgewärmt. Die vielen peinlichen Geschichten, die Nef als Stalker gemacht haben soll, waren nämlich beinahe vergessen. Mit dem Interview vermochte somit Roland Nef sein schlechtes Image nicht aufpolieren. Im Gegenteil: Er wird in den Augen der Oeffentlichkeit nach dem interview weiterhin eine unglaubwürdige Person bleiben. Ich entnahm aus den vielen Kommentaren im Internet, dass die Bevölkerung intuitiv erkannt hatte, dass Nefs Auftritt nicht überzeugt hatte (analog dem Auftritt von Béglé im CLUB). Ich zweifle nicht daran, dass die Zuschauer, zu aggressiv gemerkt haben, dass Nef - die eingetrichterte Kernbotschaft (er sei Opfer der Medien und Politik geworden) zu plump vorgetragen hatte. Ich kann mir zudem gut vorstellen, dass gewisse Antworten in Briefings antrainiert worden sind. All das, was er auf heikle Fragen sagen durfte und was nicht . Als Kommunikationsberater hätte ich Nef abgeraten - unter diesen Umständen - aufzutreten. Vor allem hatte er gar nichts Neues zu sagen. Die Bescheidenheit fehlte bei ihm. Generell wirkte er zu überheblich, zu selbstgefällig, von sich eingenommen und völlig uneinsichtig. Nonverbal gibt es einige Stellen, die verraten hatten , dass ihm heikle Frage zu peinlich waren. Er wich dann mit dem Blick aus. Und im zweiten Teil griff er immer wieder an die Nasenspitze, als wolle er sich an der Nase nehmen und sich sagen: "Sei vorsichtig!"
Der Versuch, die Marke Nef dank des Interviews in ein besseres Licht zu rücken und für sich Sympathiepunkte zu holen, misslang somit. Die Beschönigungen und die Schuldzuweisungen wurden für Nef einmal mehr zum Bumerang. Weshalb ging der Auftritt so krass daneben? Ein ehrgeiziger, gekränkter, narzisstisch veranlagter Führungstyp kann trotz intensivstem Training nicht gut über den eigenen Schatten springen.
Uebrigens: Das Kriegs - Vokabular (Medienvernichtungsschlacht, Treibjagd, Hochwildjagd, es wurde auf mich geschossen, es war ein Vernichtungskampf) machte mich hellhörig.
Wenn man weiss, dass Nef mit einer Geldsumme, deren Höhe nicht bekannt ist, eine Klage abwenden konnte, sind alle Versuche, sich als Unschuldslammdarzustellen, unglaubwürdig.
Roland Nef hat mich bei diesem Auftritt nicht überzeugt. Statt eines Persilauftrittes wurde das peinliche Interview zum Eigencoal.
Nachtrag aus TAGI-online:
Dies finde ich einen der besten Kommentar, den ich gelesen hatte:
Ex-Armeechef Roland Nef brach gestern nach langer Zeit sein Schweigen. Das hätte er besser bleiben lassen, sagt der langjährige Chefredaktor Peter Rothenbühler. Und nennt mehrere Gründe.
«Meinetwegen als Magaziner oder Chauffeur oder Entwicklungshelfer»: Edipresse-Redaktionsdirektor und Kolumnist Peter Rothenbühler. (Bild: Keystone)
Der bekannte Journalist arbeitet zurzeit als Redaktionsdirektor bei Edipresse im Welschland. Er war zuvor unter anderem Chefredaktor von «Le Matin», «Schweizer Illustrierte» und «SonntagsBlick». Für die «SonntagsZeitung» schreibt er zudem eine Kolumne, die er in Briefform stets an eine bestimmte Person oder Bevölkerungsgruppe richtet. Adressat dieser Ratschläge war im Juni 2008 auch der damalige Armeechef Roland Nef.
War es eine kluge Idee, nach einer langen Phase des Schweigens wieder öffentlich aufzutreten?
Nein, das hätte er besser nicht gemacht. Er will nicht mehr eine öffentliche Person sein, sagt er. Spricht dann aber eine Stunde lang mit dem besten und hartnäckigsten Interviewer der Schweiz, Markus Gilli, am Fernsehen. Zwei Sendungen mit Gilli und die graueste Maus ist berühmt. Was will er wirklich?
Er sagte mehrmals, es gehe ihm und seiner Familie sehr gut, er habe sich gefangen. Hätte er es nicht dabei belassen sollen?
Ja, aber er sagt dauernd, wie er die Sachen gerne sähe, man merkt aber, dass da ein Verzweifelter spricht, der völlig verloren ist und keinen Schritt vorwärts gemacht hat. Tragisch. Ich habe erwartet, dass er erst wieder an die Öffentlichkeit geht, wenn er positive Nachrichten zu seiner Situation bringen kann, zum Beispiel, dass er irgendwo diskret gute Arbeit leistet, meinetwegen als Magaziner oder Chauffeur oder Entwicklungshelfer, aber auf jeden Fall sollte er endlich das neue Leben, von dem er dauernd spricht, anfangen, aktiv.
Oder war das vor allem eine Bewerbungsoffensive? Wenn ja, denken Sie, dass er dank diesem Auftritt Angebote erhalten wird?
Das Gegenteil ist der Fall. Viele haben ihn vergessen, jetzt weiss man wieder, wer Nef ist und was ihm vorgeworfen wurde. Der Mann hat sein Recht auf Vergessen preisgegeben. Und er wird sich in Konflikten wieder uneinsichtig zeigen. Im Klartext: So einen Mann will niemand in verantwortungsvollen Positionen.
Würden Sie ihn im Bereich Logistik oder Sicherheit anstellen?
Warum nicht? Einfach nicht in leitender Stellung.
Wie wirkte er als Person mit seiner Gestik und Rhetorik auf Sie?
Rechthaberisch, uneinsichtig, wie alle unsicheren Persönlichkeiten.
Er machte das Angebot, sich öffentlich von einem Psychiater untersuchen zu lassen. Würden Sie ihm raten, dies in die Realität umzusetzen und die Diagnose zu veröffentlichen?
Nein, auch das würde ich ihm nicht empfehlen, er soll, wenn er schon auspacken will, genau sagen, was wirklich war mit der Ex-Freundin.
Nef stellte sich als Opfer von Medien, Justiz und Politik dar. Wurde er in Ihren Augen tatsächlich von den Medien «geschlachtet», wie er sagte?
Nein. Die Medienkampagne war nur das Resultat der Verwedelungs- und der Wegschaupolitik von Bundesrat Samuel Schmid. Medien reagieren auf nichts so brutal wie auf Lüge und Verschleierung. Ich erinnere mich genau, wie vorsichtig die «SonntagsZeitung» den Fall Nef angegangen ist, wie Chefredaktor Andreas Durisch dem VSB und Samuel Schmid Gesprächsangebote zur Klärung des Falls gemacht hat, auf die nicht eingegangen wurde.
Ist er ein Opfer der SVP geworden, die sich für die Blocher-Abwahl an Schmid rächen wollte?
Die SVP steckt nicht hinter der «SonntagsZeitung», soviel ich weiss. Aber als die Sache einmal lanciert war, hatte die SVP keinen Grund, die Fehler Schmids in der Bewältigung der Nef-Krise zu ignorieren. Nef sieht überall Täter, sich selbst sieht er als Opfer. Tragisch, wie gesagt.
Nef überlegt sich, ein Buch über seinen Fall zu veröffentlichen. Eine gute Idee?
Hey, wen interessiert das heute? Der Mann hat gar nicht gecheckt, dass er nicht mehr interessiert, denn Schmid ist weg - und er ist auch weg vom Fenster. Das Buch würde ein Flop werden, also nochmals eine Niederlage für den Mann, der sich endlich anderem zuwenden sollte. Ausserdem will er ja die spannenden Sachen, also Sex and Crime, nicht drin haben.
Was wünschen oder raten Sie Herrn Nef für die Zukunft?
Viel Glück, eine verständnisvolle Familie, sehr schnell einen Job. Und vielleicht einen guten Medienberater. (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Aus 20 Min:
Erstmals seit seinem Rücktritt als Armeechef hat Roland Nef am Montagabend sein Schweigen gebrochen. In einem rund einstündigen Fernsehgespräch sah er sich vor allem als Opfer.
Auszüge aus dem Talk Täglich vom 1. Februar auf Tele Züri
(Blick)
Gilli führte dieses Interview, das zu einem Medienwirbel sorgte:
Blick.ch: Herr Gilli, gestern Abend konnten Sie mit Roland Nef sprechen – haben Sie der Tagesschau alle Zuschauer abgeknöpft?
Markus Gilli: (lacht) Die Quote war tatsächlich sehr gut, ja.
Das hat Sie aber nicht überrascht, oder?
Nein, ich habe gespürt, welche Resonanz das Interview auslösen wird. Das ist wohl auch der Grund, weshalb ich dabei literweise Adrenalin vergoss. Es war ein enormer Druck da. Das TalkTäglich ist heute überall Gesprächsthema – meine
Mailbox ist randvoll.
Nachtrag Blick 3. Febr:
Der Beitrag am 10. Februrar 2010 im BLICK bestätgt, dass Nef mit seinem Verhalten im jüngsten Interview vor allem alle Schmutzgeschichten aufgewärmt hat:
Ich zitiere:
Über den Inhalt jenes Protokolls will Nef jedoch nicht sprechen. Kein Wunder. Denn was seine Ex-Partnerin darin erzählt, zeigt Nefs weniger propere Seite.
So schildert die Musikerin der Polizei, Nef habe sich oft bis zur Besinnungslosigkeit betrunken.
An Weihnachten 2004 habe er zwei Stunden getobt. Auch vor Gästen, auch vor Kindern. Seine Freundin sei eine «Hure», schrie er. Sie behaupte, «er würde Männer ficken». Auslöser für den Anfall: Nef habe einen Gartentisch nicht zusammensetzen können. Aus Angst versteckten Partnerin und Gäste alle Küchenmesser.
Im Februar 2005 zieht die Freundin aus. Nef kommt mit seiner heutigen Frau zusammen. Doch er belästigt seine Ex mit Mails, Telefonaten, Postkarten.
Ein Jahr später fängt er gar an, im Namen der Ex im Internet Sex anzubieten. Er nennt sie «flauto_66»: Die Flötenspielerin sei «eine gute Bläserin», schreibt er. Folge: Sexgierige Freier rufen sie an, stehen vor ihrer Tür. Bis sie ihn im September 2006 anzeigt.
Und heute? «Ich habe sicher Fehler gemacht in dieser Beziehung», verwedelt Nef. Einer Beziehung, die «exakt bis Karfreitag 2005 dauerte», schummelt er. «Dafür musste ich büssen und Wiedergutmachung zahlen.»
Seine Ex habe eine Entschuldigung akzeptiert, eine Desinteresse-Erklärung unterzeichnet. Das Verfahren wurde eingestellt. «Ich wurde also nie angeklagt. So gelte ich gemäss Menschenrechtserklärung und Verfassung als unschuldig.»
Tatsächlich? «Es gilt die Unschuldsvermutung», bestätigt Strafrechts-Professor Franz Riklin. «Aber es kam ja eben nicht zum Prozess, weil er selber Wiedergutmachung leistete.» Das Einstellungsverfahren nach Artikel 53 des Strafgesetzbuchs geht aber nur bei geständigen Beschuldigten: «Man muss sich zwar nicht für juristisch schuldig bekennen», erklärt Riklin, «aber die Fakten anerkennen.»
Heute jammert Nef also, er habe sich nicht vor Gericht verteidigen können. Aber daran ist er selbst schuld. Riklin: «Hätte er alles bestritten, hätte der Staatsanwalt das Verfahren weitergeführt.» Warum bestritt Nef das Protokoll wohl nicht?
Jetzt strotzt Nef wieder von Selbstbewusstsein. Das psychiatrische Gutachten, das die Staatsanwaltschaft 2006 von ihm erstellen liess, findet er «Chabis»: «Ich bin völlig gesund und biete an, mich jederzeit neu begutachten zu lassen.»
Da könnte er sich wundern. Der Luzerner Psychiater Andreas Frei macht schon mal eine Ferndiagnose: «Herr Nef hat ganz klar narzisstische Persönlichkeitszüge.» Dazu zählen: erhöhte Kränkbarkeit und Uneinsichtigkeit. «Narzissten scheitern meist irgendwann im Leben, beruflich wie privat», sagt Frei. «Bei Roland Nef kam es relativ spät.»
NZZ:
Schuldzuweisungen und Verschwörungstheorie des früheren Armeechefs
Roland Nef auf Tele Züri, am 1. Februar. (Bild: pd)
Nach seinem Straucheln als Armeechef hat Roland Nef offenbar Mühe, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Die Schuld am abrupten Ende seiner Karriere weist er andern zu. In Tele Züri sprach er von «Treibjagd» und «Medien-Vernichtungsschlacht».
Nef gab in dem Interview die Richtung der Diskussion vor: «Man» habe ihn mit einer «Medien-Vernichtungsschlacht» und einer «Treibjagd» zu Fall gebracht, man habe seine Entfernung «generalstabsmässig geplant und durchgeführt», erklärte er.
Aber er hatte keine Beweise für seine Verschwörungstheorie, und er präzisierte nicht, wer hinter solchen Machinationen gestanden habe. Doch liess er durchblicken, dass er die SVP-Führung als treibende Kraft im Hintergrund sieht. Das eigentliche Ziel des Vorgehens gegen ihn sei die Entfernung des damaligen Verteidigungsministers Samuel Schmid aus dem Amt gewesen, führte er aus.
Im Kern der Affäre Nef geht es allerdings nach wie vor um ein Fehlverhalten des früheren Armeechefs in seinem privaten Umfeld: Der Offizier belästigte seine frühere Lebenspartnerin massiv, unter anderem schaltete er Sex-Annoncen mit ihrer Adresse und Telefonnummer. Dieses Fehlverhalten wurde Mitte 2008 über die «Sonntags-Zeitung» an die Öffentlichkeit getragen und führte zwangsläufig zu einer politischen Diskussion: Die Eignung dieses Generals an diesem hohen Posten wurde in Frage gestellt, damit auch das Auswahlverfahren, das ihn an die Spitze der Schweizer Armee geführt hatte – und die Rolle, die Schmid bei diesem Personalentscheid spielte.
Nef unterstrich in der Sendung von Tele Züri, er sei unschuldig vor dem Gesetz, er sei nicht verurteilt und nicht einmal vor Gericht gestellt worden. Er forderte darum, dass «die dauernden Vorwürfe endlich einmal aufhören» sollten. Doch das Fernsehinterview und die Presseberichterstattung darüber werden kaum eine Beruhigung bewirken.
Blick:
Headhunter: Nach diesem Auftritt wird Nef keinen Job mehr finden
Headhunter Marc Schenk , Firmeninhaber von Schenk und Partner, kann über den TV-Auftritt von Nef nur den Kopf schütteln. «Ich war erstaunt, dass Herr Nef jetzt wieder in der Öffentlichkeit auftritt. Man hatte ihn schon fast vergessen. Doch jetzt ist er wieder in aller Munde und all das Negative wird wieder erwähnt.
Für eine Jobsuche ist das eher kontraproduktiv. Dieser Auftritt hat ihm mehr geschadet als genützt. Wer immer ihm dazu geraten hat – es war definitiv ein schlechter Rat in Bezug auf seine künftigen Bewerbungen.»
Für Schenk steht auch fest: «Wegen der Wirtschaftssituation kann ein Arbeitgeber heute meist unter vielen guten Leuten den Besten auswählen. Roland Nef mit seiner negtiven Vorgeschichte hat es da sicher eher schwer.»
Patrick Senn mit dem ich jahrelang zusmamengearbeitet habe schreibt auf seiner Homepage Folgendes.
Ich zitiere:
Nefs Flucht in die Offensive
Der ehemalige Armeechef gibt auf Tele Züri ein Interview
Erstmals seit seiner Demission im August 2008 hat der ehemalige Armeechef der Schweiz, Roland Nef, ein Interview gewährt. In einer Doppelausgabe der Sendung TALK TÄGLICH räumte Nef ein, es sei aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen, sich 2007 für das Auswahlverfahren zum obersten Soldaten überhaupt zur Verfügung zu stellen.
Diese Aussage steht in einem Bezug zu einem Strafverfahren, das dannzumal gegen Nef lief. Seine ehemalige Lebenspartnerin hatte ihn wegen Nötigung angezeigt. Das Verfahren war später, aber erst nach der Wahl Nefs zum Armeechef, aufgrund einer Desinteressenserklärung der ehemaligen Lebenspartnerin eingestellt worden.
Nef stellte sich in dem Interview auf den Standpunkt, die Herausgabe der Daten des Strafverfahrens sei widerrechtlich erfolgt – und stellte sich damit als Medienopfer dar. Er habe zwar in der Beziehung mit seiner Ex-Freundin Fehler gemacht, für die habe er aber «eine Strafe erhalten». Die Polizeiprotokolle mit den Aussagen seiner Ex-Freundin akzeptiere er nicht, sagte Nef in der Sendung. Wie sich das Drama aber tatsächlich abgespielt hatte, wollte er mit Verweis auf ein Stillschweigeabkommen mit seiner ehemaligen Partnerin auch auf mehrfaches Nachfragen durch den Journalisten nicht kommentieren.
Nef bezeichnete sich selbst als psychisch absolut gesund und bot auch an, sich jederzeit durch ein Gericht psychiatrisch untersuchen zu lassen. Auf ein ehemaliges Gerichtsgutachten, das ihm früher eine «narzistische Persönlichkeitsstörung» attestiert hatte (und ihn damit für viele Politiker und Journalisten als Chef der Armee unmöglich gemachte hatte) ging Nef nicht ein – er wurde aber auch nicht darauf angesprochen.
Montag, 1. Februar 2010
Angela Merkel macht es vor: Hehlerei wird salonfähig
Oder: Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn angebliches Unrecht mit unrechtmässigen Mitteln begegnet werden kann, so dürften angeblich kriminelle Taten künftig immer auch mit kriminellen Methoden begegnet werden.
Wenn Hehlerei Erfolg hat, muss man sich nicht wundern, wenn dies künftig Schule macht und auch andere Staaten kriminelle Taten bezahlen, um eigene Interessen durchzusetzen.
Deutschland will für umgerechnet 3,75 Millionen Franken gestohlene Daten kaufen. Damit sollen potenziellen Steuersünder mit Schweizer Bankkonten überführt werden.
SP-Nationalrat Mario Fehr kann noch «gar nicht glauben, dass Deutschland das wirklich so durchziehen will». Er glaubt, dass Schäuble und Merkel derzeit bloss die Drohkulisse ausbauen. Um die Schweiz zum schnelleren Abschluss eines Doppelbesteuerungs-Abkommens (DAB) zu bewegen – und Deutsche Steuersünder zur Selbstanzeige.
«Wenn Deutschland die Daten aber wirklich kauft, macht sich der Staat zum Hehler. Das ist nicht die Ebene, auf der zivilisierte Staaten miteinander verkehren», poltert der studierte Jurist.
Den Vorwurf der Hehlerei erhebt auch die Schweizerische Bankiervereinigung. Sie erwartet, dass Deutschland auf den Kauf der illegal zugespielten Daten verzichtet. Dafür dürfte es aber zu spät sein. Denn Berlin will um jeden Preis Steuersünder überführen. Das hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel heute Mittag bekräftigt.
Und sie erhält von Ex-Finanzminister Hans Eichel juristische Rückendeckung: Der Kauf gestohlener Schweizer Bankdaten sei rechtlich kein Probleme: «Spätestens seit Ankauf und Verwendung der Liechtenstein-Daten hat diese Frage ein Gericht rechtsstaatlich geklärt.»
So entsteht ein Markt für sensible Daten
In dieselbe Kerbe haut auch Bundespräsidentin Doris Leuthard: Da entstehe ein richtiggehender Handel mit Kriminellen. Das sei gegen das Gesetz. «Das ist eine Entwicklung, die wir nicht unterstützen können.»
Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat heute Morgen mit Wolfgang Schäuble über den Datenklau gesprochen. Merz stellte klar: «In diesem Fall leistet die Schweiz keine Amtshilfe.»
Seine Partei, die FDP, ist von den Absichten Deutschlands entsetzt. Beim neuen Doppelbesteuerungs-Abkommen müsse «Hehlerei» mit gestohlenen Daten ganz klar ausgeschlossen werden.
Mario Fehr glaubt, dass die Rechnung auch für Deutschland nicht aufgehen werde: «Wenn es so weiter geht, entsteht ein lukrativer Markt für sensible Daten – etwa auch im Gesundheitswesen. Es wird immer reizvoller für Angestellte, solche Daten zu klauen und sie dem Staat zu verschachern.»
Kaum war die Affäre mit Steinbrück einigermassen ausgestanden, folgte die nächste Angriffswelle. Diesmal aus Frankreich. Im Sommer 2009 machten erste Meldungen die Runde, Frankreich habe Zugriff auf 3000 Kundendaten von Franzosen mit Schweizer Bankkonto.
Merz war bereits im Januar 2009 über den Vorfall informiert gewesen, unternahm aber nichts. Als gegen Ende Jahr der Steuerstreit mit Frankreich richtig eskalierte, drohte Merz, das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Frankreich zu sistieren.
Italien zieht mit
Kurz bevor der Steuerstreit mit Frankreich endgültig eskalierte, hob Italien zu einer Attacke auf die Schweizer Banken an. An der Grenze wurden Italiener beim Übertritt in die Schweiz fotografiert. Die Rede war sogar von Agenten aus Italien, die ihren Landsleuten auf Schweizer Boden nachspionierten. Später führte die italienische Finanzpolizei eine Razzia in italienischen Filialen von Schweizer Banken durch.
Auch hier reagierte Merz empört und drohte das Doppelbesteuerungsabkommen zu torpedieren.
Für Italien zahlte sich die Aktionen aus. Unter dem massiven Druck zeigten sich etliche Italiener mit unversteuertem Geld auf Schweizer Konten selbst an. Sie profitierten von einer Steueramnestie. Insgesamt sollen so 80 Milliarden Euro zurück nach Italien geflossen sein.
Und jetzt Deutschland: Die 1500 Datensätze versprechen Zugriff auf hinterzogene Steuern im Umfang von 200 Millionen Euro. Der einzige Trumpf von Merz: Er kann das Doppelbesteuerungsabkommen sistieren. (pft)
Parlamentarier wollen Deutsche besänftigen
BERN – Die Absicht Deutschlands, gestohlene Bankkundendaten für die Suche nach Steuersündern zu kaufen, hat die Parlamentsdelegation für die Beziehungen zum Bundestag auf den Plan gerufen. Ihr Präsident, Ständerat Maximilian Reimann (SVP/AG), will eine Aussprache führen. Ein Treffen mit Vertretern des deutschen Parlaments solle möglichst bald und noch in der ersten Jahreshälfte stattfinden, und zwar in Deutschland, sagte Reimann heute Dienstag gegenüber Schweizer Radio DRS. «Diese Hehlerei vonseiten Deutschlands beschäftigt uns.» Die Parlamentarierdelegation war bereits im vergangenen Jahr nach Berlin gereist, nachdem Aussagen des damaligen deutschen Finanzministers Peer Steinbrück zu Bankgeheimnis und Steuersündern das Verhältnis Deutschlands und der Schweiz belastet hatten. (SDA)
CDU-Politiker stellen sich auf die Seite der Schweiz
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble geraten unter Beschuss aus den Reihen ihrer eigenen Partei, der CDU. Deutliche Worte findet der Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrats Kurt Lauk. Statt die CD zu kaufen, müsse der Anbieter der Konto-Informationen festgenommen werden, sagte Lauk dem «Kölner Stadt-Anzeiger». «Der Staat ist gehalten, alle rechtsstaatlichen Mittel anzuwenden: Den Mann in Haft zu nehmen», so der CDU-Mann. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte zur selben Zeitung: «Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Vieles spricht dafür, dass das Hehlerei ist.» Auch der Vorsitzende im Rechtsausschuss des Bundestages, Siegfried Kauder (CDU), warnte den Innenminister dringend vor einem Ankauf der Daten. Nach Einschätzung Kauders «wären die Kontodaten in einem Strafprozess gegen betroffene Steuersünder nicht verwertbar». Steuern dürften nicht eingetrieben werden, indem die Finanzbehörden sich einer Hehlerei schuldig machten. «Das Risiko, damit vor Gericht auf die Nase zu fallen, ist aus meiner Sicht zu gross», sagte er der «Neuen Osnabrücker Zeitung». (hhs)
Kommentar:
Erstaunlich! Angela Merkel, die sonst eher vage und oft mit Airbagformulierungen eindeutige, konkrete Positionen vermeidet,spricht nun im Fall der gestohlenen Adressen überraschenderweise Klartext.
Obschon Westerwelle die Meinung vertritt, das ein Staat kein Geld zahlen darf für Diebesgut und findet, man sollte Gespräche mit der Schweiz pflegen, geht nun Angela Merkel mit dem Kopf durch die Wand.
Auch der Verteidigungsminister war gegen den Kauf gestohlener Akten!
Wahrscheinlich musste die Kanzlerin diese Attacke auf die Schweiz zur Chefsache erklären, damit sie nicht intern angegriffen wird und weil ihr der gewaltige Schuldenberg bis zum Hals reicht.
Nachtrag aus TAGI:
Christoph Blocher spricht Klartext
Für den abgewählten Bundesrat Christoph Blocher steht die Schweiz einem Land gegenüber, das Hehlerei betreibe und Diebstahl fördere. «In der deutschen Regierung hat es Kriminelle», meinte der ehemalige Justizminister in der Sendung «TalkTäglich» von TeleZüri.
Der Kauf der gestohlenen Bankdaten durch die Regierung in Berlin sei eine krasse Gesetzesverletzung. Deshalb müssten die laufenden Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungs-Abkommen mit Deutschland sistiert werden, forderte der frühere Magistrat. Zunächst müsse der Bundesrat in Berlin vorstellig werden und gegen den Kauf der Daten vehement protestieren. Das einzige Motiv für den umstrittenen Deal sei für Deutschland die desolate Lage der Staatsfinanzen. «Mit Rechtsbruch soll das Defizit verkleinert werden», sagte Blocher.
Die SVP werde im Parlament das Doppelbesteuerungsabkommen vehement bekämpfen. Es sei zudem auch möglich, dass seine Partei das Referendum ergreifen werde, erklärte der Vizepräsident der SVP Schweiz weiter. Die definitive Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, da man die insgesamt elf Abkommen zuerst analysieren werde.
Nachtrag aus 20 Min (3. Februar):
Scharfe Kritik vom Bund der Steuerzahler
Der Präsident des Bunds der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, kritisierte den geplanten Ankauf der Steuersünder-Datei durch die Bundesregierung heftig: «Wenn der Staat die Daten kauft, schliesst er einen Pakt mit einem Straftäter», sagte er der «Passauer Neuen Presse» zufolge. Natürlich sei Steuerhinterziehung ein schweres Vergehen. Der Staat könne und dürfe Straftäter aber weder begünstigen noch sich strafbares Handeln zunutze machen, betonte Däke. «Das ist im Rahmen eines Rechtsstaates nicht zu rechtfertigen.»
Im Fall Liechtenstein seien die Dinge anders gewesen: Da habe der Bundesnachrichtendienst gekauft. «Im aktuellen Fall geht es darum, dass ein Straftäter der Bundesrepublik Deutschland direkt die Daten anbietet. Es muss jetzt grundsätzlich die Frage gestellt werden, ob im Kampf gegen Steuerhinterziehung jedes Mittel Recht sein soll. Wir sind überzeugt, dass das nicht der Fall ist», befand Däke.
(ddp)
Blick:
Roger Köppel macht sich in Deutschland derzeit keine Freunde. (Reuters)
In der Sendung «Münchner Runde» des Bayerischen Rundfunks spielte «Weltwoche»-Boss Roger Köppel gestern den Winkelried für das Schweizer Bankgeheimnis. Köppel ist als früherer Chefredaktor der Berliner Zeitung «Die Welt» ein gern gesehener Talkgast in Deutschland.
«Wer wissentlich gestohlenes Gut kauft, ist ein Hehler», schoss Köppel gegen die deutsche Regierung. Mit dieser Aussage war der Vorzeige-Intellektuelle der Nationalkonservativen noch in bester Gesellschaft mit Schweizer Politikern von links bis rechts. Doch er setzte im Eifer des Gefechts noch einen drauf.
«Wenn ich Politiker wäre, würde ich die deutsche Regierung anzeigen wegen Anstiftung zu Industriespionage. Und wenn ein deutscher Minister in die Schweiz kommen würde, würde ich ihn verhaften lassen», polterte Köppel.
Auch in Deutschland selber ist der Kauf von gestohlenen Bankdaten heftig umstritten: Ein Jurist aus Dresden reicht nun Strafanzeige gegen die deutsche Bundeskanzlerin ein.
«Aufforderung zu Straftaten»?: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Bild: Keystone
Wegen des geplanten Kaufs der Schweizer Bankdaten über deutsche Steuersünder hat ein Dresdner Rechtsanwalt Strafanzeige gegen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht. Mit dem beabsichtigten Erwerb der Daten überschreite die Bundesregierung die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit, heisst es in einer am Mittwoch in Dresden verbreiteten Erklärung des Strafverteidigers.
Es bestehe der Verdacht der Aufforderung zu Straftaten, der Anstiftung zur Hehlerei und der Anstiftung beziehungsweise Beihilfe zum Ausspähen von Daten. Die Staatsanwaltschaft müsse prüfen, ob das Vorgehen der Kanzlerin noch von den Gesetzen gedeckt sei, erklärte der Rechtsanwalt.
Das kleine Gespräch über Alltägliches ist Schmieröl aller Gespräche.
Nicht nur bei Kritik-, Beurteilungs-, Qualifikations-, oder Schlecht-Nachrichtengesprächen hat die Anwärmphase eine grosse Bedeutung. Auch bei normalen Aussprachen, Kunden- und Beratungsgesprächen, vor allem bei Verhandlungen können die angeblich "sinnlosen" Plaudereien nützlich und hilfreich sein.
Smalltalk ist somit keine Zeitverschwendung.
Smalltalk ist:
- unbeschwerte, KURZE Plauderei
- eine Anwärmphase, ein Aufwärmgespräch (eher ein Smart-Talk)
- Ouverture jedes heiklen Gesprächs
- lockert Gesprächssituationen auf und macht das Gegenüber gesprächsbereit
- Eisbrecher und schafft Vertrauen
- „Oel im Getriebe“ (des Gesprächs)
- Türöffner
- Grundstein von Verhandlungsgesprächen
- oberflächliche Unterhaltung, welche die Stimmung der Gesprächspartner auslotet
Dank Small Talks können wir Kontakte pflegen
Small Talk kann sogar Karriere fördernd sein
WICHTIG- Nichts ansprechen was polarisieren könnte
- Ueber Sorgen Todesfälle, Politik, Figurprobleme, Gerüchte usw. zu reden ist TABU
- Wichtig ist das "WIE man redet", nicht das "WAS"
- Themen werden nicht vertieft
- Die Plauderei bleibt bewusst an der Oberfläche
- Sie muss stets freundlich begonnen und freundlich beendet werden SMALLTALK KANN TRAINIERT WERDEN
Mit neuen Kunden zu plaudern, in der Kantine mit dem Chef einen Dialog zu pflegen, oder eine heikle Verhandlung zu führen, macht oft Bauchweh. Wir müssen jedoch wissen :
Die unbeschwerte Plauderei ist erlernbar und zwar durch Beobachtung in der Bahn, im Taxi usw.
Bei Veranstaltungen:
"Kennen Sie Herr oder Frau XY?" (Referenten)
"Was (welches Thema, welches Seminar) interessiert Sie hier am meisten?"
Der Wetter-Talk funktioniert immer
Der Klassiker des unverfänglichen Smalltalks ist der Austausch über das Wetter. Denn egal, ob es draussen warm oder kalt ist - Frieren oder Schwitzen verbindet gleichermassen. Freizeit, Urlaub, Sport, Hobbys stehen genauso auf der Positivliste der kleinen Plauderei. "Bei einem Vorstellungsgespräch bietet sich indessen die Erkundigung nach der Anfahrt des Bewerbers an", "Sind Sie gut über die Baustelle gekommen? Mich hat sie heute Morgen viel Zeit gekostet" wirkt wesentlich unverkrampfter und nicht so eingeübt wie die Standard Frage: "Sind Sie gut angereist?"
Vor einem Vorstellungsgespräch können Sie unter Umständen die schönen Räumlichkeiten oder die Bilder loben (Achtung: Das Lob muss echt sein! Lügen würden entlarvt.)
Gerade, wenn zwei Verhandlungspartner sich vorher noch nie gesehen haben, kommt es auf den ersten Eindruck an. Ob wir jemanden sympathisch finden oder nicht, entscheidet sich meist innerhalb der ersten drei Sekunden und diese Einschätzung kann sich hartnäckig halten Umso wichtiger ist es, das erste Zusammentreffen möglichst positiv zu gestalten, indem wir darauf achten, was wir sagen und wie wir unsere Botschaft rüberbringen.
Es geht auch beim Small Talk nichts ohne Ueben und Anwenden!
Das können selbst die introvertiertesten Personen lernen, indem sie ab sofort üben, üben, üben. Überall, wo geredet wird, kann man Smalltalk lernen. Je öfter Sie auf andere zugehen und sie ansprechen, umso leichter fällt es. Der Nebeneffekt dieses Trainings ist auch nicht zu verachten. Immerhin startet ein guter Smalltalker immer mit einem netten Gespräch in den Tag.
FAZIT:
Der versierte Small Talker spricht fremde Menschen über unverbindliche Themen an. Aber er hält dieses kurze Gespräch auch in Gang.
Der gute Small Talker stellt FRAGEN ohne das Gegenüber mit Fragen zu "löchern". Er nutzt 70 Prozent seiner Gesprächszeit zum ZUHOEREN. An ihn gestellte Fragen beantwortet er kurz und präzise und verbindet sie vielleicht mit kleinen Geschichten, die Interesse an seiner Person wecken aber zum Thema passen müssen.
Wenn wir uns echt am Gegenüber interessieren, dann stimmt alles - Körpersprache, Blickkontakt und Stimme mit unsererer Einstellung überein. Das Gegenüber erkennt ohne Schulung das echte Interesse . Gespielte Anteilnahme wird rasch entlarvt.
Probieren Sie den Smalltalk bei jeder Gelegenheit. Und üben Sie, wo es nur geht. Small Talk kann man laufend optimieren und künftig als eigene Erfolgstechnik ausbauen und nutzen.