Rhetorik.ch Blog
Persönliche Gedanken von Marcus Knill
zu Aktuellem.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Die letzten Herbsttage?
Stefan Peter, Winterthur
Die Anzeichen, dass der Herbst zu Ende geht, wird immer deutlicher.
Aus: Die schönsten Waldbilder (Foto Nico Schärer)
Es wird auch für uns Zeit, das K+K Refugium "SALMENFEE" für den Winterschlaf vorzubereiten.
Am letzten Tag im Oktober erlebten wir einen einen prächtigen Spätherbsttag im Wallis. Im Gegenlicht strahlten die Blätter, als wären sie vergoldet. Nun kann der Winter kommen. Wir freuen uns auf das Wiedersehen im SALMENFEE im nächsten Jahr.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger soll neuer EU-Kommissar in Brüssel werden. Nachfolger könnte Stefan Mappus werden.
Kommentar: Günther Oettinger hat sich mehrfach unglücklich verhalten. Obschon er ein intelligenter versierter Politiker ist, hat er den Zugang zum Volk nie richtig gefunden. Deshalb wird vermutet, dass Angela Merkel den Ministerpräsidenten rechtzeitig nach Brüssel entsorgen wollte. Die einen kommentieren dies als Aufstieg, während ander den Wechsel als eine gezielte Rettungsaktion vor Oettingers Untergang betrachten.Die Mitteilung am Samstag den 24. Oktober war der Paukenschlag des Tages in Deutschland.
Am Sonntag stellt Europa auf Winterzeit um. In der Schweiz werden die Uhren um drei Uhr Morgens auf zwei Uhr zurückgestellt. Wir holen uns damit die Stunde Schlaf zurück, die mit der Umstellung zur Sommerzeit verloren ging.
3. März 2002 ... Einige Zeitmanagement-Gurus arbeiten gerne mit Listen und Aktenordnern. Gemäss deren Rat müssten Sie dauernd Listen erstellen: z.B. was Sie ...www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html - Cached - Similar
1. Juni 2007 ... Bei wichtigen oder komplizierten Arbeiten ist es wichtig, nicht gestört oder abgelenkt zu werden. Zeitmanagement · Kreativitaetstechnik ...www.rhetorik.ch/Saegeblatteffekt/Saegeblatteffekt.html - Cached - Similar
Dieser Test ist ein Bestandteil des Zeitmanagements. Bei allen Informationsprozessen darf der Aspekt Zeit ... Mehr zum Thema Zeitmanagement finden Sie hier. ...www.rhetorik.ch/Information/Informationsmanagement.html - Cached - Similar
15. Mai 2003 ... Die Stolpersteine im Umgang mit Ordnung und Organisation, vor allem im Zeitmanagement sind hinlänglich bekannt: ...www.rhetorik.ch/Selbstmanagement/Selbstmanagement.html - Cached - Similar
1. Apr. 2002 ... Das Zeitmanagement bei Meetings ist etwas vom Zentralsten; zumal die langen Sitzungen am meisten beanstandet werden. ...www.rhetorik.ch/Meetings/Meetings.html - Cached - Similar
Freitag, 23. Oktober 2009
Ist Menschenkenntnis lernbar?
DER ROTE FADEN ZUR VERANSTALTUNG IN DER WOCHE 44
Wer mit Kunden zu tun hat, wünscht sich, Menschen durchschauen zu können.Es ist spannend, der Frage nachzugehen, wie wir den Zugang zum Mitmenschen erleichtern können. Dank der Entschlüsselung der Körpersignale erhoffen wir uns die Absicht unserer Kunden rascher zu erkennen.Wir möchten alle Gedanken lesen können und suchen deshalb nach allen Anzeichen, die uns verraten, ob das Gegenüber flunkert, lügt oder eine Aussage ernst meint.Es hat sich gezeigt: Ein sicherer Lügendetektor oder ein Gedankenlesegerät gibt es immer noch nicht.
Menschenkenntnis, Mimik,Menschen durschauen- ist das moeglich?
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Das Wichtigste vorweg:
Das Zauberwort: EINSTELLUNG
Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, die unserer Einstellung sendet.
Es sollte ein Medienkonferenz werden, die Einigkeit und Geschlossenheit signalisiert.Doch das Verhalten der Akteure sagt mehr als die abgelesenen Worte. Die dunkeln Farben, die Spannung in der Muskulatur, die Blicke und das gespielte Lächeln müssen nicht kommentiert werden.
Gedanken lesen fällt nicht schwer!
(Bildquelle Blick)
Man braucht kein Samy Molcho zu sein, um zu sehen, wie es hinsichtlich Beziehungsebenen zwischen den beiden Ministern bestellt ist. Der Körper kann nicht lügen. Die Auseinandersetzung mit dem fragwürdigen SMS von Calmy - Rey , das grosse Zerwürfnis - trotz Entschuldigung der Aussenministerin - ist den beiden Kontrahenten nicht nur ins Gesicht geschrieben. Wer glaubt, man könne Risse in der Beziehungsebene plötzlich so rasch rasch kitten, täuscht sich. Es gibt keinen Seelen Araldit, der hilft, wenn zu viel Geschirr zerschlagen auf der Beziehungsebene.
Beobachtungsübung: Beschreiben Sie den Gesichtsausdruck, die Haltung und formulieren Sie, wie die zwei Akteure auf Sie gewirkt haben.
FAZIT: DIE EINSTELLUNG WIRKT SICH ZWANGSLAEUFIG AUF DIE KOERPERSPRACHE AUS. FOLGLICH..........
DER KOERPER VERRAET IMMER AUCH DIE EINSTELLUNG DER AKTEURE.
DIE BUNDESRAETE KONNTEN DIE MISSTIMMUNG NICHT UEBERTUENCHEN, UND SO TUN, ALS SEI MAN EIN HERZ UND EINE SEELE
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Fragen, die Sie bestimmt an unserer Veranstaltung beschäftigen:
Kann man die Körpersprache eindeutig deuten?
Wie erkennt man bei einer Person, ob sie lügt? (Körpersignale, Stimme?)
Oder ob sie nervös ist?
Gibt es Beispiele, die zeigen, dass man die Körperprache deuten kann?
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FRAGWUERDIG SIND ALLE REZEPTORIENTIERTEN, SCHABLONENARTIGEN INTERPRETATIONEN, wie in folgendem Artikel:
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Pseudopsychologie
Schablonenartige Interpretationen der Körpersprache von Mitmenschen sind Unsinn. Auf dieser Seite finden Sie ein Beispiel einer fragwürdigen Pseudopsychologie.
Vergleichen Sie die Artikel:
Sowohl die Person als auch die Präsentation beeinflusst den Inhalt wesentlich. Fakten werden durch die Person oder die Darstellung gefärbt. ...www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/ - Cached - Similar
24. Nov. 2000 ...Samy Molcho durchschaute schon vor Jahren Alt Bundeskanzler Kohl- dank einer Analyse von Kohls Körpersprache. ...www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_24_2000.html - Cached - Similar
8. Juni 2003 ... Die schillernde Figur Möllemann galt auch für den Kinesikspezialisten Samy Molcho seit je als ehrgeizig und empfindlich. ...www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_08_2003.html - Cached - Similar
Anstelle einer ausgedruckten Dokumentation erhalten Sie hier einen
Internetbeitrag zum nachträglichen Studium:
Die STIMME beSTIMMT die STIMMUNG________________________________________
von Marcus Knill
Bei der Wirkung und beim Phänomen des Ueberzeugens spielt die Stimme (der TON) eine zentrale Rolle. Bekanntlich gilt: "C'est le ton qui fait la musique". In Abänderung des Spruches "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte" darf gesagt werden:"Die Stimme sagt mehr als viele Worte".Die Stimme (ohne Bild), beispielsweise am Telefon oder im Radio weckt erstaunlich viele Vorstellungen. Bei Zuhören werden Bilder geweckt.Nach der amerikanischen Wissenschafterin Sarah Partan sind auch bei der Tierwelt Laute wichtiger als körpersprachliche Signale.
Wahrscheinlich hat Hillary Clinton die Wahl mitunter verloren, weil ihre Stimme scherbelt. Obamas Stimme hingegen klingt wie Musik. Wenn es um Ueberzeugungsprozesse geht, spielt die Stimme eine zentrale Rolle. Spezialisten behaupten, dass die Stimme uns enorm viel verrät. Sie ist wie ein Lügendetektor.
Kriterien der Stimme
Nebst dem Klang sind es:
- Resonanz (wir können die Resonanzebene einordnen)
- Modulationsbreite (Kann gemessen werden)
- Atmungsgeräusche (sind am Mikrofon gut hörbar - Atemnot, Kurzatmung, Spannung)
- Registerübergänge
- Kieferöffnungsweite ( eng - signalisiert oft Stress - Spannung)
- Lippenspannung
Ich habe als Assistent bei Phoniater Dr. D. Padovani erkannt, dass sich psychische Befindlichkeiten auf die Stimmung und damit auch auf die Stimme auswirkt.
3D Diagramm der Stimme
Generell darf gesagt werden:Monotonie bei der Stimme ist nicht nur langweilig. Die monotone Stimme ist "tödlich" bei allen Dialogen und Präsentationen.
Beim Coaching achten wir darauf dass die natürliche Stimmlage nicht verstellt wird. Wir müssen die persönliche Indifferenzlage herausarbeiten Messungen zeigen, dass in Stresssituation die Stimme bis zu einer Oktav nach oben springt.Bei einer Verstärkeranlage, im Radiostudio oder am Telefon ist es wichtig, dass wir im Kammerton sprechen und nicht so, als müssten wir auf dem Kasernenhof ohne Verstärkeranlage schreien.
Etwas von Wichtigsten ist der Start
Locker geerdet dastehen oder sitzen und lernen wie man eine Vollatmung macht. Viele Redner machen atmen falsch (Hochatmung).
21. Mai 2006 ... Wahrnehmungstests zeigen, dass die Stimme einen wichtigen Beitrag zur Kommunikation leistet. Bei Präsentationen vor einem Publikum trägt sie ...www.rhetorik.ch/Aktuell/06/05_21.html - Cached - Similar pages
Kraftvolle Stimme - vage Aussagen. von Marcus Knill. Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der ...www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_06/persoenlich.html - Cached - Similar pages
2. Aug. 2006 ... Dazu kam, dass Doris Leuthard mit lauter, kraftvoller Stimme (ständig "mit Power"- ohne Variationen) sprach. Die Lautsprecher standen vor ...www.rhetorik.ch/Aktuell/06/08_02.html - Cached - Similar pages
Kommentar: Christoph Blocher hätte mit der kaputten Stimme besser nicht geredet und die Sendung verschoben. Der Auftritt der Ehefrau war auch nicht ...www.rhetorik.ch/Aktuell/08/01_13/index.html - Cached - Similar pages
7. Jan. 2007 ... Die wilde "Scheibenwischertechnik", bei der ein Redner sich bemüht, möglichst alle Leute anzuschauen, indem der Blick ständig hin und her ...www.rhetorik.ch/Blickkontakt/Blickkontakt.html - Cached - Similar pages
Äusseren Merkmalen wie Mimik, Stimme, Körpersprache, oder Gesichtszügen wird viel Bedeutung zugemessen. Verraten Signale, wie Menschen tatsächlich sind? ...www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis.html - Cached - Similar pages
15. März 2007 ... In vielen Ratgebern wird der Kleidung, Frisur und Körpersprache grosse Bedeutung zugemessen, davon ausgehend, dass das Äussere bedeutende ...www.rhetorik.ch/Erstereindruck/Erstereindruck.html - Cached - Similar pages
10. Aug. 2000 ... Wenn wir offene Sinne und ein waches Auge für die Signale und Kommentare unserer Körpersprache haben, können viele Gespräche und Begegnungen ...www.rhetorik.ch/Menschenkenntnis/Menschenkenntnis1.html - Cached - Similar pages
8. Juni 2003 ... Diese neue Analyse der Körpersprache des bekannten Politikers ... In der Regel ist die Körpersprache tatsächlich aussagekräftiger und ...www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_08_2003.html - Cached - Similar pages
Politikerportraits. ... Ausstellungstext, Politiker Portraits, DRS2, 1. November 2008, Redaktion: Karin Salm. Ausstellung im Museum für Gestaltung in ...www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html - Cached - Similar pages
Anstatt die Körpersprache zu trainieren:
Trainieren Sie Ihre Wahrnehmungsfähigkeit mit folgender BEOBACHTUNGSUEBUNG
1. Schritt:
Beobachten Sie eine andere Person genau, wie sie geht, sitzt oder steht!
2. Schritt:
Fragen sie sich: Welcher Eindruck, welche Wirkung, hat die Körperhaltung der Person, deren Körperhaltung sie beschrieben haben?
3. Schritt:
Ziehen sie Schlüsse daraus. Damit sie die Einstellung dieser Person besser nachvollziehen können, ahmen Sie die Stellung dieser Person bewusst nach. Sie werden möglicherweise auf diese Weise herausfinden, mit welcher Einstellung die beobachtete Person kommuniziert. (Die Einstellung wirkt sich bekanntlich auf die Stellung des Körpers aus und umgekehrt!)
4. Schritt:
Diese Selbstbeobachtung dürfen Sie keinenfalls während eines echten Auftrittes oder eines echten echten Dialoges machen (Sie wären sonst nicht mehr 100 prozentig beim Kommunikationsprozess)!Beobachten sie ab und zu ihre Körperhaltung:
FUESSE
BEINE
BECKEN
RUMPF
ARME
HAENDE/FINGER
KOPFHALTUNG
Dank dieser Ueberprüfung erkennen sie rechtzeitig allfällige negative Verhaltensweisen und können so ihre Haltung immer wieder selbst korrigieren, bevor sie sich Negatives angewöhnt haben.
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Hintergrundbeitrag zur Thematik Lügendetektor (Quelle: Wikipedia)
Die Grundidee zum Lügendetektor geht auf die Psychologen Carl Gustav Jung und Max Wertheimer zurück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlichten sie zwei unabhängige Arbeiten zur Nutzung psychophysiologischer Verfahren als Indikatoren für juristische Belange. Vittorio Benussi konstruierte im März/April 1913 an der Universität Graz einen Apparat, der die Atmungsphasen und den Puls registriert und an dem abgelesen werden kann, ob die Versuchsperson lügt - den ersten Lügendetektor. Polygraphen wurden zum ersten Mal am 2. Februar 1935 in einem Experiment von Leonard Keeler getestet.
Seitdem haben sich Polygraphen in vielen Ländern verbreitet, das Hauptanwendungsgebiet war und sind jedoch wohl die USA, in denen mit der American Polygraph Organisation auch eine einflussreiche Organisation existiert. Die Anwendungsgebiete erstrecken sich von Bewerbungsgesprächen für eine Arbeitsstelle bis zum Verhör von Angeklagten. Auch der Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI in den USA verwenden Lügendetektoren, um die Vertrauenswürdigkeit von aktuellen und potentiellen Mitarbeitern zu beurteilen.
Neben den Polygraphen wurden in jüngerer Zeit alternative Methoden für Lügendetektoren entwickelt. Darunter sind rein stimmenbasierte, die Änderungen in der Stimme als Indikator für Lügen verwenden und bei einem Telefongespräch eingesetzt werden können, sowie Infrarotkameras, mit denen die Durchblutung des Gesichts sichtbar gemacht und als Indikator verwendet wird.
Alle existierenden Lügendetektoren basieren auf der Annahme, dass Menschen beim Lügen mindestens geringfügig nervös werden. Auch wenn diese Nervosität dem Gegenüber unsichtbar bleibt, erzeugt sie durch das vegetative Nervensystem unwillkürliche Reaktionen, die durch entsprechende Messgeräte sichtbar gemacht und aufgezeichnet werden können.
Für eine zuverlässige Bewertung werden mehrere dieser Reaktionen gleichzeitig überwacht. Der Polygraph an sich ist nicht mehr als ein Messgerät, das eben diese Reaktionen misst und aufzeichnet. Eine Auswertung findet durch das Gerät nicht statt und obliegt allein dem Polygraphisten, der entsprechend ausgebildet wurde. Ein Polygraphist soll in der Lage sein, echte Reaktionen von willentlich herbeigeführten unterscheiden zu können.
Neue Methoden versuchen den Wahrheitsgehalt einer Aussage anhand von Gehirnscans festzustellen. Mittels fMRT-Aufnahmen, die aktive Hirnareale sichtbar machen, wollen Firmen wie z.B. Cephos Trefferquoten von 90% erreicht haben.[1] Die grundsätzliche Idee ist, dass Lügen ein komplexerer Vorgang ist, als die Wahrheit zu sagen; demzufolge sind dabei mehr bzw. andere Gehirnareale (Frontal- und Parietallappen) aktiv. Eine weitere Begründung lautet: die Lüge strengt das Gehirn mehr an als die Wahrheit und deshalb werden bestimmte Regionen stärker durchblutet. [2] Wenn der Proband sich allerdings schon vorher überlegt was er sagen wird und sich fest genug "einredet" es sei wahr, dann wird beim Test die vorbereitete Antwort aus dem Gedächtnis (Temporallappen bzw.Hippocampus) abgefragt, und erscheint somit als wahr.
Die Befragung wird durch den Polygraphisten durchgeführt, während der Untersuchte an den Lügendetektor angeschlossen ist. Der Polygraphist markiert in der Ausgabe des Detektors die Stellen, an denen Fragen gestellt oder Antworten gegeben werden, um später die Zuordnung zu ermöglichen.
Vor und während der eigentlichen Befragung wird das normale Maß an Reaktionen festgestellt, die als Vergleichsbasis für die Auswertung der relevanten Fragen verwendet wird. Bei der Kontrollfragenmethode werden zusätzlich Fragen gestellt, deren Antwort erwartungsgemäß "ja" ist, die von den Befragten aber dennoch meist verneint werden (z.B. "Haben Sie jemals etwas von Ihrem Arbeitsplatz mitgehen lassen?"). Die andere Möglichkeit sind gerichtete Lügenkontrollfragen, bei denen der Untersuchte gebeten wird, die Kontrollfrage absichtlich mit einer Lüge zu beantworten.
Eine nur in der Aufklärung von Verbrechen sinnvolle Art der Befragung ist das Tatwissenverfahren, bei dem zu tatbezogenen Fragen mehrere mögliche Antworten verlesen werden. Die Fragen beziehen sich auf Fakten, die nur dem Täter und den Ermittlern bekannt sind und die sich auch nicht leicht erraten lassen. Zeigt der Untersuchte bei den richtigen Antworten Reaktionen, gibt er so unbewusst Wissen preis, das er nur als Täter haben kann. Laut Max Steller zeigten verschiedene Laborstudien, „daß Probanden ohne Tatwissen bei fast allen Untersuchungen mit dem Tatwissentest zu 100 Prozent richtig identifiziert werden konnten, d. h., daß keine falsch-positiven Zuordnungen erfolgten. Bei Personen mit Tatwissen erfolgten in 80 bis 95 Prozent richtige Klassifikationen.“[3]
Die Aufzeichnungen werden durch den Polygraphisten interpretiert, der seine Bewertung zu den relevanten Antworten abgibt. Statt "wahr"/"gelogen" wird oft auch ein differenziertes Punktesystem eingesetzt.
Angesichts der Tatsache, dass die Anerkennung von Lügendetektoren bei Unzuverlässigkeit großen Schaden anrichten kann, sind die Gegenstimmen zahlreich. Es wird angeführt, dass keine wissenschaftlich haltbaren Beweise für die Zuverlässigkeit existieren, dagegen aber viele Fälle von Fehleinschätzungen durch Lügendetektortests bekannt und die Tests demonstrierbar zu manipulieren sind.
Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Befremdlich ist aus heutiger Sicht auch die geradezu mechanistische Vorstellung vom "Innenleben" des Menschen: Es wird unterstellt, dass ein bestimmter Input zu einem reproduzierbaren und bei allen Menschen vergleichbaren Output führe, sprich: eine Konfrontation mit bestimmten Fakten zu einem bestimmten Affekt. Eine willentliche Beeinflussung dieser Affekte wird so schon vor aller Erfahrung mit dem Gerät ausgeschlossen.
Die Annahme, durch das technische Hilfsmittel eines Polygraphentests ("Lügendetektors") körperliche Reaktionen bei einer Befragung so festhalten und auswerten zu können, dass damit der Wahrheitsgehalt von Antworten "gemessen" werden könne, hat sich als zu technikgläubig erwiesen. Ein Polygraphentest stellt daher jedenfalls in Deutschland kein zulässiges Beweismittel dar. [4] Der Einsatz von Lügendetektoren spielt mittlerweile auch eine große Rolle in den Medien. In deutschen "daily talkshows" wie Britt werden diese Tests sehr häufig eingesetzt. Bedenklich erscheint vor allem, dass die Ergebnisse nicht hinterfragt, sondern als unumstößlich wahr dargestellt werden.
Lügendetektoren messen keine Lügen, sondern verschiedene Reaktionen, die auf Nervosität oder andere Emotionen zurückzuführen sind. Damit ist jemand, der auf eine Frage nicht gelassen reagiert, trotz wahrheitsgetreuer Antwort gefährdet, für einen Lügner gehalten zu werden. Emotionale Reaktionen eines unschuldig Verdächtigten auf eindringliche Beschuldigungen sind nicht überraschend, vor allem wenn der Befragte dem Opfer des Verbrechens nahe steht.
Auch können körperliche Ursachen für die beobachteten Reaktionen vorliegen, die nichts mit der Befragung zu tun haben.
Eine Eigenschaft der Lügendetektoren ist, dass sie keine exakten Zahlen oder dergleichen ausgeben. Die Ergebnisse hängen von der Interpretation durch den Untersucher ab, wobei dieselbe Aufzeichnung von verschiedenen Polygraphisten unterschiedlich ausgewertet werden kann. Damit sind Vorurteile nicht ausgeschlossen.
Befürworter von "Lügendetektoren" weisen darauf hin, dass Ergebnisse eines EKG-Geräts prinzipiell von ähnlicher Natur sind wie jene eines Polygraphen (eine auf Papier aufgezeichnete Kurve), aber bei einem EKG spreche man von einer wissenschaftlich haltbaren Methode. Der Unterschied zwischen Polygraph und EKG ist aber, dass die Grundlagen der EKG-Resultate restlos klar sind (elektrische Spannung der verschiedenen Herzmuskeln); und dass der gleiche Schaden am Herz auch zu den gleichen Ergebnissen führt. Diese fehlende Reproduzierbarkeit führt zu einem Interpretationsspielraum, welcher Vorurteile begünstigt.
Es ist möglich, messbare Reaktionen willentlich durch Methoden zu erzeugen, die der Untersucher nicht entdeckt. Damit kann das Ergebnis eines Tests in eine gewünschte Richtung gelenkt werden und eventuell eine andere Person mit einem Verbrechen belastet werden. Führende Polygraphisten behaupten, sie könnten jede Art solcher Manipulation entdecken, bleiben den Beweis aber schuldig. Fest steht, dass Angehörige militärischer Spezialeinheiten (im Rahmen ihrer RtI = Resistance-to-Interrogation-Ausbildungsphase) und Mitarbeiter von Geheimdiensten seit langem im Manipulieren von Lügendetektortests geschult werden.
Unter Anderen hat James Randi seine Herausforderung (er bietet eine Million Dollar für den Beweis übernatürlicher Kräfte) so ausgeweitet, dass der Beweis dieser Behauptung ebenfalls gewinnt. Kein Polygraphist nahm die Herausforderung an, jedoch zogen sie ihre Behauptung auch nicht zurück.
Es sind viele Fälle bekannt geworden, in denen durch das Vertrauen auf Lügendetektoren Schaden angerichtet wurde.
Aldrich Ames war ein Mitarbeiter der CIA, der geheime Informationen an die Sowjetunion verkaufte. Vor allem handelte es sich dabei um die Identitäten von Quellen im KGB und dem sowjetischen Militär, die die USA mit Informationen versorgten. Dies führte dazu, dass mindestens 100 Geheimoperationen aufflogen und mindestens 10 Informanten hingerichtet wurden. Ames bestand während seiner Spionagezeit zwei Lügendetektortests beim CIA und wurde erst durch das eingeschaltete FBI aufgedeckt. Wie er später erzählte, hatte er vor den Tests seinen sowjetischen Kontakt gefragt, was er tun solle. Ihm wurde gesagt, er solle sich bei den Tests einfach entspannen, was er dann tat.
Melvin Foster wurde als Verdächtiger in einem Serienmordfall 1982 einem Polygraphentest unterzogen, den er nicht bestand. In Folge wurde er jahrelang weiter öffentlich verdächtigt, obwohl keine handfesten Beweise vorlagen. Erst 2001 wurde er endgültig von allen Verdächtigungen befreit, als DNA-Untersuchungen Gary Ridgway mit den Fällen in Verbindung brachten. Ridgway war anfangs einer der Hauptverdächtigten, wurde dann aber nicht weiter beachtet, da er zwei Lügendetektortests bestand. Ridgway konnte seine Mordserie fortsetzen und gestand schließlich vor Gericht 48 Morde.
31. März 2001 ... Nicht jeder ist zur Lüge geboren. Wer grosse Angst hat, erwischt zu werden, sollte es bleiben lassen. Lügen klappt nur mit Leichtigkeit und ...www.rhetorik.ch/Wahrheit/Luege.html - Cached - Similar
20. Febr. 2003 ... KNILL: Wichtig scheint mir der Unterschied zwischen Lügen, die einem anderen scha den oder eben nicht. Gegen erstere bin ich absolut. ...www.rhetorik.ch/Wahrheit/Fantasie.html - Cached - Similar
Bei all den vielen Lügen hat kaum jemand ein schlechtes Gewissen. Viele Händler täuschen Interesse oder Desinteresse vor. ...www.rhetorik.ch/Wahrheit/Wahrheit1.html - Cached - Similar
Das Foto von Dodi Al-Fayed und Diana stammt aus dem Jahre 1997. Quelle: Wanderausstellung "X für U - Bilder, die lügen" und Spiegel. ...www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html - Cached - Similar
Dies bedeutet, dass Lügen auf lange Sicht kurze Beine haben. (Weil selbst Laien erkennen, dass beim Lügen etwas nicht stimmen kann; nicht synchron ist). ...www.rhetorik.ch/Wahrheit/Wahrheit2.html - Cached - Similar
Angenommen, es müsste eine Person lügen lernen, ist der Aufwand grösser. ... (Damit interpretiert Clinton implizit: Das Aufdecken einer Lüge ist unbedeutend ...www.rhetorik.ch/Redeanalyse/Clinton.html - Cached - Similar
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FAZIT:
1. Schärfen wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit!
2. Es lohnt sich, unsere Beobachtungen genau zu beschreiben
3. Unsere Intuition ist ein brauchbarer Lügendetektor
Die Fähigkeit andere Menschen zu "erkennen" beginnt bei der Selbstwahrnehmung. Diese Wahrnehmungsfähigkeit kann trainiert werden. Wir haben alle die Fähigkeit, das Verhalten anderer Menschen zu entschlüsseln. Wer die Wahrnehmungsfähigkeit verkümmern lässt, verliert dieses "Frühwarnsystem", ähnlich wie die Kraft der Muskeln nachlässt, wenn sie nicht trainiert werden. Während ein Normalsehender die Blindenschrift mit den Fingerspitzen nicht erkennen kann, so kann diese taktile Wahrnehmung geübt werden. Der Trainierte kann die ertastenden Buchstaben bald erkennen. Ähnlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit trainiert werden. Die Praxis zeigt:
Eine gute Wahrnehmung macht hellhörig, vor-, weit-, und nachsichtig und ist die wichtigste Voraussetzung, sich selbst und andere zu beurteilen. - Hildegard Knill
Werkzeug Spiegel
Das Werkzeug "Spiegel" erlaubt es, blinde Flecken rasch zu erkennen. Durch externe Rückmeldungen ist es möglich, zu erfahren, wie man von der Umwelt wahrgenommen wird. Auch beim Coaching ist Video als Ton- und Bildspiegel nutzbar. Bei vielen Menschen wird die Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten zuerst schwierig, weil man sich im Spiegel immer seitenverkehrt sieht. Fachgerechtes Videofeedback vermittelt dem Betroffenen das Bild, so wie es die anderen sehen. Man lernt so, sich zu akzeptieren, wie man ist. Eine ganzheitliche Beurteilung ist dabei genauer als das Einzelurteil. Sowohl bei Fremd- und Selbstbeurteilung kommt man weiter wenn möglichst viele "Faktoren" zusammen berücksichtigt werden.
Expertenspiegel
Neben Ton - und Bildspiegeln gibt es auch Expertenspiegel. Könige hatten einen Hofnarren, eine Person, die offen und ungeschminkt dem König die Meinung sagte. Heute hilft das Feedback von Kollegen, vom Partner, den Mitarbeitenden, dem Vorgesetzten. Auch Experten der Körpersprache, Stimmanalyse oder Grafologen können Feedback geben.
Typologien
Gefährlich ist es, wenn wir uns auf nur eine Methode verlassen und uns an irgend einer Typologie festbeissen:
Kretschmer - Körperbautypologie
Huter- Psychoprognostik
Hofstätter - Typologie
Palmer - Enneagramm - die neun Typen,
Lersch - Wesen der Geschlechter, klinische Typen, psychoanalytische Typen
Es gibt keine allein-seligmachende Methode.
Wahrnehmungsverzerrungen
Selbstverständlich sind Wahrnehmungsverzerrungen zu berücksichtigen. Beispiele sind der Pygmalion, der Rosenthaleffekt oder der Haloeffekt, Vorurteile und die Gefahren des ersten Eindrucks. Wahrnehmung ist immer selektiv. Affekte beeinflussen sie, die Kleidung und auch die Redeweise.
Werkzeuge
Werkzeuge, die sich bei der Selbst- und Fremdwahrnehmung bewährt haben:
Beschreiben, statt werten
Stärken und Defizite erkennen
Blinde Flecken bewusst machen
Erfahrungen nutzen.
"Selbst" als Zauberwort nutzen
Beim fachgerechten Coaching gilt es die Fähigkeit zur Selbstkritik, Selbsterkennung, Selbstbeurteilung und Selbstmanagement zu vermitteln:
Selbsterkenntnis ist der Weg zur Menschenkenntnis.
Als Quintessenz passt auch der Einführungstext von Stephan Mester zum Thema der Woche:
Menschenkenntnis besteht aus einer Summe sozialer Fähigkeiten: Wahrnehmung, Beobachtung, Erfahrung, Körpersprache, Redeweise und zu aller erst Selbsterkenntnis. Denn nur wer sich selbst gut kennt, kann sein Umfeld besser beurteilen. Und dennoch, kein Mensch ist hundertprozentig auslotbar. - Stephan Mester
Nachlese für die Teilnehmer:Sie waren an meiner Veranstaltung und haben erkannt, dass Menschen nicht schablonenartig beurteilt werden können. Sie haben sich am Schluss EINE Erkenntnis notiert. Es gilt nun, diese Erkenntnis umzusetzen. Ohne dieses Vertiefen kommt es bei unserer Veranstaltung zu keiner Nachhaltigkeit. Meine These: Schulen Sie vor allem Ihre Wahrnehmungsfähigkeit. Achten Sie auf Ihre Intuition und registrieren Sie die Phänomene der Angewandten Rhetorik (Stimme, Körpersprache usw) Sie haben erkannt, wie oft wir im Alltag Täuschungen unterliegen, weil wir das Gegenüber nicht ganzheitlich wahrnehmen. Ich wünsche viel Erfolg im Alltag! ---lesen Sie nachfolgenden Beitrag "Selbstmanagement" (Link anklicken!)
Selbstmanagement. ...Selbstmanagement. von Marcus Knill. "Selbst" - ein Schlüsselwort der Kommmunikation", Handelszeitung, 29. Oktober - 4. ...www.rhetorik.ch/Selbst/Selbst.html -Cached - Similar
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Der Einfluss einer Fernsehsendung
Die Geschichte ist einfach: Jemand hat ein Medikament gegen Schuppenflechten entwickelt. Die Pharma kauft darauf die Rechte und das erfolgreiche Medikament verschwindet bewusst in einer Schublade. Denn: Die billige wirksame Salbe hätte die Vermarktung der eigenen teuren Medikamente gestoppt.Nachdem das Fernsehen die Geschichte detailliert gebracht hatte, hat dies nun Folgen. Für uns ein weiteres Kapitel unter dem Titel "DIE MACHT DES FERNSEHENS":
Ich zitiere Spiegel:
Reaktion auf TV-Bericht
Verschmähte Neurodermitis-Creme kommt auf den Markt
Corbis
Chronische Neurodermitis: Haben Pharmakonzerne jahrelang ein wirksames Medikament verhindert?
Seit Jahren weigern sich Medikamentenhersteller, eine wirksame Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten - jetzt hat eine TV-Dokumentation dieses Pharma-Versagen angeprangert. Mit Erfolg: Schon in wenigen Wochen kommt die Creme in deutsche Apotheken.
"Leider können wir Ihren Anruf im Moment nicht persönlich entgegennehmen, da unser Telefon aufgrund der Vielzahl der Anrufe überlastet ist", sagt eine Stimme auf dem Anrufbeantworter der Regeneratio Pharma GmbH in Remscheid. Seit Dienstag kann sich das kleine Unternehmen vor lauter Anfragen kaum retten. Dabei standen die Telefone jahrelang still in der Firma, die gegen die Hautkrankheiten Neurodermitis und Schuppenflechte möglicherweise eine Rezeptur kennt. Von der wollte allerdings kaum eine Pharmafirma etwas wissen.
Das ist jetzt anders: Nachdem die ARD am Montagabend den Bericht "Heilung unerwünscht - Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern" ausgestrahlt hat, reißt das Interesse nicht ab. In dem Beitrag erzählt Klaus Martens von den jahrelangen, vergeblichen Bemühungen der Mediziner Karsten Klingelhöller und Thomas Hein, ihre selbst entwickelte und in klinischen Studien geprüfte Salbe gegen die beiden Hautkrankheiten auf den Markt zu bringen. Zahlreiche Pharmafirmen lehnten im Lauf der Zeit ab. Die auf den Namen Regividerm zugelassene Creme ist bis heute nicht in Apotheken zu kaufen.
Nach der Sendung hat sich nun jedoch offenbar ein Vertriebspartner gefunden: die schweizerische Mavena Health Care AG. "Seit Dienstag weiß ich, dass Regividerm ab Mitte November in Deutschland erhältlich sein wird", sagt Renate Kott-Roesmer, Geschäftsführerin von Mavena Health Care Deutschland. Das Unternehmen übernehme den Vertrieb der Salbe, die von der Firma Regeneratio Pharma GmbH hergestellt wird, einst gegründet von Karsten Klingelhöller.
Billige Alternative
In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte). Dem Beitrag zufolge ist die Salbe gegen die chronischen Hautkrankheiten so einfach hergestellt wie nebenwirkungsarm: Sie besteht hauptsächlich aus Vitamin B12 und Avocadoöl. Auf der Internetseite www.regividerm.de heißt es: "Regividerm Salbe ist ein geprüftes Therapeutikum, das auf Grund seines Wirkmechanismus als Medizinprodukt der Klasse II a in der EU und in der Schweiz registriert ist." Nach Angaben des Herstellers sollen 100 Gramm 28,85 Euro kosten. "Damit wird der Verbraucherpreis ca. 40% unter dem preisgünstigsten Vergleichspräparat für die Indikation Psoriasis liegen", heißt es auf der Internetseite.
Gegen Neurodermitis und Psoriasis gibt es bereits zahlreiche wirksame Salben und Arzneien. Das Problem: Viele haben schwere Nebenwirkungen. So reiben sich Neurodermitis-Kranke oft Cortison auf die betroffenen Hautstellen. Juckreiz, Rötung und Entzündung schwinden dann - doch die Haut wird dünn und empfindlich. Nach dem Absetzen treten die Irritationen meist schnell wieder auf.
Bei Regividerm soll das anders sein - das haben klinische Studien gezeigt, zu denen sich Peter Altmeyer und Markus Stücker von der Klinik für Dermatologie an der Ruhr-Universität Bochum vor Jahren von den Erfindern Klingelhöller und Heim überreden ließen. Die Studenten hatten ihre Salbe in den achtziger Jahren zunächst an Klingelhöllers damaliger Freundin ausprobiert, die an Schuppenflechte litt. Sie testete die rosa Creme als erste mit Erfolg: Ihre Haut wurde glatt und schuppte nicht mehr.
"Das ist rosa Hühnerkacke"
Daraufhin wendeten sich die Mediziner in spe mit ihrer Idee an die Universitätsklinik. "Das ist rosa Hühnerkacke" sagte Peter Altmeyer damals - und war doch neugierig. In einer klinischen Studie testeten die Ärzte die einfache Rezeptur im Vergleich zu einer Placebo-Creme an 49 Patienten. Das Fazit der Forscher damals in der Fachzeitschrift "British Journal of Dermatology": "Die Vitamin B12-Creme ist dem Placebo bei Neurodermitis signifikant überlegen. Zudem wurde die Behandlung gut toleriert." Klingelhöller ließ sich daraufhin seine Rezeptur weltweit patentieren.
Auch gegen Psoriasis untersuchten Altmeyer, Stücker und ihre Kollegen die Wirksamkeit der Wundercreme. 13 Patienten mit Schuppenflechte trugen sie auf der einen Körperhälfte Regividerm, auf der anderen eine bereits zugelassene Salbe mit dem Wirkstoff Calcipotriol auf. Den Ergebnissen zufolge war der Therapieerfolg auf beiden Seiten vergleichbar - mit deutlich weniger Nebenwirkungen auf der Regividerm-Seite.
In den USA stießen diese Ergebnisse auf großes Interesse: Nach der Lektüre der Publikationen testete der Kinderarzt Ronald Januchowski die Creme in einer eigenen Studie. Er prüfte bei Kindern mit Neurodermitis ebenfalls, ob die rosa Salbe besser wirkt als ein Placebo-Präparat. Im "Journal of Alternative and Complementary Medicine" schreibt er 2007: "Topisches Vitamin B12 sollte als Therapieoption bei Kindern mit Neurodermitis in Betracht gezogen werden."
"Geld verdient man am chronisches Leid"
Doch trotz der erfolgversprechenden Ergebnisse konnte Klingelhöller keinen Abnehmer für seine Rezeptur finden. In dem Beitrag werden Pharmariesen wie Novartis, Merck und Wyeth genannt, die sich nicht für das Präparat entscheiden wollten. Es "passe nicht ins Portfolio" lautete eine der fadenscheinig klingenden Erklärungen. Klingelhöller geht davon aus, dass die Firmen um den Absatz ihrer eigenen, aufwendig getesteten und entweder weniger wirksamen oder nebenwirkungsreichen Substanzen fürchten. "Geld verdient man am chronischen Leid", meint Klingelhöller.
Der gescheiterte Forscher selbst hat sein eigenes Kapital in die Firma Regeneratio Pharma gesteckt. Er ist hochverschuldet und machte nur noch einzelne Versuche, die Creme bei einem Pharmakonzern unterzubringen. Dass die Salbe nun bald in deutschen Apotheken zu kaufen sein wird, könnte auch seinem Leben eine neue Wendung geben.
Jahrelang hatten die Pharmafirmen kein Interesse daran, ein günstiges Medikament gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten. Nun springt ein Unternehmen aus Baden ein – dank einer Fernseh-Dokumentation.