Dienstag, 20. Oktober 2009

Geri Müllers nichtssagende Aussagen

Während der ganzen Libyen Affaire verteidigte Geri Müller erstaunlicherweise Bundesrat Merz. Er verzichtete trotz gröbster Fehler konsequent auf jegliche Kritik, weil er davon ausging, dass man mit jeder negativen Aussage Gaddafi in die Hände spiele. Geri Müllers machte sich aber mit seinen blauäugigen Aussagen in der Oeffentlichkeit unglaubwürdig. Der jüngste nichtssagende Kommentar nach der erfolglosen Mission gibt uns erneut zu denken. Fakt ist: Ausser Spesen nichts gewesen. Für Geri Müller nicht! Sei Beginn der Libyengeschichte beschönigt und bagatellisiert Geri Müller das Verhalten des Bundesrates. Fakt ist jedoch: Immer wieder wurde betont, es gehe in erster Linie um die Geiseln. Doch im Vertrag werden die Geiseln gar nicht erwähnt. Bundespräsident Merz hat Fehler um Fehler begangen. Doch für Geri Müller sind alle Pannen und Mängel keine Kritik wert. Im Gegenteil: Er verteidigte und verteidigt das fragwürdige Verhalten unserer Regierung. Er will jede Kritik vermeiden, weil er damit Gaddafi einen Gefallen tun würde. Ob der Präsident der Aussenpolitischen Kommission mit seiner einseitigen Optik der Sache tatsächlich dient, darf bezweifelt werden. Geri Müllers Verhalten macht unsere Politik unglaubwürdig.

Ich zitiere Blick:

Geri Müller, der Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates (APK) will in Sachen Gaddafi-Geiseln eine sorgfältige Lageanalyse vornehmen. Dies, nachdem die Schweizer Delegation gestern erneut mit leeren Händen aus Tripolis zurückgekehrt ist. Und doch ist Müller überzeugt: Es sei in den letzten Wochen «nicht nichts geschehen.» «Wichtig ist, dass man genau weiss, was mit den letzten Handlungen der Libyen-Task-Force erreicht worden ist», sagte Müller heute Morgen gegenüber Schweizer Radio DRS. Aufgrund der Lageanalyse müsse sich die Schweiz dann einen «sorgfältigen Plan» ausdenken. Heute läuft die 60-Tage-Frist aus, die der von Bundesrat Hans-Rudolf Merz am 20. August unterzeichnete Vertrag mit Libyen vorsieht. Darin wurde die Normalisierung der Beziehungen mit Tripolis geregelt, nicht aber die Freilassung der zwei in Libyen festgehaltenen Schweizer. Über den Aufenthaltsort und den Zustand der Geiseln hat Müller keine weiteren Informationen, wie er ausführte. Müller sprach sich gegen den Abbruch der diplomatischen Beziehungen aus: «Ohne diese läuft vermutlich gar nichts», sagte er. Auf libyscher Seite müsse jetzt aber Bewegung kommen, forderte er. (SDA/gux)

Der Präsident der APK, Geri Müller: Jetzt will auch er langsam wissen, was die Libyen-Task-Force erreicht hat. (RDB)

Kommentar: Langsam möchte Geri Müller wissen, was die Task-Force erreicht hat. Langsam - vielleicht will er es Geri Müller gar nicht wissen.

"Auf libyscher Seite müsse Bewegung kommen" - Dieses Müllersche Plausibiliätsgerede stimmt immer. Wer möchte nicht längst, dass sich Libyen endlich bewegt.

Müllers Aussagen im Radio sind alles Hohlformeln:

«Wichtig ist, dass man genau weiss, was mit den letzten Handlungen der Libyen-Task-Force erreicht worden ist», sagte Müller am Dienstagmorgen gegenüber Schweizer Radio DRS:

Wer möchte nicht wissen, was man erreicht hat?!

Es sei in den letzten Wochen «nicht nichts geschehen»

Dieser Satz mit der doppelten Verneinung ist eine weitere Müller Aussage, die nichts sagt, weil sie immer zutrifft: Ueberall ist nicht nichts geschehen.

Die Schweiz müsse sich einen Plan ausdenken! Welch tiefschürfender Gedanke! Solche Sätze passen zu jeder Tätigkeit. Ein Satz, der angeblich etwas sagt, im Grunde genommen jedoch nichts Neues aussagt. Müssten wir nicht immer planen?

Politiker Geri Müller demonstriert, wie man etwas sagen kann, ohne etwas zu wissen. Er weiss derzeit so wenig, wie wir. Er tut aber öffentlich so, als wüsste er etwas Neues.

Gespannt warte ich auf Geri Müllers Statement, wenn heute Abend Bundesrat Merz vor einem Scherbenhaufen steht. Ich traue ihm zu, dass er dann sagen wird:

Scherben bringen Glück!

JUSOS PROVOKATIONSPLAKAT

Ich zitiere 2o Min:

Juso-Kampagne

«Tiefpunkt der Geschmacklosigkeit»

Die Juso ziehen in Sachen provokative Politwerbung an der SVP vorbei: Doris Leuthard wird wegen des Wirbels um Kriegsmaterialexporte als Schlächterin dargestellt.

Blutrünstiges Juso-Plakat mit Bundesrätin Leuthard.

Kommentar: Es bleibt nur zu hoffen, dass niemand der Juso zu einer Gratiswerbung verhilft, in dem er dieses Plakat ebenfalls verbieten will (Analog dem Verbot bei dem Minarettplakat).

Montag, 19. Oktober 2009

Schoss Leuenberger mit dem eindeutigen JA zu Europa ein Eigencoal?

Die Bevölkerung schätzt zwar Eindeutigkeit. Pellis Eiertanzrhetorik und das Lavieren des Bundespräsidenten Merz kam in der Oeffentlichkeit gar nicht gut an. Mit der unmissverständlichen Position Leuenbergers müsste er somit punkten. Doch ein Politbeobachter hat Bedenken.

Ich zitiere Polit Experte Dr. Michael Hermann im Blick:

Dr. Michael Hermann ist Polit-Forscher und Leiter der Forschungsstelle Sotomo an der Universität Zürich.

Hätte ein Beitritt jetzt vor dem Volk Chancen? Nein, das glaube ich nicht. Maximal 40 Prozent würden für einen Beitritt stimmen. Ein Ständemehr käme nicht zustande. Insbesondere weil die Wirtschaft nicht dahinter steht, fehlt eine wichtige Stimme. Die Schweiz wäre nur dabei, wenn es auch wirtschaftlich Vorteile bringt. Aus reinem Idealismus käme es nicht zum Beitritt. Leistet Bundesrat Leuenberger seiner Partei nicht einen Bärendienst? Von einer neuerlichen EU-Beitrittsdiskussion würde doch die SVP profitieren, die einen klaren Nein-Standpunkt vertritt.

Sicher, eine neue EU-Debatte wird der SVP Auftrieb geben. Aber auch die SP profitiert, wenn auch nicht so stark. Schwieriger wird es für die anderen Parteien, die sich nicht so klar positionieren. Für die SP hätte es aber die Folge, dass sie sich wieder von den «kleinen Leuten» entfernen würde, für die sie mit den sozialen Themen eintritt. Wie gehts weiter? Die Frage ist nun, ob jetzt etwas nachgeschoben wird, die Partei mitzieht. Und es stellt sich die Frage, ob Moritz Leuenberger auch die Energie hat, das Thema durchzuziehen.

Kommentar: Mich stört einmal mehr der Alleingang eines Bundesrates. So eine zentrale Frage müsste ubedingt zuerst mit dem Gesamtbundesrat abgesprochen werden. Einmla mehr fragen wir uns: Wann endlich spricht der Bundesrat nach aussen mit einer Stimme?

Was sagen Sie zu diesem Duell?

Denkaufgabe:

Was sagen Sie zum Verhalten von Sonja Buholzer und von Christoph Mörgeli?

Wie hätten Sie sich als Sonja Buholzer nach der Attacke verhalten?

Hätten Sie sich als Christoph Mögeli entschuldigt?

Ich zitiere Tagi:

Verbale Attacke Mörgelis führt zu Eclat

Der SVP-Nationalrat attackierte in einer Talksendung seine Gesprächspartnerin.

Im «SonnTalk» lieferten sich Sonja Buholzer und Christoph Mörgeli ein Duell.

Sonja Buholzer enervierte sich über das neue Online-Game, bei dem auf Minarette geschossen wird. Das sei «jenseits von jeglicher Geschmacklosigkeit» und zudem gefährlich. Christoph Mörgeli bezeichnete Buholzer daraufhin als «Anstandsdame Buholzer und TeleZüri-Gouvernante», worauf die Lage zu eskalieren drohte. Moderator Markus Gilli forderte dann eine Entschuldigung von Mörgeli, die der SVP-Nationalrat aber nicht über die Lippen brachte.

Betrachten Sie das Video und beantworten Sie die gestellten Fragen.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Fall Dieter Bohlen: Er fällt und fällt (immer tiefer)

Mit Beleidigungen und persönlichen Verletzungen konnte sich Dieter Bohlen immer wieder über Wasser halten. Schadenfreude ist auch beim Publikum ein geschätzte Freude. BILD profitierte von den primitiven Spüchen Bohlens. Sie werden von der Boulvardpresse als Bohlens "Hammersprüche" verkauft. Der reiche Bohlen zahlte stets problemlos, wenn er eingeklagt wurde. Bohlen wusste, dass seine menschenunwürdige Exekutionsrhetorik gleichsam zu seinem Markenzeichen wird. Nun fiel er vor ein paar Wochen noch tiefer und wollte eine "Furzsendung" konzipieren. Erst in der letzten Sendung "Deutschland sucht einen Superstar" wagte es ein Teilnehmer, Bohlens Fäkalsprache zu unterbinden. Ich zitiere BILD:

Tampon-Affäre vor der neuen Staffel 1. DSDS-Kandidat verbietet Dieter Bohlen Lästerei

1. DSDS-Kandidat verbietet Bohlen-Lästerei

Von 1500 Bewerbern sind 12 weitergekommen. ICH war dabei“, erzählt Bartel der BILD am SONNTAG. Doch dann musste Barthel vor Bohlen singen.

„Ich durfte nur ca. sieben Sekunden singen. Dann unterbrach mich Bohlen und sagte:

,Du klingst so, als hättest du einen Tampon im Arsch.‘

Eine Beleidigung. Auch meine Freundin Helena war geschockt.“

Anwalt Christian Schertz erwirkte beim Sender eine Unterlassungserklärung:

Der Auftritt von Marc Barthel und Dieter Bohlens Urteil dürfen nicht gesendet werden.

Dieter Bohlen ist nicht begeistert

Erstaunlich, dass man erst jetzt - nach so vielen Jahren - erkannt hat, dass man Bohlen einen Riegel schieben muss, wenn er Jugendliche vor Mikrofon un Kamera beleidigt und psychisch verletzt. Im Grunde genommen bräuchte es gar keine Richtlinien. Folgende neuen Grundsätze müssten längt Selbstverständlichkeit sein. Für Bild ist dies wie ein Maulkorb:

1. „Kandidaten durch (...) beleidigende Kommentare als Person abwerten, z. B. durch Vergleiche mit Tieren, oder Fäkalsprache.“

Für Bohlen jetzt verboten z. B.: „Was ist der Unterschied zwischen einem Eimer Sch... und euch? Der Eimer!“ ( 4. Staffel, zu den Kandidaten Alexander Berger und Paul Matu)

2. „(...) sich über das Aussehen, das Anderssein oder die Schwächen von Menschen lustig zu machen oder sie (...) zu beleidigen oder abzuwerten.“

Für Bohlen jetzt verboten z. B.: „Du stehst hier wie ein Schwanz in der Hochzeitsnacht.” (4. Staffel)

3. „(...) sich über die sexuelle oder religiöse Orientierung von Menschen lustig zu machen oder sie (...) zu beleidigen oder abzuwerten.“

Für Bohlen jetzt verboten z. B.: „Wir sind hier keine Transenshow und nicht beim Tuntenball.” (6. Staffel gegen Benny Kieckhäben).

4. „Kandidaten, die (...) augenscheinlich unfähig sind, Scherze einzuordnen (...) durch Kommentare der Jury unter Betonung dieser Schwäche zu beleidigen oder herabzuwürdigen.“

Für Bohlen jetzt verboten z. B.: „Wenn ich meinem Hund eine Currywurst in den A... schiebe, dann macht er solche Geräusche wie du.” (3. Staffel)

Die „FSF” wird die aufgezeichneten Superstar-Castings (laufen ab Januar) vor Ausstrahlung auf Einhaltung der Richtlinien prüfen. Wird gegen die Regeln verstoßen, müssen z. B. Bohlen-Sprüche überpiept oder aus der Sendung entfernt werden.

Kommentar: Seit Jahren wunderte ich mich, dass Bohlens Exekutionsrhetorik von den Medien toleriert wurde. Jede Erziehungsperson würde eingeklagt und sogar entlassen, wenn Sie Jugendliche dermassen verbal beleidigt und so "fertig" macht, wie es Dieter Bohlen tut. Fäkalsprache hat nichts- gar nichts - mit OFFENHEIT zu tun.

Ungeschminkte Kritik ist auch möglich, ohne das Gegenüber zu entwürdigen. Barthel hat endlich dem selbst ernannten TITAN gezeigt, wo "Bartheli der Most holt". Barthel sei Dank!

Nachlese zu den Medienseminaren auf der Halbinsel AU (Wädenswil) für die P.S.:

Nachhaltigkeit ist gefragt!

Das Wissen allein genügt nicht - wir müssen uns nun nach dem Seminar auch noch die Erkenntnisse Schritt um Schritt zu Nutze machen.

Ich habe unzählige Weiterbildungsveranstaltungen besucht. Das Grundproblem war leider immer dasselbe: Es wurde viel Wissen vermittelt - die Erkenntnisse leuchten zwar allen ein - doch es wurde nicht vertieft.

Später blieb alles wieder beim Alten. Es fehlte die Nachhaltigkeit. Vieles, was gelernt wird, haben wir schon einmal gehört, wussten es irgendwie bereits. Es fehlte meist die Zeit, die erworbenen neuen Erkenntnisse konkret umzusetzen! -----Der Alltag holte uns ein und die guten Vorsätze lösten sich in Luft auf. Das darf nach diesem Seminar nicht sein!

Merken Sie sich deshalb:

Obschon Sie auch im Bereich Kommunikation und Rhetorik bereits viel kannten, müssen Sie nun das erworbene Wissen ( aus der Fülle der Erkenntnisse im Mediensimulator) im Alltag konkret umsetzen.

Wenn Sie die zahlreichen Anregungen aus dem Internetbuch oder Rhetorik AKTUELL nachhaltig vertiefen wollen - gilt folgendes Vorgehen:

Geben Sie nie auf. Arbeiten Sie immer nur an EINEM Lernpunkt!

Churchill sagte einmal in einer Rede vor einem grossen Auditorium:

GEBEN SIE NIE, NIE, NIE AUF!

Mehr sagte er nicht. Viele Zuhörer waren verärgert, nur dies zu hören.

Aber es war das Wichtigste, was Churchill zu sagen hatte. Dieses Mark der Weisheit wollte er nicht mit zusätzlichem Gerede verwässern.

Bedenken Sie, wie viele Versuche ein normales Baby unternehmen muss, um laufen zu lernen. Kein Wunder, dass wir laufen können. Wir haben es unzählige Male geübt und immer wieder versucht. Wir haben bei diesen Geh-Versuchen nicht aufgegeben. Das gilt auch bei den Bausteinen der Rhetorik.

Edison hatte bekanntlich 1000 Versuche gemacht, bis er die Glühbirne erfunden hatte.

Walt Disney suchte 302 Banken auf, um seinen Freizeitpark zu verwirklichen.

Deshalb: Bleiben Sie hartnäckig am Ball, wenn Sie die eine wichtige Erkenntnis umsetzen wollen.

Antoine de Saint Exupéry sagte:

ES GIBT MEHR LEUTE DIE KAPITULIEREN, ALS SOLCHE DIE SCHEITERN!

WICHTIG: Der erarbeitete Lernpunkt hilft Ihnen, nicht nur Medienauftritte zu optimieren. Die Verbesserung der kommunikativen Kompetenz kommt Ihnen auch bei Meetings, Besprechungen und Aufritten (im Beruf und Alltag) zu gut. Ihr Urteil über die Nachhaltigkeit unserer Veranstaltung mit der Kommunikationschefin und mir interessiert uns sehr. Es würde mich freuen, wenn ich nach ca. drei Monaten ein Echo erhalten könnte über die Auswirkungen unserer gemeinsamen Ausbildung.

PS: Ich war erstaunt, welch grosses Grundwissen Sie mitgebracht hatten. Wir konnten sofort praktisch arbeiten. Für mich waren es spannende Tage. Im Seminar am Freitag mussten Sie sich eine Gruppe kritische Fragen notieren, mit denen man bei Medienkontakten rechnen muss. Es lohnt sich, nachträglich auch noch diese notierten Fragen gegenseitig beantworten zu lassen. Ihr Lernpartner kann dank des Seminars beurteilen, ob bei Ihrer Antwort die besprochene TTT Formel angewendet wurde. Sie sehen, das Seminar ist eigentlich noch nicht fertig. Es geht als SELBST-Coaching weiter. Viel ERFOLG!!!!!!!

Samstag, 17. Oktober 2009

Verbale Ausraster von Trainern

Quelle 20 Min:

Die skurrilsten Pressekonferenzen: «Schwach, wie eine Flasche leer.» Giovanni Trapattonis legendärer Ausraster von 1998 bleibt wohl ewig in Erinnerung. «Ich habe fertig!» Bild: Keystone/Camay Sungu

«Ihr könnt mir alle einen blasen.» So beschimpfte Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona, der mit seiner Mannschaft dank einem 1:0-Sieg in Uruguay soeben die Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika überstanden hatte, an der Pressekonferenz die versammelte Journalistenschar. «Die argentinische Presse hat mich wie Dreck behandelt, aber trotzdem haben wir uns mit allen Ehren für die WM qualifiziert.» Der «Goldjunge» reagierte mit seiner unflätigen Wutrede auf die für ihn unberechtigte Kritik an seiner Arbeit. Maradona konnte nicht nachvollziehen, dass die Medien an ihm als «Heilsbringer» zweifeln konnten.

Völlers «Weissbier»-Attacke

Die Schimpftirade der «Hand Gottes» erinnerte stark an den Ausraster von Rudi Völler im ARD-Studio von Waldemar Hartmann. Als Bundestrainer holte «Tante Käthe» in einem Live-Interview mit dem Moderator zu einem Rundumschlag gegen die Presse aus. Vor laufender Kamera attackiert Völler die Kommentatoren Gerhard Delling und Günter Netzer wegen ihrer unsachgemässen und negativen Berichterstattung. «Ich kann diesen Scheissdreck nicht mehr hören», sagte der Bundestrainer, ohne einen Seitenhieb für Waldemar Hartmann zu vergessen. «Du sitzt locker hier auf deinem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken», warf er dem Moderator ins Gesicht. Später nahm er das mit dem Weizenbier zurück, den Rest habe er aber so gemeint.

«Wie eine Flasche leer»

Den wohl legendärsten Ausraster an einer Pressekonferenz leistete sich Giovanni Trapattoni. Sein Name wird in Deutschland fast ausschlisslich mit seiner Wutrede gegen die eigenen Bayern-Spieler nach einer Heimniederlage gegen Schalke im Jahr 1998 in Verbindung gebracht. Damals kritisierte «Il Tedesco» grammatikalisch falsch, aber sehr emotional die Einstellung von Mehmet Scholl, Mario Basler und Thomas Strunz. Sätze wie «Was erlaube Struuuunz» und «diese Spieler ware schwach wie ein Flasche leer» blieben in Erinnerung. Und auch sein Schlussatz «Ich habe fertig» wird wohl niemand so schnell vergessen.

Nicht ganz so lustig, dafür umso skurriler war der Auftritt von Klaus Augenthaler als Trainer des abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg 2007, als er bei einer Pressekonferenz in 42 Sekunden sich selbst Fragen stellte und diese dann beantwortete. Der Auftritt von Augenthaler hatte grosse Ähnlichkeit mit dem Abschied von Lucien Favre aus Berlin. Nach seiner Entlassung lud der Hertha-Trainer zu einer ausserordentlichen Pressekonferenz. Der Romand las den anwesenden Reportern ein Communiqué vor, das er immer wieder frei sprechend kommentierte.

ERKENNTNIS: Wer in den Medien auftritt müsste vorher lernen, die Balance zwischen Emotion und Sachlichkeit (zwischen Herz und Kopf) zu wahren. Wenn uns die Emotionen übermannen, können wir lernen, unser Aussagen auf die Sachebene zu verlagern. Im Mediensimulator bei K+K können sie verschiedene Techniken lernen, damit Sie vor Mikrofon und Kamera nie mehr die Nerven verlieren.

Image wichtiger als Fakten? (SF EINSTEIN 26.2.09)

Image schlägt die Fakten

Image-Forscher der Uni Zürich beweisen: Ob Medienkonsum oder Politik – das Image beeinflusst die Bevölkerung stärker als die harten Fakten. SP-Präsident Christian Levrat und SVP-Präsident Toni Brunner stellen sich dem Experiment. Reaktionen der Probanden

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Damit wird unsere These bestätigt: Die Glaubwürdigkeit einer Aussage hängt von der Person ab. D.h. die Person beeinflusst den Inhalt wesentlicher als bisher angenommen wurde. Fakten werden durch die Person gefärbt, die spricht.