Samstag, 9. Mai 2009

Steuerstreit verschärft sich

Tagi:

Jean-Claude Juncker hat die Verbalattacken aus Deutschland satt. Die Nachbarn hätten kein Recht, so über die Luxemburger zu reden, sagt er und erinnert an die dunkle Vergangenheit.

Kommentar:

Die Luxemburger akzeptieren die Beleidigungen und Giftpfeile des deutschen Finanzministers nicht mehr. Vom Schweizer Bundesrat fehlten immer noch solche klare Zurückweisungen. Keine Empörung, keine Protest, obschon Steinbrück am Donnerstag erneut seine wahre Seite offenbart hatte (Bei Frank A. Meyer durfte sich Steinbrück am Fernsehen in einem gezinkten Interview als friedlliebenden Politiker präsentieren, weil Meyer vom Interviewten akzeptiert hatte, welche Fragen ihm gestellt werden dürfen und Steinbrück bei ihm auch die Spielregeln diktieren konnte. Ich weiss dass sich der Schweizer Journalist durch diese Vorgaben instumentalisieren liess. Meine Behauptung basiert auf einer Information eines deutschen Journalisten, der mir im Vertrauen verraten hatte, dass Steinbrück keine Interviews bewilligt, bei denen die Fragen nicht abgesprochensind .)

Der Peitschenrhetoriker holte nun erneut zu einem unzumutbaren Peitschenschlag gegen die Schweiz aus. Er unterstellte der Eidgenossenschaft, dass sie vorsätzlich zur Steurhinterziehung einlade und somit kriminell handle. Auf diese unzumutbare Peitschenrhetorik hörten wir leider bis heute vom Bundesrat immer noch kein Wort des Protestes.

Ich zitiere blick:

In der Diskussion um Steueroasen hat der Fraktionsvize der deutschen Grünen, Jürgen Trittin, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) Unglaubwürdigkeit und Dilettantismus vorgeworfen. Solange Steinbrück nicht unterbinde, dass die teil-verstaatlichte Commerzbank und Landesbanken eigene Tochterfirmen in der Schweiz, Lichtenstein oder auf den Cayman-Inseln unterhalten, seien die Ankündigungen unglaubwürdig. «Wer das bei Staatsbanken nicht unterbindet, sollte aufhören, Indianer und die Bewohner von Burkina Faso zu beleidigen», sagte Trittin heute am Parteitag der Grünen in Berlin. Steinbrück hatte in der Debatte unter anderem die Hauptstadt des afrikanischen Landes, Ouagadougou, in eine Reihe mit Steuerparadiesen wie Luxemburg und die Schweiz gestellt. Beleidigung der Indianer Trittin warf Steinbrück vor, er habe die Indianer beleidigt: «Indianer achten die natürlichen Ressourcen.» Kein Indianer habe jemals dabei geholfen, 120 Milliarden Euro aus Deutschland auf Schweizer Bankkonten zu deponieren. Steinbrück habe mittlerweile über 80 Milliarden Euro in einer Bank versenkt (Hypo Real Estate), die vielleicht noch 250 Millionen Euro wert sei. Dennoch gehörten dem Bund bisher weniger als 50 Prozent. «Das ist blanker Dilettantismus», wetterte Trittin. Grosskotzige Arroganz und Nazi-Vergleich Kritik kommt aber auch aus dem CSU-Lager. Deren Chef Horst Seehofer verurteilte Steinbrücks Verbalattacken aufs Schärfste: «Diese grosskotzige Arroganz des Bundesfinanzministers gegenüber Luxemburg, Österreich und der Schweiz.» Apropos Luxemburg. Dessen Premier Jean-Claude Juncker beschwert sich gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Spiegel»: «Wir waren schon mal besetzt, wir haben unter deutscher Besatzung gelitten». Schliesslich zählte Deutschland selbst bis Juli 2005 zum grössten Steuerparadies Europas, als kein nichtansässiger Ausländer Steuern auf Zinseinkünfte in Deutschland habe zahlen müssen. (SDA/mky)

Kommentar: Ich habe das Gefühl, dass sich Steinbrück endlos leisten kann unbeschadet von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen zu treten. Ich habe nun festgestellt, dass der Peitschenrhetoriker allmählich von allen Seiten unter Beschuss kommt und seine "grosskotzige Arroganz" (Zitat Seehofer) die Grenze des zumutbaren überschritten hat. FDP Fraktionschef Werner Hoyen findet die verbalen Atacken "völlig unerträglich und daneben". Obschon Angela Merkel den Finanzminister inhaltlich schützt , möchtw sie nun doch alles daran setzen, die Irritationen so rasch wie möglich zu beseitigen. Das macht jetzt deutlich: Steinbrücks Verhalten irritert nciht nur die Schweizer. Seien verbalen Ausrutscher sind letztlich kontraproduktiv geworden. Es ist der herablassende, aggressive Ton, der selbst von der SPD nicht mehr goutiert wird. Sie merkten auch, dass ein Elefant im Porzellanladen nur Schaden anrichten kann. Ob sich Steinbrück an den Rat des Parteifreundes Günter Verheugen halten wird und den Ton mässigt und höflicher mit anderen Staaten umzugeht? In den deutschen Medien ergiesst sich immer mehr Hohn und Spott über den selbstherrlichen Bundesfinanzminister. Er habe sich für den Wahlkampf eine deutsche Pickelhaube beschaffen lassen und wurde als Mann mit einem umgehängten Schild "SCHWEINEGRIPPE!" dargestellt.

Ich zweifle daran, dass Steinbrück künftig über den eigenen Schatten springen kann, so wie es bei Frank A. Meyer im Interview den Anschein hatte. Er liebt nach wie vor den schnarrenden Kasinoton und wird weiterhin den Indianern als Kavallerist die Leviten lesen.

Nachtrag 13. Mai (blick)

Eine internationale Studie der OECD in 30 Ländern belegt: Den deutschen Arbeitnehmern mit wenig oder durchschnittlichem Einkommen belastet der Staat bis zu 52 Prozent Einkommenssteuer und Abgaben. Das ist ein trauriger Spitzenplatz! Nur Belgien und Ungarn sind noch höher. Mässig verdienende Singles triffts am härtesten in Deutschland. Ein Alleinstehender mit einem Einkommen von 44´000 Euro kann sich 52 Prozent davon gleich abschminken. Verheiratete und Haushalte mit Kindern stehen besser da. Die Steuer- und Abgabenlast liegt je nach Einkommen zum Teil weit unter 40 Prozent. Deutschland hat ein Steuerproblem. Der Bund der Steuerzahler fordert Steuererleichterungen für Deutschland. Nur zum Vergleich: Die Schweiz belegt einen der hinteren Plätze. Wir liegen laut der OECD deutlich unter dem Schnitt der 30 Mitgliedstaaten. Bei uns blieben laut der Statistik einem zum Durchschnittslohn von 100 Franken beschäftigten Single nach Abzug von Steuer und Sozialbeiträgen noch 70,5 Franken übrig. (num)

Schröpft sein Volk: Finanzminister Peer Steinbrück. (Keystone)

Das ist die (schwarze) Liste der OECD: Deutschland an dritter Stelle, die Schweiz rangiert unter «ferner liefen». (oecd.org)

Diese schwarze Liste müsste Steinbrück zu denken geben.

Nachtrag 14.5.09

Angeblich hatten die harten Reaktionen doch Signalwirkung. Steinbrück zeigte sich beim Besuch der Schweizer Parlamentarier lammfromm und zeigte sich von einer völlig neuen Seite. Alles nur Taktik? Wir werden sehen, ob sich der Finanzminister an die neuen Vorsätze hält und künftig seine lose Zunge zügeln kann.

Ich zitiere 20 Min:

«Werde meinem lockeren Mundwerk mal die Zügel anlegen»

Parlamentarier haben Peer Steinbrück getroffen. Fazit: Der wolle sich zurücknehmen, aber in der Sache hart bleiben.

Freitag, 8. Mai 2009

Aus dem PERSOENLICH BLOG

Zur Kommunikationsstrategie des Bundesrates

Marcus Knill

Seit Jahren zeigt sich, dass es beim Bundesrat hinsichtlich Kommunikationsmanagement Probleme gibt:

Dies gilt sowohl für die interne, als auch für die externe Kommunikation. Intern bringt es unsere Exekutive leider nicht fertig, immer unter sich zu streiten um dann aber nach aussen mit EINER Stimme zu kommunizieren. Die Bevölkerung erhält den Eindruck, dass die Einzelkämpfer im Rat dominieren und zu oft das Spiel gespielt wird: Alle gegen alle.

Bei der externen Kommunikation haben wir vor allem bei der Aussenministerin gesehen, dass sie mit ihrer öffentlichen Diplomatie immer wieder ins Fettnäpfchen trat. Der Virus “Mediengeilheit” spielt bei ihr gewiss auch mit. Sie will sich ständig persönlich inszenieren (Iran mit Kopftuch, als Sängerin usw). Sie hat nicht erkannt, dass Diplomatie nicht öffentlich sein darf. Heikle Verhandlungen finden in der Regel im Hintergrund - im Stillen - unter vier Augen - statt.

Die Treffen mit Ahmadinedschad ______________________________

Micheline Calmy-Rey, wie auch Bundespräsident Merz, müssten eigentlich das ABC der Medienrhetorik gelernt haben. Gibt es doch genügend Kommunikationsverantwortliche in den Departementen, die den Chefst dieses ABC beibringen könnten.

Es ist unverständlich, dass die Aussenministerin und der Bundespräsident nicht vorbereitet wurden auf die heiklen Gespräche mit dem umstrittenen Staatschef Ahmadinedschad. Wenn Calmy-Rey und Merz bei den gemeinsamen Aufnahmen (Beide Magistraten waren zusammen mit dem Holocaustleugner lächelnd zu sehen. Micheline Calmy-Rey sogar mit dem legendären Kopftuch)nachträglich sagen: Der Fotograf sei schuld. Es handle sich nicht um offizielle Aufnahmen, so ist dies peinlich. Aussenministerin: Ich habe hinten etwas gehört, habe mich gedreht und einer Person zugelacht und in diesem Moment wurde geknipst.

Folgende Fragen sind berechtigt:

Weshalb müssen die Bundesräte überhuapt persönlich diese Vermittlungsgespräche führen? (Es hätte genügend kompetente Verhandlungspartner gehabt, die im Namen des Bundesrates die Gespräche hätten führen können.)

Werden unsere Magistraten nicht betreut bei heiklen Auftritten im Umgang mit Medien?

Auch mit unliebsamen Partnern können auf püolitschem Parkett Gespräche hilfreich sein. Dialoge dürfen in der Regel nicht ausgeschlagen werden. Doch dürfen sich Budneräte von einem cleveren Staatschef und raffinierten Taktiker nicht über den Tisch ziehen lassen.

Ich gehe nicht davon aus, dass Holocaustleugner Ahmadinedschad, der Israel aus der Landkarte tilgen möchte - und sich um internationale Spielregeln foutiert -, durch Gespräche mit Bundesräten bekehren lässt. Auch bei Hitler stellte sich die Frage: Darf man mit einem Diktator verhandeln?

Es war vorhersehbar, dass Ahmadinedschad die Treffen mit unseren Magistraten für seinen Propagandafeldzug missbrauchen wird. Wenn sich Bundespräsident auf sein Vermittlungsmandat mit den USA beruft, so müsste er - wie erwähnt- wissen:

Heikle Verhandlungen sollten unter Ausschluss der Presse - unter vier Augen - geführt werden (Diplomatie ist selten öffentlich).

Bundesräte müssten lernen, dass sie mit Journalisten verbindliche Spielregeln zu vereinbaren.

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Gestern erkundigte sich 20 Minuten bei mir, was ich zum geschickten Propagandaschachzug von Ahmadineschad sage. Das Finanzdepartement wolle sich zu dieser Geschichte nicht äussern. Die Journalistin hakte beim Finanzdepartement nach und wollte eine Begründung für das Schweigen. Antwort: Ueber das Verhalten von Staatschefs urteile man nie. Der Pressesprecher fügte dann noch an: Interessiert dies überhaupt die Leute?

Ich begründete der Journalistin, dass ich bei meinen zahlreichen Analysen feststellen konnte, dass beim Bundesrat die Kommunikationsstrategie, das Kommunikationsmanagement, das Botschaftenmanagement zu wünschen übrig lasse.

Wie bei der Krisenkommunikation, so ist Kommunikation stets Chefsache. Wenn es brennt, so gibt es nie ein “No comment”. Wenn das Departement keine Auskunft geben will, so hätte der Mediensprecher sagen dürfen, dass man das Verhalten eines Staatschefs nicht kommentieren werde. Dass aber der Bundesrat intern die Aussage klären werde und allfällige Unstimmigkeiten immer direkt bilateral besprochen werden ohne Medien. Wer Medien abblockt, riskiert, dass sie sich die Informationen über andere Kanäle beschaffen. Das habe ich auch im Inselspital gesehen, als nach der Einlieferung von Daniel Albrecht die Medien zurückgebunden wurden und nicht mehr proaktiv informiert wurde. Die Medien beschafften sich hernach die Informationen von den Verwandten und vom Skiverband. Mit der Folge: Mutmassungen, Hypothesen und Wunschdenken wurde kolportiert, statt FAKTEN (wie es vorher das Universitätsspital Innsbruck vorbildlich gehandhabt hatte.)

Marcus Knill
Donnerstag, 7. Mai 2009 um 15:56 Uhr

Donnerstag, 7. Mai 2009

Bundesratsfoto 2009

willkürlich kommentiert

1/8 Mit einem Lächeln in die Krise: Das offizielle Bundesratsfoto für das Jahr 2009. Bild: KEYSTONE/AP

Kommentar, der nicht ernst genommen werden muss:

- Ueli Maurer: Rechts aussen- sorry- links aussen- je nach Sichtweise (nicht politisch gemeint). Jedenfalls als Frischling am Rand. Steht gut geerdet da - Beine leicht gespreizt - eine Hand im Hosensack - signalisiert den Bodenständigen.

- Micheline Calmy-Rey: Traditionelle Barriere vor dem Körper. Will sie sich Halt geben oder ist es tatsächlich eine Beziehungssperre? Sie zeigt wieder einmal ihr Standardlachen (mit Biss!).

- Moritz Leuenberger: Lächelt gezwungen - weil es verlangt wird - solche Fototermine sind nicht sein Ding: Muss dies sein?

- Hans - Rudolf Merz: mit dem obligaten Soziallächeln. Er ist bereits der dritte Bundesrat, der eine Hand in die Hosentasche versteckt. Ob der Fotograf diesen Tipp gegeben hat, weil bei früheren Aufnahmen die Magistraten nicht recht wussten, wohin mit den Händen. Als Bundespräsident steht er in der Mitte. Er strahlt uns trotz Finanz- und Kommunikationskrisen zufrieden und gutmütig an. Blauäugig mit blauer Kravatte.

- Doris Leuthard: Steht symmetrisch in der Horzontale. Könnte beinahe mit einer Stabheuschrecke verglichen werden. Doch passt die starre Haltung nicht zu der sonst so eloquenten Person. Betrachten Sie nur einmal die starre Halspartie.

- Pascal Couchepin: Er wird sich sagen: L'état c'est moi. Ich bin immer noch der Grösste! Schaut mich an. Da stehe ich als Pflock, nach dem sich alle ausrichten müssen, selbst unliebsame Journalistinnen. lediglich die die Kravatte mit der orangen "Hautfarbe" hat etwas Weiches, Menschliches.

- Eveline Widmer Schlumpf: Hat sich dieses Jahr enslich eingliedern können und fühlt sich gewiss viel sicherer. Nur die Hände nimmt sie zurück (bescheidene, angenehme oder unangebrachte Zurück-Haltung?) Hat sie Sämi Schmid als Vorbild, der meist die Hände auf dem Rücken versteckte?

Zum Hintergrund: Die Wellenbewegung mit den Kreuzen symbolisiert nicht den Wechselkurs, sondern das Auf und Ab der Konjunktur und kündet nach dem Taucher bereits die Erholung an. Der Tiefpunkt scheint überwunden zu sein und der Aufschwung wird angekündigt. Nur Wunschdenken oder ist es die Wellenlinie die jüngste Vision unserer derzeitigen Landesregierung?

Der Tagesanzeiger ging der Frage nach:

Wie schlecht ist dieser Bundesrat wirklich?

Die Landesregierung steht in der Dauerkritik.

Hinweis: Lesen Sie unsere Analysen der letzten Monate unter rhetorik.ch AKTUELL. Dann können Sie urteilen. Vergleichen Sie unsere Analysen mit dem Urteil des Tagesanzeigers.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Supplement zu meinem Referat an diesem Wochenende zur Thematik:

Beeinflussung in der WERBUNG

Dieser Beitrag ist als Animationstext vor - , oder als Vertiefungstext nach der Veranstaltung gedacht.

Gestern begegnete ich einigen leuchtend gelben Plakate in der Agglomeration Zürich:

Auf einem Plakat las ich folgende grossgeschriebenen Worte:

"Wer fühlen will, muss hören."

Absender: Radio Zürisee

Auf einem anderen Plakat stand:

"Wir schlagen Dir den Tag um die Ohren"

Radio Zürisee

Ich musste schmunzeln und sagte mir: Diese Werbung ist nicht nur kreativ. Diese Werbung mit Wortspielen ist zudem adressatengerecht, regt zum Denken an und hat Unterhaltungswert. Jedenfalls macht die Werbung konkret auf das entsprechende Produkt aufmerksam.

In Anlehnung an der Spruch "Wer nicht hören will muss fühlen" gibt die Umstellung den Worte dem bekannten Sprichwort einen völlig neuen Sinn:

"Nur wer unsere Musik hört, fühlt etwas. D.h.: Unser Radio vermittelt Gefühle und spricht Emotionen an."

Das zweite Plakat macht bewusst, dass alle, die den Tag langweilig verbringen und sich die Zeit um die Ohren schlagen möchten, einen spannenden Tag haben, wenn sie Radio Zürisee hören.

Bereits 2008 gab es einen ähnlichen Radiowerbespot, der ebenfalls auf Anhieb beachtet wurde:

Es war der markante Spot mit dem Claim:

„Radio. Geht ins Ohr, bleibt im Kopf“

Die Serie von Funkspots ist bereits im Januar 2007 mit unterhaltsamen und provokanten Sprüchen zu Alltagssituationen an den Start gegangen.

Im Grunde genommen gilt bei der Werbung generell: Die Botschaft muss durch einen Wahrnehungskanal unverzüglich beachtet und verstanden werden. Der Appell sollte im Kopf haften bleiben!

Psychologen beschäftigten sich schon lange mit der Frage, wie stark sich Kunden durch die Werbung oder Verkaufsgespräche beeinflussen lassen, das angepriesene Produkt zu kaufen.

Es hat sich herausgestellt, dass es unbewusste Programme sind, welche die Regie im Gehirn führen.

Das Knacken eines Keks oder der Ton des zischenden Bieres beeinflusst Kunden mehr als ein trockener Text.

Es hat auch sich erwiesen, dass Frauen und Männer auf unterschiedliche Verkaufssignale reagieren.

Wir reden heute von Neuromarketing und man geht davon aus, dass die Neurochemie das Kaufverhalten beeinflusst.

Die Kaufentscheide werden übrigens 70-80% unbewusst gefällt.

Wer sich nicht mit den Beeinflussungsphänomenen befasst, merkt nicht, dass

- der Preis letztlich nicht ausschlaggebend ist

- Kunden gegen die Tricks nicht automatisch immun sind

Die Motive zum Kauf basieren auf Wünschen:

Dem Wunsch nach MACHT , nach SICHERHEIT, nach ERLEBNIS, nach UNTERHALTUNG, nach STIMULANZ, nach FUERSORGE (sonst hätte es nicht so viele Haustiere), nach ABENTEUER usw.

Der Kino im Kopf

Wer beeinflussen kann, versteht es, beim Gegenüber die entsprechenden Botschaften zu visualisieren. Der Kunde muss das Gesagte nicht nur verstehen, es muss einleuchten. Er muss die Aussage sehen - auch mit den Ohren - sehen. Nur wer es versteht, ein Argument zu veranschaulichen kann Kunden gleichsam einBILDen. Nur wenn Worte gesehen werden, sind sie FASSbar. Sie können erFASST werden. Der Angesprochene kann die Botschaft GREIFEN und wird das Argument damit auch besser begGREIFEN und somit schneller wunschgemäss handeln.

Wir kennen heute zahlreiche Uberzeugungsstrategieen und Instrumente der Einflussnahme, die Mitmenschen willfährig machen können, beispielsweise:

- Lob, Kompliment

- Zeigen, dass das Produkt einfacher zu handhaben ist, als die Konkurrenzprodukte

- Indem Handlungsmuster genutzt werden z.B. "Teuer gleich besser"

- Macht der Autorität

- Sonderangebot als einmalige, letzte Chance

- Verknappung des Produktes, künstlicher Zeitdruck

- Dank bewusster Kontraste wirkt ein Produkt billiger. z.B.Zuerst ein teures Kleid zeigen, dann den Pullover der eigentlich zu teuer ist, aber im Vergleich billiger wirkt

- Zum Handeln auffordern (unterschreiben, Auto nutzen lassen mit einer Probefahrt)

- Etwas geben, damit man etwas erhält (Kaffeefahrten, Degustationen)

- Schuldbewusstsein schaffen

- Mehrheit simulieren (Claquere)

Entscheidend ist: Welchem Signalkanal wird geglaubt

Bei allen Manipulationsprozessen geht es um die Frage, welcher Signalkanal letztlich glaubwürdig ist.

Wir unterschieden bei unserer Wahrnehmung vier Kanaltypen:

den taktilen (Ueber die Haut)

den auditiven (über die Ohren)--> beide gehen über Druckrezeptoren

den olfaktorischen (über die Nase)--> funktioniert über chemische Stoffe

den visuellen (über die Augen)--> spricht auf Lichtreize an

Taktile und olfaktorische Signale vermitteln zuverlässigere Signale. Sie haben aber den Nachteil, dass sei nur im Nahbereich einsetzbar sind.

Visuelle Signale sind dafür schnell.

Bei Beeinflussungsprozessen spielen deshalb erfahrungsgemäss MIMIK, KOERPERHALTUNG und STIMME eine Schlüsselrolle.

Mit Worten können wir am besten getäuscht werden.

Im Grunde genommen müssen wir im "Entschlüsseln der Botschaften KOERPERSPRACHE/ STIMME" nicht gross schulen, denn wir wurden seit Kindheit im Lesen dieser Botschaften trainiert, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Wir haben alle ein implizites Wissen, das wir nicht abfragen können. Es geht um unser Bauchgefühl. Aus der jahrelangen Erfahrung verfügen wir über ein passives, situatives Wissen. Dies gilt es zu nutzen. Anderseits unterliegen wir trotz dieser Erfahrung den Phänomenen der Wahrnehmungspsychologie. Wir müssen uns stets bewusst sein, dass wir uns diesen Phänomenen (wie bei optischen Täuschungen) nicht entziehen können. Wir wissen bei optischen Täuschungen auch, die Linien laufen parallel. Doch laufen für uns die Linien zusammen.

FAZIT: Es lohnt sich deshalb, sich mit der experimentellen Psychologie auseinanderzusetzen und die Phänomene bei Werbeprozessen genauer zu beobachten. Wir sollten uns alle mit den Ueberzeugungsstrategien auseinandersetzen. Menschen können auch beobachtend lernen.

Spannend sind vor allem die Suggestivtechniken. Es gibt heute den Begriff "trojanisches Marketing". Damit wird verdeutlicht, dass in der Werbung mit allen Mitteln versucht wird, Botschaften (heimlich, versteckt, oft sogar offen) Botschaften zu unterschieben, so wie man beim trojanischen Pferd Soldaten versteckt hatte. In Filmen und normalen Sendungen gibt es immer wieder solche versteckte Werbung.

Dank professioneller Werbung Mister Schweiz geworden?

Werbung allein genügt nicht. Doch hat die gezielte professionelle Werbung im Kanton Glarus die Wirkung nicht verfehlt. Ich gehe auch davon aus, dass künftig jeder Kandidat gezwingen ist, zusätzlich die Bevölkerung vor dem Voting persönlich anzusprechen. Die Werber wird dies freuen!

Ich zitiere Blick online:

Die Reithebuch-Werbung: Professionell gemacht, systematisch gestreut, Ziel erreicht. (Samuel Trümpy)

Die Regeln an der Mister-Schweiz-Wahlnacht sind jedes Jahr gleich: Der Kandidat mit den meisten Voting-Anrufen gewinnt.

Anders war dieses Jahr nur, dass der Sieger diese Übungsanlage im Vorfeld mit einer professionellen Strategie ausnutzte.

André Reithebuch (22) startete einen regelrechten Wahlkampf: Er verschickte Flyer in alle Glarner Haushalte und an seine Berufskollegen in 2500 Schweizer Zimmereien: «Ein Glarner als Mister Schweiz» oder «Schön ... schöner ... Glarner» steht da. Ausserdem verloste Reithebuchs Vater Martin (50), Inhaber einer Waschmaschinen-Service-Firma, Handys und Einkaufsgutscheine unter den Empfängern der Werbeversände. Der PR-Feldzug kostete die Familie eine Stange Geld. Auf mehrere 10´000 Franken wird der Aufwand geschätzt.

Nicht alle goutieren Reithebuchs Vorgehen. Murat Yakin (34), Jury-Präsident an der Mister-Wahl, sagt: «André steht jetzt unter dem Druck, dass er dank seiner Familie und Freunden zum Mister Schweiz gewählt wurde.» Clever sei die Aktion aber gewesen. Bedenken hat Yakin trotzdem: «Wofür steht die Jury, wenn sie in der Schlussrunde nicht mitentscheiden kann?»

Werber und TV-Mann Frank Baumann (52) sieht sogar voraus, dass der nächste Mister seine Wahlpropaganda noch professioneller aufbaut: «Ich bin gespannt, wie sich diese magere Muskelshow weiterentwickelt. Vielleicht schaltet nächstes Jahr ein Vater TV-Spots für sein Söhnchen.»

Auch Mister-Schweiz-Organisator Urs Brülisauer (37) sieht, dass die Kandidaten vermehrt Werbung für sich machen. Aber: «André hat nicht nur wegen den Flyers gewonnen – er hat auch in der Show überzeugt.» Eine grosse Werbekampagne in eigener Sache reiche nicht zum Sieg.

Fazit: Direkt kaufen kann man sich den Titel nicht – aber Geld dafür investieren lohnt sich allemal.

Sonntag, 3. Mai 2009

Konzept meines Vortrages vom 9. Mai:

QUELLE :

Beeinflussung-Manipulation-Propaganda

5. Apr. 2000 ... Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen. www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html - 43k - Cached - Similar pages

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Beeinflussung in der Werbung

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WERBUNG WILL WIRKUNG!

Zur Einstimmung zwei Beispiele:

LINKS:

rhetorik.ch aktuell: Schlagfertige Werbung

Zu den Phänomenen der Beeinflussung und Manipulationstechniken in der Werbung

Vorbemerkung:

Nur wer die Beeinflussungseffekte kennt und erkennen kann, wird sich auch gegen die Einflüsse der Werbung auf unser Denken und Kaufverhalten gleichsam immunisieren können.

Das heisst: Je besser der Mensch über die Beeinflussung zum Beispiel durch die Medien Bescheid weiss, um so eher kann er ihr widerstehen. Wer Manipulations- und Beeinflussungstechniken erkennen und benennen kann, wird weniger Opfer der Manipulationsphänomene. Prozessorientierte Übungen können helfen, sich situationsgerecht zu verhalten, wenn manipulative Beeinflussung auch bei alltäglichen Kommunikationsprozessen auftauchen.

Vorweg noch ein paar Begriffs-Definitionen:

Beeinflussung

Einfluss ist die potentielle oder effektive Wirkung eines Subjekts oder einer Interessengruppe auf eine Zielperson oder -gruppe. Zu unterscheiden ist zwischen Einfluss Haben (passiv, evtl. unbewusst) und Einfluss Ausüben (aktiv, bewusst). Wenn Einfluss bewusst ausgeübt wird, zielt er auf die Veränderung von Einstellungen oder die Korrektur von Überzeugungen. (Wikipedia)

Wer beeinflusst oder Einfluss ausübt, kann Meinungen, Einstellungen, Entscheide, oder Handlungen so beeinflussen, dass Gedanken verändert, stabilisiert oder neu gebildet werden. Das Spektrum vom Begriff "Beeinflussen", der ethymologisch von "Den Fluss von Ideen oder Gedanken in die Gedankenwelt einer anderen Person einfliessen zu lassen" stammt, reicht von "Einfluss geltend machen" bis hin zur "Suggestion", "Manipulation" oder "Propaganda", Beeinflussungsarten, bei denen Personen gegen ihren Willen beeinflusst werden. Wir wollen einigen der gängigsten Beeinflussungsstrategien nachgehen, wohlwissend, dass alle Beeinflussungstechniken für hilfreiche ("gute") oder fragwürdige Inhalte angewendet, respektive missbraucht werden können. (Knill)

Werbung

Werbung dient der gezielten und bewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Der Werbende spricht Bedürfnisse teils durch emotionale, teils informierende Werbebotschaften zum Zweck der Handlungsmotivation an. (Wikipedia)

Manipulation

Der Begriff Manipulation (lat. für Handgriff, Kunstgriff) bedeutet im eigentlichen Sinne „Handhabung“ und wird in der Technik auch so verwendet. Allgemein ist Manipulation ein Begriff aus der Psychologie, Soziologie und Politik und bedeutet: die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen (Camouflage). In seiner ursprünglichen Bedeutung „Handgriff“ steht Manipulation in der Manuellen Medizin für eine Reihe von mit der Hand durchgeführten Techniken, die dem Lösen einer Blockierung dienen. (Wikipedia) Manipulation ist ein uraltes Mittel der Beeinflussung. Sie wurde seit je von allen Kulturen bis zum heutigen Tag angewendet. Bei der Manipulation geht es um bewusste oder unbewusste Lenkung. Manipulierte Darstellungen basieren auf eigenen Zielvorstellungen. Es passiert nicht nur Politikern oder Journalisten, dass Informationen verfäschte, auswählt, verschwiegen oder nur einseitig weitergegeben werden. Zur Manipulation und Beeinflussung gehört aber auch der Adressat, der durch Kenntnis der Manipulationstechniken und Schärfen seiner Kritikfähigkeit viel dazu beitragen kann, nicht manipuliert zu werden. (Knill)

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1. Beeinflussungsphänomen BILD

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LINKS:

rhetorik.ch aktuell: Bild und Botschaft müssen übereinstimmen

Wirkung von Bildern

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Hier das Bild einer Guerilla Kampagne von SIXT. Die Kampagne ist zwar etwas älter, aber immer noch eindrücklich.

sixt-billigleim.jpg

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2. Beeinflussungsphänomen WORT / WORTMANIPULATION

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LINKS:

    1. rhetorik.ch aktuell:

      Lärm um ein Wort ... dass es bei Medienauftritten immer wieder zu heiklen Situationen kommen kann und ein einziges Wort Folgen haben kann. ...
    2. rhetorik.ch aktuell:

      28. Juni 2003 ... Kleine Bemerkung - Grosse Wirkung · Lärm um ein Wort · Bush's Worte sorgen für Aufsehen ·

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3. Beeinflussungsphänomen WORT und BILD

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  1. LINKS:
  2. rhetorik.ch aktuell: Wort und Bildwirkung bei Schengenplakaten

    "Worte haben keine Energie, solange sie nicht ein Bild auslösen.
  3. Werberhetorik

    26. Sept. 2004 ... Unter diesem Titel sammeln wir gute Plakate, Werbung, in denen Wort und Bild übereinstimmt oder Plakate, die etwas bewirken. ...
  4. Ausgabe 63

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML einer Botschaft» besonders wichtig sind. Wort und Bild. Bei der Alltagskommunikation ist beides wichtig: abstrakte Worte wie konkrete, bild- hafte Aussagen. ... www.rhetorik.ch/Alphaartikel/63_1605_98_1.pdf - Similar page
  5. rhetorik.ch aktuell:

    Die Frage ist jedoch berechtigt, ob mit Wort und Bild alles erlaubt sein soll. Wenn es um die Verletzung religiöser Gefühle,

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4. Beeinflussungsphänomen AUFMERKSAMKEIT WECKEN (A)

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LINKS:

rhetorik.ch aktuell: Werbung mit leuchtenden Schafen

  1. rhetorik.ch aktuell:

    Ein Plakat müsse vereinfachen - Plakate wolle Aufmerksamkeit wecken. ...
  2. rhetorik.ch aktuell:

    24. Sept. 2001 ... Obschon die Werber mit dem provokativen Satz Aufmerksamkeit wecken wollten -und heute noch zur beschriebenen Aufmachung stehen - ist die ...
  3. rhetorik.ch aktuell: Werbung mit Leichen

    Gute Werbung sollte nicht nur Aufmerksamkeit wecken,
  4. rhetorik.ch aktuell: 01 Mai Rhetorik in schwarz

    1. Mai 2007 ... Die Zerstörungsszenen lassen sich wunderbar generieren und wecken die Aufmerksamkeit.

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5. Beeinflussungsphänomen INTERESSE WECKEN (I)

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LINKS:

  1. Verstehen

    Interesse wecken.
  2. Klatschkommunikation

    Es ist vor allem das Aussergewöhnliche, das unser Interesse weckt.
  3. Verhandeln - aber wie?

    Aufmerksamkeit, Interesse, Wünsche wecken.
  4. rhetorik.ch aktuell:

    17. März 2003 ... die konsumversessene Jugend mit einer Pseude-Popstarfabrik zu fesseln und das Interesse der Massen dermassen zu wecken? ...

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6. Beeinflussungsphänomen PROVOKATION

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LINKS:

  1. Provokative Rhetorik

    Die sozialen Provokationen inszenieren bewusst abweichende Verhaltensmuster. ... Dialektiker, die mit der Waffe Provokation arbeiten, ...
  2. rhetorik.ch aktuell: Bewusste Provokation oder unbedachtes Reden?

    Bewusste Provokation oder unbedachtes Reden? Bundesrat Pascal Couchepin
  3. rhetorik.ch aktuell: Provokation allein genügt nicht

    Provokation, allein der Provokation willen allein genügt leider nicht. ...
  4. rhetorik.ch aktuell:

    Das Theater zur Bundesfeier an der Expo war als Provokation geplant: ... Der Ärger war gewollt und die Provokation war ein Stilmittel. ...
  5. rhetorik.ch aktuell:

    Wir haben in verschiedenen Beiträgen über Provokationen in der Werbung, Politik, ...
  6. rhetorik.ch aktuell:

    Der Aufenthalt im Grenzbereich ist oft als Provokation geplant und kann gratis Reklame bringen.
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7. Beeinflussungsphänomen WIEDERHOLUNG

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Wiederholungstechnik ist ein fundamantales Beeinflussungsmittel
Wiederholen, Wiederholen
Die Wiederholung hat einen grossen Verstärker-effekt. Auch bei der Autosuggestion beeinflusst das Wiederholen von Wortinhalten.
Wiederholen, Wiederholen

  1. LINKS:
  2. Rhetorikfiguren

    Anadiplosis : Die Rhetorische Wiederholung von einem oder mehreren Worten. .... Polysyndeton: Die Wiederholung von Konjunktionen in einer Serie von Wörtern ...
  3. WICHTIGES erkennen

    Am Ende der Ausführungen kein Wort vom wichtigsten Gedanken (in der Zusammenfassung oder als bewusste Wiederholung).
  4. Massenmedien - Medien für die Massen

    Die Behauptung wird durch die Wiederholung verstärkt.
  5. rhetorik.ch aktuell:

    Die Worte der Gegner wirken nach der Sendung bestimmt weniger nachhaltig wie die Wiederholung der emotionalgeladenen Argumente und Bilder ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_03_2001.html - 16k - Cached - Similar pages
  6. rhetorik.ch aktuell:

    Bonfadelli äusserte sich über die x-fache Wiederholung des Einschlages. ... Hingegen hätten jedoch diese Wiederholungen zu einer erhöhten Emotionalisierung ...

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8. Beeinflussungsphänomen ZEITDRUCK (Chance nicht verpassen) / Drang (D)

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LINKS:

  1. Antizyklisches Verhalten

    Wenn es um Leben und Tod geht, beispielsweise im Operationssaal, strahlt der Chefarzt trotz Zeitdruck und Hektik bewusst Ruhe aus, spricht langsamer, ...
  2. Überzeugend antworten

    Vor allem wenn Druck ausgeübt wird (z.B. mit Zeitdruck, erhöhtem Sprechtempo oder bei Unterbrechungen), dann lohnt sich das antizyklische Verhalten

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9. Beeinflussungsphänomen ANGST SCHUEREN

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LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell: Wie begegne ich Polemik?

    1 Übertreibungen; Verschweigen; Reizworte verwenden; einseitiges Berichten; Verunglimpfungen verwenden; Angst schüren ...
  2. rhetorik.ch aktuell: Vogelgrippe: Gefahr oder Hysterie?

    Die resultierenden Tierseuchen liefern den Medien spektakuläre Bilder, welche in der Bevölkerung eine wachsende Angst schüren.
  3. rhetorik.ch aktuell:

    .. Niemand sollte mit der Angst der Menschen Politik machen. Sie schüren Kriegsangst und ziehen über die Marktplätze." ...

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10. Beeinflussungsphänomen MEHRHEIT

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Mehrheitsmeinung
Wenn eine Meinung mehrfach unwidersprochen angehört wurde, glaubt man sie, auch wenn sie nicht einleuchtet. Wenn viele einer Meinung sind, stellt man lieber seine eigene zurück! Wer es versteht, eine Minderheitsmeinung als Mehrheitsmeinung darzustellen, der könnte letztlich eine Minderheitsmeinung in eine Mehrheitsmeinung umfunktionieren.
Ein Schauspieler las Namen aus dem Hamburger Telefonbuch vor. Die Aufzeichnung wurde zwei Versuchsgruppen über einen Monitor vorgeführt. Die eine Gruppe hörte sich die Darbietung in der Form, wie sie aufgezeichnet wurde, in ziemlicher Ratlosigkeit an. Auch der anderen Versuchsgruppe wurde die Aufzeichnung vorgespielt, aber mit einer unterlegten Lach- und Beifallskulisse, die von einer elektronischen Lachmaschine produziert wurde. Diese Versuchsgruppe lachte mit, und zwar, wie gesagt, über den Vortrag aus dem Hamburger Telefonbuch!
Nicht nur die Mehrheit beeinflusst unschlüssige Denker (da jeder bei den Siegern sein möchte), auch Gruppen beeinflussen Individuen. Welche Rolle ein Jugendlicher einnimmt, wird weitgehend von der Gruppe bestimmt. Auch Massen (bei Grossveranstaltungen und Demonstrationen) wirken beeinflussend auf den Einzelnen. Das Gros, d.h. die gesellschaftlichen Umstände, prägen das Verhalten der Einzelpersonen. So wie die sozialen Faktoren der Gruppe Einfluss ausüben auf Normen (Kleider, Sprache, Musikgeschmack usw.), kann die Abhängigkeit von der Gruppe auch bei Massenveranstaltungen zu unbegreiflichen Nachahmungsritualen führen... Sektenmitglieder gingen in Jonestown gemeinsam mit der Gruppe in den Tod. Nicht nur diese bekannte Tragödie veranschaulicht das gedankenlose Einwilligen in ein sinnloses Geschehen. Politiker, Agitatoren und Bandmanager wissen die Massenphänomene geschickt zu nutzen. Um Massen zu beeinflussen, gab es nicht nur die bekannten Claqueure . Es gab früher auch Pleureusen . (die auf Kommando schluchzten) oder Bisseurs (die bis d.h. Wiederholungen herbeiriefen und "encore" schrien. Als Vorläufer der Lachkonserven (Film, TV, Radio) gab es auch den Rieur (der wegen des ansteckenden Lachens angestellt wurde). Bezahlt wurde früher nach offiziellen Ansätzen, pro Applaus oder pro Zwischenruf. Die Manipulatoren im Publikum werden auch bösartig "das Klatschvieh" genannt. Auch heute werden Massen mit angeblich ungestellten Interviews oder mit gezielt aufgebotenen Zuschauergruppen beeinflusst. Die Beeinflussung erfolgt lediglich weniger plump. Leute, die Vertrauen ausstrahlen, wirken beeinflussender. Sie überzeugen nachhaltiger. Anerkannte Schauspieler, Künstler, Filmstars, Dichter, bekannte Aerzte und unumstrittene Denker d.h. Menschen, denen wir positive Gefühle entgegen bringen, haben eine besonders starke Einflussgrösse. Dieses Phänomen wird bei der Werbung und bei Abstimmungskampagnen genutzt.

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11. Beeinflussen mit VORBILDERN (EXPERTEN, PROMIS)

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LINK:

rhetorik.ch aktuell: Merkel in Dessous-Unterwäsche Werbung

Die Medienstelle der Bundeskanzlerin wollte die Kampagne nicht kommentieren.

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12. Beeinflussungsphänomen BEDUERFNISSE, WUENSCHE WECKEN

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Bei Konsumenten künstliche Bedürfnisse wecken

"Und so besteht, angesichts der doppelten Verrücktheit der Arbeiter, sich durch Überarbeit umzubringen und in Entbehrungen dahinzuvegetieren, das große Problem der kapitalistischen Produktion nicht darin, Produzenten zu finden und ihre Kräfte zu verzehnfachen, sondern Konsumenten zu entdecken, ihren Appetit zu reizen und bei ihnen künstliche Bedürfnisse zu wecken."

Paul Lafargue, Schwiegersohn von Karl Marx, Das Recht auf Faulheit, 1883

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13. Beeinflussungsphänomen AUFFORDERUNG ZUM HANDELN (A)

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Appell (Kommunikation)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Ein Appell ist in der Linguistik und der Psychologie eine Funktion der zwischenmenschlichen Kommunikation. Die Aufforderung kann auf Handeln oder Nichthandeln ausgerichtet sein. Dabei können analoge oder digitale Botschaften auf verbaler oder nonverbaler Ebene eingesetzt werden. Ein nonverbaler Appell, der situativ eindeutig wirkt, kann z. B. das Winken eines Hilfesuchenden mit dem Arm sein.

Inhaltsverzeichnis

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Linguistik [Bearbeiten]

Nach Karl Bühler (vgl. Organon-Modell) zählt die Appellfunktion zu den Axiomen der Sprachwissenschaft. Er ist an einen oder mehrere Empfänger gerichtet und soll bei diesen eine Einstellungs- oder Verhaltensänderung bewirken. Der Appell beinhaltet eine Aufforderung zum Handeln oder Nichthandeln. Die appellative Textfunktion dominiert typischerweise in Textklassen wie z. B. in der Werbung. Der Appell kann dabei mehr oder weniger offen bzw. verdeckt erfolgen.

Die verschiedenen Formen des Appells sind:

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DIE UEBERZEUGUNGSPYRAMIDE

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Überzeugungspyramide:
Ueberzeugungspyramide Beim Beeinflussen durch "Überzeugen", "Verkaufen" und "Sich-durchsetzen" lohnt es sich, das Schwergewicht der Ausbildung auf die Förderung der kommunikativen Kompetenz zu legen. Die "Überzeugungspyramide" veranschaulicht, dass wir in diesen Bereichen der Beeinflussung in erster Linie über unsere Persönlichkeit und zu einem recht grossen Teil auch mit unserer Stimme überzeugen. Die geringste Bedeutung hat erstaunlicherweise der Inhalt der Aussage.
Personen überzeugen vor allem durch Persönlichkeit und Stimme. Wer eine gesunde, natürliche und selbstsichere Ausdrucksfähigkeit hat, beeinflusst mit weniger Aufwand.

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SINNE ANSPRECHEN

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LINK:

rhetorik.ch aktuell: Sinnvoll Kommunizieren

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Bei Rhetorik.ch unter AKTUELL können Sie rechts oben den Bereich WERBUNG anklicken (Dort können sie zahlreiche Hintergrundartikel mit Beispielen aus der Praxis zur Vertiefung der Thematik lesen)

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01 Mai 09: Schlagfertige Werbung
26 Apr 09: Werbung mit leuchtenden Schafen
15 Apr 09: Kondomwerbung mit Hitler Mao und Bin Laden
14 Apr 09: Guerillawerbung der Migros
11 Apr 09: Rezessionsunterhaltung
27 Mar 09: Werbung in Bildern
10 Mar 09: Verhaltensorientierte Werbung
21 Feb 09: Werbung sieht Dich
10 Feb 09: SVP gewohnt provokativ
05 Feb 09: Rezessionsbedingter Snuggie Decken Boom
03 Feb 09: Aargauer Inserate Skandal
09 Jan 09: Werbung mit intimer Kameraführung
30 Dez 08: SVP Plakat mit diebischen Raaben
22 Dez 08: Die Puppe 'Baby Alive'
12 Dez 08: Taschenwerbung mit Brunis Aktfoto
28 Nov 08: Plakat Rhetorik
16 Nov 08: Falsche Zeitung
20 Sep 08: Fernsehwerbung bei Präsidentschaftswahlen
17 Sep 08: Das Zuerich Lied
07 Sep 08: Frostiger Wind für Werbung in Europa
12 Aug 08: Provokation allein genügt nicht
08 Aug 08: Paris Hilton for president
06 Aug 08: PR Probleme der Schweizer Armee
05 Aug 08: 14 Millionen Dollar für Brangelina Kinderphotos
02 Aug 08: Witze als Marketingwaffe: die Mantaverschwörung
11 Jul 08: Schock als Methode
03 Jul 08: Wächserner Hitler
25 Jun 08: Google Bombe
30 Mai 08: Protest zum neuen Starbucks Logo
02 Mai 08: Kampagne gegen Freierfouls von Fussballfans
28 Apr 08: Antizyklische Uhr
25 Apr 08: Logo sorgt für rote Köpfe
22 Apr 08: Clintons Sieg in Pennsylvania
15 Apr 08: Jackpot mit Autosprungwerbung
05 Apr 08: Kobe Bryants Auto Sprung
31 Mar 08: Neue Stop-Aids Werbung
29 Mar 08: Schäuble's Fingerabdruck
28 Mar 08: Virale Verbreitung von Anti-Islam Film
14 Mar 08: Über produktetaugliche Werbeschauspieler
09 Mar 08: Schleichwerbung bei Christiansen?
11 Jan 08: Die Schweiz wird immer dicker
05 Jan 08: Umstrittene RedBull Werbung
30 Nov 07: Youtube Debatte der Republikaner
22 Nov 07: Schlammschlacht mit einem Gerücht
07 Nov 07: Facebook Werbung
28 Sep 07: Bild und Botschaft müssen übereinstimmen
27 Sep 07: Ideenklau im Wahlkampf
25 Sep 07: Toscanis Nolita-Kampagne
23 Sep 07: Nackt auf Stimmenfang
19 Sep 07: Wirbel um Walliser SVP Plakat
16 Sep 07: Das Blocher TV
15 Sep 07: Nationalratswerbung mit Unterwäsche
10 Sep 07: Anti AKW Plakat der SP
27 Aug 07: Wirbel um SVP Video
26 Aug 07: Die erste Blogwerbung
15 Aug 07: Ein Clinton Werbespot provoziert Reaktion
10 Aug 07: Die Kraft der Marke
06 Aug 07: Werbung mit Haloeffekt
21 Jul 07: Der letzte Harry Potter Band
19 Jul 07: Nackte Werbung für Gletscher
28 Jun 07: Vorbildliche Werbung
21 Jun 07: Werbung mit Bauernkalender
02 Jun 07: Nierenspenden Show in Holland
31 Mai 07: Publizität durch Rechtschreibefehler
23 Mai 07: iGasm Werbung erregt Apples Anwälte
21 Mai 07: Wirkung von Online Werbung
08 Mai 07: Das Leben ist kurz. Lassen Sie sich scheiden!
28 Apr 07: Klevere Werbung oder kontraproduktiv?
03 Apr 07: Muss AIDS Werbung schockieren?
18 Mar 07: Der Heilige Gral der Werbung
07 Mar 07: Gruppenvergewaltigung oder Werbekunst?
02 Mar 07: AP ignoriert Paris Hilton
27 Feb 07: Dreistes Gucci Plakat
23 Feb 07: Anti-Raucher Werbung
15 Feb 07: Hol dr an Politiker
14 Feb 07: Zufallsreportagen
08 Feb 07: Rapper Stress und Blocher
06 Feb 07: Skywriting
04 Feb 07: SVP gegen Rap
02 Feb 07: Paris Hilton klagt gegen Webseitebetreiber
01 Feb 07: Guerilla Werbung
12 Jan 07: Hat die SP Schweiz von der SVP gelernt?
16 Dez 06: Plakataktion zum Aufrütteln
03 Nov 06: Wann ist Werbung sexistisch?
02 Nov 06: Wahlpropaganda per Telefon
23 Okt 06: Barack Obama auf Medientour
22 Okt 06: Ein Wahlkampfvideo in der USA
02 Sep 06: Baby als Werbefläche
16 Aug 06: Zum Outing von Günther Grass
05 Aug 06: Blasphemie als Werbegag?
14 Jul 06: Uneinsichtigkeit als Nelly Wengers Markenzeichen?
13 Jul 06: Das unsichtbare Cruise-Holmes Baby
05 Jul 06: Rüge für die Vorzeigefrau
22 Jun 06: Politiker und Werbung
19 Jun 06: Das Debakel an der Piratenbucht
18 Jun 06: Werbung mit Leichen
10 Mai 06: Schockautowerbung
01 Mar 06: Novartis beantwortet fragwürdige Kampagne
22 Jan 06: Mehrdeutige Werbung
30 Dez 05: Umstrittene EU-Pornoplakate in Österreich
14 Aug 05: Wahlkampfwerbung mit einer Kugel
11 Aug 05: Grundaussagen von Werbeplakaten
24 Feb 05: Tote Gummibärchen
04 Feb 05: Schni Schna Schnappi
18 Jan 05: Das Rätsel der violetten Aliens
17 Jan 05: Geschickter Werbegag von WEF Gegnern
06 Dez 04: Wo sind die Grenzen der Kunst?
28 Nov 04: Bohlen wird zur Witzfigur
14 Nov 04: SVP Bildsprache macht Schule
23 Okt 04: Horrorbilder gegen das Rauchen
12 Okt 04: Eminem's Jackson Song
16 Sep 04: Neues Schock-Inserat der SVP
20 Jun 04: Spuck-Rhetorik auch im Sport?
30 Apr 04: Schwarzenegger will Puppe terminieren
26 Apr 04: Ein Bild von Prinz Phillip
10 Apr 04: Grosses Cover-Up in den USA
07 Apr 04: Schock-Protestbild zum Krieg in Irak
01 Mar 04: Schamloser Auftritt
12 Feb 04: Ich schockiere - also bin ich
03 Feb 04: Superbowl Schocker
02 Feb 04: Zum Grosserfolg von "Music Star" im SF DRS
09 Jan 04: Persönlichkeitsschutz und Werbung
08 Jan 04: Werbung auf Banknoten
07 Jan 04: Anti-Bush Filmchen
06 Jan 04: Heirat als Werbegag
02 Jan 04: Polizeianzeige als Werbesegen
01 Jan 04: Sprachpolizei säubert Schulbücher
23 Okt 03: Werbung mit Selbstmord-Video
11 Okt 03: Antirassismuskampagne mit grosser Wirkung
18 Sep 03: Wirbel um Werbung
31 Aug 03: Wirbel um ein SVP Plakat
24 Feb 03: Wie kann man Medienkampagnen kontern?
14 Jan 03: Intervention wird zur Werbeaktion
12 Jun 02: Schockreklame verbieten?
02 Jun 02: Irritation und Tabubruch als Werbegag
06 Mar 02: Gemüse, Sex und Expo
24 Sep 01: Sind Schocktexte kontraproduktiv?
Rhetorik.ch 1998-2009 © K-K Kommunikationsberatung Knill.com

QUELLE DIESES BEITRAGES (KONZEPT DES REFERATES):

  1. Beeinflussung-Manipulation-Propaganda

    5. Apr. 2000 ... Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen. www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html - 43k - Cached - Similar pages
  2. ***************************

    Nachtrag ZITAT:
  3. in Wirtschaftspsychologie am 09. April 2009

    Jedem ist schon einmal aufgefallen, dass man urplötzlich Lust auf Schokolade oder Brause hat, ohne genau zu wissen wieso. Zufälligerweise lief genau in diesem Moment der Fernseher und man sah den neusten Werbespot für Sprite oder Milka. Schon macht alles einen Sinn.

    Sicher. Auf euch trifft dies natürlich nicht zu, da ihr dieser banalen Art der Manipulation überlegen seid; denkt ihr jedenfalls.

    In Wirklichkeit seid ihr jedoch genauso empfänglich, wie die Werbemacher selbst für Werbungen anderer Unternehmen, denn niemand ist in der Lage sein eigenes Unterbewusstsein zu überwältigen. Andernfalls wäre es ja auch kein Unterbewusstsein mehr, nicht wahr? Das Gegenargument, das Willensstärke unter Garantie mächtiger ist, als eine Werbung von minderintelligenten und durchschaubaren Menschen sei außer Konkurrenz, da niemand zugeben würde eine Schwachstelle zu haben, die seinen Geist beeinflusst - nun gut. Betrachten wir nur eine x-beliebige Werbeanzeige etwas genauer. Ich persönlich habe mich für die folgende entschieden:

    bionade_werbung

    Auf den ersten Blick eine wirklich gelunge Werbeanzeige; doch dass wir jetzt Lust auf Bionade haben, wird oftmals als reiner Zufall deklariert. Tatsache ist aber, dass wir vorher nicht im Entferntesten an diese Brause gedacht haben und jetzt gleich ein Verlangen nach ihr empfinden. Analysieren wir diese Anzeige. Anfänglich fällt einem sofort der Slogan ins Auge, welcher uns oberflächlich eine eindeutige Botschaft vermittelt: “Unsere Brause ist gesund und nicht künstlich.”

    Der Bezug zu den Schulfächern Biologie und Chemie ist klug gewählt und spricht gerade potenzielle, jugendliche Käufer an, die vielleicht eher Konkurrenzprodukte bevorzugen. Da Bionade auf den ersten Blick eher spießig erscheint - denn, wie wir alle wissen, denken die meisten Jugendlichen “Gesund ist uncool” - wollen die Macher ihrem Image auf stilvolle Weise, ohne zu unseriös herüberzukommen, jugendlichen Charme einverleiben, was zugegebener Maßen gelingt.

    Des Weiteren werden auch vergangene Zeiten von schon älteren Kunden zurück in das Gedächtnis gerufen, was dazu führt, dass sich diese durch den Konsum der Bionade wieder jünger fühlen; jedenfalls wird eine derartige Ansicht deklariert. Ebenfalls, etwas unterschwelliger, als die eigentliche Botschaft der Werbeanzeige, finden wir eine Weitere. Der Vergleich und die Herabsetzung der Konkurrenzanbieter als “chemisch-unrein” wirkt besonders eindringlich, obwohl wir es auf den ersten Blick überhaupt nicht derartig wahrnehmen. Unser Unterbewusstsein tut dies jedoch sofort, was dazu führt, dass wir Produkte der anderen Anbieter beim nächsten Einkauf genauer unter die Lupe nehmen werden, um zu überprüfen, ob es wirklich den Tatsachen entspricht. Oftmals unterlassen wir dann sogar den Kauf dieser vermeidlich als ungesund dargestellten Produkte.

    Ein weiterer, essenzieller Aspekt erscheint in Form der Farbwahl. Jede Farbe bewirkt eine unterschiedliche Prägung unseres Gefühlszustandes. So lässt uns beispielsweise die Farbe unsere Aufmerksamkeit steigern, da sie als Warnfarbe gilt. Zu beobachten in Kombination mit Weiß oder Schwarz im Straßenverkehr. Diese Farbe spiegelt Wärme und Energie wider, was uns vermittelt, dass es sich um Leidenschaft und Liebe handelt. Ebenfalls bringen wir Blut mit dieser Farbe in Verbindung, was dafür sorgt, dass wir diese Farbe als die Farbe des Lebens ansehen. In diesem speziellen Fall ist der Hintergrund bewusst in ein seichtes Grün gelegt. Diese Farbe symbolisiert die enge Verbundenheit mit der Natur, sprich: Bio. Jeder assoziiert mit der Farbe Grün etwas Positives. So haben wir beispielsweise bei einer grünen Ampel das Vorrecht fahren zu dürfen, ergo: Eine gewisse Überlegenheit denen gegenüber, deren Ampel rotes Licht zeigt. Auf dem Golfplatz nennt man den Zielbereich “Green”, um ein weiteres Beispiel zu nennen.

    In diesem Fall tritt dieses Grün in Kombination mit der beliebten Farbe Weiß auf. Diese hat je nach Herkunft eine stark variierende Bedeutung. In unseren Kreisen assoziieren wir Weiß mit einem freudigen Ereignis: Hochzeit, Unschuld, Neutralität, Jungfräulichkeit, Heiligkeit oder mit der Reinheit. Gerade die Kirche bedient sich dieser so genannten “unbunten Farbe”, wie keine zweite Institution. Des Weiteren kennt jeder die “Weiße Flagge”, die einen sofortigen Stopp der Schlacht, sprich eine Kapitulation, erklärt. Auch der allseits geforderte Frieden wird mit der Farbe Weiß dargestellt.

    In ferneren Gegenden dieser Erde kann Weiß allerdings auch etwas vollkommen anderes bedeuten. So zum Beispiel in China, wo sie ein Symbol für das Altern, den Herbst, die Zeit des Reifens, oder auch die Hinterlist darstellt, also eher negative Eigenschaften. Würden wir jede der unzähligen Werbungen, die wir tagtäglich sehen, genauer analysieren, könnten wir erschreckend feststellen, dass keine ohne diese Mittel der Manipulation auskommt, was wiederum zu einem Zustand der Gleichheit innerhalb der Wirtschaft führt. Im Endeffekt ist also ein Produkt nicht im Entferntesten so stark von den Merkmalen abhängig, die wir gemein als wichtig ansehen, wie zum Beispiel von der Qualität oder dem Preis. Darüber hinaus erscheint der genannte Preis meistens nur als angebracht, wenn wir durch die Werbemaßnahmen davon überzeugt werden.

    Karl Christian Behrens, der als einer der Gründer der wissenschaftlichen Marktforschung und Werbelehre in Deutschland gilt, versteht darunter “eine absichtliche und zwangsfreie Form der Beeinflussung, welche die Menschen zur Erfüllung der Werbeziele veranlassen soll”. Mit dieser Definition verabschiede ich euch mit hoffentlich erweitertem Horizont und einer verstärkten Wahrnehmung für die Werbung in die Zukunft.