Freitag, 1. Mai 2009

Zum heutigen 1. Mai:

Der Wettergott muss wohl Gewerkschafter gewesen sein. Grund: Der strahlende Fühlingstag heute.

http://farm3.static.flickr.com/2094/2445071159_751979f012.jpg?v=0

Der "TAG DER ARBEIT" reizt mich nicht zum arbeiten.

Hoffentlich wiederholen sich nicht die traditionellen Gewalttaten und Randale in Zürich.

In Deutschland kam es jedenfalls bereits zu den ersten Anzeichen von Gewalt:

1. Mai

Vorgeschmack auf den grossen Rabatz

Am Vorabend des 1. Mai ist es in Berlin und Hamburg zu Krawallen gekommen. In der Hauptstadt stand im Stadtteil Friedrichshain eine teils aggressive und betrunkene Menge von rund 200 Personen der Polizei gegenüber. Für heute wird in ganz Deutschland mit weiteren Randalen gerechnet.

Mehr...

Quelle: Tagi und 20 Min

Banken und Konsumgütergeschäfte schützen sich vor der Zerstörungswut der Chaoten – und verbarrikadierten sich hinter Metallläden und Holzwänden.

LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell:

    (Die Stadtpolizei Zürich hatte vor Jahren anlässlich der 1. Mai - Kravalle die Gewaltaktionen auch einmal ungeschnitten mit Videoaufnahmen protokolliert. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Aug_08_2001.html - 8k - Cached - Similar pages
  2. rhetorik.ch aktuell:

    Andrea Stauffacher, die "Rädelsführerin" der 1. Mai Kravalle, (ist übrigens noch in "Halbgefangenschaft") hielt sich bei dieser Demonstration im Hintergrund ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_07_2001.html - 5k - Cached - Similar pages
  3. rhetorik.ch aktuell:

    Schlagend argumentieren (Zu den Nachdemonstrationen am 1. Mai in Zürich) ... Dass am 1. Mai schlagend argumentiert wird, war vorauszusehen. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Mai_01_2001.html - 9k - Cached - Similar pages
  4. Eindrücke vom 1. Mai 2009 in Basel (Keystone)
  5. Nachtrag - Nachdemo im Zürich:
  6. Die traditionellen Katz- und Mausspiele mit den obligaten Krawallen und das Anzünden von Mülltonnen beginnen.
  7. Solange Chaoten aus der ganzen Schweiz wissen: Heute darf man Privateigentum kurz und kleinschlagen und man vermummt meist unbehelligt die Zerstörungswut ausleben kann, solange wird es am ersten Mai Krawalle geben, so konstant, wie das AMEN in der KIRCHE.
  8. Die Krawalle haben eine lange Tradition.
  9. Ich zitiere 20 Min:
  10. Katz-und-Maus-Spiel zwischen der Polizei und Demonstranten. (Alles Bilder: Mobile-Reporter) Zur Story
  11. (Video: Joel Bedetti/Mathieu Gilliand, 20 Minuten Online)
  12. Kommentar: Alle kommen auf ihre Rechnung: Die Demonstranten, die sich ausleben können und nachher ihre Aktionen in den Filmen nochmals geniessen und begutachten können. Aber auch die Medien. Sie haben Ihre Bilder und Geschichten, die sie verkaufen können. Die Polizei, die versucht, ihre eingeübten praxisnah Taktiken zu testen. Die Politiker, die sich später für vermehrt für Ruhe und Ordnung stark machen und sich ebenfalls profilieren können.
  13. Es macht den Anschein, dass im Grunde genommen niemand auf auf die 1. Mai Krawalle verzichten möchte - ausser die Betroffenen, die Geschädigten. Aber diese haben keine Lobby und müssen in den sauren Apfel beissen.
  14. Tagi 1730 Uhr:
  15. An der Langstrasse brechen erneut Strassenschlachten aus

  16. Die Medien sind in einem Dilemma. Die Krawalle sollten nicht hochgespielt werden, anderseits besteht eine Informationspflicht. Die Online Medien beschönigen weniger. Sie schildern laufend die IST- Situation.
  17. z.B. BLICK, TAGI und 20 Min informieren laufend (1800 Uhr):
  18. Derzeit kein Ende der Krawalle zwischen Langstrasse und Kaserne in Sicht

  19. Krawalle: Polizei versucht Kreis 4 zu räumen

  20. 1830 Uhr:
  21. Krawalle: Polizei drängt Chaoten in Kreis 5

  22. Tagi 2030 Uhr:
  23. Kein Ende der Krawalle zwischen Langstrasse und Kaserne in Sicht

  24. In der Tagesschau war zu erfahren, dass viele sehr junge Krawalltouristen in Zürich zu sehen sind.
  25. Für sie haben die Actions in Zürich Tradition. Man kann einmal gemeinsam Polizisten bewerfen. Bis im frühen Abend sind immerhin nach Aussage eines Fernseh-Reporters noch keine Scheiben eingeschlagen worden. Er bezeichnete die Krawalle am 1. Mai 09 als mittelstark. Die Leute haben immerhin gemerkt, dass man im "Kriegsgebiet" keine Autos parkieren darf. Ein Auto konnte dennoch angezündet werden.
  26. Nachtrag TAGI:
  27. Auch Kinder werfen Steine gegen Polizisten

    Den Behörden macht Sorgen, dass von den 83 Festgenommenen 22 jünger als 18 Jahre sind. Immer mehr Kinder randalieren.

    1/32 Video: Simon Eppenberger und Felix Schindler. Für Bilder der Ausschreitungen: Weiterblättern.
  28. Alarmierend sei, dass auffallend viele Jugendliche und Kinder unter den Chaoten gewesen seien, sagte Hansjakob Baumann, Einsatzleiter der Kantonspolizei Zürich, am Freitagabend vor den Medien. «Dass man einen Einsatz gegen Kinder leiten muss, ist schon bedenklich.» Der Anteil an Minderjährigen sei deutlich grösser gewesen als in anderen Jahren. Augenzeugen berichten von zwölfjährigen Steinewerfern.

  29. Bis um 21.00 Uhr waren bei Schutz & Rettung drei Meldungen über verletzte Personen eingegangen. Über die Schwere und Art der Verletzungen konnte die Polizei noch keine detaillierten Angaben machen. Einsatzkräfte wurden nicht verletzt. Diverse Einsatzfahrzeuge wurden durch Stein- oder Flaschenwürfe beschädigt.

    (Video: Annette Hirschberg/Mathieu Gilliand, 20 Minuten Online)
  30. FAZIT:
  31. Die Polizei liess die Randlierer dieses Jahr nicht zu lange gewähren und war pausenlos im Einsatz. Das wirkte sich insoweit positiv aus, als es zu weniger Sachbeschädigungen kam als andere Jahre. Autos konnten nicht angezündet werden, weil die Strassen leer waren.
  32. Dialog mit einem Jugendlichen:
  33. Im Einzelgespräch sind Jugendliche Steinewerfer oft einsichtige Kinder aus gutem Haus.

  34. Sie spielen das Katz und Mausspiel mit der Polizei aus Langeweile - nicht aus politischen Gründen.
  35. Nachtrag Tagi 2. Mai:
  36. 1.-Mai-Chaoten wüteten in der Nacht weiter

    Im Anschluss an die 1.-Mai-Ausschreitungen ist es im Langstrassenquartier in Zürich zu weiteren Sachbeschädigungen gekommen. Der Schaden ist gemäss Polizeiangaben beträchtlich.

Donnerstag, 30. April 2009

Hörfrüche, die ich notiert hatte:

Verkehrsminister Leuenberger an der Einweihung der Westumfahrung (Es hat viele Tunnels):

"Wir (gemeint war der Bundesrat) haben zu grossen Röhren ein sonderbar begnadetes Verhältnis.!"

Bundesrat Leuenberger an der Gründungsfeier des Eidgenössischen Nuklearinpktorates ENSI in Baden:

"Die Kommunikation muss ehrlich und unabhängig sein. Die Information über die Kernschmelze in Lucens war beispielsweise damals politisch nicht korrekt.

20 Minuten schrieb einmal fälschlicherweise von Rissen in der Reaktorhülle in Mühleberg. Diese Falschmeldung wurde dann von anderen Zeitungen übernommen und die notwendige Berichtigung wurde dann aber nur noch online bekannt gegeben."

Es war erstaunlich, dass in Baden in der anschliessenden Podiumsdiskussion der grüne Nationalrat Geri Müller, diese - von Moritz Leuenberger geschilderte Falschmeldung - wiederum als Tatsache ins Feld führte.Viele Zuhörer wunderten sich, dass dieser Patzer weder von der Gesprächsleiterin noch von den andern Teilnehmern berichtigt wurde. Erst nach der Veranstaltung erfuhr ich, dass Geri Müller das Referat von Bundesrat Leuenbergers angeblich verpasst habe, weil er zu spät eingetroffen sei.

Widmer- Schlumpf versus Merz

Einmal mehr: Uneinigkeit im Bundesrat. Der Zwist wird öffentlich ausgetragen. Der Bundesrat hat immer noch nicht gelernt, intern zu streiten und nach aussen geeint zu kommunizieren. Unverständlich: Immer wieder das gleiche falsche Kommunikationsverhalten.

Ich zitiere 20 Min:

Knatsch um Bundesrat Merz

Steinbrück hat eingeladen, doch Bundesrat Merz ziert sich: Er will an der Steuerkonferenz der OECD am 23. Juni nicht teilnehmen. Das stösst nicht nur bei seinen Bundesratskollegen auf Unverständnis.

Interaktiv-Box

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ziemt sich (Bild: Keystone)

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf drängt auf Teilnahme (Bild: Reuters/Pascal Lauener)

Bundesrätin Widmer Schlumpf sagte gegenüber Radio DRS, man solle sich nie einem Gespräch entziehen, wenn man die Möglichkeit habe, seinen Standpunkt darzulegen. Schliesslich könne man so auch definieren, wie man sich eine künftige Zusammenarbeit vorstellt.

LINKS:

  1. rhetorik.ch aktuell: Zum Kommunikationsproblem in der Landesregierung:

    15. Jan. 2006 ... Fazit: Bei der Kommunikation des Bundesrates zeigt sich, dass die Landesregierung sowohl wegen Polarisierung als auch wegen internen ... www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_15.html - 10k - Cached - Similar pages
  2. [PDF]
  3. rhetorik.ch aktuell: Kommunikationsgau im Bundesrat

    Im Zusammenhang mit dem Einfluss des Bundesrates auf die Swisscom ... Die Geschichte verdeutlicht: Hinsichtlich Kommunikation stimmt in Bern Einiges nicht. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/11_30.html - 10k - Cached - Similar pages
  4. WIDERSPRÜCHLICHE AUSSAGEN BEI MEDIENAUFTRITTEN

    2. Nov. 2004 ... KOMMUNIKATION MEDIENRHETORIK. WIDERSPRÜCHLICHE AUSSAGEN. BEI MEDIENAUFTRITTEN. Wir erwähnen beispielsweise Bundesrat ... www.rhetorik.ch/Aktuell/widerspruch/10_2004.pdf - Similar pages

Mittwoch, 29. April 2009

Medien vergessen nichts

Früher musste man bei missliebigen Gegnern alle Fehler säuberlich notieren und protokollieren, um eine "Schwarzliste" zu erstellen, damit man diese Person an den Pranger stellen kann. Im Medienzeitalter ist es ein Leichtes, alle Pannen, Fehler und Fauxpas zu speichern. 20 Min publiziert heute eine solche Filmsequenzreihe über alle Pannen des neuen amerikanischen Präsidenten.

Umfragen bescheinigen Barack Obama eine unverändert grosse Popularität. Viele beeindruckt, wie souverän er in seine Rolle geschlüpft ist. Das hat ihn und Ehefrau Michelle nicht davor bewahrt, den einen oder anderen Fauxpas zu produzieren. Wir zeigen einige der besten, basierend auf einer Zusammenstellung des TV-Senders CNN:

Der vermasselte Amtseid Gleich der Start am 20. Januar ging daneben. Barack Obama verhaspelte seinen Amtseid. Sicherheitshalber wurde die Zeremonie tags darauf im Weissen Haus wiederholt.

Kopf einziehen! Das Leben als Präsident hält einige Tücken bereit, zum Beispiel den niedrigen Einstieg in den Helikopter Marine One, wie Obama bei einem seiner ersten Flüge feststellen musste.

Verbeugung oder nicht? Die vermeintliche Demutsgeste gegenüber König Abdallah von Saudi-Arabien am G-20-Gipfel in London sorgte in konservativen Kreisen für rote Köpfe. Das Weisse Haus betonte, es habe sich nicht um eine Verbeugung gehandelt. Besonders überzeugend wirkt dies jedoch nicht.

Intim mit der Queen Alles andere als demütig war das Verhalten von Michelle Obama, als sie Queen Elizabeth in den Arm nahm. Die Queen allerdings reagierte ziemlich gelassen auf diesen Verstoss gegen die Hofetikette.

Behinderten-Bowling Der erste Auftritt eines amtierenden US-Präsidenten in einer Late-Night-Show sorgte für Aufsehen. Obama schlug sich in Jay Lenos «Tonight Show» gut, mit einer Ausnahme. Seine Bowling-Künste reichten bestenfalls für die Special Olympics, die Spiele der Behinderten, scherzte er. Eine Entschuldigung war fällig.

Nicht ohne meinen Teleprompter Barack Obama gilt als begnadeter Redner. Allerdings verlässt er sich stark auf den Teleprompter, was Anlass für Kritik und Spott bietet. Bei einer Ansprache am letzten Montag sprach er schneller als das Gerät und musste darauf die Lücke mit einigen Floskeln überbrücken.

Nancys Seancen In der ersten Pressekonferenz nach seinem Wahlsieg wurde Obama gefragt, ob er mit den ehemaligen Präsidenten gesprochen habe. Er habe mit allen lebenden geredet, erwiderte Obama, Seancen wie Nancy Reagan wolle er nicht durchführen. Die einstige First Lady war zwar bekannt für ihren Hang zur Astrologie, aber nicht für spiritistische Neigungen. Obama rief sie an und entschuldigte sich.

Daniel Albrecht trat heute vor die Medien

Jahrelang hatte ich meist zusammen mit Sportjournalistin und Moderatorin SF Regula Späni für Swiss-olympic unzählige Spitzensportler fit machen dürfen für ihre Medienauftritte vor und während einiger Olympiaden. Wir legten Wert darauf, dass die Sportler bei jedem Auftritt - so wie beim Wettkampf - sich voll und ganz auf das Gegenüber und die Botschaft konzentrieren - damit sie bei Veranstaltungen auch komplexe Sachverhalte natürlich, ungekünstelt, einfach, kurz und dennoch konkret (bildhaft) schildern konnten. Es hat sich gezeigt, dass die Sportler auch die Mediensituation trainieren müssen, weil der Umgang mit Mikrofon und Kamera eine ungewohnte Situation ist.

Daniel Albrechts heutige Medienkonferenz war für mich ein gutes Beispiel, das veranschaulicht, dass ein Mensch nur dann überzeugt, wenn seine Einstellung stimmt. Dani Albrecht hat mich überzeugt. Ueber die Medienauftritte der Aerzte habe ist bereits Einiges geschrieben.

LINKS:

  1. [PDF]

    WIE FIT WAREN DIE “SPORTLER DES JAHRES” VOR DEM MIKROFON BEI IHRER ...

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Spitzensportler und Medien. Dass Sportler und Medien aufeinander ange- wiesen sind, bewies kürzlich der Cheftrainer der Schweizer Skifahrer Karl Frehsner. ... www.rhetorik.ch/Aktuell/sportler/02_2004.pdf - Similar pages
  2. Spitzensportler trainieren - auch den Umgang mit Medien

    Spitzensportler trainieren - auch den Umgang mit Medien ... Der Text wird zerstümmelt mit Ausdrücken "Ein/e Sportler/in", "er/sie". ... www.rhetorik.ch/Spitzensportler/Spitzensportler.html - 5k - Cached - Similar pages
  3. rhetorik.ch aktuell:

    15. Febr. 2002 ... Medientraining ist trotzdem für Spitzensportler keine Nebensache. Weshalb? Wir dürfen die Auswirkungen persönlicher Auftritte vor Medien ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Feb_15_2002.html - 12k - Cached - Similar pages
  4. Medienauftritte

    7. Juni 2003 ... Medien, Medienauftritte, Auftreten, Medienauftritt, Interview, Vortrag, ... Ich coache seit Jahren Spitzensportler für die Oympiaden im ... www.rhetorik.ch/Medienauftritt/Medienauftritt.html - 16k - Cached - Similar pages
  5. rhetorik.ch aktuell:

    Im Umgang mit Medien ist eben das Einfache nicht mehr so einfach. Wir haben dies beim Coaching von Spitzensportler gesehen: ... www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Nov_13_2004.html - 9k - Cached - Similar pages

Ich zitiere Tagi online von heute:

Jetzt tritt Albrecht vor die Medien

Ein äusserst gerührter Albrecht sitzt vor die Mikrophone, der sich bei allen Menschen, die ihn unterstützt haben, bedankt. «Ich hatte einen schweren Unfall, und jetzt bin ich wieder hier.»

Seine ersten Erinnerungen nach dem Erwachen aus dem Tiefschlaf sind erst aus Bern. Und im März. Also deutlich nach dem Erwachen. Auch an seinen Sturz hat er entsprechend keine Erinnerung mehr. Er wurde auch angehalten, den Sturz nicht zu früh anzuschauen. Über seine Freundin schaute er sich den Sturz dann doch an. «Die Bilder sehen schon nicht so gut aus. Aber es war, als würde ich den Sturz eines anderen anschauen.»

Albrecht erzählt von seinen Problemen nach dem Erwachen. «Ich wusste nicht mehr, was ein Schmetterling ist. Ich erkannte ihn, aber das Tier hätte ich nicht benennen können.» Jetzt könne er aber wieder normal sprechen. «Ich bin wieder normal.»

Klar ist, Albrecht will wieder zurück auf die Piste. «Es ist ein cooler Job. Aber es kann sein, dass es nicht klappt.» Seine Gedanken kreisen aber bereits wieder um das Skitraining. Als erstes freut er sich nun aber, «wieder gemütlich Zuhause zu sein».

Den Sturz hat er bisher nur auf Youtube gesehen. «Ich weiss also auch nicht, ob ich einen grossen oder kleinen Fehler gemacht habe. Meine Erinnerung ist aber bis zum Tag vor dem Sturz wieder zurückgekommen.»

Professor René Müri, Leiter der neurologischen Abteilung im Berner Inselspital, gibt zuerst einige allgemeine Informationen zu Schädel-Hirn-Trauma-Verletzungen. Er blickt nochmals auf die Patienten-Geschichte Albrechts zurück. Professor Müri wird jedoch nicht im Detail auf die Verletzung von Albrecht eingehen. Und zum Abschluss die erfreuliche Information: «Daniel Albrecht kann nach Hause gehen.»

LINKS:

  1. [PDF]

    AUCH ÄRZTE MÜSSEN MEDIENTAUGLICH SEIN

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML Bei Medienauftritten muss ein Arzt wie bei einer Party für Otto Normalverbraucher einen komplizierten Sachverhalt erläutern ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/03_09.pdf - Similar pages
  2. rhetorik.ch aktuell: Ärzte müssen auch medientauglich sein

    Die Voten von drei Ärzten der Universitäts-Klinik für Allgemeine und Chirurgische .... Auch dieser Medienauftritt eines Medizinerss darf als vorbildlich ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/index.html - 31k - Cached - Similar pages
  3. rhetorik.ch aktuell: Ärzte vor Mikrofon und Kamera

    Koller hat bei allen bisherigen Medienauftritten überzeugt. Aus der NZZ am Sonntag vom 1. Februar 2009: Der behandelnde Arzt von Daniel Albrecht erklärt ... www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/index.html - 23k - Cached - Similar pages
  4. Alltagsrhetorik und Medienrhetorik

    1. Juli 2006 ... Medienrhetorik muss bewusst machen: Ärzte reden nicht für Ärzte. ... Bei Präsentationen und Medienauftritten braucht es entspannte Spannung. ... www.rhetorik.ch/Alltagsrhetorik/Alltagsrhetorik.html - 9k - Cached - Similar pages

Dienstag, 28. April 2009

Steinbrück als redegewandter Taktiker

Frank A. Meyer erstmals als "leiser" Gesprächspartner

Peitschen Peer nutzte die Chance des gestrigen Fernsehauftrittes - als habe er sich von einem Profi beraten lassen - als habe er das Gefühl gehabt, dass sein Auftritt am Schweizer Fernsehen sei für ihn wichtig und entscheidend. Tatsächlich war es für ihn vor den Wahlen überlebenswichtig - im Nachbarland vor den Wahlen - die gereizte Stimmung in der Schweiz zu entgiften. Inhaltlich wich zwar der Finanzminster nicht von seiner harten Haltung ab. Die Schweiz muss sich rasch anpassen. Warten liegt nicht drin. Volksentscheide hin oder her. Doch überraschte in der Sendung Vis à Vis nicht nur die Person Steinbrück, der sich als kluger Schachspieler und normaler Mensch darstellen konnte. Vor allem überraschte mich der Interviewer Frank A. Meyer. Er war für mich ein völlig neuer Frank A. Meyer. Am Anfang kaum mehr zu erkennen. Erstaunlicherweise gab er sich für einmal nicht als Hochdrucktyp, laut und dominierend wie sonst. Er nahm sich erstmals in ungewohnter Weise erstaunlich stark zurück. Er fragte in angenehmem Kammerton - ohne hochrotem Kopf - ohne die üblichen Frageketten und ohne die sonstige penetrante Selbstdarstellung. So - als sei selbst der Profi Journalist als Moderator vorgängig über die Bücher gegangen oder habe jemanden gefunden, der ihm offen beigebracht hatte, als moderater Gesprächspartner nicht ständig beweisen zu müssen, wie viel er weiss . Frank A. Meyer - der ehrgeizige Parteikollege von Steinbrück - war sicherlich stolz, dass es ihm als erster gelang, dem Finanzminister eine wichtige Plattform anzubieten. Gestern hakte Meyer mit den Fragen viel härter nach als im schriftlichen Interview vom letzten Sonntagsblick. Erst im zweiten Teil fiel dann Frank A. Meyer gleichsam in eine Ehrfurchtstarre vor dem deutschen Finanzminister. Die zahlreichen Frage-findungsstörungen, Aussetzer, auch die sonderbare Satzbrüche fielen in der zweiten Hälfte auf. Sogar ein wichtiges Dokument konnte Meyer dann in den Unterlagen nicht mehr finden. War es Angst oder nur Respekt? Jedenfalls wirkte er unkonzentriert. Fogendes nonverbale Verhalten signalisierte mir, dass Frank A. Meyer unter Druck stand: Er wagte es im Mittelteil nur selten - während der Formulierungsprozesse der Fragen - dem prominenten Gegenüber in die Augen zu schauen. Der Blick suchte die Gedanken im unteren Teil des Raumes Dennoch fand ich das Gespräch bei Frank A. Meyer viel dialogischer als sonst.

Ich zitiere Tagi online:

Charmeoffensive im Schweizer Fernsehen: Steinbrück kann auch ganz anders

Im Gespräch mit Publizist Frank A. Meyer zeigt sich der deutsche Finanzminister ungewohnt selbstkritisch: Für seine teilweise rüde Wortwahl bitte er um Nachsicht. Die Wirkung der Worte habe er nicht vorhergesehen.

Video

Steinbrück über seine Peitschendrohung. (Quelle: SF)

Steinbrück fordert Fairness von der Schweiz. (Quelle: SF)

Steinbrück: Keine Vorurteile gegen die Schweiz.(Quelle: SF)

Steinbrück über die Nazi-Vergleiche.(Quelle: SF)

Letzten Herbst schwang er die Peitsche gegen die Schweiz, vor einigen Wochen vergaloppierte er sich, als er die Schweiz mit Indianern verglich. Mit seinen verbalen Attacken gegen das Land hat sich der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hierzulande den Zorn auf sich gezogen. In seinem grimmigen Gesicht, die Mundwinkel oft weit nach unten gezogen, sahen manche Schweizer die personifizierte Fratze des hässlichen Deutschen.

Doch der Hamburger SPD-Spitzenpolitiker kann auch ganz anders. In der SF-Sendung «Vis-à-Vis», die heute Abend um 22.50 Uhr auf SF ausgestrahlt wird, zeigt sich der Norddeutsche für einmal nicht als Grossmaul ohne Manieren, sondern als ein Politiker, der sein eigenes Tun reflektiert – und den die harschen Reaktionen in der Schweiz nicht kalt lassen. Im Gespräch mit Publizist Frank A. Meyer räumt er ein, dass er sich in der Steuerdebatte der vergangenen Monate womöglich durchaus das eine oder andere Mal im Ton vergriffen habe.

«Gering ausgebildete Sensibilität»

Dass seine Wortwahl in der Schweiz eine solche Wirkung entfalten würde, habe er sich nicht vorstellen können. «Das mag auch an meiner etwas zu gering ausgebildeten Sensibilität liegen», so Steinbrück selbstkritisch und bittet im Interview um Nachsicht. Dies gelte jedoch nur in der Form, nicht aber in der Sache: Was die Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug betrifft, zeigt sich Steinbrück auch im Schweizer Fernsehen so kompromisslos wie immer. «Ich werde dieses Brett weiter bohren – auch wenn das einige in der Schweiz nicht freuen wird», so Steinbrück.

Von der Schweiz erwartet der deutsche Säckelmeister, dass sie das Doppelbesteuerungsabkommen zügig an die OECD-Standards anpasst. «Ich bin nicht bereit, drei oder vier Jahre zu warten», so Steinbrück. Er gehe auch davon aus, dass die Schweiz an der nächsten OECD-Tagung in Berlin teilnimmt. Dass die Eidgenossenschaft nicht eingeladen sei, wie dies kolportiert wurde, entspreche nicht den Fakten.

Nazi-Vergleich bringen Steinbrück ins Sinnieren

Die Empörungswelle in der Schweiz hat den SPD-Politiker in den letzten Wochen ins Grübeln gebracht.«Wie ist es möglich, dass mir, Jahrgang 1947, im Jahr 2009 Briefe und E-Mails gesendet werden […], in denen ich als SS-Scherge oder Nazi-Schwein bezeichnet werde?» Diese Auseinandersetzung gebe nicht nur Hinweise darauf, dass er über sich selber nachdenken müsse. Auch in der Schweiz hätten einige Veranlassung, über sich selber nachzudenken. Im Übrigen könne er sich selber sehr gut in die Befindlichkeiten eines kleinen Landes hineindenken: «Ich bin nicht nur Deutscher, ein Teil meiner Familie ist dänisch.»

Keine Vorurteile gegen die Schweiz

Steinbrück lässt im über einstündigen Interview kaum eine Gelegenheit aus, um ein positives Bild der Schweiz zu zeichnen: Sie sei ein «von der Geschichte sehr glücklich behandeltes, prosperierendes und tüchtiges Land […] mit einer äusserst positiven Entwicklung». Er selber habe kein einziges Vorurteil gegen die Schweiz, und er versuche auch kein solches zu entwickeln.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Fazit: Wir sind mit Steinbrück einig, dass leider zu oft um den Brei herum geredet wird und Bilder und Anlogien mehr bewirken als allgemeines vages Formulieren. Wer jedoch offen und eindeutig formulieren will, muss Bilder wählen, die nicht missverständlich sind. Offenheit hat nichts zu tun mit Taktlosigkeit. Steinbrück hat sich zu wenig mit dem Harvard Prinzip auseinander gesetzt.

Lohnende Lektüre für Steinbrück:

  1. Das "Harvard" Verhandlungs Prinzip

    Mediation, Negotiation, Harvard-Prinzip, Das. ... Deshalb verwenden wir den Begriff "Harvard Prinzip" in diesem Fachartikel. Details über den Schutz der ... www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/Harvardkonzept.html - 16k - Cached - Similar pages
  2. Das Harvard-Prinzip, die Hochschule der Kommunikation

    Beim Harvard Prinzip geht es nicht um ein «Entweder-oder», vielmehr ... Bei Verhandlungen nach dem Harvard-. Prinzip gilt es, vier Grundsätze zu be- ... www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/fitimjob.pdf - Similar pages
  3. [PDF]
  4. Frank A. Meyer scheint diesen Beitrag gelesen zu haben:
  5. Moderieren - aber wie?

    9. Juni 2001 ... Aber mit den einzelnen Menschen freundlich bleiben (Harvard Prinzip). Warten können, unter Umständen auch rasch intervenieren (flexibel ... www.rhetorik.ch/Moderieren/Moderieren.html - 21k - Cached - Similar pages

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Leserechos im BLICK (Frank A Meyer wurde recht hart kritisiert):

pipo rütsche, zürich | 28.04.2009
» Meiner Meinung nach war Meyer unfähig. Mit etwas mehr Sachverstand, Hartnäckigkeit und Geschick wäre Steinbrück wieder ins Messer gelaufen und hätte sich nicht zurückgehalten. Jedenfalls war er oft nahe dran, wieder unflätig zu werden. Wer mit Samthandschuhen angepackt wird, muss sich auch nicht wehren können.
Karl Anders, Zürich | 28.04.2009
» Herr Meyer war unkritisch und hat es Herrn Steinbrück sehr leicht gemacht.

Franz Zimmerli, Olten | 28.04.2009
» War doch alles eine riesen PR-Show, die den beiden Protagonisten half ihr Image zu polieren. Auch wenn Steinbrück mehrmals betonte, dass er 47 geboren wurde und halb Däne sei, bleibt er ein Deutscher, der nichts anderes als Publizität für seinen Wahlkampf sucht. Zudem mischt er sich weiter in die Rechte und Gesetze eines souveränen Staates ein, was absolut nicht tolerierbar ist.

Suzanne Koller, 8625 Gossau | 28.04.2009
» Es ist ärgerlich, dass jedes Mal wenn Herrn Frank A. Meyer kritisiert wird, die Ringier Presse den Kommentar nicht abdruckt. Ja! Steinbrück war ihm haushoch überlegen. Leider!!!
Albert Zimmermann, Uster | 28.04.2009
» Von?Höhle des Löwen? ist da gar zu lesen, lächerlicher geht?s wohl kaum, so ein Interview kann man sich schenken, solche Plattformen hat das Staatsfernsehen auch schon Eichel dargeboten, einknickferitg und unterwürfig. In der Sache hat der Peitschen-Cowboy ja nichts zu verlieren, als Versager in NRW und im Grossdeutschen Reich winkt im so oder so, wie seinem Versager-Vorgänger ein Pöstchen im EU Filz. Die Schweizer Sozis können sich so dann weiter als Speichellecker anbiedern. Schon beinahe peinlich wie viele Nettigkeitsschweizer noch immer in devoter Haltung gegenüber deutschen Drohungen einknicken, da braucht?s wohl mehrere Müntefehrings und Soldaten im Stechschritt- als Augenöffner. Der Grossmachtstraum könnte mit solch schwachen?Partnern? doch noch Wirklichkeit werden. Dass nun, nach 16 Monaten Harmoniebundesrat doch schon die ersten Netten aufwachen und sich solche?Persönlichkeiten? in der Regierung wünschen, da nun sichtbar ist, dass Nettigkeit und Wohlfühlen als einzige Fähigkeit international nicht genügen, obwohl in der Gutmenschenschweiz doch solche Lieben sämtliche Beliebtheits- Rankings und Umfrageergebisse dominieren.
R Büttiker, St. Urban | 28.04.2009
» Die Fragen waren schwach formuliert und fachlich einfach ungenügend! Steinbrück braucht keine Plattform, um Sympathiepunkte zu sammeln, diese Sendung diente lediglich dazu, das Schweizer Stimmvolk madig zu reden... Oder wen interessiert es, ob er ein Schachspieler oder ein eifriger Leser ist? Leider hat Herr Meyer die Chance verpasst, dem deutschen Finanzminister auf den Zahn zu fühlen, mit Absicht?!
A. Baumgartner, Kriessern | 28.04.2009
» Leider wurde Herr Steinbrück von Herr Meyer überhaupt nicht gefordert. Heute fehlt mir nur eine Stunde Schlaf.

beat straehl, unterentfelden | 28.04.2009
» steinbrück konnte sich sehr gut verkaufen;fuchsschlau und hoch intelligent;trotz unabsprechbarem Sympathie-gewinn:CAVETE! hingegen kam F.A. Meyer mit keinem Wort auf den illegalen,käuflichen Datenerwerb des deutschen Staates zu sprechen.

Kommentar: Die kritischen Echos des Publikums bestätigen mir, dass Frank A. Meyer andere Absichten hatte, als den umstrittenen Finanzminister hart zu befragen.

Nachtrag 5.5.09 (Tagi):

STEINBRUECK LEGT NACH

Spitze Zunge

Für Steinbrück ist Schweiz wie Ouagadougou

Peer Steinbrück legt eine Schippe nach: Der deutsche Finanzminister hat im Streit über Steuerhinterziehung die Schweiz auf eine Stufe mit Ouagadougou gestellt, der Hauptstadt von Burkina Faso

Blick online:

Für Steinbrück ist die Schweiz gleich Ouagadougou

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück wettert wieder gegen das Bankgeheimnis. Und erfrecht sich, die Schweiz mit der Hauptstadt von Burkina Faso gleichzusetzen.

Kommentar: Peer Steinbrück kann nicht über den Schatten springen

Steinbrück brüskiert auch Lichtenstein:

Aus Tagi 6.5.09:

Steinbrücks Attacken: «Es reicht»

A

Luxemburgs Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker hat empört auf neue Äusserungen des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück zum Thema Steuerparadiese reagiert.

«Ich verlange Respekt für Luxemburg»: Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker hat genug von den Entgleisungen des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück.

«Ich verlange Respekt für Luxemburg»: Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker hat genug von den Entgleisungen des deutschen Finanzministers Peer Steinbrück. Bild: Keystone

«Es reicht. Ich verlange Respekt für Luxemburg», sagte Jean-Claude Juncker in der Zeitung «Luxemburger Wort» (Donnerstagsausgabe). Auch das Luxemburger Parlament verurteilte am Mittwoch die Äusserungen Steinbrücks. Der Stil des deutschen Finanzministers entspreche nicht den eigentlich guten Beziehungen zwischen dem Grossherzogtum und der Bundesrepublik, hielt das Parlament in einer Entschliessung fest.

«Nicht hinnehmbare Entgleisungen»

Steinbrück hatte am Dienstag in Brüssel erneut das Auftauchen der EU-Staaten Luxemburg und Österreich sowie der Schweiz auf Listen verteidigt, mit denen Steuerparadiese gebrandmarkt werden sollen. Mit Blick auf ein geplantes Treffen zum Thema hatte er gesagt: «Selbstverständlich werde ich sie zur Nachfolgekonferenz im Juni in Berlin einladen: Luxemburg, Liechtenstein, Schweiz, Österreich, Ouagadougou (Hauptstadt des afrikanischen Staates Burkina Faso).»

Steinbrücks Art und Weise im Umgang mit kleineren Nachbarn sei nicht akzeptabel, sagte Juncker. Er kündigte ein Nachspiel beim nächsten EU-Gipfeltreffen im Juni in Brüssel an. Er empfahl der deutschen Regierung ausserdem, die parlamentarische Reaktion Luxemburgs auf die - wie er sagte - Entgleisungen Steinbrücks zur Kenntnis zu nehmen. «Das Parlament hat am Mittwoch eine Resolution verabschiedet, die zeigt, dass die Luxemburger jetzt denken, dass es reicht», sagte Juncker.

Asselborn: «Biertischniveau»

Auch Luxemburgs Aussenminister Jean Asselborn, wie Steinbrück Sozialdemokrat, griff den deutschen Minister scharf an. «Der deutsche Finanzminister scheint definitiv auf Biertischniveau angekommen zu sein», sagte Asselborn «Spiegel Online». Auch luxemburgische Sozialdemokraten könnten die «erniedrigende Sprache» Steinbrücks nicht verstehen, die «von einer kaum mzu übertreffenden Arroganz» seien.

Asselborn erinnerte daran, dass Luxemburg von 1940 bis 1944 von deutschen Truppen besetzt war. «Jeder Luxemburger erinnert sich mit Grauen an eine Zeit, in der aus Deutschland, anfangs durch Worte und Reden, Erniedrigungen und Angst herüberschwappte», sagte er. «Auch nur ein Millimeter Überheblichkeit hoher deutscher Autoritäten löst in Luxemburg Gefühle aus, auf die wir gerne verzichten mögen.»

Kritik der CDU/CSU

Die ironisch gemeinte Steuerparadies-Auflistung Steinbrücks hatte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Meister, scharf angegriffen: «Die Union distanziert sich von den Äusserungen des Ministers Steinbrück. Wir sind für die Bekämpfung der Steuerhinterziehung, aber in konstruktiver Weise. Steinbrück richtet wiederholt und bewusst grossen aussenpolitischen Schaden an.»

Das Eidg. Finanzdepartement (EFD) wollte sich am Mittwoch nicht zu der Polemik äussern.

Kommentar: Wie gewohnt schweigt das EFD. Wenn die Schweiz die Gunst der Stunde uach wieder nicht nutzt wieder nicht nutzt und den deutschen Kampfrhetoriker erneut gewähren lässt und keine Stopsignale gesetzt werden, so muss sich unser Bundesrat nicht wundern, wenn sich Steinbrück bestätigt fühlt, dass man nur mit der Peitsche genug laut knallen muss, wenn Zug ins Kamin kommen soll. So wie Luxemburg gegen die verbalen Entgleisungen postwendend reagiert hat, hätte Bundespräsident Merz schon letztes Mal bei der Cowboyrhetorik reagieren müssen. Dreiste Ueberheblichkeit muss gebrandmarkt werden! Und zwar öffentlich! Was mich erstaunt: Der Krug scheint in diesem Fall nicht zum Brunnen zu gehen bis er bricht. Steinbrück ist jedenfalls alles andere als ein gebrochener Mann.