Dienstag, 17. März 2009

Nach der Amoktat:

Wut über die Auswüchse der Medien

Seit Tagen belagern die Medien den Ort des Blutbades in Winnenden. Journalisten kämpfen angeblich mit harten Bandagen um Augenzeugenberichte und tränenreiche Interviews.

Als die Identität des Fluchtfahrers von Tim, dem Amokschützen publik wurde, belagerten Journalisten auch dessen Haus. Der Fahrer handelte offensichtlich seine Informationen gegen Geld.

Kommentar: Man kann sich fragen: Wo hört die Information auf und wo beginnt die Sensationslust?

Was dürfen die Medien zeigen, das man eigentlich nicht zeigen sollte? Oder: Welche Bilder darf man zur Veranschaulichen zeigen, damit die Leute verstehen, was nicht gezeigt werden darf?

In Italien hat sich gezeigt, dass die Medien immer mehr über Gewaltverbrechen schreiben. Dies garantiert Einschaltquoten. Wenn die Zeitungen noch vor 10 Jahren 10% über Täter, Verbrechen und Tötungen gebracht hatten, so sind es heute bereits 25%!

Die Medien rennen nach authentischen Geschichten, nach Augenzeugenberichten, die den Tathergang plastisch werden lassen. Für die Medien wurde Winnenden die Story der Jahres aber in erster Linie ein Geschäft!

Es lohnt sich - gegenüber den Medien - Vorsicht walten zu lassen. So konnte nachträglich die Ankündigung der Tat im Chatroom als Fälschung entlarvt werden. Auch die SPIEGEL Meldung, Tim habe am Vorabend der Tat das Killerspiel "FarCry2" um 21.40 Uhr gespielt, ist nicht erhärtet.

Was besonders fragwürdig ist: Wenn die Täter in den Medien mit Montur und Waffe abgebildet werden.

Täter +

Täter können bei gewissen Jugendlichen Kultstatus erhalten. Es gibt bereits Fanclubs, die sogar den Geburtstag der Täter feiern. Vor allem fragwürdige Abbildungen der in schwarz gekleideten Massenmörder mit der Waffe in der Hand könnten zur Nachahmung animieren. Da haben die Medien sicherlich eine Verantwortung. Sie dürfen den Anreiz zur Nachahmung nicht mit entsprechenden Bildern schüren (Täter in schwarzen Mantel und Waffe). Diese Thematik wurde in vielen Redaktionen nach den Publikationen reflektiert, nachdem BILD den Mörder gross abgebildet hatte mit einer Waffe in der Hand, Die Mündung der Pistole gegen den Betrachter gerichtet .

Unbedachte Aktionitis der deutschen Bundeskanzlerin

http://www.robertamsterdam.com/deutsch/angela-merkel.jpg

Angela Merkel wollte nach der Bluttat in Winnenden ein Zeichen setzen, um zu zeigen, dass die Regierung nicht untätig bleibt. Sie schlug vor, direkte Kontrollen durchzuführen, ob die Bestimmungen über den Besitz von Waffen in Haushalten eingehalten werden. Die Bundeskanzlerin müsste sich jedoch bewusst sein, dass im Deutschland das Personal für eine flächendeckende Kontrolle fehlt und zudem die rechtlichen Grundlagen und Haushalte nicht ohne Hausdurchsuchungsbefehle durchsucht werden dürften.

Kommentar:

Der Vorschlag Merkels ist ein typischer unbedachter Schnellschuss einer Politikerin, die etwas sagt, damit etwas gesagt ist und etwas tun möchte, damit die Oeffentlichkeit das Gefühl hat, es werde etwas getan.

Nachtrag vom 17.3.09:

Ich zitiere blick-online:

Es gibt erstaunlich viele Nachahmetäter

Der Amoklauf hat nach Angaben des baden-württembergischen Innenminister Heribert Recht zahlreiche Trittbrettfahrer animiert. Bis Montag hätten allein in seinem Bundesland 52 Nachahmer ähnliche Taten angedroht, sagte Rech in Stuttgart.

39 davon seien ermittelt worden, gegen fünf sei Haftbefehl erlassen worden. Gegen 13 liefen noch die Ermittlungen. «Wir müssen davon ausgehen, dass wir mit weiteren Trittbrettfahrern zu rechnen haben», sagte der Minister. Die Drohungen belasteten die Arbeit der Polizei erheblich

Montag, 16. März 2009

Windfahnenverhalten des Bundesrates

Nach dem vorschnellen Nachgeben des Bundesrates beim Bankkundengeheimnis merken jetzt immer mehr Politiker, dass sich unsere Regierung ins Bockshorn jagen liess und zu vorschnell gehandelt hatte. Selbst der peitschenschwingende, drohende deutsche Finanzminister triumphiert heute.

Man habe gesehen, wenn man den Indiandern drohe, dann bewegen sie sich. Er komme Zug ins Kamin.

Wir sehen nach dem Schnellschuss des Bundesrates immer deutlicher, dass die Schweiz durchaus hätte zuwarten können. Weshalb forderte er nicht? Bevor nicht alle Oasen mitmachen, bewegen wir uns nicht! (Es geht bekanntlich um einen Wirtschaftskrieg) Er hätte sagen müssen, dass man zuerst das Resultat der Expertengruppe abwarten muss. Dann werde man antworten. Die Drohung mit der schwarzen Liste hätte die Regierung viel gelassener entgegen nehmen müssen. Denn es ist offensichtlich, die anderen Staaten sind auch auf die Schweiz angewiesen. Es gibt keine einseitige Abhängigkeit! Die Schweiz hat auch Trümpfe in der Hand.

Vor wenigen Wochen noch sagte Bundesrat Merz felsenfest:

"Am Bankengeheimnis werdet ihr Euch die Zähne ausbeissen!"

Später:

"Wir werden eine unabhängige Expertenkommission einsetzen, die alle Möglicheiten prüfe, wie die Schweiz das Problem mit den OECD Staaten lösen könne!"(Es dauere noch 14 Tage, bis man die Resultate habe )

Wenige Tage darauf:

Der Bundesrat gab ohne Abzuwarten vorschnell einseitig nach.

Kein Abwarten der Resultate der Expertengruppe!

Dem Bundesrat fehlten die genauen Zahlen der Vermögen in der Schweiz und die Zahlen eines allfälligen Schadens für die Schweiz. Heute nach dem Nachgeben stellen wir fest: Es sind doppelt so viele Milliarden, als vermutet. Der Bundesrat handelte, ohne diese Fakten geklärt zu haben!

Nach Giacobbo/Müller (Satiresendung SF) liess sich der Bundesrat nur schon durch eine Drohung die Zähne einschlagen. Von Zähne zeigen oder "Sie werden am Bankgeheimnis die Zähne ausbeissen" keine Spur mehr!

nach oben

Wir fragen uns: Wieviel ist uns das Wort Souveränität noch wert?

Nun kommt noch an den Tag dass die Schweiz mehrfach hintergangen wurde:

Die Schweiz erfuhr nur indirekt von einer schwarzen Liste auf der die Schweiz aufgeführt sei. Dies entspricht nicht internationaler Gepflogenheiten.

Der Bundesrat protestierte im Nachhinein über diese Unverschämtheit.

Dann wurde der Bundesrat angelogen, es habe gar keine solche Liste gegeben.

Nun zeigt sich, dass diese Liste doch schon länger bestand:

Die vom Tagesanzeiger gefundene "schwarze Liste": Quelle

Nachtrag vom 16. März: Der Tagesanzeiger hat die "schwarze Liste" gefunden: "Noch am Donnerstag behauptete ein OECD-Sprecher, seine Organisation habe gar keine schwarze Liste. Man habe lediglich die G-20 informiert, welche Länder "Einschränkungen bei der Weitergabe von Bankinformationen an ausländische Steuerbehörden kennen". Das OECD-Papier, das Tagesanzeiger.ch/Newsnetz nun vorliegt, reiht allerdings nicht bloss 46 Länder oder Staatssplitter auf, welche ungenügende "Fortschritte" bei der Steuersünder-Bekämpfung machten: Es schlägt auch vor, wie man gegen solche Länder vorgehen könnte."

Aus Blick:

Zum Thema schwarze Liste sagt Steinbrück: «Ich kenne eine solche Liste nicht. Ich weiss auch nicht, ob die Schweiz drauf ist.»

Wie bitte? Gibt es die neue Liste der OECD gar nicht? Steinbrück sagt es so: «Man muss die Kavallerie nicht immer ausreiten lassen. Die Indianer müssen nur wissen, dass es die Kavallerie gibt.» Im Klartext: reingefallen! Wenn die Schweizer Indianer so doof sind, alles gleich zu glauben, was man ihnen erzählt, sind sie selber schuld. Steinbrück freut sich über den gelungenen Trick: «Jetzt ist ordentlich Zug im Kamin.» Kein Wunder:

Die Schweiz hat ja auch ihr Bankgeheimnis darin verfeuert. Weil der Bundesrat Schiss davor hatte, auf der ominösen OECD-Liste der Steueroasen zu landen.

Merz sagt, unser Land stehe bereits seit Anfang März auf dem Entwurf einer neuen Liste. Nur habe niemand die Schweiz informiert. «Umrühmlich», findet das Bundesrätin Doris Leuthard.

Warum aber entrüstet sich Leuthard bloss über die fiese OECD? Die Schweiz unterhält bei der OECD eine permanente Delegation mit Botschafter Eric Martin an der Spitze. Haben er und seine Leute nichts mitbekommen vom Entwurf? Oder gibt es ihn gar nicht, wie Steinbrück andeutet? Seltsam ist, dass ausgerechnet Steinbrück nichts über eine Liste wissen will, deren Überarbeitung er selbst angeregt haben soll. Wie auch immer: Botschafter Martin hätte im Bild sein müssen. Schliesslich ist es seine Aufgabe, «die Schweizer Interessen in der OECD zu vertreten». So beschreibt er es selbst auf der Internetseite ­seiner Delegation. Martins Chefin, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey (SP), ist ebenfalls nur auf die OECD böse. «Es ist inakzeptabel, wenn das Sekretariat der OECD im Geheimen Aufträge einzelner Mitgliedsstaaten ausführt», sagt sie der «NZZ am Sonntag». Aber: «Jetzt müssen wir zusammenhalten und uns für unsere Interessen einsetzen. Alle müssen hinter dem Entscheid stehen, die Regierung und alle Parteien.»

Nur für Bundesrat Maurer ist klar: «Der erhoffte Befreiungsschlag findet nicht statt.» Maurer fürchtet: «Bald könnte verlangt werden, dass wir auch den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen gewähren müssen.» Die EU und die USA arbeiten daran. Und Steinbrücks Kavallerie steht bereit – gegen die Indianer.

Schlitzohrig Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück freut sich diebisch, dass sich ­der Bunde­­s­rat von einer ­angeblichen ­schwarzen Liste hat schrecken lassen. (AP)

Endlich - aber leider viel zu spät kommt der Protest

«Beleidigend»: Calmy-Rey hat genug von Steinbrück

Deutschlands Botschafter Axel Berg muss im Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten erscheinen. Micheline Calmy-Rey findet doch noch deutliche Worte zu den Äusserungen von Finanzminister Peer Steinbrück.

(Quelle Tagi)

Leider ebenfalls zu spät aber immerhin doch noch informiert Bundespräsident Merz jetzt aktiv und eindeutig. In Krisenzeiten und Zeiten der Verunsicherung darf nicht laviert werden, wei es der Bundesrat getan hat. Nun scheint sich die Regierung fachgerecht beraten zu haben:

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz hat die Beschlüsse des Bundesrats zur Lockerung des Bankgeheimnisses in einer Videobotschaft erläutert. Der Bundesrat schätzt, dass die Aufhebung des Bankgeheimnisses die Schweizer Banken gegen 15 Milliarden Franken kosten.

Sonntag, 15. März 2009

Taxifahrer von Daniel H.: Medienauftritt mit Folgen

Taxifahrer René Bähler wollte einmal am Fernsehen sein. Dies wurde für ihn zum Albtraum und die Auftritte führten ihn in den Ruin.

Taxifahrer René Bähler hat den Mörder Dani H. oft herumchauffiert und dabei einiges mitbekommen. Nach zahlreichen Medien-Interviews ist jetzt sein Ruf und sein Geschäft ruiniert.

«Ich konnte meinen Geltungsdrang nicht unterdrücken»: Taxifahrer René Bähler.

«Ich konnte meinen Geltungsdrang nicht unterdrücken» sagte Taxifahrer René Bähler.

Die Medienauftritte seien ein «Riesenfehler» gewesen, findet er heute. «Ich konnte meinen Geltungsdrang einfach nicht unterdrücken», sagt Bähler zu «SonntagsBlick». Doch die Einsicht kommt zu spät.

Video

René Bähler spricht auf TeleZüri.

(Quelle Tagi:)

René Bähler wusste, dass Dani H. in Zürich Kokain kaufte. Manchmal zwei- bis dreimal am Tag. «Er hat mir offen davon erzählt.» Doch für einen Taxi-Chauffeur sei dies kein Schock. Fahrten zu diesem Zweck seien keine Ausnahme, sagte Bähler der Zeitung «Sonntag».

Am Montagabend gab Bähler dem TV-Sender TeleZüri ein Interview – es wurde zu seinem Verhängnis. Er sprach über seine Erlebnisse mit Daniel H.. Besonders in Erinnerung geblieben war ihm eine Nacht im Januar: «Daniel hat mich angerufen. Er habe zwei junge Girls in der Wohnung und er wolle mit ihnen Sex haben. Er fragte mich, ob er meine Digitalkamera haben könne, um das Sex-Abenteuer festzuhalten.» Später dann fuhr der Taxifahrer die beiden verängstigten Mädchen nach Hause.

Der Medienauftritt auf TeleZüri hatte Folgen:

«Ich bin wirtschaftlich, finanziell und gesellschaftlich ruiniert.» Er habe seither keine Aufträge mehr erhalten und mehrere Firmen hätten ihm mitgeteilt, dass sie mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen, da er gegen die Diskretion verstossen habe, schreibt «Sonntag». Seine Freunde wandten sich von ihm ab. Sie wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Polizei, TeleZüri-Publikum und ‹Blick-Leser› werfen dem Taxichauffeur vor vor, er hätte es verpasst, Daniel H. bei der Polizei anzuzeigen. Er erhält sogar Drohungen von TV-Zuschauern. Auch Bählers Freunde wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Kommentar: Die "Mediengeilheit" kommt dem Taxichauffeur nun teuer zu stehen. Er ist gleichsam ruiniert. Die Kunden erwarten von einem Chauffeur Verschwiegenheit und bei kriminellen Handlungen, dass er den Vorfall der Polizei meldet und nicht im Nachhinein den Medien.

20 Min schreibt:

Die verlorene Ehre von Bähler

«Es war ein Riesenfehler»

Taxifahrer René Bähler, der Lucies Mörder sechsmal von Rieden nach Zürich kutschierte, steht jetzt ohne Job und ohne Freunde da.

Der Grund: Seine Redseligkeit wurde ihm zum Verhängnis: «Ich konnte meinen Geltungsdrang einfach nicht unterdrücken

Protest: Die Schweiz wurde nicht informiert

Aus NZZ online:

«Hinter dem Rücken der Schweiz agiert»

Bundesrätin Doris Leuthard kritisiert Rolle der OECD im Streit um Bankgeheimnis

Bundesrätin Doris Leuthard hat die Rolle der OECD im Streit um das Schweizer Bankgeheimnis scharf kritisiert. Die Pariser Organisation habe sich unrühmlich verhalten und die Schweiz über die geplante Nomination für die Schwarze Liste nicht informiert.

(sda) Beim Entwurf einer Schwarzen Liste unkooperativer Länder in Steuersachen habe die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zugunsten der G-20-Staaten gearbeitet, sagte Leuthard in der Sendung «Samstagsrundschau» von Schweizer Radio DRS. Die Organisation habe Transparenz vermissen lassen und «hinter dem Rücken» der Schweiz agiert

Kommentar: Diese Rüge macht bewusst, dass die Schweiz vorschnell gehandelt hat.

Es ist unbegreiflich, dass der Bundesrat eine Expertengruppe ins Leben gerufen hatte, um alle Möglichkeiten zu prüfen und dann plötzlich im Schnellschuss handelte.

Es ist nicht verständlich, dass der Bundesrat nicht zuwartet, bis alle so genannten Steueroasen mit gleichen Spiessen ausgerüstet werden. Weshalb muss die Schweiz eine Vorleistung bringen, bevor andere Länder in diesem Wirtschaftskrieg auch nachgeben? Mit dem Vorpreschen ist noch nicht sicher, dass die restlichen Steueroasen auch mitziehen.

Es hat sich heute gezeigt: Die Zahlen über die deponierten Vermögen in der Schweiz wurden falsch eingeschätzt. Wenn alle Gelder abgezogen werden ist der Schaden nach heutigen Erkenntnissen für unser Land doppelt so hoch!

Tagi-online:

Ziehen jetzt Ausländer ihre 2000 Milliarden aus der Schweiz ab?

Ausländische Privatkunden haben doppelt so viel Geld bei Schweizer Banken wie bisher angenommen. Die Konsequenzen durch das gelüftete Bankgeheimnis könnten daher für die Volkswirtschaft bedeutend sein.

Weshalb hatte der Bundesrat so Angst vor der schwarzen Liste (bei der er übrigens auch hätte mitreden können). Die Schweiz hätte auch noch Trümpfe in der Hand gehabt, die sie vor dem Entgegenkommen hätte ausspielen können.

Fazit: Es zeigt sich auch beim Zugeständnis, dass der Bundesrat - einmal mehr - unbedacht gehandelt hat. Nachdem die Schweiz über den Tisch gezogen wurde, versucht sich nun die Regierung - nachträglich - mit Zähnezeigen und Bellen wieder Respekt zu verschaffen.

Zur Ansteckungsqualität von Amokläufen in Schulen

Die These, dass ohne Internet , Waffen und Medien das neue Phänomen der Bluttaten in Schulen nicht so zugenommen hätte, hat etwas für sich.

Amokläufe werden ungefähr seit 100 Jahren untersucht. Ich zitiere NZZ am Sonntag vom 15. März:

"Schulmassaker hat es seit dem 18. Jahrhundert gegeben. Allerdings waren es Gemetzel von Indianern an weissen Siedlerkindern. oder es rächten sich erwachsene Männer für vermeindliche ungerechtigkeiten. Massacker durch Schüler an Schule gibt es seit den neuziger Jahren, aber nur in den USA, Westeuropa und Australien. Mit dem aus Malaysia bekannten Amoklauf haben sie nichts zu tun, bei dem sich Malaien mit einem Blutbad an den Kolonialherren rächten."

(Ende Zitat)

Seit dem Anschlag in der Cafeteria der Columbine High School haben die Anschläge eine neue Dimension bekommen. Wir wissen heute, dass das Massaker in Littleton lange vorbereitet wurde. Texte, Videos wurden ausgewertet. Das Blutbad im April 1999 animierte zur Nachahmung.

Dylan Klebold & Eric Harris "Littleton Massaker"

1. Wir können heute auf jedem Laptop auf Videos sehen, wie die Columbine Attentäter Dylan Lebold und Eric Harris auf ihre Mitschüler schiessen. Es starben damals 11 Schüler und ein Lehrer.

Das Vermächtnis der Tat ist in Tagebucheinträgen, Kurzgeschichten aus Creative-Writing-Workshops, Videos und Gedichten zu finden. Die Tat wurde angekündigt. Die Täter entschuldigen sich sogar vor der Tat an die Eltern und jene "die wir lieben".

2. Die Amokläufer haben das Bedürfnis, endlich einmal jemand zu sein. Sie wissen heute, dass sie mit einer Bluttat gleichsam unsterblich werden. Sie wissen, dass nach dem Tod (Verüben meist Selbstmord) die Videos um die Welt gehen.

Seit Columbine müssen wir uns mit dem neuen Phänomen auseinandersetzen:

Die Täter werden berühmt!

3. Die Täter in Erfurt - auch in Winnenden - haben sich vermutlich an Columbine orientiert.

http://www.javno.com/slike/slike_3/r1/g2009/m03/y197683118832470.jpg

Wenn sich die Erkenntnis erhärtet, dass sich die Ansteckungsqualität durch die mediale Verbreitung und "Verewigung" der Bluttat erhöht, lohnt es sich, über die Bücher zu gehen und zu überlegen, ob man nicht mit etwas mehr Zurückhaltung in den Medien und im Internet die Lust der Mörder an Publizität eingrenzen könnte.

Die grauenhaften Taten haben gewisse Gemeinsamkeiten:

- Die Mörder fielen nicht auf. Sie waren nette, zurückhaltende Schüler

- Es sind immer junge Männer

- Sie fühlten sich zu wenig ernst genommen

Das heisst: "Normale" Menschen wurden zu Massenmördern.

"Ich weiss" sagt Dylan Klebold (Amoktäter in der Columbine High School) "wir werden Nachahmer haben, weil wir so verdammt gottähnlich sind".

Wenn andere Jugendliche erkennen, dass sie dank einer Waffe in einem Massaker über Leben und Tod entscheiden und sich damit unsterblich machen können, besteht die Gefahr, dass frustrierte Jugendliche erneut angesteckt werden und den Frust ebenfalls auf dies gleiche schreckliche Weise beantworten.

Der deutsche Fernsehautor Joachim Gärtner findet:

Die Kommunikation zu Schulmassakern findet heute im Internet statt!

aus YouTube: (Falls das Video nicht mehr aus unserem Blog abgerufen werden könnte - bitte im Suchfenster -YouTube - Columbine Massaker - eintippen.)

Columbine Massaker 1/5

Channel Icon

Am 20. April 1999 stürmten die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold die Columbine High School in Jefferson County, nahe Denver im US-Staat Colorado und ermordeten dort zwölf Schüler im Alter von 1...
Am 20. April 1999 stürmten die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold die Columbine High School in Jefferson County, nahe Denver im US-Staat Colorado und ermordeten dort zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. Schliesslich nahmen sie sich selbst das Leben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die beiden Schüler durch die Umzingelung der Schule an Plänen gehindert wurden, die Schießerei auf das weitere Umland auszuweiten. Die Stadt Littleton wurde durch die Tat der beiden Schüler weltweit bekannt. Jedoch befindet sich die Columbine High School im Ort Jefferson County und nicht im benachbarten Littleton. Dieser Irrtum wird darauf zurückgeführt, dass das Schulgebäude im Postleitzahlenbereich von Littleton liegt.Die meisten Todesopfer gab es schließlich in der Bibliothek. Zwischen 11:29 und 11:36 nahmen die beiden Schüler nach und nach gezielt die einzelnen Tische unter Beschuss. Die rund 50 Schüler, die sich unter den Tischen versteckten, wurden von den beiden Schützen verspottet. Ob und wenn ja welche Konversationen zwischen den beiden Todesschützen und den Opfern stattfanden, konnte nie eindeutig geklärt werden. Fest steht, dass die beiden Täter äußerst brutal vorgingen. Cassie Bernall († 17), die sich unter einem Tisch versteckte, wurde von Harris aus kurzer Distanz mit einem Kopfschuss getötet, der Rückstoß der Schrotflinte brach ihm die Nase. Daniel Mauser († 15), dem vorletzten Todesopfer, dessen Vater in der Dokumentation Bowling for Columbine zu sehen ist, wurde mitten ins Gesicht geschossen.Die vielen größtenteils verletzten Schüler flüchteten bereits zuvor durch die Notausgänge aus der Bibliothek. Dass sich neben den zehn Toten auch noch die beiden Schwerverletzten Patrick Ireland und Lisa Kreutz unter den Tischen befanden, bemerkten die Amokläufer nach ihrer Rückkehr aus der Cafeteria offenbar nicht. Ireland rettete sich nach mehr als zwei Stunden selbst aus dem Fenster in die Arme der Rettungskräfte. Erst dadurch erfuhren Rettungsmannschaften vom Tod der Attentäter und bargen die beinahe verblutete Lisa Kreutz. Schon mindestens ein Jahr zuvor war der Anschlag genau geplant und wurde vorbereitet, indem die beiden Rohrbomben bauten und sich Waffen und Munition beschafften. Harris und Klebold studierten die Gewohnheiten in der Schule. Wenige Minuten vor der Schießerei stellten sie unbemerkt zwei 10kg schwere Propangasbomben mit Zeitzünder in die zu diesem Zeitpunkt stark frequentierte Cafeteria (der Zeitpunkt war bewusst gewählt, da sich für gewöhnlich ab 11:00 Uhr die meisten Menschen dort aufhielten) und warteten in ihren Autos auf die Explosion, die genau um 11:17 Uhr hätte stattfinden sollen. Fliehende Schüler sollte ein Kugelhagel erwarten. Die Bomben explodierten jedoch aufgrund technischer Fehler nicht. Wären die Bomben explodiert, hätte es wahrscheinlich bis zu 500 Menschen das Leben gekostet.

Samstag, 14. März 2009

Bundesrat hat nachgegeben

Monatelang sagte der Bundesrat: Das Bankengeheimnis ist nicht verhandelbar. An ihm kann nicht getrüttelt werden. Wir werden andere Staaten nur informieren, wie unser Bankengeheimnis funktioniert.

Vor Wochen hiess es man werde mit anderen Staaten zusammen eine Lösung finden, damit man nicht auf die schwarze Liste kommt. Plötzlich war alles anders. Es kam zum Wortbruch: Die Schweiz lockerte das Bankengeheimnis!

Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück drohte der Schweiz mit der Peitsche – es hat genützt. (AP)

Aus Tagi:

Winkelried Maurer: Er wollte beim Bankgeheimnis nicht nachgeben

Doris Leuthard, Eveline Widmer- Schlumpf und Micheline Calmy-Rey waren schon früh zu Zugeständnissen beim Bankgeheimnis bereit. Ueli Maurer wehrte sich hingegen bis zuletzt.

Bild: Felix Schaad

20 Min:

Bankgeheimnis

«Bald sind wir die Sklaven der Deutschen»

Gross ist die Empörung vieler 20-Minuten-Online-Leser über den Entscheid des Bundesrates zum Bankgeheimnis. Von Verrat, Ausverkauf zu Discountpreisen und Kniefall ist die Rede. Andere sehen im Aufweichen des Bankgeheimnisses eine clevere Strategie des Bundesrates

Bittet der Bundespräsident um Gnade?

Aus 20 Min: