Montag, 23. Februar 2009

Fragend nachgreifen (Mit Fragen lenken)

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Wer den Mut hat, in Dialogen Aussagen gezielt zu hinterfragen wird erleben: Fragen bringen Dialoge weiter. Welche der Fragen richtig ist, hängt von der Situation und der Beziehung der Gespächspartner ab. Die Technik basiert auf der Erkenntnis: Wer fragt, führt.

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Aussage:

Ich trage die Verantwortung!

Fragemöglichkeiten:

Wie zeigt sich, dass Sie die Verantwortung tragen?

Wann tragen Sie Verantwortung?

Was verstehen Sie unter Verantwortung?

Für was tragen Sie Verantwortung?

Für wen tragen Sie Verantwortung?

Wie zeigt sich, dass Sie Verantwortung tragen?

Wer sagt, dass Sie Verantwortung tragen?

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Aussage:

Es sollte endlich einmal etwas gemacht werden!

Fragemöglichkeiten:

Was würde geschehen, wenn sie nichts machen?

Was sollte genau gemacht werden?

Wer sollte was machen?

Weshalb machen Sie nichts?

Wer hat dies gesagt?

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Aussage:

Wir haben uns immer bemüht!

Fragemöglichkeiten:

Wirklich immer?

Wer hat sich immer bemüht?

Gab es keine Zeit, in der Sie sich nicht bemüht haben?

Wie haben sich die Bemühungen gezeigt?

Nur bemüht?

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Aussage:

Wir müssen das sofort erledigen!

Fragemöglichkeiten:

Wen meinen Sie mit wir?

Was muss genau erledigt werden?

Wie muss dies erledigt werden?

Wer sagt es, dass dies sofort erledigt werden muss?

Sofort heisst - bis wann?

Was würde geschehen, wenn es nicht erledigt wird?

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Der Aussage - Frage - Prozess:

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> Aussage genau anhören (Aktiv Zuhören)

> Warten - Aussage reflektieren

> Aussage analysieren und hinterfragen

> Frage formulieren (je nach Schwerpunkt)

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Versuchen Sie diese Woche ähnliche Aussagen auf analoge Art und Weise zu hinterfragen. Sie werden erstaunt sein, was gezieltes Hinterfragen bewirkt. K+K hilft Ihnen gerne, diese Technik so zu verinnerlichen, dass Ihr Hinterfragen vom Gegenüber nicht als künstliche, aufgesetzte, deplatzierte Fragerei empfunden wird. Situativ richtiges Hinterfragen muss trainiert werden.

Nachtrag:

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Der Frage-Antwort-Prozess

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- Frage stellen

- Bewusste Pause / warten

- Frage reflektieren / analysieren

- Antwort planen

- Reagieren:

evt. klären (Klärungsfrage)

evt. Frage quittieren

evt. Paraphrasieren: "Habe ich richtig verstanden....?"

evt. Frage einordnen

evt. Antwort zurückstellen und eine Vorbemerkung einschieben

evt. Konkret antworten

evt. Frage beurteilen, beispielsweise Unterstellung benennen

evt. Gegenfrage stellen

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Hauptfehler:

Wir planen während der Frage bereits unsere Antwort und überhören wichtige Details.

Wir weichen aus (Journalisten ärgern sich zu Recht, wenn keine konkrete Antwort gegeben wird)

Wir antworten zu schnell - Denkpause fehlt

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Die Fragen im Kommunikationsprozess

Quelle: (Armando Frei in http://webmusic.pcdr.ch/feedback/frame_kommunikation.htm)

Kommunikation ist ein sehr komplexer und situationsspezifischer Vorgang. Rhetorische und kommunikationspsychologische Grundlagen helfen, Missverständnisse zu vermeiden und effektiver zu kommunizieren.

"Wer fragt, der führt?" oder "Wer fragen muss, weiss etwas nicht, wer etwas nicht weiss, ist dumm?"

Mit Fragen führen

Fragen zu stellen (und vor allem die richtigen zu stellen) ist eine wichtige Aufgabe in der Kommunikation. Fragen haben im Kommunikationsprozess viele Funktionen, sie können...

• zum Zweck einfacher faktischer Informationen gestellt werden.

• die Sichtweisen und Bewertungen des Gesprächspartners ermitteln.

• wichtige Denkanstösse geben. Einfühlend gestellt Vertrauen schaffen.

Fragen sind ausserdem beziehungsfördernd. Sie zeigen, dass man sich für sein Gegenüber interessiert.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie nach Ihrer Meinung gefragt werden? Sie werden als "wissende" Person behandelt - das zeigt Wertschätzung!

Kolumnen von Pedro Lenz

Quelle Blick.ch:

Kolumne vom 23. Februar

Simi – Wie ein Mauersegler Am Anfang nannten ihn alle Harry Potter. Für einen Spitzensportler ist so ein Spitzname die absolute Höchststrafe. Was konnte Simon Amman dafür, dass Swiss Olympic die Athleten 2002 in derart lächerliche Mäntel gekleidet hatte? Nichts! Ammann ist genau das Gegenteil von Harry Potter, er ist nicht Phantasy, er ist Reality. Etwas ist es nämlich, als Aussenseiter an Olympia zwei Goldmedaillen zu gewinnen. Und etwas ganz anderes ist es, einen solchen Erfolg zu verdauen und über all die Jahre zu bestätigen. Ein verträumter Schulbub wie Harry Potter hätte das nie geschafft, ein Mann wie Simon Ammann schon. Der Bauernsohn vom Toggenburg hat in seiner Karriere manche Durststrecke durchgestanden. Er sah grosse Stars kommen und gehen. Es gab Winter, da schien es, als klebe ihm Blei an den Füssen. Aber Ammann ist noch immer da und fliegt sogar dann aufs Podest, wenn es ihm nicht rund läuft. Man merke erst, wie wichtig eine Medaille sei, wenn man sie nicht gewinne, sagte er am Samstag. So redet einer, der Höhen und Tiefen erlebt und verarbeitet hat. Oft heisst es, Skispringer seien Wahnsinnige. Die ständige Nähe zum Himmel, lasse sie die Bodenhaftung verlieren. Die Geschichte dieses Sports, weiss von manchem gefallenen Engel zu erzählen. Simon Ammann ist auch ein Himmelstürmer, aber einer, der oben bleibt. Dazu braucht es den richtigen Kopf und die richtige Lebenseinstellung. Ammann hat beides. Für ihn gilt, was die Vogelwarte Sempach über den Apus apus schreibt: «Kein Vogel ist mehr auf das Leben in der Luft ausgerichtet als der Mauersegler.» Diese WM-Bronzemedaille auf der Normalschanze ist die endgültige Bestätigung einer Karriere, die 2002 in Salt Lake City fulminant begann und hoffentlich noch lange andauern wird. Nicht von der Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling können wir etwas über Simon Ammann lernen, sondern von der Vogelwarte Sempach!

Kolumne vom 16. Februar

Lustvoll leiden in Langnau In den 80er-Jahren gingen die Hockeyfans ins Hallenstadion, um zu leiden. Der alte Z war ein Club, den man als Fan nur mit einer gut ausgebildeten Leidensbereitschaft ertragen konnte. Die Zürcher waren zu gut für die Nationalliga B und doch nicht gut genug für die Nationalliga A. Manche Fans verzweifelten und immer wieder hörte man auf der Tribüne irgendeinen verbitterten Zuschauer schwören, das sei sein letzter Match, er komme nie mehr. Doch beim nächsten Spiel stand er wieder da und litt mit allen andern mit. Später kamen das Geld von Walter Frey, ein paar Meistertitel und der Sieg in der Champions League. Nur etwas kam nie mehr zurück, der Zauber jener Zeit, in der alle Zürcher mit dem ZSC zitterten. Niemand wusste damals zu sagen, ob die Tränen in den Augen der Fans mit dem Spiel oder mit dem allgegenwärtigen Zigarettenrauch zu tun hatten. Heute braucht in Zürich niemand mehr zu weinen. Trotzdem dürfen wir vermuten, dass in manchem B-Spiel gegen Langenthal oder Siders mehr literarischer Stoff lag als im aktuellen Europacupsieg. Was der Z in den 80ern war, sind heute die Tiger. Im Unterschied zu den Lions haben die Tiger ihren Raubkatzennamen ursprünglich nicht der sprachlichen Anbiederung an die USA zu verdanken, sondern einem Schachtelkäse. Und wie so ein Schachtelkäse an der prallen Sonne schmilzt gegenwärtig der Vorsprung der Langnauer auf den Strich in der Tabelle. Aber selbst wenn es dem SCL auch diesmal nicht in die Playoffs reichen sollte, wird das Feuer im Tal weiter brennen – vielleicht gerade deswegen! Die Leidenschaft am Ufer der Ilfis ist vergleichbar mit der Leidenschaft, die Langnau Trainer Weber als junger Spieler in Zürich erlebt hat. Es ist eine Leidenschaft, die im Scheitern wächst, eine Leidenschaft, die von tief unten kommt und den Erfolg insgeheim fürchtet.

Kolumne vom 9. Februar

Die Angst des FCB vor Carlos «El Cid» Varela Kennen Sie den spanischen Nationalhelden El Cid? Die Taten dieses tapferen Ritters wurden in unzähligen Epen besungen und später mit Charlton Heston verfilmt. Sogar nach dem Tod des Cid sollen seine Feinde vor ihm gezittert haben. Für seine letzte grosse Schlacht wurde der bereits verstorbene Ritter einbalsamiert und auf ein Pferd gebunden. Als die Gegner den toten Reiter erblickten, glaubten sie an eine Erscheinung und ergriffen panikartig die Flucht. Der Geist des Cid Campeador hatte die Schlacht entschieden. Das Spitzenspiel am Samstag im Berner Wankdorf wurde auch von einem spanischen Geist entschieden. Über dem satten Grün des Kunstrasenteppichs hing bedrohlich der Geist von Carlos Varela. «Varela! Varela! Varela!», riefen die Berner Fans schon vor dem Spiel, weil alle wussten, dass der schnelle Heisssporn an diesem kühlen Abend ganz besonders heiss sein würde. Varela wird es richten, sagten sich die Berner Fans. Denn gegen einen, der sogar die Basler in der eigenen Mannschaft schlägt, wird der FCB kein Mittel finden. YB-Trainer Petkovic muss ebenfalls gespürt haben, dass Varela in diesem Spiel eine Sonderrolle zukommt. Weil Petkovic ein feinsinniger Mensch mit humanistischer Bildung ist, wusste er wohl um die Legende vom Cid. Vor dem Spiel muss der YB-Trainer sich gefragt haben, was er an diesem Abend von Varela braucht. Die schnellen Beine? Das Temperament? Den Torriecher? Die Aggressivität? Nein, nichts von alldem. Er brauchte nur den Geist des Spaniers. Der Varela-Geist hat den FCB besiegt. Natürlich waren es letztlich Varelas Kollegen, die es auf dem Platz gerichtet haben. Ohne den coolen Heber von Häberli hätte es nicht zum Sieg gereicht. Doch entschieden war der Match schon vor dem Anpfiff: Die Angst der Basler vor dem grossen Abwesenden glich der Angst der Mauren vor dem toten Rodrigo Díaz de Vivar, besser bekannt als El Cid.

Kolumne vom 2. Februar

Tränen für die Zukunft Fast alle legendären Sportstars hatten legendäre Gegenspieler. Wahre Grösse misst sich an den jeweiligen Gegengrössen. Ohne Liston, Frazier oder Norton wäre Muhammad Ali nicht unsterblich geworden. Heute wissen wir, dass Ali der grösste Boxer aller Zeiten ist. Aber in den frühen 70er Jahren, als er von Frazier und Norton verprügelt wurde, konnte man das noch nicht wissen. Die grössten Sportler kennen nicht bloss hervorragende Gegner, sie kennen auch die Niederlage und das Comeback. Ali kam aus dem Gefängnis zurück, Niki Lauda kam aus der Feuerhölle am Nürburgring zurück. Beide schafften es danach wieder ganz an die Spitze. Das alles müssen wir uns vor Augen halten, wenn wir auf den gestrigen Final von Roger Federer gegen Nadal zurückschauen. Der Schmerz über die Niederlage ist vorübergehend. Federer hat einen grossen Gegenspieler. Nadal ist der Joe Frazier der Gegenwart. Er ist stark, er ist jung und er gewinnt. Siege wie der gestrige werden Nadal einen Ehrenplatz in der Sportgeschichte sichern. Aber der Grösste, der Unerreichte, der Muhammad Ali des Tennissports wird am Ende Roger Federer sein. Federer war lange unbestritten die Nummer Eins. Dann kamen Nadal und das Drüsenfieber. Das Fieber verging. Nadal blieb. Das ist hart für Federer. Aber es wird ihn noch grösser machen. Sportler die nur siegen haben etwas Seelenloses. Müssen Sie nicht auch eine Weile nachdenken, bis Ihnen der Name des Superschwimmers einfällt, der an den Olympischen Sommerspielen 8 Goldmedaillen gewann? Und warum? Weil er ein Langweiler ist! Ein grosser Sportler steht nach Niederlagen wieder auf. Federer ist nach Wimbledon wieder aufgestanden – und wie! Er wird auch nach Melbourne wieder aufstehen, das ist gar keine Frage. Die Tränen, die er gestern vergossen hat, bewässern schon den Garten künftiger Grand-Slam-Siege.

Kolumne vom 26. Januar

Von Gut bis grossartig In einem Punkt waren wir Experten uns schnell einig: Bei den Schweizerinnen heisst der Skistar in diesem Winter Lara Gut. Klar wussten wir, dass da irgendwo noch eine begabte Engelbergerin mitfährt. Ein Multitalent, hiess es, eine exzellente Golferin, waghalsige Pilotin, angehende Physikerin und überaus begabte Abfahrerin. Trotzdem fiel es uns schwer, den Namen dieser Wunderfrau im Kopf zu behalten. Die mag ja talentiert sein, sagten wir, doch gleichzeitig dünkte uns, sie hätte mehr Knieoperationen als Weltcuppunkte. Wir Lehnstuhlsportler, die schon beim kleinsten Wetterwechsel über Gelenkbeschwerden jammern, konnten uns einfach nicht vorstellen, dass jemand mit derart oft zusammengeflickten Knien noch Spitzensport betreiben kann. Den Namen Dominique Gisin verbanden wir eher mit einem Ärzterapport als mit einer Rangliste. Selbst als Dominique Gisin vor einer Woche ihre erste Weltcupabfahrt gewann, hatten wir es noch nicht ganz begriffen. Unsere ganze Aufmerksamkeit galt dem glänzenden Lauberhornsieger Didier Défago. Und nun ist es schon wieder passiert. Schon wieder fährt Gisin zum Sieg und schon wieder steht sie im Schatten des neuen Superstars DD. Wie ist doch die Welt zuweilen gemein! Noch letzte Saison hätte hierzulande ein einziger Weltcupsieg gereicht, um alle Titelseiten helvetischer Hochglanzheftchen zu besetzen. Jetzt gewinnt Dominique Gisin gleich zwei Abfahrten nacheinander, aber sie bleibt im Schatten, in diesem unendlich langen Schatten, den nur skigeographische Kultstätten wie Wengen und Kitzbühel werfen können. Dominique Gisin ist grossartig! Sie soll wissen, dass sie in mir einen echten Fan hat, der trotz Lauberhorn- und Hahnenkammeuphorie nicht vergessen hat, vor ihr in die Knie zu gehen. Wobei es bei meinen rheumatischen Knien wohl besser ist, wenn ich stattdessen den Hut ziehe: Chapeau, Dominique!

Pedro Lenz an einer Lesung. (zvg)
Der Autor

Pedro Lenz ist Schriftsteller und wohnt in Bern. Während der EM schrieb der 44-Jährige in der Kolumne «Kopfstoss» täglich für den BLICK. Lenz war nominiert für den Ingeborg-Bachmann- Wettbewerb in Klagenfurt.

Grosser Real-Fan! Der Jubel von Fussball-Poet Lenz im Berner Lokal HalbZeit nach dem Sieg in der Champions League von Real Madrid 2002. (zvg)
Kolumne vom 19. Januar

Didi D. did it! In besseren Zeiten hatten viele Stars verdoppelte Initialen. Jeder Filmfan wusste etwa, dass mit BB nur Brigitte Bardot oder mit CC nur Claudia Cardinale gemeint sein kann. Liebhaber des runden Leders dagegen denken bei CC instinktiv an Christian Constantin, oder bei HH an Heinz Hermann. Seit Samstag kommt im Skisport das doppelte D dazu. DD wird ab jetzt immer mit Didier Défago in Verbindung gebracht werden. Der bärenstarke Walliser, den fast niemand auf der Rechnung hatte, ist über Nacht zum Star geworden. Dabei ist Didier Défago weiss Gott kein Neuling. Wir kannten ihn seit gefühlten fünfzig Jahren. Aber wenn im Fernsehen sein Name eingeblendet wurde, gingen wir meist für eine Zigarettenpause auf den Balkon. Wir wollte ja nicht Cuche oder Bode Miller verpassen. Deswegen hat uns Défagos Sieg im ersten Moment ein bisschen durcheinandergebracht. Es war fast, als hätte für einmal nicht Derrick, sondern Assistent Harry den Fall gelöst. Défago war im Zielraum. Er hatte bereits gewonnen. Aber das Publikum in Wengen wusste es noch nicht und wartete auf einen anderen Sieger. Es erinnerte ein bisschen an die Kindheit, wenn wir zwar ein schönes Weihnachtsgeschenk erhalten hatten, aber insgeheim hofften, irgendwo unter dem Baum liege eines, das noch schöner und noch grösser sei. Das leicht irritierte Verhalten von Teilen des Publikums und mancher Moderatoren war ungerecht gegenüber dem diskussionslosen Sieger. Défago selbst hat es allerdings anders gesehen: «Mit dem Publikum isch sicher super eso, wenn die singen die Namen und so, es isch wie ein grosses Fussballstadion. Die einzige Sache, ich bin allein unten. Eh?!» Nein, du bist nicht allein. Wir alten BB- und CC-Fans wollen dir die Treue halten und bekräftigen es mit einem kleinen Stabreim: Danke DD und denk daran, die deinen drücken dir die Daumen.

Wir präsentieren Ihnen auf Blick.ch alle Kolumnen von Pedro Lenz gesammelt. (Igor Kavarik)
Kolumne vom 12. Januar

Der Jammeri vom Luganersee Im Sport gibt es Erfolgreiche und Erfolglose. Und im Sport gibt es Beliebte und Unbeliebte. Interessanterweise muss das eine mit dem andern überhaupt nichts zu tun haben. Manche Sportler reihen Erfolg an Erfolg und trotzdem mag sie kaum jemand. Zu denen, die fast alles gewonnen haben, ausser die Herzen der Masse, gehört zweifellos John Slettvoll. Der Mann hat weniger Sexappeal als eine Eisreinigungsmaschine. Wegen seiner Erfolge wurde er von vielen Hockeyfans immerhin noch respektiert, zumindest bis jetzt. Denn nun, da er beleidigt wie ein Teenager von Lugano weggelaufen ist, verliert er auch noch unseren Respekt. Einst wurde John Slettvoll der Magier genannt. Inzwischen ist er nur noch der Gränni, um es im Dialekt von Hanspeter Latour zu sagen. Ein Mann wie Slettvoll, der sein halbes Leben dem Berufssport widmet und sich dann plötzlich derart verbittert über die Usanzen dieses Milieus beklagt, ist mehr als en Gränni, er ist ein naiver Gränni. Was ist denn passiert? Slettvoll hätte bis Ende Saison den HC Lugano trainieren sollen. Er hat gehofft, danach gehe es noch eine Weile mit ihm weiter. Aber die Klubführung wollte für die kommende Spielzeit einen anderen Schweden an der Bande. Solche Dinge passieren im Profisport täglich. Doch Slettvoll passt der Stil nicht. Er sei über die Pläne seiner Chefs nicht frühzeitig informiert worden, klagt er. Wissen wir immer frühzeitig, was unsere Bosse mit uns im Schilde führen? Könnten die gewöhnlichen Arbeitnehmer einfach davonlaufen, wenn sie auf Umwegen vernehmen, dass es bald Veränderungen im Betrieb gibt, stünden bald sämtliche Unternehmen in diesem Land still. John Slettvoll hat zweifellos grosse Verdienste. Die erfolgreichste Zeit des HC Lugano trug seine Handschrift. Aber nun wird er uns als Mimose in Erinnerung bleiben. Es ist zum Heulen.

Kolumne vom 5. Januar

«Im Unterland war gestern Sonntag wieder einer dieser, kalten, nebligen Sonntage, an denen man nicht einmal einen heissblütigen Kampfhund vor die Türe schicken möchte. An so einem Tag hat der echte Sportsfreund genau zwei Möglichkeiten: Entweder er fährt in die Berge oder er holt die Berge zu sich runter. Wir, die wir uns aus mangelndem Antrieb für die zweite Möglichkeit entschieden haben, hatten nichts zu bereuen. Die TV-Reise hat gut getan. Wohl mussten wir zunächst in Innsbruck ein wenig mit Simon Ammann leiden. Dafür wurden wir anschliessend in Val di Fiemme von Dario Cologna mehr als entschädigt. Wer denn dieser Cologna sei, fragte am Abend ein heimkehrender Skitourenfahrer, als er an meinem Balkon das Transparent las, auf das ich mit Fingerfarbe geschrieben hatte: «Zwischen Stockholm und Bologna – heisst der neue Star Cologna!» Wer ist Cologna? So eine Frage! Das ist genau das Problem bei den Hobbysportlern: Sie sind zwar immer aktiv. Dafür fehlt ihnen dann die Zeit für einen seriösen Fernsehsportkonsum. So kommt es, dass sie zuletzt eine Skitour nicht von einer Tour de Ski unterscheiden können. Also für alle, die es noch nicht gemerkt haben: Eine Tour de Ski ist etwas wie eine Tour de France auf Schnee, aber internationaler, weil sie in mehr Ländern stattfindet. Nur die Weltbesten nehmen teil und wer die Tour gewinnt ist der kompletteste Langläufer der Gegenwart. Dario Cologna aus dem Val Müstair, der vier Sprachen beherrscht und aussieht wie ein Hugo Koblet der Loipe hat gestern nicht bloss die Tour de Ski gewonnen. Er hat uns den Sonntag gerettet. Wir Passivsportler, die wir fast nichts über Langlaufsport und fast alles über Legendenbildung wissen, wir ahnen, dass wir gestern der Geburtsstunde einer neuen Legende beigewohnt haben.»

Sambafieber in Brasilien und Rosenmontag in Europa

Bild des Tages (aus 20 Min):

Sonntag, 22. Februar 2009

Ein Berg Drama wird ins Netz gestellt

Man kann sich darüber streiten, ob dieser Film, der nun weltweite Beachtung findet, überhaupt veröffentlicht werden sollte. Ich finde, er zeigt immerhin offen die dunkle Seite des Menschen. Wenn wir davon ausgehen, dass es sich beim You tube Film nicht um eine Fälschung handelt, so zeigt die Sequenz, dass der Rettungstrupp nicht de Wahrheit sagte, als sie der Basisstation erklärten, sie hätten bei der Rettungsaktion den verletzten Bergsteiger bereits tot vorgefunden. Ein Mitglied des Rettungstrupps hatte wahrscheinlich die Situation mit dem Handy gefilmt und hat wahrscheinlich den Angehörigen des Opfers die Seqeunz zugestellt haben. Was war geschehen? Die Retter rechneten nicht mehr mit einer lebenden Person. Sie hatten deshalb weder eine Tragbahre noch Sauerstoff bei sich. Von der Unfallstelle auf einer Höhe von 7000 m hätte man zudem sechs Personen benötigt, um das Opfer hinunter tragen zu können (die Träger müssten sich ablösen) und ein Ziehen der verletzten Person auf den anchfolgenden Geröllhalden wäre nicht möglich gewesen. Die Tragik der Rettungsaktion besteht darin, dass eine Rettung gar nicht möglich gewesen war und die Retter das Opfer sich selbst überlassen mussten und jetzt mit einer Klage rechnen müssen.

Eine Rettungsmannschaft ohne Rettungsvorhaben?

Quelle: next-door.blog.de

Unfassbar das Verhalten des Rettungstrupps und es darf die Frage gestellt werden, ob die anschliessenden Kommentare von Menschen im Internet, unverantwortlich oder unmenschlich sind?

Cerro Aconcagua ist der höchste Berg Südamerikas, 6.962 Meter hoch. Von der Nordseite her leicht zu besteigen, wie man sagt, das er einfache Strukturen für einen Aufstieg hat, daher auch seine Beliebtheit unter den Bergsteigern. Man kommt dort ohne spezielle Klettertechniken aus, Sauerstoffflaschen sind in diesen Höhen ebenfalls nicht üblich. Die nächst schwierigere Route geht von dem Baisslager „Plaza Argentina“ aus, genannt Glaciar de los Polacos, die Polengletscher, auf der Route Federico Campanini Anfang Januar mit anderen vier Italienern unterwegs war.

Hier der einunddreißigjährige Frederico, während eines Aufstiegs.

Das folgende Video wurde der Familie Campanini erst kürzlich von jemandem, der anonym bleiben möchte, zugespielt. Auf diesem Video sehen die Eltern, die letzten Minuten, in denen ihr Sohn Federico völlig entkräftet um sein Leben kämpft.

Federico Campanini ist ein Bergführer argentinisch italienischer Herkunft, der eine Reisegruppe von vier Italienern die Höhe von ca 7000 Meter des Aconcagua in den argentinischen Anden nahe der chilenischen Grenze bestieg. Etwa 300 Meter unter dem Gipfel geriet die Gruppe in einen Schneesturm, eine Frau starb an Unterkühlung. Man erzählt sich, dass die in Not geratenen Gruppe zwei Tage in 20 Grad Minus und einer Sicht von 10 Metern ohne nennenswerten Hilfsmittel verbrachten, der Kälte und dem Wassermangel ausgeliefert.

Die argentinische Rettungsmannschaft traf viel zu spät ein, da es noch im Tal Unklarheiten gegeben haben soll, wie man vorzugehen habe. Vor Ort erscheint endlich die Rettungsmannschaft, absolut unvorbereitet - ohne Hilfsmittel zur Rettung, ohne Wissen um Techniken zur Rettung - zudem erscheinen alle sieben bis acht Personen, die lange um den sterbenden Frederico herumstehen absolut unmotiviert, ratlos, herzlos.

Die Eltern von Frederico haben Anzeige erstattet.Begründung: Frederico wurde von den Helfern einfach liegengelassen.

Beim Checken im Internet konnten immer wieder Kommentare gelesen werden, die in der mangelnde Ausrüstung von Federico die einzige Ursache für das Unglück und sein Sterben gesehen haben und sogar Verständnis zeigen für das unengagierte Verhalten der Rettungskräfte. Unter der Rubrik: Selbst schuld.

Hier ein Beispiel für solcher Kommentare: "es hat ihn (frederico) niemand gezwungen, als berg u. fremdenführern hochzusteigen, im gegenteil, ich finde er (frederico) ist auch noch schuld am tod der 1. verstorbenen."

Wenn ein Mensch um sein Leben kämpft ist es völlig egal warum und wie es soweit kommen konnte. Das Wichtigste ist immer alles zu tun, um ihm zu helfen. Das Bewusstsein ist die einzige Qualität des menschlichen Daseins, der einzige Sinn unseres Seins.

Im Video ist zu erkennen, dass von dem Rettungstrupp weder eine Trage, noch künstlicher Sauerstoff, noch wärmende Schutzdecken oder andere Hilfsmittel mit zu den Verunglückten gebracht wurden. Vermutlich hatten die Männer nicht mit Überlebenden gerechnet. Hier ein Ausschnitt über das Tun oder Nichts Tun der unentschlossenen "Retter".

Übersetzung: 0.03 – Kameramann (schwer atmend): "Wir sind da, etwa 300 Meter unterhalb des Gipfels. Hier ist der Guide, wir können ihn nicht tragen, wir sind sehr erschöpft. Es schneit ziemlich stark... Wir sind auf dem Gletscher... Wir haben es auf allen Wegen versucht... Es waren 400 Meter zum Gipfel, wir haben 100 Meter geschafft."

0.42 - Rettungskraft neben dem Kameramann: "Er kann...Er kann nicht gerettet werden. (Zur Kamera) Er kann nicht gerettet werden. Wir frieren, wir haben noch 400 Meter zum Gipfel und er bewegt sich nicht. Er ist in schlechter Verfassung. Ich bin bevollmächtigt...(nicht zu verstehende Worte)

1.01 – Zwei Helfer: "Steh auf, Junge! Komm schon, komm schon, Scheiße!" Der Mann versucht Federico auf seine Beine zu stellen.

1.09 - Kameramann: "Möge Gott ihn erleuchten und ihm Stärke geben. Bitte."

Federico kriecht einige Meter auf seinen Händen und Knien, dann liegt er auf der Seite

1:35 - Kameramann: "Wir haben ein paar Meter mehr geschafft..Er kann nicht mehr weiter gehen"

Ein Mann aus dem Suchtrupp: „Er bewegt sich nicht.” Doch der Friederico versuchte sich immer wieder hochzuraffen, schaffte es aber nicht. Dann meint ein anderes Mitglied des Rettungstrupp: „Das war‘s.”

1:57 - Retter spricht ins Walkie-Talkie: "Argentina? Sag ihnen, er stirbt. (Antwort nicht verständlich). Sag ihnen, er stirbt. Er wird keine 40 Minuten mehr durchstehen.

Der folgenden Worte sind nur schwerlich zu verstehen, anscheinend wird über Funk durchgegeben, dass die Gruppe versuchen soll, den Guide auch im Todesfall weiter zu transportieren.

2:24 Der Kameramann flüstert einige unverständliche Worte, er weint.

Quelle Übersetzung: mounteverest.net

SF- Wirtschaftsexpertin Marianne Fassbind im Fokus der Kritik

Ich bewunderte früher die kompetenten Analysen der Wirtschaftsredaktorin des Schweizer Fernsehens und wollte schon lange gerne eine postitives Echo über die Art und Weise publizieren, wie sie es verstand, komplexe Sachverhalte vereinfachend darzulegen (Analog den Aerzten am Innbrucker Universitätsspital im Fall des Skifahrers Albrecht). Leider stellte ich im Zusammenhang mit den Bank- Boni und dem UBS Debkal immer mehr fest, dass Marianne Fassbind zunehmend Anwältin der UBS spielte. Ich hatte das Gefühl, sie sei in dieser Thematik befangen.

http://www.sf.tv/webtool/data/pics/unternehmenpromiportrait/fassbind_marianne.jpg

In der heutigen Sonntagspresse SONNTAG Nr. 8 wurde nun meine Beobachtung untermauert:

> SP Nationalrat André Daguet - hiess es - habe es nun "den Nuggi rausgejagt". Er schreibe übers Wochenende dem Chefredaktor des Schweizer Fernsehens einen Brief und beschwere sich über das unqualifizierte Verhalten der Wirtschaftsexpertin im 10 vor 10 (SF) am 20. Februar. Es sei leider das letzte Glied in einer Kette von gravierenden Fehlleistungen. Beispielsweise im CLUB vom 27. Januar habe Fassbind ein schlechtes Bild abgegeben. Sie habe sich bei der BONI-Frage de facto auf die Seite der UBS geschlagen. Ich bin somit nicht allein mit der Feststellung, dass die Journalistin jüngst eine unkritische willfährige Haltung eingenommen hatte.

Auch Markus Gisler, Wirtschaftsexperte (Radio 1) ging auf die negativen Publikumsreaktionen nach dem Club ein. Es wurde mehrheitlich die Banknähe der Journalistin beanstandet. "Man konnte fast meinen, Frau Fassbind sei Angestellte der UBS", war zu lesen. Mich interessiert, wie nun das Fernsehen auf diese negativen Reaktionen reagiert. Ich gehe davon aus, dass mit der Mitarbeiterin intern ein konstruktives Kritikgespräch geführt wird.

Die Krise mit Fassbind

Marianne Fassbind geniesst beim Schweizer Fernsehen eine Sonderrolle. Die Wirtschaftsredaktorin wird als grosse Expertin ins Rampenlicht gestellt – und polarisiert wie sonst kaum jemand.

1/6 SF-Frau befragt SF-Frau: Marianne Fassbind als Expertin in der Tagesschau bei Katja Stauber.

Marianne Fassbind

Die SF-Wirtschaftsfachfrau hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert, war vier Jahre Stadträtin von Rapperswil SG und Analystin und Kundenberaterin bei der Bank Vontobel. Bevor sie 2004 zum Schweizer Fernsehen kam, arbeitete war sie Redaktorin und Anlageberaterin bei «Cash» und «CashTV». Sie ist mit dem Wirtschaftspublizisten Markus Gisler verheiratet.

Artikel zum Thema

Im «Club» vom Dienstag über die Boni bei der UBS war Fassbind als Gesprächsteilnehmerin geladen. Zum Ärgernis vieler Zuschauer gab sie sich UBS-freundlich. «Als Wirtschaftsfachfrau des Monopolsenders hat Fassbind endgültig ausgedient» oder «Man hatte den Eindruck, sie sei die Pressesprecherin der UBS», so die Urteile in den Tagesanzeiger.ch/Newsnetz-Kommentarzeilen. Nur vereinzelt gab es auch Lob. Die SF-Wirtschafts-Vorzeigefrau polarisiert – nicht erst seit diesem «Club». Seit einigen Jahren geniesst sie bei SF einen Sonderstatus und wird so oft wie möglich als Autorität für Wirtschaftsfragen vor die Kamera gerückt.

Dies irritiert. So meint zum Beispiel ein Leser: «Dass immer öfters Journalisten als Experten eingeladen werden, ist schon sehr befremdlich. (...) Bei einer Diskussions-Sendung wünsche ich mir echte Experten, keine Selbstbeweihräucherung des SF und ihrer Angestellten/Auftragnehmer.»

Kein Nachhaken

Nebst ihren Auftritten im «Club» oder in der «Arena» ist Fassbinds Sonderrolle vor allem in den Informationssendungen «Tagesschau» und «10vor10» augenfällig. Regelmässig ist sie im Nachrichten-Studio präsent und lässt sich von einem unterwürfigen Moderator Fragen zum Wirtschaftsgeschehen stellen – dies ist sonst nur Professoren oder anderen externen Experten vorbehalten. Führt sie selbst ein Interview, so wird sie oft auf gleicher Höhe mit dem Interviewpartner eingeblendet. Üblich bei Informationssendungen ist, dass man den Interviewer nicht sieht.

Wie kommt Fassbind zu diesem Sonderstatus? Weder formuliert sie besonders geschliffen, noch ist sie als harte Interviewerin bekannt. Selbst bei heiklen Themen stellt sie meist bloss ihre vorgefertigten Fragen, ohne je nachzuhaken. Besonders auffallend war dies letzten September, als UBS-Konzernchef Marcel Rohner in «10vor10» ohne jegliche Widerrede erklären durfte, dass die UBS besser dastehe als andere Banken – und dies am Tag, an dem der UBS-Aktienkurs um über 17 Prozent eingebrochen war. Fachliche Kompetenz kann man ihr kaum abstreiten, so war die studierte Volkswirtschafterin vor ihrer journalistischen Laufbahn als Analystin und Kundenberaterin bei der Bank Vontobel tätig.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

Samstag, 21. Februar 2009

Ein vielsagender Gag

Die Demonstration gegen Nichts könnte viel aussagen

Ich zitiere 20 Min:

Da(da) ist nichts

Demo gegen NICHTS in Zürich

Weiss die Transparente, weiss wie Schnee die Ballone: Demonstranten demonstrierten heute Mittag in Zürich gegen - NICHTS. Oder gegen den vielen Schnee, die Unschuld?

Demonstranten gegen nichts. (Bild: Mobile-Reporter Eric)

(Bild: Mobile-Reporter)

Wie Mobile-Reporter Eric gegenüber 20 Minuten Online versicherte, demonstrierten die 30 bis 40 jungen Leute - vorwiegend Studenten und Studentinnen - aber wirklich gegen nichts.

Die Gruppe zog friedlich vom HB Zürich Richtung Altstadt, nur mit leeren Spruchbändern und weissen Ballonen in den Händen. Polizei war nicht präsent. Welcher Gruppierung die Protestler gegen nichts angehörten, wollte der Mobile-Reporter partout nicht verraten.

Nach rund einer Stunde löste sich die Demo im Zürcher Hauptbahnhof friedlich auf.

Kommentar:

Die Demonstration gegen nichts ist aus meiner Sicht eine vielsagende Demonstration.

Könnte es nicht ein Demonstration gegen die derzeitige nichtige Politik unseres Bundesrates in der Causa UBS sein?

Symbolisiert die Demonstration vielleicht doch die leeren Worthülsen gewisser Politiker im Zusammenhang mit der Erhaltung des Bankgeheimnisses?

Oder ist es eine Weiss-Sagung, dass unser Geld beinahe nichts mehr wert sein wird?

Könnte die Demonstration nicht auch ein sanfter Hinweis auf die Bonibezüger sein, welche ihre Hände in Unschuld waschen und sich trotz der Abzockerei immer noch in einer weissen Weste zeigen.

Warum Saab nicht sterben darf -

habe ich heute gelesen. Es könnte auch stehen:

Warum die UBS nicht sterben darf.

Doch solche Sätze werden nicht mehr ernst genommen, nachdem die ganze Schweiz einmal gesagt hatte:

Die Swissair darf nicht sterben (oder: Kann nicht sterben)

Solche Aeusserungen können wir keinen Glauben mehr schenken. Heute ist alles möglich! Es ist denkbar, dass wir auch bei der UBS Ueberraschungen erleben werden. Psychologisch gesehen ist dieses Misstrauen in Krisensituationen Gift. Wir werden es erleben: Das fehleende Vertrauen führt dazu, dass bei der UBS Geld abgezogen wird und der Untergang dieses Finantzgiganten beschleunigt wird. Erstaunlich: Christoph Blocher hat diese Problematik erkannt und heute diese Thema besetzt. Cavalli - ein alter SP Kämpfer ist über den Schatten gesprungen und hat in dieser Frage Blocher Recht gegeben und die Partei dazu aufgerufen, für einmal mit Blocher zusammenzuspannen, weil Blochers Idee richtig sei. Tatsächlich wäre die Schweiz weniger erpressbar, wenn die UBS kein Moloch mehr wäre, sondern in den Staaten als eigenständige Firma existiert. Blochers Idee wird einmal mehr vile zu reden geben und er kann von SVP internen Problemen ablenken. Heute werde ich mir Blocher TV schauen und zuhören, wie Blocher seine Sternstunde geniesst.