Montag, 6. Oktober 2008

Finanzkrise und kein Ende?

Wie bei einem Dominospiel wirkt sich die Krise (Sie begann in den USA) auf die ganze Welt aus. Die Regierungen versuchen die Katastrophe mit staatlichen Hilfen abzuhalten.

Tagi-online:

Weltweite Kurseinbrüche – SMI verliert über drei Prozent

Mit einem Kurssturz an den asiatischen Börsen hat sich die Finanzkrise weiter verschärft. Auch an der Schweizer Börse sind die Kurse eingebrochen. Die UBS verlor in den ersten Handelsminuten über 9 Prozent.

nzz-online 6. Oktober

Dow Jones reisst Europas Börsen tiefer in den Keller

Die Stimmung an der Wall Street ist miserabel.

Kommentar: Es ist schon erstaunlich, dass der Staat die Fehler der Banker auszubaden muss. Jene Banken, die im freien Wettbewerb das Mass verloren hatten und sich alles nur um "sich bereichern mit allen Mitteln" drehte.

Tagi online:

Staaten greifen ein, Börsen stürzen trotzdem ab

Spiegel- online:

Panik erfasst die Börsen - Dow Jones mit historischem Verlust

Ausverkauf an den Weltbörsen: Der US-Leitindex Dow Jones hat zeitweilig über 800 Punkte verloren, mehr als je zuvor. Auch der Dax bricht weg, gibt sieben Prozent ab - Europas Aktienmärkte sind binnen eines Tages noch nie so rasant gefallen wie heute.

Kommentar: Die Krise hat eine psychologische Komponente. Schwindet das Vertrauen noch mehr, könnte es zu einer Katastrophe kommen. Die deutsche Regierung zieht die Notbremse und verspricht den Sparern Sicherheit. Ob diese vertrauensbildende Massnahmen Früchte trägt, ist noch offen. ein Banker sagte mir heute: Es gibt nur och eines: OPTIMISMUS!

Freitag, 3. Oktober 2008

TV DUELL DER VIZE (blick-online)

TV-Debatte der US-Vizepräsidentschaftskandidaten

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Gerhard Blochers Worte: Geben wie immer zu denken

Die abstrusen Aussagen vor der Wegwahl seines Bruders waren mit ein Grund, dass sich viele Parlamentarier gesagt haben. Wenn sein Bruder solch wirre Aussagen macht, dann frage ich mich, ob der Bundesrat nicht früher oder später auch so unbedacht spricht.

Lesen Sie folgendes Interview - Kommentar überflüssig:

«Man lässt Christoph den Brand nicht löschen!»

Der Aufstand innerhalb der SVP ist nicht spurlos an Christoph Blocher vorbeigegangen, weiss sein Bruder Gerhard.

«Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich nach Herrliberg eilen muss, um einen schwer Verwundeten zu betreuen»: Gerhard Blocher.

«Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich nach Herrliberg eilen muss, um einen schwer Verwundeten zu betreuen»: Gerhard Blocher. Bild: Keystone

Guten Tag, Herr Blocher, haben Sie einige Minuten Zeit?

Jetzt kommt ihr Journalisten wieder wie die Schmeissfliegen.

Sie haben am Dienstag nach der SVP-Fraktionssitzung sicher mit Ihrem Bruder telefoniert und können uns deshalb am besten sagen, wie er die Nichtnomination als Bundesrat aufgenommen hat.

«Zwei Seelen, ach, wohnen in meiner Brust.» Wissen Sie, von wem das stammt?

Von Goethe. Es geht ihm also nicht gut?

Ich könnte auch sagen: «Ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.» Das ist von Conrad Ferdinand Meyer, was Sie vielleicht nicht wissen.

Da haben Sie recht. Aber wie hat Christoph Blocher den Entscheid aufgenommen?

Am Dienstag ist etwas Bemerkenswertes passiert: Die Fraktionsmitglieder haben gezeigt, dass sie selbstständig denken und handeln können. Unter ihnen gibt es natürlich auch einige Dumme, Wichtigtuer und Karrieresüchtige. Aber das Bild der Medien ist korrigiert worden, dass es sich bei der SVP um eine Führerpartei handelt.

Dennoch ist ihr Bruder nicht erfreut über seine Nichtnomination?

Für jeden normalen Menschen ist es unangenehm, wenn man ihn in Frage stellt. Aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich nach Herrliberg eilen muss, um einen schwer Verwundeten zu betreuen.

Hat ihn die Fraktionssitzung kalt gelassen?

Es tut ihm weh, Stimmen wie jene von Ständerat Hannes Germann zu hören. Das sind Opportunisten, die sich jetzt in Stellung bringen, weil sie sich einen persönlichen Vorteil erhoffen.

Ihr Bruder will zwanghaft in den Bundesrat zurück.

Das Haus brennt! Nicht nur die Armee liegt im Argen, sondern der ganze Staat Schweiz. Christoph wüsste, wie man den Brand löscht. Aber man lässt ihn nicht! Können Sie verstehen, was in ihm vorgeht?

Er sieht sich also als Erlöser und ist jetzt frustriert, dass die andern das nicht erkennen.

So einfach ist es nicht! Christoph fragt sich selber, ob er der richtigen Sache mehr im Weg steht, als dass er ihr förderlich ist. Er behauptet nicht, dass er im Recht ist. Er sagt nur, wie er die Dinge sieht. Christoph ist ein ungeheuer differenzierter Mensch. Ein Rechthaber hingegen zeigt seinen schlechten Charakter. (Tages-Anzeiger)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Wie Mörgeli das Mikrofon abgedreht wurde

aus 20 Min-online:

Zwischenrufe und Applaus gab es heute im Nationalrat bei der Frage, ob die Immunität von SVP-Präsident Toni Brunner aufgehoben werden soll. Doch als SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli zu einer Tirade ansetzte, drehte ihm Nationalratspräsident und Parteikollege André Bugnon kurzerhand das Mikrofon ab.

(Video: Parlamentsdienste)
Interaktiv-Box
Im Visier seiner Amtskollegen: SVP-Präsident Brunner verfolgt die Debatte im Nationalratssaal über seine Immunität. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

Nach der Abstimmung ergriff SVP-Fraktionschef Caspar Baader nochmals das Wort: Der Nationalrat habe eine politische Vorverurteilung über das Recht gestellt. «Das ist ein Skandal», sagte er. Diesen Vorwurf liess sich die Rechtskommission nicht gefallen: Ihre Präsidentin, die FDP-Fraktionschefin Gabi Huber, erwiderte: «Herr Kollege Baader, das lasse ich mir als Präsidentin der Rechtskommission nicht gefallen.» Sie betonte, dass die Rechtskommission kein Gericht sei. Ausserdem implizierte Huber, dass es bei einer Akteneinsicht durch die ganze Kommission vermutlich zu Indiskretionen gekommen wäre. Dafür, dass dies nicht geschehen sei, müsste Baader eigentlich dankbar sein, sage Huber. Applaus der Mitte-Links-Parteien erhielt sie für dieses Statement. mdr

Tumult im Nationalratssaal: Unmittelbar vor der Abstimmung begann der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli eine persönliche Erklärung zu verlesen. Er sei sehr bewegt über die Vorgänge im Rat, sagte Mörgeli und begann über den Fall Holenweger zu sprechen. Da kam Unruhe auf im Saal — vornehmlich von linker Seite. Mörgeli fragte, um sich durchzusetzen: «Darf ich hier reden?» Die Antwort der Grünen und der SP kam unisono: «Nein.» Nach weiterer Unruhe entzog der Nationalratspräsident André Bugnon — selbst SVP-Mitglied — Mörgeli das Wort: Er schaltete das Mikrophon aus, weil es keine persönliche Erklärung sei.

Die SVP gegen den Rest

Während der ganzen Debatte waren die Fronten klar: Die SVP kämpfte alleine gegen die restlichen Parteien. Sogar die FDP reagierte scharf auf die SVP-Argumente, warum die Immunität von SVP-Präsident Toni Brunner nicht aufgehoben werden soll

Die SVP warf den übrigen Parteien vor, aus politischer Motivation auf das Geschäft überhaupt eintreten zu wollen. Die Rechtskommission hatte im Mai entschieden, dem Rat die Aufhebung der Immunität zu beantragen. Dies, obwohl kein formeller Antrag des ausserordentlichen Staatsanwalts vorlag. Zudem hatte nicht die gesamte Kommission Einsicht in die Akten, allerdings freiwillig. Aus diesen Gründen verlangte die SVP, dass der Nationalrat gar nicht erst auf die Vorlage eintreten solle.

Kommentar: Es zeigt sich immer mehr, dass sich die SVP isoliert. Das sture Festhalten an Blocher und die Alleingänge sind kontraproduktiv. Dass Mörgeli - dank lauthalser Störaktionen von der linken Seite - das Mikrofon entzogen wurde, ist sicher ein Fehler. Wer sich jedoch gegen alle anlegt, muss auch über die Bücher gehen. Meine Prognose: Mit der SVP geht es abwärts.

Montag, 29. September 2008

persönlich.com berichtet:

Hirzel.Neef.Schmid.
Bundesrat Schmid engagiert PR-Profi
Vorbereitung auf Rücktritt?

Laut einem Bericht der "SonntagsZeitung" hat Bundesrat SAMUEL SCHMID zur kommunikativen Unterstützung Viktor Schmid vom Beratungsbüro Hirzel.Neef.Schmid.Konsultenten engagiert. Weder das VBS noch das Beratungsbüro wollten dies gegenüber der Zeitung bestätigen. Das VBS wisse aber Bescheid über die Anfrage der "SonntagsZeitung" bei Hirzel.Neef.Schmid., was die Verbindung belege.

Für die "SonntagsZeitung" deutet vieles darauf hin, dass der Bundesrat mit Hilfe des PR-Profis seinen Rücktritt vorbereitet. So habe der Verteidigungsministern auch schon mit seinen Getreuen der BDP verschiedene Szenarien für einen Rücktritt noch in diesem Jahr besprochen.

Kommentar: Falls diese Meldung stimmt, müsste die Beratung positive Folgen haben. Ein Journalist wollte von mir wissen, wie Samuel Schmid das Gesicht wahren könnte. Tatsächlich ist dies die zentrale Frage.

Falls Samuel Schmid professionell beraten wird, müssten alle Aspekte, die psychologischen, politischen, strategischen, persönlichen, finanziellen usw. mit berücksichtigt werden. Dies ist gar nicht einfach. Besonders, weil Samuel Schmid beratungsresistent wirkt.

Auch mich interessiert es, zu sehen, was Samuel Schmid diese Woche entscheidet. Kann er tatsächlich sein Gesicht wahren? Welchen Weg wählt er? Journalisten vermuten, dass er sich demnächst zum Rücktritt entscheidet.

NACHTRAG:

SCHMID DENKT NICHT AN RUECKTRITT

OB ER SO BERATEN WURDE?

20 min- online:

Nicht nur der kämpferische Auftritt Schmids zeigte, dass er nicht an einen Rücktritt zu denken scheint. In einem kurzen Statement vor den Medien bestätigte er dies auch. «Ich kämpfe für eine gute Sache», sagte er. Er mache das, solange es nötig ist. «Und nötig ist es noch lange.»

(Video: Mathieu Gilliand / Amir Mustedanagic)

Wer sich für das Recht einsetzt, muss leider manchmal das Recht brechen

Dies war ein Gedanke von Roger Schawinsky an der Leserreise von PERSOENLICH. Die zwei Tage waren für mich ein grosses Erlebnis. Vor allem der zweite Tag im Atelier von Bruno Ritter war für mich eine kulturelle Bereicherung.

Persönlich.com schreibt:

“persönlich”-Leserreise
Mit Schawinski auf den Pizzo Groppera
Der Bericht und die Bilder.

Am vergangenen Samstag war es soweit: rund 20 “persönlich”-Leser erklommen zusammen mit Medienpionier Roger Schawinski und seiner zehnjährigen Tochter Lea den legendären Pizzo Groppera, wo vor bald 30 Jahren das neue Radiozeitalter in der Schweiz begann. Anschliessend reiste die Gruppe im Nostalgiecar weiter nach Chiavenna.

Am Sonntag besuchte die Reisegruppe in der italienischen Kleinstadt das Atelier des Schweizer Künstlers Bruno Ritter, welcher seit 25 Jahren im Bergell lebt. Organisiert wurde der Trip von “persönlich”-Chefredaktor Matthias Ackeret und Martin Schläpfer, Cheflobbyist der Migros.

An der “persönlich”-Leserreise nahmen unter anderem die bekannten Journalisten Hildegard Schwaninger und Helmut-Maria Glogger wie auch die Kommunikationsexperten Renate Hotz und Marcus Knill teil. Schawinski zeigte sich von der Reise begeistert. Seine Erkenntnis: Auf dem Pizzo Groppera hat sich seit den frühen achtziger Jahren überhaupt nichts verändert. Selbst die Linkantenne, mit welchem das Radiosignal aus Como empfangen wurde, steht immer noch unverändert an ihrem Platz.

Die Sendeanlagen wurde 1983 von Medienunternehmer Jürg Marquard gekauft. Seit der Einstellung seines Sound-Radios wenige Monate später wird vom Pizzo Groppera aus nicht mehr gesendet. In der Novemberausgabe von “persönlich-rot” folgt ein ausführlicher Bericht über die erste “persönlich”-Leserreise.

Samstag, 27. September 2008

Eventuell kommt es zu keinen Rücktritten im Bundesrat

Blick-onlines Vision:

Die Karaktäre des Bundesrates (Igor Kravarik)

Würden Schmid und Merz demnächst ihren Rücktritt bekannt geben, wäre das keine Überraschung. Weil Schmid im Parlament keinen politischen Rückhalt mehr hat und Merz nach der schweren Herzoperation gesundheitlich angeschlagen ist. Im wirklichen Leben sind aber Überraschungen nie ausgeschlossen. Nicht mal beim Bundesrat! Beide könnten ja auch bleiben, weil es so schön ist. Zum Rücktritt zwingen kann sie eh keiner. Damit bliebe wieder einmal alles beim Alten im Bundesratszimmer «Zur Abendruh». Der lustige Pascal Grosse Staatsmänner bleiben lange im Amt – es sei denn, sie werden gemeuchelt. Couchepin (66) ist ein Staatsmann und misst über eins neunzig. Seit Blocher nicht mehr mit von der Partie ist, macht ihm das Regieren und Dirigieren mehr Spass als je zuvor. Der bockige Sämi Für ihn ist das Bundesratszimmer das optimale Reduit. In Deckung zu gehen hat Schmid (61) nach acht Jahren VBS gelernt. Gemeinhin gilt er als Berner Mutz. Er hat aber auch was von einem störrischen Esel: Je fester man draufhaut, desto bockiger tut er. Umso mehr, als der ausgemusterte Bundesrats-Veteran Christoph Blocher (demnächst 68) es auf seinen Kommandoposten abgesehen hat. Der zähe Hans-Ruedi Der Volksmund weiss: Was mich nicht umbringt, macht mich stark. Merz (65) hat seinen Kollaps besser verkraftet, als selbst Optimisten hoffen durften. Seine Zähigkeit könnte ihn bewegen, auch noch das bevorstehende Präsidialjahr in Angriff zu nehmen. Im November wird er 66. Da fängt das Bundesrats-Leben erst richtig an. Die eigenwillige Micheline Bei Calmy-Rey (63) weiss niemand, was sie im Schilde führt. Als Sozi ist sie zwar gegen ein höheres Rentenalter. Aber bis sie das selbst erreicht, kann sie noch viel anstellen. Warum nicht mal das VBS übernehmen? Den nötigen Kommandoton soll sie ja haben. Zwei Jahre würden ihr reichen, um die ganze Armee auf Trab zu bringen. Der fröstelnde Moritz Ein wirklicher Intellektueller wie unser Infrastrukturminister darf in unserer kalten Welt nicht warm ­haben. Sonst würde er sich darin ja wohlfühlen. Leuenberger (62) sucht lieber in weisen Schriften Antworten auf die ewigen Fragen. Und vergisst darob die Zeit. Bereits seit 13 Jahren. Die ehrgeizige Doris Erst 45, drückt Leuthard den Regierungs-Altersschnitt gewaltig. Ein paar jüngere fesche Kollegen wüsste sie zu schätzen. Zumal ihr die Altherren Sämi und Hans-Ruedi noch immer den Weg zum Präsidium versperren. Hätten die doch endlich ein Einsehen. Die fleissige Eveline Sie schafft und schafft und schafft. Widmer-Schlumpf (52) baut nicht nur Blochers Pendenzenberg ab, sondern erledigt gleich noch Hans-Ruedis Job. Die Notfall-Schwester in der Regierung Abendruh. Nur zu dumm, dass sie bei den nächsten Wahlen selbst arg in die Bredouille kommen wird.

Kommentar: Diese ironische Prognose könnte gar nicht so daneben liegen. Dennoch kann die derzeitige Konstellation für manche Ueberraschung sorgen.